Patanjali

Aus Yogawiki
Darstellung Patanjalis als Mischwesen, bestehend aus einem männlichen Oberkörper und einer Schlange als Unterkörper. Über seinem Kopf breitet sich eine Schlange mit mehreren Köpfen aus. Patanjali lehrte Raja Yoga.

Patanjali (skt. पतञ्जलि Patañjali m.; Tamil: பதஞ்சலி, Patañcali) war ein indischer Weiser, der schätzungsweise zwischen dem 2. Jh. v. Chr. und dem 4. Jh. n. Chr. gelebt hat. Er verfasste das Yogasutra (auch Yoga Sutra oder Yoga Sutras des Patanjali) und gilt deswegen als Vater des Raja Yoga. Der Mahabhashya genannte Kommentar zur Ashtadhyayi, der Sanskrit Grammatik des Panini, sowie eine ayurvedische Schrift werden ihm ebenfalls zugeschrieben.

Patanjali dürfte einer der bekanntesten, im Westen vielleicht der bekannteste unter den klassischen Yogameistern sein. In knapp 200 kurzen Leitsätzen hat er zusammengefasst, was Yoga im Kern ist: Yogaś citta-vṛtti-nirodhaḥ – „Yoga ist das Zur-Ruhe-Kommen der Bewegungen im Geist“. Mit dem achtgliedrigen Pfad (Ashtanga Yoga) aus Yama, Niyama, Asana, Pranayama, Pratyahara, Dharana, Dhyana und Samadhi gab er Yoga-Übenden aller Zeiten einen klaren, praktischen Weg zu innerem Frieden, Selbsterkenntnis und Freiheit.

Das Wort Patanjali besteht aus zwei Wörtern: Anjali, Verneigung, und „Pata“, meisterhaft. So ist Patanjali „meisterhafte Verneigung“. Das drückt die Demut eines Meisters aus.

Die Yogasutras werden je nach Forschungsansatz zwischen dem 2. Jahrhundert v. Chr. und dem 5. Jahrhundert n. Chr. angesetzt; viele heutige Forscher datieren das Werk um 400 n. Chr. Da Patanjalis System mit dem Buddhismus große Ähnlichkeiten aufweist, nahm man früher an, dass entweder Patanjali von der buddhistischen Tradition beeinflusst wurde oder umgekehrt Buddha von Patanjali. Die heutige Forschung geht überwiegend davon aus, dass das Yogasutra nach der Zeit des Buddha entstand und Begriffe aus buddhistischen Schulen aufnimmt und in eine eigene Lehre einfügt.

Jeder Yogalehrer und jede Yogalehrerin sollte die Sutras kennen und deren Verfasser. Das Yogasutra von Patanjali ist die Abhandlung über den menschlichen Geist und wie er zur Ruhe kommen kann. Bis heute ist es der am häufigsten übersetzte und kommentierte klassische Yogatext der Welt.

Patanjali auf einen Blick

Merkmal Einordnung
Name Patanjali
Sanskrit पतञ्जलि, Patañjali
Tamil பதஞ்சலி, Patañcali
Bedeutung Traditionell „meisterhafte Verneigung“ oder „der in die gefalteten Hände Gefallene“
Lebenszeit Nicht gesichert; Datierungen reichen vom 2. Jh. v. Chr. bis zum 5. Jh. n. Chr.
Hauptwerk Yogasutra (Yoga Sutra), 195 oder 196 Leitsätze in vier Kapiteln
Ihm zugeschrieben Mahabhashya (Sanskrit-Grammatik), ein Werk über Ayurveda
Bekannt als Vater des Raja Yoga; Lehrer des achtgliedrigen Yoga (Ashtanga Yoga)
Traditionelle Gestalt Inkarnation der Weltenschlange Shesha (Adishesha); halb Mensch, halb Schlange
Philosophische Grundlage Samkhya, ergänzt um Ishvara (Gott); heute oft im Sinne des Vedanta gedeutet
Bedeutende Kommentare Vyasa, Vachaspati Mishra, Bhoja, Vijnanabhikshu; in neuerer Zeit Swami Vivekananda, Swami Vishnudevananda, Swami Durgananda, Sukadev Bretz u. a.

Patanjali पतञ्जलि Patañjali Aussprache

Hier kannst du hören, wie das Sanskritwort Patanjali, पतञ्जलि, Patañjali ausgesprochen wird:

Sukadev über Patanjali

Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Patanjali

Im übertragenen Sinne heißt Patanjali „meisterhafte Verneigung“. „Anjali“ heißt Verneigung. „Pata“ kann man übersetzen als meisterlich, es heißt auch Stoff, es heißt auch letztendlich, es heißt auch endlich. So ist Patanjali derjenige, der einen zur letzten Verneigung hinführt. Patanjali wollte sein ganzes Leben dem Guten und dem Wohl aller darbringen. Er steht auch dafür, dass auch wir das zum Beispiel nehmen können: „Möge unser ganzes Leben ‚Anjali‘ sein, Verehrung Gottes, und auch Einsatz für das Gute überall.“

Patanjali ist der Autor des Yogasutra. Yogasutra ist eine der wichtigsten Yogaschriften. Es ist die Grundlage des Raja Yoga, des psychologischen Yoga, in vier Kapiteln. Wenn du auf unseren Internetseiten nach „Yogasutra“ suchst oder auch nach „Patanjali“, findest du das gesamte Yogasutra, du findest es mit Rezitation, du findest es mit Übersetzung und mit mehreren Kommentaren, sodass du viel über deinen menschlichen Geist anhand des Yogasutra lernen kannst. Patanjali gilt auch als Autor einer Sanskrit-Grammatik. Letztlich kann man sagen, Patanjali hat die Regeln des Sanskrit niedergelegt. Und als Nächstes gilt er auch als ein Autor eines klassischen Werkes über Ayurveda. So hat Patanjali drei Aspekte. Er steht für die Reinheit der Sprache, er hat Sanskrit gelehrt. Er steht für die Reinheit des Körpers, er hat Ayurveda gelehrt. Er steht für die Reinheit des Geistes, er hat Raja Yoga, den Yoga des Geistes, gelehrt.

Moderne Indologen streiten sich, ob Patanjali eine Person war, der all diese drei Werke geschrieben hat. Die meisten gehen jetzt davon aus, dass es nicht nur ein Autor war, sondern drei, und dass sie sogar einige Jahrzehnte, zum Teil noch länger, auseinander waren. Aber wer weiß, vielleicht war es die Inkarnation des gleichen Meisters. Aber auch der gleiche Meister kann unterschiedliche Stile haben, wenn er schreibt. Jedenfalls ist dahinter eine bestimmte Energie. Letztlich hat Patanjali in allen drei Werken praktische Tipps gegeben. Das ist das Charakteristische an allen drei Werken.

In seiner Sanskrit-Grammatik klar: „So schreibt man Sanskrit, so lernt man Sanskrit. Wenn man es so schreibt usw., dann hat es starke Wirkung.“ Im Yogasutra: „So funktioniert der Geist. Das sind Praktiken. Übe diese Praktiken und du erreichst Samadhi.“ Und genauso auch in seinem Ayurveda-Werk: „Das sind die Ursachen von Krankheiten. Das sind die Behandlungsmöglichkeiten, so kannst du heilen.“ Diese Werke haben alle einen starken Praxisbezug und deswegen vermutet man auch nur einen einzigen Autor für alle drei Werke.

