Yoga der Hingabe

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Yoga der Hingabe ist eine deutsche Übersetzung des Begriffs Bhakti Yoga. Hingabe heißt Gottesliebe, Liebe zu Gott. Der Yoga der Hingabe ist ein Yoga, eine spirituelle Praxis. Durch verschiedene Übungen, Sadhana, und durch die Kultivierung von Gottesliebe im Alltag, wird die Hingabe immer weiter verstärkt, bis die Gegenwart Gottes immer stärker erfahrbar ist. Gott ist die Liebe - durch Hingabe wird diese Liebe erfahrbar. Mehr zum Yoga der Hingabe unter dem Hauptstichwort Bhakti Yoga.

Eine Puja ist ein Ritual der Hingabe zu Gott

Der Yoga der Hingabe ist ein besonders schöner und freudevoller. Gottesliebe, Hingabe zu Gott, führt schnell zur Gotteserfahrung. Erfahre mehr über die verschiedenen Bhakti Praktiken. Bekomme Tipps, wie du Hingabe, Gottesliebe, kultivieren kannst.

Video und Audio: Yoga der Hingabe - Bhakti Yoga

Hier ein Videovortrag von und mit Sukadev Bretz zum Thema Yoga der Hingabe - Bhakti Yoga:

Dieser Vortrag ist ein Auszug aus dem 9. Kursvideo des 10wöchigen Video Meditationskurses für Anfänger.

Yoga der Hingabe Bhakti Yoga

Was ist Bhakti Yoga, der Yoga der Hingabe? Bhakti Yoga ist der Yoga der Gottesliebe. Im Bhakti Yoga geht es darum, die Beziehung, die du vielleicht hast oder auch entwickeln kannst zu Gott, zur Tiefe deiner Seele, zu einer höheren Wirklichkeit- wie auch immer du dies nennen willst.

Was ist für dich Gott?

Singen und Tanzen ist reine Hingabe

Du kannst dir überlegen, was ist für dich die höhere Wirklichkeit. Vielleicht nennst du sie Gott oder göttliche Mutter, höheres Selbst oder innere Stimme, kosmische Energie oder kosmische Intelligenz. Du kannst selbst überlegen, was für dich eine höhere Wirklichkeit ist.

Sprich wie in einem Gebet:

„Liebe kosmische Wirklichkeit, lieber Gott, liebe göttliche Mutter, liebe kosmische Intelligenz, liebes höheres Selbst ich möchte dich spüren, ich bitte dich um Führung. Lass mich dich erfahren in dieser Meditation.“

Sprich dies Gebet auf eine Weise, die für dich stimmig ist.

Du kannst auch ein Mantra verwenden in der Vorstellung, dass dies eine Anrufung an die höhere Wirklichkeit ist

  • Om Namah Shivaya, wörtlich Ehrerbietung an die Liebe und Güte
  • Om Namo Narayanaya, Ehrerbietung an die höhere Wirklichkeit, die in allen Wesen ist und sich um alle Wesen kümmert.
  • Om, Ausdruck ist der allumfassenden Wirklichkeit
  • Oder wenn du gerne einen weiblichen Aspekt verehrst und Gott als göttliche Mutter, oder als kosmische Energie, kosmische Intelligenz wiederholen willst, kannst du dreimal

Om Sri Durga Jay Namaha wiederholen

Wiederhole zunächst das Mantra in deinem Herzen. Wiederhole das Mantra und spüre tief in dein Herz hinein. Versuche zu spüren, ob du das Göttliche nun besonders spürst, als Freude, als Liebe, als Tiefe deiner Seele in deinem Herzen.

Lass nun für ein Augenblicke das Mantra wegfallen und in dieser wortlosen Stille in die Tiefe deines Herzens gehen. Spüre dort das Göttliche als Liebe und als Freude.

Bleibe nun entweder in dieser gedankenlosen, wortlosen Stille oder verwende das Mantra erneut und gehe dann in die Stille. Spüre das Göttliche mit oder ohne Mantra tief in deinem Herzen als Liebe als Freude, als Stimme der Tiefe deiner Seele.

