Sankt Dominikus

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Sankt Dominikus Guzman, Stifter des Dominikanerordens, 1221. 1216 Bestätigung des Ordens, 1234 Heiligsprechung. Attribute: Lilie, Stern auf der Brust oder über dem Haupt. Hund mit Fackel (Traum der Mutter, sie werde einen schwarz-weißen Hund gebären, der mit der Fackel die Erde erleuchte). Schwarzer Talar über weißem Rock. Domini canes (die Ketzer sind die Wölfe). Maria erklärt ihm im Traum die Anwendung des Rosenkranzes. Sankt Dominikus zwingt den Teufel, ihm eine Kerze zu halten, bis das Wachs ihm auf die Finger brennt.

Fra Angelico (1395–1455): Darstellung von Sankt Dominikus auf dem Seitenpaneel des Altars von Perugia, 1437

Napoleone, der Neffe des Kardinals Fossa, wird vom Pferd getötet, von Dominikus wieder auferweckt. Dem Papst Innocens III. erscheint er im Traum. Disputation mit den Manichäem. Er beugt dem Einsturz des Vatikan vor. Vertreter der scholastischen Orthodoxie im Gegensatz zur Mystik der Franziskaner. Heftige Feindschaft beider Orden, die aber schon in Dantes "Paradiso" gleichgestellt werden. Sein Grab in S. Domenico in Bologna. Die Hauptkirche des Ordens in Florenz: Sa Maria Novella; in Rom: Sa Maria sopra Minerva.

Legende über Sankt Dominikus

In der Stadt Kalaruega in Spanien lebte der Edelmann Felix mit seiner Frau Johanna. Eines Nachts träumte er, dass seine Frau schwanger war. Als die Mutter nach der Geburt ihr Kind anschauen wollte, sah sie stattdessen einen kleinen Hund vor sich. Von dessen Mund ging eine feurige Flamme aus, die die ganze Welt entzündete. Johanna war erschrocken darüber.

Der kleine Hund bedeutet, dass ihr Kind später ein Prediger sein wird und die Flammen, die aus seinem Mund kommen, sind ein Symbol für das Wort Gottes mit dem er die ganze Welt inspiriert. Das Kind entwickelte in seiner Jugend viele Tugenden und jeder Mensch, der es sah, erkannte dass es direkt von dem allmächtigen Gott gesendet worden sein muss. In der Schule lernte das himmlische Kind die Heilige Schrift und erlangte so eine gute Basis in göttlicher Weisheit. Danach schickte seine Familie den Knaben auf die spanische Hochschule in der Stadt Valencia. Dort wurde er in den sieben freien Künsten unterrichtet und lernte später aus Büchern über die göttliche Natur. Er wurde so gut gelehrt, dass ein Brunnen göttlicher Weisheit aus seinem Mund floss.

Claudio Coello (1642–1693): Sankt Dominikus mit Kreuz, weißer Lilie und einem Hund mit Fackel, ca. 1685

In dieser Zeit gab es eine große Hungersnot im Land, bei der viele arme Menschen gestorben sind. Dominikus hatte großes Mitgefühl und verkaufte einen Teil seiner Kleider und Bücher. Von dem Erlös speiste er die hungernden Menschen. Der Bischof von Osma hörte von dem heiligen Leben des Sankt Dominikus und achtete ihn sehr. Deswegen ernannte er Sankt Dominikus zu einem Chorherren in seinem Dom. Sankt Dominikus diente Gott mit großem Eifer und voller Hingabe. Deswegen wurde er zum stellvertretenden Vorsteher des Ordens befördert.

Sankt Dominikus und die Ketzer

Sankt Dominikus beschäftigte sich intensiv mit den Inhalten aus dem Buch „Collationes Patrum“ und erwarb daraus tiefe Weisheiten über das Leben. Als er mit dem oben genannten Bischof nach Toulouse reiste, bemerkte er bei seinem Gastwirt eine abweichende Haltung von der vorherrschenden christlichen Lehre. Sankt Dominikus bekehrte ihn wieder zum wahren christlichen Glauben. Das war die erste seiner zahlreichen glorreichen Taten.

