Pushpa – Blüten als Verehrungsgabe
Pushpa – Blüten als Verehrungsgabe (Sanskrit: पुष्प puṣpa) bedeutet Blüte. In einer Puja werden einzelne Blüten, Blütenblätter oder Kränze als Zeichen von Schönheit, Freude und Hingabe dargebracht. Die Gabe kann für sich stehen oder eine Namensanrufung begleiten.
Stellung und Auswahl
In Puja - 32 Schritte folgt die Blütengabe auf Akshata und geht der körperteilbezogenen Verehrung voraus. Blüten kommen außerdem bei Avahana, Archana und Pushpanjali vor. Dabei bleibt ihre jeweilige Handlung verschieden. Man legt frische, saubere Blüten bereit, die zur Gottheit und zur örtlichen Tradition passen. Die bekannten Zuordnungen von Tulsi zu Vishnu, Bilva zu Shiva oder Durva zu Ganesha betreffen besondere Blätter beziehungsweise Gräser und sind nicht einfach eine Liste austauschbarer Blumen. Bestehende Regeln über ungeeignete Pflanzen werden durch die allgemeine Erklärung nicht aufgehoben.
Beispiel einer Blütendarbringung
Die folgende Strophe ist in der Varalakshmi-Puja belegt:
Beispiel einer Rezitation
nānā-vidhāni puṣpāṇi nānā-varṇa-yutāni ca |
puṣpāṇi te prayacchāmi bhaktyā devi varaprade ||
नाना-विधानि पुष्पाणि नाना-वर्ण-युतानि च ।
पुष्पाणि ते प्रयच्छामि भक्त्या देवि वरप्रदे ॥
Bedeutung: Blüten vieler Arten und vieler Farben bringe ich dir in Hingabe dar, o Göttin, die du Segen gewährst.
Die ausführende Person hält eine Blüte mit ruhiger Aufmerksamkeit und legt sie bei der Darbringung vor die Göttin. Bei einer Namensverehrung wird jeweils eine kleine Gabe zum betreffenden Namen abgelegt. Die Gemeinschaft kann in geordneter Reihenfolge teilnehmen; es besteht kein Anlass, alle Blüten zugleich über das Bild zu schütten.
Bhava und Abgrenzung
Eine Blüte ist vergänglich. Gerade darin kann sie daran erinnern, den gegenwärtigen Augenblick und die eigenen guten Eigenschaften darzubringen. Eine freie Betrachtung lautet: „Möge mein Herz sich in Freundlichkeit öffnen.“ Pushpanjali ist die Gabe aus den zusammengelegten Händen. Mantrapushpa kann zusätzlich eine bestimmte Rezitation bezeichnen. Eine Blumengirlande gehört auch zum Alankara. Die Begriffe hängen zusammen, bezeichnen aber nicht immer denselben Zeitpunkt. Verwelkte Blüten werden nach den Regeln des Altars abgenommen. Unbehandelte Pflanzenreste können kompostiert werden; Schmuckdraht, Kunststoff und Verpackung werden vorher entfernt.
Ritualbeispiele und Quellen
- Weiterführende Ritualartikel und verwandte Fassungen: Varalakshmi Vrata mit vollständiger Puja · Große Krishna Puja · Große Durga Puja · Pushpa – Blütendarbringung bei Yoga Vidya
- Drik Panchang: Varalakshmi Puja Vidhi; dort eine besondere, anders gezählte 32-teilige Varalakshmi-Puja: Varalakshmi Puja Vidhi, Schritt 14, Pushpa-Samarpanam.
- Pandit Sri Ram Sivan: Puja Sangraha, Ausgabe 18. Januar 2025: Puja Sangraha, Pushpa- und Patra-Gaben in den Gottheitspujas.
