Skepsis

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Skepsis - Tugend oder Schattenseite? Was ist die Bedeutung des Begriffs Skepsis? Wie wird dieses Wort verwendet? Wozu ist Skepsis hilfreich? Was sind Synonyme , was sind Antonyme von Skepsis? Skepsis ist der kritische Zweifel. Skepsis bedeutet Zweifel, Bedenken, misstrauische Vorsicht. Skepsis beinhaltet die kritische Zurückhaltung, die misstrauische Vorsicht.

Vertrauen ist ein Gegenpol zu Skepsis

Das Wort Skepsis kommt vom griechischen sképsis (σκέψις) Betrachtung, Überlegung, Untersuchung, das wiederum kommt vom griechischen Verb sképtesthai (σκέπτεσθαι) umherschauen, sich umsehen, spähen, betrachten, erwägen, prüfen. In der Antike gab es die Philosophenschule der Skeptiker, den Skeptizismus. Die Skeptiker im alten Griechenland wollten alles von verschiedenen Warten aus untersuchen, sich dabei auf nichts festlegen, waren neugierig.

Skeptizismus ist damit das Gegenteil von Dogmatismus: Der Dogmatiker meint alles zu wissen und sieht alles festgelegt. Der Skeptiker meint, dass man nie das Endgültige wissen kann, dass man immer neugierig bleiben soll, immer mehr herausfinden soll. Heutzutage bedeutet Skepsis aber nicht mehr Betrachtung und Überlegung sondern im Wesentlichen Zweifel, Bedenken, misstrauische Vorsicht.

Eine gewisse Skepsis ist immer anzuraten, auch auf religiösem und spirituellen Gebiet. Es gibt genügend Menschheitsverführer, genügend Menschen, welche die Leichtgläubigkeit ausnutzen. Aber auch gegenüber der Wissenschaft ist eine gewisse Skepsis angebracht: Denn was heute der Stand der Wissenschaft ist, ist morgen schon überholt, veraltet. Auf spirituellem Gebiet kann man sich irgendwann festlegen auf einen spirituellen Weg, den man nach reichlicher Prüfung für authentisch hält. Aber auch dann ist immer wieder eine gewisse Skepsis, eine gewisse Selbstüberprüfung, auch eine Überprüfung des eigenen Verständnisses des spirituellen Weges hilfreich.

Skepsis kann von einer Zurückhaltung bis zu Misstrauen reichen. Man kann etwas mit einer Portion gesunder Skepsis betrachten. Man kann aber auch voller Skepsis sein und sich gegenüber neuen Ideen verschließen. Ursprünglich kommt Skepsis vom Griechischen Substantiv sképsis (σκέψις), welches bedeutet: Betrachtung, Überlegung, Untersuchung’. Sképsis kommt vom griechischen Verb sképtesthai (σκέπτεσθαι): umherschauen, sich umsehen, spähen, betrachten, erwägen, prüfen.

Die zwei Gesichter der Skepsis

Aus einem Vortrag von Sukadev Bretz

Skepsis hat ein positives Gesicht und eine weniger positive Konnotation. Positiv an der Skepsis ist, dass sie dir hilft, nicht an alles zu glauben. Das Gegenteil von Skepsis ist ja auch Leichtgläubigkeit und Abergläubigkeit. Es ist gut, skeptisch zu sein, es ist gut, nicht alles zu glauben, es ist gut, immer wieder die Dinge in Frage zu stellen, es ist gut, öfters mal zu überlegen: "Was ich bisher gedacht habe, stimmt das? Stimmt das, was die Menschen mir erzählen? Stimmt das, was in den Schriften steht, verstehe ich das richtig? Was von dem, was in den Schriften steht stimmt?"

Ich bin ja Yogalehrer, spiritueller Lehrer und ich habe große Hochachtung vor den Schriften und frage mich: "Was von dem, was in den Schriften steht, ist aus der Zeit erklärbar, ist nur etwas Historisch-Kulturelles, was man heute als überholt ansehen kann, und was sind ewige Wahrheiten? Und wie könnte ich die alten Wahrheiten verstehen?"