In den Niederschriften des Grafen von Starkenberg kann man lesen, wie Sankt Dominikus eines Tages gegen die Ketzer gepredigt hatte. Er formulierte seine Argumente in einem Brief und übergab ihn einem der Ketzer mit der Aufforderung darauf zu antworten. In der Nacht versammelten sich die Ketzer und der Empfänger des Briefes legte ihn der Gruppe vor. In der vorgegebenen Absicht, die Wahrheit herausfinden zu wollen, forderten ihn seine Kameraden auf, den Brief ins Feuer zu werfen. Würde der Brief verbrennen, so könnten sie davon ausgehen, dass ihre Ansichten in Glaubensfragen richtig sind. Wenn er allerdings nicht verbrennt, wollten sie sich in Zukunft zu den Glaubenssichtweisen der Römischen Kirche bekennen und diesen Glauben als den einzig wahrhaften verkünden.

Sie warfen den Brief ins Feuer und als er eine Weile den Flammen ausgesetzt war, sprang er vollkommen unverbrannt heraus. Darüber waren alle Anwesenden sichtlich erstaunt. Ein hartnäckiger Ketzer forderte, dass der Brief nochmals ins Feuer gegeben werden sollte, um ganz sicher zu sein, dass dieses Zeichen wirklich als ein glaubhafter Hinweis auf die Wahrheit Gottes gedeutet werden kann. Also wurde der Brief noch einmal in das Feuer geworfen und sprang erneut unverbrannt heraus. Um wirklich jeden Zweifel ausschließen zu können, schlug der Hartnäckige vor ihn noch ein drittes Mal hineinzuwerfen; um der lieben Wahrheit willen. Doch er sprang abermals ohne die geringsten Verbrennungen heraus. Dennoch hielten die Ketzer an ihren Ansichten fest und folgten den Weisheiten von Cassian.

Cassian war ein abendländischer Klostergründer, der um das Jahr 400 lebte und aus seinen Erfahrungen ein Buch verfasste. Es enthält Erzählungen und Gespräche aus dem Kontakt mit ägyptischen Mönchen, bei denen Cassian lange Zeit gelebt hatte. Der heilige Benedikt befahl den Mönchen in seinen Vorschriften, dieses schreckliche Buch zu lesen. Unter Eid mussten alle schwören, es niemandem zu erzählen. Durch einen Ritter, der fest im traditionellen christlichen Glauben stand, drang die Tatsache dennoch an die Öffentlichkeit. Er fuhr zum Papst Innozenz und erhielt von ihm die Befugnis, überall im Land die Menschen über die Ketzer und deren falschen Lehren aufzuklären. Als die Ketzer das hörten, versuchten sie unter großer Anstrengung und mit allen möglichen verwerflichen Tricks über die Christen zu triumphieren.

Prüfung der unterschiedlichen Lehren

Es wurde daraufhin offiziell verfügt, dass sich traditionelle Christen und Ketzer friedlich miteinander einigen sollten. Das geschah auf folgende Weise: Christen und Ketzer schrieben jeweils zwei Bücher mit ihren Glaubensüberzeugungen. Sie wurden zusammengetragen und Menschen aus dem Volk eingeladen, die Bücher mit den unterschiedlichen Lebens- und Glaubensweisheiten zu lesen und die bessere Lehre zu wählen. Die Lehre von Sankt Dominikus überzeugte die Menschen, und alle hielten es für eine gute Idee, das Entscheidungsergebnis durch eine höhere geistige Macht überprüfen zu lassen.

Es war geplant, die Bücher der Ketzer und Christen einer Feuerprobe auszusetzen. Man war der Überzeugung, dass der allmächtige Gott dann schon zeigt, welches der Bücher die rechte Wahrheit verkündet. Die Bücher wurden daraufhin in ein Feuer geworfen. Die Schriften von Sankt Dominikus sprangen wie durch ein Wunder aus dem Feuer heraus, und die Bücher der Ketzer verbrannten zu Asche. Durch dieses eindeutig übermächtige Zeichen fühlte sich Sankt Dominikus in seinem Glauben gestärkt. Er versammelte gut geeignete Brüder um sich herum und inspirierte sie, unbekümmert die wahre christliche Lehre gegenüber den Ketzern zu verkünden. Dadurch provoziert, bewarfen die Ketzer Sankt Dominikus, überall wo sie ihn antrafen mit Mist und Kot.

