Spirituelle Namensgebung

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Die spirituelle Namensgebung ist ein Ritual, bei dem ein spiritueller Aspirant einen neuen Namen „verliehen“ bekommt. Bei Yoga Vidya steht die spirituelle Namensgebung in enger Verbindung mit der Mantra-Weihe, da sich der neue, spirituelle Name typischerweise auf das Mantra bezieht, in das der Aspirant bzw. die Aspirantin vor der Namensgebung eingeweiht wurde.

Mann mit Tilak, die drei heiligen Pulver auf der Mitte der Stirn. Auch so bei einer Mantraweihe oder spirituellen Namensgebung Copyright

Sukadev über Spirituelle Namen und Mantra-Weihe

Ein Interessierter: "Ich hätte da mal eine Frage zu den „spirituellen Namen“, den viele im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg haben … Wie bekommt man solch einen Namen? Bekommt man den nur im Rahmen einer Yogalehrer-Ausbildung verliehen? Oder kann man den auch sonst irgendwie bekommen?!

Muss man irgendwelche Kriterien erfüllen, um solch einen Namen führen zu dürfen?

Ich stelle mir das sehr inspirierend für die eigene Praxis vor, wenn man im Alltag durch solch einen Namen immer dran erinnert wird.“

Sukadev: "Diese Frage wird mir immer wieder gestellt. Ein spiritueller Name drückt aus, dass eine neue wichtige Lebensphase begonnen hat. Name verbindet sich oft mit einer bestimmten Identifikation - wenn man aus alten Identifikationen raus kommen will, sich auf eine neue Lebensphase einlassen will, kann ein neuer Name hilfreich sein. In früheren Zeiten haben Menschen ihren Namen in jeder Lebensphase geändert. Insbesondere in schamanistischen Traditionen war das geradezu üblich. Ein Relikt davon ist, dass auch heute noch viele Frauen (und sehr wenige Männer) bei der Hochzeit den Nachnamen des Partners annehmen. Erst mit der Bürokratisierung im 19. Jahrhundert wurde in Europa der Namen zu etwas recht Festes.

Ein spiritueller Name bringt ein neues Ideal ins Leben, es ist wie ein Vorsatz oder auch eine Bitte, die innewohnende Spiritualität zur Entfaltung bringen zu lassen.

Ein spiritueller Name hat Mantra-Charakter. Wenn man an sich selbst denkt mit dem spirituellen Namen, wird man, bewusst oder unbewusst, mit der dahinter liegenden Kraft verbunden. Bei Yoga Vidya wird der spirituelle Name wird mit einem Rituals vergeben. Dabei werden besondere Mantras rezitiert, die drei Energie-Pulver auf die Stirn, das dritte Auge, aufgetragen. Damit wird eine bestimmte Segenskraft hervorgerufen. Dann geht derjenige, der den Namen vergibt, einen Moment in die Stille und bittet um Führung. Aus dieser Stille kommt dann der spirituelle Name, der dann vergeben wird.

Wer kann einen spirituellen Namen bekommen?

Bei Yoga Vidya ist es üblich, dass der Aspirant zunächst eine Mantra-Weihe bekommt, da der Name oft in Beziehung steht mit dem Mantra. Wer eine Mantra-Weihe hat, kann dann um einen spirituellen Namen bittet. Die Möglichkeit zu Mantra-Weihe und spirituellem Namen gibt es im Rahmen der Yogalehrer-Ausbildung, ist aber nicht notwendigerweise damit verknüpft. Mantra-Weihe und Namensgebung stehen jedem offen.

Wer kann eine Mantra-Weihe bekommen?

Jeder, der sich innerlich versprechen kann, jeden Tag mindestens 20 Minuten lang mit dem Mantra zu meditieren, kann eine Mantra-Weihe erhalten. Dazu kann man sich im betreffenden Ashram erkundigen, wann die Möglichkeit dazu besteht. Normalerweise ist da auch ein Vorgespräch hilfreich bzw. erforderlich. Ein allen Yoga Vidya Ashrams gibt es regelmäßig Termine für die Möglichkeit zu Mantra-Weihe und auch für Info-Gespräche. Manchmal können auch Zusatztermine ausgemacht werden.

Wie verwendet man seinen spirituellen Namen?

Die meisten verwenden den Namen in Yoga-Kreisen, also wenn sie mit anderen Yoga-Übenden zusammen sind, sowie für sich selbst als ihr „innerer Name“.

Typischerweise verwenden die meisten Menschen ihren „alten“ Namen weiterhin in Beruf, Familie etc. Manche entscheiden sich auch dazu, ihren spirituellen Namen auch im Alltag zu verwenden - das sollte allerdings mit Bedacht und nach bedächtiger Abwägung geschehen."

Sukadev über Diksha

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