Pambatti Siddhar Padalgal
Pambatti Siddhar Padalgal (பாம்பாட்டிச் சித்தர் பாடல்கள்; Pāmpāṭṭic Cittar Pāṭalkaḷ), die „Lieder des Schlangenbeschwörer-Siddha“, laden dazu ein, das Herz zu klären und die lebendige Gegenwart des Göttlichen zu erkennen. Ihr wiederkehrender Ruf lautet: „Tanze, o Schlange!“ Er verbindet die Freude des Erwachens mit einer eindringlichen Frage: Was bleibt, wenn alles vergeht, woran wir uns festhalten? In diesem Tanz begegnen sich Shiva-Verehrung, geistige Führung, Erkenntnis und die geheimnisvolle Kraft des inneren Yoga. Die Schlange ist dabei Tier, heiliges Wesen und Sinnbild erwachender Kraft.

Die Antwort der Pambatti Siddhar Padalgal verbindet innere Freiheit mit Liebe: Ohne Liebe im Herzen gibt es keine Befreiung, heißt es in Vers 89. Wie Unmai Neri Vilakkam lenken die Lieder den Blick auf Erkenntnis, Gnade und die Beziehung zu Shiva. Dabei bewahren sie ihre eigene Stimme: volkstümlich, bildkräftig, bisweilen schroff und voller yogischer Rätsel.
Diese Ausgabe enthält alle 129 Lieder der hier zugrunde gelegten Sammlung, vollständig mit Tamiltext, römischer Transliteration, eigener deutscher Übersetzung und kurzer eigener Erläuterung. Grundlage ist der erste Werkteil von Project Madurai, E-Text 857, verglichen mit weiteren tamilischen Onlineausgaben. Die Ausgabe umfasst diese überlieferte Liedsammlung; sie beansprucht nicht, sämtliche unter Pambattis Namen umlaufenden Schriften zu enthalten.[1]
Gebräuchliche Schreibweisen sind Pambatti Siddhar Padalgal, Pambatti Siddhar Paadalgal, Paampaatti Siddhar Paadalkal, Pampatti Siddhar Songs und Pambatti Sithar Padalgal. Der Refrain begegnet als Aadu Pambe, Aadu Pambae oder schriftgetreu āṭu pāmpē.
Pambatti Siddhar Padalgal: Werk, Autor und Tradition
Pambatti Siddhar und die Überlieferung
Pambatti Siddhar wird zu den achtzehn tamilischen Siddhas gerechnet. Sein Name verbindet pāmpu, „Schlange“, mit dem Zum-Tanzen-Bringen: Er ist der Schlangenbeschwörer unter den Siddhas. Der Ausdruck cittar, meist Siddhar geschrieben, bezeichnet in diesem Zusammenhang einen verwirklichten Weisen.
Nach einer verbreiteten Lebenslegende begegnete der Schlangenfänger dem Meister Sattai Muni. Dieser lenkte seine Suche von einer äußeren kostbaren Schlange auf die innere Schlangenkraft. Mit Pambatti werden insbesondere Marudamalai bei Coimbatore und eine dort verehrte Höhle verbunden. Diese Erzählungen beschreiben die innere Wende vom Schlangenfänger zum Weisen. Als Lebenslegenden sind sie von gesicherten historischen Nachrichten zu unterscheiden.[2] Eine örtliche Tradition verehrt seinen Jiva Samadhi in Sankarankovil. Die verschiedenen Verehrungsorte bezeugen die weite Wirkung seiner Gestalt; eine eindeutige historische Lebensfolge lässt sich daraus nicht gewinnen.[3]
Auch die Datierung der Gedichte ist unsicher. Eine bei der Tamil Virtual Academy zugängliche literarische Einleitung erörtert ihre Nähe zu Thayumanavar und eine mögliche spätere Entstehung. Das ist eine literaturgeschichtliche Vermutung, keine gesicherte Lebensdatierung Pambattis.[4]
Aufbau und Stimme der Pambatti Siddhar Padalgal
Die Sammlung beginnt mit Gottes- und Guruverehrung. Es folgen Schlangenlob, kühne Aussagen über Siddha-Kräfte, ein kurzer Dialog, Vergänglichkeitsbetrachtungen und Lieder innerer Loslösung. Spätere Verse verdichten sich zu yogischer Bildsprache. Die ersten 111 Lieder stehen unter der Formbezeichnung kaṇṇikaḷ und haben in der gewählten Vorlage jeweils vier Druckzeilen; die letzten 18 erscheinen unter der Bezeichnung eṇcīr viruttam in acht Zeilen. Insgesamt werden hier 588 Tamilzeilen wiedergegeben. Die Zahl der Druckzeilen beschreibt die Darstellung dieser Vorlage; die metrische Bezeichnung ist damit nicht gleichzusetzen.[1]
Nicht alle Lieder sprechen dieselbe Person an: Die Verse 35–39 richten sich an die Siddhas und bilden einen Dialog. An anderen Stellen redet der Sprecher die Schlange an, bekennt als „Ich“ seine Schau oder verkündet als „Wir“ die Macht der Verwirklichten. Der Refrain hält die wechselnden Stimmen zusammen, ohne ihre Unterschiede aufzuheben.
Eigenart der Siddha-Tradition
Die Pambatti Siddhar Padalgal verbinden Bhakti, unmittelbare Erkenntnis, Kundalini-Bilder und alchemistische Vorstellungen. Sie preisen den Guru, kritisieren religiöse Äußerlichkeit und wenden sich gegen Kastentrennung. Zugleich bewahren sie traditionelle Vorstellungen von unvergänglichem Leib und wunderbaren Fähigkeiten. Diese Aussagen gehören zur religiösen Welt des Textes. Seine alchemistischen und yogischen Bilder sind für sich genommen keine vollständigen praktischen Anleitungen.
