Besitzergreifende Liebe

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Besitzergreifende Liebe ist eine Liebe, welche den/die Geliebten ganz für sich haben will. Besitzergreifende Liebe lässt dem Partner keinen Freiraum und kann daher als beengend empfunden werden. Besitzergreifende Liebe ist meist auch eifersüchtige Liebe. Besitzergreifende Liebe ist einer der sechs Liebesstile nach John Alan Lee und wird dort Mania genannt.

Liebe befreit

Besitzergreifende Liebe als eine der sechs Liebesstile

Der kanadische Soziologe und Sozialpsychologe John Alan Lee hat sechs Liebesstile postuliert, welche auch in empirischen Studien gefunden werden konnten. Es gibt sogar einen standardisierten Fragebogen, das Marburger Einstellungs-Inventar der Liebesstile (MEIL), mit denen die sechs Liebesstile gemessen werden können. Die sechs Liebesstile sind:

Besitzergreifende Liebe ist also eine der Übersetzungen von Mania. Besitzergreifende Liebe beruht auf starker Emotionalität. Der Partner ist das ein und alles. Das ganze Leben dreht sich um den Partner. Daher muss der Partner vereinnahmt werden. Die Folge ist Eifersucht, Angst vor dem Verlust des Partners. So wechseln sich große Liebe, Geborgenheit ab mit Angst, Verlustangst, Eifersucht. Die besitzergreifende Liebe ist ein intensive Liebesbeziehung. Wenn beide Partner damit leben können, kann es zu einer sehr tiefen Partnerschaft führen. Besitzergreifende Liebe macht jedoch abhängig, wird vom Partner oft als Abhängigkeit empfunden. Besitzergreifende Liebe kann auch Folge von mangelndem Selbstvertrauen sein: Leben ohne den Partner ist nichts wert. Die besitzergreifende Liebe kann auch zu Stalking und anderen kriminellen Handlungen führen, wenn sie nicht erwidert wird. In einer Beziehung kann sie zu übertriebenem Kontrollverhalten führen.

Umgang mit besitzergreifender Liebe in der Partnerschaft

Eigene besitzergreifende Liebe

Lieben

Wenn du selbst eine Neigung zu besitzergreifender Liebe hast und deine Beziehung tief und voller Freude ist, dann ist alles in Ordnung. Freue dich über deine tiefe Beziehung.

Wenn du aber merkst, dass dein Partner sich eingeengt fühlt, und deine Eifersucht immer wieder zu Konflikten führt, dann solltest du etwas ändern – weil sonst deine aus Verlustangst motivierte Eifersucht genau zu dem führen kann, was du vermeiden willst – nämlich zum Verlust des Partners. Mindestens kann die besitzergreifende Liebe viel Leid verursachen. Hier ein paar Tipps:

  • Erkenne, dass deine Liebe zum Partner Ausdruck der Liebe zum Göttlichen ist. Dein Partner ist eine Manifestation des Göttlichen. Aber letztlich ist es das Göttliche, das du liebst
  • Lass dem Partner seinen Freiraum
  • Wenn du eifersüchtig bist, übe dich in Selbstbeherrschung: Nicht immer ist es gut, gleich auf Impulse zu handeln
  • Erkläre dem Partner öfter, dass du ihn liebst. Mache ihm Komplimente, bestärke ihn in dem was er tut. Statt Vorwürfe und Verdächtigungen auszudrücken, sind beziehungsfördernde, wertschätzende Kommunikation sowie Zärtlichkeit viel effektiver, um die Beziehung zu vertiefen
  • Frage den Partner, was er/sie braucht, von dir wünscht
  • Drücke auch deine Bedürfnisse aus, damit dein Partner die Gelegenheit bekommt, seine Liebe auszudrücken
  • Erkenne, dass du eine eigenständige Persönlichkeit bist. Entwickle Selbstvertrauen. Du kannst auch allein leben, wenn es erforderlich wäre
  • Übe Yoga und Meditation. So entwickelst du Gelassenheit, ein Gefühl für dich Selbst, Selbstvertrauen
  • Übe Gottvertrauen, fühle dich in Gott geborgen

