Pferdeliebe

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Pferdeliebe ist die Liebe zu Pferden, die Liebe eines Pferdes zu dem Menschen oder auch die Liebe der Pferde untereinander. Erfahre mehr über die Pferdeliebe und wie sehr die Herzen der Menschen sich öffnen können, wenn sie sich auf Pferde einlassen.

Pferdeliebe

Pferdeliebe und Pferd als Nutztier

Pferde und Menschen sind seit vielen Tausend Jahren miteinander verbunden. Es wird meist davon gesprochen, dass das Pferd Nutztier war. Aber letztlich war es die Pferdeliebe, die ein Zusammensein von Mensch und Tier überhaupt langfristig ermöglichte.

Pferde als Nutztier

Menschen und Pferde sind seit Jahrtausenden miteinander verbunden. Viele große Hochkulturen sind entstanden durch die Domestizierung von Pferden. Diese Domestizierung geschah nicht einfach so. Vielmehr war Pferdeliebe die Grundlage. Alle Kulturen, in denen Pferde eine wichtige Rolle spielten, kennen die Pferdeliebe. Pferde waren nützlich, ja für manche Gesellschaften unabdingbar. Auf folgenden Gebieten konnten Pferde nützlich sein:

  • Pferde als Zugtier für Transporte: Pferde konnten Wagen ziehen. Gerade wenn größere Lasten gezogen werden sollten, und es etwas schneller gehen sollten, waren Pferde das ideale Zugtier
  • Pferde in der Landwirtschaft: Pferde waren Zugtier für Transporte - als solches auch wichtig in der Landwirtschaft. Allerdings wurden Pferde erst im 19. und 20. Jahrhundert vermehrt als Zugtier auch für den Pflug und andere landwirtschaftliche Maschinen genutzt - und dann doch bald durch Traktoren ersetzt
  • Pferde als Zugtiere im Krieg: Als die ersten Streitwägen im 3. Jahrtausend vor Christus aufkamen, gab das den Völkern mit Streitwagen einen entscheidenden Vorteil im Krieg. Zu Anfang waren von Pferden gezogene Streitwagen Transportfahrzeuge, später führten sie Speerkämpfer und Schützen aktiv in den Kampf.
  • Pferde als Reittiere: Pferde wurden vermutlich seit über 6000 Jahren als Reittier genutzt. Pferde als Reittier waren hilfreich für Botendienste, für schnelle Nachrichtenübertragung - und auch wieder im Krieg

Pferdeliebe auch bei Nutztieren

Wenn man das Pferd als Nutztier bezeichnet, scheint das rein wirtschaftlich gesehen zu werden. Dem ist aber nicht so: In allen Kulturen, in denen Pferde eine Rolle spielt, ist Pferdeliebe bekannt. Die Steppenvölker liebten ihre Pferde. Die Bauern liebten ihre Pferde. Auch die Kavalleristen liebten ihre Pferde. Pferdeliebe hat die Menschen erst dazu motiviert, weitere Verwendung für Pferde zu finden.

Die Liebe als Motivation wird oft unterschätzt. Zu sehr wird Wirtschaftlichkeit und Nützlichkeit betont. Jedoch ist Liebe das, was einen Menschen ausmacht. Und die Beziehung von Mensch zu Tier wird von Liebe geprägt.

Pferde als soziale Wesen

Pferde leben in Gruppen, in Herden zusammen. Pferde haben ein reiches Sozialverhalten. Pferde haben dabei sehr intensives Gefühlsleben. Pferde haben viele Emotionen, welche auch die Menschen haben. Und Pferde drücken ihre Emotionen aus. Es gibt dabei viele Gemeinsamkeiten zum Sozialverhalten der Menschen. Das ist vermutlich eine Grundlage für die Pferdeliebe, die Liebe des Pferdes zum Menschen.

