Gewandtheit

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Gewandtheit : Was ist Gewandtheit ? Woher stammt das Wort? Wozu ist Gewandtheit gut? Was sind ihre Grenzen? Wie kann man sie kultivieren? Was ist das Gegenteil von Gewandtheit ? Gewandtheit ist eine Sicherheit, eine Geschicklichkeit.

Gewandtheit durch Übung ist die Zauberformel. Aber gib acht: manches hat auch seine natürlichen Grenzen.

Gewandtheit ist auch gutes Benehmen, Höflichkeit und Feinsinnigkeit. Vor allem aber ist Gewandtheit die Meisterschaft über etwas: Wer etwas Bestimmtes wirklich gut beherrscht, der kann mit großer Gewandtheit damit umgehen.

Sukadev über Gewandtheit

Niederschrift eines Vortragsvideos (2015) von Sukadev über Gewandtheit

Kalligraphie

Gewandtheit ist ein etwas altertümlicher Ausdruck für das, was man heute vielleicht als Geschicklichkeit bezeichnen würde oder auch als Geschick. Gewandtheit bedeutet, Dinge so zu tun, wie es angemessen und gut ist. Wobei der Ausdruck „Gewandtheit“ noch etwas Natürlicheres und Würdevolleres ist. Geschicklichkeit ist oft etwas mehr, wo man ausprobiert und versucht und tut. Gewandtheit bedeutet man kann etwas, man weiß es, man beherrscht es und kann es deshalb einfach machen. Es gibt so die Geschichte von einem Maler, einem Karikaturisten, ich erzähle sie vielleicht in der Zen-Version. Es gibt einen Maler, einen Zeichner und der wurde gebeten von jemandem, eine schöne Kalligraphie zu machen. Und er machte einen einfachen, so wunderschönen Strich und er dauerte genau eine Minute, ruhig und gleichmäßig. Und nachher verlangte er einen hohen Preis. Und dann sagte der andere: „Für die sechzig Sekunden Arbeit willst du so viel Geld?“ Dann sagte der andere: „Ich habe drei Jahrzehnte gearbeitet, um jetzt in sechzig Sekunden diesen einen Strich so schön machen zu können.“ Das ist Gewandtheit.

Gewandtheit kommt also auch durch Übung, Übung macht den Meister, Übung macht die Meisterin. Es gab mal jemand, der hat gesagt, man muss zehntausend Stunden eine Tätigkeit machen, bevor man gut darin wird und so ist Übung der Erfolg. Man hat Talent, manche Menschen sind musikalischer, andere sind weniger musikalisch, der eine hat etwas mehr Ausdauerfähigkeit schon von Natur aus, die anderen sind mehr für Kraftsport geeignet, manche Menschen haben einen höheren Intelligenzquotient, der angeboren ist usw. Das sind Talente. Aber Talente sind nur ein Teil der Medaille, damit Gewandtheit daraus werden kann, braucht es Übung. Und Übung heißt, lange dabei zu bleiben, eine Tätigkeit immer wieder zu machen, wieder und wieder. Und die Übung, die man dort macht, das müssen nicht immer irgendwelche komplizierten Übungen sein, sondern manchmal ganz banale.

Ein Musiker mit seinem Horn

Ich kannte mal einen, der war Solohornist bei den Münchner Philharmonikern und der hat jeden Tag, ich glaube, sechs bis acht Stunden geübt. Und Hornspielen ist ja jetzt eine sehr laute Angelegenheit, ich habe mit ihm zusammen in einem Yogazentrum gewohnt, und er hat nicht im Yogazentrum geübt, weil er gedacht hat, es war zu laut, so hat er seinen Proberaum gehabt, eben dort, wo die Münchner Philharmoniker waren. Einmal waren aber diese Räume irgendwo nicht zugänglich, da hat er im Yogazentrum geübt. Da habe ich gedacht: „Ah, jetzt komme ich endlich mal in diesen Genuss von jemandem, der wirklich gut spielen kann.“ Und was hat er gemacht? Tonleitern gespielt, von unten nach oben, von oben nach unten und dann mal Ganztonschritte, Halbtonschritte und Terzen usw., stundenlang. Ich muss zugeben, es war grässlich, ich war so enttäuscht, denn ich wusste, wenn er auf einem Konzert war, das klang so gewandt, er hat mit so einer Gewandtheit und Leichtigkeit alles gemacht, vollkommen ohne Anstrengung, wirklich Gewandtheit war da. Aber wie kam diese Gewandtheit? Durch stundenlanges Üben, indem er viele Stunden gelernt hat, mit seinen Lippen umzugehen, den richtigen Ton zu finden usw., entstand nachher diese Leichtigkeit und diese Schönheit, dieser wunderbare Klang.

