Aufopfernde Liebe

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Aufopfernde Liebe ist eine Bereitschaft, etwas aus Liebe für jemand anderes zu tun, für das man keinen materiellen Gewinn verspürt.

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Aufopfernde Liebe gehört zu dem Großartigsten, wozu ein Mensch fähig ist. Aufopfernde Liebe kann aber auch aus einer Unfähigkeit herrühren, an seine eigenen Themen zu gehen. Aufopfernde Liebe ist ein Ideal in den Weltreligionen. Aufopfernde Liebe, Agape, gilt auch als ein Liebesstil im Modell der sechs Liebesstile. Aufopfernde Liebe gibt es gegenüber Familienmitgliedern, gegenüber dem Partner, gegenüber Tieren, sozial Benachteiligten, der Natur. Aufopfernde Liebe gibt es auch als Engagement im Rahmen einer spirituellen Gemeinschaft. Aufopfernde Liebe ist das, was spirituelle Lebensgemeinschaften zusammen hält.

Aufopfernde Liebe in der Familie

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Die Keimzelle der Gesellschaft ist die Familie. Die Urform der aufopfernden Liebe ist die Liebe der Eltern zu ihren Kindern. Was die Eltern für ihre Kinder aus Liebe tun, ist unermesslich. Eltern widmen, mindestens in den ersten Jahren ihres Kindes, ihrer Kinder, ihr ganzes Leben dem Wohl ihres Kindes, ihrer Kinder. Und auch später wären die meisten Eltern bereit, für ihre Kinder ihr Leben zu geben.

Auch Kinder sind bereit, sich aus Liebe für ihre Eltern und für ihre Geschwister aufzuopfern.

Liebe verbindet Menschen miteinander. Liebe will sich in Handlungen äußern. Aufopfernde Liebe ist der Ausdruck höchster Liebe - die Bereitschaft über das Normale, das Bequemliche, hinaus etwas für jemand anderes zu tun. Durch aufopfernde Liebe werden die Familienbande geknüpft, wird die Liebe tief.

Aufopfernde Liebe als altruistische Liebe, als Grundlage für gemeinnütziges Engagement

Aufopfernde Liebe ist altruistische Liebe, also Liebe, die auf das Wohl des anderen (Lateinisch alter=anderer) gerichtet ist. Aufopfernde Liebe ist die tätige Nächstenliebe, die Bereitschaft etwas für andere zu tun, und sein Wohlergehen hinter das Wohlergehen anderer zu stellen.

Aufopfernde Liebe gibt es nicht nur in Familie und Beziehung. Aufopfernde Liebe gibt es auch im gemeinnützigen Engagement, im Tierschutz, im Umweltschutz, für jede gute Sache. Aus Liebe sind Menschen bereit, sich für andere einzusetzen und ihren eigenen Vorteil, ihr eigenes Wohlergehen hintenan zu stellen.

Aufopfernde Liebe kann zu tiefer Freude führen. Aufopfernde Liebe kann dazu führen, dass man einen tieferen Sinn im Leben sieht. Sinn des Lebens kann nicht nur sein, zu essen, zu trinken, ein bisschen Vergnügen zu haben. Eine Sache zu haben, für die man sich mit Liebe, mit Gefühl einsetzen kann, macht das Leben tief, gibt eine tiefe Freude.

Aufopfernde Liebe als spirituelle Praxis

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In allen Religionen gibt es das Ideal der aufopfernden Liebe. Diese aufopfernde Liebe kann herrühren aus einer spirituellen Erfahrung, aus einem Berufungserlebnis, aus einer Gotteserfahrung. Aufopfernde Liebe kann auch sein ein Gebot, eine spirituelle Praxis. Im Christentum z.B. gibt es das Ideal der Nächstenliebe bzw. die tätige Nächstenliebe als Gottesdienst. Ein Jesuswort sagt: Was du getan hast für den geringsten deiner Brüder und Schwestern, das hast du mir getan".

Aufopfernde Liebe ist auch eine spirituelle Praxis im Karma Yoga, dem Yoga des uneigennützigen Dienens. Indem man mit Liebe einem anderen dient, sich für das Wohl anderer einsetzt, kommt man aus dem Ichdenken heraus. Das Ichdenken, die Ichbezogenheit ist der Hauptgrund für die Schwierigkeit, seine wahre Natur zu erfahren, die Erleuchtung zu erlangen. Daher betonen Yogameister wie Swami Sivananda die Notwendigkeit, anderen zu dienen. Es reicht dabei nicht aus, anderen zu helfen. Wichtigkeit ist die Liebe im uneigennützigen Engagement. Aus Liebe anderen zu helfen führt zur Erweiterung des Bewusstseins, zur Erfahrung der Verbundenheit.

Gefahren einer aufopfernden Liebe

Aufopfernde Liebe kann auch ein Ausdruck der mangelnden Bereitschaft sein, sich seinen eigenen Themen zu stellen. Aufopfernde Liebe kann auch eine Art Verdrängen, von Flucht sein. Ein spiritueller Aspirant sollte sich öfter mal fragen, ob er wirklich mit Liebe dient, oder sich hinter das Tätigsein versteckt.

