Asana – der Gottheit einen Sitz anbieten

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Asana – der Gottheit einen Sitz anbieten (Sanskrit: आसन āsana) ist als Puja-Bestandteil das Anbieten eines ehrenvollen Sitzes an die angerufene Gottheit. Gemeint ist hier weder eine Körperstellung des Yoga noch das Sitzkissen der ausführenden Person. Die Unterscheidung hilft, eine Ritualanweisung wie „Asana darbringen“ richtig zu verstehen.

Platz und Bedeutung

Nach Avahana erhält der göttliche Gast einen würdigen Platz. In Puja - 32 Schritte ist dies der dritte Schritt. Ein Schmuckthron kann bei einer größeren Murti tatsächlich vorhanden sein. In häuslichen Pujas wird die Sitzgabe oft durch Blüten oder Akshata ausgedrückt. Eine bereits aufgestellte Murti muss dafür nicht erneut hochgehoben werden. Die Handlung verbindet äußere Ordnung und innere Bereitschaft: Die verehrte Gestalt bekommt einen festen Mittelpunkt, um den sich die folgenden Dienste entfalten.

Ausführung und Rezitation

Vor Beginn wird eine saubere Unterlage oder ein kleines Podest bereitgestellt. Bei einer symbolischen Gabe legt man Blüten vor den Fuß des Bildes. Die Varalakshmi-Fassung von Drik Panchang nennt dafür ausdrücklich fünf Blüten; diese Zahl gilt für dieses Beispiel, nicht für jeden Sitz-Upachara.

Sitzgabe in der Varalakshmi-Puja
maheśvari mahādevi āsanaṃ te dadāmy aham |
mahaiśvarya-samāyuktaṃ brahmāṇi brahmaṇaḥ priye ||

महेश्वरि महादेवि आसनं ते ददाम्य् अहम् ।
महैश्वर्य-समायुक्तं ब्रह्माणि ब्रह्मणः प्रिये ॥

Bedeutung: Große Herrin, große Göttin, ich gebe dir einen Sitz, ausgestattet mit großer Herrlichkeit, o Brahmani, Geliebte Brahmas.

Der Vers spricht die Göttin in einer Brahmani-Gestalt an. Das gehört zur mehrgestaltigen Sprache dieser Fassung und ist keine Anweisung, eine andere Murti aufzustellen. Eine einfache Darbringungsformel kann bei der betreffenden Gottheit ergänzend das Wort āsanaṃ samarpayāmi, „ich bringe einen Sitz dar“, verwenden.

Abgrenzung und innere Wirkung

Asana Shuddhi betrifft die Reinigung oder Heiligung des eigenen Sitzplatzes. Der hier erklärte Bestandteil betrifft den Sitz der Gottheit. Beide können in derselben Puja vorkommen, stehen jedoch an verschiedenen Stellen. Wer die Blüte ablegt, kann innerlich auch einen festen Platz für die tägliche Praxis anbieten. „In meinem Leben soll Raum für das Heilige sein“ ist eine heutige Betrachtungsanregung. Nach der Sitzgabe beginnt mit Padya die ehrerbietige Bewirtung.

Ritualbeispiele und Quellen

Weitere Ritualbestandteile

Puja - 32 Schritte · Bestandteile von Homa, Yajna und Havan · Bestandteile der Yoga Vidya Rituale

Die 32 Puja-Schritte
Dhyana – die Gottheit im Ritual vergegenwärtigen · Avahana – Einladung der göttlichen Gegenwart · Padya – Wasser für die Füße der Gottheit · Arghya – ehrerbietige Wassergabe · Achamaniya – Schluckwasser für die Gottheit · Madhuparka – süße Ehrenspeise für den göttlichen Gast · Panchamrita Snana – Bad mit fünf Nektaren · Snana – das rituelle Bad der Gottheit · Plota – das Bildnis nach dem Bad trocknen · Vastra – Gewänder als Darbringung · Yajnopavita – heilige Schnur als Puja-Gabe · Abharana – Schmuck der Gottheit darbringen · Gandha – Duft und Sandelholz als Verehrungsgabe · Saubhagya Dravya – glückverheißende Gaben für die Göttin · Akshata – ungebrochener Reis als Ritualgabe · Pushpa – Blüten als Verehrungsgabe · Anga Puja – die Glieder der Gottheit verehren · Ashtottarashata Namavali – Verehrung mit 108 Namen · Dhupa – Räucherwerk als Darbringung · Dipa – die Lichtgabe der Puja · Naivedya – Speisen der Gottheit darbringen · Paniya – Trinkwasser zur Speisedarbringung · Tambula – Betelgabe als Abschluss der Bewirtung · Dakshina – Ehrengabe und Dank an die Ritualtragenden · Karpura Nirajana – feierliche Kampferlichtgabe · Mantrapushpa – Blütengabe und vedischer Schlussgesang · Pradakshina – ehrerbietige Umrundung · Namaskara – ehrerbietiger Gruß und Verneigung · Stotra – Lobgesang innerhalb des Rituals · Kshamapana – um Vergebung und Vollendung bitten · Samarpana – die Früchte des Rituals hingeben

Weitere Begriffe und Feuerbestandteile
Abhisheka – rituelles Übergießen und Weihen · Angavastra – Ober- und Schultertuch als Gabe · Kanthasutra – Halsschmuck der Göttin · Pranama – sich in Hingabe verneigen · Prarthana – Gebet und persönliche Bitte im Ritual · Visarjana – Verabschiedung der angerufenen Gegenwart · Arati – gemeinschaftliche Lichtverehrung · Achamana – rituelles Wasserschlucken der ausführenden Person · Alankara – das göttliche Bild schmücken · Pushpanjali – die gemeinsame Blütengabe · Upachara – Formen liebevoller Darbringung · Sankalpa – traditioneller Ritualvorsatz mit Zeit, Ort und Anliegen · Purnahuti – die volle Schlussgabe einer Yajna · Agnimukha – Vorbereitung und Eröffnung des Feueropfers · Sthandila und Rekha – Feuerplatz und rituelle Linien · Agni Sthapana – das Ritualfeuer einsetzen · Paristarana – Darbha um das Feuer auslegen · Patra Sadana – die Opfergeräte bereitstellen · Pranita und Prokshani – die Wassergefäße des Homa · Ajya Samskara – Ghee für das Feueropfer bereiten · Paridhi – Begrenzungshölzer des Feueropfers · Parishechana – Wasser um das Opferfeuer geben · Samidhadhana – geeignete Hölzer ins Feuer geben · Aghara – die eröffnenden Ghee-Ströme · Ajyabhaga – Ghee-Anteile für Agni und Soma · Ahuti – Mantra und Feuerdarbringung verbinden · Vyahriti Ahuti – Gaben mit den heiligen Weltenrufen · Svishtakrit – Agni um die Vollendung des Opfers bitten · Jayadi – ergänzende Gaben für das Gelingen des Rituals · Prayashchitta – rituelle Berichtigung und Wiedergutmachung · Vasordhara – der zusammenhängende Ghee-Strom · Agnyupasthana – das Feuer abschließend verehren · Anujna und Brahma Varana – Zustimmung und Ritualverantwortung · Kalasha Sthapana – das heilige Wassergefäß aufstellen · Punyahavachana – Reinheit und Wohlergehen feierlich zusprechen · Nyasa – Mantra und göttliche Gegenwart im Körper verorten · Ghanta – die Ritualglocke erklingen lassen · Rajopachara – königliche Ehrengaben in der Puja · Puja - 32 Schritte · Bestandteile von Homa, Yajna und Havan