Brahmana

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Ein Brahmana führt eine Yajna (Feueropfer) aus.

Brahmana (Sanskrit: ब्राह्मण brāhmaṇa m. u. n.) ein Brahmane, Opferpriester; ein Mitglied der höchsten Kaste (Varna) des traditionellen indischen Vierkastensystem; Begriff für eine Textgattung, die Teil der vedischen Literatur ist, sie erläutert, wie die vedischen Verse der Samhitas praktisch anzuwenden sind und gibt u.a. viele Hinweise zu Opferritualen.


Sukadev über Brahmana

Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Brahmana

Brahmana bedeutet zu Brahman gehörig, Brahmane – Priester und ist dritter Teil der Veden, jemand, der sich ganz auf Brahman ausrichtet. Brahmana gehört zu den Sanskrit-Ausdrücken, die vielfältige Bedeutung haben. Brahmana ist zum einen ein Brahmane, also ein Angehöriger der Brahmanen-Kaste. Brahmana kann man als Kaste sehen, eben die Priester-Kaste. Im alten Indien gab es vier Hauptkasten: Dazu gehörten die Brahmanen, die Priester, die Kshatriyas, die Krieger, die Vaishyas, die Kaufleute und Bauern, und die Shudras, die Tagelöhner, die Dienstkräfte, die einfachen Arbeiter.

Brahmana waren dabei die Priester, die gelernt haben bei ihren Eltern. Auf eine Weise könnte man sagen, das klingt wie eine vernünftige Gesellschaftsordnung, aber da sie auf Erbschaft beruht und da sie auf Geburt beruht, hat sie letztlich nicht ganz dem Menschen entsprochen. Man kann auch sagen, das sind so vier Motivationen: Ein Shudra wäre jemand, dem es hauptsächlich darum geht, ein sinnliches Leben zu führen, Vergnügen zu haben, für den Kama, Sinnesbefriedigung am wichtigsten ist.

Ein Vaishya, also ein Kaufmann, ist jemand, dem materielle Absicherung, Geld, beruflicher Erfolg besonders wichtig ist, ihm ist besonders Artha wichtig. Ein Kshatriya, ein Krieger, ist jemand, dem Dharma besonders wichtig ist, dem es darum geht, für die gerechte Sache zu sorgen, der sich engagieren will für die gute Sache, kein militärischer Krieger, sondern einer, der wirklich sich einsetzt für das Gute ist der Welt. Das ist ein Kshatriya. Und ein Brahmana ist jemand, dem es um Brahman geht, der nach Moksha strebt, nach Befreiung, der nach Anubhava strebt, nach der Erfahrung des Höchsten. In diesem Sinne ist jeder ein Brahmane, jemand ist ein Brahmana, der nach Brahman strebt. Jeder wirklich ernsthafte spirituelle Aspirant ist auch Brahmana.

Als nächste Bedeutung ist Brahmana auch ein Teil der Veden. Die Veden bestehen aus den Samhitas, den ursprünglichen Hymnen, aus den Aranyakas, den Erläuterungen, und den Brahmanas, den Erläuterungen, in denen die Rituale beschrieben werden und in denen beschrieben wird, wie die Vedas genutzt werden können für Rituale und für priesterliche Aktivitäten. Der vierte Teil der Veden sind die Upanishaden. Also, Brahmana hat verschiedene Bedeutungen. Zum einen, ein Brahmane, ein Priester, ein Angehöriger einer Priester-Kaste. Brahmana, jemand, der nach Brahman strebt, für den die spirituelle Entwicklung die vorherrschende Motivation ist. Brahmana, der dritte Teil der Veden, manchmal auch als zweiter Teil der Veden bezeichnet. Brahmana, zu Brahman gehörig.

Brahmana in der indischen Mythologie

Die erste der vier Kasten, die priesterliche Kaste, sind die Brahmanas. Nicht alle Brahmanas jedoch müssen Priester sein. Ein Brahmana ist der Oberhaupt aller Geschöpfe, seine Person ist unberührt, ihm wird alle Ehre zuteil und er genießt viele Rechte und Begünstigungen.

Das Shatapatha Brahmana erklärt, dass es zwei Arten von Göttern gibt: Als erstes die Götter und dann die Brahmanas, welche das Veda studiert und weitererzählt haben - sie sind die menschlichen Götter. Die Hauptaufgabe eines Brahmanas ist das Studium und das Unterrichten der Vedas, die Durchführung von Opferungen und auch anderen religiösen Zeremonien. In heutiger Zeit unterlassen viele Brahmanas aber diese Pflichten und beschäftigen sich meistens mit Arbeiten des weltlichen Lebens. Die Gesetze von Manu sagten aus, dass das Leben eines Brahmanas in vier Ashramas oder vier Etappen sich unterteilte:

