Freundschaftliche Liebe

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Freundschaftliche Liebe ist die Liebe zwischen Freunden. Freundschaftliche Liebe ist ein Gefühl innerer Verbundenheit. Freundschaftliche Liebe bedeutet Interesse zu haben am anderen. Freundschaftliche Liebe nimmt Anteil am anderen. Freundschaftliche Liebe bedeutet die Bereitschaft zu helfen. Freundschaftliche Liebe heißt auch die Gewissheit, dass der andere einem hilft. Freundschaftliche Liebe ist nicht exklusiv: Man kann mehreren Menschen gleichzeitig in freundschaftlicher Liebe zugetan sein.

Krishna und Arjuna, als Archetyp freundschaftlicher Liebe

Freundschaftliche Liebe als Grundbedürfnis

Menschen haben das Grundbedürfnis, anderen in freundschaftlicher Liebe verbunden zu sein. Freundschaftliche Liebe ist das Gegenmittel zu Einsamkeit. Gerade in immer technischer werdenden Zeiten ist freundschaftliche Liebe immer wichtiger.

Grade freundschaftlicher Liebe

Es gibt verschiedene Grade freundschaflicher Liebe:

  • Beste Freunde: Viele Menschen haben 1-3 beste Freunde - hier ist die freundschaftliche Liebe und Verbundenheit am größten. Mit dem Ausdruck "Freundschaftliche Liebe" ist auch ausgedrückt, dass es keine erotische oder sexuelle Liebe ist - sondern eben freundschaftliche Liebe
  • Gute Freunde: Menschen haben oft 5-10 gute Freunde, also andere, zu denen sie freundschaftliche Liebe spüren, die aber nicht so intensiv ist wie zu den besten Freunden
  • Freunde und Bekannte: Im Amerikanischen heißt der Ausdruck "Friend" das, was im Deutschen "Bekannter" heißen würde. Im Zuge der Popularität von Facebook ist inzwischen auch der Ausdruck "Freund" im Deutschen etwas schwächer geworden - so werden heutzutage oft auch Bekannte als "Freunde" bezeichnet.

Freundschaftliche Liebe und Nächstenliebe

Der heilige Franziskus von Assisi lebte die Liebe der Wohltätigkeit gegenüber den Bedürftigen

Spirituelle Meister aller Weltreligionen empfehlen ein Grundgefühl der Liebe zu allen Menschen. Nächstenliebe, auch die christliche Nächstenliebe, hat mehrere Facetten:

  • Wohltätigkeit gegenüber den Bedürftigen
  • Freundschaftliche Liebe zwischen Gleichgestellten
  • Nächstenliebe schließt auch die Feindesliebe mit ein

Entwickle freundschaftliche Liebe als Grundgefühl

Freundschaftliche Liebe

Du kannst freundschaftliche Liebe als Grundgefühl entwickeln. Du kannst dir bewusst machen: Wir haben so viel gemeinsam, gemeinsame Bedürfnisse, gemeinsame Weisen des Denkens. Du kannst dich in freundschaftlicher Liebe allen Menschen zugetan fühlen.

Selbstverständlich wirst du mit einigen eine tiefere freundschaftliche Liebe erfahren können. Aber ein Grundgefühl freundschaftlicher Liebe kannst du zu allen Menschen hegen. Du kannst dir bewusst machen:

  • Jeder Mensch hat legitime Bedürfnisse
  • Jeder Mensch hat auch berechtigte Anliegen
  • Jeder Mensch will auch Gutes bewirken
  • Jeder Mensch hat dabei auch seine Macken - und Probleme
  • Jeder Mensch hat Verletzungen - und verletzt auch andere

Wenn du dir dessen bewusst wirst, kannst du andere verstandesmäßig lieben. Wenn du dann mit deinem Gefühl dein Herz mit dem Herz des anderen verbindest, indem du von der Tiefe deines Herzens die Tiefe des anderen spürst, entwickelst du freundschaftliche Liebe zum anderen.

Philia und freundschaftliche Liebe

In der griechischen Philosophie wie auch in der christlichen Theologie wird von Philia als einer der drei Grundformen der Liebe, Agape, Philia und Eros, auch manchmal in der Reihenfolge Eros Agape Philia, gesprochen. Philia ist dabei die freundschaftliche Liebe, die aus gemeinsamen Interessen und Anliegen, sowie einer inneren Verbundenheit zweier oder mehrerer Menschen kommt.

Freundschaftliche Liebe im Yoga

Im Yoga spielt freundschaftliche Liebe eine große Rolle. Das ist im Yoga genauso wie in praktisch allen spirituellen Systemen. Es gibt dabei unterschiedliche Sanskrit Ausdrücke - und unterschiedliche Kontexte.

Satsang als Grundlage spiritueller Freundschaft

Satsang heißt Gemeinschaft (Sanga), um gemeinsam nach Wahrheit (Sat) zu streben. Eine der vielen Bedeutungen des Wortes Satsang ist Spirituelle Gemeinschaft. In parktisch jeder spirituellen Gemeinschaft gilt als hoher Wert, ein Gefühl freundschaftlicher Liebe zueinander zu entwickeln. Da in einer spirituellen Gemeinschaft ein gemeinsames spirituelles Interesse herrscht, entsteht das Gefühl von freundschaftlicher Liebe. Gemeinsame Erlebnisse, gemeinsames Tun, gegenseitiges Unterstützen, stärkt die freundschaftliche Liebe der Gemeinschaftsmitglieder.