Vertiefe langsam wieder den Atem, sprich innerlich ein Gebet wie: „Lieber Gott, liebe göttliche Wirklichkeit, lass mich dich spüren, bitte führe mich zeige mir was meine Aufgabe ist.“

Die 6 Hauptwege des Yoga

Bhakti Yoga, der Yoga der Gottesliebe, ist der Yoga der Hingabe. Du erinnerst dich es gibt 6 Hauptwege des Yoga:

  1. Jnana Yoga, Yoga des Wissens
  2. Raja Yoga, der königliche Yoga, der Yoga des Geistes der psychologische Yoga
  3. Kundalini Yoga, der Yoga der Energie, der Öffnung der Chakras, der Aktivierung deiner inneren Kräfte.
  4. Karma Yoga, den Yoga des uneigennützigen Dienens
  5. Hatha Yoga, den Yoga der Körperübungen haben wir in Form von Auflockerungsübungen und Atemübungen gemacht
  6. Bhakti Yoga, der Yoga der Hingabe, der Gottesverehrung

Gott ist nicht ein Bild

Für Baktiyoga ist Gottesverehrung etwas ganz Zentrales. Gott? Was ist Gott? Gott ist nicht wirklich in Worten beschreibbar, Gott ist erfahrbar durch Worte. Gott hat so viele verschiedene Namen. In der Jüdischen Bibel, im alten Testament der Bibel findest du den Satz: „Mache dir kein Bild von Gott und nenne seinen Namen nicht umsonst.“

Sich kein Bild von Gott zu machen heißt, sich keine zu konkrete Vorstellung von Gott zu machen. Was ist überhaupt Gott? Aber du kannst dir eine Vorstellung machen wie kann ich Gott überhaupt sehen? Wie kann ich Kontakt aufnehmen - mit Gott. Die Inder sehen das so: Weil Gott in Wahrheit ohne Form ist, weil Gott nicht Vorstellbar ist durch den Menschen, kann Gott durch jeden Menschen individuell wahrgenommen werden. Du kannst sagen die göttliche Mutter, göttlicher Vater, göttlicher Freund, du kannst zum lieben Gott sprechen oder „Oh kosmische Energie, kosmische Intelligenz“, du kannst sprechen zum höheren Selbst. Während ich diese Möglichkeiten aufzähle, überlegst du unter Umständen bereits: Wie könnte ich Gott nennen?

Gott wohnt auch in der Natur

Gott wohnt auch in der Natur

Manche sehen Gott am stärksten in der Natur. Wenn du spazieren gehst, den Himmel anschaust, nach oben blickst spürst du - da ist Etwas. Wenn du vor einem Baum stehen bleibst und diesen eine Weile ansiehst, von Herzen her zu dem Baum hin spürst, ja über diesen alten Baum spricht Gott zu mir. Oder wenn du einfach ruhig stehst und die Erde spürst, vielleicht noch die Erde berührst oder dich vor der Erde verneigst, den Kopf auf die Erde gibst, kannst du die Erde fühlen mit deinen Händen, deinem Herzen, über die Stirn, mit deinem ganzen Wesen. Dann kannst du sagen Mutter Erde, das ist nicht einfach Materie - da ist Liebe.

Wenn du etwas überlegst, was ist meine Beziehung zu Gott? Wie kann ich mir Gott vorstellen? Wie kann ich mir mir die höhere Wirklichkeit vorstellen? Dann wäre der nächste Schritt: Wie kann ich diese Beziehung vertiefen?

Die Beziehung zu Gott vertiefen

Bhaktiyoga ist wiederum ein Übungssystem um Einheit und Verbindung zu erfahren. Beim Bhaktiyoga findest Du Übungen, um einen Kontakt zu Gott her zu stellen oder zu vertiefen.Bhaktiyoga ist dabei religionsneutral. Es gibt eine göttliche Wirklichkeit, die sich auf die unterschiedlichsten Weisen ausdrückt (christlich, jüdisch, buddhistisch, hinduistisch, muslimisch u.a.) Vielleicht hast du einen christlichen Bezug zu Gott? Gott Vater, Jesus, heiliger Geist. Vielleicht hast du einen muslimischen Bezug zu Gott in Form von Allah? Vielleicht hast du einen religionsneutralen Zugang, vielleicht einen strengeren, vielleicht einen weiteren oder spielerischen Zugang zu Gott? Vom Standpunkt des Bhaktiyoga, ist das egal.