  1. Brahmachari: Ein Schüler, dessen Aufgabe es war, viele Tage in demütiger und gehorsamer Begleitung seines spirituellen Lehrers zu verbringen und dort die Vedas zu studieren.
  2. Grihastha: Der Haushälter, der verheiratete Mann, der mit seiner Frau zusammenlebt. Er ist der Kopf der Familie und engagiert sich in den gewöhnlichen Pflichten eines Brahmanas, im Leben und Unterrichten der Vedas. Er gibt Opfergaben dar oder hilft bei einer Opferung, er verschenkt Almosen und bekommt Almosen.
  3. Vanaprastha: Der Einsiedler oder der Bewohner des Waldes. Er gibt die Pflichten eines weltlichen Mannes auf und zieht sich in den Wald zurück, um Hingabe zu entwickeln. Das geschieht, indem er auf Nahrung und Kleidung verzichtet, sich auf vielerlei Weise dadurch demütigt, sich der religiösen Meditation hingibt und sich an die strenge Durchführung von zeremoniellen Pflichten hält.
  4. Samnyasi: Der religiöse Bettler, der sich von allen Gestalten und Bräuchen befreit hat und umherwandert und sich von Almosen ernährt. Er praktiziert oder bemüht sich, eine gesunde Geisteshaltung zu haben, die frei von Vergügen und Schmerz, von Fürsorge und Problemen des Fleisches ist, und sich nur auf Gott und die geistige Vertiefung konzentriert.

Diese Unterteilung und Aufgliederung der Brahmana Kaste ist fast unzählbar. Es muss reichen, hier die großen Aufteilungen von Norden und Süden, des Pancha Gauda und Pancha Dravida anzuführen.

Die fünf Unterteilungen von Gauda oder Bengalen sind die Brahmanas, des

  1. Kanyakubja, Kannauj,
  2. Sarasvata, der Nordwesten, am Sarasvati oder Sarsuti Fluss,
  3. Gauda
  4. Mithila, Nord-Bihar,
  5. Utkala, Orissa.

Das Pancha Dravida sind die Brahmanas, des

  1. Maharashtra, im Mahratta-Land
  2. Telinga, des Telugu-Landes,
  3. Dravida, das Tamil-Land,
  4. Karnata, das Canarese-Land,
  5. Gurjjara, Gujarat.

Brahmanas - die indischen Schriften

Brahmana bedeutet "zu den Brahmanas gehörend". Die Brahmanas sind Werke, die von und für Brahmanas geschrieben wurden. Auch stellen die Brahmanas diesen Teil des Vedas dar, der für den Gebrauch und die Führung der Brahmanas wichtig war. Sie nutzen Hymnen und Mantras und werden für Shruti oder offenbarte Werke gehalten. Auch wenn man den Anspruch einer Offenbarung akzeptiert, so sind die Brahmanas ein Hindi Talmud. Das Brahmana besteht zusammengefasst aus verschiedenen Brahmanas - eine sehr feierliche und liturgische Schreibweise in Prosa.

Sie enthalten die Details von vedischen Zeremonien mit einer langen Erklärung ihrer Herkunft und ihrer Bedeutung. Sie geben Instruktionen, wie man bestimmte Verse und Metren benutzt und sie sind reich an sonderbaren Legenden, göttlichen und menschlichen, mit bildlicher Darstellung. In ihnen wurden die ältesten Rituale, die wir haben, gegründet. Sie werden durch die ältesten sprachlichen Beschreibungen, durch die ältesten traditionellen Erzählungen und die ältesten philosophischen Spekulationen verfasst. Als eine literarische Darstellung sind die Brahmanas von hoher Ordnung, aber einige auffallende Gedanken, kühne Äußerungen, gründliche Argumente und sonderbare Traditionen finden sich in der Masse von Pedantrie und Großsprecherei. Jede der Samhitas oder der Sammlungen von Hymnen besitzt seine eigenen Brahmanas und diese behalten im Allgemeinen den entscheidenden Charakter des Vedas bei, zu der das Brahmana gehört.

Demnach beziehen sich die Brahmanas des Rigvedas vorallem auf die Pflichten von Hotri, in dem diese Verse rezitiert werden, und auch auf Yajurveda, also auf die Durchführung von Opferungen durch den Adharyu oder den Schamanen, der bei der Udgatri chantet. Das Rigveda hat das Aitareya Brahmana, von dem vermutet wird, das es das älteste Werk ist und das Datum seiner Entstehung das XII. Jahrhundert vor Christus beträgt. Dieses wird auch manchmal Ashvalayana genannt. Auch wird das Aitareya Brahmana an anderer Stelle Kaushitaki oder Shankhayana genannt. Das Tattiriya Samhita des Yajurveda hat den Taittiriya Brahmana und das Vajasaneyi Samhita das Shatapatha Brahmana, eines der wichtisten Brahmanas. Das Samaveda besitzt acht Brahmanas, die meist bekannten darunter sind das Praudha oder Panchavimsha, das Tandya und das Sadvimsha. Das Atharvaveda hat dagegen nur eines, das Gopatha Brahmana. In ihrem ganzen Ausmaß umfassen die Brahmanas auch die Abhandlungen, die Aranyakas und Upanishads genannt werden.

Siehe auch

Literatur

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