Die Verse 50–59 sprechen aus einer männlichen asketischen Perspektive und enthalten abwertende Darstellungen weiblicher Körper. Diese historische Stimme wird vollständig übersetzt und in den Erläuterungen kenntlich gemacht. Die geistige Frage nach der Freiheit von Begehren lässt sich heute aufnehmen, ohne solche Abwertungen als Urteil über Frauen zu übernehmen.
Pambatti Siddhar Padalgal vollständig: Tamil, Transliteration und deutsche Übersetzung
Jedes Lied erscheint in der Reihenfolge Tamiltext → römische Transliteration → eigene deutsche Übersetzung → eigene Erläuterung. Die Übersetzung steht fett, die Erläuterung kursiv. Die deutschen Versüberschriften und die Orientierungshilfen sind redaktionelle Ergänzungen. Die Übersetzungen wurden unmittelbar am Tamiltext erarbeitet; an sprachlich oder esoterisch unsicheren Stellen benennen die Erläuterungen die Grenzen der gewählten Lesung.
Die Transliteration ist schriftgetreu und bewahrt weitgehend die Worttrennungen der Vorlage. Sie ist keine vereinfachte Aussprachehilfe. Lange Vokale sind als ā, ī, ū, ē, ō gekennzeichnet; c entspricht ச, ḻ dem tamilischen ழ, ḷ dem ள und ṟ dem ற. Die Zeichen n, ṉ, ṇ unterscheiden ந, ன, ண. Zusammengeschriebene Wörter und poetische Lautverbindungen werden nicht stillschweigend in moderne Umgangssprache aufgelöst.
Direkt zu den Versgruppen:
1–9: Gottesverehrung · 10–19: Der Guru · 20–24: Die Schlange · 25–34: Siddha-Kräfte · 35–39: Dialog der Siddhas · 40–49: Besitz und Vergänglichkeit · 50–59: Begehren und Entsagung · 60–69: Der vergängliche Körper · 70–82: Innere Loslösung · 83–111: Innere Schau und religiöse Kritik · 112–129: Yogische Bild- und Geheimsprache
Verse 1–9: Gottesverehrung
Vers 1: Tanze in Klarheit
தெளிந்து தெளிந்துதெளிந் தாடுபாம்பே - சிவன்
சீர்பாதங் கண்டுதெளிந் தாடு பாம்பே
ஆடும்பாம்பே தெளிந்தாடு பாம்பே - சிவன்
அடியினைக் கண்டோமென் றாடு பாம்பே.
teḷintu teḷintuteḷin tāṭupāmpē - civaṉ
cīrpātaṅ kaṇṭuteḷin tāṭu pāmpē
āṭumpāmpē teḷintāṭu pāmpē - civaṉ
aṭiyiṉaik kaṇṭōmeṉ ṟāṭu pāmpē.
Werde klar, werde klar, werde klar und tanze, o Schlange! Schaue Shivas herrliche Füße, werde klar und tanze, o Schlange! Tanze, o Schlange, tanze in Klarheit! Tanze und rufe: »Wir haben Shivas Füße geschaut!«
Das wiederholte teḷintu meint Klarwerden, Erkennen und innere Gewissheit. Der Tanz beginnt mit der Schau Shivas. Das Schlangenbild wird zur Anrede an ein Leben, das aus Verwirrung erwacht.
Vers 2: Die bleibende Zuflucht
நீடுபதம் நமக்கென்றுஞ் சொந்த மென்றே
நித்திய மென்றே பெரிய முத்தி யென்றே
பாடுபடும் போதுமாதி பாத நினைந்தே
பன்னிப் பன்னிப் பரவிநின் றாடுபாம்பே.
nīṭupatam namakkeṉṟuñ conta meṉṟē
nittiya meṉṟē periya mutti yeṉṟē
pāṭupaṭum pōtumāti pāta niṉaintē
paṉṉip paṉṉip paraviniṉ ṟāṭupāmpē.
Die dauerhafte Stätte gehört uns für immer; sie ist ewig, sie ist die große Befreiung. Erinnere dich auch mitten in der Mühsal an die Füße des Ursprungs. Preise sie wieder und wieder und tanze, o Schlange!
Patam verbindet die Bedeutungen Stätte, Zustand und Fuß. So werden die Füße des Göttlichen zum Bild bleibender Zuflucht und Befreiung. Die Erinnerung an diesen Halt soll gerade in der Mühsal des Lebens lebendig bleiben.
Vers 3: Wie Licht im Gold
பொன்னிலொளி போலவெங்கும் பூரணமதாய்ப்
பூவின் மணம் போலத்தங்கும் பொற்புடையதாய்
மன்னும் பல உயிர்களில் மன்னிப் பொருந்தும்
வள்ளலடி வணங்கி நின் றாடுபாம்பே.
poṉṉiloḷi pōlaveṅkum pūraṇamatāyp
pūviṉ maṇam pōlattaṅkum poṟpuṭaiyatāy
maṉṉum pala uyirkaḷil maṉṉip poruntum
vaḷḷalaṭi vaṇaṅki niṉ ṟāṭupāmpē.
Wie der Glanz im Gold ist er überall in seiner Fülle; wie der Duft in der Blüte wohnt er in Schönheit. Er bleibt in den vielen Lebewesen und erfüllt sie. Verneige dich vor den Füßen dieses Freigebigen und tanze, o Schlange!
Goldglanz und Blütenduft machen göttliche Gegenwart anschaulich. Sie erscheint als das Innerste des Lebendigen. Verehrung kann so den Blick auf jedes Wesen verwandeln.
Vers 4: Wie Öl im Sesam
எள்ளிலெண்ணெய் போலவுயி ரெங்கு நிறைந்த
ஈசன் பதவாசமலர் எண்ணி யெண்ணியே
உள்ளபடி அன்புபத்தி ஓங்கி நிற்கவே
ஒடுங்கிய டங்கித்தெளிந் தாடு பாம்பே.
eḷḷileṇṇey pōlavuyi reṅku niṟainta
īcaṉ patavācamalar eṇṇi yeṇṇiyē
uḷḷapaṭi aṉpupatti ōṅki niṟkavē
oṭuṅkiya ṭaṅkitteḷin tāṭu pāmpē.