Sogar bei den großen Meistern, den großen Selbstverwirklichten, eine gewisse Skepsis braucht es auch da: "Was von dem, was sie sagen, ist für mich nicht anwendbar?" Oder auch wenn du an irgendeiner spirituellen Veranstaltung teilnimmst, auch dort ist eine gewisse Skepsis notwendig.

Wenn du zu einem neuen spirituellen Meister gehst, sei erstmal skeptisch. Ja, allzu viele Menschheitsverführer gibt es und weil zu viele Menschen nicht ausreichend Skepsis haben, bekommen sie viele Anhänger. Wie es so schön heißt: "Drum prüfe, wer sich ewig bindet…" Und die Bindung an einen Meister, an eine spirituelle Gemeinschaft kann etwas sehr Einschneidendes sein, es ist gut, gerade am Anfang, skeptisch zu sein. Aber ich sagte, Skepsis hat zwei Aspekte.

Es gibt auch den zweiten Aspekt der Skepsis, zu viel Skepsis hilft auch nicht weiter, denn du brauchst auch ein gewisses Vertrauen. Das gilt ja schon in zwischenmenschlichen Beziehungen. Angenommen, du willst zu einer Frau, einem Mann eine langandauernde Beziehung eingehen, da braucht es Vertrauen, ständiges Misstrauen, ständige Skepsis, ständige Eifersucht kann jede Beziehung aufs Spiel setzen. Also, - am Anfang genauer schauen, aber danach ein Vertrauen geben.

So ähnlich ist es auch, wenn du in ein Unternehmen reingehst. Wenn du dich bewirbst, ist eine gewisse Skepsis angebracht: "Ist das der richtige Arbeitsplatz? Will ich mich dort bewerben?" Skeptisch sein auch bei der Bewerbung selbst und skeptisch sein, wenn dort du ein Jobangebot bekommst. Aber wenn du mal den Job angenommen hast, gut, dann hast du jetzt die Aufgabe, auf der Seite der Firma zu stehen und nur zwischendurch mal das Ganze skeptisch zu hinterfragen.

Jeden Morgen von neuem alles zu hinterfragen, das ist auf die Dauer nicht gut, das ist weder zufriedenstellend noch ist es etwas, womit du viel bewirken kannst. Ebenso auf dem Yoga-Weg, - ich sagte, am Anfang ist es gut, sei etwas skeptisch, überlege, denke nach, du musst sogar die Schriften überprüfen: "Was ist anwendbar?" Aber auch bei den großen Meistern musst du schauen: "Lernst du dort wirklich das Richtige? Oder lernst du dort vielleicht nicht das Richtige?" Also, eine gewisse gesunde Skepsis ist durchaus angebracht. Aber wenn du dich dann mal für einen Weg entschieden hast, dann gehe ihn auch.

Ab und zu mal - nutze wieder die Skepsis und überlege: "Ist es richtig, den Weg, den ich bisher gegangen bin, müsste ich ihn wieder überprüfen, sollte ich wieder von neuem überlegen?" Aber dazwischen habe eine Periode des Vertrauens, sage mindestens: "Angenommen, ich nehme jetzt einfach mal an, der Weg könnte gut sein, jetzt gehe ich ihn für eine Weile. Und solange nichts ethisch Verwerfliches dazwischen kommt, werde ich ihn, z.B. ein halbes Jahr, ein Jahr lang, konsequent gehen." Und dann, mit dieser Art von Einstellung, überwinde eine Weile deine Skepsis und probiere es aus. Du kannst auch Skepsis verbinden mit offenem Wesen, du kannst auch sagen: "Genau sicher bin ich nicht, ich probiere es mit offenen Augen aus. Und nachher kann ich immer noch entscheiden, ist es das Richtige oder nicht."

