Akribie

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Akribie ist eine peinliche Genauigkeit, äußerste Sorgfalt, eine genaue Vorgehensweise unter Beachtung auch der scheinbar unbedeutendsten Kleinigkeiten.

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Auf bestimmten Gebieten, z.B. der Chirurgie und der Feinmechanik, ist Akribie eine wichtige Fähigkeit. Auf anderen Gebieten ist Akribie hinderlich: da gilt das Pareto Prinzip: Mit 20% Aufwand erledigt man 80% der Aufgabe – und das reicht meistens auch.

Akribie - eine Tugend. Was ist Akribie? Woher kommt das Wort? Wozu ist Akribie hilfreich - oder auch nicht hilfreich? Was sind Synonyme, was sind Antonyme von Akribie?

Akribie als hilfreiche Tugend

Aus einem Vortrag von Sukadev Bretz

Akribie ist ein Wort, das wahrscheinlich aus dem Lateinischen und Französischen in die deutsche Sprache gekommen ist, Akribie heißt Genauigkeit, Detailgetreue und Pedanterie und auch über diese Ausdrücke gebe ich ja Vorträge. Akribie heißt, etwas sehr sorgfältig zu machen. Akribie kann eine Hilfe gegen Burnout sein, Akribie kann aber auch ein Mittel sein, um in Burnout zu kommen. Viele der Tugenden haben ein Janusgesicht, also ein doppelköpfiges Gesicht.

Angenommen, du bist jemand, der das Gefühl hat, er kommt mit seiner Arbeit nicht zurecht, weil zu viel verlangt wird und du kannst sie nicht sorgfältig genug machen. Da gibt es jetzt zwei Tipps, die man machen kann. Der eine Tipp wäre, lerne es, mit weniger Genauigkeit umzugehen, lerne, mit halber Genauigkeit umzugehen.

Oder es gibt auch das so genannte Pareto-Prinzip, das heißt, in zwanzig Prozent der Zeit schafft man achtzig Prozent und in der Mehrheit der Fälle reicht auch achtzig Prozent aus. Um die letzten zwanzig Prozent zu machen, brauchst du fünfmal so viel, wie für die ersten achtzig Prozent. Und in vielerlei Hinsicht reichen achtzig Prozent aus.

Z.B. angenommen, du willst deine Wohnung aufräumen, du hast wenig Zeit, du könntest jetzt einfach sagen: "Ja, ich mache es so, dass es irgendwie sauberer aussieht. Die Ecken bleiben halt, wie sie sind und die Kleiderschrankteile auch und jede Schublade in meinem Schreibtisch, die meisten bleiben so, aber das, worauf ich achtzig Prozent der Zeit hingucke und was ich achtzig Prozent der Zeit nutze, das mache ich." Und das braucht zwanzig Prozent der Zeit. Wenn du alles machen wolltest, brauchst du dann fünfmal so lange, wie um achtzig Prozent Gutes zu machen.

Oder angenommen, du willst eine Präsentation machen vor dem Kollegenkreis, dann könntest du genau darauf achten und die Bilder genau auswählen und zwanzigmal nachschauen und sechsmal proben, oder du machst es halt, dass es irgendwie ausreicht. Und unter Kollegen reicht vermutlich auch eine einfache Präsentation, wo nicht so genau gefeilt werden muss und wo die Bilder nicht Hundertprozent stimmen müssen.

So kann es manchmal eine Hilfe sein, du kannst auch sagen: "So viel kommt jetzt gerade auf mich zu, damit ich lerne, mit weniger Akribie umzugehen, damit ich etwas lockerer sein kann. Zu akribisch mit allem zu sein, ist nicht gut, ich muss lernen, etwas flexibler zu sein." Manchmal ist dies eine Hilfe, über übertriebene Akribie hinauszukommen, etwas, was Burnout vermeiden hilft.

Es gibt aber auch das Gegenteil, es gibt Menschen, die brauchen auch einfach mal das Gefühl, sie haben etwas wirklich gründlich gemacht, es muss ja nicht alles sein. Wenn du das Gefühl hast, du machst alles nur halb, da kann auch sein, dass das in dir irgendwo so eine Leere hervorruft.

