Sankt Martin

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Sankt Martin, der heilige Martin von Tours, wurde um 316/317 nach Christus geboren und starb im Jahr 396. Er war der dritte Bischof von Tours und gilt als einer der wichtigsten Heiligenn der Katholischen Kirche. Auch in der evangelischen und orthodoxen Kirche wird er verehrt. Sankt Martin ist der Schutzpatron von Frankreich und der Slowakei. Auch in Deutschland wird er sehr verehrt und ist zum Beispiel Patron des Mainzer Doms. Sankt Martin ist außerdem der Schutzheilige von Reisenden und Bettlern. Die bekannteste Geschichte aus dem Leben des Heiligen, auch oft als Motiv für Gemälde verwendet, ist die Episode, in der er im Winter seinen Mantel teilte und die Hälfte einem Bettler schenkte, damit dieser nicht friere. Der Tag an dem er besonders verehrt wird ist der 11. November - der "Martinstag". An diesem Tag werden vielerorts Laternen-Umzüge veranstaltet in Gedenken an die Überführung seines Leichnams nach Tours in Form einer Lichterprozession.

Sankt Martin teilt seinen Mantel, Gemälde von El Greco aus dem 16. Jhd.

Die Legende von Sankt Martin

Kindheit

Sankt Martin wurde in der römischen Provinz Pannonia geboren und wuchs in Italia auf. Er war der Sohn eines reichen und mächtigen heidnischen Ritters. Im Alter von zehn Jahren erwachte in Sankt Martin die Liebe zu Gott und zum christlichen Glauben. Zwei Jahre später äußerte er den Wunsch, Einsiedler zu werden. Seine Eltern wollten ihm dies allerdings nicht erlauben und im Alter von fünfzehn machte man ihn gegen seinen Willen zum Ritter. Sein Vater überließ ihm eine Große Anzahl an Knechten und Dienern, von denen Sankt Martin allerdings nur einen behielt und dem er selber als Knecht diente. Auch den Armen und Bedürftigen diente er.

Der geteilte Mantel

Eines Tages war Sankt Martin mit einigen Reitern unterwegs, als er einen nackten Mann am Wegrand laufen sah. Es war sehr kalt. Er erkannte den Mann als von Gott gesandt, nahm sein Schwert und teilte seinen Mantel in zwei Hälften, von denen er eine dem Armen gab. Auf dem weiteren Weg erduldete er viel Gespött über seinen halben Mantel, aber er war von Freude erfüllt. In der Nacht erschien ihm der Herr, von Engeln umringt und bekleidet mit der Mantelhälfte, die Sankt Martin dem nackten Mann gegeben hatte. Der Herr sprach zu den Engeln: "Dieses Gewand hat mir Sankt Martin geschenkt, der noch ungetauft ist." Als er wieder zu sich kam, war er erfüllt mit Freude und Dankbarkeit und zog sich noch mehr von der Welt zurück als vorher. Im Alter von zwanzig ließ er sich taufen, verblieb aber noch zwei weitere Jahre in der Ritterschaft.

Ablegen der Ritterschaft

Zu der Zeit gab es im kaiserlichen Lande Aufruhr und Streitigkeiten. Der Kaiser wandte sich an Grafen, Ritter und Knechte, versprach ihnen einen hohen Lohn und bat sie um Hilfe. Als Sankt Martin auch um Unterstützung gebeten wurde, sagte er, er wolle nicht mehr streiten, sondern Gottes Ritter sein. Den habe er sich als seinen Herren auserwählt. Als man dies dem Kaiser berichtete, beschuldigte der Sankt Martin als feige. Dieser aber schlug vor, im Namen Jesu Christi ungewappnet mit dem Kaiser zu reiten, und ohne Schild oder Helm durch die Reihen der Feinde zu dringen, nur um zu beweisen, dass er es ihm nicht an Mut mangelte und er allein durch Gottes Hilfe ohne Schaden davon kommen würde. Es fügte sich jedoch durch den Willen Gottes, dass sich alle Feinde dem Kaiser vorher ergaben. Nach dieser Episode legte Sankt Martin seine Ritterschaft ab und verließ sein elterliches Haus.