Denke wieder und wieder an die duftenden Blütenfüße des Herrn, der alle Lebewesen erfüllt wie das Öl den Sesam. Lass wahrhaftige Liebe und Hingabe aufblühen. Sammle dich, werde still und klar und tanze, o Schlange!
Das Öl ist im Samen verborgen und dennoch gegenwärtig. Ebenso verbindet der Vers Hingabe mit Sammlung. Das Erkennen wächst aus Liebe und stiller Aufmerksamkeit.
Vers 5: Suche mit ungeteiltem Herzen
அண்டபிண்டந் தந்த வெங்கள் ஆதிதேவனை
அகலாம லேநினைத்தே அன்புடன் பணிந்து
எண்திசையும் புகழ்ந்திட ஏத்தி யேத்தியே
ஏகமன மாகநாடி யாடு பாம்பே.
aṇṭapiṇṭan tanta veṅkaḷ ātitēvaṉai
akalāma lēniṉaittē aṉpuṭaṉ paṇintu
eṇticaiyum pukaḻntiṭa ētti yēttiyē
ēkamaṉa mākanāṭi yāṭu pāmpē.
Erinnere dich unablässig an unseren Urgott, der Weltall und Körper gegeben hat, und verehre ihn in Liebe. Preise ihn wieder und wieder, sodass alle acht Richtungen sein Lob hören. Suche ihn mit ungeteiltem Geist und tanze, o Schlange!
Aṇṭam und piṇṭam verbinden Kosmos und verkörpertes Leben. Der Blick nach außen und die Einkehr nach innen richten sich auf denselben Ursprung. Die zweite Tamilzeile folgt hier der klareren Lesung von Wikisource.[5]
Vers 6: Das Herz darf schmelzen
சோதிமய மானபரி சுத்த வஸ்துவைத்
தொழுதழு தலற்றிற் தொந்தோந்தோ மெனவே
நீதிதவ றாவழியில் நின்று நிலையாய்
நினைந்து நினைந்துருகி யாடு பாம்பே.
cōtimaya māṉapari cutta vastuvait
toḻutaḻu talaṟṟiṟ tontōntō meṉavē
nītitava ṟāvaḻiyil niṉṟu nilaiyāy
niṉaintu niṉainturuki yāṭu pāmpē.
Verehre die reine Wirklichkeit aus Licht; weine und rufe nach ihr: »tontōm, tōm!« Bleibe fest auf dem Weg, der von Gerechtigkeit nicht abweicht. Denke immer wieder an sie, lass dein Herz schmelzen und tanze, o Schlange!
Tränen, rhythmischer Ruf und rechtes Handeln stehen zusammen. Die Hingabe der Pambatti Siddhar Padalgal ist gefühlvoll und fordert zugleich eine aufrichtige Lebensführung.
Vers 7: Gestalt und Gestaltlosigkeit
அருவாயும் உருவாயும் அந்தியாயும்
அந்தமாயும் ஒளியாயும் ஆகமமாயும்
திருவாயுங் குருவாயும் சீவனாயும்
செறிந்தவஸ் துவைப்போற்றி யாடு பாம்பே.
aruvāyum uruvāyum antiyāyum
antamāyum oḷiyāyum ākamamāyum
tiruvāyuṅ kuruvāyum cīvaṉāyum
ceṟintavas tuvaippōṟṟi yāṭu pāmpē.
Preise die Wirklichkeit, die als Gestaltloses und als Gestalt, als Abenddämmerung und als Ende, als Licht und als Agama, als heilige Fülle, als Guru und als lebendiges Wesen alles durchdringt. Tanze, o Schlange!
Gestalt und Gestaltlosigkeit gehören beide zur göttlichen Gegenwart; auch Lehre, Lehrer und Lebewesen sind von ihr durchdrungen. Agama bezeichnet eine religiöse Offenbarungs- und Lehrschrift. Die Vorlage liest anti, »Abenddämmerung«; diese auffällige Lesung bleibt erhalten und wird nicht in āti, »Anfang«, geändert.
Vers 8: Die nicht zeigbare Weite
சுட்டிக்காட்டி ஒண்ணாதபாழ் சூனி யந்தன்னைச்
சூட்சமதி யாலறிந்து தோஷ மறவே
எட்டிபிடித் தோமென் றானந்த மாகப்பை
எடுத்து விரித்துநின் றாடு பாம்பே.
cuṭṭikkāṭṭi oṇṇātapāḻ cūṉi yantaṉṉaic
cūṭcamati yālaṟintu tōṣa maṟavē
eṭṭipiṭit tōmeṉ ṟāṉanta mākappai
eṭuttu virittuniṉ ṟāṭu pāmpē.
Erkenne mit feiner Einsicht die leere Weite, auf die man nicht mit dem Finger zeigen kann. Frei von Fehlern rufe freudig: »Wir haben sie erreicht und ergriffen!« Hebe deine Haube, breite sie aus und tanze, o Schlange!
Pāḻ und cūṉiyam sind Wörter für Leere. Hier bezeichnen sie eine Erfahrung, die sich nicht wie ein Gegenstand vorzeigen lässt. Die ausgebreitete Schlangenhaube gibt der Freude sichtbare Gestalt.
Vers 9: Die Flut der Glückseligkeit
எவ்வுயிரும் எவ்வுலகு ஈன்று புறம்பாய்
இருந்து திருவிளையாட் டெய்தியும் பின்னர்
அவ்வுயிரும் அவ்வுலகும் ஆகியுநின்ற
ஆனந்த வெள்ளங்கண் டாடு பாம்பே.
evvuyirum evvulaku īṉṟu puṟampāy
iruntu tiruviḷaiyāṭ ṭeytiyum piṉṉar
avvuyirum avvulakum ākiyuniṉṟa
āṉanta veḷḷaṅkaṇ ṭāṭu pāmpē.