Satsang heißt auch gemeinschaftliche spirituelle Praxis, z.B. Meditation, Mantra-Singen, Arati. Im Satsang entstehen Gemeinschaftserlebnisse, das Gefühl der Verbundenheit - das fördert ein Gefühl freundschaftlicher Liebe untereinander.

Freundschaftliche Liebe unter Gurubhais

Gurubhais sind die Schüler des gleichen Meisters. Schüler des gleichen Gurus haben gemeinsame Erlebnisse, gemeinsame Anliegen, sind oft im gemeinsamen Dienst (Guruseva) verbunden. So ist es ganz natürlich, dass die Schüler des gleichen Meisters freundschaftliche Liebe als Ideal haben - und oft sehr stark auch erfahren. Es ist immer wieder faszinierend, Schüler von großen Meistern miteinander zu erleben. Selbst wenn sie über viele Jahre sich nicht gesehen haben, ist da eine sehr starke Verbundenheit spürbar.

Maitri Bhava als Grundgefühl

Die Yogaweisheit des Patanjali für Menschen von Heute von Sukadev Volker Bretz

Der große Yogameister Patanjali schreibt in seinem Buch Yoga Sutra immer wieder von Maitri Bhava. Maitri heißt "Freundschaft", Mitra ist ein Freund. Bhava heißt Gefühl, heißt auch Liebe. Maitri Bhava ist das Gefühl der Liebe und Freundschaft zu allen Menschen. Maitri Bhava kann man auch als Freundschaftliche Liebe und auch als Mitgefühl übersetzen.

Patanjali empfiehlt verschiedene Weisen, wie man Maitri Bhavani, also freundschaftliche Liebe zu allen, entwickeln kann:

  • Kultivierung von Maitri Bhava im Alltag: Formuliere immer wieder Gedanken freundschaftlicher Liebe
  • Denke an Menschen, die Maitri Bhava entwickelt haben
  • Übe die Verbindung von Herz-zu-Herz: Spüre mit deinem Herzen das Herz des anderen. Nimm dir dafür ein paar Momente Zeit - durch dieses Gefühl der Verbundenheit freundschaftlicher Liebe geht nachher vieles viel leichter
  • Versetze dich in den anderen hinein - löse dich dabei von deinen eigenen Verhaftungen und Ideen

Weitere Tipps für freundschaftliche Liebe zu den Menschen, mit denen du zu tun hast:

  • Wenn du jemanden grüßt, z.B. "Guten Tag" wünschst, sage es von Herzen. Wenn du sagst "Grüß Gott" oder "Om Namah Shivaya", dann grüße Gott im anderen
  • Suche die guten Eigenschaften des anderen, und drücke deinen Respekt und deine freundschaftliche Liebe aus
  • Biete dem anderen immer wieder deine Hilfe an
  • Wenn dir Hilfe angeboten wird, nimm sie an
  • Wenn du Hilfe brauchst, bitte darum
  • Vermeide, schlecht über andere zu sprechen. Sei ehrlich - und dabei respektvoll
  • Nimm dir Zeit für die Freundschaft. Zeige dem anderen, dass er/sie dir wichtig ist

Sakhya Bhava

Sakhya Bhava ist ein anderes Wort für freundschaftliche Liebe. Sakhya heißt Freund, Bhava heißt Gefühl, Liebe. Sakhya Bhava ist also die freundschaftliche Liebe. Sakhya Bhava gilt im Bhakti Yoga als eine der Grundformen der Gottesliebe, Bhakti. Es gibt fünf Hauptweisen, wie der Mensch Gott lieben kann:

  • Sakhya Bhava - Freundschaftliche Liebe zu Gott
  • Dasya Bhava - Liebe zu Gott als Diener - Gott ist der Meister
  • Vatsalya Bhava - Liebe zu Gott wie zwischen Eltern und Kind: Gott als Vater, Göttin als Mutter, Gott als Kind
  • Madhurya Bhava - Liebe zu Gott als Geliebten
  • Shanta Bhava - Friedvolle, Stille Liebe zu Gott

Sakhya Bhava wird heutzutage immer beliebter. Immer mehr Menschen wollen Gott mit freundschaftlicher Liebe spüren und begegnen.

Kultiviere Freundschaftliche Liebe zu Gott

Du kannst Sakhya Bhava, freundschaftliche Liebe zu Gott, bewusst kultivieren:

Siehe auch

Literatur

  • Stephan Hachtmann, Berührt vom Klang der Liebe: Wege zum Herzensgebet (2012)
  • Thich Nhat Hanh, Jesus und Buddha - Ein Dialog der Liebe (2010)
  • Johannes XXIII., Das Herz muss voll Liebe sein (2013)
  • Ayya Khema, Das Größte ist die Liebe: Die Bergpredigt und das Hohelied der Liebe aus buddhistischer Sicht (2009)
  • Vinzenz von Paul, Liebe sei Tat (2003)
  • Albert Schweitzer, Aus meinem Leben und Denken (2011)
  • Albert Schweitzer, Glauben, lieben, handeln (1980)
  • Kordula Witjes u.a., Die Liebe wählen: Frère Roger, Taizé 1915-2005 (2013)
  • Petra und Erwin Würth, Zur Liebe befreit: Szenen aus dem Leben des Franziskus von Assisi (2011)

Weblinks

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