Depression

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Depression, wörtlich "Niedergedrücktheit", bezeichnet im umgangssprachlichen Gebrauch eine niedergedrückte Stimmung. In der Psychiatrie gilt die Depression als psychische Störung mit Niedergeschlagenheit als Hauptsymptom. Zahlreiche Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass Yoga und Meditation bei Depressionen sehr wirkungsvoll sind. Insbesondere Hatha Yoga verhilft dazu, seinen Körper besser zu spüren. Mit dem Körpergefühl kommt wieder ein Zugang zu den eigenen Emotionen, auch zur Freude. Yoga kann auch Psychotherapie sinnvoll ergänzen.

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Für Yoga bei Depression siehe unter dem Hauptartikel Yoga bei Depression oder auch Yoga bei Burnout

Ganesha als ein Aspekt Gottes hilft dir Hindernisse und Widerstände zu überwinden. Ein sein Mantra singen.

Depression als Nachwirkung einer körperlichen Erkrankung

Niederschrift eines Podcasts (2014) von Sukadev The media player is loading...

Manche körperliche Erkrankungen hinterlassen Spuren im Energiesystem. Sie sind anstrengend für das Immunsystem, sie verbrauchen viel Prana, Lebensenergie und blockieren den Fluss der Lebenskraft. Und viele Behandlungen, Therapien, die körperlich notwendig und heilend sind, haben keine gute Wirkung auf Prana, Lebensenergie. So ist es gar nicht selten, dass Menschen nach einer schweren körperlichen Erkrankung, nach einem Unfall und anschließender Operation, müde werden, unter Schlappheit, Reizbarkeit, Lustlosigkeit und Depression leiden. Darum gibt es in Deutschland ja auch das Konzept der Rehaklinik, in der du wieder zu Kräften kommen kannst.

Hier kann eine sehr gesunde Ernährung Wunder bewirken. Es gibt mehrere Formen der Ernährung, die einen wieder zu Kräften kommen lassen kann. Dazu gehören Fasten, Rohkost, Trennkost, Monodiät, Ayurveda Kost. Am effektivsten, um nach einer körperlichen Erkrankung wieder zu Kräften zu kommen, dein Prana, deine Energie erhöhen kannst, ist ein Yoga Urlaub. Oder beginne mit einem Yogakurs in einem Yoga Vidya Zentrum oder bei einer Yogalehrerin. Wenn du Yoga kennst, intensiviere insbesondere das Pranayama, die Atemübungen. Adressen von Yogalehrern findest du unter http://www.yoga-vidya.de. Während des Podcasts bekommst du auch Tipps zur Autosuggestion, Affirmationen und Selbsthypnose, die oft gerade nach körperlicher Erkrankung sehr hilfreich sein können.

Wenn die Seele abstürzt - Die Depression als ein "Systemfehler" im Gehirn

Artikel von Lioba Groth

„Alles langweilt mich, alles ist mir egal, und am meisten hasse ich die Zombies in den U-Bahnen, die nicht mehr wissen, dass Sie einmal Träume gehabt haben“, so beschreibt es Veronika in der gleichnahmigen Buchverfilmung von Paul Coelho „Veronika beschließt zu sterben“ am Anfang des Films, als sie nach einem Selbstmordversuch in einer psychiatrischen Klinik landet. Veronika steht für den modernen Menschen, der versucht, es allen Recht zu machen, Eltern und Vorgesetzten, und die wahren Wünsche unterdrückt, dabei sich selbst verliert und zuletzt die Lebensfreude. Es ist das zwanghafte Streben nach Glück und Zufriedenheit in unserer modernen Gesellschaft, das krank machen kann, bis Körper und Seele erschöpft zusammensacken und wie ein Computer abstürzen.

Vortrag mit Sukadev: Depression - Ratschläge aus Yoga und Spiritualität

Ursachen, Definition und Symptome einer Depression

In der Forschung wird unterschieden zwischen einer akuten Depression und einer über eine Weile anhaltenden depressiven Verstimmung wie dem Winter- oder kurzzeitigen Babyblues. Beide Formen gehen über die reine schlechte Laune hinaus.

Stimmungsschwankungen hat jeder einmal und auch manchmal depressive Verstimmungen. Doch hält dieser Zustand über einen längeren Zeitraum an, spricht man von einer akuten Depression“.

„Bei den meisten Menschen beginnt Depression als eine Reaktion auf eine Tragödie, einen Rückschlag oder eine sonstige Wendung im Leben. Die Ereignisse, die am ehesten eine Depression verursachen, sind Verlusterfahrungen, Demütigungen und Niederlagen, die das Gefühl hervorrufen, in den Umständen gefangen zu sein.“ (Zitat aus: Der achtsame Weg durch die Depression, S. 29)

Es ist ein Teufelskreis, der letztlich darin besteht, dass man keine Bewältigungsstrategien mehr besitzt, um mit den Widrigkeiten des Lebens umzugehen und das ganze als Überbelastung empfindet und man nur noch erschöpft den ganzen Tag im Bett liegen und seine Ruhe haben möchte. Alltägliche Dinge bleiben liegen und irgendwann fällt selbst der einfache, kurze Weg zur Post oder zum Supermarkt unendlich schwer. Am Ende hat man sich selbst isoliert und man ist nicht mehr in der Lage, seinen Alltag zu meistern und verliert sich in Selbstmitleid bis hin zu Selbstmordgedanken, dann spricht man von Major = einer schweren Depression.

Die Symptome sind:

  • Gefühle von Deprimiertheit, die den ganzen Tag andauern.
  • Verlust der Freude an Dingen, die vorher Spaß gemacht haben
  • Geringer Appetit und Gewichtsverlust
  • Schlafstörungen und dadurch gesteigertes Schlafbedürfnis
  • Verlangsamung oder Erregbarkeit oder Energieverlust
  • Konzentrationsstörungen/übertriebene Impulsivität, die von Anderen als Unentschlossenheit/Unfähigkeit zu (rationalem) Denken betrachtet werde kann.
  • Gefühle von Wertlosigkeit bis hin zu Selbstmordgedanken und Selbstmordversuch

Anatomie einer Depression aus medizinisch-psychologischer Hinsicht

Depression und das Nervensystem

In der Forschung ist nachgewiesen, dass ein Ungleichgewicht aus neurobiologischer Sicht im Gehirn unter einer Depression besteht. Unser Gehirn hat viele tausende Nervenzellen und diese haben Zellkörper, die sich widerrum mit anderen verbinden. Elektrische Impulse gehen davon aus und senden bestimmte Botenstoffe wie Serotonin und Dopamin ans Hirn, von wo aus alles gesteuert wird beim Menschen: Denken, Fühlen, Handeln – die gesamte Selbstregulation (vgl. dazu S. 52/53 Schaubild in: „Depressionen überwinden – Niemals aufgeben“- Hrs. Stiftung Warentest, 6. Auflage). Besteht eine Störung bei diesem Übertragungsmechanismus bzw. dieser wichtigen chemischen Botenstoffe, führt dies zu „Major Depression“. (Dieser Begriff wird medizinisch verwendet für eine Akute Depression).

