Ehe

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Ehe Ehe ist die ritualisierte Verbindung von zwei Menschen, die über eine längere Zeit zusammen bleiben wollen.

Byzantinischer Ehering, 700 n.Chr.

Nicht-ritueller Segen

Der Mensch kommt in Paaren. Die meisten Menschen sind heterosexuell, Mann liebt Frau, Frau liebt Mann. Dies scheint sich in allen Kulturen eingebürgert zu haben. Heute gibt es viele nicht-religiöse Menschen. Diese machen dann nur eine standesamtliche Hochzeit und somit haben sie den Bund der Ehe vollzogen. Die meisten Menschen wollen, dass die Ehe einen rituellen Segen hat.

Ritueller Segen

Es gibt die einzelnen Religionen, die in der Ehe etwas Heiliges sehen und einen besonderen Segen geben. Bei Yoga Vidya gibt es die Möglichkeit einen Ehesegen, einen Hochzeitssegen zu bekommen oder eine spirituelle Hochzeit zu zelebrieren.

Ehe um gemeinsam zu wachsen

Menschen können heutzutage auch ohne Ehe zusammenleben und Menschen können sexuelle Beziehungen haben ohne zusammen zu leben. Es ist etwas menschliches zu wachsen. Zwei Menschen wachsen zusammen über einen längeren Zeitraum. Eine Ehe ist eine Möglichkeit gemeinsam zu wachsen. Dies bedeutet, dass sich zwei Menschen lieben, sie zusammenpassen, sie sich das "Ja Wort" geben und um Segen dafür bitten. Sie sagen, dass sie für einander da sein wollen und ich will, dass du für mich da bist und wir wollen gemeinsam wachsen.

Spirituelle Ehe

Ich bin spiritueller Lehrer und habe besonders Erfahrung in Beratung von Menschen, die spirituell sind. Eine Ehe beginnt am Anfang mit einem Verliebtheitsgefühl. Dies bedeutet, dass sich Prana austauscht. Es gibt eine starke Energieverbindung. Oft kommen mystische Erfahrungen, gerade wenn spirituelle Menschen in einander verliebt sind. Viele Menschen, die verliebt und spirituell sind, sagen sie in dieser Verliebtheit besonders stark Gott fühlen. Wenn das Herz so offen ist, dass es fast zerspringt vor Freude, ist dort das Göttliche erfahrbar.

Von der Verliebtheit zur tiefen Liebe

Die Erfahrung der Verliebtheit dauert für gewöhnlich aber nur ein paar Monate vielleicht bis zu drei Jahren an, dann muss daraus eine tiefere Liebe werden. In einer Ehe kann sich dann das sexuelle, das Zärtliche verbinden. Vielleicht mit Interesse am Partner und mit guter Kommunikation kann sich ausgetauscht werden. Eine Ehe ist auch eine Möglichkeit aneinander zu reiben, zu lernen auf einander zuzugehen und sich selbst auszudrücken.

Ehe - erläutert vom Yoga Standpunkt aus

Gegenseitige Unterstützung

In einer spirituellen Ehe sollte es auch um die Unterstützung des anderen auf seinem spirituellen Weg gehen. Es ist gut, wenn die Partner sich gegenseitig ermutigen Dinge zu tun, die sie bisher nicht tun konnten. Sie zu ermutigen ihrem Herzen zu folgen und ruhig auch Risikobereitschaft zeigen. Es ist gut, in der Ehe Bestätigung zu bekommen und Kraft zu erhalten seiner besonderen Mission zu folgen. Eine Ehe kann auch den Partner vor Dummheiten zu bewahren. Das ist auch manchmal der Fall. Mehrheitlich sollte der Partner oder die Partnerin ermutigt werden voran zu schreiten.

