Ashtottarashata Namavali
Ashtottarashata Namavali – Verehrung mit 108 Namen (Sanskrit: अष्टोत्तरशत-नामावली aṣṭottaraśata-nāmāvalī) ist eine Folge von 108 Namen einer Gottheit, gewöhnlich als einzelne Anrufungen mit namaḥ gesprochen. Die Namen entfalten Gestalten, Eigenschaften, Beziehungen und Taten der verehrten Gottheit. Aṣṭottaraśata bedeutet „hundert und acht“.
Stellung und Form
In Puja - 32 Schritte folgt diese Namensverehrung auf Anga Puja. Sie ist eine ausführliche Form von Archana. Namavali bezeichnet allgemein eine Namensreihe; nicht jede Namavali hat 108 Einheiten. Ein Ashtottarashatanama Stotra kann dieselben oder verwandte Namen in Versform enthalten. Die Umwandlung eines Stotras in einzelne Dativanrufungen erfordert grammatische Sorgfalt und darf die Reihenfolge nicht versehentlich verändern.
Beispiel einer Namensgabe
Blüten oder geeignete kleine Gaben liegen bereit. Jeweils bei namaḥ wird eine Gabe abgelegt. Der Beginn der Ganesha-Namavali im Puja Sangraha lautet, jeweils um Om und namah ergänzt:
Vier Namen als Erläuterungsbeispiel; nicht die vollständige 108er-Reihe
oṃ gajānanāya namaḥ |
oṃ gaṇādhyakṣāya namaḥ |
oṃ vighnarājāya namaḥ |
oṃ vināyakāya namaḥ |
ॐ गजाननाय नमः ।
ॐ गणाध्यक्षाय नमः ।
ॐ विघ्नराजाय नमः ।
ॐ विनायकाय नमः ।
Bedeutung: Om, Verehrung dem Elefantengesichtigen. Verehrung dem Oberhaupt der Scharen. Verehrung dem Herrn der Hindernisse. Verehrung Vinayaka, dem Führer.
Die vollständige Liste wird aus einer zusammenhängenden Quelle genommen, etwa aus dem Ganesha-Abschnitt des Puja Sangraha. Wiederkehrende Namen werden nicht eigenmächtig gestrichen, wenn sie Teil dieser Liste sind. Die Überschrift „108 Namen“ setzt voraus, dass tatsächlich 108 Anrufungen vorliegen.
Gemeinsame Durchführung und Bhava
Die Leitung kann jeden Namen vorsprechen; die Gemeinschaft wiederholt die ganze Anrufung oder antwortet nach der vereinbarten Form. Wer nicht mitspricht, kann aufmerksam zuhören und die Gabe innerlich mitvollziehen. Zählen und Blütengabe werden so organisiert, dass die Andacht nicht ständig unterbrochen wird. Die Namen laden dazu ein, das Göttliche nicht auf eine einzige Vorstellung zu verengen. Eine ruhige Wiederholung ist oft hilfreicher als das schnelle Erreichen einer Zahl. Bei wenig Zeit verwendet man eine tatsächlich kürzere Namavali oder das Hauptmantra und bezeichnet sie entsprechend. Vier ausgewählte Namen sind dann vier Namen, keine verkürzte „vollständige 108er-Rezitation“. Lange Namenslisten werden in dieser Bestandteilerklärung verlinkt; sie müssen nicht auf jeder Seite erneut vollständig abgedruckt werden.
Ritualbeispiele und Quellen
- Weiterführende Ritualartikel und verwandte Fassungen: Große Ganesha Puja · Große Lakshmi Puja · Große Vishnu Puja · Namavali – göttliche Namen im Ritual bei Yoga Vidya
- Pandit Sri Ram Sivan: Puja Sangraha, Ausgabe 18. Januar 2025: Puja Sangraha, Siddhi Vinayaka Puja, Ashtottarashata-Namavali; Anfang der Liste.
