Sivaprakasam
Sivaprakasam (Tamil: சிவப்பிரகாசம்; wissenschaftliche Umschrift: Civappirakācam), „Das Licht Shivas“, ist eine zentrale Schrift des tamilischen Shaiva Siddhanta von Umapati Sivacharya. In hundert Strophen führt Sivaprakasam von der Frage nach den Fesseln der Seele zur Erfahrung befreiender Gnade. Die Seele erkennt, was sie begrenzt, öffnet sich dem Licht Shivas und findet in ihm ihre unvergängliche Erfüllung. Klare Einsicht und innige Hingabe durchdringen einander: Der Geist lernt verstehen, und das Herz wächst in die Liebe hinein.
Sivaprakasam steht in enger Verbindung mit dem Sivajnana Bodham und dem Tiruvarutpayan. Menschen auf dem Weg des Yoga und der Meditation lädt es ein, das eigene Leben im Licht dieser Weisheit zu betrachten: Was bindet mich? Was trägt mein Erkennen? Wie wird aus dem Wissen um das Göttliche eine lebendige Erfahrung seiner Gegenwart? Das wiederkehrende Bild von Auge und Licht begleitet diese Suche: Wie das Auge im Licht sehen kann, erwacht die Seele durch die Gnade zu ihrer Klarheit.

Sivaprakasam: Deutsche Übersetzung
Die eigenständige deutsche Prosaübersetzung folgt dem tamilischen Grundtext und entfaltet seine dichte Verssprache in gut lesbaren Sätzen. Auf den Schutzvers folgen sämtliche Strophen 1–100. Die kleinen Zwischenüberschriften sind Lesehilfen. Angaben zur Textgrundlage und zur ergänzend herangezogenen englischen Übersetzung stehen im Quellenabschnitt; unsichere Stellen sind unmittelbar gekennzeichnet.
Schutzvers – Ganeshas Gegenwart im Herzen
Tag für Tag gedenken die Getreuen der heiligen Füße des freudestrahlenden Ganesha, des Elefantengesichtigen. Duftender Schläfensaft überströmt seine leuchtende Gestalt. In Liebe bringen sie ihm Blumen dar, und ihr Herz wird zum weiten Raum seiner Gegenwart. An solche Verehrer wagt selbst mächtiges, bindendes Karma nicht heranzutreten.
Anrufung: Im Licht der göttlichen Gnade
1. Als strahlendes Licht, als Gestalt gnadenreicher Erkenntnis, tanzt Shiva in der heiligen Halle. Die Mutter Uma, die alle Welten in ihrer Fürsorge bewahrt, schaut ihm zu. Duftende Konrai-Blüten, die Mondsichel, Ganga und glänzende Schlangen schmücken seine langen Haarflechten. Die Himmlischen preisen ihn; sein Tanz löst die schwer zu zerreißende Kette der Wiedergeburten. Lasst uns seine lotosgleichen Füße auf unserem Haupt und tief in unserem Herzen verehren.
2. Die alles durchdringende höchste Shakti entfaltet sich als Wille, Erkenntnis und Wirken des Höchsten und schenkt höchste Seligkeit. Als Gestalt des Erbarmens durchdringt sie die Ursachen, aus denen reine und unreine Körper, Erkenntniswerkzeuge, Welten und Erfahrungen hervorgehen. Dabei bleibt sie die Eine, die Unbefleckte, der Ursprung der fünf göttlichen Tätigkeiten. Um das Leid der Welt zu lösen, schaut die Mutter dem Tanz in der juwelengeschmückten Halle zu. Lasst uns die Lotosfüße ihrer Gnade auf unser Haupt setzen.
3. Damit diese heilsame Schrift in schönem Tamil frei von dichterischen Fehlern bleibe und kein Hindernis ihr schade, gedenken wir Ganapatis. Der Elefantengesichtige erschien durch die gnadenvolle Vereinigung des Herrn mit der Göttin, deren fischgleiche Augen die Schönheit zweier Speere übertreffen und bis zu den glänzenden Ohrringen reichen. Seine Gnade strömt im Bild des duftenden Schläfensaftes eines Elefanten; die Weisen umschwärmen seine Lotosfüße wie Bienen eine Blüte. Auf diese Füße richten wir unseren Sinn.
4. Lasst uns über die beiden Lotosfüße Kandas meditieren: Er ist der Herr der Himmlischen, der auf dem blauen Pfau erscheint, das Kind von Shivas gnadenreicher Erkenntnis. Er unterwies Agastya, der viele Wissenschaften, ihre Hilfslehren und die Veden kannte. Seinen leuchtenden Speer erhob er gegen den übermütigen Sura, der seine Macht missachtete; so spaltete er dessen Brust und den Berg unserer Bedrängnis. Er ist der Geliebte der mit duftender Paste geschmückten Valli, der Tochter des Bergvolkes.
5. Nandi, der die heilige Stätte des Herrn auf dem Kailasa bewacht; Sanatkumara, einer aus seiner Schar; Satyajnana Darshini, der auf Erden wirkte; der große Weise Paranjyoti, der seinen Füßen folgte; der ruhmreiche Meykandar von Tiruvennainallur; Arulnandi von unvergänglichem Ansehen; und Maraijnana Sambandhar, reich an unfehlbarer Gnade: Dies ist die Lehrerfolge, deren Meister uns führen.
6. Lasst uns die segensreichen Lotosfüße unseres Vaters Maraijnana Sambandhar auf unser Haupt setzen. Zum Wohle der Erde, zum Gedeihen des Samaveda und der Linie des großen Weisen Parashara erschien er voll Gnade, schenkte uns den Zugang zur Erkenntnis und nahm uns an. Er ist das Kronjuwel der Shiva-Lehre, der Herr von Marudai, der ruhmreiche Lehrer aus Kadandai: Dort umgeben dunkle Haine die Mauern, und hohe Banner scheinen selbst dem Mond den Weg zu versperren.
Die Lehre, ihre Übertragung und ein freier Blick auf Schriften
7. Nun wollen wir die Kraft des Shaiva Siddhanta darlegen, der den Sinn des Vedanta erhellt. Außenstehenden bleibt diese Lehre dunkel; den innerlich Verbundenen wird sie zum Licht. Sie umfasst und bemisst die anderen Auffassungen, doch ihre Nichtzweiheit ist weder bloße Gleichheit wie bei Gold und Schmuck, noch Trennung wie bei Dunkel und Licht, noch eine Mischung von Einheit und Unterschied wie bei Wort und Bedeutung. Sie erschließt sich durch das von den großen Schriften gelehrte rechte Leben. Ihre untrennbare Verbundenheit lässt sich an Leib und Leben, Auge und Sonne, Sehvermögen und Licht ahnen.
8. Es gibt drei Gruppen von Seelen: solche mit der ursprünglichen Verdunkelung allein, solche mit Verdunkelung und Karma und solche mit allen drei Bindungen. Ihnen erscheint der Herr in angemessener Gestalt wie ein erhellendes Licht. Durch seinen Blick, seine Berührung, sein Wort, seine geistige Zuwendung, die heilige Lehre, den Yoga und die Einweihung mit Opferfeuer schenkt er Gnade, welche die Fesseln löst. Diese letztgenannte Einweihung wird in zwei Formen erklärt: als äußere heilige Handlung und als deren innerer Vollzug in der Erkenntnis.
9. Die Samaya-Einweihung eröffnet den Zugang zu den Mantras; die Vishesha-Einweihung befähigt zu besonderer Verehrung und Yogapraxis. Die unvergleichliche Nirvana-Einweihung führt über die sechs Wege der gebundenen Erfahrung hinaus und lässt die Seele in die schwer vorstellbare höchste Wirklichkeit eintreten. Diese Wege umfassen elf Mantras, einundachtzig Wortglieder, einundfünfzig Laute, zweihundertvierundzwanzig Welten, sechsunddreißig Wirklichkeitsprinzipien und fünf Kalas, die Stufen ihrer Entfaltung.
10. Alle heiligen Handlungen werden als Vorbereitung auf die Erkenntnis gelehrt. Dienen, rituelles Verehren und Yoga führen zu den Zuständen, in Shivas Welt zu leben, ihm nahe zu sein und ihm ähnlich zu werden. Die höchste Erkenntnis ist zweifach: zum einen die göttliche Gnade, die als unverlierbares Bewusstseinslicht bleibt und die anhaftende Verdunkelung löst; zum anderen die Shiva-Agamas, die diese Erkenntnis klar verkünden. So erklären es die Schriften der Welt.
11. Der erste der hier genannten Meister lehrte das hohe Sivajnana Bodham. Danach entfaltete sein geistiger Sohn dessen Sinn im Sivajnana Siddhiyar. Ich verehre ihre heiligen Füße und betrachte beide Schriften mit Liebe. Die im Herzen wohnende Gnade und die Offenbarung des Herrn zusammenführend, will auch ich die allgemeinen Grundlagen und die innere Wahrheit darlegen: in hundert Viruttam-Strophen, als das makellose Sivaprakasam, das Licht Shivas.
12. Nicht alles ist gut, nur weil es alt ist; nicht alles ist schlecht, nur weil es heute entstanden ist. Menschen von wahrer Güte suchen den Wert einer Sache – ein Makel an der Hülle mindert den Edelstein nicht. Unvoreingenommene prüfen Alter, Schönheit und Gehalt. Wer hingegen weder Fehler noch Vorzüge selbst erkennen kann, lobt, was viele loben, und verachtet, was Gegner verachten. Ein eigenes Urteil hat ein solcher Mensch nicht.
Erster Teil: Die Grundlagen des Sivaprakasam
Shiva: Ursprung, Gegenwart und Ziel
13. Alle Wissenschaften, Agamas und Veden wollen im tiefsten Sinne Pati, Pashu und Pasha verständlich machen: den Herrn, die Seele und ihre Bindung. Der Herr ist die höchste Wirklichkeit. Weder Gestalt noch Gestaltlosigkeit begrenzen ihn; er ist frei von Eigenschaften und Kennzeichen, rein, einzig und ewig. Als Erkenntnislicht erhellt er unzählige Seelen. Er bleibt unbewegt und ungeteilt; sein Wesen ist Seligkeit. Ohne ihn lässt sich das Ziel nicht erreichen, und er selbst ist dieses Ziel: feiner als das Feinste, größer als das Größte. Die in Klarheit Schauenden nennen ihn Shiva.
14. Die ewige höchste Kraft entfaltet Wille, Erkenntnis und vollendetes Wirken. Mit ihr vereint nimmt der Unbefleckte aus unergründlichem Erbarmen heilige Gestalten an. In der lichtvollen reinen Maya, auch Kutilai genannt, entfalten sich Nada, Bindu und die weiteren Prinzipien. So richtet er für die karmisch gebundenen Wesen Körper, Erkenntniswerkzeuge, Welten und Erfahrungen ein und nimmt sie wieder zurück. Seine Erscheinungsweisen sind gestaltlos, gestaltet und beides miteinander.
15. Er übersteigt alles, worauf wir mit „dies hier“ oder „jenes dort“ zeigen können. Er hat weder Anfang noch Mitte noch Ende. Sein Wesen ist reine, überströmende Erkenntnis; aus eigener Kraft vermag niemand seine einzigartige Wirklichkeit zu erfassen. Verlangen und Abneigung berühren den einen höchsten Herrn nicht. Als das Leben ihres Lebens ist er allen Wesen untrennbar nahe. Darum kann der Unbefleckte jede Gestalt annehmen, in der er ihnen seine Gnade schenken will.
16. Die Welt mit ihren männlichen, weiblichen und unbelebten Erscheinungen entsteht, besteht eine Zeitlang und löst sich auf. Weil die Bindung der Seelen noch fortbesteht, tritt sie erneut hervor. Ihre Formen wandeln sich, kommen und gehen. Die unbewusste Maya bewegt sich nicht aus eigenem Wissen; auch die begrenzten Seelen vermögen sich ihre Körper nicht selbst zuzuteilen. Dass die Welt dennoch geordnet wirkt und besteht, verweist auf den Unbefleckten, der alles hervorbringt und trägt.
17. Die Welten, die der lotosgeborene Brahma erschafft und Vishnu erhält, führt unser Herr in die Auflösung. Brahma und Vishnu verrichten ihre Aufgaben innerhalb seiner höheren Herrschaft. Er lässt alle Tätigkeiten geschehen und alles entstehen, ohne selbst einem Wandel zu unterliegen. So steht die Sonne unverändert am Himmel, während in ihrem Licht eine Lotosblüte sich öffnet, eine andere noch Knospe bleibt und eine dritte verwelkt.
18. Diese Tätigkeiten heißen das heilige Spiel von Haras Gnade. Ihr Sinn ist, die Seelen aus dem Meer des Leidens emporzuheben und ihnen Zuflucht zu schenken. In der Auflösung finden sie Ruhe von ihrer Ermüdung. Die Schöpfung lässt sie Erfahrungen sammeln, durch welche die Bindung zur Lösung reift. Die Erhaltung ermöglicht das Erleben der Früchte ihrer Taten; die Verhüllung hält sie im dafür notwendigen Erfahrungsweg. Die offenbarende Gnade wird ausdrücklich Gnade genannt. Doch auch die anderen Tätigkeiten sind in ihrem tiefsten Wesen Gnade.
Seele, Verdunkelung und die Entfaltung der Welt
19. Unzählbar und ewig sind die Seelen. Von der ursprünglichen Verdunkelung umfangen, empfangen sie durch die Gnade des Herrn Körper, die ihren guten und schlechten Taten entsprechen. Sie halten sich für diese Körper, erfahren vielfältige Freuden und Leiden, handeln weiter und durchwandern Geburt und Tod. Wenn ihre Bindung zur Lösung gereift ist, vertreibt das in ihnen aufleuchtende Licht die Finsternis. Dann gelangen sie zu den heiligen Füßen des Herrn. So beschreiben die Wissenden den Weg der Seelen.
20. Die ursprüngliche Verdunkelung ist eine, doch ihre Kräfte sind unzählbar; bei jeder Seele lässt ihre Macht zu ihrer eigenen Zeit nach. Sie ist dunkler als äußere Finsternis, denn jene lässt sich erkennen, während diese das Erkennen selbst verhüllt. Wie Grünspan dem Kupfer anhaftet, umgibt sie anfangslos die Seele und verdeckt ihr Wissen. Die verhüllende göttliche Kraft lässt diese Bindung ausreifen und wird deshalb ebenfalls als eine Hülle bezeichnet. Doch ihr innerster Sinn ist erbarmungsvoll: Sie führt die Seele zu den Füßen dessen, der Schlange, Fluss und Mond in seinem Haar trägt.
21. Durch die Gnade des unbegreiflichen höchsten Shiva entsteht Nada in der weiten reinen Maya; aus Nada geht Bindu hervor. Daraus entfalten sich Sadashiva, Ishvara und die reine Erkenntnisstufe Shuddhavidya. So lehren die in den heiligen Wissenschaften Gereiften die fünf reinen Prinzipien und ihre herrschenden Mächte. Aus dem zuvor genannten Bindu entwickeln sich außerdem die vier Stufen der Sprache, beginnend mit der subtilsten.
22. Die Maya ist eine ewige, einheitliche und zunächst gestaltlose Wirklichkeit. Aus ihr gehen die vier verschiedenartigen Bereiche hervor: Körper, Werkzeuge, Welten und Erfahrungsgegenstände. Sie umhüllt die Seelen bis zum Ende ihrer karmischen Bindung. Selbst ohne Bewusstsein und ohne eigene Tätigkeit, ist sie in ihren Wirkungen weit ausgebreitet. Wenn ihre Entfaltungen sich zurückziehen, bietet sie den Seelen während der Auflösungszeit einen verborgenen Aufenthalt. Unter Haras Gnade bleibt sie die stoffliche Grundlage der gebundenen Welt.
23. Fragst du, ob die Welt außer Gott noch eine stoffliche Ursache brauche, so bedenke: Unbewusstes geht nicht als Stoff aus reinem Bewusstsein hervor. Fragst du, wozu der Herr nötig sei, wenn die Maya schon vorhanden ist: Maya gestaltet sich nicht selbst. Fragst du, ob der Herr machtlos sei, weil er sie zur Schöpfung gebraucht: Auch die Maya ist anfangslos; ihre Verwendung ist keine Schwäche. Der Höchste entfaltet das Unbewusste und gestaltet daraus die Welt. Seine Ursächlichkeit besteht nicht darin, der Maya erst ihr Dasein zu schenken.
24. Warum entstehen die Wesen nicht gleich, sondern als Vögel, Tiere oder Menschen? Wegen ihrer früheren Taten. Warum ist dann ein Herr erforderlich, wenn Karma schon vorhanden ist? Weil Taten unbewusst sind und sich nicht selbst der richtigen Seele zuordnen. Könnte die Seele sich nicht selbst den passenden Körper geben? Die stofflichen Bestandteile handeln nicht selbstständig, und die gebundene Seele besitzt nicht die dafür nötige Erkenntnis. Dass beide sinnvoll zusammenfinden, bedarf daher eines wissenden Lenkers.
25. Hat Gott die bedrängenden Fesseln erst an die Seele gelegt? Was wäre zuerst gewesen: die Tat, die Erfahrung ihrer Frucht oder die Maya, welche die Seele umschließt? Bei anfangslosen Verhältnissen lässt sich kein solcher erster Zeitpunkt setzen. Die Seele und ihre Verdunkelung sind anfangslos miteinander verbunden; in diesem Zusammenhang bestehen auch die weiteren Bindungen. Wie Keim, Kleie und Hülse im Reiskorn gehören sie einem anfangslosen Zusammenhang an. So erklärt es die Shiva-Lehre.
Die Prinzipien der Erfahrung und das Reifen des Karma
26. Durch Ananta entstehen aus Maya Kalā, die begrenzte Handlungsfähigkeit, Zeit, Zuteilungsordnung, begrenztes Wissen und Verlangen. Durch Rudra gehen aus Kalā die Urnatur und ihre Eigenschaften hervor. Aus der unterscheidenden Vernunft entsteht das Ichbewusstsein, das sich in drei Formen entfaltet: Taijasa, Vaikarika und Bhutadi. Aus der sattvischen Entfaltung gehen das ordnende Denken und die Erkenntnissinne hervor, beginnend mit dem Hören.
27. Aus der rajasischen Form Vaikarika entstehen die Handlungskräfte, beginnend mit dem Sprechen. Aus der tamasischen Form Bhutadi gehen die feinen Sinnesqualitäten hervor, beginnend mit dem Klang. Daraus entfalten sich Raum, Luft, Feuer, Wasser und Erde, jedes in seiner Reihenfolge. Von Sadashiva bis Brahma walten die entsprechenden göttlichen Mächte über diese Stufen. Bei der Auflösung kehrt die Entfaltung in umgekehrter Ordnung zurück. So lehren es die Einsichtigen.
28. Karma wird zur Ursache des verkörperten Daseins und der vielfältigen Erfahrungen. Einzelne Taten entstehen und vergehen; ihr Strom ist anfangslos, mannigfaltig und jeder Seele eigen. Er wird durch Denken, Sprechen und körperliches Handeln gebildet, haftet der Seele verborgen an und bringt zweierlei Frucht: Verdienst und Schuld, Freude und Leid. In der Zeit der Weltauflösung ruht er in der Maya. So wird die karmische Bindung beschrieben.
29. Karma bestimmt drei Bereiche: die Art der Geburt, die Lebensdauer und das zu Erfahrende. Was einer Seele zukommt, wird ihr durch gereifte frühere Taten zugeteilt; nicht jede Tat trägt ihre Frucht in der Reihenfolge ihrer Entstehung. Erfahrungen entstehen durch höhere Mächte, durch andere Wesen und die Elemente oder im eigenen Körper und Gemüt. Dabei können bewusste oder unbewusste Vermittler wirken. Auch wenn ein anderes Wesen Gutes oder Schlechtes zufügt, gehört die Erfahrung des Betroffenen zum Reifen seines eigenen Karma.
30. Was begründet die künftig wirksamen Taten? Das Begehren und die Abneigung, mit denen du jetzt antwortest. Wendest du ein, auch diese Antwort sei nur eine Wirkung alter Taten, so bleibt dennoch ihre neue Frucht bei dir. Handlungen sind außerdem danach zu unterscheiden, ob sie ohne bewusste Absicht oder mit Absicht geschehen; beide können anderen nützen oder schaden. So entstehen, ihrer jeweiligen Beschaffenheit gemäß, Verdienst und Schuld.
31. Durch Handeln, Denken und Sprechen entstehen gute und schlechte Taten. Sie heben einander nicht einfach auf; ihre Früchte bleiben zu erfahren. Doch die vedische und die shivaitische Überlieferung lehren bestimmte Handlungen, durch die eine bestimmte Verfehlung gesühnt werden kann. Wird eine solche Vorschrift richtig vollzogen, kann die entsprechende Belastung weichen; auch dies geschieht innerhalb der Ordnung des Karma. Eine Frucht kann auch ohne bewusstes Zutun eintreten. Wird der in der Schrift gelehrte Ausgleich nicht vollständig erreicht, bleibt der Rest für später bestehen.
32. Fünf Hüllen werden genannt: die ursprüngliche Verdunkelung Anava, welche die Seelen in Verblendung hält; die verhüllende Kraft, welche ihre Reifung fördert; Maya; Karma; und die aus Maya entstandene Gesamtheit von Körpern, Werkzeugen, Welten und Erfahrungen. Die Wissenden erklären: Solange ihre bindende Macht nicht weicht, lässt sich die Gnade nicht in ihrer Fülle verwirklichen.