Der Weg zum Predigerorden

Es wurde in jenen Zeiten im Land zu einer schlechten Angewohnheit, dass viele adlige Familien, die Vermögen verloren hatten, ihre Kinder zum Lernen in die Versammlungen der Ketzer schickten. Als Sankt Dominikus das mitbekommen hatte, nahm er deren Töchter und bewirkte die Gründung des Frauenklosters Peculia. Dort lebten die Mädchen gehorsam und verehrten Gott durch Wachstum in allen Tugenden. Sankt Dominikus lehrte sie Tag und Nacht, wie sie jeder Verführung widerstehen konnten. Sie wurden streng diszipliniert erzogen und alle Mädchen entwickelten ein ausgeprägtes Gemeinschaftsgefühl. Niemand war verhaftet in seinem persönlichen Besitz. Alles was sie besaßen, teilten sie untereinander. Sankt Dominikus sprach über ihr tugendliches Leben im ganzen Land.

Nachdem Sankt Dominikus in Labin und Toulouse jeweils zehn Jahre gelebt und so einiges gepredigt hatte, dachte er darüber nach, dass es für die ernsthaften Christen wichtig wäre, einen Orden zu haben, der ihnen in Lebens- und Glaubensfragen ein guter Wegweiser und Ratgeber ist. Als eines Tages der heilige Bischof Fula die Stadt Toulouse besuchte, sah er wie hingebungsvoll Sankt Dominikus Tag und Nacht Gott diente. Davon tief berührt, spendete er den Zehnten von seinem Besitz und förderte ihn auch sonst, wo er nur konnte. Auf seine Anregungen hin kamen aus dem ganzen Land viele hilfsbereite Menschen, die Sankt Dominikus und seine Brüder in ihrem Projekt unterstützten. Sie spendeten viel Geld für Bücher, Kleidung und Lebensmittel.

Anerkennung durch den Papst

Der Bischof wollte zum Papst fahren, um für die Anerkennung der Bruderschaft von Sankt Dominikus zu bitten. Er ernannte Sankt Dominikus zu seinem Kaplan, und sie fuhren gemeinsam nach Rom. In Rom angekommen, bat Sankt Dominikus Papst Innozenz darum, dass er seinen Orden offiziell als Predigerorden anerkennt. Das wollte er aber nicht so schnell gewähren. Noch in derselben Nacht hatte der Papst eine Vision vom Lateran. Er sah wie sich die Kirche an beiden Seiten spaltete, die Gebäudeteile sich neigten und einzustürzen drohten. Sankt Dominikus kam daraufhin angelaufen und hob sie auf, sodass sie nicht umfielen. Als der Papst erwachte, dachte er intensiv darüber nach, was der Traum wohl zu bedeuten hatte. Er betrachtete die gespaltene Kirche als Symbol für die heilige Christenheit, die durch Verirrungen in einigen Glaubensfragen uneinig geworden war. Sankt Dominikus soll die Christen durch seinen Orden anweisen, lehren und wieder in ihrem Glauben festigen. Darum sprach der Papst zu Sankt Dominikus, dass er passende Statuten für den Orden auswählen sollte, die sich bereits bewährt haben.

Daraufhin fuhr Sankt Dominikus wieder nach Hause zu seinen sechzehn Brüdern in Toulouse und erzählte ihnen, was sie jetzt zu tun haben. Sie baten den Heiligen Geist um Rat und wählten die Statuten von Sankt Augustin. Da Sankt Dominikus ein Lehrer für christliche Weisheiten war, bezeichneten sie sich als Prediger. Sie ergänzten die Grundsätze durch weitere Statuten ihrer Wahl und einigten sich darauf, dass sie besitzlos bleiben und kein Lehen annehmen wollten, so wie es ihre Position in der Gesellschaft verlangt. Sie wollten arme Pilger in dieser Welt sein, so wie Gottes Sohn es zu seiner Zeit vorgelebt hatte. Als die Grundsätze des Ordens festgelegt waren, fuhr Sankt Dominikus damit wieder nach Rom. Der Papst war in dieser Zeit gerade gestorben. Sankt Dominikus blieb deswegen solange in Rom, bis ein Nachfolger bestimmt wurde.