Jetzt überlege selbst, wie gehst du um mit Skepsis? Bist du vielleicht etwas zu leichtgläubig und bist schon öfters auf die Nase gefallen oder hast dich vielleicht gerade in diesen Moment in etwas verrannt? Oder bist du zu skeptisch und lässt dich deshalb nie auf etwas ein und hast deshalb so ein Bedauern, dass du noch nie den richtigen Partner gefunden hast, nicht den richtigen Arbeitsplatz gefunden hast, nicht die spirituelle Gemeinschaft gefunden hast, nicht deine richtige spirituelle Praxis gefunden hast? Vielleicht hast du einen zu großen Hang zur Skepsis. Oder vielleicht ist es ja deine Aufgabe, skeptisch zu sein, vielleicht bist du durch deine große Skepsis in der Lage, vieles zu durchschauen, was andere nicht durchschauen. Dein Leben ist deshalb nicht einfacher, aber vielleicht ist das deine Aufgabe. Und vielleicht ist es auch mit deinen Mitmenschen so, es gibt die Menschen, die leichtgläubiger sind und es gibt die skeptischeren. Das heißt nicht, dass der eine besser ist als der andere, es heißt nur, unterschiedliche Menschen sind eben unterschiedlich.

Umgang mit Skepsis bei Anderen

Vielleicht bist du von etwas begeistert. Du willst loslegen und dann begegnest du Skepsis. Der andere sagt: "Deshalb geht es nicht und das geht nicht und darum ist es nicht gut und du fühlst dich gebremst." Mein Tipp wäre: freue dich über Skepsis anderer.

Die meisten Fehlentscheidungen kommen wenn alle einer Meinung sind. Es ist gut, wenn du begeistert bist, erst noch einmal andere Meinungen an zu hören. Es gibt ja sogar in der Entscheidungsfindungstheorie die Aussage man braucht einen Advocatus Diaboli, einen der alle Negativitäten aufzählt und sucht.

Wenn du jetzt jemand hast, der von vorne herein skeptisch ist, um so besser. Er wird dir alle Mängel des Plans aufzeigen. Und dann kannst du vielleicht darauf eingehen. Natürlich wenn nachher die Entscheidung getroffen worden ist und du begegnest immer noch der Skepsis, dann kannst du sagen: "Danke für deine wohl gemeinten Ratschläge, aber wir haben uns entschieden, ja, toll, dass du meinst man müsste es anders machen, aber wir haben uns entschieden."

Manchmal hilft es auch den anderen um Hilfe zu bitten. Du kannst sagen: "Ja – ich verstehe, dass du skeptisch bist, aber sag mir mal, wir haben uns ja entschieden, wie könnte man das zum Erfolg führen?" Wenn man andere einbezieht, andere um Rat bittet, andere um Hilfe bittet, dann werden sie selbst sich bemühen das Projekt zum Erfolg zu bringen.

Wenn jemand ausgeschlossen wird, dann wird er schauen wie er es zum Mißerfolg bringen kann. Aber wenn du einen Menschen mit einbeziehst, selbst wenn er Skeptiker ist, wird er selbst dazu beitragen und sich nachher freuen wenn es trotz seiner Skepsis gut geht.

Ähnliche Eigenschaften wie Skepsis - Synonyme

Ähnliche Eigenschaften wie Skepsis, also Synonyme zu Skepsis sind z.B. Zweifel, Bedenken, Misstrauen, Vorbehalt, Zurückhaltung, Vorsicht.

Ausgleichende Eigenschaften

Jede Eigenschaft, jede Tugend, die übertrieben wird, wird zu einer Untugend, zu einem Laster, einer nicht hilfreichen Eigenschaft. Skepsis übertrieben kann ausarten z.B. in Pessimismus, Hoffnungslosigkeit, Schwarzmalerei, Niedergeschlagenheit, Resignation. Daher braucht Skepsis als Gegenpol die Kultivierung von Vertrauen, Urvertrauen, Zutrauen, Sicherheit, Zuversicht

Gegenteil von Skepsis - Antonyme

Zu jeder Eigenschaft gibt es ein Gegenteil. Hier Möglichkeiten für Gegenteil von Skepsis, Antonyme zu Skepsis :

Skepsis Antonyme auf einen Blick

Antonyme Skepsis sind z.B. Vertrauen, Urvertrauen, Zutrauen, Sicherheit, Zuversicht, Oberflächlichkeit, ohne Selbstreflexion, Oberflächlichkeit, Gleichgültigkeit.

Skepsis im Kontext von Tugendengruppen, Persönlichkeitsfaktoren und Temperamenten

Siehe auch

Eigenschaften im Alphabet vor Skepsis

Eigenschaften im Alphabet nach Skepsis

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