Also, Gewandtheit bedarf der Übung und so kannst du selbst überlegen, übst du ausreichend die Tätigkeiten, die dir wichtig sind. Bist du auch bereit, auch diese langweiligen Sachen zu tun, die dafür nötig sind. Um gewandt zu werden in einer Sache, ist das nicht immer aufregend, du musst die Sachen wieder und wieder und wieder üben, dann kannst du sie nachher mit Leichtigkeit üben, mit Gewandtheit ausführen. Und es rentiert sich, auch bei einer Sache lange genug dabei zu bleiben. Und es gilt auch, wenn du vielleicht einige Jahre eine Tätigkeit gemacht hast, du warst gut darin, und jetzt musst du vielleicht eine andere Tätigkeit machen. Wirtschaft ändert sich, Berufe, die es vor zwanzig Jahren gegeben hat, gibt es heute nicht mehr und so musst du dich anpassen. Vielleicht kommst du dir dann irgendwie vor wie jemand mit zwei linken Händen, dir gelingt es nicht. Dann sei dir bewusst, die Gewandtheit, die du früher hattest, war Resultat von Übung. Jetzt musst du wieder üben, wieder üben und üben und üben. Indem du es immer wieder tust, dazu brauchst du auch Frustrationstoleranz, dazu brauchst du Ausdauer, dazu brauchst du Beständigkeit. Wenn du so immer übst, kommt irgendwann Gewandtheit.

Gewandtheit und andere Tugenden

In diesem Yoga Wiki werden über 1000 Tugenden und geistigen Eigenschaften beschrieben. Hier einige Erläuterungen, wie man die Eigenschaft der Gewandtheit in Beziehung zu anderen Tugenden und geistigen Eigenschaften sowie in Bezug auf Laster sehen kann:

Ähnliche Eigenschaften wie Gewandtheit

Ähnliche Eigenschaften wie Gewandtheit, also Synonyme zu Gewandtheit sind z.B. Geschick, Geschicklichkeit, Raffinesse.

Ausgleichende Eigenschaften

Jede Eigenschaft, jede Tugend, die übertrieben wird, wird zu einer Untugend, zu einem Laster, einer nicht hilfreichen Eigenschaft. Gewandtheit übertrieben kann ausarten z.B. in Kompliziertheit, Arroganz, Hochmut. Daher braucht Gewandtheit als Gegenpol die Kultivierung von Einfachheit, Schlichtheit, Bodenständigkeit.

Gegenteil von Gewandtheit

Zu jeder Eigenschaft gibt es ein Gegenteil. Hier Möglichkeiten für Gegenteil von Gewandtheit, Antonym zu Gewandtheit :

Gewandtheit im Kontext von Tugendengruppen, Persönlichkeitsfaktoren und Temperamenten

Entwicklung von Gewandtheit

Gewandtheit kann man sehen als Tugend, als eine positive Eigenschaft. Vielleicht willst du ja Gewandtheit in dir stärker werden lassen. Hierzu einige Tipps:

  • Nimm dir vor, eine Woche lang diese Eigenschaft der Gewandtheit zu kultivieren. Du kannst nicht mehrere Tugenden auf einmal entwickeln. Aber es ist möglich, jede Woche eine Tugend, eine Eigenschaft, wachsen zu lassen.
  • Triff den Entschluss: "Während der nächsten Woche will ich die Tugend, die Eigenschaft, Gewandtheit kultivieren, wachsen lassen, stärker werden lassen. Ich freue mich darauf, in einer Woche ein gewandterer Mensch zu sein."
  • Nimm dir vor, jeden Tag mindestens eine Handlung auszuführen, die Gewandtheit ausdrückt. Mache jeden Tag etwas, was du sonst nicht tun würdest, was aber diese Tugend zum Ausdruck bringt
  • Wenn du morgens aufwachst, dann sage eine Affirmation, z.B.: "Ich entwickle Gewandtheit ". Mehr Möglichkeiten zu Affirmationen findest du weiter unten
  • Am Tag wiederhole immer wieder eine solche Affirmation:
  • Ich bin gewandt ".

