Bhasma Jabala Upanishad

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Die Bhasma Jabala Upanishad ist ein Teil der indischen Heiligen Schriften, die Veda genannt werden. Im Mittelpunkt steht die Befragung Shivas durch Bhusunda, welcher den Höchsten Herrn um Aufklärung über den Gebrauch von Bhasma (heiliger Asche) bittet.

Bhasma (heilige Asche) auf Shivas Stirn und Körper als Symbol für die Zerstörung der Illusion; Shivas Tanz, Darstellung aus: Myths of the Hindus & Buddhists (1914)

Swami Sivananda über die Bhasma Jabala Upanishad

Ich bin lediglich der absolute Brahman, und, wenn er in seiner wahrhaftigen Natur verstanden wurde (und ein Aspekt davon ist der Atman), dann verbrennt dieser vollständig die Illusion oder die Maya zu Asche (Bhasma) durch das verzehrende Feuer des höchsten Wissens! Bedingt durch diese Unwissenheit oder Illusion wird das Universum als real existierend angesehen und damit als getrennt vom eigenen Selbst.

Einmal ging Bhusunda, ein Nachfahre von Jabali, zum Berg Kailash und warf sich dort vor Lord Mahadeva Shiva nieder. Shiva ist die Form des Omkara und jenseits der Trinität von Brahma, Vishnu und Rudra. Bhusunda betete Shiva mit großer Hingabe an und brachte ihm Früchte, Blumen und Blüten dar. Dann fragte er Shiva: “Oh Herr! Bitte gewähre mir das essentielle Wissen aller Veden um die Verwendung und die Techniken zum Gebrauch der heiligen Asche “Bhasma“. Denn nur durch die Verwendung dieser Asche kann die Befreiung erreicht werden. Sage mir, woraus ist diese Asche hergestellt? Wo sollte diese aufgetragen werden? Welche Mantras sollten rezitiert werden. Welche Personen sind dazu berufen? Welche Regeln gibt es hierfür? Oh bitte lehre mich, der ich in einer niederen Kaste geboren wurde.“

Der gütige Parameshwara sprach: “Zuerst sollte der Verehrer, nachdem er den Einfluß der Himmelskoordinaten zu der vorgesehenen Zeit geprüft und verstanden hat, am Morgen reinen und heiligen Kuhdung sammeln. Diesen Kuhdung sollte er in ein Blatt des Palasa-Baumes einwickeln und dann in der Sonne trocknen und dabei das vedische Mantra ‘Om Tryambakam’ rezitieren. Danach sollte er diesen so getrockneten Kuhdung mit einem Feuer, welches er verfügbar hat, an einem dafür geeigneten Ort entzünden. Dies sollte so durchgeführt werden, wie es in den Grihya Sutras seiner Glaubensbrüder niedergeschrieben ist. Dann sollte er unter Rezitation des Mantras ‘Somaya SwahaAhutis aus Sesamsamen und Reis mit Ghee ansetzen. Dabei sollte die Anzahl der Ahutis 1008 sein, oder falls möglich 1 1/2 mal soviel. Das Instrument, mit dem das Ghee vergossen wird, sollte aus Blättern gefertigt sein. Dann begeht die Person keine Sünde.

Am Ende sollte der Verehrer das Opfer des Sveshtakruta zeitgleich mit der Purna-Ahuti, mit dem Mantra ‘Tryambakam’ begleiten. Mit dem gleichen Mantra Bali (eine Opferung) sollte diese in die acht Richtungen des Feuers ausgeführt werden. Diese Bhasma (heilige Asche) sollte nun mit Wasser übergossen werden und dabei das Gayatri-Mantra rezitiert werden. Anschließend sollte die heilige Asche in einen goldenen, silbernen, kupfernen oder tönernen Topf getan werden und dann wieder unter Rezitation der Rudra Mantras mit Wasser besprenkelt werden. Anschließend sollte diese Asche in dem Behältnis an einem sauberen und ordentlichen Ort aufbewahrt werden.