Sieh die Flut der Glückseligkeit, die jedes Wesen und jede Welt hervorbringt, jenseits davon besteht und ihr heiliges Spiel entfaltet, dann aber selbst als all diese Wesen und Welten gegenwärtig ist. Tanze, o Schlange!
Göttliche Transzendenz und Gegenwart werden in einem Bild zusammengeführt. Glückseligkeit ist hier schöpferische Fülle. Der Text lädt ein, sich selbst in dieser Fülle zu erkennen.
Verse 10–19: Der wahre Guru
Vers 10: Mit Denken, Wort und Tat
சாற்றுமுடல் பொருளாவி தத்த மாகவே
தானம் வாங்கி நின்ற வெங்கள் சற்கு ருவினைப்
போற்றி மனம் வாக்குக்காயம் மூன்றும் பொருந்தப்
புகர்ந்து புகழ்ந்துநின் றாடாய் பாம்பே.
cāṟṟumuṭal poruḷāvi tatta mākavē
tāṉam vāṅki niṉṟa veṅkaḷ caṟku ruviṉaip
pōṟṟi maṉam vākkukkāyam mūṉṟum poruntap
pukarntu pukaḻntuniṉ ṟāṭāy pāmpē.
Preise unseren wahren Guru, der Körper, Besitz und Leben als hingebungsvolle Gabe angenommen hat. Lass Geist, Rede und Körper miteinander übereinstimmen, besinge ihn, rühme ihn und tanze, o Schlange!
Die dreifache Übereinstimmung macht Guru Bhakti zu einer Haltung des ganzen Menschen. Das Gabe-Bild gehört zur Sprache völliger Hingabe und bezeichnet mehr als ein gesprochenes Bekenntnis.
Vers 11: Der wahre Lehrer
பொய்ம்மதங்கள் போதனைசெய் பொய்க்கு ருக்களைப்
புத்திசொல்லி நன்னெறியிற் போக விடுக்கும்
மெய்ம்மதந்தான் இன்ன தென்றும் மேவ விளம்பும்
மெய்க்குருவின் பதம் போற்றி ஆடாய்பாம்பே.
poymmataṅkaḷ pōtaṉaicey poykku rukkaḷaip
putticolli naṉṉeṟiyiṟ pōka viṭukkum
meymmatantāṉ iṉṉa teṉṟum mēva viḷampum
meykkuruviṉ patam pōṟṟi āṭāypāmpē.
Preise die Füße des wahren Guru, der falsche Lehrer mit ihren falschen Glaubenslehren zur Einsicht bringt und auf den guten Weg weist; der deutlich verkündet, worin wahrer Glaube besteht. Tanze, o Schlange!
Die Kritik richtet sich gegen irreführende Unterweisung. Als Kennzeichen des Lehrers nennt der Vers seine klärende und auf den guten Weg führende Wirkung. Anspruch und gelebte Wahrheit sollen zusammenpassen.
Vers 12: Über den Wortlaut hinaus
வேதப்பொருளின்ன தென்று வேதங் கடந்த
மெய்ப்பொருளைக்கண்டுமனம் மேவிவிளம்பிப்
போதப்பொருள் இன்னதென்றும் போதனை செய்யும்
பூரணசற் குருதாள்கண் டாடாய் பாம்பே.
vētapporuḷiṉṉa teṉṟu vētaṅ kaṭanta
meypporuḷaikkaṇṭumaṉam mēviviḷampip
pōtapporuḷ iṉṉateṉṟum pōtaṉai ceyyum
pūraṇacaṟ kurutāḷkaṇ ṭāṭāy pāmpē.
Schaue die Füße des vollkommenen wahren Guru, der den Sinn der Veden erschließt, die Wirklichkeit jenseits der Veden erkannt hat, sie aus innerer Verbundenheit verkündet und lehrt, worin erwachtes Erkennen besteht. Tanze, o Schlange!
Veda und unmittelbares Erkennen werden aufeinander bezogen. Der Lehrer erklärt die Schrift aus Erfahrung. Die Worte sollen zu dem führen, was sie bezeichnen.
Vers 13: So deutlich wie eine Frucht in der Hand
உள்ளங்கையிற் கனிபோல உள்ள பொருளை
உண்மையுடன் காட்டவல்ல உண்மைக் குருவைக்
கள்ளமனந் தன்னைத்தள்ளிக் கண்டு கொண்டன்பாய்க்
சுளித்துக் களித்துநின் றாடாய் பாம்பே.
uḷḷaṅkaiyiṟ kaṉipōla uḷḷa poruḷai
uṇmaiyuṭaṉ kāṭṭavalla uṇmaik kuruvaik
kaḷḷamaṉan taṉṉaittaḷḷik kaṇṭu koṇṭaṉpāyk
cuḷittuk kaḷittuniṉ ṟāṭāy pāmpē.
Wirf dein trügerisches Denken ab und erkenne den wahren Guru, der die gegenwärtige Wirklichkeit wahrhaft zeigen kann, so deutlich wie eine Frucht auf der Handfläche. Winde dich in Liebe und Freude und tanze, o Schlange!
Das alltägliche Bild betont die Unmittelbarkeit des Erkennens. Innere Unaufrichtigkeit soll weichen, damit das Nahe sichtbar wird. Der Schluss verbindet Erkenntnis mit lebendiger Freude.
Vers 14: Die goldene Haube
அங்கையிற்கண் ணாடிபோல ஆதி வஸ்துவை
அறிவிக்கும் எங்களுயி ரான குருவைச்
சங்கையறச்சந்ததமுந் தாழ்ந்து பணிந்தே
தமனியப் படமெடுத் தாடாய் பாம்பே.
aṅkaiyiṟkaṇ ṇāṭipōla āti vastuvai
aṟivikkum eṅkaḷuyi rāṉa kuruvaic
caṅkaiyaṟaccantatamun tāḻntu paṇintē
tamaṉiyap paṭameṭut tāṭāy pāmpē.
