Arati bei Yoga Vidya
Arati bei Yoga Vidya ist die gemeinsame Verehrung des göttlichen Lichtes. Eine Flamme wird vor dem Altar geschwenkt und anschließend als Segen mit den Anwesenden geteilt. Das Arati kann einen Satsang, eine Puja oder einen Homa abschließen und auch als selbstständige kurze Andacht stattfinden. Die hier beschriebene Form gehört zur Sivananda Tradition und eignet sich für Ashram, Center und Hausaltar.
Vorbereitung
Eine standsichere Lampe mit geeignetem Brennstoff, Streichhölzer oder Feuerzeug und eine kleine Prasad-Gabe bereitstellen. Der Bereich vor dem Altar soll genügend Bewegungsraum bieten. Bei mehreren Mitwirkenden hält eine Person die Lampe und eine weitere gegebenenfalls Glocke oder Muschelhorn. Kleidung und Haare von der Flamme fernhalten. Als selbstständige Andacht braucht diese Grundform kein vorgeschaltetes Achamana oder Tilaka.
Vollständige Lichtverehrung
1. Sammlung
Vor dem Altar verneigen und den Sinn der Feier kurz vergegenwärtigen: Das sichtbare Licht erinnert an das innere Licht des Atman. Bei selbstständiger Durchführung dreimal Om singen.
oṃ oṃ oṃ
Übersetzung: Om, der heilige Urklang; dreimal zur Sammlung gesungen.
2. Prasad, Licht und Gesang
Ein oder mehrere Stücke Prasad auf einem eigenen Teller am Altar darbringen. Die Lichtzeremonie ankündigen; die Anwesenden stehen auf, soweit es ihnen möglich ist. Die Lampe entzünden und während des folgenden Gesangs langsam im Uhrzeigersinn vor den Darstellungen am Altar schwenken. Eine Assistenz kann die Glocke läuten.
jaya jaya āratī vighna-vināyaka
vighna-vināyaka śrī-gaṇeśa // 1 //
Übersetzung: Ehre sei der Lichtverehrung des Beseitigers der Hindernisse, Shri Ganeshas.
jaya jaya āratī subrahmaṇya
subrahmaṇya kārttikeya // 2 //
Übersetzung: Ehre sei der Lichtverehrung Subrahmanyas, Karttikeyas.
jaya jaya āratī veṇu-gopāla
veṇu-gopāla veṇu-lola
pāpa-vidūra navanīta-cora // 3 //
Übersetzung: Ehre sei der Lichtverehrung des flötenspielenden Gopala, des Liebhabers der Flöte, der Verfehlungen fernhält und als Kind Butter stiehlt.
jaya jaya āratī veṅkaṭa-ramaṇa
veṅkaṭa-ramaṇa saṅkaṭa-haraṇa
sītā-rāma rādhe-śyāma // 4 //
Übersetzung: Ehre sei der Lichtverehrung Venkataramanas, der Bedrängnis auflöst, Sita-Ramas und Radha-Shyamas.
jaya jaya āratī gaurī-mano-hara
gaurī-mano-hara bhavānī-śaṅkara
sāmba-sadāśiva umā-maheśvara // 5 //
Übersetzung: Ehre sei der Lichtverehrung dessen, der Gauris Herz erfreut: Bhavani-Shankara, Samba-Sadashiva und Uma-Maheshvara.
jaya jaya āratī rāja-rājeśvarī
rāja-rājeśvarī tri-pura-sundarī
mahā-lakṣmī mahā-sarasvatī
mahā-kālī mahā-śakti // 6 //
Übersetzung: Ehre sei der Lichtverehrung der höchsten Herrin Rajarajeshvari, Tripurasundari, Mahalakshmi, Mahasaraswati, Mahakali und Mahashakti.
jaya jaya āratī āñjaneya
āñjaneya hanumanta //
Übersetzung: Ehre sei der Lichtverehrung Anjaneyas, Hanumans, des Sohnes Anjanas.
jaya jaya āratī dattātreya
dattātreya tri-mūrty-avatāra // 8 //
Übersetzung: Ehre sei der Lichtverehrung Dattatreyas, der Verkörperung der drei göttlichen Gestalten.
jaya jaya āratī ādityāya
ādityāya bhāskarāya // 9 //
Übersetzung: Ehre sei der Lichtverehrung Adityas, des Sonnen- und Lichtspenders.
jaya jaya āratī śanīśvarāya
śanīśvarāya bhāskarāya // 10 //
Übersetzung: Ehre sei der Lichtverehrung Shanishvaras; auch die Anrufung Bhaskara, „Lichtspender“, steht hier in der überlieferten Yoga-Vidya-Fassung.