Sankt Dominikus bekommt seine Mission

Eines nachts als Sankt Dominikus in seiner Andacht war und für die Sünder betete, sah er den Herrn Jesus zornig am Himmel stehen. Drei scharfe Speere boten sich an, die Welt ihrer Sündhaftigkeit wegen zu vernichten. Doch die heilige Maria kniete vor ihrem Sohn und bat ihn, sich nicht an den Sündern zu rächen und von seinem Zorn abzulassen. Daraufhin sprach Jesus: „Mutter, es verträgt sich nicht mit meinem Sinn für Gerechtigkeit, dass die Welt von Tag zu Tag schlechter wird.“ Da erwiderte Maria: „Liebster Sohn, sei barmherzig mit den Christen. Tue es mir zu Liebe.“ Weiter sprach sie: „Mein Sohn, ich kenne einen treuen Kaplan, Sankt Dominikus. Vertraue ihm und seinem Gefährten Franziskus deine Botschaft an. Sie sollen den Menschen predigen, so dass sie sich von ihren Sünden abwenden, um dich zu ehren.“ Jesus erwiderte: „Mutter, die zwei gefallen mir gut. Ich werde sie mit der Mission aussenden, die Menschen auf der Welt zu lehren, ihre Sünden zu bereuen. Ich werde meinen Zorn zurückhalten und die Sünder barmherzig schützen.“ Damit endete die Vision.

Am nächsten Morgen kam Franziskus durch Gottes Fügung zu Sankt Dominikus. Sankt Dominikus erzählte ihm über seine nächtliche Vision während seiner Andacht und fragte ihn, ob er mit ihm zusammen diese Mission übernehmen wollte, und sie versprachen sich in Treue diese Aufgabe gemeinsam zu übernehmen. Das war im Jahr 1216 nach Christus. In dieser Zeit war Honorius der amtliche Papst, der auch den Orden von Sankt Dominikus offiziell anerkannte.

Mangel in der Aufbauzeit

In der Anfangszeit des Ordens, litten die Brüder sehr stark unter der Armut. Wenn zwei Brüder überall in der Stadt um spenden baten, brachten sie gerade einmal soviel zusammen, das davon eigentlich nur drei Menschen satt werden konnten. Als Sankt Dominikus das sah, sprach er dennoch fröhlich: „Es ist alles gut so, wie es Gott für uns bestimmt.“ Er veranlasste, das Brot gleichmäßig vor die vierzig Brüder auf den Tischen zu verteilen. Das ergab nur wenig für jeden. Nachdem die Brüder ihren Segen gesungen hatten, setzten sie sich. Da kamen unverhofft zwei junge Männer in den Speisesaal. Sie trugen beide dieselbe Kleidung und hatten weiße Tragetücher um ihre Hälse. Darin hatten sie helles Brot. Sie gingen zuerst zu Sankt Dominikus, verteilten dann das Brot an alle anderen Brüder und verließen schweigend den Saal. Entzückt streckte Sankt Dominikus seine Hände hinauf zu Gott und sprach zu seinen Brüdern: „Esst fröhlich und dankt Gott für seine Barmherzigkeit!“

Sankt Dominikus erscheinen drei Jungfrauen

Als Sankt Dominikus einmal vor der Mette im Schlafhaus war, sind ihm drei Jungfrauen erschienen. Die Mittlere hatte eine besonders schöne Ausstrahlung. Sankt Dominikus vermutete in ihrer Gestalt die Jungfrau Maria. Er kniete nieder und fragte: „Liebe Jungfrau, bitte sage mir, wie du heißt und wer du bist!“ Sie sprach: „Ich bin Maria, die Mutter Gottes und bin von meinem Sohn als Beschützerin für deinen Orden bestimmt worden. Freue dich darüber!“ Sankt Dominikus fragte Maria, wer die anderen beiden Jungfrauen sind. Sie antwortete: „Die eine ist Sankt Katherina und die andere Sankt Cecilia.“

Dann ging die Jungfrau Maria zu den betenden Brüdern und besprengte sie, während eine Jungfrau ihr das Weihwasser trug. Als sie vor einem Bruder stand, besprengte sie ihn nicht. Da fragte Sankt Dominikus, warum sie diesen Bruder nicht besprengt hat. Sie antwortete ihm: "Er lebt nicht geistlich, denn er trägt keinen Nachtgürtel." Dann verschwanden die drei Jungfrauen. Sankt Dominikus geriet durch diese Begegnung in eine himmlische Verzückung und erblickte die heilige Dreifaltigkeit, die Jungfrau Maria, alle Engel und das ganze himmlische Heer. Nun wollte er die Gelegenheit nutzen und nachsehen ob er die verstorbenen Brüder, die er für erlöst hielt im Himmel finden konnte.