Verneige dich ohne Zweifel und immer wieder vor unserem Guru, der unser Leben ist und die Urwirklichkeit erkennen lässt wie einen Spiegel auf der Handfläche. Hebe deine goldene Haube und tanze, o Schlange!
Der Spiegel steht für klares Sichtbarwerden. Die goldene Haube ist dichterischer Schmuck der angesprochenen Schlange. Sie verbindet Würde mit Wachheit.
Vers 15: Der reine Zustand
காயம்நிலை யழிகையைக் கண்டு கொண்டுபின்
கற்புநிலை யுள்ளிற்கொண் டெக்காலமும் வாழும்
தூயநிலை கண்டபரி சுத்தக் குருவின்
துணையடி தொழுதுநின் றாடாய் பாம்பே.
kāyamnilai yaḻikaiyaik kaṇṭu koṇṭupiṉ
kaṟpunilai yuḷḷiṟkoṇ ṭekkālamum vāḻum
tūyanilai kaṇṭapari cuttak kuruviṉ
tuṇaiyaṭi toḻutuniṉ ṟāṭāy pāmpē.
Er hat den Verfall des Körpers erkannt, innere Festigkeit gewonnen und lebt allezeit im reinen Zustand. Verehre die beiden Füße dieses lauteren Guru und tanze, o Schlange!
Kaṟpu-nilai ist hier vorsichtig als innere Festigkeit verstanden; das Wortfeld umfasst auch Reinheit und Keuschheit. Welche besondere Bedeutung gemeint ist, bleibt offen. Der Guru verkörpert einen Halt, den der äußere Verfall nicht erschüttert.
Vers 16: Von Körper zu Körper
கூடுவிட்டுக் கூடுபாயுங் கொள்கை யுடைய
குருவின் வல்லபமெவர் கூற வல்லவர்
வீடுபெறும் வகையைமென் மேலுங் காட்டும்
மெய்க்குருவைப் பணிந்துநின் றாடாய் பாம்பே.
kūṭuviṭṭuk kūṭupāyuṅ koḷkai yuṭaiya
kuruviṉ vallapamevar kūṟa vallavar
vīṭupeṟum vakaiyaimeṉ mēluṅ kāṭṭum
meykkuruvaip paṇintuniṉ ṟāṭāy pāmpē.
Wer vermag die Macht des Guru zu beschreiben, der einen Körper verlassen und in einen anderen eintreten kann? Verneige dich vor dem wahren Lehrer, der immer weiter den Weg zur Befreiung zeigt, und tanze, o Schlange!
Das »Springen von einem Gehäuse ins andere« gehört zur Überlieferung der Siddhis. Der Vers verbindet diese wunderbare Fähigkeit mit der eigentlichen Aufgabe des Guru: zur Befreiung zu führen.
Vers 17: Die Füße des mächtigen Guru
அட்டதிக்கும் அண்டவெளி யான விடமும்
அடக்கிய குளிகையோ டாடி விரைவாய்
வட்டமிட்டு வலம்வரும் வல்ல குருவின்
மலரடி தஞ்சமென் றாடாய் பாம்பே.
aṭṭatikkum aṇṭaveḷi yāṉa viṭamum
aṭakkiya kuḷikaiyō ṭāṭi viraivāy
vaṭṭamiṭṭu valamvarum valla kuruviṉ
malaraṭi tañcameṉ ṟāṭāy pāmpē.
Er bewegt sich mit der alchemistischen Pille, welche die acht Richtungen und den Weltenraum in sich fasst, rasch im Kreis und zieht verehrend seine Bahn. Suche Zuflucht bei den Blütenfüßen dieses mächtigen Guru und tanze, o Schlange!
Kuḷikai bezeichnet eine Pille oder alchemistische Zubereitung. Der Vers gehört zur Wunderwelt der Siddhas. Wie diese Welten umfassende Pille genau vorzustellen ist, wird im Text nicht erklärt.
Vers 18: Über Weltalter hinaus
கற்பகாலங்க டந்தாதி கர்த்தா வோடுங்
கடமழி யாதுவாழுங் காரணக்குரு
பொற்பதமே தஞ்சமென்று போற்றுதல் செய்து
பூரணச் சிந்தையோ டாடாய் பாம்பே.
kaṟpakālaṅka ṭantāti karttā vōṭuṅ
kaṭamaḻi yātuvāḻuṅ kāraṇakkuru
poṟpatamē tañcameṉṟu pōṟṟutal ceytu
pūraṇac cintaiyō ṭāṭāy pāmpē.
Der ursprüngliche Guru lebt mit dem Urschöpfer über ganze Weltalter hinaus, ohne dass sein Leib vergeht. Preise seine goldenen Füße als deine Zuflucht und tanze mit einem Geist voller Fülle, o Schlange!
Die Dauer über Weltalter hinaus preist die Vollendung des Lehrers. Der unvergängliche Leib gehört zur besonderen Siddha-Vorstellung. Aus ihr schöpft das Lied sein Vertrauen: Inmitten des Wandels gibt es eine tragende Zuflucht.
Vers 19: Fester als ein Diamant
வச்சிரத்திற் கோர்பழுது வாய்க்கு மாயினும்
வல்லுடம்புக் கோர் குறை வாய்த்தி டாது
மெச்சகட முள்ள வெங்கள் வேத குருவின்
மெல்லடி துதித்துநின் றாடாய்பாம்பே.
vaccirattiṟ kōrpaḻutu vāykku māyiṉum
valluṭampuk kōr kuṟai vāytti ṭātu
meccakaṭa muḷḷa veṅkaḷ vēta kuruviṉ
mellaṭi tutittuniṉ ṟāṭāypāmpē.
Selbst wenn ein Diamant einen Makel bekäme, könnte an seinem kraftvollen Körper kein Mangel entstehen. Preise die zarten Füße unseres Lehrers der Veden, dessen Leib so bewundernswert ist, und tanze, o Schlange!