Die 9 Hauptbhaktipraktiken

  1. Shravana: Hören oder Lesen über Gott und die Heiligen
  2. Kirtana: spirituelles Singen
  3. Vandana: Verneigen
  4. Padasevana: Einen Altar haben, Symbole für Gott haben.
  5. Shravana: dich an Gott erinnern, Gott vergegenwärtigen
  6. Archana: Rituale zur Verehrung Gottes
  7. Dasya: Kultivierung des Gefühls Gottes Diener zu sein
  8. Sakhya: Kultivierung des Gefühls Freund Gottes zu sein
  9. Atma Nivedana: Vollkommene Hingabe an Gott

Shravana

Shravana: heißt Geschichten erzählen, hören, lesen, über verschieden Aspekte Gottes und seine Heiligen. Im Christentum z.B. die Bibel lesen. Das Wirken Gottes liest du im alten Testament, das Wirken von Jesus im neuen Testament. Du liest über seine Apostel, über die Propheten. Wenn du so liest, in einem spirituellen Buch, dann verbindest du dich mit Gott. Gerade im evangelischen Christentum ist das Lesen in der Bibel eine der wichtigsten Tugenden die die Religion fordert. Du kannst aber auch in indischen Schriften lesen oder im Koran, dem Talmud und natürlich auch über die Heiligen. Z.B. über die großen Yogameister, so wie Swami Sivanada. Oder es gibt Biografien wie die Biografie eines Yogis, Mutter Theresa, Krishnamurti, Sri Aurobindo oder die Mutter. Solche Biografien zu lesen das hilft dir Gott zu spüren und du merkst diese Menschen haben ihr Leben auf Gott ausgerichtet.

Kirtana

Kirtana: spirituelle Lieder singen, z.B. Mantra singen. Singe Mantras, höre ihnen zu, entweder über das Internet, über gute CD's und noch besser in dem du gemeinsam mit Anderen singst im Satsang, in einem Yogazentrum oder Ashram.


Vandana

Familiäre Liebe gehört auch zum Bhakti Yoga

Vandana: heißt sich zu verneigen. Ehrerbietung haben. Du kannst dich innerlich verneigen. In Indien grüßt man andere durch zusammengelegte Hände. Namaste, ich erweise dir meine Ehrerbietung oder Om Namah Shivaya: Ich Grüße die Liebe und Güte in dir. Sieh mehrmals am Tag Gott in seiner Schönheit. Sieh dir eine Blume an und übe daran Ehrerbietung. Du kannst dich verneigen, aber noch wichtiger du kannst diesen Bezug zu Gott wahrnehmen und so das Gefühl von Ehrerbietung in dir wachen lassen. Das macht das Leben, mystisch und magischer, rettet dich vom profanen Einerlei, gibt dir Schönheit und Freude. Das göttliche spüren mit Respekt. Die Wunder in der Schöpfung in jedem Menschen spüren. Vandana meint auch deinen Partner anzuschauen und diese Liebe zu spüren, dankbar zu sein. Vandana ist auch im Umgang mit deinem Kind geeignet. Freude, Liebe und Dankbarkeit für das Geschenk ein Kind aufziehen zu dürfen.

Padasevana

Padasevana: einen Altar zu haben mit Figuren oder Skulpturen die auch für Gott stehen. Gott kann auch gemütlich sein, er schenkt dir Vertrauen, er ist schon da und hat die Ruhe weg. Er hebt eine Hand und sagt: „Ich werde mich um Alles kümmern.“ Wie du den Altar aufbaust ist dir überlassen, ob mit Pflanzen, Edelsteinen, Kerzen... Egal was darauf steht, einen Altar zu haben den du verehren kannst ist eine gute Sache. Diesen auch zu pflegen mit Kerze, Räucherwerk oder frischen Blumen. Dies hilft dir ein Gefühl der göttlichen Gegenwart zu ermöglichen.