Schwierigkeiten und Prüfungen

In der Stadt Piktavia gab es einen Bischof namens Hilarius. Sankt Martin kam zu ihm und wurde nach kurzer Zeit sein Evangelier. Er lebte an dessen Hof und wurde dort von jedermann geschätzt. Er bekam eines Tages aber von Gott aufgetragen, nach Hause zu seinen Freunden zu fahren. Sankt Martin bat den Bischof, danach wiederkommen zu dürfen. Er ahnte aber, dass ihm auf dem Weg einiges an Leid widerfahren würde. So geschah es denn auch: Eine Gruppe Mörder griff ihn auf dem Weg an und wollten ihn mit einer Axt töten. Gott beschützte ihn jedoch, denn auf einmal beschlossen sie, ihn doch zunächst nur gefangen zu nehmen und ihm einen Wächter an die Seite zu stellen. Dieser fragte ihn, ob er keine Angst vor ihm habe, aber Sankt Martin entgegnete ihm, dass Gott bei seinen Freunden in ihrem Leiden am allernächsten sei. Er erzählte dem Wächter so viel über Gott und über den christlichen Glauben, dass diesem das Herz aufging und er Sankt Martin ziehen ließ.

Einmal wollte Sankt Martin nach Mailand fahren, da erschien ihm ein böser Geist in Form eines Menschen und fragte ihn, wohin er ginge – da wolle er auch hin. Sankt Martin entgegnete: "Ich gehe dorthin, wo mein Gott mich haben will." Der böse Geist wurde ärgerlich und schimpfte, der Teufel solle mit ihm gehen und sein gutes Werk verderben. Sankt Martin aber sagte, Gott sei sein Helfer auf allen Wegen, darum fürchte er sich nicht. Daraufhin verschwand der Feind.

Sankt Martin gelangte schließlich in das Land seiner Eltern und konnte seine Mutter zum Glauben bekehren. Mit seinem Vater gelang ihm dies jedoch nicht. Er begann, auch dem Volk zu predigen, machte sich damit jedoch einige Feinde. Er wurde eines Tages überfallen, an eine Säule gebunden, mit Ruten geschlagen und schließlich aus der Stadt vertrieben. Zusammen mit einem Priester kam er an einen Berg, wo sie Wurzeln und Kräuter fanden, von denen sie sich eine Zeit lang ernähren konnten.

Wunderheilung

Eines Tages wollte Sankt Martin einen Mann besuchen, der ihm bekannt war. Der Mann war sehr gläubig, hatte bisher aber noch keine Taufe erhalten. Das wollte Sankt Martin nun nachholen, fand jedoch nur einen Toten vor. Er war untröstlich, betete um Gottes Gnade und legte sich auf den Leichnam bis dieser erwärmte und das Leben zurück in den Körper kam. So konnte die Taufe am Ende doch noch vollzogen werden und alle waren froh und voller Dankbarkeit. Der Wiederbelebte lebte noch viele weitere Jahre und erzählte seinen Brüdern oft, wie ihm geschehen war: Er sei tot gewesen und seine Seele wurde vor Gericht geführt und zur ewigen Pein verurteilt. Da kamen aber zwei Engel und erzählten dem Herrn, dass Sankt Martin oft für diesen Mann gebetet hatte. So erfuhr er also Erlösung und kam zur Erde zurück.

