Solidarität

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Solidarität ist das Zusammenhalten, ein Zusammengehörigkeitsgefühl, das zu Hilfsbereitschaft und Einsatz füreinander verpflichtet. Solidarität ist also zunächst ein inneres Gefühl, ein Gefühl das man mit einer Gruppe von Menschen hat.

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Dann ist Solidarität aber auch etwas, das einen zum Handeln verpflichtet. Man kann sich aber auch mit bestimmten Menschen solidarisch erklären, mit denen man vorher nichts zu tun hat. Wenn man z.B. das Anliegen einer Gruppe von Menschen für berechtigt hält, kann man eine Solidaritätserklärung abgeben. Und man kann aus Solidarität mit Verfolgten in Hungerstreik treten.

Solidarität - eine Tugend. Was bedeutet Solidarität? Woher stammt dieser Begriff? Wozu ist Solidarität ein guter Begriff? Was sind Synonyme, was Gegenteile von Solidarität?

Solidarität als hilfreiche Tugend

Aus einem Vortrag von Sukadev Bretz

Solidarität heißt, sich als Eins zu zeigen mit jemand anders. Solidarität heißt, mit jemand anderes verbunden zu sein. Solidarisch erklären mit jemand anders heißt, dass man Freude und Leid des anderen selbst teilt und dass man die Anliegen des anderen auch teilt.

Solidarität ist etwas Wichtiges, gerade auch in einer demokratischen Gesellschaft, in einer menschlichen Gesellschaft. Eigentlich ist Solidarität etwas ausgesprochen Menschliches. Menschen haben das Bedürfnis, sich mit anderen eins zu fühlen.

Einfühlungsvermögen ist geradezu eines der wichtigsten Charakteristika des Menschen. Der Mensch ist, wie Aristoteles sagt, zoon politikon echon, ein vernunftbegabtes, geselliges Wesen. Der Mensch ist schwächer als andere, also er ist nicht so schnell wie Pferde, er ist nicht so stark wie Elefanten, er kann nicht so gut klettern wie Affen, er kann nicht so gut hören und riechen wie Hunde, er kann nicht so gut sehen wie Adler usw.

Aber der Mensch kann sich sehr gut in andere einfühlen, er kann sich sehr gut mit anderen verbinden. So ist die Fähigkeit zur Solidarität eine wichtige Eigenschaft des Menschen. Und gerade indem man sich mit anderen solidarisch erklärt, entsteht auch ein Gefühl der Liebe.

Liebe führt zu Solidarität, Solidarität führt zu Liebe. Der Mensch hat geradezu das Bedürfnis, sich mit anderen solidarisch zu fühlen. Letztlich, brutal wird der Mensch aus mehreren Gründen. Ein Grund ist gekränkte Liebe. Gekränkte Liebe kann in Hass umschlagen. Das zweite ist Entmenschlichung von jemand anders, wenn man eben sagt: "Das bin ich, das sind die anderen."

Und wenn die anderen eben die anderen sind, dann vergeht die Solidarität, dann gibt es auch keine Liebe mehr. Daher, gilt es, mit immer mehr Menschen Solidarität zu empfinden. Es gilt auch, mit Tieren Solidarität zu empfinden. Es gilt, mit der ganzen Natur Solidarität zu empfinden.

Wenn dieses Einssein mit allen da ist, dann entsteht wahrer, universeller, allumfassender Frieden. Wenn du die Angelegenheit von allen Menschen auch zu deinen eigenen Angelegenheiten machst, im Sinne von, wir sind alle miteinander verbunden, wir wollen alle eine gerechte, gute, liebevolle, friedfertige Welt haben, dann ist die Sehnsucht deiner Seele erfüllt.

Vielleicht nicht ganz erfüllt, aber dann kannst du nach der Sehnsucht deiner Seele handeln. Der Mensch will keine Trennung, der Mensch will Verbindung, der Mensch will keine Feindschaft, der Mensch will Liebe, der Mensch will keinen aus gekränkter Liebe entstandenen Hass, der Mensch will Mitgefühl und Solidarität.

