Ethik und Moral

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Ethik und Moral Zu einem guten Leben gehört auch Ethik und es gehört auch Moral dazu. Ethisches Leben heißt ein Leben unter Beachtung von ethischen Grundsätzen. Ein moralisches Leben kann auch ethisches Leben heißen. Manchmal hat Moral aber auch mit den Sitten und Gebräuchen zu tun.

Ethik und Moral - erläutert vom Yoga Standpunkt aus

Der Unterschied zwischen Moral und Ethik genau erklärt

Moral und Ethik hängen eng zusammen, in ihrer Ausprägung sind sie aber etwas anders. Unter Ethik versteht man übergeordnete Prinzipien, die allgemein und zu allen Zeiten gültig sind, und Moral ist das, was man konkret umsetzen sollte. Vom Lateinischen her heißt mores „Sitte, Gebrauch“, und so sind die moralischen Prinzipien die Prinzipien, wie man Ethik im Alltag lebt. Wenn man die einzelnen Religionen und Philosophen anschaut, kann man durchaus sagen, dass es auf der ganzen Welt und in allen Kulturen ähnliche ethische Prinzipien gibt.

Dazu gehören:

Ahimsa - Nicht-Verletzen, Nicht-Töten - Man soll niemanden ohne Grund töten. Manche – wie zum Beispiel die Jains – sind da noch rigoroser und sagen, dass es gar keinen Grund gibt, jemanden zu töten.

SatyamWahrhaftigkeit

• Astea – Nicht-Stehlen

Brahmacharya – Vermeidung sexuellen Fehlverhaltens

AparigrahaUnbestechlichkeit

Diese ethischen Prinzipien gibt es sicherlich auf der ganzen Welt. Wie sie gelebt werden ist dann wieder etwas anderes. Beispielsweise „Vermeidung sexuellen Fehlverhaltens“: In einem konkreten gesellschaftlichen Kontext kann es als moralisch gelten, wenn ein Mann mehrere Frauen hat. In einem anderen Kontext kann eine Frau mehrere Männer haben. Es gibt sogar gesellschaftliche Kontexte, wo mehrere Frauen und mehrere Männer zusammen eine Familie bilden. Aber in jeder Kultur gibt es bestimmte Dinge, die als sexuelles Fehlverhalten gedeutet werden. In diesem Sinne ist es immer wieder gut zu erkennen: Die Ethik ist in den verschiedenen Religionen sehr ähnlich – wie sie dann aber tatsächlich gelebt wird, ist von Gesellschaft zu Gesellschaft verschieden.

Was bedeutet Ethik konkret?

Ethik kann heißen, bestimmte Gebote zu beachten. Es gibt verschiedene Manifestationen von Ethik, zum Beispiel gibt es die Goldene Regel der Ethik. Was heißt: „Was du nicht willst, was man dir tut, das füge auch keinem anderen zu.“ Anders ausgedrückt: Bevor du jemandem etwas antust, überlege. Angenommen du wärst in der Situation? Würdest du das auch wollen? Das heißt aber auch, Empathie und Einfühlungsvermögen zu haben. Wenn du ein Tier vor dir siehst, überlege: Wenn ich dieses Tier wäre, würde ich so behandelt werden wollen? Das ist eine Grundlage der Ethik.

Prinzipienethik

Eine zweite Grundlage der Ethik ist die sogenannte Prinzipienethik, wie zum Beispiel der kategorische Imperativ von Kant. Dieser besagt: „Handle stets so, dass die Maxime deines Handelns Grundlage einer allgemeinen Gesetzgebung werden kann.“ Anders ausgedrückt: Wenn jeder das so machen würde. Wenn du also überlegst: Solltest du auf der Autobahn schneller fahren, als die Geschwindigkeitsbegrenzung? Überlege, wie es wäre, wenn das jeder machen würde – und dann mach es eben nicht. Wenn du überlegst, ob du lügen sollst oder die Wahrheit sprechen willst. Dann kannst du überlegen, wie wäre es, wenn jeder lügen würde. Dann würdest du sagen: „Nein, das ist nicht gut.“ Also bleibe bei der Wahrheit.

Pragmatische Ethik

Dann gibt es eine dritte Form der Ethik, die sogenannte pragmatische Ethik, das heißt: „Handle so, dass das höchstmöglich Gute entsteht.“ Überlege bei jeder Handlung, die du tust, wie du damit das größtmögliche Gute erreichen kannst.

Die fünf wichtigsten ethischen Grundsätze

Das sind abstrakte Prinzipien der Ethik. Typischerweise werden sich diese dann in verschiedenen Handlungsempfehlungen äußern. Hans Küng hat zum Beispiel verschiedene Repräsentanten verschiedener Religionen und auch atheistische Weltanschauungen zusammengebracht und festgestellt, dass sich Menschen aus verschiedensten Kontexten sehr wohl auf den sogenannten Weltethos, Ethik, einigen. Dazu gehören:

Das wären die fünf wichtigen ethischen Grundsätze, die eine allgemein menschliche Ethik ausmachen.

Ethik und Moral - erläutert vom Yoga Standpunkt aus

Was ist die Moral?

Zum einen gibt es die Moral von der Geschichte, also die Essenz der Geschichte. Moral kommt vom lateinischen Mos, Mores. Die Mores sind letztlich Sitten und Gebräuche. Man könnte sagen, dass ein moralisches Verhalten ein Verhalten ist, welches der Norm, den Sitten und Gebräuchen entspricht. Man könnte auch sagen, dass Moral die konkrete Ausprägung der Ethik ist. Manchmal spricht man von unmoralischem Angebot. Manchmal spricht man von unmoralischem Verhalten, was oft ein unethischen Verhalten ist, aber eben insbesondere im engeren Kontext.

