Unvergänglichkeit

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Erkenn dich selbst!

Unvergänglichkeit - Erkenne das Unvergängliche, erkenne das, was Du wirklich bist, erkenne das, was hinter allem ist. Erfahre das Göttliche und erfahre Dich selbst als eins mit dem Unendlichen.

Erkenne das Unvergängliche

- Ein Vortrag von Sukadev Bretz 2019 -

Kommentar zur Bhagavad Gita 13. Kapitel ab Vers 23

Heute möchte ich sprechen über die Bhagavad Gita und zwar 13. Kapitel der reine Jnana YogaYoga des Wissens. Hohe spirituelle Ideale sind so wichtig für jeden spirituellen Aspiranten. Ich will beginnen mit 3 x OM, dann ein paar Verse auf Sanskrit rezitieren, dann die Verse in deutscher Übersetzung und dann einige Erläuterungen.

ya evaṃ vetti puruṣaṃ prakṛtiṃ ca guṇaiḥ saha
sarvathā vartamāno ’pi na sa bhūyo.abhijāyate
dhyānenātmani paśyanti kecidātmānamātmanā
anye sāṅkhyena yogena karmayogena cāpare
anye tvevamajānantaḥ śrutvānyebhya upāsate
te ’pi cātitarantyeva mṛtyuṃ śrutiparāyaṇāḥ

Höchste Verwirklichung auch im Alltag erfahrbar

Bhagavad Gita 13. Kapitel, 23. Vers:

Wer so Purusha und Prakriti zusammen mit dem Gunas kennt wird nicht wiedergeboren. Unabhängig vom Zustand indem er sich befindet.

Wie kannst Du also die Erleuchtung erlangen und die Erleuchtung, die Dich dazu führt, dass Du nicht wiedergeboren werden musst?

Erkenne: Du selbst bist Purusha, das reine Bewusstsein. Du selbst nimmst Prakriti wahr und die Prakriti hat die Gunas, so viele verschiedene Eigenschaften. Aber nicht Du bist die Materie, Du bist nicht die Gunas, Du nimmst sie alle wahr. Und egal in welchem Zustand Dein Körper und Deine Psyche sich jetzt befinden, es spielt keine Rolle, erkenne Dich selbst als Bewusstsein.

Du musst nicht die Erkenntnis des Selbst verschieben. Du musst jetzt nicht sagen: Ja, momentan bin ich so überbeschäftigt, momentan muss ich mich um meinen Magen-Darm kümmern. Momentan muss ich mich um meine Kinder kümmern, momentan muss ich mich um meine Beziehung kümmern. Erst muss das Haus renoviert sein und so weiter, oder das Fahrrad repariert. All das kannst Du auch tun. Diese Dinge sind aber in der relativen Ebene natürlich zu tun.

In der Gita geht es ja auch darum, dass Du die höchste Verwirklichung erreichen kannst im Alltag. Und Krishna sagt hier: Du kannst das Höchste erfahren, egal in welchem Zustand Du Dich befindest. Und wie kannst Du jetzt das höchste erfahren? Darum geht es jetzt in den nächsten Versen.

Praktiziere Meditation oder Sankhya Yoga

Bhagavad Gita 13. Kapitel, 24. Vers:

Manche Menschen nehmen durch Meditation das Selbst in sich selbst durch sich selbst wahr. Andere durch den Yoga der Erkenntnis, den Sankyena Yogena.

Also durch den Yoga der Erkenntnis hier der Sankhya Yoga, man könnte auch sagen Jnana Yoga. Und wieder andere durch Karma Yoga, den Yoga der Handlung. Man könnte sagen: Hier beschreibt er drei Wege:

  • Den Weg der Meditation, Raja Yoga,
  • dann den Yoga der Erkenntnis, Jnana Yoga und
  • den Yoga des uneigennützigen Dienens und des verhaftungslosen Handelns, Karma Yoga.

Und natürlich, was wir bei Yoga Vidya in besonderem Maße lehren was im Grunde genommen Krishna in der Bhagavad Gita lehrt ist der ganzheitliche Yoga, den Swami Sivananda als Integral Yoga bezeichnet hat. Also alles miteinander verbinden.