Man kann vereinfacht sagen, dass durch das Fehlen dieser wichtigen Botenstoffe wie Serotonin, Noradrenalin dies zu diesem biochemischen Ungleichgewicht führt, der sich auf Körper und Psyche negativ wie in den vormals beschriebenen Symptomen zeigt. Forscher sagen einerseits, dass es „Depressionsgene“ geben könne, andererseits könne diese Störung durch eine chronische Überbelastung oder besonders einschneidende Lebensereignisse wie Trennung/Tod eines geliebten Menschen oder anderer Traumata wie ein Hirnschädeltrauma nach einem Autounfall oder (stark negativ geprägten) Kindheitserinnerungen/Erlebnissen zu den Ursachen von Depressionen herbeiführen. All diese Faktoren sind letztlich Stressoren, die nicht gesundheitsförderlich sind und die Entstehung von Depressionen fördern. Mindestens 15% der Bevölkerung in Deutschland hat schon einmal im Leben eine solche Depression erlitten.

Betroffene Hirnareale bei einer Depression und ihre Auswirkungen

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Welche Funktionsbereiche sind genau betroffen bei einer Depression? Forscher sprechen von einer affektiven Störung in diesem Sinne und sie betrifft die linke Hirnhälfte. Dort befindet sich das limbische System (Begriff nach Dr. Daniel Amen, Neurowissenschaftler in den USA), das für unsere emotionale Grundstimmung verantwortlich ist und in der Hirnmitte liegt. Das tiefe limbische System ist neben den Schläfenlappen an der Speicherung von emotionalen Erinnerungsbildern mitbeteiligt, die sich je nach Aktivität (erhöht oder nicht) negativ oder positiv auf unsere Grundstimmung auswirken können. Zum Beispiel reguliert es unsere tägliche Motivation zum Aufstehen und steuert zudem Appetit- und Schlafrythmus. Auch wie nah wir Menschen an uns heran lassen (Bindungsmechanismus/Sozialverhalten anderen gegenüber) reguliert das limbische System.

Bei einer akuten Depression besteht eine überhöhte Aktivität im limbischen System und führt eben dazu, dass man morgens keine Motivation/starke Antriebslosigkeit empfindet und zu negativen Gedanken und Körpergefühl insgesamt kommt.

„Das tiefe limbische System, besonders der Hypothalamus an der Basis des Hirns, ist verantwortlich für die Umsetzung des Gefühlzustandes in physische Empfindungen wie Entspannung oder Spannung(... ) Wenn das limbische System eingeschaltet ist, gewinnen meist die Emotionen die Oberhand. Wenn es sich beruhigt, ist eine stärkere Aktivierung im Cortex möglich. Laufende Forschungen zeigen einen Zusammenhang zwischen Depression und erhöhter Aktivität im limbischen System und einer Abschaltung des präfrontalen Cortex, besonders linksseitig.“ Dr. Daniel G. Amen (Das glückliche Gehirn, Goldmann Verlag, S. 72/73).

Das limbische System ist also eine Art Schaltzentrale für das Emotionale und steht in enger Verbindung zum präfrontalen Cortex (Aufsichtsorgan n. Amen), welcher Teil des Hirns für das rationale Denken und Problemlösungsdenken verantwortlich ist. Der PFC filtert Emotionen in genauere Zustände wie Angst, Freude oder Trauer und reguliert diese Impulse in allgemeiner Form, so dass die Person im gesunden Zustand mit „Kopf und Gefühl“ handelt. Liegt ein Ungleichgewicht in einem der beiden Bereiche vor, kann es zu folgenden Symtomen mit Eintreten der Depression kommen:

Im PFC Bereich kommt es zu unkontrollierten Taten, dass man Dinge sagt oder macht, die man später bereut (gegenüber Vorgesetzten, Familien, Freunden) und dass man immer die gleichen Fehler macht, das widerrum negatives Denken und Gefühle evoziert. Der innere Wächter ist nicht mehr vorhanden bzw. vorübergehend ausgeschaltet. Insgesamt kommt es zu einer „Gefühlsarmut“, im „depressiven“ Gehirn entwickelt sich eine „Mir ist alles egal“ Haltung. An diesem Punkt angekommen, kann nur noch eine Therapie in Kombination mit Medikamenten helfen.

Wege aus der Depression – Behandlungsmöglichkeiten und Alternativen

Die kognitive Therapie als „Umprogrammierung“ des Denkens und Fühlens

In der Forschung gibt es verschiedene Therapieansätze, hier seien nur die erwähnt, die speziell zur Depressionsbehandlung entwickelt worden sind und von Krankenkassen übernommen werden. Dazu gehört die kognitive Verhaltenstherapie, aus der Tiefenpsychologie stammend. Bei diesem Therapieansatzverfahren geht es um eine „Umprogrammierung“ im Gehirn; das heißt der Patient soll lernen, seine destruktiven und negativen Denk- und Verhaltensmuster durch positivere zu ersetzen und in seinem alltäglichen Leben anzuwenden. Es geht nicht darum, von Pessimisten zum Superoptimisten zu werden, sondern realistischere Denk- und Verhaltensweise zu erlernen.

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Im Erstgespräch wird die Situation des Patienten analysiert und eine Stressanalyse durchgeführt. In 20 bis 45 Sitzungen lernt der Patient:

  1. schrittweise mehr zu tun, um aus der Antriebslosigkeit herauszukommen
  2. mehr angenehme Aktivitäten in sein Leben einzubauen
  3. (Realistische) Tages- und Wochenpläne zu erstellen und umzusetzen
  4. Der Situation angemessenes Denken und Verhalten zu erlernen und zwar in Form von Hausaufgaben, die in realen Situationen erprobt werden.