Die Zustände der Seele und die verborgene Ursache des Nichtwissens
33. Erkenne die drei Grundzustände der unzähligen Seelen: Kevala, Sakala und Shuddha. Im Kevala-Zustand besitzt die Seele weder Körper noch äußere Kennzeichen noch die Werkzeuge, die mit Kalā beginnen. Allein die ursprüngliche Verdunkelung umschließt sie. Ohne Erkenntniswerkzeuge kann sie ihr Wissen nicht entfalten. Sie gleicht einem offenen Auge in tiefer Nacht: Ihr Wesen ist ewig und seiner Anlage nach alldurchdringend, doch noch vermag sie die Finsternis nicht zu verlassen. Dies nennen die Schriften Kevala.
34. Manche sagen: „Eine ursprüngliche Verdunkelung gibt es nicht; nur Maya und Karma binden. Gott gibt den vielen Seelen Körper, Werkzeuge und Welten nach ihren früheren Taten. So erfahren sie Freude und Leid. Wenn die Taten ins Gleichgewicht kommen und Gleichmut entsteht, beseitigt Gott durch seine Gnade alles Bindende. Dann kehren die Hüllen nicht zurück, und die Seele gewinnt ihr schon zuvor vorhandenes großes Licht.“ Doch wie lässt sich diese Auffassung begründen?
35. Ob du Maya oder Karma an den Anfang stellst: Du gerätst in einen Kreislauf wie bei Samen und Palme. Warum sollte eine reine Seele überhaupt von solcher Bindung betroffen sein? Gehörte Nichtwissen zu ihrem unveränderlichen Wesen, wie könnte es Befreiung geben? Und warum zeigt sich ihre eigene Natur auch dann nicht vollständig, wenn Kalā und die übrigen Werkzeuge ihr bereits Wissen ermöglichen? Erkläre das. Beim Wegfall dieser Werkzeuge tritt nicht von selbst klare Erkenntnis ein. Gerade das, was du Nichtwissen nennst, bezeichnen die Einsichtigen als ursprüngliche Verdunkelung.
36. Die Seele erkennt die Dinge vor sich und übersieht doch das Bewusstsein, das sie untrennbar erfüllt. Leuchtet die Gnade auf, erkennt sie: Der Herr war schon immer in allem gegenwärtig. Sie hält sich nun nicht mehr für ein aus sich selbst bestehendes „Ich“; Verdunkelung, Maya und Karma verlieren ihre Macht. Erst in diesem schwer zu fassenden Licht der Gnade wird ihr klar, was sie zuvor gebunden hatte und worin diese Bindung bestand.
Sprache, Denken und Wahrnehmung
37. Um die ursprüngliche Verdunkelung zu lösen, verbindet Haras Gnade die Seele mit Maya und deren Werkzeugen, beginnend mit Kalā. Wie ein Licht macht dies Erfahrung möglich. Die Verdunkelung dagegen verhüllt jene Gnade und hält die Seele davon fern. Verstehst du ihre entgegengesetzte Wirkung, so erkennst du den Unterschied von Dunkelheit und Licht. Aus Bindu entfaltet sich zunächst ein innerer Laut, als schwer beschreibbares, lichtvolles Bewusstsein: die feinste Stufe der Sprache.
38. Danach erscheinen die Laute noch ungeschieden, in ihrer späteren Reihenfolge zusammengehalten, wie die Farben im flüssigen Inhalt eines Pfaueneis. Dies ist Pashyanti, das innere Schauen der Sprache. Die nächste Stufe unterscheidet die Formen und klingt innerlich, ohne bereits das Ohr zu erreichen: Madhyama. In Vaikhari verbindet sich die Sprache mit dem aufsteigenden Lebenshauch Udana; sie wird hörbar ausgesprochen und teilt den gemeinten Sinn mit.
39. Durch die Gnade des Herrn wirken diese vier Stufen entsprechend dem Erkenntnisvermögen der Seele. Unter den fünf reinen göttlichen Mächten entfaltet sich so unterscheidendes Wissen. Die aus unreiner Maya hervorgehende Kalā lockert ein wenig die ursprüngliche Verdunkelung und ermöglicht Tätigkeit. Buddhi verarbeitet die Eindrücke der Sinne; Vidyā vermittelt der Seele begrenztes Wissen. All dies wirkt nur, weil die heilige Kraft sich damit verbindet.
40. Raga vermehrt das Verlangen nach den Erfahrungen, die dem eigenen Karma entsprechen. Niyati sorgt dafür, dass jeder die Folgen seiner eigenen Taten empfängt – wie die Anordnung eines mächtigen Königs die Ausführung einer Aufgabe und die Zuteilung ihres Ergebnisses regelt. Zeit entfaltet sich als Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft: Sie setzt Grenzen, bringt Früchte zur Reife und eröffnet neue Möglichkeiten. In alledem ist die Kraft des Herrn gegenwärtig.
41. Wenn die Seele mit diesen fünf Begrenzungen verbunden Erfahrungen empfängt, spricht man vom Purusha-Prinzip. Die Schriften lehren, dass bei der rituellen Reinigung von Kalā auch dieses Prinzip gereinigt wird. Der weitere Erfahrungszusammenhang entfaltet sich aus Prakriti, der Urnatur mit ihren drei Eigenschaften: Sattva, Rajas und Tamas. Jeweils eine überwiegt und nimmt die anderen beiden in sich auf; so bilden sich ihre wechselnden Verbindungen.
42. Die Erscheinungsweisen dieser Eigenschaften sind unzählbar. Klarheit und Leichtigkeit, Bewegung und Antrieb, Schwere und Ungeordnetheit treten in ihren jeweiligen Verbindungen hervor. Je drei Abstufungen wirken in jeder Seele: Sie ziehen die Sinneseindrücke heran, ermöglichen deren Erleben und machen sie mehr oder weniger klar bewusst. Buddhi, das unterscheidende Erkenntnisvermögen, fasst die vielfältigen Gegenstände in wechselnden Zusammenhängen auf. Durch die Gnade des Höchsten entfaltet es die fünfzig Arten innerer Bestimmungen.
43. Das Ichbewusstsein setzt auch die Lebenskräfte im Körper in Bewegung und nährt die hartnäckige Selbstbehauptung: „Ich bin es; niemand auf der Welt ist mir gleich.“ Noch bevor die Sinne ihre Gegenstände genießen, entsteht der Wunsch danach. Manas, das denkende Gemüt, entwirft Möglichkeiten, bewegt sich unablässig und bringt Vorstellungen hervor. Erinnerung und Zweifel lassen sich von diesem inneren Denken nicht einfach abtrennen.
44. Den fünf Erkenntnissinnen – Ohr, Haut, Auge, Zunge und Nase – entsprechen Klang, Berührung, Gestalt beziehungsweise Farbe, Geschmack und Geruch. Die fünf Handlungskräfte sind Sprechen, Gehen, Greifen, Ausscheiden und Fortpflanzung. Ihre Organe sind Stimme, Füße, Hände, Ausscheidungsorgan und Geschlechtsorgan; ihre Verrichtungen sind Äußern, Fortbewegen, Ergreifen und Geben, Ausscheiden sowie geschlechtliches Erleben.
45. Die fünf Elemente, beginnend mit dem Raum, ermöglichen durch Ohr, Haut, Auge, Zunge und Nase die Begegnung mit den fünf Sinnesqualitäten. Auch äußerlich entfalten sie ihre eigenen Wirkungen: Raum gibt allem Platz und Abstand; Luft bewegt und sammelt; Feuer verleiht Wärme, verwandelt und fügt durch Erhitzen zusammen; Wasser kühlt und macht geschmeidig; Erde gibt Festigkeit und trägt.
Geburt, Reifung und das Aufleuchten der Gnade
46. Fünf reine, sieben gemischt reine und unreine sowie vierundzwanzig unreine Prinzipien bilden zusammen die sechsunddreißig Tattvas. In ihnen verwirrt, durchlebt die Seele lange Leiden. Wenn ihre gegenwärtige Körpergestalt zerfällt, setzt sie ihren Weg im feinen Körper fort, der mit Kalā und den weiteren Begrenzungen verbunden ist. Die Schriften vergleichen den Übergang mit einer Schlange, die ihre Haut verlässt, mit dem Schlüpfen aus dem Ei und mit dem Wechsel in einen Traum. Nach weiteren Erfahrungen kehrt die Seele durch Haras Gnade zur irdischen Geburt zurück.
47. Vier Geburtsweisen werden gelehrt: aus Eiern, aus Feuchtigkeit, aus Keimen und aus dem Mutterleib. Unter den Lebensformen werden neunzehnhunderttausend Pflanzen, fünfzehnhunderttausend kriechende Wesen, elfhunderttausend himmlische Wesen, je eine Million Wasserwesen, Vögel und Vierfüßer sowie neunhunderttausend menschliche Lebensformen gezählt. Zusammen nennt die Überlieferung vierundachtzig Hunderttausend, also 8,4 Millionen Daseinsformen.
48. Durch viele Geburten hindurch stirbt die Seele und wird erneut geboren. Unter der Gnade handelt sie und erfährt die Früchte ihrer guten und schlechten Taten. Dies ist Sakala. Freude und Leid begegnen ihr nacheinander. Während frühere Früchte sich erschöpfen und weitere reifen, kann ein Gleichmut erwachen, der weder begehrt noch zurückweist. Dann wird die bisher streng verhüllende Kraft zu offenbarendem Erbarmen: Die Gnadenkraft senkt sich herab und leuchtet in der Seele auf.
49. Dieses Herabkommen der Gnade entfaltet sich in vier Abstufungen, denen die vier Wege entsprechen. Ist ein Mensch für den Weg der Erkenntnis gereift, so nimmt der göttliche Tänzer, der bereits als Erkenntnis in ihm wohnt, die sichtbare Gestalt eines Lehrers an. Er kommt ihm nahe, löst die Bindung und bewahrt ihn davor, in die Verblendung von Kevala und Sakala zurückzusinken. Dies ist der bleibend reine Zustand. Wer zunächst für Dienen, Verehrung oder Yoga bereit ist, erhält die Unterweisung, die diesem Weg entspricht.
50. Als Befreiung werden sehr verschiedene Dinge ausgegeben: Sinnengenuss; das Verschwinden der fünf Daseinsgruppen; das Zur-Ruhe-Kommen der drei Gunas; das Ende des Karma; die Beseitigung der Verdunkelung allein; ein unvergänglicher Körper; unterscheidende Erkenntnis allein; die Vernichtung der Seele; der Gewinn übernatürlicher Kräfte; oder empfindungsloser Stillstand wie bei einem Stein. Der Text weist diese unzureichenden Ziele zurück. Leuchtende Befreiung ist dies: Die drei Bindungen verlieren ihre Macht, und die Seele tritt in die Gemeinschaft der göttlichen Gnade ein.
Zweiter Teil: Die innere Wahrheit des Sivaprakasam
Wer erkennt – und wodurch wird Erkennen möglich?
51. Das bisher Gesagte bildet die allgemeine Darlegung. Nun will ich mit Hilfe der Gnade die innere Wahrheit entfalten: das Wesen der Seele, ihre fünf Bewusstseinszustände, die Weise ihres Erkennens, die Wirklichkeit der leuchtenden Weisheit und deren Frucht, den heiligen Namen sowie die Beschaffenheit derer, die das Ziel erreicht haben.
52. Im Körper wohnend, ergreift die Seele durch die Sinne einen Gegenstand, erkennt ihn und versinkt in seiner Erfahrung. Wie ihr dieses Erkennen möglich wurde, weiß sie dabei nicht. Unter dem wachsenden Einfluss der Verdunkelung zieht sie sich aus dieser Tätigkeit zurück und durchläuft die fünf Zustände bis zum tiefsten, in dem kein gegenständliches Bewusstsein mehr erscheint. So wird die Seele in ihrem gebundenen Zustand beschrieben.
53. Der Körper ist ohne eigenes Erkennen. Jeder Sinn erfasst nur seinen besonderen Gegenstandsbereich. Die inneren Werkzeuge verarbeiten diese Eindrücke, und die Seele erfährt deren Ergebnis. Auch der Lebenshauch ist nicht selbst bewusst. Darum ist es die Seele innerhalb des karmisch bedingten Körpers, die erkennt – ermöglicht durch das höhere Erkenntnislicht.
54. Könnte die Seele völlig aus sich selbst erkennen, brauchte sie keine Erkenntniswerkzeuge. Wäre sie aber ohne Bewusstsein, wozu sollten diese Werkzeuge dienen? Sie können ihr kein Bewusstsein einpflanzen, denn sie sind selbst unbewusst. Sagst du, Gott schenke ihr das Erkennen, so darf daraus nicht folgen, die Seele sei ihrem Wesen nach unbewusst. Der Herr macht nicht aus etwas Unbewusstem eine bewusste Seele.
55. Erkenne: Alles, was mit begrenztem Wissen als Gegenstand erfasst wird, ist Asat, das Veränderliche. Wäre das Höchste dagegen in keiner Weise erkennbar, bliebe kein erreichbares letztes Gut. Die gewöhnliche Erkenntnis richtet sich jeweils auf einen Gegenstand und nimmt dessen Färbung an. Dieses begrenzte Wissen gehört selbst zum Bereich des Veränderlichen. Das unendliche Erkenntnislicht lässt sich damit nicht wie ein Gegenstand erfassen.
56. Welches Wissen erkennt nun das Veränderliche als veränderlich? Die Seele allein vermag es nicht; dem Herrn ist solches begrenzte Gegenstandswissen nicht eigen; die unbewusste Materie erkennt überhaupt nicht. Mit ihren begrenzten Werkzeugen kann die Seele den entscheidenden Unterschied nicht durchschauen; in der Gnade verweilt sie nicht mehr im gewöhnlichen Gegenstandserkennen. Beide Erkenntnisweisen einfach gleichzeitig anzusetzen, löst die Frage nicht: Licht und Dunkelheit bestehen nicht auf dieselbe Weise nebeneinander.
57. Das Unbewusste und Veränderliche erkennt das bleibend Wirkliche nicht. Das bleibend Wirkliche muss sich nicht erst vom Veränderlichen unterscheiden und befreien. Die Seele aber kann erkennen: „Dies ist Sat, das Wirkliche; dies ist Asat, das Veränderliche.“ Sie gleicht dem Auge, das weder Licht noch Dunkelheit ist. Indem sie sich mit dem Wirklichen verbindet, löst sie sich von der Herrschaft des Veränderlichen. Darum heißt sie Sadasat: dem Wirklichen wie dem Veränderlichen zugewandt, ohne mit einem von beiden einfach identisch zu sein.
58. Würde erst die Lampe dem Auge sein Sehvermögen geben, hätte das Auge zuvor keines besessen. Tatsächlich sieht das Auge die Gegenstände, die vom Lampenlicht erhellt werden, und bleibt von ihnen verschieden. Ohne Licht sieht es sie nicht. Beim Sehen wirken Sehvermögen und Lampenlicht untrennbar zusammen; deshalb sind sie jedoch nicht ein und dieselbe Wirklichkeit.
59. Die Einsichtigen sagen nicht, die Seele sitze bloß an einem einzigen Körperpunkt, fülle einfach den Körper aus oder sei allein durch die Behauptung erklärt, sie durchdringe einen größeren Raum. Ebenso wenig genügt die Vorstellung, sie erkenne völlig aus eigenem Licht oder unbewusste Werkzeuge verliehen ihr Bewusstsein. Dass ihr Erkennen an einem bestimmten Ort hervortritt, lässt sich vielmehr am klaren Kristall verstehen, der jeweils die Färbung dessen annimmt, womit er verbunden ist.
Die fünf Zustände und das Zusammenwirken von Seele und Gnade
60. Im tiefsten Zustand, jenseits von Turiya, ist kein tätiges Erkenntniswerkzeug mehr zu zählen. In Turiya tritt ein Werkzeug hinzu; im Tiefschlaf kommt ein weiteres hinzu. Im Traum entfaltet sich eine größere Gruppe innerer Kräfte; im Wachen treten die nach außen gerichteten Werkzeuge hinzu. So verbindet sich die Seele in den jeweiligen Zuständen mit unterschiedlich vielen Kräften.
- Übersetzungshinweis zu Vers 60: Die stark zusammengezogenen Zahlenangaben der zweiten Vershälfte sind in der vorliegenden Textgestalt nicht eindeutig aufzulösen. Die Reihenfolge der Zustände ist klar; ihre genaue Zahlenzuordnung bleibt hier offen.
61. Beobachte, wie in diesen Zuständen die jeweiligen Werkzeuge an ihren Wirkungsorten tätig werden. Auch im gegenwärtigen Erkennen kannst du solche Abstufungen wahrnehmen. Übst du dich darin, den trügerischen Kreislauf des Werdens zu überwinden, führt die Gnade dich weiter. Die fünf Zustände in ihrer gereinigten Form erschließen sich dir dann durch unmittelbare innere Erfahrung.
62. Der tiefste Zustand, in dem die Verdunkelung ungebrochen herrscht, entspricht Kevala. Das Wachen, in dem Kalā und die übrigen Werkzeuge mitwirken, entspricht Sakala. Wenn beide Begrenzungen weichen, ohne dass das Bewusstsein in Unwissenheit versinkt, bleibt ein anderer Zustand: das über das gewöhnliche Wachen hinausgehende klare Verweilen. Es gehört zur Reinheit von Shuddha.
63. Ein Sinnesorgan, eines der fünf Elemente, die vier inneren Werkzeuge und die fünf unablässig begleitenden Begrenzungen, beginnend mit Kalā, wirken zusammen, damit ein Sinnesgegenstand erfahren wird. Ohne diese Ordnung erkennt die gebundene Seele keinen Gegenstand. Doch auch die gesamte Gruppe der Werkzeuge bleibt ohne die Seele wirkungslos.
64. Die Seele, die nicht unabhängig erkennt, kann sich nicht aus eigener umfassender Einsicht mit diesen Werkzeugen verbinden. Die Werkzeuge, selbst ohne Bewusstsein, können die Verbindung ebenfalls nicht herstellen. Durch den Herrn, der aus sich selbst weiß, wird sie möglich. So verbindet sich die Seele mit den Wirklichkeitsprinzipien, nimmt deren Färbung an und erlebt die ganze Mannigfaltigkeit.
65. Sagst du, die Seele gebrauche Gottes Wissen wie ihre Sinnesorgane, dann machst du sie zum Herrn und Gottes Erkenntnis zu ihrem Werkzeug. Sagst du dagegen, Gott erkenne an ihrer Stelle, dann bliebe der Seele kein eigenes Erkennen. Das wäre, als sollte der Hunger eines Menschen gestillt werden, indem ein anderer für ihn isst.
66. Wenn die Sonne aufgeht und die Finsternis vertreibt, sehen die Menschen die Dinge, nach denen sie in der Nacht Ausschau gehalten haben. Ebenso erkennt die Seele freudig die Welt, sobald ihre Verdunkelung zurückweicht. Dabei kann ihr gerade die Gnade verborgen bleiben, die in ihr wohnt und ihr das Erkennen schenkt. So betrachtet ein Mensch im hellen Tageslicht die Dinge, ohne an die Sonne zu denken.
67. Denken und Sinne erkennen mit Hilfe der Seele, ohne zu wissen, wie sie von ihr getragen werden. Ebenso erkennt die Seele vieles, ohne die Quelle ihrer Erkenntnis zu erkennen. Der Unbefleckte schenkt ihr die Fähigkeit zu wissen und lässt sie nach der Ordnung ihrer früheren Taten das Erkannte erfahren.
Das Licht, das Seele und Welt erhellt
68. Die gebundene Seele braucht Werkzeuge, die ihr die Dinge erschließen. Doch diese Werkzeuge vermögen ihr die höchste Weisheit nicht zu schenken. Ist ihre frühere geistige Übung gereift, erscheint die Gnade des Herrn in sichtbarer Gestalt. Sie befreit die Seele von der Abhängigkeit, die ihr Erkennen begrenzt, und führt sie zu den heiligen, mit klingenden Fußringen geschmückten Füßen des Herrn.
69. Ein Kristall kann viele Farben aufnehmen. Doch erst das große Licht lässt seinen eigenen Glanz und die Farben, die sich in ihm zeigen, sichtbar werden. Ebenso durchdringt die göttliche Erkenntnis die Welt und schenkt der Seele unvergängliches Heil. Sie erhellt Bewusstes und Unbewusstes, ohne von deren Eigenschaften berührt zu werden. Dieses alles erfüllende Licht nennen die Weisen wahre Weisheit.
70. Maya, ihre Hervorbringungen und der anfangslose Strom guter und schlechter Taten gehören für die Seele zur Dunkelheit, solange Verblendung in ihr herrscht. Dieselbe Maya, ihre Hervorbringungen und derselbe Strom der Erfahrungen werden für sie zum Licht, wenn Gnade sie erfüllt.
- Textlicher Hinweis zu Vers 70: In der tamilischen Vorlage sind die beiden Vershälften bis auf „Dunkelheit“ und „Licht“ nahezu gleichlautend; die entscheidende Gegenüberstellung von Verblendung und Gnade ist dort sprachlich undeutlich. Die Übersetzung gibt den Zusammenhang wieder, wie ihn auch die beigegebene englische Ausgabe von 1945 versteht.
71. Dreifach wird die Frucht dieser Weisheit beschrieben: Die Seele erkennt sich selbst, sie wird gereinigt, und sie erlangt ihr ungetrübtes höchstes Gut. Dabei löst sich ihr Erkennen von den Fesseln. Sie gibt den Anspruch auf, aus eigener Macht zu handeln, und geht in der Liebe zu ihrem über alles geliebten Herrn auf.
72. Die Seele erkennt nichts unabhängig aus eigener Kraft. Dennoch erlebt sie jedes Erkennen als ihr eigenes Wissen und erfährt dessen Früchte. Wenn sie sich dem Licht zuwendet, das ihr Erkennen überhaupt ermöglicht, wird ihr auch die Wahrheit ihrer selbst offenbar. Von diesem Licht erfüllt, erkennt sie sich selbst in ihm.