Partner mit besitzergreifender Liebe

Liebe und Partnerschaft

Wenn dein Partner dich mit besitzergreifender Liebe „beschenkt“, gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Wenn du glücklich bist, dass du einen so liebenden Partner hast, dann ist alles in Ordnung
  • Wenn du dich eingeengt fühlst, und dich immer wieder mit Vorwürfen, Forderungen und Eifersuchtszenen konfrontiert siehst, dann musst du etwas tun und/oder lernen, damit umzugehen.

Hier ein paar Tipps für den Umgang mit besitzergreifender, eifersüchtiger Liebe:

  • Schätze dich glücklich, dass du jemanden hast, der dich so liebt.
  • Sei dir bewusst, dass die Eifersucht des anderen Ausdruck seiner Liebe ist.
  • Gehe etwas auf die Eifersucht des anderen ein: Melde dich öfter per Email, SMS, Telefonat, Chat, wenn ihr mal räumlich getrennt seid; erkläre was du machst; berichte darüber, was du gemacht hast.
  • Erzähle dem anderen, was du gerne hättest – gib dem anderen die Chance, seine Liebe so auszudrücken, wie du es magst.
  • Erkläre dem anderen öfter, dass du ihn liebst.
  • Drücke deine Liebe immer wieder in kleinen Gesten aus: Häufige Zärtlichkeiten, kleine Geschenke (besser häufig kleine Geschenke als seltene große Geschenke), in die Augen schauen, Komplimente.
  • Triff Absprachen, wo du deinen Freiraum brauchst; verweise dann immer wieder auf die Absprachen.
  • Sprich darüber, wie das Eifersuchtsgehabe des anderen auf dich wirkt.
  • Sprecht regelmäßig über eure Beziehung und darüber, was ihr braucht, wünscht, vom anderen erhofft.

Mania, besitzergreifende Liebe, gehört zu den stabileren Liebesstilen. Sieh es daher eher als positiv an, wenn dein Partner diesen Liebesstil hat.

Weiterentwicklung der besitzergreifenden Liebe

Vom spirituellen Standpunkt ist allerdings wünschenswert, wenn aus der besitzergreifenden Liebe sich die uneigennützige Liebe entwickelt, und wenn die Partnerliebe sich zu einer umfassenden Liebe entwickelt, zur Gottesliebe, zur Nächstenliebe und zur Liebe zu allen Wesen. Die Liebesbeziehung zum Partner bleibt immer etwas ganz besonderes. Diese tiefe Liebe kann aber eine Grundlage werden zur Liebe zu allen Wesen.

Zusammenfassung

Besitzergreifende Liebe - was ist das? Wie geht man damit um? besitzergreifende Liebe ist eine Liebe, die von einem anderen Besitz ergreifen will. Besitzergreifende Liebe lässt dem anderen nicht den Raum den er braucht, ermöglicht dem anderen keine Entfaltung. Eine bedingungslose Liebe kann auch Treue fordern, ohne besitzergreifend zu werden.

Siehe auch

Literatur

  • Stephan Hachtmann, Berührt vom Klang der Liebe: Wege zum Herzensgebet (2012)
  • Thich Nhat Hanh, Jesus und Buddha - Ein Dialog der Liebe (2010)
  • Johannes XXIII., Das Herz muss voll Liebe sein (2013)
  • Ayya Khema, Das Größte ist die Liebe: Die Bergpredigt und das Hohelied der Liebe aus buddhistischer Sicht (2009)
  • Christopher West u.a., Die Liebe, die erfüllt: Gedanken zu Eros & Agape - Papst Benedikt XVI. und die menschliche Liebe (2011)
  • Kordula Witjes u.a., Die Liebe wählen: Frère Roger, Taizé 1915-2005 (2013)

Weblinks

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