Stil

Aus Yogawiki
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Stil ist eine bestimmte Art und Weise etwas zu tun. Es gibt Stile in der Kunst, wie Romanik, Gothik, Renaissance. Es gibt Liebesstile, also die Art und Weise wie man Liebe lebt.

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Es gibt Yoga Stile, das sind bestimmte Weisen, wie man Hatha Yoga übt. Jeder Mensch hat seinen eigenen Lebensstil. Im Umgang mit Mitarbeitern haben Führungskräfte einen Führungsstil. Man spricht aber auch davon dass jemand "Stil" hat.

Wenn man allgemein davon spricht, dass jemand "Stil" hat, ist damit meist gemeint, dass er vornehm ist, dass er auch Niederlagen einstecken kann, dass er Haltung bewahrt, Contenance wahrt, auch wenn es schwierig ist. Menschen pflegen unterschiedliche Stile der Kommunikation, der Kleidung und der Sprache.

Es ist gut sich bewusst zu werden, dass Stil so etwas ist wie Rollenverhalten: Man sollte sich nicht damit identifizieren. Manchmal ist es gut, aus seiner Rolle auszutreten. Man sollte auch kein Sklave seines Stiles sein. Vielmehr kann man seinen Stil amüsiert-entspannt pflegen.

Stil ist an einer Blume und auch an Kräutern... daran - es bezeichnet auch einen Lebensstil. Weitere Yoga Stile und vieles sonst.

Stil als hilfreiche Tugend

Aus einem Vortrag von Sukadev Bretz

Abhishek Barua (Foto): Jagannatha Tempel in Puri, Copyright

Im Deutschen kann Stil ja eine ganze Menge bedeuten. Es gibt den Stiel einer Blume, es gibt den Stiel eines Apfels. Und es gibt natürlich auch einen bestimmten Stil, wie man Dinge tut, jeder hat dabei so seinen eigenen Stil. Es gibt auch die Theorie der sechs Liebesstile, wo du auf unserer Yoga Vidya Seite eine Menge darüber lesen kannst, wo es eben über unterschiedliche Stile geht, wie man z.B. Liebe zu anderen Menschen lebt.

Und bei den sechs Liebesstilen im Marburger Liebesinventar gibt es insbesondere in der Partnerbeziehung unterschiedliche Stile. Und genauso, kann man auch unterschiedliche Führungsstile haben, es gibt verschiedene Yoga-Stile. Ich bin ja der Gründer von Yoga Vidya und wir haben einen Yoga Vidya Stil entwickelt, der auch als Vidya-Stil bezeichnet wird. Das also sind verschiedene Stile.

Wenn wir Jetzt aber davon sprechen, dass ein Mensch Stil hat im Charakter, oder als Tugend, dann heißt das eigentlich, er hat eine bestimmte Würde, er hat eine bestimmte Höflichkeit, er hat eine bestimmte Art, etwas zu tun und kommt nicht so einfach aus der Rolle.

Auf eine gewisse Weise kann Stil auch so etwas heißen wie Contenance. Also angenommen, jemand erleidet eine absolute Niederlage, wenn er dabei ruhig und gelassen bleibt, dann sagt man, der hat Stil. Wenn jemand einen Bankrott hinlegt und trotzdem irgendwo eine gewisse Weise hat, damit umzugehen, da sagt man, der hat Stil. Wenn jemand angegriffen wird und alle möglichen Leute ihn nicht mögen, dann hat er auch Stil.

In diesem Sinne, Stil, Contenance, Haltung, Gesicht wahren sind etwas Ähnliches. Und das ist auch ein Zeichen des Fortschritts im Yoga. Es gibt ja verschiedene Tugenden, die Unterschiedliches bedeuten, die in unterschiedlichen Situationen angemessen sind.

Zum Beispiel gibt es die Offenheit, es gibt die Authentizität, es gibt die Spontanität, das ist so die eine Seite. Und die andere ist Contenance, Ruhe, Haltung, Gesicht wahren und Stil. Je nach Situation ist mal das eine wichtiger und mal das andere.

Und es ist zum einen gut, dass es Menschen gibt, die mehr diese Art Stil haben, also welche die nicht gleich losspringen und nicht gleich schreien und nicht leich verzweifelt sind, sondern die so einen Art Stil und Ruhe haben. Und es ist gut, dass es andere gibt, die etwas spontaner sind, lebendiger sind und man kann auch sagen, authentisch sind.