73. Wer die Eigenschaften der Tattvas klar erkennt und ihren Zusammenhang durchschaut, dem geht das Licht der Weisheit auf. Löst sich auch das Haften an den Gegenständen des Erkennens, wird die Seele rein und verweilt in diesem Licht. In solcher reinen Erkenntnis offenbart sich der eine ursprüngliche Herr.
74. Warum neben dem innewohnenden Erkenntnislicht noch dessen Ursprung annehmen? Dieses Licht ist die Gnade des Herrn. Wie leuchtender Glanz nicht ohne seine Lichtquelle besteht, bleibt die Gnade nicht ohne den Unbefleckten. Der Herr ist ihr Ursprung; das erhellende Erbarmen ist seine Shakti.
75. Die reine Shakti ist die Flamme der Erkenntnis, untrennbar von Shiva. Sie nimmt den alten Fesseln ihre Macht und offenbart den Herrn in Freude. Wie das Sonnenlicht die Dunkelheit vertreibt und die Sonne sichtbar werden lässt, so führt die Gnade zu dem, von dem sie ausstrahlt.
Reinigung und bleibende Verbundenheit
76. Weil die Gnade des allwissenden Herrn die Seele erfüllt, könnte jemand folgern: „Dann muss die Seele alles hervorbringen und selbst die fünf göttlichen Tätigkeiten ausführen – wie ein Mensch unter dem Einfluss eines Geistes dessen Kräfte zeigt.“ Diese Folgerung trifft nicht zu.
77. Wenn ein Geist sich eines Menschen bemächtigt, zeigt er durch ihn die Kräfte, die diesem Geist zukommen, etwa Sehen, Sprechen und Gehen. Entsprechend offenbart sich in der Seele das ihr zugehörige Erkenntnisvermögen. Der Herr aber führt seine eigenen göttlichen Aufgaben selbst aus, indem er dafür die angemessenen Gestalten annimmt.
78. Solange die Seele gebunden ist, bemessen Kalā und die übrigen Werkzeuge die Reichweite ihres Erkennens. Sind die Hüllen gelöst, begrenzen diese Werkzeuge sie nicht mehr. Ihr Wissen ruht im göttlichen Licht. So wird ihr das hohe Gut einer Gegenwart offenbar, die nicht mehr eingeengt ist.
79. Wendest du ein: „Die Seele wird doch Shiva; warum sollte sich ihr noch etwas offenbaren?“, so bedenke: Vorher erkannte sie sich selbst nicht. Würde sie sich auch durch die nun offenbarte Gnade nicht erkennen, gäbe es weder die befreiende Einsicht noch das Erreichen der Füße des Herrn. Die Erkenntnis ihres wahren Zustandes ist wesentlich für diese Vereinigung.
80. Die Seele verlässt sich nicht mehr auf die vielfältigen Werkzeuge des Erkennens und versinkt doch nicht in Bewusstlosigkeit. Das höchste Bewusstseinslicht offenbart sich; die eigenmächtige Tätigkeit des Gemüts kommt zur Ruhe. In dem Höchsten zu verweilen, das nun aufleuchtet: Dies ist das klare Überschreiten des gewöhnlichen Wachzustands.
81. Die Werkzeuge kommen nicht einfach von selbst zur Ruhe. Willst du sie durch das gewöhnliche Denken stilllegen, so bedarf dieses Denken gerade jener Werkzeuge, die es stilllegen möchte. Wird eines nach dem anderen ausgeschaltet, erlischt schließlich auch das von ihnen abhängige Bewusstsein. Die Wahrheit wird daher nur zugänglich, wenn ein anderes Zur-Ruhe-Kommen geschieht: ein Stillwerden, das nicht in Nichtwissen endet.
82. Jedes Werkzeug vermittelt sein besonderes Wissen. Möglich wird dieses Erkennen durch ein tieferes Bewusstseinslicht, an dem es teilhat. Leuchtet dieses Licht so auf, dass das begrenzte Wissen darin verblasst wie der Schein einer Lampe am hellen Tag, dann ergreife diese Wirklichkeit. Durch sie kannst du den Kreislauf der Geburten in der Maya überwinden.
Hören, Nachdenken, Klarheit und Verweilen
83. Vier Schritte führen zur Beständigkeit: die in Sammlung verkündete Wahrheit hören, über das Gehörte nachdenken, seinen wirklichen Sinn klar erkennen und in der so erschlossenen Wahrheit fest verweilen. Wer diesen Weg vollendet, lebt in vollendeter Freiheit.
84. Weder das an die Bindungen gebundene Wissen noch die begrenzte Selbsterkenntnis der Seele vermögen den Herrn zu erfassen. Wird das Licht seiner Gnade empfangen, tritt das bisherige begrenzte Wissen zurück. Von diesem Licht getragen, in Liebe im Höchsten zu verweilen: Das ist Jnana Nishtha, das beständige Ruhen in der Weisheit.
85. Fällt dir dieses Verweilen noch schwer, erkenne zunächst die Reichweite der Werkzeuge, durch die du bisher erfahren hast. Erkenne auch dich selbst, der du durch sie erfährst, und die untrennbare Gegenwart des Herrn in dir. Pflege diese Einsicht und die Liebe zu ihm mit beständiger Hingabe. So wirst du in jener Wirklichkeit heimisch.
86. Willst du das Höchste als Vorstellung betrachten, brauchst du Denken und die übrigen Werkzeuge; so wird das Ziel nicht erreicht. Willst du es nach dem Wegfall aller Werkzeuge betrachten: Womit wolltest du dann betrachten? Sagst du: „Ich stelle mir vor, dass es nicht vorstellbar ist“, bleibt auch dies ein gedanklicher Entwurf. Wer die Gnade des Höchsten ergriffen hat, der ihn angenommen hat, braucht ihn nicht mehr zu einem Gegenstand der Vorstellung zu machen.
Befreiung: untrennbar verbunden, von Bindung unberührt
87. Wäre das Eine zu zweien geworden, zu Herr und Seele, und vereinigten diese sich wieder, bliebe letztlich kein wirklicher Unterschied zwischen ihnen. Würden zwei zu einem einzigen Ding, müsste eines von beiden vergehen. Blieben sie unverbunden, gäbe es keine Einheit. Auch das Bild vom Eisen im Feuer reicht nicht aus, wenn daraus folgen soll, die Seele müsse nun selbst die fünf göttlichen Tätigkeiten ausüben. Für ihre innige, erfahrbare Verbundenheit gibt es vielmehr ein früheres Gegenbild: So untrennbar, wie sie einst von Anava durchdrungen war, ist sie nun mit dem Herrn verbunden.
88. Würde die Bindung als Wirklichkeit vollständig vernichtet, dürfte man sie nicht ewig nennen. Könnte dagegen ihre Macht niemals enden, wäre befreiende Weisheit unmöglich. Was erlischt, ist daher ihre bindende Kraft. Wie Dunkelheit vor dem Licht weicht, ohne dass ihre Möglichkeit überhaupt aus der Wirklichkeit getilgt wäre, so kann sie die befreite Seele nicht mehr umfangen.
89. Der unermessliche Vorrat guter und schlechter Taten, der neue Geburten hervorbringt, wird unwirksam wie Samen, der im Feuer geröstet wurde. Das bereits für diesen Körper gereifte Karma kann sich noch am Körper auswirken. Entstehen aus gegenwärtigen Erfahrungen Ansätze neuer Bindung, so verbrennen sie im Feuer der Erkenntnis, wie Finsternis vor strahlendem Licht verschwindet.
Das fünfsilbige Mantra: Hinwendung zu Shiva und seiner Gnade
90. Auch wenn die Fesseln gelöst sind, können ihre Spuren fortwirken, solange der aus Elementen gebildete Körper sich durch die Welt bewegt. Darum bleibe beim heiligen fünfsilbigen Namen, dessen Wahrheit weder Anfang noch Ende hat. Wer ihn so wiederholt, wie er durch Gnade übermittelt wurde, wird von den nachwirkenden Gewohnheiten weder bedrängt noch vom Weg abgebracht.
91. In den fünf heiligen Silben stehen Shiva und Gnade auf der einen, Verhüllung und ursprüngliche Verdunkelung auf der anderen Seite; die Seele steht in der Mitte. Diese Zuordnung ist von alters her überliefert. Wenn die Kräfte von na und ma überwiegen, wendet die Seele sich nicht va und si, Gnade und Shiva, zu und kreist weiter auf dem Weg wiederholter Geburt. Dies darf den von Liebe erfüllten Suchenden erklärt werden.
92. Stelle Shiva an den Anfang der heiligen Lautfolge, damit die Verhüllung ihre bindende Wirkung verliert. Die Macht von ma weicht, und Gnade tritt hervor. Die offenbarende Gnade wendet die Seele zu Shiva; ohne an der bindenden Seite festzuhalten, gelangt sie zur Einheit mit dem Herrn. Dies ist der tiefe Sinn der heiligen fünf Silben.
Das Leben der Befreiten
93. Die Macht der Maya hält sie nicht mehr gefangen. Die drei Arten von Karma verlieren ihre bindende Kraft; die dichte Finsternis der ursprünglichen Verdunkelung weicht. In Liebe ruhen die Befreiten im aufgehenden Licht der Erkenntnis. Ihr Innerstes ist von Seligkeit erfüllt. Makellos verweilen sie in der ursprünglichen, ungeteilten Verbundenheit, still wie im Schlaf und tief in der göttlichen Freude geborgen.
94. Bestimmter Ort, Zeit, Himmelsrichtung und Sitzhaltung, Lehrmeinung, Herkunft, persönliche Eigenschaften und Ansehen, Gelübde, Verhaltensregeln, Tapas, Japa und Meditation: An all dies sind sie nicht mehr gebunden. Sie weisen es nicht absichtlich zurück. Was nicht mehr nötig ist, fällt vielmehr von selbst ab, wie einem Einschlafenden etwas aus der Hand gleitet. Die Wahrheit allein bleibt.
95. In dieser Welt wird Gott innerlich oder äußerlich verehrt. Manche kümmern sich aus tiefer Unwissenheit um keines von beidem und leben unbekümmert dahin. Äußerlich ähnlich erscheinen die von Erkenntnis Erfüllten, die nicht mehr zwischen innen und außen unterscheiden. Doch ihr Zustand ist ein anderer: Sie leben im Licht, in der unmittelbaren Gegenwart des Göttlichen.
96. Wie der Raum allen Dingen Platz gewährt und sie durchdringt, so erfüllt die göttliche Erkenntnis alles ohne Mangel. Betrachtest du jedes Ding in diesem Licht, wird es dir zur Erscheinung des Herrn des Alls. Wer ganz in dieser Einsicht steht, kennt daran keinen Zweifel.
97. Erkenne alle Werkzeuge, von der Erde an, als Teil der veränderlichen Welt. Verweile im Auge der Weisheit und schaue alles aus dieser Klarheit. Richte die fünf Silben in ihrer inneren Ordnung auf Shiva aus. Erkenne die alles erfüllende Gegenwart des Herrn und verehre ihn darin. Dies ist die Verehrung durch Erkenntnis, wie sie der gereifte Mensch vollzieht.
98. Wer den Nektar aus dem Meer der Weisheit getrunken hat, verehrt die Diener des Herrn und seine heilige Gestalt, vor der sich die Himmlischen verneigen. In ihnen schaut er den Herrn selbst, dessen Tiefe selbst die Himmelsbewohner nicht ermessen. Helle Tränen fallen wie Perlen aus seinen Augen, seine Stimme stockt vor Liebe. So verweilt er in der Wahrheit der Schau.
Die Lehre verstehen und lebendig weitergeben
99. So haben wir Gebundenheit und Befreiung mit widerspruchsfreier Einsicht betrachtet. Diese Lehre überschreitet die Auffassungen vom Materialismus bis zu den hier erörterten Formen des Shiva-Advaita. Sie erschließt den höchsten Sinn der Veden, führt zur Seligkeit und beruht auf der schlüssigen Einsicht, dass die Wirkung in ihrer Ursache angelegt ist. In diesem Licht sind Bindung und Befreiung zu verstehen.
100. Wer die Gnade empfangen hat und den Sinn dieser heiligen Schrift Sivaprakasam klar erfassen will, prüfe die dargelegten Gründe und verstehe die vier Arten von Gleichnissen, durch die ihre Aussagen erläutert werden. Wenn er frühere und spätere Aussagen ohne Widerspruch miteinander verbinden kann, ist er bereit, die Unterweisung in dieser Schrift zu empfangen.
Transliteration in römischer Schrift
Die schriftnahe wissenschaftliche Umschrift gibt den tamilischen Wortlaut wieder. Sie ist keine Sanskrit-IAST-Fassung und keine vereinfachte Ausspracheanleitung. Lange Vokale sind ā, ī, ū, ē und ō; ṭ, ṇ und ḷ werden mit zurückgebogener Zunge gesprochen; ḻ bezeichnet den besonderen tamilischen Zungenlaut, ṟ und ṉ die entsprechenden tamilischen Buchstaben. c kann je nach Lautumgebung unterschiedlich gesprochen werden. Wortabstände und poetische Verbindungen folgen der Vorlage.
Kāppu – Schutzvers
oḷiyāṉa tirumēṉi umiḻtāṉa mikamēvu
kaḷiyāra varumāṉai kaḻalnāḷu maṟavāmal
aḷiyāḷum malar tūvum aṭiyārka ḷuḷamāṉa
veḷiyākum valitāya viṉaikūṭa niṉaiyāvē.
Pāyiram – Einleitungsverse 1–12
1.
ōṅkoḷiyāy aruṇñāṉa mūrtti yāki
ulakamelām aḷittaruḷum umaiyammai kāṇat
tēṅkamaḻum malaritaḻi tiṅkaḷ kaṅkai
tikaḻaravam vaḷarcaṭaimēl cēra vaittu
nīṅkalarum pavattoṭarcci nīṅka maṉṟuḷ
niṉṟimaiyōr tuṭi ceyya niruttañ ceyyum
pūṅkamala malarttāḷkaḷ cirattiṉ mēlum
puntiyiṉu muṟavaṇaṅkip pōṟṟal ceyvām.
2.
parantaparā paraiyāti paraṉa ticcai
parañāṉam kiriyaipara pōka rūpam
taruṅkaruṇai uruvāki vicuttā cuttat
taṉukaraṇa puvaṉapō kaṅkaḷ tāṅka
virintavupā tāṉaṅkaṇ mēvi yoṉṟāy
vimalāy aintoḻiṟkum vittāy ñālat
tarantaikeṭa maṇimaṉṟuḷ āṭal kāṇum
aṉṉaiyaruṭ pātamalar ceṉṉi vaippām.
3.
nalantaralnū liruntamiḻiṉ ceyyuṭ kuṟṟam
naṇṇāmai iṭaiyūṟu naliyāmai karuti
ilaṅkumiru kuḻaiyaruku porutuvari citaṟi
iṇaivēlka ḷikaḻntakayaṟ kaṇṇiyoṭu miṟaivaṉ
kalantaruḷa varumāṉai mukattāṉ mummaik
kaṭamaruvi yeṉanilavu kaṇapatiyiṉ aruḷāl
alarntumatu karamuṉivar paravavaḷar kamala
maṉaitiru vaṭiyiṉaikaḷ niṉaital ceyvām.
4.
vaḷanilavu kulavamarar atipatiyāy nīla
mayilēṟi varumīca ṉaruḷñāṉa matalai
aḷavilpala kalaiyaṅkam āraṇaṅkaḷ uṇarnta
akattiyaṉuk kōtturaikkum aṇṇalviṟaleṇṇā
uḷamaruvu cūraṉuram ematiṭumpai yōṅkal
oṉṟiraṇṭu kūṟupaṭa voḷitikaḻvēl ukanta
kaḷapamali kuṟamakaḷtaṉ maṇimulaikaḷ kalanta
kantaṉmala raṭiyiṇaikaḷ cintai ceyvām.
5.
tēvarpirāṉ vaḷakayilaik kāval pūṇṭa
tirunanti yavarkaṇattōr celvar pāriṟ
pāviyacat tiyañāṉa taricaṉikaḷ aṭicēr
parañcōti māmuṉikaḷ patiyā veṇṇai
mēviyacīr meykaṇṭa tiṟalār māṟā
viravupukaḻ aruṇanti viṟalār celvat
tāvilaruḷ maṟaiñāṉa campantar ivaric
cantāṉat temaiyāḷum taṉmai yōrē.
6.
pārtikaḻa vaḷarcāma vēta malkap
parācaramā muṉimarapu payila ñāṉac
cārputara vantaruḷi emmai yāṇṭa
caivacikā maṇimarutait talavaṉ antaṉ
kārmaruvu poḻilpuṭaicūḻ matiṉmītē matiyaṅ
kaṭavāmai neṭuṅkoṭiyiṉ karantakaiyuṅ kaṭantaic
cīrnilavu maṟaiñāṉa campantaṉ entai
tiruvaḷarum malaraṭikaḷ ceṉṉi vaippām.
7.
puṟaccamayat tavarkkiruḷāy akaccamayat toḷiyāyp
pukal avaik kaḷavākip poṟpaṇipōl apētap
piṟappilatāy iruḷveḷipōṟ pētamum coṟ poruḷpōl
pētāpē tamum iṉṟip perunūl coṉṉa
aṟattiṟaṉāl vaḷaivatā yuṭaluyirkaṇ ṇarukkaṉ
aṟivoḷipōl piṟivaruvarumat tuvita mākuñ
ciṟappiṉatāy vētāntat teḷivām caiva
cittāntat tiṟaṉiṅkut terikkaluṟṟām.
8.
mūvakaiyā ruyirvarukka malattār kaṉma
mūlamalat tārmūṉṟu muṭaiyāraṉṟē
tīvakamā meṉavuruvāy vantu nātaṉ
tirunōkkāl paricattāl tikaḻum vākkāl
pāvaṉaiyāl mikunūlā liyōkap paṇpāl
paravivaru mavuttiriyāl pāca nāca
mēvavaru ḷutavumavut tiriyiraṇṭu tiṟaṉām
viyaṉkiriyai ñāṉameṉa viḷampu māṟē.
9.
virumpiyaman tirātikāra marccaṉā tikāra
mēvumiyō kātikāra meṉaccamaya vicēṭam
varumporuvil niruvāṇa mantiraṅkaḷ pataṅkaḷ
vaṉṉaṅkaḷ pavaṉaṅkaḷ tattuvaṅkaḷ kalaikaḷ
ḷiraṅkaṭaiviṟṟokaipatiṉoṉ ṟeṇpat toṉṟaimpattoṉ
ṟirunūṟṟō ṭirupattu nālāṟā ṟaintiṟ
parantaneṟi yaṟuvakaiyu moruviniṉai varitām
parapatattu ḷuyirviravap payiṟṟu maṉṟē.
10.
kiriyaiyeṉa maruvumavai yāvum ñāṅ
kiṭaittaṟku nimittameṉakkiḷakkumuṇmaic
cariyaikiri yāyōkat taṉmaiyōrkkuc
cālōka cāmīpa cārū paṅkaṇ
maruviyiṭu muyarñāṉa miraṇṭā māṟā
malamakala vakalātu maṉṉu pōtat
tiruvaruḷoṉ ṟoṉṟataṉait teḷiya vōtuñ
civākamameṉ ṟulakaṟiyac ceppum nūlē.
11.
terittakuru mutalvaruyar civañāṉa pōtañ
ceppiṉarpiṉ pavarputalvar civañāṉa citti
virittaṉarmaṟ ṟavarkaḷtiru vaṭikaḷ pōṟṟi
viḷampinū lavaiyiraṇṭum virumpiṉōkkik
karuttiluṟai tiruvaruḷu miṟaiva ṉūluṅ
kalantupotu vuṇmaiyeṉak karuti yāṉu
maruttimika vuraippaṉvaḷar virutta nūṟu
mācilcivap pirakāca māku meṉṟē.
12.
toṉmaiyavā meṉumevaiyu naṉṟākā viṉṟu
tōṉṟiyanū leṉumevaiyun tītākā tuṇinta
naṉmaiyiṉār nalaṅkoṇmaṇi potiyumataṉ kaḷaṅka
navaiyākā teṉavuṇmai nayantiṭuvar naṭuvān
taṉmaiyiṉār paḻamaiyaḻa kārāyntu tarippar
tavaṟunalam poruḷiṉkaṭ cārvārāyntaṟital
iṉmaiyiṉār palarpukaḻi lēttuvarē tilaruṟ
ṟikaḻntaṉarē likaḻntiṭuvar tamakkeṉa voṉ ṟilarē.
Potu atikāram – Allgemeine Lehre, Verse 13–50
13.
palkalaiyā kamavēta miyāvaiyiṉuṅ karuttup
patipacupā canterittalpatipāramē yatutāṉ
nilavumaru vuruviṉṟik kuṇaṅkuṟika ḷiṉṟi
niṉmalamā yēkamāy nitta māci
yalakiluyirk kuṇarvāki yacala māki
yakaṇṭitamā yāṉanta varuvā yaṉṟic
celavaritāyc celkatiyāyc ciṟitākip peritāyt
tikaḻvatutaṟ civameṉpar teḷintu ḷōrē.
14.
nīṭuparā cattinika ḻiccā ñāṉa
niṟaikiriyai taravataṉai nimalaṉ mēvi
nāṭariya karuṇaitiru vuruva māki
naviṉṟupala kalaināta vintu vāti
kūṭumoḷi vaḷarkuṭilai māyai mēvik
koṭuviṉaikoḷ taṉukaraṉa puvaṉa pōkam
pīṭupeṟa niṟuviyavai yoṭukku mēṉi
piṟaṅkiyaniṭ kaḷacakaḷap peṟṟi yāmē.
15.