Das Ziel ist es also, negative Denk- und Verhaltensweisen durch realistischere zu ersetzen. Tritt zum Beispiel der negative Gedanke auf, die sogenannten „ANTS – ANTS sind zynische, trübsinnige und klagende Gedanken, die scheinbar von selbst kommen.“ Daniel G.Amen (S. 92ff. Das glückliche Gehirn) Bei der Verhaltenstherapie versucht der Therapeut den Patienten in positivere Gedanken hin zu motivieren mithilfe von Übungen, zum Beispiel schreibt man negative Leitsätze auf und rechts daneben in eine Spalte, wie man diese verinnerlichten Sätze positiver umformulieren könnte:

  1. Ich darf nicht egoistisch sein – vs. Ich darf mir meine Wünsche zugestehen (vgl. S. 112f. Gudrun Görlitz, Selbsthilfe bei Depression, Klett-Cotta Verlag)
  2. Ich muss immer perfekt sein, um geliebt zu werden- vs. Ich bin ich und kenne meine Stärken und Schwächen.
  3. Ich bin unwichtig – vs. Ich bin stark und komme mit vielen Dingen des Lebens klar.

Amen betont, wie wichtig das Zusammenspiel von Denken und Fühlen ist, wie mächtig sich das auf den Körper auswirken kann. Denke ich negativ, fühle ich mich auch schlecht und lasse sprichwörtlich Kopf und Schultern hängen. Negative Gedanken sind „Verschmutzung des Hirns“, und zwar des limbischen Systems.

In der Verhaltenstherapie lernt man, sich diese Denkweise abzutrainieren und ein gesünderes Denken und Fühlen zu entwickeln. Ist die Depression so stark, werden Medikamente begleitend eingenommen.

Medikamentöse Behandlung von Depressionen – Prozac als bekanntestes Mittel

Antidepressiva greifen also direkt an der „Kommunikationsstelle“ der Nervenzellen, dem synaptischen Spalt, an und erhöhen dort die Konzentration und damit die Wirkung der körpereigenen Botenstoffe. Nach heutigem Erkenntnisstand gibt es im Wesentlichen zwei Botenstoffe, die an der Depressionsentstehung beteiligt sind: Noradrenalin und Serotonin. Auch dem Botenstoff Dopamin werden depressionslösende Eigenschaften zugeschrieben. Die meisten Antidepressiva wirken auf diese Stoffe, entweder indem sie deren Abbau oder ihre Wiederaufnahme hemmen.“ (S. 104/Ratgeber: Depressionen überwinden)

Zu diesen Medikamenten gehört Fluoxetin (20-40mg) pro Tag. Es habe ein breiteres Indikationsspektrum als die Anderen und sei besser verträglich. Insgesamt bewirken die SSRI Hemmer (u.a. Paroxetin, Fluvoxamin) neurophiosologisch in folgenden Regionen des Mittelhirns (vgl. S.71/M.Lasar/U.Trenckelmann (Hrsg: „Depressionen – Neue Befunde aus Klinik und Wissenschaft 2000“):

  1. Aktivierung der serotognergen Bahn 1- zum präfrontalen Cortex (antidepressive Wirkung)

b)Aktivierung der serotonergen Bahn 2- zu den Basalganglien (Steuerung der Geschwindigkeit des Körpers (n.Amen): haben eine zwangslindernde Wirkung (Beispiel Panik/Angsstörungen)

  1. Aktivierung der serotonergen Bahn 3 – zum Hippocampus/limbischen Kortex (Steuerung von Denken und Fühlen) – haben eine antipathische Wirkung
  2. Aktivierung der serotonergen Bahn - zum Hypothalamus – haben eine antibulimische Wirkung.

Es sei hier darauf hinzuweisen, dass alle Teile des Hirns zusammenwirken und somit wirkt Fluoxetin als breites Mittel bei der Depressionsbehandlung, da viele Patienten auch unter Angst- und Panikstörungen zugleich als Symtom leiden können. Fluoxetin wird allgemein als Prozac bezeichnet und überwiegend in den USA verkauft. Dieses Medikament ist beliebt geworden, macht jedoch entgegen Kritiker nicht in dem Sinne abhängig, sollte aber langsam und stetig abgesetzt werden, nicht von einem Tag auf den Anderen, ansonsten ist das Rückfallrisiko sehr hoch. Auch wirkt es nicht wie eine Aspirin, sondern erst nach ein bis zwei Wochen nach Beginn der Einnahme beginnt es zu wirken. Mindestens 6- 18 Monate lang sollte es eingenommen werden, je nach Depressionsgrad.

Sonstige Behandlungsmöglichkeiten/Alternativen

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Neben der medikamentösen und psychotherapeutischen Behandlung ist in der Forschung auch der Einfluss von Ernährung und sportlicher Betätigung nachgewiesen worden. Laufen als Bewegungstherapie, als ein Weg, um Körper und Psyche wieder in Einklang zu bringen.

Zertifizierte Lauftherapeuten vom Verband der Lauftherapeuten bieten ein solches Programm an. Individuell abgestimmt auf die Kondition der Person wird ein Trainingsplan erstellt, denn es soll zu keiner Überbelastung kommen. Das Ziel des lauftherapeutischen Trainings ist es, dem Patienten Tools beizubringen, wie man langfristig den Körper fit halten kann und dass Bewegung Freude macht. Das Lauftraining beinhaltet eine Kombination aus Ausdauer- und Koordinationsschulungsübungen sowie eine mentale Betreuung. Bei der mentalen Betreuung werden pädagogische Inhalte vermittelt, sodass langfristig der Patient lernen soll, aus Eigenantrieb und Verantwortlichkeit für den eigenen Gesundheitszustand etwas zu tun. Gesundheitsprävention ist somit das Oberziel und soll Erkrankungen vorbeugen oder das Risiko für Rückfälle mindern.

Wissen als Mittel gegen Depressivität

Vortrag von Sukadev aus dem Tugenden-Lexikon

Sukadev im Lotus

Wissen, was hat Wissen mit Depression zu tun? Depression ist ja eigentlich ein Gefühl und eine psychische Prädisposition und Wissen ist ja eher etwas Intellektuelles. Aber der Mensch ist jemand, der sehr geprägt ist von seinen Einstellungen her, von seinen Überzeugungen, auch von seinem Wissen. Es gibt intellektuelles Wissen, aber es gibt auch Überzeugungswissen und es gibt intuitives Wissen. Wenn man wirklich etwas tief verstanden hat, dann kann das viel ändern.