Als er nirgendwo einen sah, war er betrübt. Daraufhin fragte Jesus: „Dominikus, warum bist du betrübt?“ Enttäuscht sprach er: „Ich kann hier nirgendwo einen meiner Brüder sehen.“ Jesus antwortete: „Sie wird dir zeigen, wo deine Brüder sind“, und klopfte dabei seiner Mutter auf die Schulter. Maria öffnete ihren weißen Mantel und darunter saßen alle seine Brüder. Darüber war Sankt Dominikus erfreut und dankte dem gnädigen Gott. Danach läutete er wie gewöhnlich und las nach der Mette ein Kapitel aus der Bibel. Anschließend erzählte er seinen Brüdern, was er erlebt hatte und forderte sie auf, Gott und den Jungfrauen für diese Gnade zu danken.

Sankt Dominikus besiegt den bösen Geist

Eines Nachts schrieb Sankt Dominikus unter einem Kerzenlicht, was er den Menschen verkünden wollte. Dabei erschien ihm der Böse Geist in der Gestalt eines Affen. Er sprang ständig vor ihm hin und her, um ihn abzulenken. Sankt Dominikus erkannte sofort, dass es der Böse Geist sein muss, der ihn verwirren wollte. Er sprach zu dem Feind: „Ich schwöre dir bei Gott, dass du mir die Kerze hältst, bis ich fertig bin mit schreiben.“ Da musste ihm der Feind gehorsam sein, und hielt das Kerzenlicht. Als die Kerze fast heruntergebrannt war, da wurde es ihm ganz heiß und der Feind flehte: „Lass mich gehen, die Kerze brennt stärker als das höllische Feuer.“ „Nein“, sprach Sankt Dominikus, „du musst sie halten, bis ich fertig geschrieben habe.“ Als das Licht erlosch, verschwand der Teufel.

Sankt Dominikus reiste mit sieben Brüdern nach Toulouse. Dort lebte ein selig gesprochener Meister der Heiligen Schrift. Viele Priester besuchten seine Schule um von ihm zu lernen. Eines Morgens als der Meister in der Schule seinen Unterricht vorbereitete, schlief er ein und träumte, dass man ihm sieben Sterne vor die Schule legte. Darüber war er verwundert. Die Sterne schienen immer klarer und überall wurden Christen von den Sternen erleuchtet. Als die Priester in den Unterricht kamen, erwachte der Meister. Wenig später erreichte Sankt Dominikus mit seinen sieben Brüdern die Schule. Der Meister winkte den Priestern mit der Hand, so dass sie den Brüdern Platz machten und hielt weiter seinen Vortrag. Danach begrüßte er die Gäste freundlich und fragte nach ihrem Anliegen. Sankt Dominikus sagte: „Wir sind Prediger und haben die Befugnis vom Papst erhalten, die Ketzer zu zersetzen. Wir nehmen die Beichte ab und predigen.“ Als der Meister das gehört hatte, erkannte er, dass die Prediger die sieben Sterne sind, die man ihm im Traum vor seine Schule gelegt hatte und erbrachte ihnen die größtmögliche Ehrerbietung.

Gespräche mit dem Bösen Geist

Eines Nachts als sich die Brüder schlafen gelegt hatten, trat der Böse Geist in der Gestalt eines Predigers vor den Altar. Sankt Dominikus wähnte in ihm einen Bruder und winkte höflich, dass er sich auch schlafen legen möge. Der Böse Geist verneigte sich und verschwand. Am Morgen hielt Dominikus ein Vortrag und bemerkte: „Wenn ich das Zeichen dazu gebe, sollte jeder auch schlafen gehen.“ In einer weiteren Nacht kam Sankt Dominikus in die Kirche und der Böse Geist stand erneut vor dem Altar als wäre er ein Bruder. Sankt Dominikus sprach zu ihm: „Du bist nicht gehorsam, da du schon wieder so spät herumläufst, obwohl ich Bettruhe gefordert habe.“ Darauf sagte der Böse Geist triumphierend: "Jetzt habe ich erreicht, dass du dein Schweigen gebrochen hast." Sankt Dominikus antwortete: "Du verdammter Bösewicht, das kann mir nicht schaden. Erkläre mir, warum du im Kloster hin- und herläufst?"