īṅkituveṉ ṟatukaṭanta viyalpi ṉāṉum
īṟumuta naṭuvoṉṟu milāmai yāṉum
ōṅkivaḷar ñāṉamaya ṉāta lāṉum
uṇmaipiṟark kaṟivariya vorumai yāṉum
tāṅkariya veṟuppiṉoṭu viruppu mellāñ
cārvariya taṉimutalva ṉāta lāṉum
nīṅkalaru muyirkkuyirāy niṟṟa lāṉum
niṟuttiṭuva niṉaintavuru nimalaṉ ṟāṉē.
16.
ulakamelā moruvaṉō ṭoruttiyoṉṟeṉ
ṟuḷatāki niṉṟaḷavi loṭuṅkum piṉṉu
malamataṉā luḷatāku muruva māṟi
varuvatu pēr vatucelva tāta lāṉum
malaivilacēta taṉamāyai yātalāṉu
maṇukkaḷuru vaṭaiyumaṟi vilāmai yāṉum
nilavutoḻiṉ maruvuyuru niṟṟa lāṉum
niṉṟevaiyu maḷittiṭuva nimalaṉ ṟāṉē.
17.
kantamala rayaṉpaṭaikku mulaka mellāṅ
kaṇṇaṉaḷit tiṭumavaiyeṅ kaṭavuḷ tāṉē
yantamuṟa vaḻittiṭuva ṉāta lālē
yayaṉariyu mavaṉatuya ratikā rattu
vantamuṟai taṉṟoḻilē maṉṉuvippa ṉellām
varuvippaṉ vikāraṅkaṇ maruvāṉ vāṉiṉ
muntaravi yetirmuḷariyalāvuṟumoṉṟalarvāṉ
mukaiyāmoṉ ṟoṉṟularu muṟaiyi ṉāmē.
18.
ēṟṟavivai yaraṉaruḷiṉ ṟiruviḷaiyāṭ ṭāka
viyampuvarka ḷaṇukkaḷiṭark kaṭaṉiṉṟu meṭuttē
yūṟṟamika varuḷpurita lētu vāka
vuraiceyva roṭukkamiḷaip poḻittaṉ maṟṟait
tōṟmala pākamvarak kāttal pōkan
tuyppitta ṟirōtāyi takaniṟutta lākum
pōṟvaru maruḷaruḷē yaṉṟi maṟṟup
pukaṉṟavaiyu maruḷoḻiyap pukalo ṇātē.
19.
eṇṇaritāy nittamā yiruṇmalatti ṉaḻunti
yiruviṉaiyiṉ ṟaṉmaikaḷuk kīṭāṉa yākkai
yaṇṇalaru ḷāṉaṇṇi yavaiyavarā yataṉāl
alakiṉikaḻ pōkaṅka ḷaruntu māṟṟāṟ
puṇṇiyapā vampurintu pōkkuvaravuṭaittāyp
puṇarumiruṇ malapākam poruntiyakkā
luṇṇilavu moḷiyataṉā liruḷakaṟṟip pāta
muṟṟiṭunaṟ pacuvarukka meṉavuraipparuṇarntōr.
20.
ēkamāyt taṅkāla vellaikaḷiṉ mīḷum
eṇṇariya cattiyatāyiru ḷoḷiraviruṇṭa
mōkamāyc cempiluru kaḷimpēyntu nitta
mūlamala māyaṟivu muḻutiṉaiyu maṟaikkum
pākamām vakainiṉṟu tirōtāṉa catti
paṇṇutalāṉ malameṉavum pakarvaratuparintu
nākamā natimatiyam poticaṭaiyā ṉaṭika
ṇaṇukumvakai karuṇaimika nayakkun tāṉē.
21.
uṉṉalarum paracivaṉṟa ṉaruḷālē nāta
mutikku miruṅ kuṭilaitaṉil vintuvaru nātan
taṉṉilati ṉoḷivaḷaruñ catācivarā mavaril
tayaṅkavaru mīcarvittai taṉaiyaḷippa rataṉāṉ
maṉṉuvariv vakaiyaivar vāymaiyiṉāṉ muṉṉē
vantiṭumeṉ ṟuraiceyta vintuvaḻā vakaiyē
muṉṉutavuñ cūkkumāti yorunāṉku meṉṟu
moḻintiṭuvararuṅkalaikaṇ mutirntuḷōrē.
22.
uruvāti caturvitamā yoṉṟoṉṟovvā
uṇmaiyatāy nittamā yoṉṟā yeṉṟu
maruvākik kaṉmānta maṇukka ḷiyārkku
māvāra māyacittā yacala māki
virivāya taṉceyaliṉ viyāpiyā yellām
virintavakai purintaṭaiviṉ mēviyavai yoṭuṅka
varukāla muyirkaḷellā maruviṭamāy malamāya
maṉṉiyiṭu maraṉaruḷāṉ māyai tāṉē.
23.
eṉṉaiyitu veṉiṉulakuk kupātāṉa millai
piṟaivaṉala teṉiṉacittut cittiṉiṭat tutiyā
maṉṉiyuḷa tēṉamutalva ṉeṉako leṉṉiṉ
māyaitā ṉacitturuvāy maruva māṭṭā
taṉṉavaṉu mituvoḻiya vākka māṭṭāṉ
acattaṉā meṉiṉatuvu mavaṉpō ṉitta
muṉṉavaṉav vacittaivirit tevaiyu mākku
mutaṉmaiyatu koṭuttateṉa moḻintiṭārē.
24.
paṭaittatoru paṭiyiṉṟip paṟavaipacu nararāyp
paṇṇiyateṉ muṉṉaiviṉaip pāṉmaiyeṉpa
raṭuttaviṉai yuḷatāyi ṉiṟaiyē ṉeṉṉil
acētaṉamaṟ ṟavaiyāvik kamain tākum
eṭuttaviṉai yuṟuvuṟuva tuyirēṟ ṟāṉē
yiruviṉaikkut takkavuṭa leytu meṉṉil
caṭattiraḷu makarttāvā yaṟivoṉ ṟillāt
taṉmaiyaṉuṅ kūṭavoru caṅkai yiṉṟē.
25.
allaṉmika vuyirkkivaitā ṉaṉaitta tīcaṉ
aruviṉaika ḷaruntutaṟkō viḷaiyō vaṉṟic
collivaru māyaiyō vaṇuvai muntac
cūḻntateṉu muraimutalōr toṭakkilārpāl
ollaivaru meṉiṉuḷatā muyiruṇ ṭāvē
yuḷatumala malamuḷatā voḻinta vellām
nelliṉmuḷai taviṭumipō lanāti yāka
niṟuttiṭuva ritucaiva nikaḻttu māṟē.
26.
aruttimikuṅ kalaikāla niyatiyuṭaṉ vittai
yarākamivai yaṉantarāṉ māyaitaṉi lākum
uruttirarāṟ kalaiyataṉiṟ pirakiruti kuṇaṅkaḷ
uḷavāku māṅkāram puntitaṉi lutikkun
terittavitu tirivitamān taicatamvai kāri
tikaḻtaru pūtāti yeṉat tirunti yacāttuvitam
virittakuṇa maṉamputti yintiriya meṉṟu
viḷampiyacōt tirātimutal viḷaṅkiyiṭum virintē!
27.
maṉṉiyakaṉ mēntiriya māṉavirā catañcēr
vākkāti vaikāri maruvivaruñ cattan
taṉṉaimuta lākiyatā matamikumāt tiraipiṉ
tarumataṉiṉ vāṉanila maṉalpuṉaṉmaṇ catta
muṉṉataṉil veḷiyāti yoṉṟoṉ ṟāka
muṟaiyiluṟu mirumaiyayaṉ muṭivā muṉṉē
yuṉṉucatā civarāti yatipatika ḷoṭukka
mutittavaṭai veṉavuraippa ruṇarntu ḷōrē.
28.
naṇṇiyiṭu muruvataṉuk kētu vāki
nāṉāpō kaṅkaḷāy nācōṟ patti
paṇṇivaru mātalāl anāti yākip
palavāki yaṇukkaṭoṟum paṭarvatāki
yeṇṇivaru maṉavāca kaṉmattā liyaṟṟu
miyalpitaṉāy matikatamā yirupayaṉām pāva
puṇṇiyamāyp pularkālai māyai mēvip
poruntumitu kaṉmamalam pukalu māṟē.
29.
kaṉmaneṟi tirivitanaṟ cātiyāyup pōkak
kaṭaṉateṉavarumūṉṟu muyiroṉṟiṟ kalattal
toṉmaiyatū ḻallatuṇa vākā kāṉun
toṭaṅkaṭaiviṉaṭaiyātē tōṉṟu māṟit
taṉmaitaru teyvikamuṟ pautikamāṉ mikamān
takaiyiluṟu macētaṉacē taṉattāluñ cāru
naṉmaiyoṭu tīmaitaru cētaṉaṉuk kivaṇū
ṇāṭilata nūḻviṉaiyā naṇukun tāṉē.
30.
mēlaikku varuviṉaiyē teṉṉi ṉaṅkaṇ
viruppuveṟup peṉavaṟiyav viḷaivu mellā
mūlatta viṉaippayilvā meṉṉi ṉāmēṉ
muṟṟiyataṉ payaṉuṉakku muḷaikkumeṉpar
ñālattu viṉaikaḷiru tiṟaṉākum punti
naṇṇāta viṉainaṇukum veṉaiyeṉavoṉ ṟiraṇṭā
yēlattā ṉitamakita māmitaṉāl vaḻuvā
teytiyiṭum puṇṇiyapā vaṅka ḷeṉṟē.
31.
uṟṟatoḻi ṉiṉaivuraiyi niruviṉaiyu muḷavām
oṉṟoṉṟā laḻiyā tūṇoḻiyātuṉṉiṉ
maṟṟavaṟṟi ṉoruviṉaikkōr viṉaiyāl vīṭu
vaitikacai vampakaru marapi lāṟṟap
paṟṟiyatu kaḻiyumitu viṉaiyālēṟkum
pāṉmaiyumām paṇṇātum palikku muṉṉañ
coṟṟarunūl vaḻiyiṉvariṉ mikuti cōruñ
cōrātaṅ katumēlait toṭarcci yāmē.
32.
mōkamika vuyirkaṭoṟu muṭaṉāy niṟka
mūlavā ṇavamoṉṟu muyaṅki niṉṟu
pākamika vutavutirō tāyi yoṉṟu
pakarmāyai yoṉṟupaṭar kaṉma moṉṟu
tēkamuṟu karaṇamoṭu puvaṉa pōkac
ceyalāru māmāyaic tiraṭci yoṉṟeṉ
ṟākamala mainteṉpa raintu māṟā
taruḷeṉpa tariteṉpa raṟintu ḷōrē.
33.
ōṅkivarum palavuyirkaṇ mūṉṟavattai paṟṟi
yuṟṟiṭumkē valacakala cuttameṉa vuṇarka
vīṅkuvaruṅ kalātiyoṭu kuṟiyuruva moṉṟu
miṉṟimala maṉṟiyoṉṟu millaiyeṉu miyalpā
yāṅkaṟivai yaṟivaritāy aṟikaruvi yaṇaiyā
vātaliṉā liruṇmaruvu malarviḻipōla tuvāy
nīṅkumvakai yiṉṟi nitta viyāpakamā yaṅka
ṇiṟpatukē valameṉṟu nikaḻttu nūlē.
34.
iṉmaimala māyaikaṉma meṉṟiraṇṭē yiṟaitāṉ
ilaṅkupala vuyirkaḷu muṉpurinta viruviṉaiyiṉ
taṉmaikaḷā levarkaḷukkun taṉukaraṇa puvaṉan
tantiṭumiṅ kataṉālē yirupayaṉuñ cārntu
kaṉmamelā nērāka nērātaṉ maruvak
kaṭavuḷaru ḷālevaiyuṅ kaḻittiṭuva ṉataṉāṟ
piṉmalamā ṉavaiyaṇukā perukoḷimuṉpuḷatē
peṟṟiṭumeṉ ṟittiṟameṉ pēcu māṟē.
35.
māyaimuta leṉaviṉaiyiṉ pāṉmaimutaleṉavē
maṉṉupaṉai vitaimarapiṉ mayaṅkumalam cuttaṟ
kēyuneṟi yeṉkolata ṉiyalpāyiṉ mutti
eṉpateṉmaṟ ṟivai niṟka viruṅkalāti yuṇarvāy
mēya piṉart taṉṉuruvam viḷaṅkāmai viḷakku
mikumulakanta ṉileṉṉili vaiviṭuṅkā luṇarvuḷ
tōyuneṟi yilatāta laṟiyāmai yeṉanī
colliyatu malameṉpar tuṇintu ḷōrē.
36.
anniyamā ṉavaiyuṇartti yananniyamāy niṟainta
vaṟivaṟiyā maiyiṉāṉu maruṇilavuṅ kālan
taṉṉilava ṉēyāvu māyniṉṟa toṉmai
tāmuṇarta lāṉumuyir tāṉeṉa voṉṟilatāy
maṉṉiyiṭu malamāyai kaṉmaṅkaṇ māṟi
vantiṭumiṅ kituvaḻuvā tātaliṉāṉ maṉattāl
uṉṉariya tiruvaruḷai yoḻiyamala muḷateṉ
ṟuṇarvaritā mataṉuṇmai terivaritā muṉakkē.
37.
pukalumala moḻittaṟkuk kalātimutaṉ māyai
poruntiyiṭu maraṉaruḷāṟ pōtan tīpañ
cakalamelā muṭaṉāya vāṟu pōlun
tarumaruḷai malamuyirkaḷ cārāmaṉ maṟaikku
mikalivaru miyaiyuṇari ṉiruḷveḷiyān taṉmai
eytum vakai taṉceyti yilaṅkum vintu
pakarvariya vuṇarvāki yoḷiyā yuḷḷap
pāṉmaiyiṉāl oru nātam paṭarum tāṉē.
38.
vantaṭaintu piṉṉamāy vaṉṉaṅkaḷ tōṟṟam
varumaṭaivu paṭavoṭukki mayilaṇṭa calanēr
cintaitaṉi luṇarvākum paicanti yuyiriṟ
cērntuvaru mavaimaruvu muruvevaiyun terittu
muntiyiṭuñ ceviyiluṟā tuḷḷaṇarvā yōcai
muḻaṅkiyiṭu mattimaitāṉ vaikariyilutāṉaṉ
pantamuṟu muyiraṇaintu vantamoḻi ceviyiṉ
pālaṇaiya niṉainta poruḷ pakarun tāṉē.
39.
ittakaimai iṟaiyaruḷāl uyiraṟiyum aṟivuk
kīṭāka vāṭātē yīriraṇṭā ṉuraitta
vittaimuta laivarāṉ viḷaṅku ñāṉa
mēviyiṭu meṉavuraippa racutta māyai
vaittakalai tāṉmūla malañciṟitē nīkki
maruvumvakai terivikkum vāyilkaḷiṉ payaṉaip
puttitara vittaiyiṭai niṉṟaṟivai yuyirkkup
poruntiyiṭum vakaipuṇarum puṉitacatti puṇarntē.
40.
pēcariya varākantaṉ kaṉmattuk kīṭāp
peṟṟataṉi lācaitaṉaip perukuvikku niyati
tēcamiku maracartaru māṇi ceyti
ceytavarait tuyppikkuñ ceykai pōla
nēcamuṟu taṅkaṉma niccayittu niṟuttu
nikaḻkālaṅ kaḻikāla metirkāla meṉṟē
yōcaitara varuṅkāla mellaipalam putumai
yuṟuvikku miṟaicakti yuṭaṉāy niṉṟē.
41.
aivakaiyā luṟupayaṉka ṇukaravaruṅ kāla
matupuruṭa tattuvameṉ ṟaṟaintiṭuva raṟintōr
meyvakaiya kalācutti taṉiṉitaṟkuñ cutti
mēviyiṭum vakaitāṉum virumpiya nūl viḷampuñ
ceyvakaiyiṉ ṟoṭarcciyiṅkut tōṟṟuvikkuṅ kuṇattiṉ
cērvupuri pirakiruti tirikuṇamā mavaitā
mivvakaiyiṟ cāttuvita rācatatā matamā
iyampuvarka ḷoṉṟiraṇṭu kuṇamēṟkai yuṭaittē.
42.
alakilkuṇam pirakācam lakutaiviyā viruti
yaṭarccimikuñ kavuravama niyamamivaiyaṭaivē
nilaviyiṭu mummūṉṟu muyiroṉṟiṟ kalantē
niṟkumivai niṟaipulaṉiṉ payaṉevaiyuṅ kavaruṅ
kulavivaru pōkaṅko ḷiṭamā māṟāka
kuṟaiviloḷi yāmalakil pulaṉiṭatti ṉorumai
palavakaiyu muṭaiyatāyp paraṉaruḷāṟ putti
pañcācaṟ pāvakamum paṇṇuvikkun tāṉē
43.
āṉataṉu vataṉiluṟu manilaṉaiyu miyakki
yāṅkāra nīṅkāta vakantaikku vittā
yāṉalatu piṟaroruva reṉaiyoppār puviyi
ṉillaiyeṉu miyalpiṉatā yintiriyampulaṉka
ṭāṉukaru maḷavilatiṉ muntiyuṟu miccai
tāṉuruvāyc caṅkaṟpa catākatiyun tantu
māṉatamā ṉatuniṟkuñ cintainiṉai vaiyam
vantutaru maṉamoḻiya vakuppo ṇātē.
44.
coṉṉamuṟai cevituvakku nōkku nākkut
tuṇṭamivai yaintiṟkun tokuviṭaya māka
maṉṉiyacat tapparica rūparaca kanta
maruviyiṭu mivaiyaṭaivē vākkup pātam
piṉṉarvaru pāṇimiku pāyuviṉō ṭupattam
pēcaluṟu maintiṟkum piṟaṅkolikoḷ vacaṉa
muṉṉariya kamaṉatā ṉavicarkkā nanta
muṟṟatoḻil peṟṟiṭuva tuṇmai yāmē.
45.
muntiyavaim pūtaṅkaḷ vāṉāti yāka
muyaṅkiyanaṟ cevimeykaṇ ṇānācimuṟaiyā
lintavayi ṉiṉṟuvaru maimpulaṉu muyirtā
meytumvakaitam muruviṉilaṅkiyiṭum puṟattu
vantaṭaiya viṭaṅkoṭukku mirantaramāy vāṉam
vāyumikac calittevaiyun tiraṭṭuntī vemmai
tantavaicuṭ ṭoṉṟuvikku nīrkuḷirntu patamē
tarumurattut tarikkumiku taraṇi tāṉē.
46.
inniraiyi laintucutta mēḻcuttā cutta
meṇmūṉṟu macuttameṉu mivaimuppattāṟā
maṉṉiyatat tuvaṅkaḷiṭai mayaṅkineṭun tuyartā
maruvumuru nilaiyaḻiya varumpoḻutu variyār
paṉṉakamaṇ ṭacaṅkaṉavu paṭarvakaiyē muṉṉam
pakaravaruṅ kalātinilai paraviyacūk kumamān
taṉṉuruvi laṇaintupaya ṉaruntiyara ṉaruḷāṟ
ṟaraiyiṉiṭai varumeṉṟu cāṟṟu nūlē.
47.
tōṟṟiyiṭu maṇṭacaṅkaḷ cuvētacaṅkaḷ pāriṟ
ṟutaintuvaru muṟpīcañ carāyucaṅka ṇāṉki
ṉūṟṟamiku tāparaṅkaḷ pattoṉpateṉṟu
mūrvapati ṉaintamarar patiṉoṉṟo ṭulavā
māṟṟarunī ruṟaivaṉanaṟ paṟavaikaṇāṟ kāli
maṉṉiyiṭum pappattu māṉuṭaroṉ patumā
vēṟṟiyoru tokaiyataṉi liyampuvarkaḷ yōṉi
yeṇpattu nāṉkunū ṟāyirameṉṟeṭuttē.
48.
iṉaiyapala piṟavikaḷi ṉiṟantupiṟan taruḷā
liruviṉaikaḷ purintaruntu mitucakalam akalā
muṉamaruvu mirupayaṉu morukālat tarunta
muntunuka runtupaya ṉantamuṟa vanta
viṉaiyumetir viṉaiyumuṭi viṉaiyutavu payaṉā
ṉērāka nērātaṉ mēvuṅ kāṉmuṟ
ciṉamaruvu tirōtāyi karuṇaiyākit
tiruntiyacat tinipātan tikaḻu maṉṟē.
49.
nāṭiyacat tinipāta nālu pāta
naṇṇumvakai yeṇṇariya ñāṉa pātaṅ
kūṭumavar tamakkuṇarvāy niṉṟa ñāṉak
kūttaṉoru mūrttikoṭu kuṟuki mōka
nīṭiyakē valacakala nikaḻāvāṟu
niṟuttimala maṟukkumitu nilaiyār cuttaṅ
kēṭi pukaḻ taruñcariyai kiriyā yōkak
kēṇmaiyarē livaiyuṇarttak kiḷakku nūlē.
50.
arivaiyariṉ puṟumutti kanta maintu
maṟumutti tirikuṇamu maṭaṅku mutti
viravuviṉai keṭumutti malampō mutti
vikkiraka nittamutti vivēka mutti
paravumuyir keṭumutti citti mutti
pāṭāṇa muttiyivai paḻicēr mutti
tirimalamu makalavuyi raruḷcēr mutti
tikaḻmutti yitumuttit tiṟatta tāmē.
Uṇmai atikāram – Innere Wahrheit, Verse 51–100
51.
iṅkiyavai potuvi yampu
meṉparka ḷitaṉmēl āṉmāt
taṅkiya añcavattai
taṉṉuṇmai uṇarttun taṉmai
poṅkoḷi ñāṉa vāymai
ataṉpayaṉ puṉita ṉāma
maṅkatil aṇaintōr taṉmai
yaṟaikuva ṉaruḷi ṉālē.