Angenommen, du erfährst, dass du eine Erbschaft gemacht hast in Kanada und dass dort ein Erbonkel war, von dem du gar nichts gewusst hattest, weil er vielleicht unehelich war, und er hat dir ein Vermögen von großer Höhe geschenkt. Es wird noch ein Jahr dauern, bis du darauf zurückgreifen kannst, weil irgendwie die Prozeduren so langsam sind, sowie du das weißt, hat sich vieles in deinem Leben verändert. Also, ein Wissen kann etwas ändern. Genauso auch, wenn du weißt, dass es normal ist, dass, wenn Verluste kommen, dass man sich ein bisschen unwohler fühlt, wenn du weißt, dass, wenn man sich engagiert und dann nachher irgendwo ein bisschen ermüdet ist, dass man ein bisschen in einer Depressivität ist, dann ist das alles nicht so dramatisch. Wenn du auch weißt, Höhen kommen, Höhen gehen wieder weg, Gemütszustand ist mal hoch, mal tief und das ist ganz normal, wenn du das wirklich weißt, gut, dann kannst du damit gut leben.

Und wenn du etwas anderes noch weißt, wenn du weißt, in der Tiefe deiner Seele bist du Sein, Wissen, Glückseligkeit, in der Tiefe deiner Seele bist du eins mit dem Unendlichen, in der Tiefe deiner Seele bist du göttlich, wenn du dieses Wissen gewonnen hast, dann kannst du mit den Höhen und Tiefen des Lebens ganz anders umgehen. Jetzt kannst du natürlich sagen: „Ist das ein Wissen oder ein Glauben?“ Es ist auch ein Wissen, es gibt z.B. im ganzen Jnana Yoga und Vedanta, das ist eine intellektuelle Analyse der menschlichen Erfahrung, und dort kannst du tatsächlich analysieren und feststellen: „Ja, ich kann nicht der Körper sein, ich kann nicht die Emotionen sein, ich kann nicht das Denken sein. Ich bin Bewusstsein.“ Und wenn Bewusstsein losgelöst ist von Identifikationen mit Körper und Psyche und Gedanken und Emotionen, dann ist Bewusstsein frei, Bewusstsein ist freudevoll, Bewusstsein ist verbunden mit Bewusstsein von allem. Letztlich erkennst du: „Ich selbst bin alles.“

Wenn du dies weißt, dann ist alles andere letztlich ein Spiel, was noch kommt. Wissen kann auch kommen aus Erfahrung, wenn du in tiefer Meditation dein Körperbewusstsein transzendiert hast, wenn du in der Meditation tatsächlich die Erfahrung gemacht hast von kosmischem Bewusstsein, von Verbundenheit, dann bleibt dieses Wissen, auch wenn du wieder ins Alltagsbewusstsein zurückkehrst. Du kannst aus diesem Wissen heraus handeln. In diesem Sinne, überlege, wie kannst du zu wahrem Wissen kommen? Du könntest z.B. ein Seminar bei Yoga Vidya machen, du könntest Bücher kaufen über spirituelle Praktiken.

Yoga ist keine Glaubensfrage, Yoga ist Praxis, Yoga ist aber auch Analyse und Yoga heißt auch, Intellekt nutzen, um zu einem Wissen zu kommen. Und dieses gute Wissen, das hilft dir auch über Depressivität, kann dir helfen, gar nicht in die Depressivität hineinzukommen oder manchmal auch, Depressivität zu deuten als Abzug von Oberflächlichkeiten, Rückzug von Äußerlichkeiten, Wunsch, zu wahrem Wissen zu kommen.

Ayurveda bei Burnout - Vortrag von Hans Heinrich Rhyner

Auch eine Ernährungsumstellung kann bei einer Depression hilfreich sein und auch langfristig vor Rückfällen vorbeugen. Dass auch die Ernährung eine große Rolle auf unser biochemisches Gleichgewicht besitzt, haben Forscher in den USA herausgefunden; dass zum Beispiel eine einseitige Ernährungsweise wie permanenter Fast Foodkonsum das Risiko für Depressionen steigert. Dann ist es kein Wunder, dass Prozac in den USA als „Allheilmittel“ verschrieben wird, sodass die Patienten auch weniger essen und der Appetit gezügelt wird. Eine schlechte Ernährung führt zu einem niedrigeren Spiegel von Norepinephrin und Dopamin, (weshalb auch gerne Schokolade gegessen wird).

Zu viel Kohlehydrate wie Brot, Nudeln und Süßigkeiten, auch die Schokolade, sollten verzichtet werden. Stattdessen ist es ratsamer, mehr Eiweiß wie Tofu, Hülsenfrüchte etc. zu sich zu nehmen, sowie viele Vitaminhaltige Nahrung (B-Vitamin). Kohlehydrathaltige Nahrungsmittel nur bei einem geringen Serotoninspiegel wie bei Stimmungsschwankungen und dann am besten nur Vollkornknäckebrot. Eine wichtige Säure spielt die Aminosäure wie Tyrosin (1000-1500mg pro Tag sowie DL-Phenylalanin und zwar 400mg 3x täglich, betont Daniel. G. Amen (vgl. S.131f.). Es sollte natürlich nur unter ärztlicher Beratung vom Hausarzt eingenommen und kontrolliert werden.

Ist die Depression nicht so stark (leicht bis mittelstark), kann auch eine Lichttherapie in Kombination mit dem pflanzlichen Mittel Johanniskraut als Behandlung durchgeführt werden. Auffällig ist auch hierbei ein erhöhtes Schlafbedürfnis und ein Heißhunger auf Kohlenhydrate, doch Finger weg von der Schokolade. Diese erhöht nicht wirklich den Dopaminspiegel im Hirn, es ist mehr ein Placebo-Effekt, der im Körper und Geist eintritt. Die Lichttherapie kann man auch gut zuhause machen, wichtig ist ein regelmäßiger Zeitraum (täglich eine Stunde lang in diese Licht blicken, es sind spezielle Lampen mit 2500 bis 1000 Lux (Maßeinheit für den Grad der Helligkeit des Lichts. Gelegentliche Nebenwirkungen sind Gereiztheit und trockene Augen. Auch das pflanzliche Mittel Johanniskraut hat leichte Nebenwirkungen wie Lichtempfindlichkeit und eine verstärkte Müdigkeit. Dennoch sind beide gute alternative Behandlungsmethoden bei saisonal bedingten Depressionen wie dem so genannten Winterblues. Abschließend sei hier auch die Musiktherapie (Klassikmusik wie Mozart) zu erwähnen, besonders bei affektiven Störungen wie ADS (vgl. Journal of Arts Medicine, 1995). Auch Autogenes Training und sogar Yoga können mittlerweile als ergänzende Methoden bei einer Depression miteinbezogen werden. Depression ist kein Lebensschicksal, sondern zu einer ernsthaften Volkskrankheit geworden, die mitunter zur Selbsttötung aus Verzweiflung führen kann wie das traurige Beispiel des Hannoveraner Nationaltorwarts Robert Enke gezeigt hat.

