Grundprinzip

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Vishnu-devananda und Sukadev

Die fünf Grundprinzipien des Yoga nach Swami Vishnu-devananda

Nach genauer Beobachtung des Lebensstiles und der Bedürfnisse der Menschen im Westen fasste Swami Vishnudevananda die Weisheit des Yoga in fünf Grundprinzipien zusammen. Sie lassen sich leicht in den westlichen Alltag integrieren und können die Lebensqualität in vieler Hinsicht verbessern.

Richtige Körperübungen

Yoga ist eine umfassende und relativ sanfte Form der Körperübung, die Nebenwirkungen wie Muskelkater und Überstimulation vermeidet und sich darin von anderen Fitnessprogrammen unterscheidet. Das Sanskritwort "Asana" bedeutet "feste und bequeme Stellung". Yogaübungen können von Menschen jeden Alters und in allen Lebenslagen individuell angepasst praktiziert werden. Asanas mobilisieren Gelenke, Muskeln und Bänder und verhelfen zu einer starken und beweglichen Wirbelsäule, einem flexiblen und gestrafften Körper, besserer Verdauung und Kreislauf, mehr Prana (Vitalenergie) und mehr Konzentration. Das Gegenspiel von Dehnung und Kontraktion der Muskeln wirkt regenerierend auf den ganzen Körper.

Richtige Atmung

Tiefe rhythmische Atmung nutzt die volle Lungenkapazität und ermöglicht dadurch eine maximale Sauerstoffversorgung des Blutes. Körperliche Anstrengung stimuliert zwar automatisch diese Art tiefer Atmung, jedoch atmen viele Menschen sehr kurz und flach aufgrund von Bewegungsmangel bei der Arbeit an Schreibtisch und Computer. Für effiziente geistige Arbeit braucht das Gehirn in der Tat mehr Sauerstoff als Organe oder Muskeln bei der Körperarbeit. Yoga-Atemübungen nutzen die ganze Lungenkapazität und können so die Sauerstoffzufuhr auch im Sitzen optimieren. Bessere Atemgewohnheiten verbessern die Vitalität – tägliche Atemübungen laden die Batterien des Nervensystems vollständig auf.

Richtige Entspannung

Entspannung ist ein wichtiger und integraler Aspekt von Yoga. Hier lernen Sie, Sorgen und Stress loszulassen, Muskelverspannungen zu lösen und das ganze System zur Ruhe zu bringen. Yoga-Entspannungstechniken helfen nicht nur, vorhandene Stresssymptome abzubauen, sie entwickeln auch größeren Widerstand gegen externe Stressfaktoren. Entspannungsübungen sollten generell nach jeder Yogastellung praktiziert werden. Ziel ist es, den Körper vor der nächsten Übung zur Ruhe zu bringen. Die Endentspannung bildet gewissermaßen den Höhepunkt der Stunde und funktioniert wie ein Kühlsystem für Körper und Geist.

Richtige Ernährung

Laut Yoga ist eine frische, ausgewogene vegetarische Ernährung der Schlüssel zu körperlicher und geistiger Spannkraft. Denn: Optimales Funktionieren von Organen und Muskeln hängt von den Nährstoffen in den täglichen Malzeiten ab. Alter, Klima, Jahreszeit, Art der Arbeit sowie Körpertyp – all diese Faktoren sollten bei der Auswahl der Lebensmittel beachtet werden.

Positives Denken und Meditation

Der Geist ist der intelligente Fahrer des Körpergefährts. Daher ist es wichtig, ihn mit positivem Denken und Meditation zu trainieren, damit er das Ziel der Lebensreise und den Weg dorthin versteht. Positives Denken entwickelt höhere Gefühle wie Mut, Liebe und Zufriedenheit, welche nach und nach negative Impulse wie Angst, Zorn, Neid oder Ungeduld ersetzen.

Die Praxis der Meditation beruhigt den Geist. So wie ein See ohne Wellen den Blick auf den Schatz am Grund ermöglicht, so kann auch innerer Frieden dann erfahren werden, wenn alle Gedanken geglättet sind.