Sankt Martin wird Bischof

Als der Bischof von Tours verstarb, bat das Volk Sankt Martin, dass er das Amt des Bischofs annähme. Diesem aber gefiel das gar nicht und er floh in ein Kloster, wo ihn niemand herausholen konnte. Ein schlauer Bürger überlegte sich eine List und ging zu Sankt Martin mit der Bitte, seiner kranken Frau zu helfen. Als er den Heiligen so aus dem Kloster gelockt hatte, überfiel ihn das Volk und brachte ihn mit Gewalt zum Bistum. Als die Menschen ihn jedoch dort so sahen, wollten sie ihn zunächst verschmähen, denn er war in Lumpen gekleidet und sein Haar war zerzaust. Dann aber erfuhren sie seine Heiligkeit und schätzten ihn sehr. Schließlich nahm er sich also doch des Bistums an und baute ein Kloster vor der Stadt, in welchem er lebte. Etwa achtzig Männer wollten seine Jünger sein und er nahm sie gerne auf unter der Bedingung, dass jeder Besitz abgegeben werden müsse, alles solle Gemeingut sein. Sie sollten fasten, rauhe Kleidung tragen, keinen Wein trinken und nur von Gott reden.

Bekehrung von Heiden

In der Nähe des Klosters gab es einen Tempel, in dem heidnische Götter verehrt worden waren, der nun aber eingestürzt war. Es stand nur noch ein Baum an der Stelle, an dem beteten weiterhin die Menschen und brachten Opfergaben dar. Sankt Martin wollte das nicht dulden und versuchte, zusammen mit seinen Brüdern den Baum zu fällen. Die Menschen verhinderten dies, aber Sankt Martin begann, ihnen zu predigen und sagte ihnen, dass der Baum voller Teufel sei, die sie anbeteten. Sie sollten sich lieber dem christlichen Glauben zuwenden. Die Menschen wollten dies nicht tun und verjagten ihn schließlich. Da begann Sankt Martin, entschlossen an Gott zu beten und ihn um Hilfe zu bitten, die Ungläubigen zu bekehren. Nachdem er sein Gebet gesprochen hatte, besuchten ihn zwei Engel mit Schild, Speer und Helm und boten ihm ihre Hilfe an. Zusammen eilten sie zu dem ehemaligen Tempel zurück und konnten den Baum fällen. Die Ungläubigen zürnten, konnten jedoch nichts dagegen tun.

Einsatz für die Armen

Sankt Martin betete stets für die Armen und bat für sie um Almosen und Spenden. Die reichen Herren wussten das. Als er in den Hof des Königs kam, wollte man ihm daher die Tür versperren. Er jedoch rief Gott um Hilfe an und sogleich erschien ein Engel, der ihn anwies, es erneut zu versuchen. Er begleitete ihn zurück zum Hof und sieh da – diesmal öffneten sich die Türen. Der König allerdings wollte ihn nicht empfangen, denn er war ärgerlich - hatte er doch geboten, dass man den Heiligen nicht hereinließe. Gott fügte es aber, dass der Thron des Königs anfing zu brennen und so also war er gezwungen, aufzustehen. Der König sah das Zeichen Gottes und wurde von Ehrfurcht erfüllt. Er empfing Sankt Martin schließlich ehrenvoll und gewährte ihm alles, um das dieser bat.

Weitere Wundergeschichten

Der Bischof Sankt Martin zog weiter. Er war es gewohnt, auf harten Lagern oder auf der Erde zu schlafen und betete lange auf hartem Boden. Eines Tages kam er in eine Herberge, in der man ihn sehr gut behandelte und auf weichen Federn schlafen ließ. Alsbald plagte ihn sein Gewissen und ließ ihn nicht schlafen. Schließlich legte er sich auf die Erde, um dort in Ruhe zu schlafen. Einmal sah er einen Hasen, der von Hunden fast totgejagt worden war. Er hieß die Hunde, stillzustehen, sodass der Hase entkommen konnte.

Andermals, da er krank war, nahm er einen Esel zum Reittier. Er begegnete einigen Reitern des königlichen Hofes. Die Pferde erschraken, als sie den Esel sahen und warfen ihre Reiter ab. Diese wurden sehr ärgerlich, schlugen Sankt Martin und rissen ihm Haare aus. Er erduldete dies und bot ihnen sogar noch seinen Rücken dar. Da kam Gott zu Hilfe, ließ die Angreifer müde werden und machte ihnen das Unrecht ihrer Tat bewusst. Sie baten ihn inständig, ihnen ihre Sünde zu vergeben. Gott vergab ihnen in der Tat und brachte ihre Pferde wieder unter Kontrolle, sodass sie weiter reiten konnten.