Soziale Beziehungen der Pferde untereinander

Pferde haben ein reichhaltiges Sozialleben, das auch durch Liebe, verschiedene Arten der Liebe, geprägt ist:

  • Die Liebe zwischen Stute und Fohlen ist innig und von Zärtlichkeit geprägt. Wenn man sieht, wie eine Stute ihr Kind anschaut, ableckt, sich um ihr Fohlen kümmert, versteht man, dass Pferde Liebe empfinden
  • Die Liebe zwischen Stute und Hengst ist leidenschaftlich, heftig und intensiv. Zwar gibt es bei Pferden keine monogame Beziehung, vielmehr herrscht Polygamie vor: Ein Hengst in einer Herde hat viele Pferdedamen. Dennoch kann man auch bei Pferden von leidenschaftlicher Liebe in der Sexualität sprechen
  • Pferde haben Rangordnung und Arbeitsteilung in der Herde
  • Pferde haben Freundschaften untereinander. Pferdeliebe gibt es auch als Freundesliebe einiger Pferde untereinander

Emotionen der Pferde

Pferdeliebe

Pferde haben ein weites Emotionsspektrum, das sie auch so ausdrücken, dass Menschen das wahrhaben können. Im Unterschied zu Kühen und Schweinen, welche ihre Emotionen nicht so für den Menschen offensichtlich ausdrücken, kann jeder die Emotionen, die Gefühlslage eines Pferdes sehen. Dadurch kann der Mensch sich leicht einfühlen in das Pferd - was die Grundlage der Pferdeliebe ist. Hier ein paar Beispiele für die Emotionen der Pferde:

  • Große Freude: Ein Pferd kann sich unglaublich freuen. Ein Pferd kann dabei wiehern, Freudesprünge machen, tänzeln, die Mähne aufstellen, die Nüstern aufblähen
  • Angst und Panik: Ein Pferd kann ganz intensiv Angst empfinden und zeigen, durch den Gang, durch ein gewisses Tänzeln, durch die Ohren, auch wieder durch die Nüstern
  • Ärger: Ein Pferd kann sich über etwas ärgern und diesen Ärger für den Menschen klar ausdrücken
  • Neid: Pferde können neidisch sein, Pferde haben eine Art Gerechtigkeitsempfinden
  • Mögen und Nichtmögen: wenn ein Pferd etwas mag, zeigt es das. Wenn ein Pferd etwas nicht mag, zeigt es das auch.
  • Stolz und Unterwürfigkeit: Pferde kennen auch Stolz und Unterwürfigkeit, die auch mit Emotion, Gefühl, Körperhaltung, Stimme, Gang, etc. ausgedrückt werden

Bei diesem reichen Gefühlsleben der Tiere ist es nicht verwunderlich, dass Pferde auch tiefe Liebe zueinander empfinden. Pferdeliebe hat auch wieder viele Facetten und ist von einer gewissen Dauer und Treue gekennzeichnet, die über momentanes kurzfristiges Mögen und Nichtmögen hinausgehen:

  • Pferdeliebe kann sein Mutterliebe, die Liebe der Mutter (Stute) zu ihrem Kind (Fohlen)
  • Pferdeliebe kann sein Kindesliebe, die Liebe des Fohlens zu seiner Mutter
  • Pferdeliebe kann sein Freundesliebe, freundschaftliche Liebe, die Liebe eines Pferdes zu einem anderen wie zu einem Freund
  • Pferdeliebe als leidenschaftliche Liebe zwischen Hengst und Stute - diese ist aber eher kurzfristiger Natur
  • Pferdeliebe als Liebe des Leithengst, der Leitstute zu den Herdenmitgliedern
  • Pferdeliebe als Liebe der Herdenmitglieder zum Leithengst und zur Leitstute

Das sind nur einige Beispiele, wo Pferdeliebe in einer Herde von Pferden eine Rolle spielt. Man mag den Ausdruck Liebe als übertrieben oder unangemessen bei Tieren halten. Wer Pferde beobachtet und sieht, wie sie miteinander umgehen, für den ist es klar, dass Pferde Liebe empfinden, ausdrücken und als Motivation für ihr Handeln haben.