Grundprinzipien im Tantra

Die Merkmale von Tantra beinhalten einige besondere Schritte. Wenn diese vom Yogi befolgt werden, ist er in der Lage, die reine Wahrheit zu erfahren. Es gibt bestimmte Merkmale im Tantra, die in erster Linie befolgt werden müssen. Die typischen Merkmale im Tantra sind namentlich der Geist der Irrlehren, der Geist der Auflehnung, der Ritualismus, der Körper als Zentrum, die endgültige Wahrheit von Bi-Polarität, Verwirklichung als Vereinigung der Polaritäten, das Streben nach Siddhi, Vorherrschaft der weiblichen Gottheiten, furchterregende Gottheiten, und der Schwerpunkt auf Guru und Diksha.

Der Geist des Irrglaubens

Eines der Hauptmerkmale des Tantra ist die Abstammung aus alter Tradition, speziell der vedischen. Der Ausdruck "Tantrika" wurde zur Unterscheidung von "Vaidika" genutzt. Tantra vertritt bestimmte eigenartige und heterodoxe (von der herrschenden Lehre abweichende) Leitlinien. Der Körperkult, einschließlich Sexualiät – yogische Übungen zusammen mit esoterischen geometrischen Mustern, Gesten und Beschwörungen, sind Instrumente, um spirituelle Transzendenz zu erlangen.

Der Geist der Auflehnung

Tantrismus als Massenbewegung ist eine Reaktion gegen die sozialen Übel und Ausuferungen der bestehenden Religionen. Er befürwortet die Gleichheit aller Menschen, ermutigt zu freier sozialer Interaktion zwischen allen Kasten und uneingeschränktem Zugang zu rituellen Gottesdiensten für alle, in krassem Widerspruch zu den existierenden brahmanischen Traditionen.

Ritualismus

Tantra ist hauptsächlich von Ritualen geprägt, mit Bräuchen und Zeremonien von unterschiedlicher Vielschichtigkeit. Diese besetzen eine grundlegende Position in allen tantrischen Richtungen, egal ob Hinduimus, Buddhismus oder Jainismus. Damit wird der massive Trend wiederholt, der wahrscheinlich alle Religionen beeinflusst, indem greifbare und beliebte Bräuche anstatt der früheren abstrakten Meditationen eingesetzt werden.

Der Körper als Zentrum

Eine der Grundlagen im Tantrismus ist die Behauptung, dass sich die Wahrheit im Körper des Eingeweihten befindet. Dem menschlichen Körper wird zugeschrieben, dass er das früheste Medium ist, durch das die reine Wahrheit erlangt werden kann. Der Körper und körperliche Fähigkeiten kommen bei den Sadhana Übungen zum Einsatz.

Die endgültige Wahrheit der Bi-Polarität

Die Vorstellung der bi-polaren Struktur der Endgültigkeit ist ein Grundstein der tantrischen Ansichten. Die Polaritäten können als negativ und positiv oder als statisch und dynamisch charakterisiert werden.

Verwirklichung durch die Vereinigung der Polaritäten

Die Befreiung von Anhaftung ist das Hauptziel des Tantrismus. Befreiung ist das perfekte Stadium der Vereinigung zwischen den beiden Aspekten von Wirklichkeit und Verwirklichung des nicht-dualen Wesens des Selbst und des Nicht-Selbst. Das tantrische Sadhana ist so gestaltet, dass die Neuintegrierung des Körpers des Eingeweihten mit seiner Sprache und seinem Geist in Übereinstimmung gebracht werden, mit den kosmischen Wesen, so dass eine Verschmelzung von Mikro- und Makrokosmos stattfindet.

Vorherrschaft der weiblichen Gottheiten

Im Tantrismus herrschen im allgemeinen die weiblichen Erscheinungsformen vor. Der Tantrismus gibt Shakti eine führende Rolle in ihren Jnana Aspekten. Ohne ihre Gnade oder Offenbarung ist die Erlösung des Körpers nicht möglich. Allerdings ist die Rolle der weiblichen Gottheiten in der buddhistischen Tantra-Tradition unterschiedlich zur hinduistischen.