jaya jaya āratī śaṅkarācārya
śaṅkarācārya advaita-gurave // 10a //
Übersetzung: Ehre sei der Lichtverehrung Shankaracharyas, des Lehrers der Nichtzweiheit.
jaya jaya āratī sad-guru-nātha
sad-guru-nātha śivānanda // 11 //
Übersetzung: Ehre sei der Lichtverehrung Sivanandas, des Herrn als wahrer Guru.
jaya jaya āratī jesus-gurave moses-gurave buddha-gurave // 11a //
jaya jaya āratī muhammad-gurave lao tse-gurave // 11b //
samasta-gurubhyo namaḥ // 11c //
Übersetzung: Ehre sei der Lichtverehrung der Lehrer Jesus, Moses, Buddha, Muhammad und Lao Tse. Verehrung allen Lehrern.
jaya jaya āratī veṇu-gopāla // 12 //
Übersetzung: Ehre sei der Lichtverehrung des flötenspielenden Gopala.
Das Licht zunächst gegebenenfalls anwesenden Swamis, dann der Satsangleitung und anschließend der Gruppe reichen. Die Teilnehmenden führen mit Abstand die Hände über die Flamme und streichen deren Wärme symbolisch über Kopf oder Gesicht. In einer großen Gruppe kann das Licht allen gemeinsam zugewendet werden. Die Lampe danach standsicher abstellen.
3. Widmung
tvam eva mātā ca pitā tvam eva /
tvam eva bandhuś ca sakhā tvam eva /
tvam eva vidyā draviṇaṃ tvam eva /
tvam eva sarvaṃ mama deva-deva //
Übersetzung: Du allein bist Mutter und Vater; du bist Verwandter und Freund. Du bist Wissen und Reichtum; du bist mein Alles, o Gott der Götter.
kāyena vācā manasendriyair vā buddhyātmanā vā prakṛteḥ svabhāvāt /
karomi yad yat sakalaṃ parasmai nārāyaṇāyeti samarpayāmi //
Übersetzung: Was immer ich mit Körper, Sprache, Geist und Sinnen, mit Vernunft und innerem Wesen oder aus meiner natürlichen Veranlagung heraus tue: All dies bringe ich dem höchsten Narayana dar.
sarva-dharmān parityajya mām ekaṃ śaraṇaṃ vraja /
ahaṃ tvā sarva-pāpebhyo mokṣayiṣyāmi mā śucaḥ //
Übersetzung: Lass alle Pflichten los und nimm allein bei mir Zuflucht. Ich werde dich von allen Verfehlungen befreien; sorge dich nicht. Diese Worte Krishnas stammen aus der Bhagavad Gita, Vers 18.66.
Vor dem Altar verneigen. Einige Atemzüge still werden und anschließend das Prasad teilen. Die Lampe beaufsichtigen, bis sie vollständig erloschen ist.
Alternative mit gesprochenen Rezitationen
Für Puja und Homa führt das Handbuch auch eine andere vollständige Textfolge zum Schwenken der Lampe auf. Wenn diese Variante gewählt wird, ersetzt sie den langen Arati-Gesang; anschließend folgen dieselben drei Widmungsverse und die Prasad-Verteilung wie oben.
Die brennende Lampe vor dem Altar im Uhrzeigersinn schwenken. Alle stehen, soweit dies möglich ist. Glocke und Muschelhorn können die Arati begleiten.
oṃ rājādhirājāya prasahya-sāhine namo vayaṃ vaiśravaṇāya kurmahe /
sa me kāmān kāma-kāmāya mahyaṃ kāmeśvaro vaiśravaṇo dadātu /
kuberāya vaiśravaṇāya mahā-rājāya namaḥ //
Übersetzung: Wir erweisen Vaishravana Verehrung, dem König der Könige, dessen Kraft überwindet. Möge Vaishravana, Herr der Wünsche, mir die ersehnten Gaben gewähren. Verehrung dem großen König Kubera Vaishravana.
oṃ na tatra sūryo bhāti na candra-tārakaṃ nemā vidyuto bhānti kuto 'yam agniḥ /
tam eva bhāntam anubhāti sarvaṃ tasya bhāsā sarvam idaṃ vibhāti //
Übersetzung: Dort leuchtet weder die Sonne noch Mond und Sterne, auch diese Blitze nicht – wie dann dieses Feuer? Alles leuchtet, indem es seinem Leuchten folgt; durch sein Licht erstrahlt dies alles.
oṃ gaṅge ca yamune caiva godāvari sarasvati /
narmade sindhu kāveri namas tubhyaṃ namo namaḥ //
Übersetzung: O Ganga, Yamuna, Godavari, Saraswati, Narmada, Sindhu und Kaveri: Verehrung euch, immer wieder Verehrung.