Ich komme dort immer wieder drauf, angenommen, du hast jetzt schon ein paar Dutzend meiner Vorträge gelesen, das dürfte jetzt in etwa der 400dertste dieser Reihe sein, dann hörst du immer wieder davon. Es ist zum einen gut, wenn man selbst mal auf die eine, mal auf die andere Weise reagieren kann und es ist gut, dass es unterschiedliche Menschen gibt, die unterschiedliche Stile haben im Umgang mit anderen Menschen.

Jetzt kannst du kannst selbst überlegen, hast du Stil, wenn du angegriffen wirst? Hast du Stil, wenn du Niederlagen hast? Hast du Stil, wenn dir etwas nicht liegt? Heißt das, du hast eine gewisse Ruhe und Gelassenheit? Oder bist du eher der spontane, emotionelle, der gleich auf hundertachtzig ist, aber dafür umso schneller Jubel und Euphorie zeigen kann?

Denk darüber nach und überlege, ist das angemessen wie ich bin, ist es gut? Vielleicht ist es das. Vielleicht willst du aber auch mal etwas ändern und etwas anpassen. Das waren einige Überlegungen zum Thema "Stil" und natürlich, so neben der allgemeinen Tugend "Stil" könntest du natürlich auch überlegen: "Wie ist mein Stil im Umgang mit anderen Menschen? Oder welchen Yoga-Stil bevorzuge ich? Wie ist mein Liebesstil?"

Verschiedene Bedeutungen von Stil

Aus einem Vortrag von Sukadev Bretz

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Stil ist ein interessantes Wort, man kann es in verschiedenen Kontexten verwenden. Z.B., ich bin ja Yogalehrer, gibt es Yogastile, man spricht von Yogastile. Dort gibt es z.B. den Yoga Vidya Stil, ich bin ja der Gründer von Yoga Vidya, wir haben unseren eigenen Yogastil. Der Yoga Vidya Stil ist gekennzeichnet davon, dass wir eine bestimmte Grundreihe haben, ist davon gekennzeichnet, dass wir diese Grundreihe stark abwandeln, je nachdem, wer das macht, unser Yogastil ist auch dadurch gekennzeichnet, dass immer eine gewisse Spiritualität dabei ist, gleichzeitig aber auch ein gewisses sportliches Training dabei sein soll, es muss Entspannung und Bewusstheit dabei sein und irgendwo die Verbindung von Körper, Wahrnehmung, Wahrnehmung der Psyche und der Seele, all das ist irgendwo dabei. Und das sind ein paar Besonderheiten des Yoga Vidya Stils.

So gibt es andere Yogastile, es gibt z.B. den so genannten Ashtanga Vinyasa Stil, der dadurch gekennzeichnet ist, dass man in keiner Stellung länger verharrt, dass eine Vinyasa, eine Verbindung, nach der anderen kommt, viel Sprungvariationen dabei sind. Es gibt den Iyengar Yoga Stil mit vielen Hilfsmitteln und es gibt noch viele andere Yogastile. Ein Stil, kann man hier sagen, ist so eine gewisse Weise, wie man etwas macht.

Es gibt die Architekturstile, es gibt den romanischen Stil, viele der wunderschönen Kirchen, z.B. die Kirche hier in Bad Meinberg ist im romanischen Stil mit den Rundbögen, es gibt den gotischen Stil mit den Spitzbögen, es gibt den Renaissance Baustil, eine Antike und den vielen Dreiecken. Oder hier im Lippeland, wo ich wohne, gibt es die Weserrenaissance als eigenen Stil, dann später der Barockstil, etwas bombastischer, pompöser, schließlich Rokoko, noch verspielter, und ab da wiederholen sich die Dinge mehr oder weniger, so gibt es bestimmte Grundstile.

Oder es gibt den Kleidungsstil, es gibt den legeren Stil, den formellen Stil, den freizügigen Stil usw. Es gibt verschiedene Redestile, man kann gestochen sprechen, man kann den umgangssprachlichen Stil pflegen, es gibt auch die vulgäre Sprache usw. Also, verschiedene Stile.