Wann hat jetzt Patanjali gelebt? Manche Indologen behaupten, Patanjali hätte vor 2.000 Jahren, um Christi Geburt, gelebt. Manche sagen, ein paar hundert Jahre vor Christus, ein paar hundert Jahre nach Christus. Andere meinen, der Autor der Sanskrit-Grammatik, der war ein paar hundert Jahre vor, und Yogasutra ein paar hundert Jahre nachher. Also genau wissen wir es nicht.

Patanjali gilt als Meister auch als ein Naga, ein Schlangenwesen. Er wird oft dargestellt mit einem Schlangenunterkörper und einem menschlichen Oberkörper. Und so symbolisiert er auch, dass er tief ins Unterbewusstsein geht – dafür steht Schlangenkörper – dass er Zugang hat zu einer großen Energie wie die Kundalini, dass er diese nutzt für etwas Positives, und das praktisch und wohlwollend ausdrücken will, dafür steht letztlich der Mensch, und das Ganze ausrichtet auf das Göttliche.

Patanjali – ein großer Yogameister, Autor vom Yogasutra, Autor von Werken über Sanskrit-Grammatik und Ayurveda. Und zum Schluss noch einen Patanjali Dhyana Shloka, also eine Strophe zur Ehrerbietung an Patanjali: „Yogena Chittasya Padena Vacha Malam Sharirasya Cha Vaidyakena Yopakarottam Pravaram Muninam Patanjalim Pranjaliranatosmi.“

Das Patanjali-Mantra

Die Ehrerbietung an Patanjali, die Sukadev am Ende seines Vortrags spricht, wird in vielen Yogaschulen vor dem Studium des Yogasutra rezitiert:

योगेन चित्तस्य पदेन वाचां मलं शरीरस्य च वैद्यकेन।
योऽपाकरोत्तं प्रवरं मुनीनां पतञ्जलिं प्राञ्जलिरानतोऽस्मि॥
Yogena cittasya padena vācāṃ malaṃ śarīrasya ca vaidyakena |
yo'pākarottaṃ pravaraṃ munīnāṃ patañjaliṃ prāñjalir ānato'smi ||

Vor Patanjali, dem Vornehmsten unter den Weisen, verneige ich mich mit gefalteten Händen – ihm, der die Unreinheit des Geistes durch den Yoga, die der Sprache durch die Grammatik und die des Körpers durch die Heilkunde beseitigt hat.

Eine Vertonung dieses Mantras findest du unten unter Multimedia.

Leben und Legenden

Wie so oft bei indischen Weisen sind die genauen Lebensumstände auch bei Patanjali unbekannt. Dafür ranken sich mehrere Legenden um ihn.

Die Schlange in den gefalteten Händen

Eine Legende sagt, dass seine Mutter die Asketin Gonika (skt. Goṇikā) war, die als Einsiedlerin lebte. Da sie keine Schüler fand, um ihr Wissen weiterzugeben, betete sie zum Sonnengott Surya. Als sie dann die Hände ins Wasser tauchte und danach nach oben streckte, fiel vom Himmel eine kleine Schlange in ihre Hände. Diese wurde dann zu einem Knaben, der sich vor Gonika verneigte und sie bat, ihn als ihren Schüler anzunehmen. Sie willigte ein und gab ihm den Namen Patanjali (skt. „pat“: „fliegen, fallen“; „anjali“: „Hände in Gruß- und Bethaltung“). Eine andere Legende besagt, dass Patanjali der Sohn des altindischen Grammatikers Panini war.

Die Inkarnation der Weltenschlange

Patanjali gilt als Inkarnation der Weltenschlange Shesha. In der indischen Kunst wird er als Mischwesen dargestellt. Sein Unterleib ist eine zusammengeringelte Schlange, der Oberkörper der eines Mannes, der seine Hände in Anjali Mudra zusammengefaltet hat. Über seinem Kopf breitet sich eine vielköpfige Schlange wie ein Schirm aus.

Die Schlange Shesha (auch Adishesha oder Ananta, „der Unendliche“) trägt nach der indischen Mythologie den Gott Vishnu, der auf ihr im kosmischen Ozean ruht. Sie steht für die Energie, die das Universum trägt, und für Geduld und Beständigkeit: Die tausend Köpfe tragen die Welt, ohne zu ermüden. So ist Patanjali in der Tradition der Lehrer, der die Übenden mit unendlicher Geduld trägt.

Die verschiedenen Legenden wurden vom Yogameister B.K.S. Iyengar neu zu einer einzigen zusammengefasst. Danach schrieb Patanjali eine Grammatik, um die Klarheit der Sprache, ein Buch über Ayurveda, um die Reinheit des Körpers, und das Yogasutra, um die Reinheit des Geistes zu lehren.

Nataraja: Shivas kosmischer Tanz, den Patanjali nach der Legende in Chidambaram schauen durfte.

Patanjali und der Tanz des Shiva in Chidambaram

In Südindien, besonders in Tamil Nadu, wird Patanjali zugleich als Siddha verehrt und als Zeuge von Natarajas göttlichem Tanz in Chidambaram.

Nach der südindischen Überlieferung ruht Vishnu auf der Weltschlange Adishesha. Als der Herr von der Wonne des göttlichen Tanzes Shivas erfüllt ist, erwacht auch in Adishesha das Verlangen, diesen Tanz zu schauen. Diese Sehnsucht führt zur Erscheinung Patanjalis in halb menschlicher, halb schlangenhafter Gestalt.

Patanjali begibt sich nach Tillai, dem späteren Chidambaram. Dort begegnet ihm Vyaghrapada, der tigerfüßige Verehrer Shivas. Beide widmen sich der Verehrung und warten auf die verheißene Schau. Schließlich offenbart Nataraja vor ihnen seinen Tanz der Wonne.[1] Bis heute werden Patanjali und Vyaghrapada im Tempel von Chidambaram neben Nataraja dargestellt.

Patanjali und Vyaghrapada besitzen unterschiedliche Gestalten und unterschiedliche Gaben. Der eine erinnert an die Schlange, der andere an den Tiger. In der Verehrung finden beide dieselbe Mitte. Das Warten ist kein leerer Zwischenraum; es gibt ihrer Sehnsucht Form. Der Tanz, den sie schauen, wird zum Bild eines Kosmos, dessen Bewegung von göttlicher Gegenwart durchdrungen ist.

In Chidambaram erhält Erkenntnis deshalb eine tänzerische Gestalt. Stille und Bewegung widersprechen einander nicht. Das gesammelte Bewusstsein kann eine Welt wahrnehmen, die sich unaufhörlich verändert, ohne selbst in jeder Veränderung den Halt zu verlieren. Hier berührt die Legende den Kern des Yogasutra.

Patanjali in der tamilischen Siddha-Tradition

Die tamilische Überlieferung zählt Patanjali zu den acht Schülern des göttlichen Lehrers Nandi, zusammen mit Tirumular, dem Verfasser des Tirumandiram, und Vyaghrapada. In der Liste der 18 tamilischen Siddhas erscheint er ebenfalls. So verbindet sich in Patanjali die Sanskrit-Tradition des klassischen Yoga mit der tamilischen Tradition der Siddhas, für die Yoga, Heilkunde und Gottesliebe zusammengehören.