Härte des Diamanten und Zartheit der Füße begegnen sich. Der Lobpreis hält übermenschliche Beständigkeit und liebende Verehrung zusammen. Er spricht in der Sprache vollendeter Siddha-Kraft.
Verse 20–24: Lob der Schlange
Vers 20: Die Schlange auf Shivas Haupt
நாதர்முடி மேலிருக்கும் நாகப் பாம்பே
நச்சுப்பையை வைத்திருக்கும் நல்ல பாம்பே
பாதலத்திற் குடிபுகும் பைகொள் பாம்பே
பாடிப்பாடி நின்றுவிளை யாடு பாம்பே.
nātarmuṭi mēlirukkum nākap pāmpē
naccuppaiyai vaittirukkum nalla pāmpē
pātalattiṟ kuṭipukum paikoḷ pāmpē
pāṭippāṭi niṉṟuviḷai yāṭu pāmpē.
Du Naga-Schlange auf dem Haupt des Herrn! Du gute Schlange, die einen Giftbeutel trägt! Du Schlange mit der Haube, die in der Unterwelt Wohnung nimmt! Singe immer wieder, spiele und tanze, o Schlange!
Die Schlange erscheint zugleich als Tier und als heiliges Wesen. Schon ihre Verbindung mit Shiva macht deutlich, dass ihre Gefährlichkeit ihre Würde nicht aufhebt.
Vers 21: Hebe deinen Kopf
வளைபுகும் போதேதலை வாங்கும் பாம்பே
மண்டலமிட் டுடல்வளை வண்ணப் பாம்பே
தளைக்கஞ்சி நின்றிடும் சத்தியப் பாம்பே
தலையெடுத் தேவிளையாடு பாம்பே.
vaḷaipukum pōtētalai vāṅkum pāmpē
maṇṭalamiṭ ṭuṭalvaḷai vaṇṇap pāmpē
taḷaikkañci niṉṟiṭum cattiyap pāmpē
talaiyeṭut tēviḷaiyāṭu pāmpē.
Du Schlange, die beim Hineinkriechen in den Bau ihren Kopf zurücknimmt! Du schöne Schlange, die ihren Körper ringförmig windet! Du wahrhaftige Schlange, die sich vor der Fessel hütet! Hebe den Kopf, spiele und tanze!
Einrollen und Aufrichten bleiben zunächst konkrete Bewegungen der Schlange. Das Bild der Fessel öffnet zugleich eine geistige Bedeutung: Was bindet mich, und wie finde ich zu freier, wacher Bewegung? Tierbild und innere Betrachtung berühren sich.
Vers 22: Schmuck der Gottheiten
குற்றமற்ற சிவனுக்குக் குண்டல மானாய்
கூறுந்திரு மாலினுக்குக் குடையு யானாய்
கற்றைக்குழல் பார்வதிக்குங் கங்கண மானாய்
கரவாமல் உளங்களித் தாடு பாம்பே.
kuṟṟamaṟṟa civaṉukkuk kuṇṭala māṉāy
kūṟuntiru māliṉukkuk kuṭaiyu yāṉāy
kaṟṟaikkuḻal pārvatikkuṅ kaṅkaṇa māṉāy
karavāmal uḷaṅkaḷit tāṭu pāmpē.
Du wurdest zum Ohrring des makellosen Shiva, zum Schirm des gerühmten Vishnu und zum Armreif Parvatis mit ihren dichten Haaren. Freue dich aus vollem Herzen, ohne etwas zurückzuhalten, und tanze, o Schlange!
Die Schlange verbindet Shiva, Vishnu und Parvati. Ihre Gestalt ist Schutz und Schmuck. Der Lobpreis überschreitet so die ausschließliche Zuordnung zu einer einzigen Gottheit.
Vers 23: Trägerin der Welt
மண்டலத்தைத் தாங்குமிக வல்லமை கொண்டாய்
மாயனுக்குப் படுக்கைக்கு வண்ணப் பாயானாய்
கண்டபடை நடுங்கிடக் காட்சியும் பெற்றாய்
கண்ணேசெவி யாகக்கொண்டாய் ஆடு பாம்பே.
maṇṭalattait tāṅkumika vallamai koṇṭāy
māyaṉukkup paṭukkaikku vaṇṇap pāyāṉāy
kaṇṭapaṭai naṭuṅkiṭak kāṭciyum peṟṟāy
kaṇṇēcevi yākakkoṇṭāy āṭu pāmpē.
Du besitzt die große Kraft, den Erdkreis zu tragen; du wurdest zur schönen Matte für Vishnus Lager. Dein Anblick lässt ganze Heere erzittern, und du hast die Augen zu Ohren gemacht. Tanze, o Schlange!
Die welttragende Schlange und Vishnus Lager erinnern an Ananta. »Augen als Ohren« ist eine traditionelle poetische Schlangenbezeichnung. Sie wird als Bild der Überlieferung bewahrt.
Vers 24: Mond, Sonne und Mantra
சந்திரனைச் சூரியனைத் தாவித் தீண்டினாய்
சங்கரனுக் காபரணந் தானுமாகினாய்
மந்திரத்திற் கடங்கினாய் மண்டல மிட்டாய்
வளைந்து வளைந்துநின் றாடு பாம்பே.
cantiraṉaic cūriyaṉait tāvit tīṇṭiṉāy
caṅkaraṉuk kāparaṇan tāṉumākiṉāy
mantirattiṟ kaṭaṅkiṉāy maṇṭala miṭṭāy
vaḷaintu vaḷaintuniṉ ṟāṭu pāmpē.
Du sprangst empor und berührtest Mond und Sonne; du wurdest zu Shankaras Schmuck. Du ließest dich durch das Mantra bändigen und legtest dich in Ringe. Winde dich wieder und wieder und tanze, o Schlange!
Die Himmelsbilder können an die Schlangenmächte der Finsternisse erinnern. Der Text nennt sie hier nicht eigens beim Namen. Mantra, Körperwindung und Shivas Schmuck gehören gemeinsam zur Bildwelt.