Jetzt sollte der Verehrer die Brahmins mit einem großen Festmahl erfreuen. Nur dann wird er gereinigt werden. Und dabei sollte er diese heilige Asche Bhasma unter Rezitation des Pancha-Brahma-Mantras, ‘Manastoka’, ‘Sadyo Jatam’ und anderer aus diesem Behältnis nehmen. Dies sollte unter der Vorstellung geschehen, “daß das Feuer Bhasma ist, die Luft ebenfalls Bhasma ist, das Wasser auch Bhasma ist, genauso wie die Erde Bhasma ist, der Äther Bhasma ist, die Götter Bhasma sind, so wie auch die Rishis Bhasma sind. Das gesamte Universum und die gesamte Existenz sind ebenfalls Bhasma. Ich werfe mich nieder vor dieser geheiligten und gereinigten Asche, die alle meine Sünden zerstört”. Deshalb sollte der Verehrer ein wenig Bhasma in seiner linken Hand halten und dabei ‘Vamadevaya’ (dies ist für Vamadeva) sagen, es mit dem Mantra ‘Tryambakam’ zerreiben und mit dem Mantra ‘Shuddham Shuddhena’ reinigen. Danach sollte er diese Asche nochmals durchsieben. Anschließend wird es von Kopf bis Fuß unter Rezitation der fünf Brahma-Mantras aufgetragen. Dabei sollte er den Zeigefinger, den Mittelfinger und den Ringfinger verwenden. Ebenso sollte er bei der Mitte seines Kopfes verfahren und dabei sagen: „für meinen Kopf“ und „Oh Bhasma! Du bist von Agni gekommen!“

Stellen auf die Bhasma aufgetragen wird und welches Mantra dabei rezitiert wird:

  • Stirn - Tryambakam
  • Hals - Nilagrivaya
  • Rechte Seite des Halses - Tryayusham
  • Wangen - Vama
  • Augen - Kalaya
  • Ohren - Trilochanaya
  • Gesicht - Srinavama
  • Brust - Prabravama
  • Nabel - Atmane
  • Unterhalb der rechten Schulter - Nabhih
  • Mitte der rechten Schulter - Bhavaya
  • Rechte Seite der Brust - Rudraya
  • Rückseite des rechten Armes - Sarvaya
  • Unterhalb der licken Schulter - Pasupataye
  • Mitte der linken Schulter - Ugraya
  • Mitte des linken Armes - Agrevadhaya
  • Rückseite des linken Armes - Durevadhaya
  • Achselhöhlen - Namo Hantre
  • Alle Körperteile - Shankaraya

Der Verehrer sollte sich dann vor Shiva niederwerfen und das Mantra ‘Somaya’ rezitieren. Er sollte sich danach die Hände waschen und mit dem Mantra ‘Apah Punantu’ etc. mit Asche versetztes Wasser trinken. Dieses Wasser mit der Asche darf unter keinen Umständen verschüttet werden. Diese Praxis des Bhasmadharana sollte am Morgen durchgeführt werden, ebenso am Mittag und am Abend. Wenn der Verehrer dies nicht so ausführt, so wird er verloren sein. Diese Tatsache ist in dem Dharma von allen Brahmins beschrieben. Wenn der Verehrer dieses Bhasmadharana nicht genau in der dargelegten Art und Weise durchführt, dann sollte er an diesem Tage keine Nahrung oder Wasser mehr zu sich nehmen. Ebenso, falls dieses Ritual an einem Tag vergessen wurde, sollte das Gayatri Mantra nicht mehr wiederholt werden. Ebenso sollte an diesem Tage keine Yajna mehr ausgeführt werden, kein Tarpana sollte mehr den Göttern, Rishis oder Pitrus dargeboten werden. Dies ist das ewige Dharma, welches von allen Sünden befreit und den endgültigen Zustand von Moksha, der Befreiung, erreichen läßt.

Dies sind die täglichen Rituale der Brahmins, Brahmacharins, Grihasthas, Vanaprasthas und Sannyasins. Wenn der Verehrer dies auch nur ein einziges Mal übersieht, dann sollte er ins Wasser steigen, bis es an seinen Hals reicht und danach 108mal das Gayatri Mantra wiederholen sowie den ganzen Tag fasten. Falls ein Sannyasin kein Bhasma aufgetragen hat, und sei es auch nur an einem einzigen Tag, dann sollte auch er den gesamten Tag fasten und 1000 Pranava Japa wiederholen, um so wieder gereinigt zu werden. Andernfalls wird Gott Shiva diese Sannyasins den Hunden und Wölfen vorwerfen.

Für den Fall, daß einmal diese Form der Bhasma-Asche nicht verfügbar sein sollte, kann auch jede andere Bhasma, die es gibt, mit den vorgeschriebenen Mantras aufgetragen werden. Durch diese Praxis wird jede Sünde, die ein Mensch begehen kann, zerstört werden.