Umgang mit Depressionen anderer

Aus einem Vortrag von Sukadev Bretz

Depressionen ist seit den 2010er Jahren eines der Modeworte. Es ist das Jahr 2016, inzwischen spricht man wieder etwas weniger über Depressionen, Burn-Out. Aber es ist weiter einer der Hauptgründe, weshalb Menschen krankgeschrieben werden. Depression ist das Krankheitsbild, weshalb Menschen am längsten krankgeschrieben werden. Warum ist dies so?

Depression heißt Niedergedrücktheit, aber es gibt unterschiedliche Formen von Depression. Es gibt die milde Depression, die so genannte depressive Verstimmung, die man auch als Niedergedrücktheit bezeichnet. Und es gibt die klinische Depression die länger anhält, wo Menschen nicht in der Lage sind, Freude zu empfinden, sich für irgendetwas zu engagieren oder irgendetwas zu tun.

Was kannst du raten, wenn Menschen in einer Depression sind? Zwei Sachen wären besonders wichtig. Das erste wäre, sich professionelle Hilfe zu suchen. Es gibt inzwischen durchaus Psychotherapien, die hilfreich sind gegen Depressionen. Die zweite Möglichkeit ist, den Menschen zu ermutigen, Yoga und Meditation auszuprobieren. Es hat sich gezeigt, dass Yoga, insbesondere Hatha Yoga und Meditation, insbesondere auch Pranayama und andere Atemübungen, sehr hilfreich sind, um aus einer Depression wieder heraus zu kommen. Auch Singen, auch Mantrasingen, auch Musizieren, aber auch Spazierengehen, diese physische Aktivität soweit dies möglich ist, kann hilfreich sein, neue Energie zu bekommen.

Die dritte Sache die du sagen kannst bezieht sich auf die Zeit, diese heilt viele Wunden und du kannst einem Menschen auch sagen: Ja, jetzt momentan bist du in einem niedergedrückten Zustand, aber bald wird es dir wieder besser gehen. Jetzt mag es so sein, dass du dir nicht vorstellen kannst, wieder das Leben freudevoll zu genießen. Aber die Zeit wird dir helfen, aus der Depression herauszukommen. Es gibt einige gute Studien, die zeigen dass Menschen normalerweise aus einer Depression, auch aus einer klinischen Depression, herauskommen innerhalb von sechs Monaten bis zwei Jahren. Die Therapie sollte im Wesentlichen zweierlei bewirken. Erstens ist es wichtig, dass der Mensch keinen Suizid begeht und zweitens, dass er Hoffnung fasst, diese Phase irgendwann zu überwinden. Die Psyche heilt, ähnlich wie der Körper heilt. Manchmal braucht sie Unterstützung, manchmal hilft Yoga und Meditation. Manchmal hilft eine Psychotherapie, manchmal hilft körperliche Aktivität und manchmal helfen Freundlichkeit, Mitgefühl und Liebe.

Minderwertigkeitsgefühl und Depression

Es gibt eine Yogatechnik, bei der man auf solche Symbole wie hier dieses Lakshmi-Yantra meditiert. Lakshmi steht für Fülle und Wohlstand.

Es gibt viele Ursachen von Depression im Sinne von Niedergeschlagenheit. Wenn es um die psychotische Depression geht – das ist noch ein weiteres Thema. Aber Niedergeschlagenheit kann zu Depressivität führen, ja kann auch in die echte Depression führen. Minderwertigkeitsgefühl kannst du haben, wenn du denkst: „Ich tauge nichts. Ich kann nichts. Keiner mag mich.“

Es gab einen Psychologen namens Adler. Adler war einer der Schüler von Sigmund Freud, eine Kernaussage von ihm war: Menschen haben das Bedürfnis gesehen zu werden, Menschen haben das Bedürfnis wertgeschätzt zu werden. Man kann vieles, was Kinder und Erwachsene machen, deuten als Versuch, die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken und zu ziehen; Kinder, wenn sie stören; Kinder, wenn sie andere ärgern; Kinder, wenn sie laut werden. Das kann einfach heißen: „Ich möchte gesehen werden.“ Und wenn Kinder nicht gesehen werden, wenn man sie nicht beachtet, dann können sie ein Minderwertigkeitsgefühl entwickeln. Und wer ein Minderwertigkeitsgefühl hat, der kann zum einen kompensieren und so tun, als ob er größer ist als andere, oder er kann in die Depressivität hineinrutschen.

Minderwertigkeitsgefühl, wenn es umschlägt und der Mensch sich deshalb immer wieder beweisen muss: „Ich bin gut. Ich tauge etwas.“ Das kommt zum Leistungsmenschen. Oder eben auch: er tut so, als ob er viel kann. Das ist die eine Richtung und vielleicht die gesündere Richtung. Und dann gibt es aber die zweite Möglichkeit: wer ein Minderwertigkeitsgefühl hat, das kann zu einem Grundgefühl des Lebens werden und das kann ein Grundgefühl der Depressivität werden.

Man kann aber auch Minderwertigkeitsgefühl transformieren. Natürlich: es gibt viele psychotherapeutische Methoden, die daran arbeiten, Minderwertigkeitsgefühl zu überwinden. Aber nicht alles funktioniert gleich gut. Eine der einfachsten Techniken wäre: wertschätze dich für das Minderwertigkeitsgefühl. Ein Minderwertigkeitsgefühl hat auch etwas Positives. Minderwertigkeitsgefühl hilft dir, an dir zu arbeiten. Minderwertigkeitsgefühl hilft dir, nie eine falsche Zufriedenheit zu haben. Minderwertigkeitsgefühl verhindert, dass du ein zu dickes Ego bekommst und dass du’s dir zu gemütlich machst. Wertschätze dich, für deine Minderwertigkeitsgefühle. Wertschätze dich dafür, dass du denkst, dass du noch viel zu tun hast. Minderwertigkeitsgefühl kann durchaus hilfreich sein, auf dem Weg der Persönlichkeitsentwicklung und des spirituellen Bewusstseins. Missverstehe mich jetzt bitte nicht. Das heißt nicht, dass ich jetzt sage: „Bemühe dich, ein Minderwertigkeitsgefühl zu bekommen.“

Es ist immer gut, sich so zu akzeptieren, wie man ist und das, was man ist und was man als Psyche mitbekommen hat, was man als psychische Ausstattung mitbekommen hat, das hat man eben. Letztlich bist du das unsterbliche Selbst. Letztlich bist du reines Bewusstsein, jenseits von Wertigkeit und Unwertigkeit. Jeder Mensch ist gleich wert, weil er göttliches Wesen ist; Sohn Gottes, Tochter Gottes oder eben Abbild Gottes oder eben eins mit Gott.