Verse 25–34: Die Kräfte der Siddhas
Vers 25: Die acht Schlangen
எட்டுநாகந் தம்மைக்கையா லெடுத்தேயாட்டுவோம்
இந்திரனார் உலகத்தை இங்கே காட்டுவோம்
கட்டுக்கடங் காதபாம்பைக் கட்டி விடுவோம்
கடுவிஷத் தன்னைக்கக்கி யாடு பாம்பே.
eṭṭunākan tammaikkaiyā leṭuttēyāṭṭuvōm
intiraṉār ulakattai iṅkē kāṭṭuvōm
kaṭṭukkaṭaṅ kātapāmpaik kaṭṭi viṭuvōm
kaṭuviṣat taṉṉaikkakki yāṭu pāmpē.
Wir nehmen die acht Nagas mit den Händen und lassen sie tanzen; wir zeigen Indras Welt hier vor euren Augen. Die unbändige Schlange werden wir bändigen. Speie dein schreckliches Gift aus und tanze, o Schlange!
Mit diesem Lied beginnt die kraftvolle Selbstdarstellung der Siddhas. Der Sprecher wechselt ins »Wir«. Die Wunderbilder preisen eine Macht, die gewöhnliche Grenzen überschreitet.
Vers 26: Selbst Adishesha
ஆதிசேடன் ஆயினுமெம் மங்கையி னாலே
ஆட்டிவிடு வோமெங்கள் ஆக்கினைக்குள்ளே
நீதியோடங்கியே நின்றிடச் செய்வோம்
நின்றநிலை தவறாமல் ஆடுபாம்பே.
āticēṭaṉ āyiṉumem maṅkaiyi ṉālē
āṭṭiviṭu vōmeṅkaḷ ākkiṉaikkuḷḷē
nītiyōṭaṅkiyē niṉṟiṭac ceyvōm
niṉṟanilai tavaṟāmal āṭupāmpē.
Selbst Adishesha werden wir mit unserer Hand zum Tanzen bringen und unserem Gebot unterstellen. Wir werden ihn dazu bringen, sich der rechten Ordnung zu fügen und in ihr zu bleiben. Verlasse deinen festen Stand nicht und tanze, o Schlange!
Adishesha ist die große Urschlange. Der Vers steigert die zuvor behauptete Macht bis zu diesem kosmischen Wesen. Zugleich mahnt sein Schluss zur Beständigkeit.[5]
Vers 27: Säule und Strohhalm
தூணைச்சிறு துரும்பாக தோன்றிடச் செய்வோம்
துரும்பைப் பெருந்தூணாகத் தோற்றச் செய்குவோம்
ஆணைபெண்ணும் பெண்ணை யாணு மாகச் செய்குவோம்
ஆரவாரித் தெதிராய்நின் றாடு பாம்பே.
tūṇaicciṟu turumpāka tōṉṟiṭac ceyvōm
turumpaip peruntūṇākat tōṟṟac ceykuvōm
āṇaipeṇṇum peṇṇai yāṇu mākac ceykuvōm
āravārit tetirāyniṉ ṟāṭu pāmpē.
Eine Säule lassen wir wie einen kleinen Strohhalm erscheinen, einen Strohhalm wie eine gewaltige Säule. Einen Mann werden wir zur Frau machen und eine Frau zum Mann. Tritt vor uns hin, juble laut und tanze, o Schlange!
Die Umkehrung von Groß und Klein sowie von Mann und Frau gehört zur kühnen Wunderrede der Siddhas. Gewöhnliche Grenzen verlieren ihre Verbindlichkeit. Im Vordergrund steht die dichterische Verkündigung einer umfassenden Verwandlungsmacht.
Vers 28: Berge als Spielbälle
எட்டுமலை களைப்பந்தாய் எடுத்தெ றிகுவோம்
ஏழுகட லையுங்குடித் தேப்ப மிடுவோம்
மட்டுப்படா மணலையும் மதித்திடுவோம்
மகாராஜன் முன்புநீ நின் றாடுபாம்பே.
eṭṭumalai kaḷaippantāy eṭutte ṟikuvōm
ēḻukaṭa laiyuṅkuṭit tēppa miṭuvōm
maṭṭuppaṭā maṇalaiyum matittiṭuvōm
makārājaṉ muṉpunī niṉ ṟāṭupāmpē.
Die acht Berge heben wir auf und werfen sie wie Bälle. Die sieben Meere trinken wir aus und stoßen danach auf. Selbst den unermesslichen Sand vermögen wir zu zählen. Stehe vor dem großen König und tanze, o Schlange!
Das derbe Aufstoßen gehört zur volkstümlichen Kühnheit des Liedes. Erhabenes und Alltägliches stehen dicht beieinander. Der großartige Anspruch erhält gerade dadurch eine unverwechselbare Stimme.
Vers 29: Den Himmel zum Bogen biegen
மண்டலமுற் றுங்கையால் மறைத்து விடுவோம்
வானத்தையும் வில்லாக வளைத்து விடுவோம்
தொண்டருக்குச் சூனியஞ் சொல்லிக் காட்டுவோம்
தோன்றலுக்கு முன்பு நின் றாடாய் பாம்பே.
maṇṭalamuṟ ṟuṅkaiyāl maṟaittu viṭuvōm
vāṉattaiyum villāka vaḷaittu viṭuvōm
toṇṭarukkuc cūṉiyañ collik kāṭṭuvōm
tōṉṟalukku muṉpu niṉ ṟāṭāy pāmpē.
Den ganzen Erdkreis verdecken wir mit unserer Hand; den Himmel biegen wir zu einem Bogen. Den Dienenden werden wir die Leere erklären und zeigen. Stehe vor dem Erhabenen und tanze, o Schlange!
Mitten zwischen kosmischen Wundern erscheint die Unterweisung. Cūṉiyam, »Leere«, knüpft an Vers 8 an. Die Fähigkeit zu lehren gehört hier zur Macht des Siddha.
