Sakhya Bhava

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Sakhya Bhava (Sanskrit: साख्य भाव sākhya bhāva m.) Gott als Freund verehren. Ein Begriff aus dem Bhakti Yoga. Sakhya Bhava ist die freundschaftliche Liebe zu einem Menschen und auch zu Gott. "Sakha" heißt "Freund". "Sakhya" heißt "Freundschaft". Bhava heißt Gefühl, Liebe, Zustand, Einstellung. Sakhya Bhava ist die freundschaftliche Liebe. Der Begriff Sakhya Bhava wird besonders im Kontext des Bhakti Yoga benutzt.

Krishna und Arjuna im Streitwagen

Sakhya Bhava ist eine der fünf Hauptbhavas, eine der fünf Hauptmanifestationen der Gottesliebe. Die anderen sind Dasya Bhava, Madhurya Bhava, Shanta Bhava und Vatsalya Bhava. Erfahre, was Sakhya Bhava genau ist und wie du freundschaftliche Liebe zu Gott kultivieren kannst.

Sukadev über Sakhya Bhava

Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Sakhya Bhava

Rama und Lakshmana bei Shabari

Sakhya Bhava – freundschaftliche Liebe, Hingabe zu Gott als unseren Freund. "Bhava" heißt "Gefühl", "Sakha" heißt "Freund", "Sakhya Bhava" ist ein "freundschaftliches Gefühl", mit anderen Worten, die freundschaftliche Liebe. Sakhya Bhava gehört auch zu den fünf Hauptformen der Hingabe zu Gott. Gott ist allgegenwärtig, allmächtig, allwissend. Gott ist Nirguna, also ohne Eigenschaften, Gott ist aber auch Saguna. Du kannst Gott verehren abstrakt als Brahman, du kannst Gott auch verehren als Ishwara und als Ishta Devata, als geliebter Gott.

Du kannst zu Gott eine Liebesbeziehung aufbauen. Es gibt verschiedene Formen der Liebe und der Hingabe. In der Bhagavatam, also in der Bhakti Yoga Schrift, findest du fünf Hauptformen der Hingabe. Da ist Dasya Bhava, die Einstellung eines Dieners zu Gott, Liebe zu Gott als Meister. Es gibt Sakhya Bhava, Verehrung Gottes als unseren Freund. Dann gibt es Shanta Bhava, die friedvolle, die ruhige Hingabe zu Gott. Dann gibt es Madhurya Bhava, Liebe zu Gott als unseren Geliebten, Liebe zu Gott wie zu Mann und Frau. Und schließlich Vatsalya Bhava, die Liebe zu Gott als unseren Vater, als unsere Mutter oder als unser Kind.

Sakhya heißt freundschaftliche Hingabe, Bhava – Gefühl, Hingabe. Wie kann man Gott als seinen Freund verehren? Du kannst Gott alles erzählen, du kannst Gott erzählen, was heute so war, was heute so ist. Du kannst Gott um Rat fragen, du kannst auch mit Gott schimpfen, du kannst auch mit Gott argumentieren usw. Wie kann das aussehen? Du kannst z.B. sagen: „Oh Gott, das und das habe ich heute vor. Was meinst du dazu? Oh Gott, ich stehe vor der und der Entscheidung, sage mir, was soll ich tun.“ Du kannst sagen: „Oh Gott, was du mir heute als Aufgabe gegeben hast, das war ein bisschen zu viel. Oh Gott, wenn du weiter so mit mir umgehst, das kriege ich nicht hin. Oh Gott, sage mir doch eindeutig, was du willst.“

Natürlich, Gott ist immer etwas Höheres. Liebe zu Gott als Freund ist immer – eine vollkommene Gleichwertigkeit oder Gleichrangigkeit ist dort nicht möglich, denn Gott ist ja allgegenwärtig, allmächtig, allwissend. Aber wenn du ein Dasya Bhava hättest, dann würdest du immer sagen: „Oh Gott, dein Wille geschehe. Oh Gott, bitte hilf mir. Oh Gott, ich weiß nicht, was ich tun soll.“ Aber mit Sakhya Bhava kannst du auch mit Gott argumentieren, du kannst auch Gott sagen: „Sei doch ein bisschen eindeutiger.“ Und du kannst vor allen Dingen wissen, Gott ist immer da. Du hast jemanden, dem du dein Herz ausschütten kannst. Gott wird dich immer anhören. Gott wird dich immer so annehmen, wie du bist. Gott wird immer für dich da sein, Sakhya Bhava.