Und so kann es auch eine Hilfe sein, auch vorbeugend gegen Burnout, dass du sagst: "Diese eine Sache, die mache ich jetzt mal richtig und ich mache sie wirklich Hundertprozent, ich mache sie mit großer Akribie, ich mache sie mit großer Detailgenauigkeit, ich mache sie wirklich zu meiner Herzenszufriedenheit."

Und wenn du das abgeschlossen hast, hast du so eine Freude und so eine Energie, dann kannst du anschließend wieder Dinge einfach mal so machen, wie es halt geht. Also, du kannst überlegen, wenn Burnout droht, hilft es, zu überlegen: "Was müsste ich machen, um mehr Energie zu haben? Wie müsste ich es machen, um mehr Energie zu haben? Was könnte ich machen, damit ich Freude habe?

Manchmal kann es heißen, dass ich die Verhaftung an Akribie loslasse und lerne, mindestens achtzig Prozent der Dinge, nur zu achtzig Prozent zu machen." Du kannst ja sagen: "Die restlichen zwanzig Prozent mache ich dann zu Hundertprozent, natürlich mache ich dann die zwanzig Prozent wichtigsten Dinge zu Hundertprozent. Und die achtzig Prozent weniger wichtigen Dinge, die mache ich dann in zwanzig Prozent der Zeit, dass sie achtzig Prozent ok sind. Ab und an mal werde ich eins auf den Deckel kriegen, ab und zu mal wird mich jemand schimpfen, dann bitte ich um Entschuldigung, das ist ok so."

Aber, und das vermisse ich manchmal in Ratgebern gegen Burnout, die Seele braucht auch manchmal da das Gefühl, etwas wirklich gut gemacht zu haben, das gibt Energie. Und so ist mein Tipp, mache beides. Lerne es, vieles schnell zu machen und lerne es, manches gründlich zu machen. Akribie in manchem, und Geschwindigkeit, Leichtigkeit, Entspannung und Flexibilität in manchem anderen. Das richtige Verhältnis, das hilft dir auch bei großen Anforderungen, Burnout vorzubeugen und weiter zu brennen für eine gute Sache.

Akribie Antonyme, Synonyme und andere Eigenschaften

In diesem Yoga Wiki werden über 1000 Tugenden und Persönlichkeitsmerkmale beschrieben. Hier einige Erläuterungen, wie man die Eigenschaft der Akribie in Beziehung zu anderen Fähigkeiten und Verhaltensweisen sowie in Bezug auf Laster sehen kann:

Ähnliche Eigenschaften wie Akribie - Synonyme

Ähnliche Eigenschaften wie Akribie, also Synonyme zu Akribie sind z.B. Genauigkeit, Präzision, Klarheit, Perfektionismus.

Ausgleichende Eigenschaften

Jede Eigenschaft, jede Tugend, die übertrieben wird, wird zu einer Untugend, zu einem Laster, einer nicht hilfreichen Eigenschaft. Akribie übertrieben kann ausarten z.B. in Erbsenzählerei, Detailversessenheit, Überkorrektheit. Daher braucht Akribie als Gegenpol die Kultivierung von Loslassen, Entspannung, Bedingungslosigkeit, Leichtigkeit, Lebensfreude.

Gegenteil von Akribie - Antonyme

Zu jeder Eigenschaft gibt es ein Gegenteil. Hier Möglichkeiten für Gegenteil von Akribie, Antonyme zu Akribie :

Akribie Antonyme

Antonyme Akribie sind Loslassen, Entspannung, Bedingungslosigkeit, Leichtigkeit, Lebensfreude, Nachlässigkeit, Fehlerhaftigkeit, Ignoranz, Achtlosigkeit, Flatterhaftigkeit, Seichtheit, Unordnung.