Meditiere und in der Meditation erfahre Dich als das Selbst. Im Alltag nutze Deine Viveka, Deine Unterscheidungskraft, um Dich nicht zu identifizieren und Dich überall als Selbst wahrzunehmen. Und im Alltag diene uneigennützig. Zu sagen: Ich bin das unsterbliche Selbst und dann zu schimpfen, wenn jemand nicht freundlich zu Dir ist, ist letztlich noch nicht das Ende des spirituellen Weges. Sei Dir bewusst Du bist das unsterbliche Selbst und das musst Du auch im Karma Yoga umsetzen.

Bhakti Yoga bringt dich auch zur Befreiung

Verehrung Gottes führt zur Befreiung

25. Vers:

Auch Andere, die dieses Wissen nicht haben, verehren es, da sie von anderen davon gehört haben. Auch sie gehen über den Tod hinaus, da das Gehörte für sie die höchste Zuflucht bedeutet.

Jnana Yoga ist kompliziert für manche, für manche ist Jnana Yoga ganz einfach. Aber es gibt manche, für die ist das alles irgendwo zu abstrakt und zu kompliziert. Sie wollen lieber Gott verehren und dann sagen: Okay, es gibt das höchste Selbst, das höchste Wissen, aber ich krieg das jetzt nicht hin, aber ich verehre Gott und bitte Gott: Hilf mir, dort hinzukommen. Und das ist eben Bhakti Yoga und wann immer Krishna über Jnana Yoga oder Raja Yoga spricht flechtet er zum Schluss noch einen Vers ein zum Bhakti Yoga und sagt: Verehre Gott, verehre das Göttliche, verehre das Brahman und auch das wird Dich zum Höchsten bringen. Nimm Zuflucht beim Absoluten und das Absolute wird Dich zur Befreiung führen.

Jede Einzelseele ist Manifestation Brahmans

26. Vers:

Wo immer ein bewegtes oder unbewegtes Wesen geboren wird - wisse oh Arjuna, dass dies aus der Verbindung des Feldes mit dem Kenner des Feldes geschieht.

Also, wann immer ein Einzelwesen da zu sein scheint, geschieht das. Es gibt zum einen eben das Feld kshetra und es gibt kshetrajna. Es gibt zum einen den großen kshetrajna, Brahman genannt oder Purusha und dieser manifestiert sich dann eben auch als kshetrajna von einem konkreten Wesen. Es gibt kshetra, das ist eben das Einzelfeld, wie er es am Anfang der Bhagavad Gita beschrieben hat, Körper und Psyche könne man als ein kshetra bezeichnen und dann gibt es eben verschiedene kshetrajnas, also verschiedene Kenner des Feldes, Individuen, aber alle Individuen sind letztlich Manifestationen des gleichen Purusha und Brahman. Und jede Einzelseele ist letztlich Manifestation des einen Brahmans mit der gesamten Prakriti, aber durch ein konkretes Einzelwesen. Also, wann immer es ein Einzelwesen gibt, ist das immer eine Verbindung von Purusha und Prakriti.

Sieh Gott in allen Wesen

Das Selbst ist in allen Wesen

27. Vers:

Und derjenige, der den höchsten Herren in gleicher Weise in allen Wesen existieren sieht erkennt das Unvergängliche im Vergänglichen.

Also, Du könntest zum einen sagen: Ja, ich bin kshetrajna, habe hier meinen kshetra. Und dort ist jemand anders, der hat seinen kshetra und er ist selbst das kshetrajna in diesem anderen Körper. Aber hier sagt er: Du erkennst wirklich, wenn Du erkennst, dass alle Einzelseelen letztlich Manifestationen sind der einen unendlichen Seele. Und dieses kannst Du auch sehen eben als Ishvara, als Gott. Also, Gott ist zum einen die Seele des Universums er ist zum anderen der Schöpfer, Erhalter, Zerstörer dieses Universums. Er ist der, den Du verehren kannst und um Hilfe bitten kannst. Aber letztlich ist er auch das Selbst in allen Wesen.

Gott manifestiert sich hinter der ganzen Welt

28. Vers:

Denn wer Gott in gleicher Weise überall sieht zerstört nicht das Selbst, er geht zum höchsten Ziel.