Legende und Geschichte

Die traditionelle Gleichsetzung des Yoga-Autors, des Grammatikers des Mahabhashya und des schlangengestaltigen Heiligen ist historisch nicht gesichert. Die Legenden sind als religiöse Überlieferung zu verstehen, die eine tiefe Wahrheit in Bildern ausdrückt: Der Lehrer des Yoga ist jemand, der sich ganz in den Dienst anderer stellt, die Lebensenergie meistert und das Göttliche schaut. Die historischen Fragen werden im folgenden Abschnitt behandelt.

Die drei Werke: Tradition und Forschung

Die Tradition schreibt Patanjali drei große Werke zu. Aus religionswissenschaftlicher Sicht stellt sich die Frage, ob es sich um einen oder um mehrere Autoren handelt.

Das Yogasutra

Patanjali ist der Autor des Yogasutra (Sanskrit: yogasūtram n.: Yogaleitfaden), das schon im 5. Jh. n. Chr. von Vyasa im „Yogasutrabhasya“ kommentiert wurde. Shankara (788–820), einem der größten indischen Philosophen, wird der Kommentar „Patanjalayogasutrabhasyavivarana“ zugeschrieben; ob er wirklich von Shankara stammt, ist in der Forschung umstritten. Im 11. Jahrhundert übersetzte der islamische Universalgelehrte Al-Biruni (973–1048) das Yogasutra ins Arabische (Kitab Batanjali). Auch später wurden immer neue Kommentare der Yogasutra herausgegeben. Mit der Verbreitung von Yoga außerhalb Indiens wurde es in mehrere Sprachen übersetzt; auf Deutsch gibt es mittlerweile weit über 20 verschiedene Ausgaben!

Die religionswissenschaftliche Sicht: Der Indologe Philipp A. Maas hat gezeigt, dass das Yogasutra und der älteste Kommentar, das Yogabhashya, wahrscheinlich ein zusammengehöriges Werk bilden, das Pātañjalayogaśāstra. Er datiert es auf die Zeit um 400 n. Chr. Demnach könnten Sutra und Kommentar vom selben Verfasser stammen, der ältere Lehrsätze sammelte und erläuterte; der Name „Vyasa“ für den Kommentator wäre dann eine spätere Zuschreibung.[2] Andere Forscher datieren den Kern der Sutras früher. Einigkeit besteht darin, dass Patanjali ältere Yoga-Überlieferungen gesammelt, geordnet und in eine systematische Form gebracht hat.

Die Sanskrit-Grammatik: das Mahabhashya

Neben dem Yogasutra schreibt man Patanjali auch das „Mahabhashya“ zu (Sanskrit mahābhāṣya: „großer Kommentar“), einen Kommentar über die Grammatikabhandlung „Ashtadhyayi“ von Panini und die Ergänzungen des Grammatikers Katyayana. Das Mahabhashya gilt als eines der bedeutendsten Werke der indischen Sprachwissenschaft und prägte die Sanskrit-Grammatik bis heute.

Die traditionelle Sicht: Für die Tradition ist es derselbe Patanjali, der die Sprache von Unreinheiten befreite, wie es das Patanjali-Mantra ausdrückt. Die klare, geordnete Sprache gilt als Voraussetzung für klares Denken.

Die religionswissenschaftliche Sicht: Das Mahabhashya lässt sich recht genau datieren. Es erwähnt Ereignisse aus der Zeit der Shunga-Dynastie und stammt daher aus der Mitte des 2. Jahrhunderts v. Chr. Wenn das Yogasutra um 400 n. Chr. entstanden ist, lägen zwischen beiden Werken über fünf Jahrhunderte. Vermutlich handelt es sich um zwei verschiedene Autoren gleichen Namens. Die Gleichsetzung beider Patanjalis ist erst in mittelalterlichen Quellen belegt.

Das Ayurveda-Werk

Ein drittes Werk, das angeblich aus der Feder Patanjalis stammt, ist das „Carakapratisamskrita“, eine Überarbeitung der „Carakasamhita“, die wiederum eine der ältesten Abhandlungen über Ayurveda ist. Die Legende besagt, dass Patanjali dieses Buch nach einem Tanzkurs verfasst hat, den er besucht hatte, um die Funktionen des Körpers besser kennen zu lernen.

Die traditionelle Sicht: Patanjali heilte nicht nur den Geist, sondern auch den Körper. Diese Sicht betont, dass Yoga und Ayurveda als „Schwesterwissenschaften“ zusammengehören.

Die religionswissenschaftliche Sicht: Ein eigenes medizinisches Werk Patanjalis ist nicht erhalten. Die Verbindung Patanjalis mit der Heilkunde wird erst in mittelalterlichen Texten greifbar, unter anderem in Kommentaren zur Caraka-Samhita und im Umfeld des Königs Bhoja im 11. Jahrhundert, aus dem auch die Vorstellung vom dreifachen Wirken Patanjalis stammt.

Ein Patanjali oder drei?

Die meisten Religionswissenschaftler gehen heute von mindestens zwei, wahrscheinlich drei verschiedenen Personen aus. Für Yoga-Übende muss diese Frage nicht entschieden werden. Die Tradition sieht in Patanjali, wie Sukadev es ausdrückt, eine „bestimmte Energie“ hinter allen drei Werken: den Impuls, Sprache, Körper und Geist zu läutern und praktische Wege dafür aufzuzeigen. Diese Sicht und die historische Forschung können nebeneinander bestehen.

Das Yogasutra

Das Yogasutra von Patanjali ist eine Abhandlung über den menschlichen Geist. Seit Jahrhunderten wird es immer wieder neu interpretiert und ist heute im Westen der meistkommentierte klassische Yogatext überhaupt. Das Yoga Sutra ist der Raja-Yogatext schlechthin. Es geht um das Kennenlernen und die Kontrolle des Geistes, die Überwindung von Leiden und die Selbstverwirklichung. Obwohl das Yogasutra als Raja-Yogatext gilt, findet man an einigen Stellen auch ausgezeichnete Hinweise für die anderen Aspekte des Yoga.

Das Yogasystem des Patanjali beruht philosophisch auf den Begriffen der Samkhya-Philosophie (wie Purusa, Prakriti, Parinama, Avidya, Kaivalya). Es verbindet diese mit Elementen aus anderen Traditionen. Patanjali erkennt im Unterschied zum atheistischen Samkhya den persönlichen Gott (Ishvara) an und sagt, dass Gottesverehrung schnell zur Befreiung führt. Er bezieht so die großen Bhakti-Traditionen mit ein. Patanjali beschränkt sich nicht wie Samkhya auf Viveka und Vairagya (Unterscheidungskraft und Loslösung) als Mittel zur Befreiung, sondern gibt Übungen zum Beruhigen (Nirodha) der Gedanken (Vritti) im Geist (Citta). Sind die Gedanken im Geist zur Ruhe gebracht, verwirklicht man sein wahres Wesen (I 2–3). An einigen Stellen benutzt Patanjali den Atman-(Selbst-)Begriff des Vedanta. Mehrmals, insbesondere im 3. Kapitel, greift er auf Begriffe von Tantra zurück, z. B. Nadi (Energiekanal), Chakra (feinstoffliches Energiezentrum), Udana und Samana (Lebensenergien). Patanjali ist nicht der Erfinder dieses Systems, er hat altes, längst vorhandenes Wissen zusammengefasst und geordnet.