Padasevana bedeutet einen Altar zu haben und diesen auch zu pflegen

Shravana

Shravana: Erinnern. Alle Techniken des Bhaktiyoga helfen dir dich zu erinnern, es heißt auch ein Gebet zu sprechen. Ein einfaches Gebet ist: „Gott, wenn es dich gibt, lass mich dich erfahren; lass mich dich spüren; wenn es dich gibt, so würde ich dir Folgendes sagen; wenn es dich gibt dann bitte ich dich mich zu führen.“ Auch wenn du bisher nicht an Gott glaubst, so kannst du den Versuch machen, in so fern für dich die Option besteht, dass es Ihn/Sie/Es doch geben sollte, in Kontakt zu treten. Sage ihm Ihr was du auf dem Herzen hast, bitte darum dass Er/Sie dir zeigt, was zu tun ist. Oder bedanke dich für etwas bei Gott.

Archana

Archana: Rituelle Gottesverehrung. Rituale gibt es in den verschiedensten Religionen und auch religionsübergreifend. Im Christentum gibt es den Gottesdienst. Im hinduistisch geprägten Bhaktiyoga gibt es die Lichtzeremonie das Arati, es gibt Pujas, Homas, Feuerrituale und andere Rituale. Du kannst auch dein eigenes Ritual entwickeln und dies pflegen zum aufwachen oder zum zu Bett gehen.

Dasya

Dasya: Das Gefühl zu kultivieren Gottes Diener zu sein. Überantworte Gott dein Tun. „Was auch immer ich heute tue, ich tue es in deinem Namen. Zeige mir dein Licht und deine Wahrheit so das sie mich leiten. Bitte leite mich an dem heutigen Tag, es sei dir gewidmet.“Wann immer du etwas neues ausprobierst sage: „Was auch immer ich jetzt tue, ich tue es für dich.“ Abends: „Was immer ich getan habe ich habe es für dich getan. Ich bringe es dir dar.“ Wenn ich einen Fehler gemacht habe: „Bitte vervollständige es, ich bringe es dir dar.“

Sakhaya

Sakhya: Freundschaft zu Gott erfahren. Mit einem Freund bist du vertraut. Zu Gott kannst du eine freundschaftliche Gegenwart aufbauen, kannst dich von Gott umarmt fühlen. Du kannst dich danach sehnen Gottes Gegenwart zu spüren. Du bist nicht allein da ist immer Jemand da, du kannst dich an ihn wenden du kannst zu ihm sprechen, du kannst spüren er spricht zu dir. Du kannst dir bewusst werden die Ereignisse die kommen, Menschen die kommen, alles ist eine Manifestation Gottes.

Atma Nivedana

Atma Nivedana: Vollkommene Hingabe an Gott. Vollkommene Darbringung deiner Selbst an Gott. Das Selbst darbringen. „Alles was ich bin habe ich von dir, alles was ich tue tue ich für dich; alles was ich habe habe ich von dir; alles was ich bin bin ich in dir; letztlich: ich bin du. Du manifestierst dich in jedem Ereignis in jeder Aufgabe.“ Schließlich spürst du Gott überall. In dir außerhalb von dir Überall. Atmani Vedana: vollkommene Hingabe, vollkommenes Verschmelzen.

Entwickle einen Bezug zu Gott

Nach diesen ganzen Informationen zum Bhakti Yoga kann es sein, dass du im Herzen tief berührt bist, oder aber auch wenig damit anfangen kannst. Wenn du wenig Bezug zu Gott hast, kann es für dich eine Erklärung sein, was Gott für andere Menschen bedeutet. Vielleicht möchtest du es auch ausprobieren. Übe in der nächsten Woche die Meditation vom Anfang und du kannst überlegen wie ist meine Beziehung zu Gott. Wie ist sie als Kind gewesen hat sich durch was wie verändert? War sie schon einmal tiefer? Du kannst überlegen, ob du die Beziehung zu Gott durch eine dieser Bhakti Praktiken wieder vertiefen möchtest. Sei es über Gebet, Staunen, Ehrerbietung erweisen zu allem was großartig ist, durch Innehalten und durch Gott spüren. Gott spüren als Freude in dir, als deine Umgebung und in anderen Menschen. Ich wünsche dir dafür alles Gute, Erfahrungen von Liebe und Freude, Erfahrungen der Nähe Gottes.

Audiovortrag zum Thema Yoga der Hingabe - Bhakti Yoga

Hier die Tonspur des oberen Vortrags:

Siehe auch

Seminare

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