Pferdeliebe als Liebe zwischen Mensch und Tier

Es ist faszinierend, dass Mensch und Tier Liebe zueinander empfinden können. Mensch und Tier können sich in Liebe verbunden fühlen, die sehr tief gehen kann. Es gibt ja einige Beispiele einer solchen Liebe zwischen Mensch und Tier. Dazu gehören

In westlichen Gesellschaften sind insbesondere Hundeliebe, Katzenliebe und Pferdeliebe besonders verbreitet. Das hängt sicherlich damit zusammen, dass Hunde, Katzen und Pferde ähnliche Emotionen haben wie der Mensch, dass sie ihre Emotionen ähnlich ausdrücken, das heißt dass Tiere die Emotionen der Menschen und Menschen die Emotionen der Tiere deuten und nachempfinden können.

Pferdeliebe heute

Früher waren Pferde Nutztiere. In der Pferdehaltung gab es eine Mischung aus Nützlichkeit und Pferdeliebe.

Heutzutage werden Pferde aus Liebe gehalten. Menschen empfinden das Zusammensein mit Pferden als große Bereicherung. Pferdeliebe ist Grundlage des Einheitsgefühls zwischen Mensch und Tier. Die Verschmelzung zwischen Mensch und Pferd ist ein Ideal in der Dressurreiterei, beim Voltigieren, aber auch immer, wenn Menschen mit Pferden zusammen sind. Pferdeliebe kann zu einer mystischen Liebe werden. Ausreiten in der Natur kann spirituelle Erfahrung sein. Im Zusammensein mit einem Pferd, in der Pferdeliebe, kann Gottesliebe aufleuchten.

Ausdrucksformen der Pferdeliebe

Pferde drücken ihre Liebe untereinander reichhaltig aus:

  • Pferde liebkosen einander, suchen Berührung
  • Pferde "küssen" sich
  • Pferde knabbern in der Mähne des anderen
  • Pferde betreiben gegenseitige Fellpflege
  • Pferde helfen sich gegenseitig, mit Wedeln des Schweifs Mücken und Fliegen zu vertreiben
  • Pferde rennen miteinander, laufen miteinander, stellen sich nebeneinander

Ausdrucksformen der Pferdeliebe Mensch - Pferd

Menschen drücken ihre Pferdeliebe auf verschiedenste Weisen aus - manches davon genießen die Pferde, manches auch nicht so sehr:

  • Menschen drücken ihre Pferdeliebe aus, indem sie ein Pferd am Hals streicheln
  • Menschen klopfen den Hals des Pferdes liebevoll
  • Menschen nehmen das Pferd in den Arm, das heißt sie umarmen das Pferd, sei es den Kopf, häufiger den Hals
  • Menschen kümmern sich um das Pferd, pflegen das Pferd, geben ihm zu fressen, bieten ihm Leckereien an
  • Menschen sprechen mit dem Pferd
  • Gerade Mädchen vertrauen dem Pferd all ihre Geheimnisse an
  • Menschen haben Fotos ihres Pferdes bei sich zuhause, im Portemonnaie, auf dem Handy, als Bildhintergrund beim Computer
  • Manche nehmen sogar das Wiehern ihres Pferdes auf und machen daraus den Klingelton ihres Smartphones

Es gibt kaum Grenzen, wie sich Pferdeliebe ausdrückt. Pferdeliebe ist wie Elternliebe, Kinderliebe, Partnerliebe. Manche verehren ihr Pferd wie Gott. Manche fühlen Gottes Gegenwart im Beisammensein mit ihrem Pferd.

Es gibt ja das Sprichwort: Das höchste Glück der Erde ist auf dem Rücken der Pferde. Spätestens hier merkt man, dass Pferdeliebe spirituelle Liebe, religiöse Liebe sein kann. Für viele Menschen ist ihr Pferd Sinn des Lebens, Lebenssinn geworden.