Auf der relativen Ebene haben wir unterschiedliche psychische Ausstattungen, unterschiedliche Körper. Und wir können wertschätzen, was wir an psychischer Ausstattung haben. Und wenn zur psychischen Ausstattung Minderwertigkeitsgefühl gehört, dann kann man das wertschätzen. Und man kann sich dafür danken, Gott dafür danken, dass man ein Minderwertigkeitsgefühl hat, was einem hilft, sich spirituell weiterzuentwickeln.

Das waren einige Gedanken zum Thema: Minderwertigkeitsgefühl und Depression, insbesondere: Wie kannst du Minderwertigkeitsgefühl überwinden? Und ich meine, die einfachste Weise wäre: Minderwertigkeitsgefühl wertschätzen und positiv nutzen.

Monotonie als Risikofaktor für Depression

Vortrag von Sukadev

Depression hat viele verschiedene Gesichter. Depressionen hat viele verschiedene Definitionen. Depression vom ursprünglich lateinischen Wortstamm her heißt „nieder gedrückt“. Nieder gedrückt heißt es nicht nur geistig und psychologisch, sondern allgemein. Wenn man etwas nieder drückt, dann ist es in einer Depression.

Natürlich dieses ist jetzt ein Vortrag zur Persönlichkeit und auch zum Umgang mit Depressionsportcast. So ist Depression etwas psychologisch; nieder gedrückte Stimmung, Antriebslosigkeit, Traurigkeit und da gibt es verschiedene Grade von Depressionen, wie Du vielleicht weißt. Es gibt eine Niedergedrücktheit, es gibt depressive Verstimmungen, es gibt Depression als Psychose, eine vollständige Antriebslosigkeit, die über Wochen vielleicht sogar über Monate gehen kann und sogar noch länger dauern kann.

Monotonie kann ein Risikofaktor für Depression sein. Muss es aber auch nicht. Es gibt Menschen, die machen monotone Arbeit ihr ganzes Leben lang, aber es macht Ihnen wenig aus. Sie lernen in der monotonen Arbeit auch eine gewisse Ruhe zu finden. Es gibt Menschen, die monotone Jobs machen und vielleicht Freude finden im Austausch mit Ihren Kollegen, die vielleicht eine zufriedenstellende Beziehung zu Hause haben, Freunde haben, Interessen haben, und für die ist ihr Job einfach nur ein Job.

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Monotonie wird zum Risikofaktor bei burn out oder für Depression, wenn man höhere Ansprüche an den Job hat. Man könnte sagen, in früheren Zeiten gab es weniger Depressionen als Folge von Monotonie, weil Anspruch an die Arbeit geringer war. Die Fabrikarbeiter haben nicht angenommen, dass die Arbeit ihren Spaß geben muss. Dass sie dort etwas Tolles machen, dass ihre Persönlichkeit fördert und fordert, usw. Sondern sie haben einfach ihre Aufgabe gemacht, um ihr Brot zu erwerben, um Kinder zu versorgen, um ein Dach über den Kopf zu haben. Damals ging es weniger darum, Erfüllung in der Arbeit zu finden, sondern es ging eher darum, ihren Job zu machen.

Natürlich war das auch nur vorübergehend. Früher gab es die Bauern und Landleute. Und Landwirtschaft ist weniger monoton, sondern Bauer hatten typischerweise hatte der Bauer ein paar Tiere, er hat Felder und er war auch ein kleiner Handwerker. Er hat kleine Reparaturen gemacht. Er hat im Winter natürlich auch alles Mögliche gemacht. Er hat das Haus selbst gebaut und gepflegt usw. Also es war sicherlich nicht monoton. Der Mensch ist ursprünglich nicht für monotone Tätigkeiten geschaffen, sondern Menschsein war immer wieder auch interessant.

Der Mensch konnte aber auch monotone Tätigkeiten ausführen. Wenn er daran nicht hohen Anspruch hat, dann ist die Monotonie auch ganz okay. So kann man auch daraus ableiten, wie man Monotonie überwinden kann.

Ich bin Yogalehrer und spiritueller Lehrer. Angenommen Du hast eine Arbeit, die monoton ist, dann könntest Du sie auch mit Sinn erfüllen. Dann macht es Dir nichts mehr aus. Du könntest z.B. ein Mantra wiederholen. Angenommen, Du hast ein manuelle Tätigkeit. Dann kannst Du sagen: „Großartig. Manuelle Tätigkeit braucht nicht so viel nachzudenken, ich wiederhole dabei ein Mantra, z.B. Om oder Om namah shivaya. Ich verbinde das vielleicht noch mit ein bisschen Atemübungen. “ Dann ist jede monotone Tätigkeit plötzlich eine Quelle von spiritueller Qualität.

Nimm genau wahr, was Du tust. Beobachte Deinen Atem, beobachte das was Du siehst, hörst, riechst, schmeckst. Angenommen Du hast die monotone Arbeit Geschirr spülen oder Hauswirtschaft oder was auch immer, Du könntest das, was Du tust mit Bewusstheit tun.

Angenommen Du hast nur ein oder zwei Stunden am Tag Monotonie. Du könntest darüber leiden und könntest sagen: „ Warum muss ich die monotone Tätigkeit machen. Ich bin so klug und intelligent. Ich sollte mehr gefordert werden.“ Du kannst aber auch sagen, toll. Eins, zwei, drei Stunden am Tag habe ich Ruhe, Zeit für Achtsamkeit, Zeit für bewusste Atmung, Zeit für ein Mantra oder auch Zeit um Mantra singen zu hören oder Vorträge zu hören über burn out, Persönlichkeit, von Monotonie, usw.

In diesem Sinne begreife Montonie als Chance, als Möglichkeit für Achtsamkeit, Spiritualität, Mantra, Gottesbewusstsein. Dann führt die Monotonie nicht in die Depression. Natürlich kannst Du auch überlegen, wie kannst Du das, was du tust, interessanter gestalten. Wie kannst Du das, was Du tust mit Freude tun. Wie kannst Du das, was zu tun ist, Deine besonderen Fähigkeiten hinein geben. Wie kannst Du Deine Anliegen nachgehen in mitten dieser monotonen Tätigkeit.

