Saraswati

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Saraswati oder Sarasvati (Sanskrit: सरस्वती Sarasvatī f.) ist die hinduistische Göttin der Weisheit, Kreativität und Künste. Andere Namen sind auch "Mahavidya" (große Weisheit), "Jagaddhatri" (Herrin der Welt) und "Vac" (Wort, Logos als Symbol für die perfekte Rede).

Saraswati ist die Frau von Brahma und die Göttin der Weisheit und der Kreativität

Saraswati wird als eine Schönheit mit milchweißem Antlitz beschrieben, gehüllt in weiße Gewänder. Stehend oder auf ihrem Reittier, der Gans, sitzend spielt sie auf der Vina, der indischen Laute. In den beiden anderen Händen hält sie ein Buch, die Veden und eine Gebetsschnur. Das Mantra von Saraswati ist Om Aim Saraswatyai Namaha.

Sukadev über Saraswati

Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Saraswati

Saraswati bedeutet vom Sanskrit-Wortstamm her "überfließen", und was überfließt ist auch etwas Wunderbares und etwas Schönes. So ist Saraswati die Wunderbare, die Überfließende. Saraswati ist auch die Frau von Brahma, dem Schöpfer. Und die Kraft von Brahma wird auch als Brahma Shakti bezeichnet, aber eben auch Saraswati. Aus Brahma heraus fließt diese schöpferische Kraft über, daher Saraswati. Und daher ist Saraswati auch die Kreativität, das Schöpferische, aber auch das Wissen und die Weisheit.

Im Grunde ist alles, wofür Brahma steht, als Kraft bei Saraswati symbolisiert. Brahma gilt auch als ein Lehrer, in seiner Manifestation als Prajapati hat er auch Indra und Virochana und viele andere Rishis gelehrt. Er ist vielen erschienen. Und die Kraft von Brahma ist Saraswati. Saraswati, dargestellt in wunderschönem weißen Gewand, mit einer Vina, also einem Saiteninstrument, mit den Veden in den Händen, Symbol für alle Weisheit, spirituelle Weisheit, weltliche Weisheit, Symbol für alle Künste.

Saraswati in der indischen Mythologie

Saraswati als Göttin der Kreativität und Künste wird stets mit einer Vina, einem indischen Saiteninstrument, abgebildet.
Om Aim Saraswatyai Namaha ist das Saraswati Mantra.

Die Göttin Saraswati, auch bekannt als Vaakdevi, ist die Göttin der Wissenschaft und der Künste. Gemäß der hinduistischen Mythologie repräsentiert sie das Bewusstsein und die Weisheit, das Lernen, sowie Achtsamkeit und Scharfsinn. Ihr wird auch als der Göttin von Klang und Sprache gehuldigt. Saraswati wird als eine Göttin abgebildet, die in weiß gekleidet ist, auf einem Lotus sitzend und das Instrument Vina spielend. Häufig sieht man eine schmale Mondsichel über ihrer Augenbraue. Die vier Veden werden als von ihr verfasst angesehen und sie gilt als Erfinderin des Sanskrit. Der Schwan symbolisiert das absolute Wissen. Im Allgemeinen wird jede Bildungsstätte als ein Tempel für die Göttin Saraswati angesehen. Musikalische Instrumente sind ebenso Symbole von Saraswati.

Saraswati wird verehrt als Gattin von Brahma, dem Erschaffer. Die Legende besagt, dass Brahma die Gabe des Denkens und des Erschaffens nur durch die Kraft von Saraswati erlangt hat. Und dass es die Göttin Saraswati war, die es Brahma ermöglichte, den Klang von Nadabrahman, dem ersten Klang des Universums, der als der Ursprung der gesamten Schöpfung angesehen wird, wahrzunehmen. Saraswati wird auch manchmal als Sharda bezeichnet, dem Ursprung allen Wissens, der den Suchenden von der Dunkelheit zum Licht führt und von der Unwissenheit zu spirituellen Höhen.

In den Veden ist Saraswati in erster Linie ein Fluss. Aber in den Hymnen wird sie sowohl als Fluss als auch als Göttin verehrt. In der Funktion als Fluss- und Fruchtbarkeitsgöttin wurde sie Vishnus Frau. Dieser schenkte sie später Brahma, und sie wurde zu dessen Gemahlin und zur Göttin des Wissens, der Dichtkunst und der Musik. Laut einer anderen Legende war Saraswati neben Lakshmi und Ganga eine Frau Vishnus. Die Frauen hatten Meinungsverschiedenheiten und Saraswati, die, wie die anderen, ein Prototyp einer feinen Dame war, verhielt sich zänkisch. So beschloss Vishnu, dass er mit einer Frau genug hatte. Er führte Saraswati zu Brahma und Ganga zu Shiva zurück und fand allein mit Lakshmi sein Glück.