Jedoch ist es häufiger, dass bequeme Menschen denjenigen, die in aufopfernder Liebe für andere tätig sind, ihnen Helfersyndrom vorwerfen, als dass diese es tatsächlich haben. Es ist eben bequemer, das uneigennützige Engagement anderer als krankhaft zu bezeichnen als selbst zu beginnen, aus seiner Bequemlichkeit herauszugehen und in aufopfernder Liebe für andere tätig zu sein.

Aufopfernde Liebe in der Partnerschaft

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Zu einere Partnerschaft, zu einer Liebesbeziehung, gehört auch die Bereitschaft, füreinander da zu sein. Aufopfernde Liebe ist Ausdruck jeder tiefen Liebe. Eine Liebe, die nicht zu Opfern bereit ist, ist keine wirkliche Liebe.

Partnerschaften sind jedoch unterschiedlich. Die Bereitschaft, sein Leben dem Wohl des Partners zu widmen, ist unterschiedlich ausgeprägt. Der amerikanische Soziologe und Sozialpsychologe John Alan Lee hat 1973 sechs Liebesstile beschrieben. Einen davon nannte er Agape, aufopfernde Liebe, altruistische Liebe. Hier die sechs Liebesstile in diesem Modell, in diesem Konzept:

Agape ist in diesem Konzept der sechs Liebesstile die aufopfernde Liebe, die uneigennützige Liebe zum Partner. Wer den Agape Liebesstil pflegt bzw. empfindet, stellt das Wohl des Partners über sein eigenes. Er sieht im Wohl des Partners seinen Lebenssinn. Diese aufopfernde Liebe ist eine beständige Liebe, die auch Schicksalsschläge aushält, den Liebenden dazu anleitet, den anderen zu pflegen, alles zu tun, was dem anderen gut tut. Diese aufopfernde Liebe ist auch bereit zur Vergebung.

Gefahr bei dieser Art von aufopfernden Liebe ist es, dass man ausgenutzt werden kann. Früher galt insbesondere für Ehefrauen das Ideal der aufopfernden Liebe für Mann und Kinder. Das Ideal der aufopfernden Liebe wurde dabei für die Unterdrückung der Frau missbraucht.

Auch heute ist es wichtig, dass beide Partner sich auch um ihre eigenen Bedürfnisse kümmern. Wer sich um sich selbst kümmert, hat die Kraft sich auch um das Wohl des anderen zu kümmern. Auch derjenige, dessen Liebesstil die aufopfernde Liebe ist, sollte dem Partner seine Bedürfnisse mitteilen. Sich gegenseitig Gefallen zu tun, stärkt die Liebe in beide Richtungen.

Aufopfernde Liebe und Burnout vermeiden

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Sich für andere aufzuopfern, kann auch ins Burnout führen. Der Begriff Burnout wurde ursprünglich im Kontext von sozialen Berufen und lehrenden Berufen entwickelt. Menschen, die für eine gute Sache entbrennen und sich engagieren, können Enttäuschungen erleben, Widerstände erleben, die zum Ausbrennen zum Erlöschen ihres inneren Feuers, eben zum Burnout führen.

Um das zu vermeiden, gibt es einige Ratschläge für Menschen, die in aufopfernder Liebe sich für andere engagieren:

  • Sorge dafür, dass du selbst Energie hast
  • Kümmere dich auch um deine eigenen Bedürfnisse
  • Entwickle und entfalte deine eigenen Fähigkeiten und dein Wissen: Siehe das als Teil deiner aufopfernden Liebe an
  • Übe spirituelle Praktiken wie Yoga und Meditation: So bekommst du immer wieder neues Prana, Lebensenergie und Inspiration
  • Siehe in der aufopfernden Liebe spirituelle Übung. Dann kannst du deine Liebe auch bei Enttäuschungen und wahrgenommener Undankbarkeit und Widerständen aufrecht halten. Du engagierst dich für andere. Was dabei herauskommt, liegt nicht in deinen Händen. Die Erfahrungen, die du in aufopfernder Liebe machst, sind die, an denen du wachsen kannst - und sind genau die richtigen für deine Entwicklung
  • Fühle dich als Instrument des Göttlichen, Gottes, der göttlichen Mutter. Du musst nicht alles machen, du bist nicht alleinverantwortlich. Letztlich ist Gott verantwortlich, daher kannst du Entspannung üben und alle Gott überlassen. Engagiere dich, sei zu Opfern bereit - aber lasse dann auch los
  • Achte darauf, dass du nicht nur äußerlich handelst, aus Verantwortungsgefühl heraus. Sorge dafür, dass du immer wieder Liebe empfindest. Die Kultivierung von innerer Liebe ist so wichtig, dass du nicht nur äußerlich tätig bist, sondern dein inneres Feuer immer wieder entfachst.

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Seminare

Bhakti Yoga

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16. Jun 2017 - 18. Jun 2017 - Liebe, Mitgefühl, Freude und Gleichmut
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