Gemeinsame spirituelle Praxis

In der Ehe sollte man sich ermutigen spirituelle Praktiken zu machen. Es gibt manchmal Ehen von spirituellen Menschen, die sich gegenseitig ermutigen weniger zu machen, es nicht so eng zu nehmen. Besser wäre es, wenn ein Ehebund von Anfang auch verbunden ist zu sagen, wir wollen uns gegenseitig ermutigen jeden Tag mindestens 20 Minuten lang zu meditieren und jeden Tag mindestens 20 Minuten lang Pranayama zu praktizieren. In unserer Ehe sollte kein Fleisch gegessen werden, keine alkoholischen Getränke zu sich genommen werden und so weiter. Oft ist es gut sich gegenseitig zu sagen, zu verpflichten wir wollen uns gegenseitig ermutigen für einen gesunden Lebensstil. In der Ehe ist es auch gut gemeinsam zu meditieren, sich gegenseitig aus heiligen Schriften vorzulesen und sich bewusst auch im Urlaub ermutigen einen spirituellen Urlaub zu verbringen. Vielleicht in einen Ashram zu gehen, den Urlaub gemeinsam zu verbringen oder im Urlaub länger zu meditieren, mehr Asanas und Pranayama zu machen. Aus einer Ehe kann etwas werden, wo du dich gut spirituell entwickeln kannst.

Muss die Ehe bis zum Tod dauern?

Empfehlung der Religionen

Tatsächlich wird in den meisten Religionen empfohlen, dass die Ehe dauerhaft ist. Im Katholizismus ist dies schon relativ radikal, bei den Protestanten hat es dort ein kleines Umdenken gegeben. Im Islam und im Judentum gab es immer auch die Möglichkeit der Ehescheidung. Im Hinduismus galt es auch eher, dass die Ehe entweder bis zu Tod oder bis zum Sannyas, bis jemand Mönch oder Nonne wurde.

Arbeiten an der Ehe

Heutzutage beobachte ich in spirituellen Kreisen, dass manche Ehen sehr lange bis zu Tod dauern und andere wiederum ein paar Jahre oder Jahrzehnte und dann eine Trennung erfolgt der beiden Ehepartner. Es gibt so viele Wege wie es Pilger gibt. Dies ist meine Meinung. Die meisten Partner wünschen sich, dass man gemeinsam alt wird und wenn das gelingt ist es gut. Ansonsten ist ein Ende mit Schrecken besser als ein Ende ohne Schrecken. Ich kann dazu nicht viel raten. Wenn mich jemand fragt, ob dieser sich trennen soll oder auch nicht, dann rate ich in den meisten Fällen dazu, erst mal eine Weile zu probieren, schauen nach anderen Möglichkeiten und das Aufsuchen einer Eheberatung. Vielleicht kann die Beziehung auf einer anderen Ebene gestellt werden und so weiter.

Verletzungen und Entfremdung

Gerade bei größeren Verletzungen, Entfremdung oder ein Partner ist fremd gegangen, dann kann es sich als schwierig erweisen. Idealerweise geht die Ehe bis zum Tod. Falls die Ehe mehr Probleme hervorruft als dem Menschen hilft auf dem spirituellen Weg sich zu entwickeln und dies über einen längeren Zeitraum erfolgt, so ist eine Trennung, ein Ende mit Schrecken besser als ein Schrecken ohne Ende.

Eines möchte ich noch zu Bedenken geben: Es gibt einige empirische Studien, die zeigen, die Mehrheit der Menschen, die verheiratet waren und sich darauf geschieden haben, sagen, dass die Scheidung ein Fehler war. Das sollte man durchaus bedenken vor dem leichtfertigen Aussetzten aufs Spiel einer Ehe.