Der inzwischen ausgetrocknete Fluss Saraswati (heute Sarsuti) wird mit der Göttin des Wissens assoziiert. Er war eine der Grenzen des Gebietes Brahmavarta, der Heimat der frühen Aryans. Er entspringt dem Himalaya und mündet im Wüstensand, wobei er früher noch im Meer mündete. Glaubt man der Mahabharata, trocknete er erst durch einen Fluch des Weisen Utathya aus. Es spricht vieles dafür, dass er für die Aryans ein heiliger Fluss war, vergleichbar dem Ganges für ihre Vorfahren. Laut Legende bestand die Gefahr, als Shiva sein Drittes Auge öffnete, dass die daraus hervortretende Flamme alles in seinem Weg Liegende verzehren könnte. Nur Saraswati als die Quelle der Weisheit war unbeeindruckt von der Gewalt dieser Flamme. Denn sie wusste, dass von dieser Flamme nur das verbrannt werden würde, was unrein war. Deshalb nahm sie dann die Gestalt eines Flusses an, der die Flamme bis ins Meer hinaustrug und dort in ein Feuer verwandelte. Saraswati verkündete außerdem, dass jede Kreatur der Vernichtung solange im Zaume gehalten werde, wie die Weisheit ernsthaft gesucht würde. Als Flussgottheit wurde Saraswati für die Fruchtbarkeit und Reinheit ihres Wassers gepriesen. Sie galt als Herrin über Fruchtbarkeit, Fülle und Reichtum.

Ihre Funktion als Vac, als Göttin der Sprache, wird im Rigveda nicht erwähnt, ist aber sowohl in den Brahmanas als auch in der Mahabharata überliefert. Dr. Muir erforschte, wie es zum Erwerb dieses Status kam. So führt er aus: "Als der Fluss den Status der Heiligkeit erlangt hatte, war es nur natürlich, dass er auch als Patronin der Zeremonien und Riten an den Ufern seiner heiligen Wassern angesehen wurde. So war es für den Erfolg der Zeremonien von essentieller Bedeutung, dass ihre Führung und ihr Segen durch deren richtige Ausübung erweckt wurden. Diese enge Verbindung mit den heiligen Riten muss zu der Annahme führen, dass sie einen Einfluss auf die Entstehung der Hymnen hatte, was wiederum ein wichtiger Schritt in der Identifizierung mit Vac, der Göttin der Sprache darstellt."

Im Buddhismus ist sie bekannt als die Göttin, die die Lehren von Buddha fördert. In Bengalen wird angenommen dass die Göttin Saraswati die Tochter der Göttin Durga sei. Sie wird meist deshalb dargestellt mit ihrer Schwester Lakshmi und mit ihren Brüdern Ganesha und Kartikeya. Saraswati ist die Dreifaltigkeit von Maha Kali, Maha Lakshmi und Maha Saraswati im Devi Mahatmya und wird mit acht Armen abgebildet. Ihr wird Honig dargeboten, dieser repräsentiert das perfekte Wissen. Das Saraswati Vandana Mantra ist eine der ihr gewidmeten Hymnen.

In West-Bengalen, Orissa, Bihar und Assam, wird die Saraswati Puja im Monat Magha abgehalten. In Maharashtra und in Teilen von Gujarat, wird diese Saraswati Puja durchgeführt am heiligen Tag Maha Saptami und am Ende von Vijayadasami. In Südindien wird die Saraswati Puja während Navaratri abgehalten.

Saraswati Yantra

Saraswati Yantra

Das Saraswati Yantra verleiht Intelligenz und Geistesstärke sowie ein besseres Gedächtnis. Das Saraswati Yantra verbessert die Intelligenz, die Konzentrationsfähigkeit, das Gedächtnis und die Bewahrung des erworbenen Wissens. Es ist deshalb insbesondere nützlich für Studenten und für alle, die sich mit komplexen Zusammenhängen befassen und auch als Unterstützung für die Ausführung von großen Projekten.

Die Verehrung des Saraswati Yantras garantiert Erfolg im Studium und bei wichtigen Prüfungen. Es ist außerdem als Therapie bei geistiger Verwirrung, nachlassendem Erinnerungsvermögen und Krankheit geeignet. Auch für Menschen, die einen negativen Einfluss des Planeten Jupiter in ihrem Geburtshoroskop haben ist dieses Yantra hilfreich. Das dem Yantra zugehörige Mantra ist Om Aim Saraswatyai Namaha

Swami Sivananda: Meditation über Saraswati

"Die erhabene Sarasvati, die alle Dummheit ohne Rest vertreibt, soll mich schützen, sie, die blendend weiß ist wie Jasmin, der Mond, der Reif und eine Perlenkette, die in leuchtende Gewänder gekleidet ist, deren Hände geschmückt sind mit der Vina und dem wunschgewährenden Stab, deren Sitz aus einem weißen Lotus besteht, und welche immerdar geehrt wird von Brahman, Achyuta, Shankara und anderen Göttern."

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