Dann fragte Bhusunda Shiva nochmals: “Welches sind die täglichen Rituale, die ein Brahmin durchführen sollte, wenn dieser keine Sünden begehen möchte? Auf wen sollte er meditieren? An wen sollte er sich erinnern? Wie sollte er meditieren und wo sollte er praktizieren? Bitte sage Du mir dies im Detail.” Shiva beantwortete alle Fragen in Kürze wie folgt: “Zunächst sollte der Verehrer früh morgens vor Sonnanaufgang aufstehen und nachdem er alle Reinigungsübungen abgeschlossen hat, sollte er ein Bad nehmen. Er sollte seinen Körper mit den Rudra Suktas reinigen. Danach sollte er saubere Kleidung anlegen und über den Sonnengott meditieren und die Bhasma (Asche) auf alle vorgeschriebenen Teile seines Körpers auftragen. Anschließend sollte er eine weiße Rudraksha wie vorgeschrieben tragen. Einige sagen, daß die folgende die richtige Art sei, Bhasma aufzutragen:

Ort und Anzahl der Linien, die aufgetragen werden:

  • Kopf - 40
  • Brust - 1 oder 3
  • Ohren - 11
  • Hals - 32
  • Arm - je 16
  • Kehle - 12 jede Seite
  • Daumen - je 6

Danach sollte der Verehrer Sandhya beobachten, während er Kusa-Gras in seiner Hand hält. Er sollte Japa durchführen, entweder auf Shiva-Shadakshara oder Shiva-Ashtakshara. ‘Om Namah Shivaya’ und ‘Om Namo Mahadevaya’ sind die beiden dazugehörigen Mantras. Dies ist die höchste Wahrheit und dies sind die größten Anweisungen. Ich selbst bin der große Herr Shiva, der Gott der Götter, der oberste Herrscher aller Universen. Ich bin das unpersönliche Brahman, Ich bin Omkara, Ich bin der Erschaffer, der Erhalter und der Zerstörer von allem.

Allein durch meine Herrschaft arbeitet alles ordungsgemäß zusammen. Ich bin diese Welt und die fünf Elemente. Ich bin die höchste Wahrheit, die existiert, das Brahman der Upanishaden. Dies ist das größte Wissen.

Auf dem Fluss Benares, 1883

Ich bin der Einzige, der Moksha (Befreiung) geben kann. Deshalb kommen alle Menschen für die endgültige Hilfe dabei zu Mir. Und dazu nehme Ich alle Geschöpfe bei Mir auf, die ihr Prana in Benares verlassen, denn Benares (Varanasi) steht auf der Spitze meines Dreizacks. Und deshalb sollte jeder nur in Benares Buße tun. Benares darf unter keinen Umständen vernachlässigt werden. Und jeder sollte versuchen, in Benares zu leben, soweit es ihm möglich ist. Es gibt keinen besseren Ort als Benares.

Selbst in Benares ist der am meisten verehrte Tempel der von Shiva. Im Osten davon gibt es einen Platz des Reichtums. Im Süden gibt es den Platz für die Kenntnisse (Vichara), während es im Westen den Platz für die Unterscheidungsfähigkeit (Vairagya) gibt und im Norden den Platz für das Wissen (Jnana). In der Mitte sollte Ich als der ewige Geist angebetet werden. Dieser Lingam in Benares wird nicht von der Sonne, dem Mond oder den Sternen angestrahlt. Dieser selbst leuchtende Lingam wird ‘Visvesvara’ genannt und hat seine Wurzel in Pathala. Dies bin Ich selbst. Und Ich sollte von Verehrern angebetet werden, die die heilige Asche Bhasma und Rudrakshas in der vorgeschriebenen Art und Weise aufgetragen haben. Dann werde Ich sie von allen Sünden und Sorgen befreien.

Durch das Ausführen von meinen Abhishekas, wird der Verehrer meinen Sayujya-Zustand erreichen. Dann existiert nichts anderes mehr als Ich selbst. Und Ich weihe alle mit dem Mantra ein. Deshalb sollten alle, die befreit werden wollen (Mukti), in Benares leben. Dann werde Ich mich um sie kümmern. Ich bin Lord Brahma, Vishnu und Rudra. Und selbst der größte Sünder wird die Befreiung (Moksha) erlangen, wenn er oder sie in Benares stirbt. Die anderen Sünder werden nach ihrem Tod alle in Gruben mit glühenden Kohlen verbrannt. Deshalb sollte jeder versuchen in Benares zu leben, denn dieser Ort ist mein Pranalinga selbst.

Siehe auch

Literatur

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