Also, erkenne, das ganz Universum ist letztlich eine Manifestation von Prakriti und die gesamte Prakriti ist für Purusha da und es gibt einen einzigen Gott, Ishvara, der manifestiert sich hinter der ganzen Welt schöpft, erhält und zerstört die Welt und dieser eine Ishvara manifestiert sich in jedem Wesen, auch als scheinbare Einzelseele. Alles ist letztlich Gott, Du kannst hinter allem Gott sehen. Du kannst bei jedem Menschen und jedem Tier, jeder Pflanze kannst Du spüren – Manifestation des Göttlichen. Du kannst in der Tiefe Deines Selbst erkennen – Manifestation des Göttlichen und dieses Göttliche nimmt alles andere wahr, ist aber nicht darauf beschränkt.

Das Selbst ist handlungslos

29. Vers:

Derjenige sieht, dass alle Handlungen allein von der Prakriti ausgeführt werden und dass das Selbst handlungslos ist.

Also, alle Handlungen kommen von der Natur und hier steht wiederum „karmani“, da kann man eben auch sagen: Auch alles Karma ist in der Natur. Das Selbst selbst ist jenseits von Handlung und jenseits des Karmas. Also, wenn Du irgendetwas tust, nicht Du tust es, sondern letztlich Dein Feld tut es im Rahmen des übergeordneten Feldes. Und wenn Du Karma erlebst, dann ist es etwas, das die Natur betrifft, Du selbst bist davon nicht betroffen. Du selbst bist jenseits von Karma und Handlung.

Wer Einheit sieht gelangt zum Absoluten

30. Vers:

Wenn der Mensch die ganz Vielfalt der Wesen in dem Einen ruhen sieht und auch sieht, dass sie daraus entstehen gelangt er zum Absoluten.

Sei Dir also bewusst – alle Wesen ruhen in dem Einen. Sie scheinen aus dem Einen zu entstehen, aber sie ruhen letztlich in dem Einen und wenn Du das erkennst und keinen Unterschied mehr machst zwischen Dir und anderen Wesen und erkennst, dass Körper und Psyche nur Teil sind von der Natur, dann erfährst Du Deine wahre Natur als das Göttliche.

Übe Nicht - Identifikation

31. Vers:

Da Es ohne Anfang und ohne jede Eigenschaft ist vollführt das höchste unsterbliche Selbst obwohl es im Körper weilt, oh Arjuna keine Handlung und wird auch nicht berührt.

Also, identifiziere Dich nicht.

Das Selbst ist unberührt

Das Selbst ist unangetastet

32. Vers:

So wie der alles durchdringende Raum wegen seiner Subtilität nicht berührt wird, so wird auch das Selbst, das überall im Körper ist nicht berührt.

Also, zum Beispiel: Der gesamte Raum wird nicht berührt von dem, was dort geschieht. Letztlich, es gibt den großen Raum: Akasha und dann gibt es natürlich den kleinen Raum zum Beispiel bin ich jetzt hier im Svadhisthana Raum in der Chakra Pyramide von Yoga Vidya Bad Meinberg.

Dem Raum macht es jetzt nichts, ob wir hier filmen oder nicht filmen. Vor zwei Stunden hat Eduard hier die Kamera herein gebracht und dann hat er den schönen Altar hier hin gebracht, der war vorher auf der anderen Seite vom Raum, ich hab mich hingesetzt und so weiter. Der Raum ist davon unberührt und wenn in ein paar Stunden alles wieder weggeräumt wird – mit dem Raum passiert dort auch wiederum nichts. Und nachher gibt es vielleicht eine Yogastunde – dem Raum passiert auch nichts. Irgendwann wird der Raum wieder angemalt und so weiter. Dem Raum an sich, dem macht das nichts. Wird gelüftet, Luft geht rein und raus, dem Raum macht das nichts.

So ähnlich auch: Es gibt das unendliche Bewusstsein, Purusha und innerhalb von Purusha entstehen verschiedene psychische Zustände. Freude, Vergnügen und Schmerz, Gekränktheit und Ärger, Depressivität und Enthusiasmus, Begeisterung und Mangel an Begeisterung. Alles das geschieht in Prakriti. Dem Selbst passiert nichts. Oder auch der Körper – mal ist er gesund, dann ein paar Viren eingefangen – Erkältung, dann irgendwo reibt ein Knochen an einem anderen, irgendwelche Knochenprobleme, das Selbst ist davon nicht berührt.