Mein Tipp wäre: Wenn Du eine monotone Tätigkeit hast, und die Dir nichts ausmacht, freue Dich und schaue, wie Du in Deiner Freizeit Gutes bewirken kannst. Wenn Du eine monotone Tätigkeit hast, und es macht Dir etwas aus und führt Dich in die Depressivität, dann überlege, wie kannst Du die Tätigkeit interessanter machen, spiritualisieren, bewusster, achtsamer machen oder etwas variabler machen. Wenn es Dir gar nicht gelingt, dann überlege, wie kannst Du vielleicht den Job wechseln, die Tätigkeit wechseln, etwas tun, was Dich mehr fordert, Dir mehr Freude macht, Dir mehr Energie gibt und Dich mit mehr Freude erfüllt.

In jeden Fall übe jeden Tag Asanas, Pranayma und Meditation. Wenn Du Asanas, Pranayma und Meditation übst, also Yogaübungen und Meditation, bekommst Du neue Energie und wenn Du neue Energie bekommst, hast Du auch die Kraft, die Tätigkeit, die zu tun ist, bewusster zu tun, spiritueller zu tun. Außerdem hast Du den Mut und die Energie, zu ändern, was zu ändern ist. Du bekommst Zugang zu Deiner Intuition und dann fällt es Dir auch leichter, Dinge zu verändern.

Das waren einige Gedanken zum Thema „Monotonie als Risikofaktor für Depression“, und wie Du damit anders umgehen kannst.

Mutlosigkeit und Depression

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Mutlosigkeit heißt, Angst, heißt Furcht. Viele Depressionen beruhen auf Mutlosigkeit. Mutlosigkeit ist aber mehr als Ängste. Mut steht ja auch im Deutschen für Gemüt. So gibt es Hochmut, es gibt Sanftmut es gibt Großmut. Es gibt eben auch Kleinmut und es gibt die Mutlosigkeit. Mutlosigkeit ist also mehr als nicht kühn zu sein. Sondern Mutlosigkeit heißt, man hat keinen Antrieb für irgendetwas. Das ist ein Kennzeichen für Depression. Man hat einige Ängste, man ist irgendwo gelähmt und kommt nicht weiter. Wie kannst Du Mutlosigkeit überwinden?

Zunächst einmal brauchst Du manchmal etwas Ruhe, denn Deine Kräfte müssen sich regenerieren. Es ist oft gut, wenn Du etwas intensiv getan hast, dass Du eine Weile einfach mal loslässt. Oder auch, wenn Du irgendwo eine Niederlage erlitten hast, einen Moment Dir nimmst, um vielleicht „die Wunden zu lecken“. Wenn irgendwo ein Scheitern war, dann kann es durchaus angemessen und gut sein, eine Weile vielleicht das Ganze etwas ruhiger anzugehen. Diese Art von Mutlosigkeit ist vorübergehend.

Die Psyche hat eine große Regenerationskraft. Manchmal, wenn man zu schnell eine Schwierigkeit übergeht, dann wird sie nachher umso stärker wieder kommen. Also eine kleine Mutlosigkeit, nachdem etwas schief gegangen ist, ist erstmal nicht weiter tragisch. Die wird wieder vorbei gehen. Du wirst neuen Mut finden. Zum Zweiten: Wenn Du regelmäßig Yoga übst, Meditation übst, dann wirst Du eine Grundprana, ein Grundenergielevel haben. Und der wird schon verhindern, dass Du dauerhaft in einer Grundmutlosigkeit bist. Und wenn Du bisher wenig oder gar kein Yoga geübt hast, wäre der Tipp fange doch einfach an, neues Yoga zu üben, intensiv Yoga zu üben, dann kommt schnell wieder neues Prana. Kommt neues Prana, also neue Lebensenergie, kommt neue Freude. Kommt neues Prana, neue Freude, dann kommen neue Ideen und neuer Mut.

Daher: Halte kurze Phasen der Mutlosigkeit aus. Übe Praktiken, die Dir helfen, Dein Energielevel zu erhöhen. Fahre vielleicht mal für ein Wochenende oder eine Woche in ein Yoga-Ashram, in eine positive Umgebung, wo alles darauf ausgerichtet ist, dass Du neue Energie, neue Freude, neue Lichtkraft bekommst.

In diesem Sinne kann Mutlosigkeit auch eine Aufforderung sein, „tue etwas, um Dein Energielevel zu erhöhen“. Und es gibt Möglichkeiten dafür.

Selbstverachtung und Depression

Eine Ausgabe des "Umgang mit Depression"s Podcast und des Lexikons der menschlichen Persönlichkeit und Psyche von Sukadev

Selbstverachtung ist ein Wort, das überhaupt nicht schön ist. Mensch will geachtet werden und das Gefühl haben, dass er wertvoll ist. Selbstachtung ist etwas wichtiges. Wenn du dich nicht selbst achtest, kann das zu einer Depressivität führen. Wenn du das Gefühl hast "ich tauge nichts, ich bin ein Versager", kann das in die Depression führen. Es kann dahin führen, muss aber auch nicht.

Wenn du weißt, dass die Grundlage deiner Niedergeschlagenheit Selbstverachtung ist, gibt es in der Psychotherapie viele Techniken, darüber hinaus zu kommen. Du könntest aber auch das ganze gleich spirituell sehen und sagen "ja, Selbstverachtung hat auch seine Vorteile.", "wenigstens habe ich kein dickes Ego, bilde ich mir nichts ein.". Du könntest sogar sagen: "Ja, irgendwo, ich denke, ich habe nicht genügend Talente. Ich denke, ich tauge nichts. Ich denke ich bin nirgenswo gut.". Dann kannst du sagen: "Gut, das hat auch seine Vorteile. Ich bilde mir auf nichts etwas ein. Ich habe nur eine Zuflucht, nämlich Gott. Ich selbst glaube nicht, dass ich allein weiß, was zu tun ist. Ich glaube nicht, dass ich aus mir heraus gutes bewirken kann.". Daher: "Ich habe keine Selbstachtung, aber Gottesverehrung.".