Affirmationen zum Thema Gewandtheit

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Affirmationen für mehr Gewandtheit Unter dem Stichwort "Affirmation" und "Wunderaffirmationen" erfährst du mehr darüber.

Klassische Autosuggestion für Gewandtheit

Hier die klassische Autosuggestion:

  • Ich bin gewandt

Im Yoga verbindet man das gerne mit einem Mantra. Denn ein Mantra lässt die Affirmation stärker werden:

  • Ich bin gewandt. Om Om Om.
  • Ich bin ein Gewandther, eine Gewandthe

Entwicklungsbezogene Affirmation für Gewandtheit

Manche Menschen fühlen sich als Scheinheiliger oder als Heuchler, wenn sie sagen "Ich bin gewandt " - und sie sind es gar nicht. Dann hilft eine entwicklungsbezogene Affirmation:

  • Ich entwickle Gewandtheit
  • Ich werde gewandt
  • Jeden Tag werde ich gewandter
  • Durch die Gnade Gottes entwickle ich jeden Tag mehr Gewandtheit

Dankesaffirmation für Gewandtheit :

  • Ich danke dafür, dass ich jeden Tag gewandter werde.

Wunderaffirmationen Gewandtheit

Du kannst es auch mit folgenden Affirmationen probieren, die Sukadev Volker Bretz als Wunderaffirmationen bezeichnet:

  • Bis jetzt bin ich noch nicht sehr gewandt. Und das ist auch ganz verständlich, ich habe gute Gründe dafür. Aber schon bald werde ich Gewandtheit entwickeln. Jeden Tag wird diese Tugend in mir stärker werden.
  • Ich freue mich darauf, bald sehr gewandt zu sein.
  • Ich bin jemand, der gewandt ist.

Gebet für Gewandtheit

Auch ein Gebet ist ein machtvolles Mittel, um eine Tugend zu kultivieren. Hier ein paar Möglichkeiten für Gebete für mehr Gewandtheit :

  • Lieber Gott, bitte gib mir mehr Gewandtheit
  • Oh Gott, ich verehre dich. Ich bitte dich darum, dass ich ein gewandter Mensch werde
  • Liebe Göttliche Mutter, ich danke dir. Ich danke dir dafür, dass ich jeden Tag die Tugend Gewandtheit mehr und mehr zum Ausdruck bringe

Was müsste ich tun, um Gewandtheit zu entwickeln?

Du kannst dich auch fragen:

  • Was müsste ich tun, um Gewandtheit zu entwickeln?
  • Wie könnte ich gewandt werden?
  • Lieber Gott, bitte zeige mir den Weg zu mehr Gewandtheit
  • Angenommen, ich will gewandt sein, wie würde ich das tun?
  • Angenommen, ich wäre gewandt, wie würde sich das bemerkbar machen?
  • Angenommen, ein Wunder würde geschehen, und ich hätte morgen Gewandtheit kultiviert, was hätte sich geändert? Wie würde ich fühlen? Wie würde ich denken? Wie würde ich handeln? Als gewandter Mensch, wie würde ich reagieren, mit anderen kommunizieren?

Vortragsmitschnitt zu Gewandtheit - Audio zum Anhören

Hier kannst du einen Vortrag von Sukadev Bretz, Gründer von Yoga Vidya, anhören. Dieser Vortrag ist die Audio Version eines Videos zu Gewandtheit, Teil des Yoga Vidya Multimedia Lexikons der Tugenden.

Siehe auch

Eigenschaften im Alphabet vor Gewandtheit

Eigenschaften im Alphabet nach Gewandtheit

Literatur

Weblinks

Seminare

Seminare zum Thema Positives Denken, Raja Yoga und Gedankenkraft

16. Jun 2017 - 18. Jun 2017 - Liebe, Mitgefühl, Freude und Gleichmut
Diese zu üben empfiehlt Patanjali im Yoga Sutra als Weg, einen klaren Geist zu entwickeln. Die Kräfte von Liebe, Mitgefühl, Freude und Gleichmut, die auch im Buddhismus eine wichtige Rolle spiel…
Radhika Nosbers,
18. Jun 2017 - 23. Jun 2017 - Hellseh Ausbildung
Hellsehen, Hellhören, Hellriechen – geht das wirklich und kann man es in einer Ausbildung lernen? – Du erfährst in dieser Hellseh Ausbildung, dass jeder die Fähigkeit hat, parapsychologische…
Chitra Sukhu,

Yoga, positives Denken, Gedankenkraft

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