Da sprach er voller Überzeugung: „Ich möchte damit erreichen, dass deine Brüder spät einschlafen und morgens die Mette verpassen, oder dass sie langsam aufstehen und träge zum Chor schleichen.“ Sankt Dominikus führte ihn zum Chor und fragte, was er hier in seinem Sinne erreichen könnte. Der Böse Geist antwortete: „Sie werden ihr Schweigen brechen oder früher aus dem Chor gehen oder ohne jede Andacht herumstehen und nicht singen.“ Sankt Dominikus führte ihn in das Refektorium und fragte, was er hier gewinnen könnte.“ Daraufhin der Böse Geist: „Die Brüder werden mehr Essen, als ihnen gut tut. Sie werden träge und können Gott weniger dienen.“

Dann führte ihn Sankt Dominikus in den Gemeinschaftsraum und fragte, woraus er hier einen Nutzen ziehen könnte. Da lachte der Feind und sprach: „Ha ha ha, das Haus gehört schon fast mir, denn die Brüder reden viel unnützes Zeug und sind interessiert an weltlichen Dingen.“ Dann führte er ihn in den Kapitelsaal. Dort schrie der Böse Feind laut: „Hier ist meine Arbeit vergebens. Was ich an anderer Stelle überall gewinne, verliere ich im Kapitelsaal wieder. Denn hier werden die Brüder gerügt und bestraft und müssen ihre Sünden büßen.“ Und dann verschwand er mit großem Geschrei.

Der göttliche Segen

Sankt Dominikus fuhr einmal in einem Schiff und als der Schiffmann seinen Lohn von ihm forderte, sagte er: „Ich werde bei Gott für dich bitten, dass er dir den ewigen Lohn gibt.“ Das machte den Schiffmann zornig, er griff Sankt Dominikus an der Kappe und schrie laut: „Der ewige Lohn ist so fern, dass man ihn nicht sehen kann.“ Und weiter: „Sie fahren nur mit, wenn Sie vorher die Fahrt bezahlen. Darauf möchte ich nicht verzichten.“ Da betete Sankt Dominikus konzentriert zu Gott, und als er auf den Boden blickte, sah er einen goldenen Pfennig vor sich. Dann sagte er zu dem Schiffmann: „Da liegt dein Lohn! Nimm ihn und ärgere dich nicht.“

Gott tat viele Zeichen und Wunder durch Sankt Dominikus, wenn er durch die Städte und das Land reiste. Einmal war er mit Bruder Berchtram unterwegs, und es begann zu regnen. Weit und breit gab es keinen Unterstand und dabei zeigte sich der heilige Segen, der Sankt Dominikus umgibt. Zwei Meter vor ihnen, hinter ihnen und über ihnen hörte es auf zu regnen, so dass sie wie unter einem Dach wanderten. Es geschah oft, dass Sankt Dominikus und seine Gefährten vom Regen nass wurden, bevor sie nachts in die Herberge kamen. Alle setzten sich gleich ans Feuer, nur Sankt Dominikus ging nass zu seiner Andacht, und dennoch trocknete seine Kleidung schneller.

Auf der Reise nach Toulouse und Paris begegnete Sankt Dominikus und Bruder Berchtram morgens deutschen Pilgern. Als er sie grüßte, verstanden sie ihn nicht, denn sie beide waren Romanen. Da ihr Orden noch neu war, erkannten die Pilger sie nicht als Prediger. Doch als die Pilger hörten, wie sie andächtig beteten, bemerkten sie, dass Sankt Dominikus und Bruder Berchtram fromme Menschen waren. Die Pilger wollten sie deswegen nicht einfach weiterziehen lassen, ohne die Brüder vorher mit ihrer Kost zu verpflegen. Sankt Dominikus schmerzte es, dass er ihnen mit seinem Wissen nicht nützlich konnte sein konnte und sprach zu seinem Gefährten: „Es ist ein Drama, dass mich die Pilger nicht verstehen. Sie geben uns zu Essen, und ich würde sie im Gegenzug gerne geistig speisen. Hilf mir, diese Möglichkeit von Gott zu erhalten!“ Sie beteten beide zu Gott, und er erwies ihnen die Gnade, dass Sankt Dominikus mit seiner Hilfe verständlich Deutsch sprechen konnte. Sankt Dominikus lehrte die Pilger mit seinen geistigen Weisheiten, als Ausgleich für ihre Gastfreundschaft. Nach vier Tagen trennten sie sich wieder.