Patanjali selbst spricht nicht von Raja Yoga, sondern von Yoga allgemein. Der Ausdruck Raja Yoga stammt aus späteren Schriften. In der Hatha Yoga Pradipika z. B. heißt es: „Wir üben Hatha Yoga, um Raja Yoga zu erlangen.“ Denn es ist sehr schwer, nur durch geistig-psychologische Techniken Kontrolle über den Geist zu erlangen. Asanas (Körperstellungen) und Pranayama (Atemübungen) können uns dabei helfen. So haben die Hatha Yoga-Schriften den Ausdruck „Raja Yoga“ für die Sutras von Patanjali populär gemacht. Raja heißt wörtlich „Herrscher“; durch Raja Yoga werden wir zum Herrscher über unseren Geist und unser Leben.

Der Aufbau: vier Kapitel

Das Yogasutra besteht aus 195 oder 196 kurzen Leitsätzen (Sutras, wörtlich „Fäden“), die auf vier Kapitel (Pada) verteilt sind. Die knappe Form diente dem Auswendiglernen; jedes Sutra ist wie ein Knoten, an dem der Lehrer seine Erklärung festmachte.

Kapitel Name Sutras Inhalt
1 Samadhi Pada – Kapitel über die Versenkung 51 Was Yoga ist; die Bewegungen des Geistes; Übung und Loslösung; Gott (Ishvara) und das Om; Hindernisse und ihre Überwindung; Stufen der Versenkung
2 Sadhana Pada – Kapitel über die Übung 55 Kriya Yoga; die fünf Kleshas (Ursachen des Leidens); Karma; die acht Glieder des Yoga; Yama, Niyama, Asana, Pranayama, Pratyahara
3 Vibhuti Pada – Kapitel über die Kräfte 55 bzw. 56 Dharana, Dhyana, Samadhi; Samyama; die Entfaltung außergewöhnlicher Fähigkeiten (Siddhis) und die Warnung, an ihnen zu haften
4 Kaivalya Pada – Kapitel über die Befreiung 34 Geist und Karma; Eindrücke (Samskaras); das Wesen des Bewusstseins; Kaivalya, die Befreiung

Die wichtigsten Sutras

Einige Sutras sind für Übende besonders bekannt und inspirierend:

Sutra Sanskrit Sinngemäße Übersetzung
I.2 योगश्चित्तवृत्तिनिरोधः
yogaś citta-vṛtti-nirodhaḥ
Yoga ist das Zur-Ruhe-Kommen der Bewegungen im Geist.
I.3 तदा द्रष्टुः स्वरूपेऽवस्थानम्
tadā draṣṭuḥ svarūpe 'vasthānam
Dann ruht der Sehende in seinem wahren Wesen.
I.12 अभ्यासवैराग्याभ्यां तन्निरोधः
abhyāsa-vairāgyābhyāṃ tan-nirodhaḥ
Durch Übung (Abhyasa) und Loslösung (Vairagya) kommt der Geist zur Ruhe.
I.14 स तु दीर्घकालनैरन्तर्यसत्कारासेवितो दृढभूमिः
sa tu dīrgha-kāla-nairantarya-satkārāsevito dṛḍha-bhūmiḥ
Die Übung wird fest gegründet, wenn sie lange Zeit, ohne Unterbrechung und mit Hingabe gepflegt wird.
I.33 मैत्रीकरुणामुदितोपेक्षाणां सुखदुःखपुण्यापुण्यविषयाणां भावनातश्चित्तप्रसादनम्
maitrī-karuṇā-muditopekṣāṇāṃ sukha-duḥkha-puṇyāpuṇya-viṣayāṇāṃ bhāvanātaś citta-prasādanam
Der Geist wird klar durch Freundlichkeit gegenüber den Glücklichen, Mitgefühl mit den Leidenden, Mitfreude mit den Tugendhaften und Gleichmut gegenüber den Untugendhaften.
II.1 तपःस्वाध्यायेश्वरप्रणिधानानि क्रियायोगः
tapaḥ-svādhyāyeśvara-praṇidhānāni kriyā-yogaḥ
Disziplin, Selbststudium und Hingabe an Gott bilden den Yoga der Tat.
II.29 यमनियमासनप्राणायामप्रत्याहारधारणाध्यानसमाधयोऽष्टावङ्गानि
yama-niyamāsana-prāṇāyāma-pratyāhāra-dhāraṇā-dhyāna-samādhayo 'ṣṭāv aṅgāni
Die acht Glieder sind: Yama, Niyama, Asana, Pranayama, Pratyahara, Dharana, Dhyana und Samadhi.
II.46 स्थिरसुखमासनम्
sthira-sukham āsanam
Die Haltung sei fest und angenehm.

Eigene, sinngemäße Übersetzungen.[3]

Die acht Glieder des Yoga (Ashtanga Yoga)

Das Herzstück des Yogasutra für die Praxis ist der achtgliedrige Pfad. Er führt vom ethischen Verhalten über Körper und Atem bis zur inneren Versenkung:

Glied Sanskrit Bedeutung
1 Yama Ethische Grundsätze im Umgang mit anderen: Ahimsa (Gewaltlosigkeit), Satya (Wahrhaftigkeit), Asteya (Nicht-Stehlen), Brahmacharya (Mäßigung, Ausrichtung auf das Göttliche), Aparigraha (Nicht-Horten)
2 Niyama Persönliche Disziplin: Shaucha (Reinheit), Santosha (Zufriedenheit), Tapas (Disziplin), Svadhyaya (Selbststudium), Ishvarapranidhana (Hingabe an Gott)
3 Asana Körperhaltung, „fest und angenehm“
4 Pranayama Lenkung des Atems und der Lebensenergie
5 Pratyahara Zurückziehen der Sinne nach innen
6 Dharana Konzentration auf einen Punkt
7 Dhyana Meditation, ununterbrochener Fluss der Aufmerksamkeit
8 Samadhi Versenkung, Einssein mit dem Gegenstand der Meditation, schließlich überbewusster Zustand

Die letzten drei Glieder zusammen nennt Patanjali Samyama. Der Name „Ashtanga Yoga“ (achtgliedriger Yoga) für Patanjalis Weg ist nicht zu verwechseln mit dem modernen dynamischen Übungsstil „Ashtanga Vinyasa Yoga“, der sich zwar auf Patanjali beruft, aber vor allem ein Asana-System ist.

Shiva in Meditation: Sinnbild stiller Sammlung, dem Ziel des Yogasutra.

Der Weg in den knappen Sätzen

Das Yoga Sutra erzählt keine ausführliche Heiligenbiografie, sondern beschreibt einen Übungsweg. Gleich zu Beginn verbindet es das Zur-Ruhe-Kommen der geistigen Bewegungen mit dem Erkennen des Sehenden. Später nennt es Übung und Loslösung als zusammengehörige Kräfte und führt ethische Grundlagen, Körperhaltung, Atem, Sammlung und Meditation auf.

Die Legende und der Lehrtext sind zwei überlieferte Zugänge unter dem Namen Patanjali. In der heutigen Praxis können sie einander beleuchten: Die Legende nährt Sehnsucht und Vertrauen; der Lehrtext fordert geduldige, verantwortliche Übung.