Die Lichtkraft dreimal symbolisch dem Altar zuwenden. Anschließend das Licht den Anwesenden reichen; sie führen ihre Hände mit Abstand über die Flamme und streichen deren Wärme über Kopf oder Gesicht. Danach die Lampe sicher abstellen.
Siehe auch
Quellen
Rezitationen in Devanagari
Die folgenden Texte entsprechen den ausgeschriebenen IAST-Rezitationen der Anleitung. Wiederholungszahlen und gleichzeitige Handlungen stehen beim jeweiligen Ritualschritt. Die Schriftübertragung enthält keine zusätzlichen vedischen Tonzeichen.
Om
ॐ ॐ ॐ
Arati, Strophe 1
जय जय आरती विघ्न-विनायक
विघ्न-विनायक श्री-गणेश // १ //
Arati, Strophe 2
जय जय आरती सुब्रह्मण्य
सुब्रह्मण्य कार्त्तिकेय // २ //
Arati, Strophe 3
जय जय आरती वेणु-गोपाल
वेणु-गोपाल वेणु-लोल
पाप-विदूर नवनीत-चोर // ३ //
Arati, Strophe 4
जय जय आरती वेङ्कट-रमण
वेङ्कट-रमण सङ्कट-हरण
सीता-राम राधे-श्याम // ४ //
Arati, Strophe 5
जय जय आरती गौरी-मनो-हर
गौरी-मनो-हर भवानी-शङ्कर
साम्ब-सदाशिव उमा-महेश्वर // ५ //
Arati, Strophe 6
जय जय आरती राज-राजेश्वरी
राज-राजेश्वरी त्रि-पुर-सुन्दरी
महा-लक्ष्मी महा-सरस्वती
महा-काली महा-शक्ति // ६ //
Arati, Strophe 7
जय जय आरती आञ्जनेय
आञ्जनेय हनुमन्त //
Arati, Strophe 8
जय जय आरती दत्तात्रेय
दत्तात्रेय त्रि-मूर्त्य्-अवतार // ८ //
Arati, Strophe 9
जय जय आरती आदित्याय
आदित्याय भास्कराय // ९ //
Arati, Strophe 10
जय जय आरती शनीश्वराय
शनीश्वराय भास्कराय // १० //
Arati, Strophe 11
जय जय आरती शङ्कराचार्य
शङ्कराचार्य अद्वैत-गुरवे // १०अ //
Arati, Strophe 12
जय जय आरती सद्-गुरु-नाथ
सद्-गुरु-नाथ शिवानन्द // ११ //
Arati, Strophe 13
जय जय आरती जेसुस्-गुरवे मोसेस्-गुरवे बुद्ध-गुरवे // ११अ //
जय जय आरती मुहम्मद्-गुरवे लओ त्से-गुरवे // ११ब् //
समस्त-गुरुभ्यो नमः // ११च् //
Arati, Strophe 14
जय जय आरती वेणु-गोपाल // १२ //
Tvam Eva
त्वम् एव माता च पिता त्वम् एव /
त्वम् एव बन्धुश् च सखा त्वम् एव /
त्वम् एव विद्या द्रविणं त्वम् एव /
त्वम् एव सर्वं मम देव-देव //
Kayena Vacha
कायेन वाचा मनसेन्द्रियैर् वा बुद्ध्यात्मना वा प्रकृतेः स्वभावात् /
करोमि यद् यत् सकलं परस्मै नारायणायेति समर्पयामि //
Sarva Dharman
सर्व-धर्मान् परित्यज्य माम् एकं शरणं व्रज /
अहं त्वा सर्व-पापेभ्यो मोक्षयिष्यामि मा शुचः //
Rajadhirajaya
ॐ राजाधिराजाय प्रसह्य-साहिने नमो वयं वैश्रवणाय कुर्महे /
स मे कामान् काम-कामाय मह्यं कामेश्वरो वैश्रवणो ददातु /
कुबेराय वैश्रवणाय महा-राजाय नमः //
Na Tatra Suryo
ॐ न तत्र सूर्यो भाति न चन्द्र-तारकं नेमा विद्युतो भान्ति कुतो ऽयम् अग्निः /
तम् एव भान्तम् अनुभाति सर्वं तस्य भासा सर्वम् इदं विभाति //
Flussgebet
ॐ गङ्गे च यमुने चैव गोदावरि सरस्वति /
नर्मदे सिन्धु कावेरि नमस् तुभ्यं नमो नमः //