Ich will es jetzt nicht weiter ausbauen. Jedenfalls sind Menschen grundlegend ethische Menschen. Sogar die Verbrecher haben immer noch ihre eigene Ethik. Aber am klügsten ist es: Richte dein Handeln an übergeordneten ethischen Prinzipien aus. Sei dort konsequent und so ist dein Verhalten auch moralisch richtig.

Mehr Informationen über ethische Fragen unter der Seite Ethik.

Ethik und Moral im Yoga

Ethik und Moral sollen Grundlagen sein des ethischen Lebens und des Zusammenlebens. Ethik ist die Philosophie und das Wissen, wie man menschliches Zusammenleben gestaltet. Moral kommt aus dem Lateinischen von "mos, moris" und bedeutet Sitten und Gebräuche. Ethik bedeutet zu überlegen, nach welchen Prinzipien ich mein Leben ausrichten will. Im h[ttps://www.yoga-vidya.de/yoga/ Yoga] gibt es die Ethik der fünf Yamas.

Diese fünf Yamas

  • Ahimsa: Nichtverletzen. Man kann Ahimsa ins positive Umsetzen. Positiv formuliert ist Ahimsa Maitri. Dies bedeutet Wohlwollen und uneigennütziges Dienen. Es ist Engagement, Barmherzigkeit, Liebe und Mitgefühl für andere.
  • Satya: Wahrhaftigkeit. Nichtlügen, heißt Satya, die Wahrhaftigkeit.
  • Asteya: Nichtstehlen. Nichtstehlen bedeutet umgekehrt, großzügig zu sein. Es bedeutet teilen, was du hast mit deinen Mitmenschen.
  • Aparigraha: Unbestechlichkeit und andere Menschen nicht bestechen.

Dies sind Grundlagen der Ethik. Dies sind gute ethische Handlungen für den Alltag. Wenn du dir überlegst, wie du dein Leben führen sollst im Umgang mit anderen, dann ist die Ethik wichtig. Mit Ethik zählt heute auch ein besonders ökologischer Umgang mit der Erde dazu. In dieser Hinsicht kann der Mensch eine Menge an ethischen Handlungen machen.

Moral

Moral wird oft gleichbedeutend mit Ethik gesetzt. Leider hat heute der Begriff Moral ein schlechtes Image, da im 19. Jahrhundert der Begriff Moral nur noch auf das Anziehen von Kleidung, wie man sich kleidet, reduziert wurde. Es bezog sich darauf, dass Frauen nicht zu leicht bekleidet sein sollten und das eine gegenseitige Berührung des anderen Geschlechts als unmoralisch galt. Zur Moral gehörte eine züchtige Kleidung von Frauen und dass Frauen die Beine zusammen haben und sich zurücknehmen. Aus guten Gründen ist diese Art der Moral aus der Mode gekommen. Es war zudem unmoralisch, dass Mädchen und Jungen die gleiche Schule besuchten. Moral bedeutet im eigentlichen Sinn Sitten und Gebräuche.

Ethik und Moral aus yogischer Sicht

Man könnte auch sagen, dass die Sitten und Gebräuche die Yamas sind. Moral sind die Niyamas. Dies wäre dann, wie du dein Privatleben führst. Die fünf Niyamas:

Saucha

Bei Patanjali wäre die Moral, die Reinheit, Saucha. Reinheit bedeutet in diesem Sinne die Reinheit im Körper und die Reinheit in deiner Wohnung. Reinheit bedeutet Sauberkeit und Klarheit.

Santosha

Santosha ist ein weiterer Aspekt der Moral. Santosha ist die Zufriedenheit. Sei nicht gierig. Denke nicht, dass dein Glück davon abhängt, dass du mehr hast. Sei nicht neidisch. Lerne Zufriedenheit. Sei zufrieden mit den Herausforderungen, die das Leben mit sich bringen. Sei zufrieden mit den Gegebenheiten, die dir das Leben schenken. Zufriedenheit kann auch heißen, dass du die Lektionen annimmst. Du setzt dich durch und bist engagiert.

Tapas

Das dritte ist Tapas. Tapas heißt: Disziplin. Führe ein dizipliniertes Leben. Erlaube deinem Geist nicht Alles zu tun. Folge nicht jedem Wunsch. Mache Meditation und spirituelle Praxis zu deinen Aufgaben. Sei diszipliniert.

Swadhyaya

Der vierte Aspekt ist Swadhyaya. Dies ist auch ein wichtiges moralisches Prinzip. Swadhyaya ist Introspektion und Selbstbefragung. Du machst dir dadurch selbst bewusst, wie du tickst. Durchschaue die Tricks deines Geistes. Lächle ab und zu mal über dich selbst. Ein bisschen Selbstironie ist gut. Ein wenig Humor und Selbstliebe ist gut.

Ishvara Pranidhana

Das fünfte Prizip ist Ishvara Pranidhana, dies die vollständige Hingabe an Gott. Du bringst Alles Gott dar. Du tust Alles für Gott und fühlst dich selbst als ein Instrument Gottes.

Das sind verschiedene moralische Prinzipien. Somit wäre eine yogische Deutung von Ethik und Moral folgend: Ethik ist der Umgang mit anderen. Moral wäre die Gestaltung des privaten Lebens.

Video Ethik und Moral

Hier ein Vortragsvideo zum Thema Ethik und Moral :

Autor/Sprecher: Sukadev Bretz, Gründer von Yoga Vidya, Seminarleiter zu den Themen Yoga und Meditation.

Ethik und Moral Audio Vortrag

Hier die Audiospur des oberen Videos zu Ethik und Moral :

Siehe auch

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