In diesem Sinne überlege, wo machst du Grenzen, wo sagst du: "Um die Menschen kümmere ich mich, um die anderen nicht." Wo sagst du: "Für das Wohl einer gewissen Gruppe von Menschen will ich tätig sein, für andere nicht." Dort begrenzt du deine Solidarität, da begrenzt du deine Liebe.

Wie kannst du deine Liebe ausweiten? Wie kannst du deine Solidarität ausweiten? Wie kannst du dich mit allen Menschen oder immer mehr Menschen, allen Geschöpfen eins fühlen? Das sind Fragen, die du dir immer wieder stellen musst. Swami Vishnudevananda hat gerne gesagt: "Gemeinsam leben wir, getrennt gehen wir unter."

Das gilt in einem Zeitalter der Globalisierung und globalisierten Umwelt, Umweltherausforderungen und im Zeitalter von Massenzerstörungswaffen umso mehr als früher. Also, das ist Solidarität. Überlege, wie viel Solidarität zeigst du, wie viel Solidarität könntest du noch entwickeln? Wie viel Trennungen hast du, wie viel könntest du überwinden?"

Solidarität - Antonyme und Synonyme

Persönlichkeitsmerkmale und Tugenden versteht man am besten in ihrer Beziehung zueinander. Hier einige Hinweise, wie man Solidarität in Beziehung zu anderen Fähigkeiten und Verhaltensweisen sowie in Bezug auf Laster sehen kann:

Ähnliche Eigenschaften wie Solidarität - Synonyme

Ähnliche Eigenschaften wie Solidarität, also Synonyme zu Solidarität sind z.B. Gemeinschaftsgeist, Verbundenheit, Zusammenhalt, Kameradschaftsgeist.

Ausgleichende Eigenschaften

Jede Eigenschaft, jede Tugend, die übertrieben wird, wird zu einer Untugend, zu einem Laster, einer nicht hilfreichen Eigenschaft. Solidarität übertrieben kann ausarten z.B. in Ausschreitung, Aufruhr, Auswuchs, Unruhe, Gewalttätigkeit. Daher braucht Solidarität als Gegenpol die Kultivierung von Individualität, Kreativität, Selbstbestimmung, [[]].

Gegenteil von Solidarität - Antonyme

Zu jeder Eigenschaft gibt es ein Gegenteil. Hier Möglichkeiten für Gegenteil von Solidarität, Antonyme zu Solidarität :

Solidarität Antonyme auf einen Blick

Antonyme Solidarität sind, kurz zusammengefasst, Individualität, Kreativität, Selbstbestimmung, unsolidarisch, unkameradschaftlich, unkooperativ, ungetreu.

Solidarität in Bezug auf Tugendengruppen, Persönlichkeitsfaktoren und Temperamenten

Bewusste Entwicklung von Solidarität

Solidarität ist ein Persönlichkeitsmerkmal, das man in sich stärker werden lassen kann. Vielleicht willst du ja Solidarität stärker werden lassen in dir. Hierzu einige Tipps:

  • Nimm dir vor, eine Woche lang diese Eigenschaft der Solidarität zu kultivieren.
  • Fasse den Entschluss: "Während der nächsten Woche will ich die Eigenschaft, Solidarität stärken, stärker zum Ausdruck bringen. Ich freue mich darauf, in einer Woche ein solidarischerer Mensch zu sein."
  • Tu wirklich jeden Tag etwas, was Solidarität ausdrückt. Mache jeden Tag etwas, was du sonst nicht tun würdest, was aber diese Tugend, diese Eigenschaft zum Ausdruck bringt.
  • Wenn du morgens aufwachst, dann sage eine Affirmation, z.B.: "Ich entwickle Solidarität."
  • Am Tag wiederhole immer wieder eine Autosuggestion, Affirmation wie z.B.: "Ich bin solidarisch."