Pferdeliebe in der Mythologie

In der Mythologie spielt die Pferdeliebe eine große Rolle. Pferde werden oft mit Namen genannt. Und oft gibt es großes Drama um die Liebe zwischen dem Helden und seinem Pferd. Hier ein paar Beispiele:

  • Der Sonnengott Helios lenkte einen von feuersprühenden Rossen gezogenen Wagen über die Himmelsbahn. Auf Abbildungen erscheint er mit Strahlenkranz, seine Zugpferde besitzen Flügel und vor dem Wagen rennen Jungen, die sich aufmachen, in die Tiefe zu springen. So verteilen sich die Sterne. Eos, die Göttin der Morgenröte, und die Mondgöttin Selene sind zwei Schwestern des Helios, die seinem Wagen vorausgehen.
  • Der Meeresgott Poseidon trägt des Beinamen Hippios als Gott der Pferde. Als er sich in seine Schwester Demeter verliebte, verwandelte sich diese in eine Stute, um ihm zu entfliehen. Poseidon verfolgte sie in Gestalt eines Hengstes und überwältigte sie. Aus dieser Vereinigung ging das Wunderpferd Areion hervor.
  • Der Zentaur ist ein Mischwesen aus Mensch und Pferd, anstelle eines Pferdekopfs ist der Oberkörper eines Menschen zu sehen.Die zwei berühmtesten Zentauren, Pholos und Cheiron, gelten als besonders klug und liebevoll
  • Bukephalos war das legendäre Pferd Alexanders des Großen. Ihm wurden zahlreiche mythische Eigenschaften angedichtet, angeblich konnte es sprechen; es geht aber sehr wahrscheinlich auf ein wirklich existentes Pferd zurück.
  • In der chinesischen Mythologie steht in der Nähe des einhornartigen Fabelwesens Qilin das Longma genannte Drachenpferd (aus long, „Drachen“ und ma,„Pferd“).

Pferdeliebe in der indischen Mythologie

Auch die indische Mythologie ist voll von Pferden und voll von Pferdeliebe. In der im Hinduismus überlieferten indischen Mythologie besitzt das Pferd als Reittier (Vahana) zahlreicher Gottheiten Bedeutung

Hayagriva als Daitya und als Inkarnation von Vishnu

Es gab einen Dämonen namens Hayagriva. Dieser Dämon, Asura, hatte einen Pferdekopf, daher der Name Hayagriva. Er machte intensives Tapas, Askese und spirituelle Praxis und bekam so die Gabe, dass er nur durch sich selbst getötet werden konnte. So inkarnierte sich Vishnu als Hayagriva und konnte so den Dämonen Hayagriva töten.

Der Sanskritname für Pferd ist Haya. Hayagriva heißt pferdeköpfig.

Pferdeliebe als spirituelle Liebe

Pferdeliebe ist wie jede Liebe auch eine spirituelle Liebe. In der Tiefe des Wesens ist der Mensch verbunden mit allen Geschöpfen, mit der göttlichen Essenz. Gott ist die Liebe - und wer in der Liebe ist, der ist in Gott und Gott ist in ihm. So ist in der Pferdeliebe Gott erfahrbar. Gar nicht mal wenige Menschen, die intensiv Yoga üben, haben auch mal geritten oder reiten. Pferdeliebe führt zu spirituellen Erfahrungen. Einheitsgefühl mit dem Pferd, Naturliebe beim Ausreiten, das Aussetzen der Gedanken beim Reiten, all das sind tiefe Erfahrungen, die den Menschen für Spiritualität öffnen.

Im Umgang mit einem Pferd lernt der Mensch Einfühlungsvermögen, Empathie, Geduld, Beständigkeit. All das ist für die spirituelle Entwicklung und für die Meditation. Und umgekehrt hilft Yoga zur Entspannung, zur inneren Ruhe, zu vermehrtem Einfühlungsvermögen, zu mehr Prana (Lebensenergie). Yoga hilft auch zu tieferer Pferdeliebe und mehr Geschick in der Reitkunst.

So hilft Yoga zu einer tieferen Pferdeliebe. Und Pferdeliebe hilft der spirituellen Entwicklung.

Siehe auch

Literatur

  • Albert Schweitzer, Aus meinem Leben und Denken (2011)
  • Albert Schweitzer, Glauben, lieben, handeln (1980)
  • Kordula Witjes u.a., Die Liebe wählen: Frère Roger, Taizé 1915-2005 (2013)
  • Petra und Erwin Würth, Zur Liebe befreit: Szenen aus dem Leben des Franziskus von Assisi (2011)

Weblinks

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