52.
ceṟintiṭu muṭaluṇ maṉṉic
cērpulaṉ vāyilpaṟṟi
yaṟintati laḻuntu moṉṟu
maṟintiṭā taṟiyuntaṉmai
piṟintaṭai vañca vattai
perukiya malattāṟpēṇi
yuṟuntaṉi yatīta muṇmai
yuyirkkeṉa vuṇarttumaṉṟē.
53.
uruvuṇar vilāmai yāṉu
mōroru pulaṉkaḷāka
maruviniṉ ṟaṟita lāṉu
maṉātikaḷ tammiṉ maṉṉit
tarupaya ṉukarta lāṉu
muyircaṭa māta lāṉum
aruviṉai yuṭalu ḷāvi
yaṟiviṉā laṟiyu maṉṟē.
54.
aṟiveṉil vāyil vēṇṭā
vaṉṟeṉi lavaitāmeṉṉai
yaṟivavai yutavu meṉṉi
lacētaṉa mavaitāmellām
aṟipava ṉaṟiyun taṉmai
yaruḷuva ṉeṉṉi lāṉmā
vaṟivila tāku mīca
ṉacētaṉat taḷitti ṭāṉē.
55.
aṟiviṉā laṟinta yāvu
macattāta laṟiti yeṉṟum
aṟiviṉā laṟiyo ṇātē
lāvatoṉṟiṉmai toṉmai
yaṟi vutā ṉoṉṟai munti
yatuvatu vākak kāṇu
maṟivukā ṇacattu maṟṟa
taṟiviṉuk kaṟiyoṇātē.
56.
evvaṟi vacatta ṟinta
teṉiluyi raṟiyā tīcaṉ
avvaṟi vaṟiyā ṉalla
tacētaṉa maṟiyā tāvi
cevviya karuvi kūṭil
terivuṟā taruḷiṟ cērā
tuvviru vakaiya teṉṉi
loḷiyiru ḷoruṅkuṟāvē.
57.
cattitu veṉṟa cattut
tāṉaṟi yāta cattait
cattaṟin takalavēṇṭā
vacattitucatti teṉṟōr
cattiru ḷoḷiya lākkaṇ
ṭaṉmaiya tāma cattaic
cattuṭa ṉiṉṟu nīkkun
taṉmaiyāṟ catacattāmē.
58.
kaṇṇoḷi viḷakkaḷittuk
kāṭṭiṭumeṉṉiṉ muṉṉaṅ
kaṇṇoḷi yoṉṟu miṉṟām
viḷakkoḷi kalanta vaṟṟaic
kaṇṇoḷi yakala niṉṟē
kaṇṭiṭum vēṟu kāṇāk
kaṇṇoḷi viḷakkiṉ cōti
kalantiṭuṅ karuttoṉ ṟaṉṟē.
59.
ōriṭat tiruttaṉ māyā
vuruniṟain tiṭuta loṉṟām
pēriṭat tuṟaita ṟāṉē
piṟaṅkaṟi vāki niṟṟal
cōrvuṭaic caṭani kaḻtta
leṉumivai collār nallō
rōriṭat tuṇaru muṇmai
yoḷirtaru mupalam pōlum.
60.
eṇṇavoṉ ṟilāta tīta
meytiya turiyat toṉṟu
naṇṇiṭuñ cuḻutti taṉṉil
nayantuḷa toṉṟu piṉṉu
maṇṇiṭuṅ kaṉavu taṉṉi
lāṟēḻāñ cākkirattiṟ
kaṇṇuṟu mañcā ṟāya
karuvikaḷ maruvun tāṉē.
61.
ivvakai avattai taṉṉi
leytiṭuṅ karaṇamellā
meyvakai yiṭatti luṟṟu
mēvumā kaṇṭu mikka
poyvakaip pavama kaṟṟap
purintiṭi laruḷālāṅkē
yaivakai yavattai yuykkumaṟi
viṉālaṟintu koḷḷē.
62.
nīkkami latīta mācu
niṟaintakē valamā nīrmai
cākkiraṅ kalāti cērnta
cakalamān taṉmai yāku
mūkkami liraṇṭuṅ kūṭā
toḻiyavōr nilaiyi ṉīṭuñ
cākki rātītañ cuttat
takaimaiya tākun tāṉē.
63.
maruviya poṟiyi loṉṟu
māpūta mainti loṉṟuṅ
karuvika ṇāṉku nīṅkāk
kalātika ḷaintuṅ kūṭi
yorupula ṉukaru minta
voḻuṅkoḻin tuyiru moṉṟait
terivuṟā tavaṉo ḻintat
tiraḷkaḷuñ ceyali lāvē.
64.
taṉakkeṉa vaṟivi lātāṉ
ṟāṉivai yaṟintu cārāṉ
ṟaṉakkeṉa vaṟi vilāta
vāyiṟā ṉaṟiyā cārat
taṉakkeṉa vaṟivi lātāṉ
tattuva vaṉṉa rūpaṉ
taṉakkeṉa vaṟivā ṉālic
cakalamu nukarun tāṉē.
65.
kaṇṭuṇar pulaṉkaḷ kāṇuṅ
karuttiṉā loruttaṉ ñāṉaṅ
koṇṭuḷa maṟiyu meṉṉiṟ
koḷpavaṉ mutali yāku
maṇṭiya vuṇarvu yirkkā
maṉṉiniṉ ṟaṟiyu maṉṉil
uṇṭiṭa vēṇṭu vāṉuk
koruvaṉvē ṟuṇṭa lāmē.
66.
iruṇaṉi yiravi tāṉvan
tirittalu miravi leṇṇum
poruṇilai kaṇṭu māntar
poruntiṭu māṟu pōla
maruṇilai yeṅku nīṅka
makiḻntuyir taṉṉuṇ maṉṉu
maruḷaiyu moḻiya ñālat
taṟintavā ṟaṟiyu maṉṟē.
67.
aṟintiṭu maṉāti vāyi
lāṉavai yavaṉṟa ṉālē
yaṟintiṭu meṉṟu moṉṟu
maṟintiṭā vavaipōli yāvum
aṟintiṭu maṟiyun taṉmai
yaṟintiṭa kaṉmat toṉmai
yaṟintavai nukaru māṟu
maruḷuva ṉamalaṉ ṟāṉē.
68.
kāṭṭiṭuṅ karaṇa moṉṟu
millaiyēṟ kāṇo ṇātā
ṉāṭṭiya vivaṟṟāṉ ñāṉa
naṇukavu moṇṇā muṉṉam
īṭṭiya tavatti ṉālē
yiṟaiyaru ḷuruvāy vantu
kūṭṭiṭu mivaṟṟai nīkkik
kuraikaḻal kuṟuku māṟē.
69.
paṉṉiṟaṅ kavarun toṉmaip
paṭikanī ṭoḷiyum paṉmai
maṉṉilaṅ kiyalpun tanta
vaḷaroḷi pōla vaiyan
taṉṉakam payilu naṟciṟ
caṭaṅkaḷiṉ ṟaṉmai tāvā
naṉṉalam peṟani ṟainta
ñāṉamē ñāṉameṉpar.
70.
māyaimā yēya māyā
varumiru viṉaiyiṉ vāymai
yāyavā ruyiriṉ mēvu
maruḷeṉi liruḷāy niṟkum
māyaimā yēya māyā
varumiru viṉaiyiṉ vāymai
yāyavā ruyiriṉ mēvu
maruḷeṉi loḷiyāy niṟkum.
71.
tēcuṟa maruvu māṉma
tericaṉa māṉma cutti
vācilā vāṉma lāpa
mākamūṉ ṟāku mūṉṟum
pācama takala ñāṉam
paṟṟaṟāṉ paṇiyai nīttal
ēciṉē yatta ḻunta
leṉumivaṟ ṟaṭaṅku maṉṟē.
72.
taṉṉaṟi vataṉā lētun
taṉakkaṟi villai yēṉun
taṉṉaṟi vāka vellān
taṉittaṉi payaṉa runtun
taṉṉaṟi vaṟiyun taṉmai
taṉṉālē taṉaiya ṟintāṟ
taṉṉaiyun tāṉē kāṇun
tāṉatu vāki niṉṟē.
73.
tattuva māṉa vaṟṟiṉ
taṉmaika ḷuṇaruṅ kālai
yuyttaṟin tiṭavu tippa
toḷivaḷar ñāṉa mākum
attaṉmai yaṟivu māṟu
makaṉṟiṭa vatuvā yāṉmā
cuttamāñ cutta ñāṉat
torumuta ṟōṉṟu maṉṟē.
74.
uṟaitaru muṇarvu maṉṟi
yataṉmuta luḷḷa teṉṟiṅ
kaṟaivate ṉeṉṉi laṇṇa
laruḷeṉu matuvē yaṉṟi
niṟaiyoḷi mutala taṉṟi
niṉṟiṭā nimala ṉākum
iṟaivaṉ mutala vaṉṟē
ṉilaṅkaruḷ catti yāmē.
75.
cuttamāñ catti ñāṉac
cuṭarākuñ civamo ḻintac
cattitā niṉṟā muṉṉait
takavilā malaṅkaḷ vāṭṭi
yattaṉai yaruḷu meṅku
maṭaintiṭu miruḷa kaṟṟi
vaittiṭu miravi kāṭṭum
vaḷaroḷi pōṉma kiḻntē.
76.
pukalaru macattar tampāṟ
poruntiya valakai yēpōl
akilamu muṇaru mīca
ṉaruḷuyir mēva lālē
cakalamu nikaḻa vēṇṭun
talavaṉain toḻilun tāṉē
yikalaṟa viyaṟṟal vēṇṭu
meṉṟatu naṉṟi yiṉṟē.
77.
iṉṟunōk kurai naṭakku
miyalpilōṟ kiṉaiya vāyntu
niṉṟatō ralakai nērntā
ṉikaḻvate ṉatupō luḷḷat
toṉṟiya vuṇarvu tampā
luḷḷatu nikaḻttu mīcaṉ
taṉṟoḻi ṉaṭattu mēṉi
taṉakkeṉak koṇṭu tāṉē
78.
innilai taṉṉiṉ maṉṉi
yeytiṭuṅ kalāti pōtan
taṉṉaḷa vaṟintu niṟkun
takavilā malaṅka ṇītta
vannilai karaṇa mākā
vakaiyati laṟiva ṭaṅki
maṉṉiya viyāpi yāya
vāṉpayaṉ ṟōṉṟu maṉṟē.
79.
aṭaipavar civamē yāku
matuvaṉṟit tōṉṟu meṉṟa
kaṭaṉate ṉeṉṉiṉ muṉṉuṅ
kaṇṭiṭār tammaip piṉṉun
toṭarvaru maruḷi ṉālun
tōṉṟumā kāṇā rāyiṉ
uṭaiyava ṉaṭicēr ñāṉam
uṇartaliṉ ṟaṇaita liṉṟē.
80.
poṟpuṟu karuvi yāvum
puṇarāmē yaṟivi lāmaic
coṟpeṟu matītam vantu
tōṉṟāmē tōṉṟi niṉṟa
ciṟpara mataṉā luḷḷac
ceyalaṟut tiṭavu tikkun
taṟpara māki niṟṟal
cākkirā tītan tāṉē.
81.
oṭuṅkiṭā karaṇan tāmē
yoṭuṅkumā ṟuṇarnto ṭukka
voṭuṅkiṭu meṉṉi ṉiṉṟa
toṭuṅkiṭā karaṇa mellā
moṭuṅkiṭa voṭuṅka vuḷḷa
vuṇarvutā ṉoḻiyum vēṟā
yoṭuṅkiṭi ṉaṉṟi maṟṟav
uṇmaiyai yuṇarā ṇātē.
82.
paṟṟiṭuṅ karuvi yāvum
paṭarntuṇar vaḷikkum kālai
yuṟṟaṟin tiṭuva toṉṟi
ṉuṇarviṉi ṉuṇmai yāku
maṟṟatu pakalvi ḷakkiṉ
māyntiṭa varuva tuṇṭēṟ
peṟṟiṭu mataṉai māyap
piṟappiṉai yaṟukka lāmē.
83.
muntiya vorumai yālē
moḻintavai kēṭṭal kēṭṭa
cintaṉai ceyta luṇmai
teḷintiṭa latutā ṉāka
vantavā ṟeyta niṭṭai
maruvuta leṉṟu nāṉkā
mintavā ṟaṭaintōr mutti
yeytiya viyalpi ṉōrē.
84.
pācamā ñāṉat tālum
paṭarpacu ñāṉat tālum
īcaṉai yuṇara voṇṇā
tiṟaiyaruṇ ñāṉa naṇṇiṉ
tēcuṟu mataṉāṉ muṉṉaic
ciṟṟaṟi voḻintu cērntu
nēcamō ṭuyarpa rattu
niṟpatu ñāṉa niṭṭai.
85.
viḷampiya vakaiyi ṉiṭṭai
mēviṭa laritēṉ muṉṉam
aḷantuṇar vaḷitta vaṟṟi
ṉaḷavumaṟ ṟavaṟṟi ṉālē
yuḷaṅkoḷun taṉaiyu muḷḷa
paṭiyumuṟ ṟuṇarntu cevvē
taḷarntiṭā tuvappa maṟṟat
taṉmaiya tākun tāṉē.
86.
pāvikkiṉ maṉāti vēṇṭum
payaṉilai karaṇa nīttup
pāvippa ṉeṉṉi leṉṉa
paḻutuḷa pāva kattāṟ
pāvikka voṇṇā ṉeṉṟu
pāvippa ṉeṉṉi ṉīyeṉ
pāvikka vēṇṭā vāṇṭa
paraṉaruḷ paṟṟi ṉōrkkē.
87.
oṉṟiraṇ ṭāki yoṉṟi
ṉorumaiyā mirumai yāki
yoṉṟiṉoṉ ṟaḻiyu moṉṟā
teṉṉiṉoṉ ṟākā tīyi
ṉoṉṟirum puṟaḻi ṉiṉṟā
muyiriṉain toḻilum vēṇṭu
moṉṟiniṉ ṟuṇaru muṇmaik
kuvamaiyā ṇavatto ṭoṉṟē.
88.
aḻintiṭum pāca meṉṉi
ṉittameṉ ṟuraittal vēṇṭā
aḻintiṭā teṉṉiṉ ñāṉa
maṭaivatu karutal vēṇā
aḻintiṭuñ catti nitta
maḻintiṭā voḷiyiṉ muṉṉar
aḻintiṭu miruḷu nāca
maṭaintiṭā miṭainti ṭāvē.
89.
ellaiyil piṟavi nalku
miruviṉai yericēr vitti
ṉellaiyi ṉakalu mēṉṟa
uṭaṟpaḻa viṉaika ḷūṭṭun
tollaiyiṉ varutal pōlat
tōṉṟiru viṉaiya tuṇṭēl
alloḷi puraiyu ñāṉat
taḻaluṟa vaḻintu pōmē.
90.
pantamā ṉavaiya ṟuttup
pavutika muḻalu mellaic
cantiyā toḻiyā tiṅkut
taṉmaipōl viṉaiyuñ cārum
antamā tikaḷil lāta
vañceḻut taruḷi ṉālē
vantavā ṟuraicey vārai
vātiyā pēti yāvē.
91.
tiruveḻut tainti lāṉmāt
tirōta mācaruḷ civañcūḻ
taranaṭu niṉṟa toṉṟān
taṉmaiyun toṉmai yāki
varumana mikuti yālē
vāciyi lācai yiṉṟik
karuvaḻic cuḻalu māṟuṅ
kātalārk kōta lāmē.
92.
ācaṟu tirōta mēvā
takalumā civamuṉ ṉāka
vōcaiko ḷataṉi ṉammē
loḻittaru ḷōṅku mīḷa
vāciyai yaruḷu māya
maṟṟatu paṟṟā vuṟṟaṅ
kīcaṉi lēka māku
mitutiru veḻutti ṉīṭē.
93.
tīṅkuṟu māyai cērā
vakaiviṉai tirivi tattā
ṉīṅkiṭa nīṅkā mūla
niṟaiyiru ḷiriya nēyat
tōṅkuṇar vakatta ṭaṅki
yuḷattuḷiṉ poṭuṅka nērē
tūṅkuvar tāṅki yēkat
toṉmaiyiṟ ṟukaḷi lōrē.
94.
kuṟippiṭaṅ kālat tikkā
caṉaṅkoḷkai kulaṅku ṇañcīr
ciṟappuṟu viratañ cīlan
tapañcepan tiyāṉa mellā
maṟuttaṟa voḻital ceytaṉ
maruviṭā maṉṉu ceyti
yuṟakkuru pavarpōl vāymai
yoḻintavai yoḻintu pōmē.
95.
akampuṟa meṉṟi raṇṭā
laruccaṉai puriyu mintac
cakantaṉi liraṇṭu miṉṟit
tamōmaya māki yellā
nikaḻntiṭa makiḻntu vāḻu
nīrmaiyōr pōla ñāṉan
tikaḻntakam puṟame ṉāta
cemmaiyār naṉmai yārē.
96.
aṇṭamē viṭava ṉaittu
maṉaittaiyu maṇṭa mēvik
koṇṭalpō levaiyu ñāṉaṅ
kuṟaivilā niṟaita lālē
kaṇṭatōr poruḷai yantak
karuttiṉāṟ kāṇiṟ ṟāṉē
yaṇṭanā yakaṉā mēṉi
yāṉatē laiya miṉṟē.
97.
maṇmutaṟ karaṇamellā maṟuvacat tākki ñāṉak
kaṇṇiṉi lūṉṟi yantak karuttiṉā levaiyu nōkki
yeṇṇiyañ ceḻuttu māṟi yiṟainiṟai vuṇarntu pōṟṟal
puṇṇiyaṉ ṟaṉakku ñāṉa pūcaiyāyp pukalu maṉṟē.
98.
toṇṭarkaḷ tāmum vāṉōr toḻuntiru mēṉitāṉum
aṇṭaruṅ kaṇṭi lāta vaṇṇalē yeṉava ṇaṅki
veṇṭara ḷaṅkaḷ cinta viḻimoḻi kuḻaṟa meyyē
kaṇṭukoṇ ṭiruppar ñāṉak kaṭalamu tarunti ṉōrē.
99.
nilavula kāya tāti nikaḻcivāt tuvitān tattuk
kulaviṉa raḷava ḷāvāk koḷkaiya tāki vētat
talaitaru poruḷā yiṉpāyt tāvilcaṟ kāriyattāy
malaivaṟu muṇarvāṟ petta muttikaṇ matittā maṉṟē.
100.
tiruvaruḷ koṭuttu maṟṟic civappira kāca naṉṉūl
virivatu teḷiyu māṟṟāl viḷampiya vētu nōkkip
perukiya vuvamai nāṉkiṉ peṟṟiyi ṉiṟuvippiṉ muṉ
tarumalai voḻiyak koḷvōṉ ṟaṉvayiṟ cāṟṟa lāmē.
Tamilisches Original
Der folgende Grundtext bewahrt den Schutzvers und alle hundert nummerierten Strophen der tamilischen Vorlage. Die einleitende moderne Werkbeschreibung gehört nicht zum Gedicht. Schreibungen und mögliche Lesefehler der Vorlage bleiben erhalten; Hinweise zu den auffälligsten Stellen stehen in der Übersetzung und im Quellenabschnitt.
Kāppu – Schutzvers
ஒளியான திருமேனி உமிழ்தான மிகமேவு
களியார வருமானை கழல்நாளு மறவாமல்
அளியாளும் மலர் தூவும் அடியார்க ளுளமான
வெளியாகும் வலிதாய வினைகூட நினையாவே.
Pāyiram – Einleitungsverse 1–12
1.
ஓங்கொளியாய் அருண்ஞான மூர்த்தி யாகி
உலகமெலாம் அளித்தருளும் உமையம்மை காணத்
தேங்கமழும் மலரிதழி திங்கள் கங்கை
திகழரவம் வளர்சடைமேல் சேர வைத்து
நீங்கலரும் பவத்தொடர்ச்சி நீங்க மன்றுள்
நின்றிமையோர் துடி செய்ய நிருத்தஞ் செய்யும்
பூங்கமல மலர்த்தாள்கள் சிரத்தின் மேலும்
புந்தியினு முறவணங்கிப் போற்றல் செய்வாம்.
2.
பரந்தபரா பரையாதி பரன திச்சை
பரஞானம் கிரியைபர போக ரூபம்
தருங்கருணை உருவாகி விசுத்தா சுத்தத்
தனுகரண புவனபோ கங்கள் தாங்க
விரிந்தவுபா தானங்கண் மேவி யொன்றாய்
விமலாய் ஐந்தொழிற்கும் வித்தாய் ஞாலத்
தரந்தைகெட மணிமன்றுள் ஆடல் காணும்
அன்னையருட் பாதமலர் சென்னி வைப்பாம்.
3.
நலந்தரல்நூ லிருந்தமிழின் செய்யுட் குற்றம்
நண்ணாமை இடையூறு நலியாமை கருதி
இலங்குமிரு குழையருகு பொருதுவரி சிதறி
இணைவேல்க ளிகழ்ந்தகயற் கண்ணியொடு மிறைவன்
கலந்தருள வருமானை முகத்தான் மும்மைக்
கடமருவி யெனநிலவு கணபதியின் அருளால்
அலர்ந்துமது கரமுனிவர் பரவவளர் கமல
மனைதிரு வடியினைகள் நினைதல் செய்வாம்.
4.
வளநிலவு குலவமரர் அதிபதியாய் நீல
மயிலேறி வருமீச னருள்ஞான மதலை
அளவில்பல கலையங்கம் ஆரணங்கள் உணர்ந்த
அகத்தியனுக் கோத்துரைக்கும் அண்ணல்விறலெண்ணா
உளமருவு சூரனுரம் எமதிடும்பை யோங்கல்
ஒன்றிரண்டு கூறுபட வொளிதிகழ்வேல் உகந்த
களபமலி குறமகள்தன் மணிமுலைகள் கலந்த
கந்தன்மல ரடியிணைகள் சிந்தை செய்வாம்.