Yoga-Sutra-1.33

Yoga Sutra 1.34 – mp3-Lesung mit Sukadev

Yoga Sutra 1.37

Yoga Sutra 1.38 – mp3-Vortrag mit Sukadev

Yoga Sutra 2.5 – Unwissenheit – mp3-Lesung mit Sukadev

Yoga Sutra 2.34 – mp3-Lesung mit Yoga Meister Sukadev Bretz

Yoga Sutra 2-52 – mp3-Vortrag mit Sukadev

Yoga Sutra von Patanjali 3.12

Die zehn Yoga-Grundsätze – Yamas und Niyamas

(Eine freie, persönliche Interpretation von Yogi Nils. Die üblichen Übersetzungen der Yamas und Niyamas findest du oben in der Tabelle zu den acht Gliedern.)

Die Grundlage des Yoga ist das Yogasutra von Patanjali. Darin stellt der erleuchtete Yogaweise Patanjali zehn Grundsätze für das erfolgreiche spirituelle Üben auf.

1. Gewaltlosigkeit (Ahimsa): Keine anderen Wesen töten. Friedfertig sein. Sanftmütig leben.

2. Wahrhaftigkeit (Satya): In der Wahrheit leben. Grundsätzlich ehrlich zu sich selbst und anderen sein. Konsequent aus der persönlichen Wahrheit (Richtigkeit) heraus leben. Eine Lüge ist nur in gut begründeten Ausnahmen zulässig, zum Beispiel wenn man mit einer Lüge das Leben eines anderen Menschen retten kann. Ein Yogi schweigt in einer Situation, in der er zweifelt. Wer konsequent in der Wahrheit lebt, der strahlt Wahrheit aus.

3. Rechtschaffenheit (Asteya): Nicht stehlen und nicht betrügen. Ein Yogi ist im Berufsleben grundsätzlich ehrlich. Er strebt nicht nach ungerechtfertigtem Vorteil, sondern sucht den gerechten Ausgleich (fairer Handel). Einem Yogi kann man im Berufsleben grundsätzlich vertrauen. Er gibt seinem Geschäftspartner eher etwas zu viel als zu wenig. Wer im Geschäftsleben gerecht handelt, erzeugt kein schlechtes Karma.

4. Weisheit (Brahmacharya): Spirituell leben (in der Weisheit leben/Brahmacharya). Nicht dem Geld, sondern Gott dienen. Das Wesentliche vom Unwesentlichen unterscheiden.

5. Einfachheit (Aparigraha): Mäßigung in äußeren Genüssen. Ein spiritueller Mensch lebt grundsätzlich äußerlich bescheiden und innerlich reich. Ein Yogi verbraucht seine Energie nicht im äußeren Tun, sondern lebt so ruhig, dass sie sich nach innen wendet und seinen Körper von innen her reinigt.

6. Verehrung des spirituellen Ziels (Ishvarapranidhana, die persönliche Gottheit): Damit wir unseren spirituellen Weg nicht verlieren, ist es notwendig, dass wir uns immer wieder auf unser spirituelles Ziel besinnen. Wir können ein Bild verehren, uns vor einer Statue verbeugen oder ein Mantra (Gebet) sprechen. Sorge gut für dich selbst. Lebe aus der Ruhe heraus (Brahma) und im täglichen spirituellen Üben (Shiva). Sende allen Wesen Licht und wünsche eine glückliche Welt (Vishnu).

7. Ego-Opfer (Shaucha, Läuterung/Reinigung): Die zehn Ego-Eigenschaften sind Stolz, Neid, Habsucht, Genusssucht, Angst, Wut, Trauer, Unmäßigkeit, Faulheit, Unwissenheit. Was ist heute deine negative Eigenschaft? Welcher positive Gedanke hilft dir, sie zu überwinden? Ohne ein großes Ego-Opfer gibt es keine Erleuchtung. Richtig zu opfern ist eine Kunst. Wer zu viel opfert, verspannt sich innerlich. Wer zu wenig opfert, löst seine Egoverspannung/Anhaftung nicht auf. Wie gelangst du heute zum inneren Frieden, zur inneren Kraft und in die allumfassende Liebe?

8. Zielstrebigkeit (Tapas): Ein klarer Entschluss (Gelöbnis), ein klarer Lebensplan und ein konsequenter Weg des Übens. Tapas bedeutet ein diszipliniertes Leben zu führen. Wer eine klare Zielorientierung und große Ausdauer hat, der siegt auf dem spirituellen Weg. Bitte die erleuchteten Meister um Führung und Hilfe, folge deiner inneren Weisheit, und du wirst auf deinem spirituellen Weg erfolgreich sein.

9. Selbststudium (Svadhyaya): Die tägliche Lesemeditation hält uns auf dem spirituellen Weg, reinigt unseren Geist, verbindet uns mit den erleuchteten Meistern und macht uns letztlich zu spirituellen Siegern. Wer sich nicht jeden Tag mit Spiritualität beschäftigt, verliert im Zeitalter des Konsumfernsehens seinen Weg des inneren Glücks.

10. Zufriedenheit (Santosha): Gelange in die große Zufriedenheit mit dir und deinem Leben. Welcher Gedanke hilft dir in die Zufriedenheit zu kommen?

Was ist Kriya Yoga nach Patanjali?

Patanjali ist der Autor des Yoga Sutra. Er schreibt im Yoga Sutra: „Tapas, swadhyaya, ishwarapranidhana kriya yogaha“. Kriya Yoga besteht aus Tapas, Swadhyaya und Ishvara pranidhana. Tapas kann man als Askese übersetzen. Man kann Tapas auch als spirituelle Praxis beschreiben oder als Disziplin. Swadhyaya kann Einsicht, Selbststudium, Introspektion oder auch Studium der Schriften heißen. Ishvara pranidhana bedeutet Hingabe an Gott oder auch Gottesverehrung. Kriya Yoga ist der Yoga der Tat. Man kann auch sagen, dass du auf dem spirituellen Weg von Anfang an drei Dinge machen kannst:

  • Übe spirituelle Praktiken – Tapas
  • Lies in spirituellen Büchern, heiligen Schriften und Büchern von Meistern – Swadhyaya
  • Übe Hingabe an Gott, Rituale der Gottesverehrung, Mantra-Singen, Gebet, spirituelle Lieder, Gottesdienste usw.

Das sind drei Dinge, die du als spiritueller Aspirant gleich machen kannst. Das ist eine Deutung des Verses. Eine zweite Deutung des Kriya Yoga nach Patanjali wäre: Wenn du Schwierigkeiten begegnest, kannst du drei Dinge tun:

  • Swadhyaya üben bedeutet: Verstehen, in welcher Situation du bist, was sie für dich zu sagen hat und welche Optionen du hast. Was wollen Menschen von dir?
  • Tapas heißt: Du tust etwas. Es heißt auch Intensität oder Feuer. Du machst etwas.
  • Ishvarapranidhana bedeutet: Du übst Hingabe an Gott und sagst: „O Gott, dein Wille geschehe. O Gott, ich kann da nichts ändern. Bitte hilf du mir.“

Gemäß dem alten Mystiker-Spruch: „O Gott, gib mir den Mut zu ändern, was ich ändern kann. (Tapas) Gib mir die Geduld, das anzunehmen, was ich nicht ändern kann. (Ishvara pranidhana) Und gib mir die Weisheit, zwischen beidem zu unterscheiden. (Swadhyaya)“

Patanjali sagt noch über Kriya Yoga, dass er hilft, die Kleshas zu überwinden oder zu reduzieren und die Fähigkeit zu Samadhi zu erzeugen. Kriya Yoga hilft, die Ursachen des Leidens, Kleshas, zu überwinden und hilft, dass du leichter ins Überbewusstsein und damit in die Gottverwirklichung kommst.