Wenn du also Selbstverachtung hast, muss das nichts Schlechtes sein. Du könntest versuchen, die Selbstachtung zu gewinnen, aber du könntest sie auch spiritualisieren. Und du könntest sagen: "Oh Gott, DEIN Wille geschehe. Sende mir dein Licht und deine Wahrheit, dass sie mich leite. Ich bin unvollkommen, kann nicht viel, aber du wirkst durch mich. Wirke du bitte auch durch meine Fehler. Allein kriege ich nichts gebacken, aber wenn du willst, dass ich etwas tue, werde ich es tun, so gut, wie ich es kann.Ich bringe dir alles dar. Was auch immer ich tue, mit meiner Sprache, meinem Körper, meinem Intellekt, meinen Emotionen. Alles bringe ich dir dar. Und da ich weiß, dass du allgegenwärtig, allmächtig bist, weiß ich auch, du wirkst auch durch mich. Ich mag wenig können, nicht gute Talente entwickelt haben. Trotzdem, wirke du durch mich.". In diesem Sinne kann Selbstverachtung sogar etwas spirituelles sein.

Missverstehe mich nicht, natürlich Selbstliebe, Eigenliebe kann gut sein. Selbstwertgefühl kann auch etwas gutes sein. Aber wer einen großen Grad Selbstverachtung hat, da ist es nicht leicht Selbstliebe und Selbstwertschätzung zu bekommen. Du kannst auch über Selbstverachtung in die spirituelle Verwirklichung kommen.

Diabetes als Ursache für depressive Verstimmung erkennen, vermeiden und behandeln

Niederschrift eines Podcasts (2014) von Sukadev The media player is loading...

Diabetes kann Ursache für depressive Verstimmungen und Reizbarkeit sein. Daher gilt es bei auftauchender Müdigkeit und Schlappheit, zu überprüfen, ob du unter Diabetes leidest. Das schöne ist: Veganer werden bewussster. Insbesondere wenn du auch ein gesunder Veganer wirst, der natürlich merkst du eher, was mit dir los ist. Wenn du eben nicht alle Stimmungsveränderungen mit Zucker, Alkohol, Koffein, Zigaretten übergehst, dann merkst du eher, wenn etwas nicht stimmt.

Die gute Nachricht: Wer vegan lebt, ausreichend Bewegung hat und Übergewicht vermeidet, kann sein Diabetes-Risiko erheblich senken. Die schlechte Nachricht ist: Auch wenn Lebensstil das Diabetes-Risiko erheblich senken kann, ist es nicht immer leicht, das konsequent durchzuhalten. Und manchmal braucht man eben die Diabetes Medikamente.

Sukadev Bretz gibt dir in diesem Podcast einige Informationen zum Thema Diabetes und was du tun kannst, wenn du einen diagnostizierten Diabetes hast. Es gibt zwei Formen von Diabetes, dieser Podcast behandelt insbesondere Diabetes Mellitus bzw. Diabetes vom Typ 2, früher auch Altersdiabetes genannt. Diabetes ist behandelbar durch Ernährungsumstellung, durch mehr sportliche Aktivität und durch Yoga. Manchmal ist aber auch medikamentöse Behandlung notwendig. Hier wieder der Hinweis: Dieser Podcast ist nicht als Ersatz für ärztliche Diagnose und Behandlung zu verstehen. Er ist vielmehr eine Anregung dafür, gezielt mit einem Arzt zu sprechen und körperliche Ursachen für Depression abklären zu lassen.

Siehe auch

Quellen

  • Stiftung Warentest: „Depressionen überwinden - niemals aufgeben!6.Auflage /Hrsg.: Günter und Rose-Riecke Niklewski
  • Dr. Daniel G.Amen: „Das glückliche Gehirn – So nehmen Sie Einfluss auf die Gesundheit Ihres Gehirns – Ängste, Agressionen, Depressionen überwinden. Neueste Erkenntnisse aus der Hirnforschung, Goldmann Verlag, München 2010.
  • M.Lasar, U. Trenckmann (Hrsg.:): „Depressionen – Neue Befunde aus Klinik und Wissenschaft, Pabst Verlag 2000.
  • Mark Williams, Jon Teasdale, Zindal Segal & Jon Kabat-Zinn: Der achtsame Weg durch die Depression, Arbor Verlag.
  • Gudrun Görlitz: Selbsthilfe bei Depressionen – ein praktischer Ratgeber. Klett-Cotta Verlag
  • Paul Coelho: Veronika beschließt zu sterben, Roman, Diogenes Verlag
  • Gleichnamige Buchverfilmung 2010: VeroniKa decides to die – USA (2009/2010 mit Sarah Michelle Gellar (feinfühlig und poetisch erzählter Film der Geschichte der Veronika Deklava)

Weiterführende Literatur

  • David Servan-Schreiber: Die neue Medizin der Emotionen – Stress, Angst, Depression: Gesund werden ohne Medikamente, Goldmann Verlag
  • AaronT. Beck et. al: Kognitive Therapie der Depression, Standardwerk zur Depression.
  • Alain Ehrenberg: Das erschöpfte Selbst-Depression und Gesellschaft in der Gegenwart, Suhrkamp Verlag (Philosophische Essays)

Weblinks

Seminare

Yoga und Depression

16. Dez 2016 - 18. Dez 2016 - Praktische Schritte zum inneren Frieden
Praktische Schritte und Anregungen zum inneren Frieden können sein: Mehr Energie im Alltag – Umgang mit Emotionen – Yoga und Meditation – keine Angst vor negativem Denken – Unverarbeitetes…
Tenzin Leickert,
24. Mär 2017 - 26. Mär 2017 - Yoga bei posttraumatischen Belastungsstörungen
Menschen, die Gewalt erfahren haben, sei es z. B. in der Kindheit durch sexuellen Missbrauch oder körperliche Gewalt, in erwachsenen Beziehungen misshandelte Frauen und Vergewaltigungsopfer, Krieg…
Anke Gempke,

Gesundheit

25. Nov 2016 - 27. Nov 2016 - Yoga für die Augen
Lerne eine Vielzahl an Übungen aus dem Yoga und verwandten Gebieten für die Augen kennen. Du wirst staunen, wie rasch mit regelmäßigen Augenübungen positive Wirkungen zu erreichen sind. Der Se…
Susan Holze-Apell,
25. Nov 2016 - 27. Nov 2016 - Huna, Heilung und Yoga
Huna ist eine der ältesten Heilmethoden der Welt. Huna ist praktisch orientiert und lässt sich gut in den Alltag integrieren. Du lernst dein Energiefeld zu reinigen und aufzuladen. Du lernst dein…
Radharani Priya Wloka,