5.
தேவர்பிரான் வளகயிலைக் காவல் பூண்ட
திருநந்தி யவர்கணத்தோர் செல்வர் பாரிற்
பாவியசத் தியஞான தரிசனிகள் அடிசேர்
பரஞ்சோதி மாமுனிகள் பதியா வெண்ணை
மேவியசீர் மெய்கண்ட திறலார் மாறா
விரவுபுகழ் அருணந்தி விறலார் செல்வத்
தாவிலருள் மறைஞான சம்பந்தர் இவரிச்
சந்தானத் தெமையாளும் தன்மை யோரே.
6.
பார்திகழ வளர்சாம வேத மல்கப்
பராசரமா முனிமரபு பயில ஞானச்
சார்புதர வந்தருளி எம்மை யாண்ட
சைவசிகா மணிமருதைத் தலவன் அந்தன்
கார்மருவு பொழில்புடைசூழ் மதின்மீதே மதியங்
கடவாமை நெடுங்கொடியின் கரந்தகையுங் கடந்தைச்
சீர்நிலவு மறைஞான சம்பந்தன் எந்தை
திருவளரும் மலரடிகள் சென்னி வைப்பாம்.
7.
புறச்சமயத் தவர்க்கிருளாய் அகச்சமயத் தொளியாய்ப்
புகல் அவைக் களவாகிப் பொற்பணிபோல் அபேதப்
பிறப்பிலதாய் இருள்வெளிபோற் பேதமும் சொற் பொருள்போல்
பேதாபே தமும் இன்றிப் பெருநூல் சொன்ன
அறத்திறனால் வளைவதா யுடலுயிர்கண் ணருக்கன்
அறிவொளிபோல் பிறிவருவருமத் துவித மாகுஞ்
சிறப்பினதாய் வேதாந்தத் தெளிவாம் சைவ
சித்தாந்தத் திறன்இங்குத் தெரிக்கலுற்றாம்.
8.
மூவகையா ருயிர்வருக்க மலத்தார் கன்ம
மூலமலத் தார்மூன்று முடையாரன்றே
தீவகமா மெனவுருவாய் வந்து நாதன்
திருநோக்கால் பரிசத்தால் திகழும் வாக்கால்
பாவனையால் மிகுநூலா லியோகப் பண்பால்
பரவிவரு மவுத்திரியால் பாச நாச
மேவவரு ளுதவுமவுத் திரியிரண்டு திறனாம்
வியன்கிரியை ஞானமென விளம்பு மாறே.
9.
விரும்பியமந் திராதிகார மர்ச்சனா திகார
மேவுமியோ காதிகார மெனச்சமய விசேடம்
வரும்பொருவில் நிருவாண மந்திரங்கள் பதங்கள்
வன்னங்கள் பவனங்கள் தத்துவங்கள் கலைகள்
ளிரங்கடைவிற்றொகைபதினொன் றெண்பத் தொன்றைம்பத்தொன்
றிருநூற்றோ டிருபத்து நாலாறா றைந்திற்
பரந்தநெறி யறுவகையு மொருவிநினை வரிதாம்
பரபதத்து ளுயிர்விரவப் பயிற்று மன்றே.
10.
கிரியையென மருவுமவை யாவும் ஞாங்
கிடைத்தற்கு நிமித்தமெனக்கிளக்குமுண்மைச்
சரியைகிரி யாயோகத் தன்மையோர்க்குச்
சாலோக சாமீப சாரூ பங்கண்
மருவியிடு முயர்ஞான மிரண்டா மாறா
மலமகல வகலாது மன்னு போதத்
திருவருளொன் றொன்றதனைத் தெளிய வோதுஞ்
சிவாகமமென் றுலகறியச் செப்பும் நூலே.
11.
தெரித்தகுரு முதல்வருயர் சிவஞான போதஞ்
செப்பினர்பின் பவர்புதல்வர் சிவஞான சித்தி
விரித்தனர்மற் றவர்கள்திரு வடிகள் போற்றி
விளம்பிநூ லவையிரண்டும் விரும்பினோக்கிக்
கருத்திலுறை திருவருளு மிறைவ னூலுங்
கலந்துபொது வுண்மையெனக் கருதி யானு
மருத்திமிக வுரைப்பன்வளர் விருத்த நூறு
மாசில்சிவப் பிரகாச மாகு மென்றே.
12.
தொன்மையவா மெனுமெவையு நன்றாகா வின்று
தோன்றியநூ லெனுமெவையுந் தீதாகா துணிந்த
நன்மையினார் நலங்கொண்மணி பொதியுமதன் களங்க
நவையாகா தெனவுண்மை நயந்திடுவர் நடுவாந்
தன்மையினார் பழமையழ காராய்ந்து தரிப்பர்
தவறுநலம் பொருளின்கட் சார்வாராய்ந்தறிதல்
இன்மையினார் பலர்புகழி லேத்துவரே திலருற்
றிகழ்ந்தனரே லிகழ்ந்திடுவர் தமக்கென வொன் றிலரே.
Potu atikāram – Allgemeine Lehre, Verse 13–50
13.
பல்கலையா கமவேத மியாவையினுங் கருத்துப்
பதிபசுபா சந்தெரித்தல்பதிபாரமே யதுதான்
நிலவுமரு வுருவின்றிக் குணங்குறிக ளின்றி
நின்மலமா யேகமாய் நித்த மாசி
யலகிலுயிர்க் குணர்வாகி யசல மாகி
யகண்டிதமா யானந்த வருவா யன்றிச்
செலவரிதாய்ச் செல்கதியாய்ச் சிறிதாகிப் பெரிதாய்த்
திகழ்வதுதற் சிவமென்பர் தெளிந்து ளோரே.
14.
நீடுபரா சத்திநிக ழிச்சா ஞான
நிறைகிரியை தரவதனை நிமலன் மேவி
நாடரிய கருணைதிரு வுருவ மாகி
நவின்றுபல கலைநாத விந்து வாதி
கூடுமொளி வளர்குடிலை மாயை மேவிக்
கொடுவினைகொள் தனுகரன புவன போகம்
பீடுபெற நிறுவியவை யொடுக்கு மேனி
பிறங்கியநிட் களசகளப் பெற்றி யாமே.
15.
ஈங்கிதுவென் றதுகடந்த வியல்பி னானும்
ஈறுமுத நடுவொன்று மிலாமை யானும்
ஓங்கிவளர் ஞானமய னாத லானும்
உண்மைபிறர்க் கறிவரிய வொருமை யானும்
தாங்கரிய வெறுப்பினொடு விருப்பு மெல்லாஞ்
சார்வரிய தனிமுதல்வ னாத லானும்
நீங்கலரு முயிர்க்குயிராய் நிற்ற லானும்
நிறுத்திடுவ நினைந்தவுரு நிமலன் றானே.
16.
உலகமெலா மொருவனோ டொருத்தியொன்றென்
றுளதாகி நின்றளவி லொடுங்கும் பின்னு
மலமதனா லுளதாகு முருவ மாறி
வருவது பேர் வதுசெல்வ தாத லானும்
மலைவிலசேத தனமாயை யாதலானு
மணுக்களுரு வடையுமறி விலாமை யானும்
நிலவுதொழின் மருவுயுரு நிற்ற லானும்
நின்றெவையு மளித்திடுவ நிமலன் றானே.
17.
கந்தமல ரயன்படைக்கு முலக மெல்லாங்
கண்ணனளித் திடுமவையெங் கடவுள் தானே
யந்தமுற வழித்திடுவ னாத லாலே
யயனரியு மவனதுய ரதிகா ரத்து
வந்தமுறை தன்றொழிலே மன்னுவிப்ப னெல்லாம்
வருவிப்பன் விகாரங்கண் மருவான் வானின்
முந்தரவி யெதிர்முளரியலாவுறுமொன்றலர்வான்
முகையாமொன் றொன்றுலரு முறையி னாமே.
18.
ஏற்றவிவை யரனருளின் றிருவிளையாட் டாக
வியம்புவர்க ளணுக்களிடர்க் கடனின்று மெடுத்தே
யூற்றமிக வருள்புரித லேது வாக
வுரைசெய்வ ரொடுக்கமிளைப் பொழித்தன் மற்றைத்
தோற்மல பாகம்வரக் காத்தல் போகந்
துய்ப்பித்த றிரோதாயி தகநிறுத்த லாகும்
போற்வரு மருளருளே யன்றி மற்றுப்
புகன்றவையு மருளொழியப் புகலொ ணாதே.
19.
எண்ணரிதாய் நித்தமா யிருண்மலத்தி னழுந்தி
யிருவினையின் றன்மைகளுக் கீடான யாக்கை
யண்ணலரு ளானண்ணி யவையவரா யதனால்
அலகினிகழ் போகங்க ளருந்து மாற்றாற்
புண்ணியபா வம்புரிந்து போக்குவரவுடைத்தாய்ப்
புணருமிருண் மலபாகம் பொருந்தியக்கா
லுண்ணிலவு மொளியதனா லிருளகற்றிப் பாத
முற்றிடுநற் பசுவருக்க மெனவுரைப்பருணர்ந்தோர்.
20.
ஏகமாய்த் தங்கால வெல்லைகளின் மீளும்
எண்ணரிய சத்தியதாயிரு ளொளிரவிருண்ட
மோகமாய்ச் செம்பிலுரு களிம்பேய்ந்து நித்த
மூலமல மாயறிவு முழுதினையு மறைக்கும்
பாகமாம் வகைநின்று திரோதான சத்தி
பண்ணுதலான் மலமெனவும் பகர்வரதுபரிந்து
நாகமா நதிமதியம் பொதிசடையா னடிக
ணணுகும்வகை கருணைமிக நயக்குந் தானே.
21.
உன்னலரும் பரசிவன்ற னருளாலே நாத
முதிக்கு மிருங் குடிலைதனில் விந்துவரு நாதந்
தன்னிலதி னொளிவளருஞ் சதாசிவரா மவரில்
தயங்கவரு மீசர்வித்தை தனையளிப்ப ரதனான்
மன்னுவரிவ் வகையைவர் வாய்மையினான் முன்னே
வந்திடுமென் றுரைசெய்த விந்துவழா வகையே
முன்னுதவுஞ் சூக்குமாதி யொருநான்கு மென்று
மொழிந்திடுவரருங்கலைகண் முதிர்ந்துளோரே.
22.
உருவாதி சதுர்விதமா யொன்றொன்றொவ்வா
உண்மையதாய் நித்தமா யொன்றா யென்று
மருவாகிக் கன்மாந்த மணுக்க ளியார்க்கு
மாவார மாயசித்தா யசல மாகி
விரிவாய தன்செயலின் வியாபியா யெல்லாம்
விரிந்தவகை புரிந்தடைவின் மேவியவை யொடுங்க
வருகால முயிர்களெல்லா மருவிடமாய் மலமாய
மன்னியிடு மரனருளான் மாயை தானே.
23.
என்னையிது வெனினுலகுக் குபாதான மில்லை
பிறைவனல தெனினசித்துத் சித்தினிடத் துதியா
மன்னியுள தேனமுதல்வ னெனகொ லென்னின்
மாயைதா னசித்துருவாய் மருவ மாட்டா
தன்னவனு மிதுவொழிய வாக்க மாட்டான்
அசத்தனா மெனினதுவு மவன்போ னித்த
முன்னவனவ் வசித்தைவிரித் தெவையு மாக்கு
முதன்மையது கொடுத்ததென மொழிந்திடாரே.
24.
படைத்ததொரு படியின்றிப் பறவைபசு நரராய்ப்
பண்ணியதென் முன்னைவினைப் பான்மையென்ப
ரடுத்தவினை யுளதாயி னிறையே னென்னில்
அசேதனமற் றவையாவிக் கமைந் தாகும்
எடுத்தவினை யுறுவுறுவ துயிரேற் றானே
யிருவினைக்குத் தக்கவுட லெய்து மென்னில்
சடத்திரளு மகர்த்தாவா யறிவொன் றில்லாத்
தன்மையனுங் கூடவொரு சங்கை யின்றே.
25.
அல்லன்மிக வுயிர்க்கிவைதா னனைத்த தீசன்
அருவினைக ளருந்துதற்கோ விளையோ வன்றிச்
சொல்லிவரு மாயையோ வணுவை முந்தச்
சூழ்ந்ததெனு முரைமுதலோர் தொடக்கிலார்பால்
ஒல்லைவரு மெனினுளதா முயிருண் டாவே
யுளதுமல மலமுளதா வொழிந்த வெல்லாம்
நெல்லின்முளை தவிடுமிபோ லநாதி யாக
நிறுத்திடுவ ரிதுசைவ நிகழ்த்து மாறே.
26.
அருத்திமிகுங் கலைகால நியதியுடன் வித்தை
யராகமிவை யனந்தரான் மாயைதனி லாகும்
உருத்திரராற் கலையதனிற் பிரகிருதி குணங்கள்
உளவாகு மாங்காரம் புந்திதனி லுதிக்குந்
தெரித்தவிது திரிவிதமாந் தைசதம்வை காரி
திகழ்தரு பூதாதி யெனத் திருந்தி யசாத்துவிதம்
விரித்தகுண மனம்புத்தி யிந்திரிய மென்று
விளம்பியசோத் திராதிமுதல் விளங்கியிடும் விரிந்தே!
27.
மன்னியகன் மேந்திரிய மானவிரா சதஞ்சேர்
வாக்காதி வைகாரி மருவிவருஞ் சத்தந்
தன்னைமுத லாகியதா மதமிகுமாத் திரைபின்
தருமதனின் வானநில மனல்புனன்மண் சத்த
முன்னதனில் வெளியாதி யொன்றொன் றாக
முறையிலுறு மிருமையயன் முடிவா முன்னே
யுன்னுசதா சிவராதி யதிபதிக ளொடுக்க
முதித்தவடை வெனவுரைப்ப ருணர்ந்து ளோரே.
28.
நண்ணியிடு முருவதனுக் கேது வாகி
நானாபோ கங்களாய் நாசோற் பத்தி
பண்ணிவரு மாதலால் அநாதி யாகிப்
பலவாகி யணுக்கடொறும் படர்வதாகி
யெண்ணிவரு மனவாச கன்மத்தா லியற்று
மியல்பிதனாய் மதிகதமா யிருபயனாம் பாவ
புண்ணியமாய்ப் புலர்காலை மாயை மேவிப்
பொருந்துமிது கன்மமலம் புகலு மாறே.
29.
கன்மநெறி திரிவிதநற் சாதியாயுப் போகக்
கடனதெனவருமூன்று முயிரொன்றிற் கலத்தல்
தொன்மையதூ ழல்லதுண வாகா கானுந்
தொடங்கடைவினடையாதே தோன்று மாறித்
தன்மைதரு தெய்விகமுற் பௌதிகமான் மிகமாந்
தகையிலுறு மசேதனசே தனத்தாலுஞ் சாரு
நன்மையொடு தீமைதரு சேதனனுக் கிவணூ
ணாடிலத நூழ்வினையா நணுகுந் தானே.
30.
மேலைக்கு வருவினையே தென்னி னங்கண்
விருப்புவெறுப் பெனவறியவ் விளைவு மெல்லா
மூலத்த வினைப்பயில்வா மென்னி னாமேன்
முற்றியதன் பயனுனக்கு முளைக்குமென்பர்
ஞாலத்து வினைகளிரு திறனாகும் புந்தி
நண்ணாத வினைநணுகும் வெனையெனவொன் றிரண்டா
யேலத்தா னிதமகித மாமிதனால் வழுவா
தெய்தியிடும் புண்ணியபா வங்க ளென்றே.
31.
உற்றதொழி னினைவுரையி நிருவினையு முளவாம்
ஒன்றொன்றா லழியா தூணொழியாதுன்னின்
மற்றவற்றி னொருவினைக்கோர் வினையால் வீடு
வைதிகசை வம்பகரு மரபி லாற்றப்
பற்றியது கழியுமிது வினையாலேற்கும்
பான்மையுமாம் பண்ணாதும் பலிக்கு முன்னஞ்
சொற்றருநூல் வழியின்வரின் மிகுதி சோருஞ்
சோராதங் கதுமேலைத் தொடர்ச்சி யாமே.
32.
மோகமிக வுயிர்கடொறு முடனாய் நிற்க
மூலவா ணவமொன்று முயங்கி நின்று
பாகமிக வுதவுதிரோ தாயி யொன்று
பகர்மாயை யொன்றுபடர் கன்ம மொன்று
தேகமுறு கரணமொடு புவன போகச்
செயலாரு மாமாயைச் திரட்சி யொன்றென்
றாகமல மைந்தென்ப ரைந்து மாறா
தருளென்ப தரிதென்ப ரறிந்து ளோரே.
33.
ஓங்கிவரும் பலவுயிர்கண் மூன்றவத்தை பற்றி
யுற்றிடும்கே வலசகல சுத்தமென வுணர்க
வீங்குவருங் கலாதியொடு குறியுருவ மொன்று
மின்றிமல மன்றியொன்று மில்லையெனு மியல்பா
யாங்கறிவை யறிவரிதாய் அறிகருவி யணையா
வாதலினா லிருண்மருவு மலர்விழிபோல துவாய்
நீங்கும்வகை யின்றி நித்த வியாபகமா யங்க
ணிற்பதுகே வலமென்று நிகழ்த்து நூலே.
34.
இன்மைமல மாயைகன்ம மென்றிரண்டே யிறைதான்
இலங்குபல வுயிர்களு முன்புரிந்த விருவினையின்
தன்மைகளா லெவர்களுக்குந் தனுகரண புவனந்
தந்திடுமிங் கதனாலே யிருபயனுஞ் சார்ந்து
கன்மமெலா நேராக நேராதன் மருவக்
கடவுளரு ளாலெவையுங் கழித்திடுவ னதனாற்
பின்மலமா னவையணுகா பெருகொளிமுன்புளதே
பெற்றிடுமென் றித்திறமென் பேசு மாறே.
35.
மாயைமுத லெனவினையின் பான்மைமுதலெனவே
மன்னுபனை விதைமரபின் மயங்குமலம் சுத்தற்
கேயுநெறி யென்கொலத னியல்பாயின் முத்தி
என்பதென்மற் றிவை நிற்க விருங்கலாதி யுணர்வாய்
மேய பினர்த் தன்னுருவம் விளங்காமை விளக்கு
மிகுமுலகந்த னிலென்னிலி வைவிடுங்கா லுணர்வுள்
தோயுநெறி யிலதாத லறியாமை யெனநீ
சொல்லியது மலமென்பர் துணிந்து ளோரே.
36.
அந்நியமா னவையுணர்த்தி யநந்நியமாய் நிறைந்த
வறிவறியா மையினானு மருணிலவுங் காலந்
தன்னிலவ னேயாவு மாய்நின்ற தொன்மை
தாமுணர்த லானுமுயிர் தானென வொன்றிலதாய்
மன்னியிடு மலமாயை கன்மங்கண் மாறி
வந்திடுமிங் கிதுவழுவா தாதலினான் மனத்தால்
உன்னரிய திருவருளை யொழியமல முளதென்
றுணர்வரிதா மதனுண்மை தெரிவரிதா முனக்கே.
37.
புகலுமல மொழித்தற்குக் கலாதிமுதன் மாயை
பொருந்தியிடு மரனருளாற் போதந் தீபஞ்
சகலமெலா முடனாய வாறு போலுந்
தருமருளை மலமுயிர்கள் சாராமன் மறைக்கு
மிகலிவரு மியையுணரி னிருள்வெளியாந் தன்மை
எய்தும் வகை தன்செய்தி யிலங்கும் விந்து
பகர்வரிய வுணர்வாகி யொளியா யுள்ளப்
பான்மையினால் ஒரு நாதம் படரும் தானே.
38.
வந்தடைந்து பின்னமாய் வன்னங்கள் தோற்றம்
வருமடைவு படவொடுக்கி மயிலண்ட சலநேர்
சிந்தைதனி லுணர்வாகும் பைசந்தி யுயிரிற்
சேர்ந்துவரு மவைமருவு முருவெவையுந் தெரித்து
முந்தியிடுஞ் செவியிலுறா துள்ளணர்வா யோசை
முழங்கியிடு மத்திமைதான் வைகரியிலுதானன்
பந்தமுறு முயிரணைந்து வந்தமொழி செவியின்
பாலணைய நினைந்த பொருள் பகருந் தானே.
39.
இத்தகைமை இறையருளால் உயிரறியும் அறிவுக்
கீடாக வாடாதே யீரிரண்டா னுரைத்த
வித்தைமுத லைவரான் விளங்கு ஞான
மேவியிடு மெனவுரைப்ப ரசுத்த மாயை
வைத்தகலை தான்மூல மலஞ்சிறிதே நீக்கி
மருவும்வகை தெரிவிக்கும் வாயில்களின் பயனைப்
புத்திதர வித்தையிடை நின்றறிவை யுயிர்க்குப்
பொருந்தியிடும் வகைபுணரும் புனிதசத்தி புணர்ந்தே.
40.
பேசரிய வராகந்தன் கன்மத்துக் கீடாப்
பெற்றதனி லாசைதனைப் பெருகுவிக்கு நியதி
தேசமிகு மரசர்தரு மாணி செய்தி
செய்தவரைத் துய்ப்பிக்குஞ் செய்கை போல
நேசமுறு தங்கன்ம நிச்சயித்து நிறுத்து
நிகழ்காலங் கழிகால மெதிர்கால மென்றே
யோசைதர வருங்கால மெல்லைபலம் புதுமை
யுறுவிக்கு மிறைசக்தி யுடனாய் நின்றே.