Santosha – Kurzvortrag über Santosha, Zufriedenheit

Die historische Bedeutung Patanjalis

Das klassische Yoga-System

Mit dem Yogasutra wurde Yoga zu einem der sechs klassischen philosophischen Systeme (Darshanas) Indiens, neben Samkhya, Nyaya, Vaisheshika, Mimamsa und Vedanta. Patanjali schuf damit eine Referenz, auf die sich spätere Yogalehrer immer wieder beziehen konnten. Wer im mittelalterlichen Indien von „Yoga“ als Philosophie sprach, meinte meist Patanjalis Yoga.

Weite Verbreitung im Mittelalter

Das Yogasutra war im ersten Jahrtausend n. Chr. weit verbreitet. Es wurde kommentiert, zitiert, in andere Sprachen übertragen und beeinflusste Tantra, Hatha Yoga und Vedanta gleichermaßen. Die arabische Übersetzung des Al-Biruni im 11. Jahrhundert zeigt, dass es sogar über die Grenzen der indischen Kultur hinaus als Schlüsselwerk galt; es wurde später auch ins Altjavanische übertragen.

Vergessen und Wiederentdeckung

Nach dem 16. Jahrhundert trat das Yogasutra in Indien zeitweise in den Hintergrund; andere Schriften, etwa zum Hatha Yoga und Vedanta, standen im Vordergrund. Im 19. Jahrhundert wurde es wiederentdeckt, zunächst durch europäische Indologen und Übersetzer, dann vor allem durch Swami Vivekananda. Sein Buch Raja Yoga (1896) machte die Yoga Sutras im Westen bekannt und prägte die Vorstellung von Yoga als einem Weg der Meditation und der Beherrschung des Geistes.

Die Grundlage des modernen Yoga

Im 20. Jahrhundert wurde das Yogasutra zum wichtigsten Bezugstext des weltweiten Yoga. Fast jede Yogalehrer-Ausbildung behandelt es; große Lehrer wie Swami Sivananda, Swami Vishnudevananda, T. Krishnamacharya, B.K.S. Iyengar und T.K.V. Desikachar haben es kommentiert und ihre Übungswege darauf gegründet. Die Religionswissenschaft weist darauf hin, dass der heutige Yoga, besonders der körperbetonte Hatha Yoga, sich von Patanjalis meditativ ausgerichtetem Yoga in vielem unterscheidet. Gerade deshalb ist das Yogasutra für Übende wertvoll: Es erinnert daran, dass Asanas nur ein Glied des Weges sind und das Ziel die Ruhe und Klarheit des Geistes ist.

Die wichtigsten Kommentare zum Yoga Sutra

Weil die Sutras so knapp sind, braucht man Erläuterungen. Über die Jahrhunderte ist eine große Kommentartradition entstanden.

Klassische Kommentare

Kommentar Verfasser Zeit Besonderheit
Yogabhashya Vyasa (möglicherweise Patanjali selbst) um 400 n. Chr. Ältester und maßgeblicher Kommentar; bildet mit den Sutras das Pātañjalayogaśāstra
Vivarana Shankara zugeschrieben 8. Jh.(?) Echtheit umstritten; verbindet Yoga mit Vedanta-Gedanken
Tattvavaisharadi Vachaspati Mishra 9./10. Jh. Genaue Erläuterung des Yogabhashya
Rajamartanda König Bhoja 11. Jh. Knapper, gut verständlicher Kommentar
Yogavarttika Vijnanabhikshu 16. Jh. Verbindet Yoga, Samkhya und Vedanta
Bhasvati Swami Hariharananda Aranya 20. Jh. Kommentar aus der lebendigen Samkhya-Yoga-Tradition

Kommentare moderner Meister

  • Swami Vivekananda: Raja Yoga (1896). Der erste große Kommentar für ein westliches Publikum; er deutet die Sutras im Licht des Vedanta.
  • Swami Sivananda: In zahlreichen Büchern, etwa Raja Yoga und Göttliche Erkenntnis, erläutert er Patanjalis Lehre als Teil eines integralen Yoga, der Hingabe, Dienst, Meditation und Erkenntnis verbindet.
  • Swami Vishnudevananda: Der Gründer der Sivananda Yoga Vedanta Zentren übersetzte und kommentierte die Raja Yoga Sutras in seinem Buch Meditation and Mantras (1978). Sein Kommentar ist ganz auf die Praxis ausgerichtet und verbindet Patanjalis Yoga mit Mantra-Meditation, Pranayama und der Vedanta-Philosophie.
  • Swami Durgananda: Die langjährige Leiterin der Sivananda Yoga Vedanta Zentren in Europa und Schülerin Swami Vishnudevanandas veröffentlichte Yoga-Sutren des Patanjali (2003). Ihr Kommentar erschließt die Sutras klar und praxisnah für deutschsprachige Übende.
  • Sukadev Bretz: Der Gründer von Yoga Vidya schrieb Die Yogaweisheit des Patanjali für Menschen von heute (2005), einen ausführlichen Kommentar, der jedes Sutra mit Beispielen aus dem heutigen Leben erläutert. Sukadevs Kommentar, Lesungen und Vorträge zu allen Sutras sind auch online auf den Seiten von Yoga Vidya zugänglich (siehe Weblinks und Multimedia).
  • B.K.S. Iyengar: Light on the Yoga Sutras of Patanjali (1993), mit Schwerpunkt auf der Verbindung von Körper und Geist.
  • T.K.V. Desikachar: Über Freiheit und Meditation (1997), aus der Tradition seines Vaters T. Krishnamacharya.
  • Swami Satchidananda: The Yoga Sutras of Patanjali (1978), ein weit verbreiteter Kommentar aus der Linie Swami Sivanandas.
  • I. K. Taimni: The Science of Yoga (1961), eine ausführliche, philosophisch tiefgehende Erläuterung.
  • Swami Prabhavananda und Christopher Isherwood: How to Know God (1953; deutsch: Gotterkenntnis), eine Deutung im Geist des Vedanta der Ramakrishna-Tradition.
  • P. Y. Deshpande: Die Wurzeln des Yoga, übersetzt von Bettina Bäumer, eine meditative, sehr persönliche Deutung.

Welcher Kommentar eignet sich für den Einstieg?

Für Yoga-Übende im deutschsprachigen Raum bieten sich besonders die praxisnahen Kommentare an: Sukadev Bretz' Die Yogaweisheit des Patanjali für Menschen von heute, Swami Durganandas Yoga-Sutren des Patanjali und R. Srirams Übersetzung. Wer die Sutras mit einem Lehrer gemeinsam liest, etwa in einem Seminar oder einer Yogalehrer-Ausbildung, wird ihre Tiefe am besten erfahren.

Swami Sivananda: Er verband Patanjalis Raja Yoga mit Vedanta, Bhakti und Karma Yoga zum integralen Yoga.