Und auf eine gewisse Weise, das Wort „Stil“ sagt einfach, es gibt unterschiedliche Weisen, das zu tun, was zu tun ist. Und ein Stil charakterisiert auch immer eine gewisse Gruppe von Menschen. Du wirst mit deinem Chef vielleicht einen anderen Sprach- und Kommunikationsstil pflegen als mit deinen Kindern, du wirst vielleicht mit deinen Eltern und in der Familie einen anderen Sprach- und Kommunikations- und vielleicht auch Kleidungsstil pflegen, als wenn du mit irgendwelchen Fußballkameraden irgendwo unterwegs bist. Also, unterschiedlicher Stil definiert auch eine Gruppe.

Wenn du das so bewusst machst, dann kannst du damit auch spielerischer umgehen, denn ein Stil erkennt immer an: das ist ein Stil und es gibt andere Stile. Und wenn du verschiedene Stile pflegen kannst, dann sind das einfach verschiedene Kommunikationsweisen und hoffentlich identifizierst du dich dann weniger damit. Es ist auch gut, öfters mal den Stil zu wechseln. Ich bin ja Yogalehrer, Meditationslehrer und stamme aus der Yoga-Vedanta-Richtung und da wird gesagt: „Deine wahre Natur ist Sein, Wissen, Glückseligkeit, du bist nicht der Körper, nicht die Psyche, nicht die Gedanken, nicht die Emotionen. Und du bist nichts, was du hast, und du bist auch nicht deine Persönlichkeit.“ Auch nicht die ganzen Persönlichkeitsmerkmale, über die ich ja jede Menge Vorträge auch gebe. Auf eine gewisse Weise, dadurch, dass ich über so viele verschiedene Persönlichkeitsmerkmale spreche, kann ich auch lernen, mich etwas davon zu lösen, eine gewisse spirituelle Praxis ist ja auch das. Auch wenn ich jetzt spreche, das ist auch ein gewisser Stil, oder wie ich diese Vorträge gebe, ist auch ein gewisser Stil, ich könnte sie auch anders machen. Indem ich weiß, es ist ein Stil, kann ich mich davon lösen. So ähnlich wie es einen Kleidungsstil gibt, gibt es einen Sprechstil, einen Kommunikationsstil, einen Persönlichkeitsstil usw.

Jetzt überlege selbst, welche Stilarten sind für dich wichtig? Welche verschiedenen Kleidungsstile hast du, Kommunikationsstile, Yogastile, Meditationsstile usw. Erkenne: Stil ist eben ein Stil, es ist nicht das Essentielle, es geht auch auf andere Weise. Das Essentielle ist die Liebe, das Essentielle ist die Einheit, das Essentielle ist letztlich das Göttliche hinter allem.

Stil in Beziehung zu anderen Eigenschaften

In diesem Yoga Wiki werden über 1000 Tugenden und Persönlichkeitsmerkmale beschrieben. Hier einige Erläuterungen, wie man die Eigenschaft der Stil in Beziehung zu anderen Fähigkeiten und Verhaltensweisen sowie in Bezug auf Laster sehen kann:

Ähnliche Eigenschaften wie Stil

Ähnliche Eigenschaften wie Stil, also Synonyme zu Stil sind z.B. Höflichkeit, Sitte, Gewandtheit, Geschmack, Benehmen, Betragen.

Ausgleichende Eigenschaften

Jede Eigenschaft, jede Tugend, die übertrieben wird, wird zu einer Untugend, zu einem Laster, einer nicht hilfreichen Eigenschaft. Stil übertrieben kann ausarten z.B. in Schrulligkeit, Sonderbarkeit, Oberflächlichkeit. Daher braucht Stil als Gegenpol die Kultivierung von Demut, Bescheidenheit, Einfachheit, Schlichtheit, Unbekümmertheit.

Gegenteil von Stil

Zu jeder Eigenschaft gibt es ein Gegenteil. Hier Möglichkeiten für Gegenteil von Stil, Antonyme zu Stil :

Stil im Kontext von Tugendengruppen, Persönlichkeitsfaktoren und Temperamenten

Entwicklung von Stil

Stil kann man sehen als Tugend, als eine positive Eigenschaft. Vielleicht willst du ja Stil in dir stärker werden lassen. Hierzu einige Tipps:

  • Nimm dir vor, eine Woche lang diese Eigenschaft der Stil zu kultivieren. Vielleicht kannst du nicht alle guten Eigenschaften auf einmal kultivieren. Aber es ist möglich, innerhalb einer Woche oder innerhalb eines Monats eine Tugend, eine Eigenschaft, stark werden zu lassen.
  • Triff den Entschluss: "Während der nächsten Woche will ich die Tugend, die Eigenschaft, Stil kultivieren, wachsen lassen, stärker werden lassen. Ich freue mich darauf, in einer Woche ein stilvollerer Mensch zu sein."
  • Nimm dir vor, jeden Tag mindestens eine Handlung auszuführen, die Stil ausdrückt. Mache jeden Tag etwas, was du sonst nicht tun würdest, was aber diese Tugend zum Ausdruck bringt
  • Wenn du morgens aufwachst, dann sage eine Affirmation, z.B.: "Ich entwickle Stil."
  • Am Tag wiederhole immer wieder eine Autosuggestion, Affirmation wie z.B.: Ich bin stilvoll."

Affirmationen zum Thema Stil

Hier einige Affirmationen für mehr Stil. Unter dem Stichwort "Affirmation" und "Wunderaffirmationen" erfährst du mehr zu Funktion und Wirkungsweise von Affirmationen.

Klassische Autosuggestion für Stil

Hier die klassische Autosuggestion:

  • Ich bin stilvoll.

Im Yoga verbindet man das gerne mit einem Mantra. Denn ein Mantra lässt die Affirmation stärker werden:

  • Ich bin stilvoll. Om Om Om.
  • Ich bin ein Stilvoller, eine Stilvolle OM.

Entwicklungsbezogene Affirmation für Stil

Manche Menschen fühlen sich als Scheinheiliger oder als Heuchler, wenn sie sagen "Ich bin stilvoll " - und sie sind es gar nicht. Dann hilft eine entwicklungsbezogene Affirmation:

  • Ich entwickle Stil.
  • Ich werde stilvoll.
  • Jeden Tag werde ich stilvoller.
  • Durch die Gnade Gottes entwickle ich jeden Tag mehr Stil.

Dankesaffirmation für Stil

  • Ich danke dafür, dass ich jeden Tag stilvoller werde.

Wunderaffirmationen Stil

Du kannst es auch mit folgenden Affirmationen probieren:

  • Bis jetzt bin ich noch nicht sehr stilvoll. Und das ist auch ganz verständlich, ich habe gute Gründe dafür. Aber schon bald werde ich Stil entwickeln. Jeden Tag wird diese Tugend in mir stärker werden.
  • Ich freue mich darauf, bald sehr stilvoll zu sein.
  • Ich bin jemand, der stilvoll ist.

Gebet für Stil

Auch ein Gebet ist ein machtvolles Mittel, um eine Tugend zu kultivieren. Hier ein paar Möglichkeiten für Gebete für mehr Stil :

  • Lieber Gott, bitte gib mir mehr Stil.
  • Oh Gott, ich verehre dich. Ich bitte dich darum, dass ich ein stilvoller Mensch werde.
  • Liebe Göttliche Mutter, ich danke dir. Ich danke dir dafür, dass ich jeden Tag die Tugend Stil mehr und mehr zum Ausdruck bringe.

Was müsste ich tun, um Stil zu entwickeln?

Du kannst dich auch fragen:

  • Was müsste ich tun, um Stil zu entwickeln?
  • Wie könnte ich stilvoll werden?
  • Lieber Gott, bitte zeige mir den Weg zu mehr Stil.
  • Angenommen, ich will stilvoll sein, wie würde ich das tun?
  • Angenommen, ich wäre stilvoll, wie würde sich das bemerkbar machen?
  • Angenommen, ein Wunder würde geschehen, und ich hätte morgen Stil kultiviert, was hätte sich geändert? Wie würde ich fühlen? Wie würde ich denken? Wie würde ich handeln? Als stilvoller Mensch, wie würde ich reagieren, mit anderen kommunizieren?

Vortragsmitschnitt zu Stil - Audio zum Anhören

Hier kannst du einen Vortrag von Sukadev Bretz, Gründer von Yoga Vidya, anhören. Dieser Vortrag ist die Audio Version eines Videos zu Stil, Teil des Yoga Vidya Multimedia Lexikons der Tugenden. Html5mediator: not a valid URL

Siehe auch

Eigenschaften im Alphabet vor Stil

Eigenschaften im Alphabet nach Stil

Literatur

Weblinks

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