Upapurana

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Ein Upapurana (Sanskrit: उपपुरान , upapurāna n) ist ein Unterpurana und mehr konfessionsgebunden als das Mahapurana, meist ist es ein Anhang zu diesem. Es dient hauptsächlich der Verbreitung der verschiedenen Kulte des Hinduismus‘. Die Puranas beschreiben in ihren Erzählungen eine große Zahl religiöser und philosophischer Anschauungen - von Bhakti bis Samkhya. Das Upapurana unterscheidet sich kaum vom Mahapurana, es geht jedoch mehr auf die religiösen Bedürfnisse der Konfessionen und auf die Notwendigkeiten der lokalen Kulte ein.

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Sukadev über Upapurana

Niederschrift eines Vortragsvideos (2015) von Sukadev über Upapurana

Upapuranas sind die Unter-Puranas, die Neben-Puranas. Es gibt die Haupt-Puranas unter den achtzehn Puranas und es gibt die Upapuranas. Zum Beispiel, besonders wichtig sind Shiva Purana, Vishnu Purana, Bhagavata Purana, Markandeya Purana, um nur einige der wichtigen zu nennen. Und dann gibt es die Upapuranas, das sind die Neben-Puranas. Es gibt sogar unterschiedliche Aussagen, wie viel Upapuranas es gibt. Martin Mittwede nennt in seinem Buch „Spirituelles Wörterbuch“ als Upapurana zum Beispiel die Narasimha Purana, die Vayu Purana, Shivadharma Purana, Ashcarya Purana, Narada Purana, Nandikeshvara Purana, Ushanas Purana, Kapila Purana, Varuna Purana, Shamba Purana, Kalika Purana, Kalki Purana, Devi Purana, Parashara Purana, Marici Purana, Bhaskara Purana, Surya Purana und es gibt noch viele mehr.

Also, die indische spirituelle Literatur ist riesengroß, es gibt kein anderes Volk, das so viele alte Schriften hat. Natürlich kann man sagen, seit dem christlichen Mittelalter hat auch die christliche Literatur sehr viel an Büchern gewonnen. Aber man kann sagen, bis zum 15. Jahrhundert gibt es kein Land, was so eine breite spirituelle Literatur entfaltet hat wie Indien. Und die Puranas zählen ja auch zu den heiligen Schriften, insbesondere die achtzehn Puranas, die Upapuranas sind dann später gekommen, vermutlich so im frühen indischen Mittelalter, so ab den Jahrhunderten nach Christi Geburt und sie definierten dann immer eine spezielle spirituelle Tradition. Upapuranas, also die Neben-Puranas, Geschichten über Gott und seine Manifestationen, über die Avatare und wie sich Gott in dieser Welt manifestiert hat.

Wichtige Upapuranas

Vishnu

Das Vishnudharmottara ist ein Teil des Garuda Puranas, gilt aber als ein eigenständiges Upapurana. Alberuni bezeichnete es als das ‚Vishnudharma‘. Es ist ein enzyklopädisches Vaishnava Buch kaschmirischer Tradition. Teil 1 beschäftigt sich mit der Erschaffung der Welt, Kosmologie, Geographie, Astronomie, Zeiteinteilung, Genealogie, Regeln für Gelübde und Riten. Teil 2 beschäftigt sich mit Politik, Gesetzgebung, Medizin, Kriegskunst, Astronomie und Astrologie. Teil 3 beschäftigt sich mit Grammatik, Lexikografie, Metren, Dichtung, Tanz, Gesang, Musik, Steinmetzkunst und Malerei in Bezug auf Bildnisse der Götter und Architektur in Bezug auf Tempelbau.

Das Brihaddharma Purana, das ‚große Purana der Pflichten‘ erscheint als das achtzehnte in der Liste der Upapuranas und beschäftigt sich im ersten und letzten Teil mit dem Dharma. Weiterhin enthält es einen Dialog der Göttin mit ihren Freunden Jaya und Vijaya und bekommt dadurch einen tantrischen Charakter. Im zweiten Teil singen Brahma, Vishnu und Shiva der großen Göttin zum Lobe. Es lehrt, dass alles seinen Anfang nahm mit Shiva und Shakti.

Das Shiva Purana ist eines der umfangreichsten Upapuranas. Nachfolgend einige Upapuranas: Sanatkumara, Narasimha, Brihannaradiya, Sivarahasya, Durvasa, Kapila, Vamana, Bhargava, Varuna, Kalika, Nandi, Surya, Parasara, Vasishtha, Devi Bhagavata, Ganesha, Mudgala, Hamsa. Unter diesen sind das Ganesha und das Mudgala Purana Upapuranas, die Ganesha gewidmet sind. Das Ganesha Purana und das Chandika Purana sind Shivaitische Upapuranas. Das Devi Bhagavata Purana verherrlicht Durga als das Höchste Wesen.

Zusammen mit dem Mahatmya des Markandeya Puranas ist das Devi Bhagavata Purana der Grundlagentext der Verehrung der Göttin. Das Surya Purana ist dem Sonnenkult gewidmet. Vishnus zukünftige Taten am Ende des Kali Yugas werden im Kalki Purana beschrieben. Das Kalika Purana beschreibt die Taten von Kali in ihren zahllosen Erscheinungen und ihre Verehrung. Ein Kapitel beschäftigt sich mit Tier- und Menschenopfern ihr zu Ehren. Kurioserweise enthält es nebenbei ein Kapitel über Politik.

Shiva, Parvati und Ganesha

Siehe auch

Durga auf dem Tiger mit ihren Waffen

Weblinks

Literatur

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