Weitere Ritualbestandteile
Puja - 32 Schritte · Bestandteile von Homa, Yajna und Havan · Bestandteile der Yoga Vidya Rituale
Die 32 Puja-Schritte
Dhyana – die Gottheit im Ritual vergegenwärtigen · Avahana – Einladung der göttlichen Gegenwart · Asana – der Gottheit einen Sitz anbieten · Padya – Wasser für die Füße der Gottheit · Arghya – ehrerbietige Wassergabe · Achamaniya – Schluckwasser für die Gottheit · Madhuparka – süße Ehrenspeise für den göttlichen Gast · Panchamrita Snana – Bad mit fünf Nektaren · Snana – das rituelle Bad der Gottheit · Plota – das Bildnis nach dem Bad trocknen · Vastra – Gewänder als Darbringung · Yajnopavita – heilige Schnur als Puja-Gabe · Abharana – Schmuck der Gottheit darbringen · Gandha – Duft und Sandelholz als Verehrungsgabe · Saubhagya Dravya – glückverheißende Gaben für die Göttin · Akshata – ungebrochener Reis als Ritualgabe · Pushpa – Blüten als Verehrungsgabe · Anga Puja – die Glieder der Gottheit verehren · Dhupa – Räucherwerk als Darbringung · Dipa – die Lichtgabe der Puja · Naivedya – Speisen der Gottheit darbringen · Paniya – Trinkwasser zur Speisedarbringung · Tambula – Betelgabe als Abschluss der Bewirtung · Dakshina – Ehrengabe und Dank an die Ritualtragenden · Karpura Nirajana – feierliche Kampferlichtgabe · Mantrapushpa – Blütengabe und vedischer Schlussgesang · Pradakshina – ehrerbietige Umrundung · Namaskara – ehrerbietiger Gruß und Verneigung · Stotra – Lobgesang innerhalb des Rituals · Kshamapana – um Vergebung und Vollendung bitten · Samarpana – die Früchte des Rituals hingeben
Weitere Begriffe und Feuerbestandteile
Abhisheka – rituelles Übergießen und Weihen · Angavastra – Ober- und Schultertuch als Gabe · Kanthasutra – Halsschmuck der Göttin · Pranama – sich in Hingabe verneigen · Prarthana – Gebet und persönliche Bitte im Ritual · Visarjana – Verabschiedung der angerufenen Gegenwart · Arati – gemeinschaftliche Lichtverehrung · Achamana – rituelles Wasserschlucken der ausführenden Person · Alankara – das göttliche Bild schmücken · Pushpanjali – die gemeinsame Blütengabe · Upachara – Formen liebevoller Darbringung · Sankalpa – traditioneller Ritualvorsatz mit Zeit, Ort und Anliegen · Purnahuti – die volle Schlussgabe einer Yajna · Agnimukha – Vorbereitung und Eröffnung des Feueropfers · Sthandila und Rekha – Feuerplatz und rituelle Linien · Agni Sthapana – das Ritualfeuer einsetzen · Paristarana – Darbha um das Feuer auslegen · Patra Sadana – die Opfergeräte bereitstellen · Pranita und Prokshani – die Wassergefäße des Homa · Ajya Samskara – Ghee für das Feueropfer bereiten · Paridhi – Begrenzungshölzer des Feueropfers · Parishechana – Wasser um das Opferfeuer geben · Samidhadhana – geeignete Hölzer ins Feuer geben · Aghara – die eröffnenden Ghee-Ströme · Ajyabhaga – Ghee-Anteile für Agni und Soma · Ahuti – Mantra und Feuerdarbringung verbinden · Vyahriti Ahuti – Gaben mit den heiligen Weltenrufen · Svishtakrit – Agni um die Vollendung des Opfers bitten · Jayadi – ergänzende Gaben für das Gelingen des Rituals · Prayashchitta – rituelle Berichtigung und Wiedergutmachung · Vasordhara – der zusammenhängende Ghee-Strom · Agnyupasthana – das Feuer abschließend verehren · Anujna und Brahma Varana – Zustimmung und Ritualverantwortung · Kalasha Sthapana – das heilige Wassergefäß aufstellen · Punyahavachana – Reinheit und Wohlergehen feierlich zusprechen · Nyasa – Mantra und göttliche Gegenwart im Körper verorten · Ghanta – die Ritualglocke erklingen lassen · Rajopachara – königliche Ehrengaben in der Puja · Puja - 32 Schritte · Bestandteile von Homa, Yajna und Havan