Das höchste Bewusstsein wirkt durch die Einzelseelen

33. Vers:

So wie die eine Sonne die ganze Welt erhellt, so erhellt auch der Herr des Feldes das ganze Feld oh Arjuna.

Also auch auf dieser Erde wird alles erhellt durch die Sonne. Wir mögen jetzt sagen: Es gibt Kunstlicht, aber letztlich was ist Kunstlicht, es kommt durch Elektrizität. Wo kommt die Elektrizität her? Zum Beispiel durch Gaskraftwerke. Woher kommt das Gas? Letztlich, es kommt aus irgendwelchen Biomaterialien, die irgendwann mal Sonnenlicht gesammelt haben. Also, egal was die Quelle von Elektrizität ist letztlich Quelle von Licht – irgendwo war die Sonne dran beteiligt. Daher, alles auf dieser Welt wird irgendwo erleuchtet durch die Sonne. Aber die einzelnen Wesen mögen jetzt sagen: Oh, die Sonne ist nur für mich da. Nur ich sehe die Sonne. Ist natürlich unsinnig, die eine Sonne ist für alle da. Und so ähnlich auch gibt es dies eine Bewusstsein und dieses eine Bewusstsein erhellt letztlich das gesamte Feld, kshetra. Und dieses eine Bewusstsein scheint zu wirken über die Einzelseelen. Aber die Einzelseelen sind nichts anderes als das reine, unendliche Bewusstsein.

Sieh durch das Auge des Wissens

Wahrnehmung durch das Auge des Wissens

34. Vers:

Menschen, die durch das Auge des Wissens den Unterschied zwischen dem Feld und dem Kenner des Feldes wahrnehmen und auch die Befreiung der Natur des Seins, gehen zum Höchsten.

Ja, das ist der 34. Vers der Bhagavad Gita, des 13. Kapitels, der Abschlussvers des 13. Kapitels. Und so möchte ich diesen Vers noch einmal auf Sanskrit rezitieren und dann noch den Abschlussvers rezitieren und danach Dir noch eine kleine Aufgabe geben, wie Du das was Du jetzt vielleicht gehört, gelesen hast, umsetzen kannst.

OM OM OM
kṣetrakṣetrajñayorevam antaraṃ jñānacakṣuṣā
bhūtaprakṛtimokṣaṃ ca ye viduryānti te param
Hari om tatsaditi śrīmad bhagavadgītāsūpaniṣatsu
brahmavidyāyāṃ yogaśāstre śrīkṛṣṇārjunasaṃvāde
kṣetrakṣetrajñavibhāgayogo nāma trayodaśo ´dhyāyaḥ

So endet in den Upanishaden der glorreichen Bhagavad Gita, der Wissenschaft vom Ewigen, der Schrift über Yoga, des Dialogs zwischen Shri Krishna und Arjuna das 13. Kapitel mit dem Namen: Der Yoga der Unterscheidung zwischen dem Feld und dem Kenner des Feldes.

OM Shanti Shanti Shanti
Om bolo satguru Sivananda maharaj jai ki jai
Bolo shri Vishnudevananda maharaj jai ki jai

Zusammenfassung

13. Kapitel - Thema war: Kshetra kshetrajna vibaga yoga. Der Yoga der Unterscheidung zwischen dem Kenner und dem Feld.

  • Du bist nicht der Körper,
  • Du bist nicht die Psyche,
  • Du bist das Bewusstsein an sich.

Mache Dir dessen bewusst. Und alle, mit denen Du zu tun hast sind in ihrer Essenz auch Purusha und damit Brahman. In der Tiefe bist Du mit allen verbunden. Und es gibt nur dieses eine unsterbliche Selbst. Mache Dir das immer wieder bewusst. Und alle Einzelwesen sind nur Brahman. Und die Körper, physischer, astraler, Kausalkörper sind Teil von kshetra, Feld der Felder. Und es ist Brahman, der der Kenner aller Felder ist. Und letztlich Gott, der der Kenner aller Felder ist. Meditiere darüber, denke darüber nach oder verehre einfach dieses Göttliche, dieses Unendliche, das sich in allem manifestiert. Hari Om Tat Sat.

Video - Erkenne das Unvergängliche

Siehe auch

Literatur

Seminare

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