Yoga, Ehe und Partnerschaft

Ein Beitrag von Nepal Lodh, aus: Yoga Vidya Journal 02, Frühjahr 1999

Die Ehe und das Leben in Partnerschaft haben sich traditionell entwickelt. Der medizinische und der technische Fortschritt, die Entwicklung der Stadt- und Industriekultur haben dazu beigetragen, daß sich das ehe- und partnerschaftliche Leben nicht mehr wie früher in einer Arbeits- und Wohngemeinschaft abspielt. Heute ist nur die Wohngemeinschaft geblieben, während die Arbeitsplätze getrennt sind. Nur wenige Paare üben heutzutage ihre Arbeit noch gemeinschaftlich aus. Dies beschränkt sich auf landwirtschaftliche und kleine Handwerksbetriebe. Für alle übrigen Ehe- und Partnergemeinschaften gilt, daß sie eine Wohn- und Freizeitgemeinschaft bilden.

Da in einem Sozialstaat der Grundbedarf gesichert ist und von daher niemand mehr in völliger Armut leben muß, könnten heutige Ehe- und Partnergemeinschaften eigentlich ein ideales Leben führen. Oft verdienen beide, so daß ein überdurchschnittliches Familieneinkommen zu Verfügung steht. Die finanziellen Rahmenbedingungen für eine Ehe oder Partnerschaft sind also mehr als erfüllt.

Statistische Daten zeigen aber, daß jede dritte Ehe heute geschieden wird, und die Zahl derer, die nur eine Art Notgemeinschaft bilden, dürfte nicht gerade gering sein. Ein Leben in Überfluß hat die Partner nicht dazu bringen können, eine zumindest erträgliche Lebensgemeinschaft aufrechtzuerhalten, und sei es nur der Kinder wegen. Häufig hört man, wenn eine Ehe oder Partnerschaft gescheitert ist, die eigentlich Leidtragenden seien die Kinder.

Man fragt sich, wie es kommt, daß Berufsbildung, Allgemeinbildung, kulturelle und ethische Bildung nicht vermochten, eine Ehe- oder Partnergemeinschaft ausreichend zu qualifizieren. Trotz alle Bildung wechseln viele Menschen die Partner wie Objekte. Sie scheinen den menschlichen Körper als Verzehrobjekt zu betrachten. Die Yogaphilosophen würden sagen, hier mangele es an Herzensbildung und einem Gefühl für das Miteinander, an Respekt und Achtung vor dem Partner bzw. der Partnerin.

Gemeinsame Yogapraxis

Der Yoga kann einen Beitrag dazu leisten, daß die Partner zu einer natürlichen Lebensweise zurückfinden und ihre Bindung wieder so festigen, daß äußere Einflüsse sie nicht erschüttern können. Durch die Yogapraxis kann der Übende empfindsamer werden, negative Gefühle in Bezug auf die Partnerschaft ab- und gemeinschaftsfördernde Gedanken aufbauen. In der Yogatheorie heißt es, die Partner sollen sich öffnen, das heißt die Gedanken des anderen Partners zunächst einmal ohne Zensur aufnehmen. Zum Wohle der Partnerschaft sollte dann jeder versuchen, die aufgenommenen Gedanken so zu bewerten, daß er weder durch Gedankenimpulse noch durch sein Verhalten den anderen oder sich selbst verletzt. Der Yoga sagt: “Kritik ja, aber den Partner nicht so kritisieren, daß nichts als Kritik übrigbleibt und alle partnerschaftlichen Gefühle getötet werden.” Es darf nicht soweit kommen, daß der einzige Kommunikationsstoff Kritik und nochmals Kritik ist, hin und wieder abgemildert durch den Satz “Ich meine es doch nur gut”.

Die Yogaphilosophen sind der Meinung, die Partner sollen, statt einander zu kritisieren, sich mehr dem Füreinander und Miteinander hinwenden. Yogaübungen können dabei helfen. Es muß nicht der Kopfstand sein, sondern ganz einfache Übungen, die jeder leicht ausführen kann, sind hilfreich:

Nachdem man morgens gemeinsam wachgeworden ist, sich im Bett die Hand reichen und festhalten. Vier Atemzüge tun. Dann den rechten Handteller auf das Herz legen und “Nama Narayana” rezitieren. Dabei denken: “Ich wecke jetzt die in mir ruhende positive Energie. Meine positive Energie wird jetzt geweckt.”

