Anga Puja

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Anga Puja – die Glieder der Gottheit verehren (Sanskrit: अङ्ग-पूजा aṅga-pūjā) ist die Verehrung der einzelnen Glieder einer Gottheit mit passenden Namen und Gaben. Die Aufmerksamkeit wandert dabei etwa von den Füßen über Knie und Herz bis zum Kopf. Das sichtbare Bild wird als Ganzes und zugleich in seinen einzelnen Ausdrucksformen gewürdigt.

Stellung und Abgrenzung

In Puja - 32 Schritte steht Anga Puja nach der allgemeinen Blütengabe und vor der Namensliste. In ausführlichen Ganesha-, Lakshmi- und anderen Pujas existieren eigene Reihen. Sie werden nicht aus beliebigen Namen verschiedener Gottheiten zusammengesetzt. Nyasa setzt Mantras rituell an Körperstellen ein, häufig am eigenen Körper. Anga Puja richtet die Verehrung dagegen auf die Glieder der Gottheit. Eine ähnliche Bewegung macht beide Handlungen nicht gleich.

Beispiel aus einer Varalakshmi-Fassung

Man hält kleine Blüten oder die in der Fassung vorgesehenen Gaben bereit. Bei jedem Namen legt man eine Gabe an die entsprechende Stelle der Murti oder stellvertretend vor ihr ab. Die ersten vier Einheiten verdeutlichen die Zuordnung:

Ausgewählter Anfang; vollständige Reihe im Quellenlink
oṃ varalakṣmyai namaḥ | pādau pūjayāmi |
oṃ kamala-vāsinyai namaḥ | gulphau pūjayāmi |
oṃ padmālayāyai namaḥ | jaṅghe pūjayāmi |
oṃ śriyai namaḥ | jānunī pūjayāmi |

ॐ वरलक्ष्म्यै नमः । पादौ पूजयामि ।
ॐ कमल-वासिन्यै नमः । गुल्फौ पूजयामि ।
ॐ पद्मालयायै नमः । जङ्घे पूजयामि ।
ॐ श्रियै नमः । जानुनी पूजयामि ।

Bedeutung: Om, Verehrung Varalakshmi; ich verehre die beiden Füße. Verehrung der im Lotus Wohnenden; ich verehre die beiden Knöchel. Verehrung der im Lotus Beheimateten; ich verehre die beiden Unterschenkel. Verehrung Shri; ich verehre die beiden Knie.

Dieser Ausschnitt erläutert die Handlung; er ist keine als vollständig ausgegebene Anga-Puja-Litanei. Für die tatsächliche längere Reihe wird der vollständige Text der gewählten Gottheit verwendet. Eine Leitungsstimme kann den Namen sprechen, die Assistenz jeweils die Gabe reichen.

Spirituelle Bedeutung

Die Aufmerksamkeit wird zugleich genau und liebevoll. Füße können als Zuflucht, Hände als göttliches Handeln und das Gesicht als Gegenüber der Hingabe betrachtet werden. Die konkret verwendete Litanei legt fest, welche Namen zu welchen Gliedern gehören. Bei einer kleinen Murti wird eine Blüte nicht gewaltsam an jede Körperstelle gedrückt. Das geistige Zuordnen und geordnete Ablegen kann die Handlung vertreten. Am Ende wird die Gottheit als ungeteiltes Ganzes verehrt; die Einzelbetrachtung zerlegt sie nicht in voneinander unabhängige Mächte.