Sankt Dominikus verlässt die Welt

Sankt Dominikus wünschte sich häufig, dass er für Gott gemartert würde. Als die Zeit kam, dass ihn Gott von dieser Welt nehmen wollte, war er schwer krank. Die Leute klagten sehr darüber und besonders seine Brüder weinten und klagten, weil sie ihren tugendvollen Vater und guten Vorreiter bald verlieren sollten. Da sprach er: „Ihr werdet nicht leiden, denn ich erhoffe mir, dass ich dort dem Orden nützlicher sein werde, als hier. Wenn ihr mich ruft, werde ich euch zu Hilfe kommen. Und ich befehle euch, dass ihr ebenso uneigenwillig handelt, sowie ich es tat und euch beständig in der Liebe Gottes übt.“

Dann starb er und seine Seele fuhr fünf Jahre nachdem der Orden anerkannt wurde zum Himmel. Er wurde in der Stadt Bologna bestattet und bei der Beerdigung waren ein Bischof und viele gute Menschen. Als Sankt Dominikus starb, saß der Prior am Glockenseil. Dort sah er, wie sich der Himmel öffnete und zwei Leiter herabgelassen wurden. Er hörte Englisch klingende Töne. Gott hielt eine Leiter oben in seiner Hand, die andere Leiter hatte die Jungfrau Maria in ihrer Hand und zwischen den beiden Leitern stand ein leuchtender Stuhl. Darauf saß ein Bruder mit verbunden Augen, wie es bei Predigern üblich war, wenn sie starben. Mit englischen Gesängen fuhren der Herr Gott, die Jungfrau Maria und der Bruder auf dem Stuhl hinauf zum himmlischen Thron. Der Himmel schloss sich sofort wieder. Als der Prior erwachte, reiste er nach Bologna, um zu sehen, ob es der Bruder Sankt Dominikus gewesen war, den er auf dem Stuhl gesehen hatte. Die Brüder bestätigtem ihm, dass er genau zu dieser Zeit gestorben war.

Sankt Dominikus wird heilig gesprochen

Gott gab viele Zeichen wegen seines treuen Dieners. Deswegen sprachen die Menschen, dass es angebracht ist, ihn heilig zu sprechen. An Pfingsten versammelten sich viele Priester und Bürger. Im hohen Kapitelsaal in Bologna standen morgens fünf Bischöfe und viele Ritter um die Krypta und sangen in tiefer Anerkennung. Als die Gruft geöffnet wurde, trat ein angenehmer Geruch heraus und viele Kranke wurden gesund durch seine Heiligkeit. Dann hob man seinen Körper mit großer Würde an und legte ihn in einen Sarg aus Marmor. Dort war das heilige Leben von Sankt Dominikus nun eingegraben, und wer mit Andacht zu ihm kommt, erhält große Gnade und geht nicht ohne Trost von ihm.

Siehe auch

Weblinks

Literatur

  • Das Leben der Heiligen, eine Auswahl aus der ältesten deutschen Druckausgabe von Heiligenlegenden "Das Passional", Insel Verlag, 1986, S. 98 - 110.
  • Die Kraft der Gedanken von Swami Sivananda; Mangalam Verlag. ISBN 3-922477-94-1
  • Shrimad Bhagavad Gita Erläuternder Text und Kommentar von Swami Sivananda; Mangalam Verlag. ISBN 3-922477-06-2
  • Hatha-Yoga / Der sichere Weg zu guter Gesundheit, langem Leben und Erweckung der höheren Kräfte von Swami Sivananda; Heinrich Schwab Verlag. ISBN 3-7964-0097-3
  • Göttliche Erkenntnis von Swami Sivananda; Mangalam Verlag. ISBN 3-922477-00-3
  • Sadhana von Swami Sivananda; Mangalam Verlag. ISBN 3-922477-07-0
  • Autobiographie von Swami Sivananda; Bad Meinberg 1999. ISBN 3-931854-24-8

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