41.
ஐவகையா லுறுபயன்க ணுகரவருங் கால
மதுபுருட தத்துவமென் றறைந்திடுவ ரறிந்தோர்
மெய்வகைய கலாசுத்தி தனினிதற்குஞ் சுத்தி
மேவியிடும் வகைதானும் விரும்பிய நூல் விளம்புஞ்
செய்வகையின் றொடர்ச்சியிங்குத் தோற்றுவிக்குங் குணத்தின்
சேர்வுபுரி பிரகிருதி திரிகுணமா மவைதா
மிவ்வகையிற் சாத்துவித ராசததா மதமா
இயம்புவர்க ளொன்றிரண்டு குணமேற்கை யுடைத்தே.
42.
அலகில்குணம் பிரகாசம் லகுதைவியா விருதி
யடர்ச்சிமிகுஞ் கவுரவம நியமமிவையடைவே
நிலவியிடு மும்மூன்று முயிரொன்றிற் கலந்தே
நிற்குமிவை நிறைபுலனின் பயனெவையுங் கவருங்
குலவிவரு போகங்கொ ளிடமா மாறாக
குறைவிலொளி யாமலகில் புலனிடத்தி னொருமை
பலவகையு முடையதாய்ப் பரனருளாற் புத்தி
பஞ்சாசற் பாவகமும் பண்ணுவிக்குந் தானே
43.
ஆனதனு வதனிலுறு மநிலனையு மியக்கி
யாங்கார நீங்காத வகந்தைக்கு வித்தா
யானலது பிறரொருவ ரெனையொப்பார் புவியி
னில்லையெனு மியல்பினதா யிந்திரியம்புலன்க
டானுகரு மளவிலதின் முந்தியுறு மிச்சை
தானுருவாய்ச் சங்கற்ப சதாகதியுந் தந்து
மானதமா னதுநிற்குஞ் சிந்தைநினை வையம்
வந்துதரு மனமொழிய வகுப்பொ ணாதே.
44.
சொன்னமுறை செவிதுவக்கு நோக்கு நாக்குத்
துண்டமிவை யைந்திற்குந் தொகுவிடய மாக
மன்னியசத் தப்பரிச ரூபரச கந்த
மருவியிடு மிவையடைவே வாக்குப் பாதம்
பின்னர்வரு பாணிமிகு பாயுவினோ டுபத்தம்
பேசலுறு மைந்திற்கும் பிறங்கொலிகொள் வசன
முன்னரிய கமனதா னவிசர்க்கா நந்த
முற்றதொழில் பெற்றிடுவ துண்மை யாமே.
45.
முந்தியவைம் பூதங்கள் வானாதி யாக
முயங்கியநற் செவிமெய்கண் ணாநாசிமுறையா
லிந்தவயி னின்றுவரு மைம்புலனு முயிர்தா
மெய்தும்வகைதம் முருவினிலங்கியிடும் புறத்து
வந்தடைய விடங்கொடுக்கு மிரந்தரமாய் வானம்
வாயுமிகச் சலித்தெவையுந் திரட்டுந்தீ வெம்மை
தந்தவைசுட் டொன்றுவிக்கு நீர்குளிர்ந்து பதமே
தருமுரத்துத் தரிக்குமிகு தரணி தானே.
46.
இந்நிரையி லைந்துசுத்த மேழ்சுத்தா சுத்த
மெண்மூன்று மசுத்தமெனு மிவைமுப்பத்தாறா
மன்னியதத் துவங்களிடை மயங்கிநெடுந் துயர்தா
மருவுமுரு நிலையழிய வரும்பொழுது வரியார்
பன்னகமண் டசங்கனவு படர்வகையே முன்னம்
பகரவருங் கலாதிநிலை பரவியசூக் குமமாந்
தன்னுருவி லணைந்துபய னருந்தியர னருளாற்
றரையினிடை வருமென்று சாற்று நூலே.
47.
தோற்றியிடு மண்டசங்கள் சுவேதசங்கள் பாரிற்
றுதைந்துவரு முற்பீசஞ் சராயுசங்க ணான்கி
னூற்றமிகு தாபரங்கள் பத்தொன்பதென்று
மூர்வபதி னைந்தமரர் பதினொன்றொ டுலவா
மாற்றருநீ ருறைவனநற் பறவைகணாற் காலி
மன்னியிடும் பப்பத்து மானுடரொன் பதுமா
வேற்றியொரு தொகையதனி லியம்புவர்கள் யோனி
யெண்பத்து நான்குநூ றாயிரமென்றெடுத்தே.
48.
இனையபல பிறவிகளி னிறந்துபிறந் தருளா
லிருவினைகள் புரிந்தருந்து மிதுசகலம் அகலா
முனமருவு மிருபயனு மொருகாலத் தருந்த
முந்துநுக ருந்துபய னந்தமுற வந்த
வினையுமெதிர் வினையுமுடி வினையுதவு பயனா
னேராக நேராதன் மேவுங் கான்முற்
சினமருவு திரோதாயி கருணையாகித்
திருந்தியசத் திநிபாதந் திகழு மன்றே.
49.
நாடியசத் திநிபாத நாலு பாத
நண்ணும்வகை யெண்ணரிய ஞான பாதங்
கூடுமவர் தமக்குணர்வாய் நின்ற ஞானக்
கூத்தனொரு மூர்த்திகொடு குறுகி மோக
நீடியகே வலசகல நிகழாவாறு
நிறுத்திமல மறுக்குமிது நிலையார் சுத்தங்
கேடி புகழ் தருஞ்சரியை கிரியா யோகக்
கேண்மையரே லிவையுணர்த்தக் கிளக்கு நூலே.
50.
அரிவையரின் புறுமுத்தி கந்த மைந்து
மறுமுத்தி திரிகுணமு மடங்கு முத்தி
விரவுவினை கெடுமுத்தி மலம்போ முத்தி
விக்கிரக நித்தமுத்தி விவேக முத்தி
பரவுமுயிர் கெடுமுத்தி சித்தி முத்தி
பாடாண முத்தியிவை பழிசேர் முத்தி
திரிமலமு மகலவுயி ரருள்சேர் முத்தி
திகழ்முத்தி யிதுமுத்தித் திறத்த தாமே.
Uṇmai atikāram – Innere Wahrheit, Verse 51–100
51.
இங்கியவை பொதுவி யம்பு
மென்பர்க ளிதன்மேல் ஆன்மாத்
தங்கிய அஞ்சவத்தை
தன்னுண்மை உணர்த்துந் தன்மை
பொங்கொளி ஞான வாய்மை
அதன்பயன் புனித னாம
மங்கதில் அணைந்தோர் தன்மை
யறைகுவ னருளி னாலே.
52.
செறிந்திடு முடலுண் மன்னிச்
சேர்புலன் வாயில்பற்றி
யறிந்ததி லழுந்து மொன்று
மறிந்திடா தறியுந்தன்மை
பிறிந்தடை வஞ்ச வத்தை
பெருகிய மலத்தாற்பேணி
யுறுந்தனி யதீத முண்மை
யுயிர்க்கென வுணர்த்துமன்றே.
53.
உருவுணர் விலாமை யானு
மோரொரு புலன்களாக
மருவிநின் றறித லானு
மனாதிகள் தம்மின் மன்னித்
தருபய னுகர்த லானு
முயிர்சட மாத லானும்
அருவினை யுடலு ளாவி
யறிவினா லறியு மன்றே.
54.
அறிவெனில் வாயில் வேண்டா
வன்றெனி லவைதாமென்னை
யறிவவை யுதவு மென்னி
லசேதன மவைதாமெல்லாம்
அறிபவ னறியுந் தன்மை
யருளுவ னென்னி லான்மா
வறிவில தாகு மீச
னசேதனத் தளித்தி டானே.
55.
அறிவினா லறிந்த யாவு
மசத்தாத லறிதி யென்றும்
அறிவினா லறியொ ணாதே
லாவதொன்றின்மை தொன்மை
யறி வுதா னொன்றை முந்தி
யதுவது வாகக் காணு
மறிவுகா ணசத்து மற்ற
தறிவினுக் கறியொணாதே.
56.
எவ்வறி வசத்த றிந்த
தெனிலுயி ரறியா தீசன்
அவ்வறி வறியா னல்ல
தசேதன மறியா தாவி
செவ்விய கருவி கூடில்
தெரிவுறா தருளிற் சேரா
துவ்விரு வகைய தென்னி
லொளியிரு ளொருங்குறாவே.
57.
சத்திது வென்ற சத்துத்
தானறி யாத சத்தைத்
சத்தறிந் தகலவேண்டா
வசத்திதுசத்தி தென்றோர்
சத்திரு ளொளிய லாக்கண்
டன்மைய தாம சத்தைச்
சத்துட னின்று நீக்குந்
தன்மையாற் சதசத்தாமே.
58.
கண்ணொளி விளக்களித்துக்
காட்டிடுமென்னின் முன்னங்
கண்ணொளி யொன்று மின்றாம்
விளக்கொளி கலந்த வற்றைச்
கண்ணொளி யகல நின்றே
கண்டிடும் வேறு காணாக்
கண்ணொளி விளக்கின் சோதி
கலந்திடுங் கருத்தொன் றன்றே.
59.
ஓரிடத் திருத்தன் மாயா
வுருநிறைந் திடுத லொன்றாம்
பேரிடத் துறைத றானே
பிறங்கறி வாகி நிற்றல்
சோர்வுடைச் சடநி கழ்த்த
லெனுமிவை சொல்லார் நல்லோ
ரோரிடத் துணரு முண்மை
யொளிர்தரு முபலம் போலும்.
60.
எண்ணவொன் றிலாத தீத
மெய்திய துரியத் தொன்று
நண்ணிடுஞ் சுழுத்தி தன்னில்
நயந்துள தொன்று பின்னு
மண்ணிடுங் கனவு தன்னி
லாறேழாஞ் சாக்கிரத்திற்
கண்ணுறு மஞ்சா றாய
கருவிகள் மருவுந் தானே.
61.
இவ்வகை அவத்தை தன்னி
லெய்திடுங் கரணமெல்லா
மெய்வகை யிடத்தி லுற்று
மேவுமா கண்டு மிக்க
பொய்வகைப் பவம கற்றப்
புரிந்திடி லருளாலாங்கே
யைவகை யவத்தை யுய்க்குமறி
வினாலறிந்து கொள்ளே.
62.
நீக்கமி லதீத மாசு
நிறைந்தகே வலமா நீர்மை
சாக்கிரங் கலாதி சேர்ந்த
சகலமாந் தன்மை யாகு
மூக்கமி லிரண்டுங் கூடா
தொழியவோர் நிலையி னீடுஞ்
சாக்கி ராதீதஞ் சுத்தத்
தகைமைய தாகுந் தானே.
63.
மருவிய பொறியி லொன்று
மாபூத மைந்தி லொன்றுங்
கருவிக ணான்கு நீங்காக்
கலாதிக ளைந்துங் கூடி
யொருபுல னுகரு மிந்த
வொழுங்கொழிந் துயிரு மொன்றைத்
தெரிவுறா தவனொ ழிந்தத்
திரள்களுஞ் செயலி லாவே.
64.
தனக்கென வறிவி லாதான்
றானிவை யறிந்து சாரான்
றனக்கென வறி விலாத
வாயிறா னறியா சாரத்
தனக்கென வறிவி லாதான்
தத்துவ வன்ன ரூபன்
தனக்கென வறிவா னாலிச்
சகலமு நுகருந் தானே.
65.
கண்டுணர் புலன்கள் காணுங்
கருத்தினா லொருத்தன் ஞானங்
கொண்டுள மறியு மென்னிற்
கொள்பவன் முதலி யாகு
மண்டிய வுணர்வு யிர்க்கா
மன்னிநின் றறியு மன்னில்
உண்டிட வேண்டு வானுக்
கொருவன்வே றுண்ட லாமே.
66.
இருணனி யிரவி தான்வந்
திரித்தலு மிரவி லெண்ணும்
பொருணிலை கண்டு மாந்தர்
பொருந்திடு மாறு போல
மருணிலை யெங்கு நீங்க
மகிழ்ந்துயிர் தன்னுண் மன்னு
மருளையு மொழிய ஞாலத்
தறிந்தவா றறியு மன்றே.
67.
அறிந்திடு மனாதி வாயி
லானவை யவன்ற னாலே
யறிந்திடு மென்று மொன்று
மறிந்திடா வவைபோலி யாவும்
அறிந்திடு மறியுந் தன்மை
யறிந்திட கன்மத் தொன்மை
யறிந்தவை நுகரு மாறு
மருளுவ னமலன் றானே.
68.
காட்டிடுங் கரண மொன்று
மில்லையேற் காணொ ணாதா
னாட்டிய விவற்றான் ஞான
நணுகவு மொண்ணா முன்னம்
ஈட்டிய தவத்தி னாலே
யிறையரு ளுருவாய் வந்து
கூட்டிடு மிவற்றை நீக்கிக்
குரைகழல் குறுகு மாறே.
69.
பன்னிறங் கவருந் தொன்மைப்
படிகநீ டொளியும் பன்மை
மன்னிலங் கியல்புந் தந்த
வளரொளி போல வையந்
தன்னகம் பயிலு நற்சிற்
சடங்களின் றன்மை தாவா
நன்னலம் பெறநி றைந்த
ஞானமே ஞானமென்பர்.
70.
மாயைமா யேய மாயா
வருமிரு வினையின் வாய்மை
யாயவா ருயிரின் மேவு
மருளெனி லிருளாய் நிற்கும்
மாயைமா யேய மாயா
வருமிரு வினையின் வாய்மை
யாயவா ருயிரின் மேவு
மருளெனி லொளியாய் நிற்கும்.
71.
தேசுற மருவு மான்ம
தெரிசன மான்ம சுத்தி
வாசிலா வான்ம லாப
மாகமூன் றாகு மூன்றும்
பாசம தகல ஞானம்
பற்றறான் பணியை நீத்தல்
ஏசினே யத்த ழுந்த
லெனுமிவற் றடங்கு மன்றே.
72.
தன்னறி வதனா லேதுந்
தனக்கறி வில்லை யேனுந்
தன்னறி வாக வெல்லாந்
தனித்தனி பயன ருந்துந்
தன்னறி வறியுந் தன்மை
தன்னாலே தனைய றிந்தாற்
தன்னையுந் தானே காணுந்
தானது வாகி நின்றே.
73.
தத்துவ மான வற்றின்
தன்மைக ளுணருங் காலை
யுய்த்தறிந் திடவு திப்ப
தொளிவளர் ஞான மாகும்
அத்தன்மை யறிவு மாறு
மகன்றிட வதுவா யான்மா
சுத்தமாஞ் சுத்த ஞானத்
தொருமுத றோன்று மன்றே.
74.
உறைதரு முணர்வு மன்றி
யதன்முத லுள்ள தென்றிங்
கறைவதெ னென்னி லண்ண
லருளெனு மதுவே யன்றி
நிறையொளி முதல தன்றி
நின்றிடா நிமல னாகும்
இறைவன் முதல வன்றே
னிலங்கருள் சத்தி யாமே.
75.
சுத்தமாஞ் சத்தி ஞானச்
சுடராகுஞ் சிவமொ ழிந்தச்
சத்திதா நின்றா முன்னைத்
தகவிலா மலங்கள் வாட்டி
யத்தனை யருளு மெங்கு
மடைந்திடு மிருள கற்றி
வைத்திடு மிரவி காட்டும்
வளரொளி போன்ம கிழ்ந்தே.
76.
புகலரு மசத்தர் தம்பாற்
பொருந்திய வலகை யேபோல்
அகிலமு முணரு மீச
னருளுயிர் மேவ லாலே
சகலமு நிகழ வேண்டுந்
தலவனைந் தொழிலுந் தானே
யிகலற வியற்றல் வேண்டு
மென்றது நன்றி யின்றே.
77.
இன்றுநோக் குரை நடக்கு
மியல்பிலோற் கினைய வாய்ந்து
நின்றதோ ரலகை நேர்ந்தா
னிகழ்வதெ னதுபோ லுள்ளத்
தொன்றிய வுணர்வு தம்பா
லுள்ளது நிகழ்த்து மீசன்
தன்றொழி னடத்து மேனி
தனக்கெனக் கொண்டு தானே
78.
இந்நிலை தன்னின் மன்னி
யெய்திடுங் கலாதி போதந்
தன்னள வறிந்து நிற்குந்
தகவிலா மலங்க ணீத்த
வந்நிலை கரண மாகா
வகையதி லறிவ டங்கி
மன்னிய வியாபி யாய
வான்பயன் றோன்று மன்றே.
79.
அடைபவர் சிவமே யாகு
மதுவன்றித் தோன்று மென்ற
கடனதெ னென்னின் முன்னுங்
கண்டிடார் தம்மைப் பின்னுந்
தொடர்வரு மருளி னாலுந்
தோன்றுமா காணா ராயின்
உடையவ னடிசேர் ஞானம்
உணர்தலின் றணைத லின்றே.
80.
பொற்புறு கருவி யாவும்
புணராமே யறிவி லாமைச்
சொற்பெறு மதீதம் வந்து
தோன்றாமே தோன்றி நின்ற
சிற்பர மதனா லுள்ளச்
செயலறுத் திடவு திக்குந்
தற்பர மாகி நிற்றல்
சாக்கிரா தீதந் தானே.
81.
ஒடுங்கிடா கரணந் தாமே
யொடுங்குமா றுணர்ந்தொ டுக்க
வொடுங்கிடு மென்னி னின்ற
தொடுங்கிடா கரண மெல்லா
மொடுங்கிட வொடுங்க வுள்ள
வுணர்வுதா னொழியும் வேறா
யொடுங்கிடி னன்றி மற்றவ்
உண்மையை யுணரா ணாதே.
82.
பற்றிடுங் கருவி யாவும்
படர்ந்துணர் வளிக்கும் காலை
யுற்றறிந் திடுவ தொன்றி
னுணர்வினி னுண்மை யாகு
மற்றது பகல்வி ளக்கின்
மாய்ந்திட வருவ துண்டேற்
பெற்றிடு மதனை மாயப்
பிறப்பினை யறுக்க லாமே.
83.
முந்திய வொருமை யாலே
மொழிந்தவை கேட்டல் கேட்ட
சிந்தனை செய்த லுண்மை
தெளிந்திட லதுதா னாக
வந்தவா றெய்த நிட்டை
மருவுத லென்று நான்கா
மிந்தவா றடைந்தோர் முத்தி
யெய்திய வியல்பி னோரே.
84.
பாசமா ஞானத் தாலும்
படர்பசு ஞானத் தாலும்
ஈசனை யுணர வொண்ணா
திறையருண் ஞான நண்ணின்
தேசுறு மதனான் முன்னைச்
சிற்றறி வொழிந்து சேர்ந்து
நேசமோ டுயர்ப ரத்து
நிற்பது ஞான நிட்டை.
85.
விளம்பிய வகையி னிட்டை
மேவிட லரிதேன் முன்னம்
அளந்துணர் வளித்த வற்றி
னளவுமற் றவற்றி னாலே
யுளங்கொளுந் தனையு முள்ள
படியுமுற் றுணர்ந்து செவ்வே
தளர்ந்திடா துவப்ப மற்றத்
தன்மைய தாகுந் தானே.
86.
பாவிக்கின் மனாதி வேண்டும்
பயனிலை கரண நீத்துப்
பாவிப்ப னென்னி லென்ன
பழுதுள பாவ கத்தாற்
பாவிக்க வொண்ணா னென்று
பாவிப்ப னென்னி னீயென்
பாவிக்க வேண்டா வாண்ட
பரனருள் பற்றி னோர்க்கே.
87.
ஒன்றிரண் டாகி யொன்றி
னொருமையா மிருமை யாகி
யொன்றினொன் றழியு மொன்றா
தென்னினொன் றாகா தீயி
னொன்றிரும் புறழி னின்றா
முயிரினைந் தொழிலும் வேண்டு
மொன்றிநின் றுணரு முண்மைக்
குவமையா ணவத்தொ டொன்றே.
88.
அழிந்திடும் பாச மென்னி
னித்தமென் றுரைத்தல் வேண்டா
அழிந்திடா தென்னின் ஞான
மடைவது கருதல் வேணா
அழிந்திடுஞ் சத்தி நித்த
மழிந்திடா வொளியின் முன்னர்
அழிந்திடு மிருளு நாச
மடைந்திடா மிடைந்தி டாவே.
89.
எல்லையில் பிறவி நல்கு
மிருவினை யெரிசேர் வித்தி
னெல்லையி னகலு மேன்ற
உடற்பழ வினைக ளூட்டுந்
தொல்லையின் வருதல் போலத்
தோன்றிரு வினைய துண்டேல்
அல்லொளி புரையு ஞானத்
தழலுற வழிந்து போமே.
90.
பந்தமா னவைய றுத்துப்
பவுதிக முழலு மெல்லைச்
சந்தியா தொழியா திங்குத்
தன்மைபோல் வினையுஞ் சாரும்
அந்தமா திகளில் லாத
வஞ்செழுத் தருளி னாலே
வந்தவா றுரைசெய் வாரை
வாதியா பேதி யாவே.
91.
திருவெழுத் தைந்தி லான்மாத்
திரோத மாசருள் சிவஞ்சூழ்
தரநடு நின்ற தொன்றாந்
தன்மையுந் தொன்மை யாகி
வருமந மிகுதி யாலே
வாசியி லாசை யின்றிக்
கருவழிச் சுழலு மாறுங்
காதலார்க் கோத லாமே.
92.
ஆசறு திரோத மேவா
தகலுமா சிவமுன் னாக
வோசைகொ ளதனி னம்மே
லொழித்தரு ளோங்கு மீள
வாசியை யருளு மாய
மற்றது பற்றா வுற்றங்
கீசனி லேக மாகு
மிதுதிரு வெழுத்தி னீடே.