Affirmationen zum Thema Solidarität

Hier einige Affirmationen für mehr Solidarität. Unter dem Stichwort "Affirmation" und "Wunderaffirmationen" erfährst du mehr zu Funktion und Wirkungsweise von Affirmationen. Nicht alle unten aufgeführten Affirmationen passen - nutze diejenigen, die für dich stimmig erscheinen.

Klassische Autosuggestion für Solidarität

Hier die klassische Autosuggestion:

  • Ich bin solidarisch.

Im Yoga verbindet man das gerne mit einem Mantra. Denn ein Mantra lässt die Affirmation stärker werden:

  • Ich bin solidarisch. Om Om Om.
  • Ich bin ein Solidarischer, eine Solidarische OM.

Entwicklungsbezogene Affirmation für Solidarität

Manche Menschen fühlen sich als Scheinheiliger oder als Heuchler, wenn sie sagen "Ich bin solidarisch " - und sie sind es gar nicht. Dann hilft eine entwicklungsbezogene Affirmation:

  • Ich entwickle Solidarität.
  • Ich werde solidarisch.
  • Jeden Tag werde ich solidarischer.
  • Durch die Gnade Gottes entwickle ich jeden Tag mehr Solidarität.

Dankesaffirmation für Solidarität

  • Ich danke dafür, dass ich jeden Tag solidarischer werde.

Wunderaffirmationen Solidarität

Du kannst es auch mit folgenden Affirmationen probieren:

  • Bis jetzt bin ich noch nicht sehr solidarisch. Und das ist auch ganz verständlich, ich habe gute Gründe dafür. Aber schon bald werde ich Solidarität entwickeln. Jeden Tag wird diese Tugend in mir stärker werden.
  • Ich freue mich darauf, bald sehr solidarisch zu sein.
  • Ich bin jemand, der solidarisch ist.

Gebet für Solidarität

Auch ein Gebet ist ein machtvolles Mittel, um eine Tugend zu kultivieren. Hier ein paar Möglichkeiten für Gebete für mehr Solidarität:

  • Lieber Gott, bitte gib mir mehr Solidarität.
  • Oh Gott, ich verehre dich. Ich bitte dich darum, dass ich ein solidarischer Mensch werde.
  • Liebe Göttliche Mutter, ich danke dir. Ich danke dir dafür, dass ich jeden Tag die Tugend Solidarität mehr und mehr zum Ausdruck bringe.

Frage dich: Was müsste ich tun, um Solidarität zu entwickeln?

Du kannst dich auch fragen:

  • Was müsste ich tun, um Solidarität zu entwickeln?
  • Wie könnte ich solidarisch werden?
  • Lieber Gott, bitte zeige mir den Weg zu mehr Solidarität.
  • Angenommen, ich will solidarisch sein, wie würde ich das tun?
  • Angenommen, ich wäre solidarisch, wie würde sich das bemerkbar machen?
  • Angenommen, ein Wunder würde geschehen, und ich hätte morgen Solidarität kultiviert, was hätte sich geändert? Wie würde ich fühlen? Wie würde ich denken? Wie würde ich handeln? Als solidarischer Mensch, wie würde ich reagieren, mit anderen kommunizieren?

Vortragsmitschnitt zu Solidarität - Audio zum Anhören

Hier kannst du einen Vortrag von Sukadev Bretz, Gründer von Yoga Vidya, anhören. Dieser Vortrag ist die Audio Version eines Videos zu Solidarität, Teil des Yoga Vidya Multimedia Lexikons der Tugenden. Dieses Audio wird später eingefügt. Wir bitten um Verständnis

Siehe auch

Eigenschaften im Alphabet vor Solidarität

Eigenschaften im Alphabet nach Solidarität

Literatur

Weblinks

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