Einmal ging Sankt Martin zur Kirche, da kam ein Armer zu ihm und bat ihn um milde Gaben. Der Heilige bat den Kämmerer, ihm Kleidung zu geben. Dieser aber wollte dies nicht tun. Der Arme lief ihm nach, aber er wollte ihm nichts geben. Der Arme kam zurück zu Sankt Martin in die Sakristei und erzählte ihm von dem Unwillen des Kämmerers. Sankt Martin zog daraufhin sein eigenes Gewand aus und gab es dem Mann, der sich sehr darüber freute und mit Dankbarkeit erfüllt war. Als es Zeit war für die Messe, sagte Sankt Martin zu dem Kämmerer, dass er keine Messe geben könne, da er dem Armen sein Gewand gegeben habe. Der Kämmerer wurde sehr ärgerlich und kaufte aus Trotz schnell ein Gewand, welches viel zu klein war. Sankt Martin aber legte es gleichmütig an – es reichte ihm kaum bis zu den Knien – und sprach voller Andacht seine Messe.

Krankheit und Tod

Sankt Martin sagte eines Tages seinen eigenen Tod voraus und wurde kurz darauf tatsächlich ernsthaft krank. Die Brüder weinten sehr und fragten ihn, wer als sein Nachfolger sich um sie kümmern solle. Sankt Martin war sehr bewegt und bat Gott, dass er dem Volk noch eine weitere Zeit nützlich sein könne. Die Krankheit wurde geheilt. Später jedoch sah er, dass sein Geist nun zu Gott fahren solle. Er weigerte sich, sich in ein Bett zu legen und bevorzugte wiederum ein Tuch auf hartem Boden. Kurz hatte er eine Vision vom Teufel, fürchtete sich aber nicht und vertraute rein auf Gott. Als er schließlich starb, wurde seine Seele von Engeln zu Gott geführt und erfuhr ewige Freude. Die Bürger von Tours bestatteten den heiligen Leichnam mit großer Andacht und Ehrfurcht.

Prozession nach Tours

Viele Wunder geschahen an seinem Grabe. Krumme und Lahme, die dorthin kamen, wurden geheilt. Man errichtete eine Kirche an der Stelle. Seinen Leichnam hob man aus dem Grabe und trug ihn durch die Stadt, begleitet von vielen Bischöfen. Alle Kranken, an denen sie vorbeikamen, wurden geheilt. Ein Blinder und ein Krummer aber wollten nicht gesund werden, da sie nicht arbeiten wollten. Sie flohen in eine enge Gasse, da sie dachten, der Zug käme dort nicht vorbei. Doch just in dieser Gasse begegnete ihnen der Zug. Sie wollten noch fliehen, doch schon waren sie geheilt.

Siehe auch

Weblinks

Literatur

  • Das Leben der Heiligen, eine Auswahl aus der ältesten deutschen Druckausgabe von Heiligenlegenden "Das Passional", Insel Verlag, 1986, S. 219 - 227.
  • Swami Sivananda: Die Kraft der Gedanken; Books. ISBN 3-922477-94-1
  • Swami Sivananda: Shrimad Bhagavad Gita, Erläuternder Text und Kommentar von Swami Sivananda; Mangalam Books. ISBN 3-922477-06-2
  • Swami Sivananda: Hatha-Yoga / Der sichere Weg zu guter Gesundheit, langem Leben und Erweckung der höheren Kräfte; Heinrich Schwab Verlag. ISBN 3-7964-0097-3
  • Swami Sivananda: Göttliche Erkenntnis; Mangalam Books. ISBN 3-922477-00-3
  • Swami Sivananda: Sadhana; Mangalam Books. ISBN 3-922477-07-0
  • Swami Sivananda: Autobiographie von Swami Sivananda; Bad Mainberg 1999. ISBN 3-931854-24-8

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