Dualistisch oder nicht-dualistisch? Die große Deutungsfrage

Die dualistische Sicht des Samkhya

Philosophisch steht das Yogasutra dem Samkhya nahe. Samkhya lehrt einen Dualismus zweier grundverschiedener Wirklichkeiten: Purusa, das reine, unveränderliche Bewusstsein, und Prakriti, die Natur, zu der Körper, Sinne, Geist und Gedanken gehören. Es gibt nach Samkhya viele Purushas, für jedes Wesen einen eigenen. Leiden entsteht, weil sich der Purusha mit der Prakriti verwechselt.

Das Ziel des Yoga ist in dieser Sicht Kaivalya, wörtlich „Alleinsein“ oder „Unabhängigkeit“: Der Sehende erkennt, dass er von allem Gesehenen verschieden ist, und ruht in seinem eigenen Wesen (Yogasutra I.3). Gott (Ishvara) ist bei Patanjali ein besonderer Purusha, der nie gebunden war (I.24), ein Lehrer der frühesten Lehrer und ein Gegenstand der Hingabe, aber nicht der Urgrund, aus dem alles hervorgeht. Viele Religionswissenschaftler lesen das Yogasutra deshalb als dualistisches Werk.

Die nicht-dualistische Sicht des Vedanta

Die meisten Yogameister der letzten Jahrhunderte haben das Yogasutra dagegen im Licht des Advaita Vedanta gedeutet, der Lehre von der Nicht-Zweiheit. Danach gibt es nur ein einziges Bewusstsein, Brahman, und das wahre Selbst (Atman) jedes Wesens ist mit diesem einen Bewusstsein identisch. Die Vielheit der Welt ist Erscheinung (Maya).

Schon mittelalterliche Kommentatoren wie Vijnanabhikshu haben Yoga und Vedanta verbunden. Swami Vivekananda, Swami Sivananda, Swami Vishnudevananda und ihre Schüler lesen Patanjalis Purusha als das eine Selbst und Kaivalya als die Verwirklichung der Einheit mit dem Absoluten. Die Übungen des Yogasutra werden so zum Weg, die Wahrheit der Upanishaden – „Tat tvam asi“, „Das bist du“ – selbst zu erfahren.

Was bedeutet das für die Praxis?

Frage Dualistische Lesart (Samkhya) Nicht-dualistische Lesart (Vedanta)
Was ist das Selbst? Einer von vielen Purushas Das eine Bewusstsein, Brahman
Was ist die Welt? Wirkliche Natur (Prakriti), vom Selbst verschieden Erscheinung im einen Bewusstsein
Wer ist Ishvara? Ein besonderer, ewig freier Purusha Das Absolute in persönlicher Gestalt
Was ist Befreiung? Kaivalya: das Selbst ist allein, frei von der Natur Einheit mit dem Absoluten

Für die tägliche Übung macht diese Frage erstaunlich wenig Unterschied. Beide Lesarten lehren, den Geist zur Ruhe zu bringen, sich nicht mit wechselnden Gedanken und Gefühlen zu identifizieren, ethisch zu leben, sich Gott hinzugeben und in der Meditation die Stille zu erfahren. Der Unterschied betrifft die Deutung der letzten Erfahrung. Viele Meister sagen: Wer den Geist wirklich zur Ruhe gebracht hat, wird selbst erkennen, was jenseits der Gedanken ist.

Yoga Vedanta: die Synthese der großen Schriften

Weil die meisten heutigen Meister der indischen Tradition vom Advaita Vedanta ausgehen und Patanjalis Yoga als Übungsweg zu dieser Erkenntnis verstehen, spricht man oft von Yoga Vedanta. Swami Sivananda und Swami Vishnudevananda haben diese Synthese besonders geprägt; auch Yoga Vidya steht in dieser Tradition.

Yoga Vedanta verbindet vier große Schriften zu einem ganzheitlichen Weg:

Schrift Schwerpunkt Beitrag zum Weg
Upanishaden Erkenntnis (Jnana Yoga) Die Lehre vom einen Selbst und von Brahman
Bhagavad Gita Synthese der Wege Karma Yoga, Bhakti Yoga, Jnana Yoga und Meditation im Alltag
Yogasutra des Patanjali Geist und Meditation (Raja Yoga) Die Psychologie des Geistes und der achtgliedrige Übungsweg
Hatha Yoga Pradipika Körper und Energie (Hatha Yoga) Asanas, Pranayama, Mudras und Energiearbeit als Grundlage der Meditation

In dieser Synthese hat Patanjali einen festen Platz: Er ist der Lehrer, der zeigt, wie der Geist funktioniert und wie er zur Ruhe kommt. Swami Sivananda fasste seinen integralen Yoga in den Worten zusammen: „Diene, liebe, gib, reinige dich, meditiere, verwirkliche.“ Swami Vishnudevananda übersetzte Patanjalis Weg in fünf einfache Punkte für den Alltag: richtige Körperübung, richtige Atmung, richtige Entspannung, richtige Ernährung sowie positives Denken und Meditation.

Patanjali für heutige Yoga-Übende: zehn Inspirationen

Das Yogasutra ist kein Buch nur für Gelehrte. Es ist ein praktischer Leitfaden für jeden, der sich auf den Weg macht. Hier einige Anregungen:

  1. Beobachte deinen Geist. Yoga beginnt damit, die Bewegungen im Geist wahrzunehmen, ohne dich mit ihnen zu identifizieren (I.2–4).
  2. Übe regelmäßig. Übung wird fest, wenn sie lange, ohne Unterbrechung und mit Hingabe gepflegt wird (I.14). Zehn Minuten täglich sind wertvoller als zwei Stunden einmal im Monat.
  3. Lass los. Übung und Loslösung gehören zusammen (I.12). Übe mit ganzem Einsatz, aber ohne Erfolgsdruck.
  4. Sei freundlich. Freundlichkeit, Mitgefühl, Mitfreude und Gleichmut machen den Geist klar (I.33).
  5. Nutze das Mantra. Die Wiederholung des Om und die Betrachtung seiner Bedeutung führen zur inneren Sammlung (I.27–28).
  6. Verstehe dein Leiden. Unwissenheit, Ich-Bezogenheit, Anhaftung, Abneigung und Angst sind die Wurzeln des Leidens (Kleshas, II.3). Wer sie erkennt, kann sie lösen.
  7. Lebe ethisch. Die Yamas und Niyamas sind nicht Vorschriften, sondern Hilfen zu innerem Frieden.
  8. Finde eine gute Haltung. Die Sitzhaltung sei fest und angenehm (II.46). Auch im Leben brauchst du beides: Stabilität und Leichtigkeit.
  9. Atme bewusst. Pranayama verbindet Körper und Geist und bereitet auf die Meditation vor.
  10. Vertraue. Hingabe an Gott, Ishvarapranidhana, führt nach Patanjali unmittelbar zur Versenkung (I.23, II.45).

Betrachtung: Geduldige Bereitschaft

Patanjalis Lebensbild erinnert daran, dass tiefe Einsicht selten durch bloße Ungeduld entsteht. Ein Weg braucht Ausrichtung, ethische Verlässlichkeit und die Bereitschaft, immer wieder neu zu beginnen.

Der Tanz, den Patanjali in Chidambaram schaute, kann dabei ein tröstliches Bild sein. Nicht jede Bewegung des Lebens muss angehalten werden, damit Sammlung möglich wird. Man kann mitten in wechselnden Umständen lernen, aufmerksam zu bleiben. Der nächste Atemzug ist bereits eine Gelegenheit, sich wieder auf diesen Weg zu stellen.