Akribie als Teil von Tugendengruppen, Persönlichkeitsfaktoren und Temperamenten

Bewusste Stärkung der Fähigkeit Akribie

Akribie ist ein Persönlichkeitsmerkmal, das man in sich stärker werden lassen kann. Vielleicht willst du ja Akribie in dir kultivieren. Hierzu einige Tipps:

  • Nimm dir vor, eine Woche lang diese Eigenschaft der Akribie mehr zum Ausdruck zu bringen.
  • Du kannst z.B. den Entschluss fassen: "Während der nächsten Woche will ich Akribie wachsen lassen, stärker werden lassen. Ich freue mich darauf, in einer Woche ein akribischerer Mensch zu sein."
  • Nimm dir vor, jeden Tag mindestens eine Handlung auszuführen, die Akribie ausdrückt. Mache jeden Tag etwas, was du sonst nicht tun würdest, was aber diese Tugend, diese Eigenschaft zum Ausdruck bringt.
  • Wenn du morgens aufwachst, dann sage eine Affirmation, z.B.: "Ich entwickle Akribie."
  • Am Tag wiederhole immer wieder eine Autosuggestion, Affirmation wie z.B.: Ich bin akribisch."

Affirmationen zum Thema Akribie

Hier einige Affirmationen für mehr Akribie. Unter dem Stichwort "Affirmation" und "Wunderaffirmationen" erfährst du mehr zu Funktion und Wirkungsweise von Affirmationen. Nicht alle unten aufgeführten Affirmationen passen - nutze diejenigen, die für dich stimmig erscheinen.

Klassische Autosuggestion für Akribie

Hier die klassische Autosuggestion:

  • Ich bin akribisch.

Im Yoga verbindet man das gerne mit einem Mantra. Denn ein Mantra lässt die Affirmation stärker werden:

  • Ich bin akribisch. Om Om Om.
  • Ich bin ein Akribiker, eine Akribike OM.

Entwicklungsbezogene Affirmation für Akribie

Manche Menschen fühlen sich als Scheinheiliger oder als Heuchler, wenn sie sagen "Ich bin akribisch " - und sie sind es gar nicht. Dann hilft eine entwicklungsbezogene Affirmation:

  • Ich entwickle Akribie.
  • Ich werde akribisch.
  • Jeden Tag werde ich akribischer.
  • Durch die Gnade Gottes entwickle ich jeden Tag mehr Akribie.

Dankesaffirmation für Akribie

  • Ich danke dafür, dass ich jeden Tag akribischer werde.

Wunderaffirmationen Akribie

Du kannst es auch mit folgenden Affirmationen probieren:

  • Bis jetzt bin ich noch nicht sehr akribisch. Und das ist auch ganz verständlich, ich habe gute Gründe dafür. Aber schon bald werde ich Akribie entwickeln. Jeden Tag wird diese Tugend in mir stärker werden.
  • Ich freue mich darauf, bald sehr akribisch zu sein.
  • Ich bin jemand, der akribisch ist.

Gebet für Akribie

Auch ein Gebet ist ein machtvolles Mittel, um eine Tugend zu kultivieren. Hier ein paar Möglichkeiten für Gebete für mehr Akribie:

  • Lieber Gott, bitte gib mir mehr Akribie.
  • Oh Gott, ich verehre dich. Ich bitte dich darum, dass ich ein akribischer Mensch werde.
  • Liebe Göttliche Mutter, ich danke dir. Ich danke dir dafür, dass ich jeden Tag die Tugend Akribie mehr und mehr zum Ausdruck bringe.

Frage dich: Was müsste ich tun, um Akribie zu entwickeln?

Du kannst dich auch fragen:

  • Was müsste ich tun, um Akribie zu entwickeln?
  • Wie könnte ich akribisch werden?
  • Lieber Gott, bitte zeige mir den Weg zu mehr Akribie.
  • Angenommen, ich will akribisch sein, wie würde ich das tun?
  • Angenommen, ich wäre akribisch, wie würde sich das bemerkbar machen?
  • Angenommen, ein Wunder würde geschehen, und ich hätte morgen Akribie kultiviert, was hätte sich geändert? Wie würde ich fühlen? Wie würde ich denken? Wie würde ich handeln? Als akribischer Mensch, wie würde ich reagieren, mit anderen kommunizieren?

Siehe auch

Eigenschaften im Alphabet vor Akribie

Eigenschaften im Alphabet nach Akribie

Literatur

Weblinks

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