93.
தீங்குறு மாயை சேரா
வகைவினை திரிவி தத்தா
னீங்கிட நீங்கா மூல
நிறையிரு ளிரிய நேயத்
தோங்குணர் வகத்த டங்கி
யுளத்துளின் பொடுங்க நேரே
தூங்குவர் தாங்கி யேகத்
தொன்மையிற் றுகளி லோரே.
94.
குறிப்பிடங் காலத் திக்கா
சனங்கொள்கை குலங்கு ணஞ்சீர்
சிறப்புறு விரதஞ் சீலந்
தபஞ்செபந் தியான மெல்லா
மறுத்தற வொழிதல் செய்தன்
மருவிடா மன்னு செய்தி
யுறக்குரு பவர்போல் வாய்மை
யொழிந்தவை யொழிந்து போமே.
95.
அகம்புற மென்றி ரண்டா
லருச்சனை புரியு மிந்தச்
சகந்தனி லிரண்டு மின்றித்
தமோமய மாகி யெல்லா
நிகழ்ந்திட மகிழ்ந்து வாழு
நீர்மையோர் போல ஞானந்
திகழ்ந்தகம் புறமெ னாத
செம்மையார் நன்மை யாரே.
96.
அண்டமே விடவ னைத்து
மனைத்தையு மண்ட மேவிக்
கொண்டல்போ லெவையு ஞானங்
குறைவிலா நிறைத லாலே
கண்டதோர் பொருளை யந்தக்
கருத்தினாற் காணிற் றானே
யண்டநா யகனா மேனி
யானதே லைய மின்றே.
97.
மண்முதற் கரணமெல்லா மறுவசத் தாக்கி ஞானக்
கண்ணினி லூன்றி யந்தக் கருத்தினா லெவையு நோக்கி
யெண்ணியஞ் செழுத்து மாறி யிறைநிறை வுணர்ந்து போற்றல்
புண்ணியன் றனக்கு ஞான பூசையாய்ப் புகலு மன்றே.
98.
தொண்டர்கள் தாமும் வானோர் தொழுந்திரு மேனிதானும்
அண்டருங் கண்டி லாத வண்ணலே யெனவ ணங்கி
வெண்டர ளங்கள் சிந்த விழிமொழி குழற மெய்யே
கண்டுகொண் டிருப்பர் ஞானக் கடலமு தருந்தி னோரே.
99.
நிலவுல காய தாதி நிகழ்சிவாத் துவிதாந் தத்துக்
குலவின ரளவ ளாவாக் கொள்கைய தாகி வேதத்
தலைதரு பொருளா யின்பாய்த் தாவில்சற் காரியத்தாய்
மலைவறு முணர்வாற் பெத்த முத்திகண் மதித்தா மன்றே.
100.
திருவருள் கொடுத்து மற்றிச் சிவப்பிர காச நன்னூல்
விரிவது தெளியு மாற்றால் விளம்பிய வேது நோக்கிப்
பெருகிய வுவமை நான்கின் பெற்றியி னிறுவிப்பின் முன்
தருமலை வொழியக் கொள்வோன் றன்வயிற் சாற்ற லாமே.
Bedeutung und geistiger Hintergrund des Sivaprakasam
Umapati Sivacharya und die tamilische Weisheitstradition
Sivaprakasam wird Umapati Sivacharya, auch Umapati Sivam genannt, zugeschrieben und gewöhnlich in das 14. Jahrhundert eingeordnet. Es gehört zu den vierzehn grundlegenden tamilischen Lehrschriften des Shaiva Siddhanta. Umapati steht in der Lehrerfolge von Meykandar, Arulnandi und Maraijnana Sambandhar. Die Eingangsverse machen deutlich, dass er sich als Empfänger und Vermittler einer lebendigen Unterweisung versteht.
In Vers 11 nennt Umapati selbst die beiden wichtigen Vorgängerwerke: das Sivajnana Bodham und das Sivajnana Siddhiyar. Sivaprakasam möchte deren Einsichten in einer überschaubaren Darlegung zugänglich machen. Der verwandte Tiruvarutpayan verdichtet die Bedeutung göttlicher Gnade in kurzen Versen; Sivaprakasam entfaltet ausführlicher die philosophischen Fragen, die dieser Erfahrung zugrunde liegen.
Die ersten zwölf Strophen enthalten Anrufungen, Lehrerverehrung, Hinweise zur Einweihung und die Erklärung des Vorhabens. Es folgt die allgemeine Lehre in den Versen 13–50. Die Verse 51–100 wenden sich stärker dem Erkennen, der Befreiung und dem Leben der Befreiten zu. In der üblichen Zweiteilung werden die Einleitungsverse zum ersten Fünfzigerblock gerechnet.
Herr, Seele und Bindung
Drei Begriffe erschließen die grundlegende Sicht des Sivaprakasam:
| Begriff | Bedeutung | Geistiger Zusammenhang |
|---|---|---|
| Pati | Der Herr, Shiva | Die freie, erkennende und gnadenvolle Wirklichkeit, welche die Seele trägt und zur Befreiung führt. |
| Pashu | Die gebundene Seele | Ein wirkliches, bewusstseinsfähiges Wesen, dessen Erkenntnis zunächst eingeschränkt ist. |
| Pasha | Die Fessel oder Bindung | Die Kräfte, welche die freie Entfaltung des Erkennens verhindern: insbesondere Anava, Karma und Maya. |
Anava bezeichnet hier die ursprüngliche Verengung und Verdunkelung des Bewusstseins. Es ist mehr als alltäglicher Stolz. Karma ist der Zusammenhang von Handeln und Erfahren. Maya bezeichnet die reale Grundlage der begrenzten Welt und ihrer Werkzeuge; sie bedeutet hier nicht einfach, dass die ganze Welt überhaupt nicht existiere.
Mit den „Werkzeugen“ der Erkenntnis meint Sivaprakasam vor allem die Sinne und die inneren Fähigkeiten wie Denken, Erinnern und Unterscheiden. Sie ermöglichen der Seele ihre gewöhnlichen Erfahrungen. Das Wort bezeichnet also die Mittel, durch die wir wahrnehmen und verstehen.
Gerade diese Unterscheidung macht Sivaprakasam für die Praxis bedeutsam. Körper, Sinne und Denken können binden, doch sie ermöglichen zugleich Erfahrung und Reifung. Ihre bloße Ausschaltung ist noch keine Befreiung. Entscheidend ist, ob die Seele von Verblendung beherrscht oder durch Erkenntnis erhellt wird. Vers 70 fasst diesen Wandel im Gegensatz von Dunkelheit und Licht zusammen.
Das Auge und das Licht: Wie Gnade die Erkenntnis erhellt

Eines der stärksten Bilder des Sivaprakasam ist das Zusammenspiel von Auge und Licht. Das Auge besitzt Sehvermögen; im Dunkeln sieht es dennoch nichts. Das Licht ermöglicht das Sehen, ersetzt aber nicht das Auge. Ebenso besitzt die Seele Erkenntnisfähigkeit, ohne unabhängig von der göttlichen Gnade alles erkennen zu können.
Vers 66 lenkt den Blick auf etwas sehr Vertrautes: Wir sehen im Tageslicht die Dinge und vergessen dabei leicht die Sonne. So können wir denken, urteilen und handeln, ohne die tragende Gegenwart zu bemerken, durch die all dies möglich ist. Geistiges Erwachen bedeutet hier, diese bisher übersehene Nähe zu erkennen. Was selbstverständlich schien, kann zur Quelle der Dankbarkeit werden: das Vermögen zu sehen, zu verstehen und sich dem Guten zuzuwenden.
Das Kristallbild ergänzt diesen Gedanken. Ein klarer Kristall nimmt die Farben seiner Umgebung auf. Die Seele erscheint entsprechend von dem geprägt, womit sie sich verbindet. Unter der Herrschaft der Bindung scheint sie begrenzt; im Licht der Gnade kann ihre Klarheit hervortreten. Dieses Bild lädt zur Selbstbeobachtung ein: Wovon lasse ich mein Bewusstsein bestimmen? Welche Gedanken nähre ich, und welcher inneren Richtung schenke ich Raum? So wird eine philosophische Betrachtung zu einer behutsamen Einladung, bewusster zu leben.
Nichtzweiheit und bleibende Beziehung
Sivaprakasam spricht von Nichtzweiheit, erläutert sie jedoch in der besonderen Weise des tamilischen Shaiva Siddhanta. Herr und Seele sind in der Befreiung untrennbar verbunden; daraus folgt für Umapati nicht, dass ihre Unterscheidung bedeutungslos würde. Die Seele wird weder vernichtet noch zum eigenständigen Schöpfer der Welten.
Vers 87 prüft ausdrücklich die Grenzen verschiedener Bilder für Einheit. Eine bloße Verschmelzung zweier Dinge, bei der eines verschwindet, beschreibt die Befreiung ebenso wenig wie ein fortdauerndes Getrenntsein. Gemeint ist eine vollkommen innige Gemeinschaft des Erkennens und der Seligkeit. Deshalb sollten die Aussagen des Sivaprakasam nicht ohne Weiteres mit jeder anderen Form von Vedanta oder Kashmir Shaivismus gleichgesetzt werden.
Diese bleibende Beziehung trägt die Hingabe. Vers 98 schildert Tränen der Liebe und eine vor Ergriffenheit stockende Stimme. Die Klarheit des Erkennens geht mit tiefer Empfänglichkeit einher. Jnana und Bhakti begegnen einander in einer Weisheit, die das Herz verwandelt: Der Erkennende verehrt den Herrn und begegnet auch dessen Dienern mit Liebe und Ehrfurcht.
Sivaprakasam, Agamas und Tantra
Sivaprakasam ist ein philosophisch-spirituelles Lehrgedicht mit einer deutlichen Grundlage in den Shiva-Agamas. Es behandelt Diksha, die sechsunddreißig Tattvas, die vier Stufen der Sprache, Mantra, göttliche Tätigkeiten und den Weg zur Befreiung. Darin zeigt sich seine Verbindung zur shivaitischen Tantra-Überlieferung.
Zum Vergleich eignen sich die Kamika Agama und Ajita Agama als umfangreiche Zeugnisse der Agama-Tradition. Malinivijayottara Tantra, Netra Tantra und Vijnana Bhairava Tantra eröffnen verwandte, zugleich in wichtigen Punkten andere shivaitische Perspektiven. Der Vergleich wird fruchtbar, wenn die Eigenart der einzelnen Traditionen erhalten bleibt.
Die Aussagen über Einweihung gehören zum ursprünglichen Lehrzusammenhang. Geistige Übung, gereifte Einsicht und empfangene Unterweisung greifen ineinander. Der Suchende übt sich mit Ausdauer und bleibt zugleich offen für das, was ihm geschenkt wird. So verbindet Sivaprakasam ernsthaftes Bemühen mit dem Vertrauen in die Gnade. Besonders Vers 12 schützt dabei vor blindem Traditionalismus: Der Wert einer Schrift soll nach ihrem Gehalt beurteilt werden, nicht allein nach ihrem Alter oder dem Beifall anderer.
Das fünfsilbige Mantra im Sivaprakasam
Die Verse 90–92 erläutern das fünfsilbige Shiva-Mantra. Die folgende Tabelle macht die dort vorausgesetzte symbolische Zuordnung ausdrücklich. Die vollständigen Lautfolgen sind erklärend zusammengestellt; der tamilische Grundtext entfaltet seine Lehre teilweise durch einzelne Silben und die Bezeichnung „fünf Buchstaben“.
| Tamilische Silbe | Umschrift | Symbolische Bedeutung |
|---|---|---|
| சி | ci, in der Mantratradition auch śi beziehungsweise shi | Shiva, der Herr |
| வா | vā | Die offenbarende Gnade beziehungsweise Shakti |
| ய | ya | Die Seele |
| ந | na | Die verhüllende Kraft, in Verbindung mit Maya und Karma |
| ம | ma | Die ursprüngliche Verdunkelung, Anava |
In சிவாயநம – civāyanama stehen Shiva und seine Gnade vor der Seele. In நமசிவாய – namacivāya stehen die Zeichen der Bindung an erster Stelle. Der Text deutet diese Reihenfolge als innere Bewegungsrichtung: Die Seele soll sich von der beherrschenden Bindung zur Gnade und zu Shiva hinwenden. Die Sanskritformen werden gewöhnlich als śivāya namaḥ und namaḥ śivāya wiedergegeben; bekannt ist besonders Om Namah Shivaya.
Diese Auslegung ist eine besondere spirituelle Symbolik des Sivaprakasam. Sie ist keine allgemeine Abwertung des weit verbreiteten „Om Namah Shivaya“. Auch eine bloße Umstellung von Lauten ersetzt nach dem Zusammenhang der Schrift nicht Erkenntnis, Hingabe und die empfangene Unterweisung. Die im Werk gelehrte innere Bedeutung und die konkrete Rezitationspraxis gehören zusammen.
Mantra-Erläuterung und Aussprache
Das folgende Video erläutert das allgemein verbreitete Om Namah Shivaya. Es ergänzt den Artikel als Einführung in die Shiva-Mantrapraxis; es ist kein Kommentar zu den einzelnen Sivaprakasam-Versen.
Sivaprakasam im Schriftenstudium und im Alltag
Die folgenden Anregungen sind heutige Übertragungen der Textgedanken in die Praxis, keine zusätzlichen Verse des Werkes.
- Lies in Ruhe und prüfe selbst. Nimm einen kleinen Versabschnitt und frage nach seinem Sinn. Vers 12 ermutigt dich, mit offenem Herzen und eigenem Urteil zu lesen. Weder ehrwürdige Namen noch moderne Sprache ersetzen die Einsicht in das Gesagte.
- Verbinde Hören und Nachdenken. Folge der in Vers 83 genannten Bewegung: hören, nachdenken, Klarheit gewinnen und darin verweilen. Nach dem Lesen darf ein stiller Moment folgen, in dem du nichts Neues aufnehmen musst.
- Erkenne deine Werkzeuge, ohne dich auf sie zu reduzieren. Beobachte einen Sinneseindruck, einen Gedanken und eine Reaktion. Die Verse 63–69 laden dazu ein, das Erlebte, die Mittel des Erlebens und das erkennende Bewusstsein zu unterscheiden.
- Antworte weniger aus Begehren und Abwehr. Vers 30 zeigt die Bedeutung der gegenwärtigen Reaktion. Wenn etwas angenehm oder unangenehm ist, halte einen Augenblick inne. Aus diesem kleinen Raum kann ein bewussteres, freundlicheres Handeln entstehen.
- Lass Erkenntnis zu Liebe werden. Erinnere dich beim Japa, in der Meditation oder beim Dienen an die tragende Gnade. Vers 98 zeigt die Frucht der Erkenntnis als Achtung und Hingabe. Ein einfacher Dienst an einem anderen Menschen kann zum Ausdruck dieser Haltung werden.
Die Karma-Lehre der Verse 29–31 fragt nach Verantwortung und innerer Reifung. Aus ihr lässt sich nicht zuverlässig das konkrete Leid eines anderen Menschen erklären. Für heutige Praxis sollte deshalb das eigene bewusste Handeln im Vordergrund stehen, nicht das Urteil über vermeintliche frühere Verfehlungen anderer.
Auch Vers 94 verlangt sorgfältiges Lesen: Er beschreibt die innere Freiheit der Vollendeten. Er fordert nicht dazu auf, Fürsorge, Wahrhaftigkeit oder die hilfreiche eigene Übung vorzeitig aufzugeben. Der Vers selbst betont, dass die äußeren Stützen nicht aus Trotz verworfen werden, sondern ihre bindende Bedeutung von selbst verlieren.
Shiva-Verehrung und Hingabe

Verwandte tamilische Schriften und Tantra-Texte
Tamilische Schriften
- Sivajnana Bodham – das grundlegende Lehrwerk, auf das Sivaprakasam ausdrücklich Bezug nimmt.
- Tiruvarutpayan – Umapatis verdichtete Darstellung der Gnade und ihrer Frucht.
- Tirumantiram – die große tamilische Verbindung von Shiva-Verehrung, Yoga und Erkenntnis.
- Sivavakkiyam – eindringliche Siddha-Dichtung mit eigenständigen Akzenten und kritischen Fragen an äußere Religiosität.
- Avvai Kural – kurze tamilische Weisheitsverse für die innere Schulung.
- Vinayagar Agaval – eine poetische Verbindung von Ganesha-Verehrung und innerem Yoga.
- Weitere tamilische Schriften im Yoga-Vidya-Wiki.
Tantra, Agamas und shivaitische Erkenntniswege
- Kamika Agama
- Ajita Agama
- Malinivijayottara Tantra
- Netra Tantra
- Vijnana Bhairava Tantra
- Shiva Sutra
- Spandakarika
- Kularnava Tantra
- Mahanirvana Tantra
- Shiva Samhita
- Weitere Tantra-Schriften im Yoga-Vidya-Wiki.
Diese Querverweise dienen dem vergleichenden Studium. Die Texte vertreten nicht durchgehend dieselbe Lehre und stammen nicht alle aus dem tamilischen Shaiva Siddhanta.
Siehe auch
- Shaiva Siddhanta, Shivaismus, Shiva, Nataraja
- Shakti, Gnade, Bhakti, Jnana
- Diksha, Guru, Guru Parampara
- Panchakshara Mantra, Om Namah Shivaya, Japa
- Karma, Maya, Tattva, Moksha
- Yoga, Meditation, Indische Schriften
Quellen und Hinweise zur Textgestalt
Verwendete Textgrundlagen
- Umapati Sivacharya: சிவப்பிரகாசம் – Sivaprakasam. Tamilischer elektronischer Text mit einem Schutzvers und den Strophen 1–100. Die hier verwendete Textdatei nennt keine vollständigen Angaben zu Herausgeber und zugrunde liegender Druckausgabe.
- Umapathi Sivam: Sivaprakasam. With English Translation by Late K. Subramanya Pillai, M. A., M. L., Professor of Tamil, Annamalai University. Herausgegeben durch Sri-la-Sri Mouna Somasundara Thambiran Swamigal im Auftrag des Dharmapuram Adhinam. Gnanasambandam Press, Dharmapuram, erste Ausgabe, 1945. Verwendet wurde die beigegebene Texterfassung dieser Ausgabe; ihr tamilischer Drucktext ist darin stark fehlerhaft erkannt, ihre englischen Erläuterungen sind überwiegend lesbar.
Umfang und redaktionelle Entscheidungen
Die Ausgabe enthält den Schutzvers und sämtliche hundert nummerierten Strophen in deutscher Übersetzung, schriftgetreuer lateinischer Umschrift und tamilischer Schrift. Die zwölf Einleitungsverse sind in den hundert Strophen enthalten. Die in der tamilischen Datei vorangestellte moderne Inhaltsbeschreibung und die nachträglichen Zwischenüberschriften sind nicht Bestandteil des übersetzten Gedichts. Für die deutsche Lesefassung wurden eigene thematische Zwischenüberschriften gesetzt.
Die Umschrift wurde aus dem tamilischen Text abgeleitet. Sie bewahrt dessen Worttrennungen und poetische Verbindungen; sie ist keine unabhängig kollationierte Textfassung. Auch das tamilische Original wurde nicht stillschweigend nach der englischen Übersetzung verbessert. Vers 60 enthält eine unsichere Zahlenfolge; Vers 70 eine auffällige Wiederholung, bei der der Sinn mithilfe der englischen Ausgabe erschlossen wurde. Im überlieferten elektronischen Wortlaut finden sich weitere ungewöhnliche Schreibungen und Trennungen. Die Ausgabe ist daher eine erläuterte deutsche Leseübersetzung und keine kritische Edition auf der Grundlage mehrerer Handschriften.
Bezeichnungen wie Kevala und Turiya sind im Zusammenhang dieser Schrift zu verstehen. Insbesondere kann ein tiefes Zurücktreten gewöhnlicher Erkenntnis in den Versen 60–62 noch zur Gebundenheit gehören; der gleiche Name bezeichnet in anderen Yoga- und Vedanta-Zusammenhängen nicht zwangsläufig denselben Zustand. Die Zählung der Lebensformen in Vers 47 gehört zur traditionellen Kosmologie.
Ergänzende Wiki-Quellen
- Shaiva Siddhanta – Einführung in die Tradition.
- Shiva – ergänzende Darstellung und Herkunft der verwendeten Wiki-Bilddateien.
- Om Namah Shivaya – ergänzende Mantraerläuterungen und die eingebundenen Videos.
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Sivaprakasam: Im Licht der Gnade leben
Sivaprakasam führt von der Frage „Was bindet mich?“ zur stillen Betrachtung dessen, was unser Leben trägt. Die Antwort des Werkes ist die Gnade Shivas: Sie begleitet das Reifen der Seele, spricht im klärenden Wort des Lehrers und leuchtet in jener Erkenntnis auf, in der Liebe und Freiheit zusammenfinden.
Das Studium des Sivaprakasam kann so selbst zu einer geistigen Übung werden. Einen Vers aufmerksam lesen, seinen Sinn erwägen, einen Augenblick in der Stille verweilen und das Erkannte im Alltag leben: Auf diese Weise darf die Weisheit der Schrift im eigenen Herzen Wurzeln schlagen. Ihr Licht zeigt sich in wachsender Klarheit, in aufrichtiger Hingabe und in der Bereitschaft, anderen mit Achtung und Güte zu begegnen.
Wie das Auge im Licht zu sehen beginnt, so findet die Seele in der Gnade zu ihrer Erfüllung. Möge die Betrachtung des Sivaprakasam den Geist erhellen, das Herz für die Liebe öffnen und das Vertrauen in die göttliche Gegenwart vertiefen. Möge aus Erkenntnis Frieden wachsen und aus diesem Frieden ein Leben, das liebt und dient.