Nun aufstehen. Die Übung muß nicht lange dauern. Eine Minute genügt.

Wenn morgens keine Zeit ist, kann man ein- oder zweimal die Woche gemeinsam üben. Es sind leichte Übungen, wie zum Beispiel “Savana” zur Entspannung. Dabei sollten sich die Ehe-Partner nebeneinanderlegen und während der Übung nicht sprechen.

In der Rückenlage nun eine Minute lang gleichmäßig ein- und ausatmen.

In der nächsten Stufe sollen die Partner das, was sie denken – sowohl über sich selbst als auch über den anderen – “laut denken”; nacheinander zwei Minuten lang. Jetzt einatmen, den Atem kurz anhalten und wieder ausatmen. Nun soll versucht werden, die Gedanken auszuschalten. Die fünf Sinne bewußt abschalten: “Ich schmecke nicht. Ich visualisiere nicht. Ich fühle nicht. Ich höre nicht. Ich rieche nicht.” Vier Minuten so liegen bleiben.

Anschließend sollen beide Partner die Übung “der Baum” üben und dabei denken: “Ich bin selbstlos und mit der Erde verwurzelt.”

Es folgt die Übung “Gruß an die Sonne”. Diese Übung nacheinander viermal ausführen. Ein Partner übt, der andere schaut zu und korrigiert, wo nötig. Die Übung “Sonnengruß” kann man von Woche zu Woche steigern bis zu zehnmal nacheinander.

Danach sollen die Partner nebeneinander sitzen im Diamant- oder Lotossitz oder einer anderen angenehmen Sitzhaltung. Dabei “so” und “ham” summen und denken: “Das bin ich”. Beim Ausatmen “so” summen, dann einatmen und beim erneuten Ausatmen “ham” summen. Zwei Minuten lang. Zum Schluß still sitzen und danach die Übung beenden. Sind Kinder da, können sie mitüben. Das trägt zur Entwicklung eines friedlichen Familienlebens bei.

Für ein harmonisch verlaufendes partnerschaftliches Leben in der Ehe hat der Yoga den Begriff “Prema” geprägt. Sind die Partner miteinander in Prem verbunden, kann von der Familie, als dem kleinsten Glied der Gesellschaft, das Gefühl eines friedlichen Miteinanders auf die Nachbarschaft ausstrahlen, von der Nachbarschaft zur Siedlung, von der Siedlung zur Gemeinde, von der Gemeinde zum Bundesland und vom Bundesland auf die Nation und schließlich auf die ganze Welt.

Der Yoga kann auch dabei helfen, negative Energie im Körper und in der Umgebung in positive umzuwandeln, gewaltfrei zu denken, zu handeln und mit dem Partner und der Nachbarschaft gewaltfrei zu kommunizieren und das Gesellschaftsbild zu gestalten.

Yogaübungen innerhalb einer Ehe bzw. der Partnerschaft können einen geistigen Reichtum vermitteln und dadurch materiellen Reichtum als sekundär erscheinen lassen. Es gibt einen großen Reichtum an yogaphilosophischem Stoff über den sich kommunizieren läßt, so daß keine Langeweile im Zusammenleben aufkommen sollte. Jeder Partner wird sich dabei selbst immer mehr erforschen und dem anderen seine Ergebnisse mitteilen. Die Partner werden sich über die beiderseitige Entwicklung freuen, und das wiederum stärkt das Gemeinschaftsgefühl auch mit den Kindern.

Video Ehe

Kurzes Vortragsvideo mit dem Thema Ehe :

Sprecher/Autor: Sukadev Bretz, Gründer von Yoga Vidya, Ausbildungsleiter zu Yoga und Meditation.

Ehe Audio Vortrag

Hier die Audiospur des oberen Videos zu Ehe :

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Siehe auch

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