Schwerpunkt auf Guru und Diksha

Es zeigt sich, dass der Tantrismus ein gefährlicher Weg für jene sein kann, die ohne kompetenten Lehrer beginnen und auf dem Weg nicht begleitet werden. Kein Schüler sollte es auf diese Art versuchen. Der Lehrer wird über die dahinterstehende Gottheit bestimmt, und es wird erwartet, dass der neu Eingeweihte die Anweisungen des Lehrers befolgt. Jede tantrische Tradition besteht auf der Notwendigkeit, dass die Initiation durch einen kompetenten geistigen Führer durchgeführt wird. Diksha bezieht sich ausschließlich auf die spirituelle Einweihung.

Puja

Tantra verkündet, dass sich der Verehrer mit der Gottheit identifizieren muss, die er verehrt. Nyasa ist ein grundlegendes Element einer Puja im Tantrismus. Die Opfergaben variieren von fünf bis achtzehn an Zahl. Dhyana und Japa sind andere Grundlagen einer Puja. Tantra betont den Schwerpunkt auf mentaler Verehrung.

Siddhi

Siddhi kann man durch Sadhana erreichen. Das Siddhi-Mantra wird vom Schüler genutzt, um das gewünschte Ergebnis zu erreichen. "Vaksiddhi" sind die Worte, die ein Schüler spricht, der unfehlbar wird. Nachdem man den Gipfel des spirituellen Lebens erreicht hat, kann man acht Siddhis haben. Das wunderbarste aller Siddhis ist Moksha.

Mantra und Purascharana

Mantras haben einen breiten Raum in der trantrischen Tradition. Die Vorstellung von Gott als Mantra, das als eindeutiges Mittel gilt, Moksha zu erreichen. Die Kraft von Mantras ist facettenreich. Das Wort "Purascharana" bezeichnet eine Durchführung, bevor etwas anderes geschieht. Es bedeutet auch die Vervollkommnung des Ablaufs von Mulamantra, da dies durchgeführt werden sollte, bevor die Handlungen beginnen, in denen es angewendet werden soll.

Tantrisches Yoga hat zwei Seiten – Hatha Yoga und Samadhi Yoga. Hatha Yoga besteht aus physischen Techniken, mit denen der Weg zur Kontrolle des Geistes gepflastert ist. Es gibt Yama, Niyama, Pranayama, Asana und Pratyahara. Samadhi Yoga wird in sechs Varianten eingeteilt: Dhyana Yoga, Nada Yoga, Nanda Yoga, Laya Siddhi Yoga, Bhakti Yoga und Raja Yoga.

Einsatz von Mandala und Mudra

Mandalas oder Zeichnungen mit den unterschiedlichsten Formen und Farben sind für tantrische Rituale unverzichtbar. Das Wort Mandala bezeichnet auch eine Versammlung tantrischer Anhänger, die sich treffen, um Zeremonien durchzuführen, die auch Panchamakara beinhalten. Das Wort "Mudra" bezeichnet etwas, das was Wonne schenkt. Das Wort "Kularnava" charakterisiert denjenigen, der den Göttern Freude macht und ihre Herzen zum Schmelzen bringt. Es ist eines der fünf Makaras, die für die tantrische Anbetung als wesentlich betrachtet werden.

Siehe auch

Weblinks

Literatur

  • Swami Sivananda: Die Kraft der Gedanken; Books. ISBN 3-922477-94-1
  • Swami Sivananda: Shrimad Bhagavad Gita, Erläuternder Text und Kommentar von Swami Sivananda; Mangalam Books. ISBN 3-922477-06-2
  • Swami Sivananda: Hatha-Yoga / Der sichere Weg zu guter Gesundheit, langem Leben und Erweckung der höheren Kräfte; Heinrich Schwab Verlag. ISBN 3-7964-0097-3
  • Swami Sivananda: Göttliche Erkenntnis; Mangalam Books. ISBN 3-922477-00-3
  • Swami Sivananda: Sadhana; Mangalam Books. ISBN 3-922477-07-0
  • Swami Sivananda: Autobiographie von Swami Sivananda; Bad Mainberg 1999. ISBN 3-931854-24-8

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