Ritualbeispiele und Quellen

Weitere Ritualbestandteile

Puja - 32 Schritte · Bestandteile von Homa, Yajna und Havan · Bestandteile der Yoga Vidya Rituale

Die 32 Puja-Schritte
Dhyana – die Gottheit im Ritual vergegenwärtigen · Avahana – Einladung der göttlichen Gegenwart · Asana – der Gottheit einen Sitz anbieten · Padya – Wasser für die Füße der Gottheit · Arghya – ehrerbietige Wassergabe · Achamaniya – Schluckwasser für die Gottheit · Madhuparka – süße Ehrenspeise für den göttlichen Gast · Panchamrita Snana – Bad mit fünf Nektaren · Snana – das rituelle Bad der Gottheit · Plota – das Bildnis nach dem Bad trocknen · Vastra – Gewänder als Darbringung · Yajnopavita – heilige Schnur als Puja-Gabe · Abharana – Schmuck der Gottheit darbringen · Gandha – Duft und Sandelholz als Verehrungsgabe · Saubhagya Dravya – glückverheißende Gaben für die Göttin · Akshata – ungebrochener Reis als Ritualgabe · Pushpa – Blüten als Verehrungsgabe · Ashtottarashata Namavali – Verehrung mit 108 Namen · Dhupa – Räucherwerk als Darbringung · Dipa – die Lichtgabe der Puja · Naivedya – Speisen der Gottheit darbringen · Paniya – Trinkwasser zur Speisedarbringung · Tambula – Betelgabe als Abschluss der Bewirtung · Dakshina – Ehrengabe und Dank an die Ritualtragenden · Karpura Nirajana – feierliche Kampferlichtgabe · Mantrapushpa – Blütengabe und vedischer Schlussgesang · Pradakshina – ehrerbietige Umrundung · Namaskara – ehrerbietiger Gruß und Verneigung · Stotra – Lobgesang innerhalb des Rituals · Kshamapana – um Vergebung und Vollendung bitten · Samarpana – die Früchte des Rituals hingeben

Weitere Begriffe und Feuerbestandteile
Abhisheka – rituelles Übergießen und Weihen · Angavastra – Ober- und Schultertuch als Gabe · Kanthasutra – Halsschmuck der Göttin · Pranama – sich in Hingabe verneigen · Prarthana – Gebet und persönliche Bitte im Ritual · Visarjana – Verabschiedung der angerufenen Gegenwart · Arati – gemeinschaftliche Lichtverehrung · Achamana – rituelles Wasserschlucken der ausführenden Person · Alankara – das göttliche Bild schmücken · Pushpanjali – die gemeinsame Blütengabe · Upachara – Formen liebevoller Darbringung · Sankalpa – traditioneller Ritualvorsatz mit Zeit, Ort und Anliegen · Purnahuti – die volle Schlussgabe einer Yajna · Agnimukha – Vorbereitung und Eröffnung des Feueropfers · Sthandila und Rekha – Feuerplatz und rituelle Linien · Agni Sthapana – das Ritualfeuer einsetzen · Paristarana – Darbha um das Feuer auslegen · Patra Sadana – die Opfergeräte bereitstellen · Pranita und Prokshani – die Wassergefäße des Homa · Ajya Samskara – Ghee für das Feueropfer bereiten · Paridhi – Begrenzungshölzer des Feueropfers · Parishechana – Wasser um das Opferfeuer geben · Samidhadhana – geeignete Hölzer ins Feuer geben · Aghara – die eröffnenden Ghee-Ströme · Ajyabhaga – Ghee-Anteile für Agni und Soma · Ahuti – Mantra und Feuerdarbringung verbinden · Vyahriti Ahuti – Gaben mit den heiligen Weltenrufen · Svishtakrit – Agni um die Vollendung des Opfers bitten · Jayadi – ergänzende Gaben für das Gelingen des Rituals · Prayashchitta – rituelle Berichtigung und Wiedergutmachung · Vasordhara – der zusammenhängende Ghee-Strom · Agnyupasthana – das Feuer abschließend verehren · Anujna und Brahma Varana – Zustimmung und Ritualverantwortung · Kalasha Sthapana – das heilige Wassergefäß aufstellen · Punyahavachana – Reinheit und Wohlergehen feierlich zusprechen · Nyasa – Mantra und göttliche Gegenwart im Körper verorten · Ghanta – die Ritualglocke erklingen lassen · Rajopachara – königliche Ehrengaben in der Puja · Puja - 32 Schritte · Bestandteile von Homa, Yajna und Havan