Weitere Ritualbestandteile
Puja - 32 Schritte · Bestandteile von Homa, Yajna und Havan · Bestandteile der Yoga Vidya Rituale
Die 32 Puja-Schritte
Dhyana – die Gottheit im Ritual vergegenwärtigen · Avahana – Einladung der göttlichen Gegenwart · Asana – der Gottheit einen Sitz anbieten · Padya – Wasser für die Füße der Gottheit · Arghya – ehrerbietige Wassergabe · Achamaniya – Schluckwasser für die Gottheit · Madhuparka – süße Ehrenspeise für den göttlichen Gast · Panchamrita Snana – Bad mit fünf Nektaren · Snana – das rituelle Bad der Gottheit · Plota – das Bildnis nach dem Bad trocknen · Vastra – Gewänder als Darbringung · Yajnopavita – heilige Schnur als Puja-Gabe · Abharana – Schmuck der Gottheit darbringen · Gandha – Duft und Sandelholz als Verehrungsgabe · Saubhagya Dravya – glückverheißende Gaben für die Göttin · Akshata – ungebrochener Reis als Ritualgabe · Anga Puja – die Glieder der Gottheit verehren · Ashtottarashata Namavali – Verehrung mit 108 Namen · Dhupa – Räucherwerk als Darbringung · Dipa – die Lichtgabe der Puja · Naivedya – Speisen der Gottheit darbringen · Paniya – Trinkwasser zur Speisedarbringung · Tambula – Betelgabe als Abschluss der Bewirtung · Dakshina – Ehrengabe und Dank an die Ritualtragenden · Karpura Nirajana – feierliche Kampferlichtgabe · Mantrapushpa – Blütengabe und vedischer Schlussgesang · Pradakshina – ehrerbietige Umrundung · Namaskara – ehrerbietiger Gruß und Verneigung · Stotra – Lobgesang innerhalb des Rituals · Kshamapana – um Vergebung und Vollendung bitten · Samarpana – die Früchte des Rituals hingeben
Weitere Begriffe und Feuerbestandteile
Abhisheka – rituelles Übergießen und Weihen · Angavastra – Ober- und Schultertuch als Gabe · Kanthasutra – Halsschmuck der Göttin · Pranama – sich in Hingabe verneigen · Prarthana – Gebet und persönliche Bitte im Ritual · Visarjana – Verabschiedung der angerufenen Gegenwart · Arati – gemeinschaftliche Lichtverehrung · Achamana – rituelles Wasserschlucken der ausführenden Person · Alankara – das göttliche Bild schmücken · Pushpanjali – die gemeinsame Blütengabe · Upachara – Formen liebevoller Darbringung · Sankalpa – traditioneller Ritualvorsatz mit Zeit, Ort und Anliegen · Purnahuti – die volle Schlussgabe einer Yajna · Agnimukha – Vorbereitung und Eröffnung des Feueropfers · Sthandila und Rekha – Feuerplatz und rituelle Linien · Agni Sthapana – das Ritualfeuer einsetzen · Paristarana – Darbha um das Feuer auslegen · Patra Sadana – die Opfergeräte bereitstellen · Pranita und Prokshani – die Wassergefäße des Homa · Ajya Samskara – Ghee für das Feueropfer bereiten · Paridhi – Begrenzungshölzer des Feueropfers · Parishechana – Wasser um das Opferfeuer geben · Samidhadhana – geeignete Hölzer ins Feuer geben · Aghara – die eröffnenden Ghee-Ströme · Ajyabhaga – Ghee-Anteile für Agni und Soma · Ahuti – Mantra und Feuerdarbringung verbinden · Vyahriti Ahuti – Gaben mit den heiligen Weltenrufen · Svishtakrit – Agni um die Vollendung des Opfers bitten · Jayadi – ergänzende Gaben für das Gelingen des Rituals · Prayashchitta – rituelle Berichtigung und Wiedergutmachung · Vasordhara – der zusammenhängende Ghee-Strom · Agnyupasthana – das Feuer abschließend verehren · Anujna und Brahma Varana – Zustimmung und Ritualverantwortung · Kalasha Sthapana – das heilige Wassergefäß aufstellen · Punyahavachana – Reinheit und Wohlergehen feierlich zusprechen · Nyasa – Mantra und göttliche Gegenwart im Körper verorten · Ghanta – die Ritualglocke erklingen lassen · Rajopachara – königliche Ehrengaben in der Puja · Puja - 32 Schritte · Bestandteile von Homa, Yajna und Havan