Symbolbild für das Licht der Erkenntnis im Herzen.

Anregungen für Yoga und Meditation

  • Abhyasa und Vairagya: Im Yoga können Abhyasa und Vairagya gemeinsam geübt werden: regelmäßig üben und den übermäßigen Erfolgsdruck lösen.
  • Klein anfangen: Die Meditation beginnt mit einer einfachen, gut tragbaren Dauer. Steigere sie langsam.
  • Ein Sutra am Tag: Lies jeden Morgen ein Sutra und einen kurzen Kommentar dazu. Nimm einen Gedanken daraus mit in den Tag.
  • Das Patanjali-Mantra: Beginne dein Studium des Yogasutra mit dem Mantra „Yogena cittasya …“ als Ausdruck der Dankbarkeit an alle Lehrer.
  • Beobachter sein: Setze dich ruhig hin und beobachte fünf Minuten lang deine Gedanken, wie Wolken am Himmel. Du bist der Sehende, nicht das Gesehene.

Häufige Fragen zu Patanjali

Wer war Patanjali?
Patanjali war ein indischer Weiser und der Verfasser des Yogasutra, des grundlegenden Textes des klassischen Yoga. Er gilt als Vater des Raja Yoga. Die Tradition verehrt ihn als Inkarnation der Weltenschlange Shesha.

Wann lebte Patanjali?
Das ist nicht sicher bekannt. Die Datierungen reichen vom 2. Jahrhundert v. Chr. bis zum 5. Jahrhundert n. Chr. Viele heutige Forscher datieren das Yogasutra um 400 n. Chr.

Was ist das Yoga Sutra?
Das Yoga Sutra ist eine Sammlung von 195 oder 196 kurzen Leitsätzen in vier Kapiteln. Es beschreibt, wie der Geist funktioniert, warum Menschen leiden und wie man durch den achtgliedrigen Yoga-Weg zu innerem Frieden und Befreiung gelangt.

Was bedeutet Yoga nach Patanjali?
„Yoga ist das Zur-Ruhe-Kommen der Bewegungen im Geist“ (I.2). Dann ruht der Mensch in seinem wahren Wesen (I.3).

Was sind die acht Glieder des Yoga?
Yama, Niyama, Asana, Pranayama, Pratyahara, Dharana, Dhyana und Samadhi: ethisches Verhalten, persönliche Disziplin, Körperhaltung, Atemlenkung, Zurückziehen der Sinne, Konzentration, Meditation und Versenkung.

Hat Patanjali auch eine Grammatik und ein Ayurveda-Werk geschrieben?
Die Tradition sagt ja. Die meisten Religionswissenschaftler halten den Grammatiker des Mahabhashya (2. Jh. v. Chr.) und den Verfasser des Yogasutra aber für verschiedene Personen; ein medizinisches Werk Patanjalis ist nicht erhalten.

Ist das Yoga Sutra dualistisch?
Philosophisch steht es dem dualistischen Samkhya nahe. Die meisten heutigen Meister deuten es jedoch im Sinne des nicht-dualistischen Vedanta. Für die Praxis ergeben sich daraus kaum Unterschiede.

Welches Buch zum Yoga Sutra eignet sich für Einsteiger?
Empfehlenswert sind praxisnahe Kommentare wie Die Yogaweisheit des Patanjali für Menschen von heute von Sukadev Bretz oder die Yoga-Sutren des Patanjali von Swami Durgananda.

Beziehungen zu anderen Persönlichkeiten

Vyaghrapada ist sein Gefährte in der Chidambaram-Legende. Nandidevar und Tirumular verbinden ihn mit tamilischen Lehrfolgen. Nataraja ist das göttliche Gegenüber der Tanzschau. Panini ist der Grammatiker, auf dessen Werk sich das Mahabhashya bezieht. Vyasa gilt als ältester Kommentator des Yogasutra. Svatmarama, der Verfasser der Hatha Yoga Pradipika, verbindet später Hatha Yoga mit Patanjalis Raja Yoga. Swami Sivananda, Swami Vishnudevananda und B.K.S. Iyengar gehören zu den wichtigsten modernen Vermittlern seiner Lehre.

Videos zur Vertiefung

Diese Videos von Yoga Vidya laden dazu ein, die Lehren Patanjalis durch eigene Praxis zu vertiefen.

Sukadev spricht über Samadhi und den Weg dorthin

Erfahre dich Selbst als reines Bewusstsein – Meditation mit Sukadev

Laya Chintana Meditation – Löse alle Verhaftungen und Spannungen

Meditation: Kombinierte Mantra-Meditation mit Shanti Mantras mit Sukadev

Bhakti Yogastunde mit Sukadev und Aruna

Ein Gedanke für den Alltag

Beginne geduldig neu, statt von einem einzigen außergewöhnlichen Augenblick alles zu erwarten. Jeder Atemzug, in dem du deinen Geist freundlich zur Ruhe kommen lässt, ist ein Schritt auf Patanjalis Weg.

Siehe auch

Literatur

  • Die Yoga-Weisheit des Patanjali für Menschen von Heute von Sukadev Bretz. Petersberg 2005. ISBN 3-928632-81-7
  • Patañjali: Das Yogasutra; aus dem Sanskrit von R. Sriram, Stuttgart 2006. ISBN 3-7831-9525-5
  • Patañjali: Die Wurzeln des Yoga; mit einem Kommentar von P. Y. Deshpande, aus dem Englischen von B. Bäumer; 2007. ISBN 3-502-61116-5
  • T.K.V. Desikachar: Über Freiheit und Meditation – Das Yoga Sutra des Patanjali. Petersberg: Verlag Via Nova (1997)
  • Swami Durgananda: Yoga-Sutren des Patanjali. Lautersheim: Mangalam Books (2003). ISBN 3-922477-79-8
  • Swami Prabhavananda & Christopher Isherwood: Gotterkenntnis – Die Yoga-Sutras des Patanjali. Berlin: Ullstein Verlag (1998)
  • Karl-Otto Schmidt: Selbsterkenntnis durch Yoga-Praxis, Patanjali und die Yoga-Sutren. Hammelburg: Drei Eichen Verlag (2009).
  • R. Sriram: Yogasutra. Theseus-Verlag (2006). ISBN 3-89620-292-8
  • Swami Vishnudevananda: Meditation and Mantras. New York 1978; mit Übersetzung und Kommentar der Raja Yoga Sutras.
  • Swami Vivekananda: Raja Yoga. 1896; zahlreiche deutsche Ausgaben.
  • B.K.S. Iyengar: Licht auf die Yoga-Sutras des Patanjali. O. W. Barth.
  • I. K. Taimni: The Science of Yoga. Adyar 1961.
  • Edwin F. Bryant: The Yoga Sūtras of Patañjali. New York 2009 (umfassende wissenschaftliche Übersetzung mit Kommentaren).
  • Philipp A. Maas: Samādhipāda. Das erste Kapitel des Pātañjalayogaśāstra zum ersten Mal kritisch ediert. Aachen 2006.
  • Dowson, John: A Classical Dictionary of Hindu Mythology and Religion – Geography, History and Religion; D.K. Printworld Ltd., New Delhi, India, 2005

Quellen

Weblinks

Pranayama

Seminare

Gemeinsames Üben, Singen und Studieren kann die Inspiration des Yogasutra im Alltag lebendig werden lassen.

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