In der indischen Mythologie gibt es so einige Fälle von Sakhya Bhava, als Beispiel, Arjuna. Arjuna hat eine Hingabe zu Krishna gehabt als seinen Freund. Arjuna wusste zwar zum einen, Krishna ist Avatar, er ist Inkarnation Gottes, das haben ihm Vyasa und andere gesagt, andererseits hat Krishna Arjuna auch als seinen Freund behandelt. Die beiden sind zusammen auf Pilgerreise gegangen, die beiden sind beim gleichen Meister in die Lehre gegangen, die beiden haben auch Streiche gespielt, sie haben Spaß miteinander gehabt, sie haben sich ihr Leid geklagt und haben sich gegenseitig Ratschläge gegeben.

In der Bhagavad Gita hat auch Krishna dem Arjuna Ratschläge gegeben, aber Arjuna hat öfters auch gefragt: „Oh Krishna, einmal sagst du mir das, einmal sagst du mir das. Sage doch, was jetzt wirklich ist.“ Oder im sechsten Kapitel sagt er: „Was du dort erzählst, das ist unrealistisch, das klappt nie.“ Und dann sagt Arjuna im elften Kapitel: „Das ist zwar alles schön und gut, was du erzählst, aber das ist ja alles blanke Theorie, ich will es jetzt endlich erfahren.“ In dieser Hinsicht kannst du auch mit Gott sprechen, du kannst Gott wirklich sagen: „Bitte, sage mir doch, was zu tun ist. Oh Gott, so geht es nicht. Du hast mir die Aufgabe gegeben, so kriege ich es nicht hin.“

In dieser Hinsicht kannst du ein tiefes Gefühl von enger Freundschaft haben, du kannst ganz freimütig zu Gott sprechen, dein Herz öffnen, und du wirst immer einen Rat und einen Tipp bekommen. Ein weiteres Beispiel in der Mythologie für Sakhya Bhava ist Lakshmana und Rama. In der Ramayana hast du ähnlich wie in der Mahabharata die verschiedensten Beziehungen. Lakshmana hatte die Beziehung von Sakhya Bhava. Lakshmana war der Bruder von Rama, aber er ist mit ihm umgegangen wie ein Freund, brüderliche Liebe und freundschaftliche Liebe ist ja durchaus sehr ähnlich. Es gab noch andere Beziehungen, z.B. Dasharatha und Kausalya, die haben Rama als ihren Sohn angesehen. Und dann gibt es auch noch Kusha und Lava, die beiden waren die Söhne von Rama und hatten eine Liebe zu Rama als ihren Vater.

Dann gab es Hanuman - und das ist vielleicht die bekannteste Liebe zu Rama – Hanuman hat sich als Diener von Rama angesehen. Und Ravana hat Rama als seinen Feind angesehen. Und dann gab es andere, wie Vasishtha und auch Vishwamitra, die wussten, dass Rama Inkarnation Gottes ist, haben ihn aber gleichzeitig als Schüler gehabt, haben aber diese Shanta Bhava gehabt, diese friedvolle Liebe zu Rama und wussten, Rama ist Gott, Rama ist zwar jetzt praktisch jemand, der ein Spiel spielt, Lila Gottes spielt, aber er ist dennoch Gott.

Und Hanuman hatte die Einstellung von Dasya Bhava, Gott als Diener. Und Lakshmana, er war der Sakhya Bhava, also er hatte Sakhya Bhava zu Rama, er hatte freundschaftliche Beziehung. Er blieb immer bei Rama, wollte nicht von Rama getrennt sein, aber er hat auch Rama Ratschläge gegeben und Rama hat auch von Lakshmana Ratschläge angenommen. Und Rama hat mal Lakshmana gesagt, was er zu tun hat. Lakshmana hat mal Rama gesagt, was zu tun war. Und die beiden haben sich ausgetauscht und intuitiv sehr gut verstanden.

Das ist diese intensive Liebe zwischen Freunden, die man zwischen Rama und Lakshmana findet. Du findest im Yoga Wiki auch einen ganzen Artikel über freundschaftliche Liebe. Es gibt natürlich auch viel zu sagen über Liebe zwischen Freunden, und wie du deine Liebe zu Freunden entwickeln kannst und wie du in Freunden eben auch eine Inkarnation, Manifestation Gottes sehen kannst.

Siehe auch

Weblinks

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