Vers 30: Feuer, Wasser und Tiger
மூண்டெரியும் அக்கினிக்குள் மூழ்கிவருவோம்
முந்நீருள் இருப்பினு மூச்ச டக்குவோம்
தாண்டிவரும் வன்புலியைத் தாக்கி விடுவோம்
தார்வேந்தன் முன்புநீ நின் றாடு பாம்பே.
mūṇṭeriyum akkiṉikkuḷ mūḻkivaruvōm
munnīruḷ iruppiṉu mūcca ṭakkuvōm
tāṇṭivarum vaṉpuliyait tākki viṭuvōm
tārvēntaṉ muṉpunī niṉ ṟāṭu pāmpē.
In loderndes Feuer tauchen wir ein und kehren zurück. Auch mitten im Meer halten wir den Atem an. Den mächtigen Tiger, der heranspringt, werden wir abwehren. Stehe vor dem bekränzten König und tanze, o Schlange!
Feuer, Meer und Tiger bilden eine Steigerung der Gefahr. Das Lied preist die Unerschrockenheit der Siddhas in Wunderbildern. Es ist Teil ihres poetischen Machtbekenntnisses.
Vers 31: Goldene Welten
செப்பரிய மூன்றுலகுஞ் செம்பொன் னாக்குவோம்
செங்கதிரைத் தண்கதிராய்ச் செய்து விடுவோம்
இப்பெரிய உலகத்தை இல்லாமற் செய்வோம்
எங்கள் வல்ல பங்கண்டுநீ யாடு பாம்பே.
ceppariya mūṉṟulakuñ cempoṉ ṉākkuvōm
ceṅkatirait taṇkatirāyc ceytu viṭuvōm
ipperiya ulakattai illāmaṟ ceyvōm
eṅkaḷ valla paṅkaṇṭunī yāṭu pāmpē.
Die drei schwer zu beschreibenden Welten verwandeln wir in reines Gold. Die heißen Sonnenstrahlen machen wir zu kühlen Mondstrahlen. Diese große Welt können wir verschwinden lassen. Schau unsere Macht und tanze, o Schlange!
Goldverwandlung weist auf die Alchemie der Siddha-Tradition. Sonnenhitze und Mondkühle entfalten ein zweites Wandlungsbild. Der Vers behauptet umfassende Herrschaft über Erscheinungen.
Vers 32: Wie der Schöpfer
வேதன்செய்த சிருஷ்டிகள்போல் வேறுசெய்குவோம்
வேதனையு மெங்கள் கீழே மேவச் செய்குவோம்
நாதனுடன் சமமாக நாங்களும் வாழ்வோம்
நாங்கள் செய்யும் செய்கையிதென் றாடு பாம்பே.
vētaṉceyta ciruṣṭikaḷpōl vēṟuceykuvōm
vētaṉaiyu meṅkaḷ kīḻē mēvac ceykuvōm
nātaṉuṭaṉ camamāka nāṅkaḷum vāḻvōm
nāṅkaḷ ceyyum ceykaiyiteṉ ṟāṭu pāmpē.
Wir werden weitere Schöpfungen hervorbringen, wie Brahma sie schuf. Selbst Brahma werden wir uns unterordnen. Wir werden dem Herrn ebenbürtig leben. Verkünde: »Dies sind unsere Taten!«, und tanze, o Schlange!
Die Aussage ist bewusst kühn. Sie beschreibt die Siddhas als an göttlicher Schöpferkraft Teilhabende. Diese Eigenart des Textes bleibt erhalten, auch wenn sie über gewöhnliche Demutssprache hinausgeht.
Vers 33: Die Kunst jenseits der Künste
அறுபத்து நாலுகலை யாவு மறிந்தோம்
அதற்குமே லொருகலை யான தறிந்தோம்
மறுபற்றுச் சற்றுமில்லா மனமு முடையோம்
மன்னனே யாசானென் றாடு பாம்பே.
aṟupattu nālukalai yāvu maṟintōm
ataṟkumē lorukalai yāṉa taṟintōm
maṟupaṟṟuc caṟṟumillā maṉamu muṭaiyōm
maṉṉaṉē yācāṉeṉ ṟāṭu pāmpē.
Wir kennen alle vierundsechzig Künste; auch jene eine Kunst über ihnen haben wir erkannt. Unser Geist besitzt nicht die geringste weitere Bindung. Rufe: »Der König ist der Meister!«, und tanze, o Schlange!
Die eine weitere Kunst wird nicht ausdrücklich benannt. Im Zusammenhang liegt die befreiende Erkenntnis nahe. Entscheidend ist die dazu genannte Freiheit von Anhaftung.
Vers 34: Gott als Spielgefährte
சீறுபுலி யானையாளி சிங்க முதலாய்ச்
சிற்றடிக்குக் குற்றேவல் செய்யச் சொல்லுவோம்
வீறுபெருங் கடவுளை எங்களுடனே
விளையாடச் செய்குவோமென் றாடு பாம்பே.
cīṟupuli yāṉaiyāḷi ciṅka mutalāyc
ciṟṟaṭikkuk kuṟṟēval ceyyac colluvōm
vīṟuperuṅ kaṭavuḷai eṅkaḷuṭaṉē
viḷaiyāṭac ceykuvōmeṉ ṟāṭu pāmpē.
Dem fauchenden Tiger, dem Elefanten, dem Yali und dem Löwen werden wir befehlen, unseren kleinen Füßen zu dienen. Den mächtigen Gott werden wir dazu bringen, mit uns zu spielen. Verkünde dies und tanze, o Schlange!
Der Yali ist ein mythisches Mischwesen. Am Ende der Machtlieder steht die vertrauliche Nähe zu Gott als Spielgefährten. Gewaltige Kraft und spielerische Beziehung erscheinen zusammen.[5]
Verse 35–39: Ein Dialog der Siddhas
Vers 35: Die Nagas werden aufgestellt
வாசுகியை ஒருபக்கம் மன்னநிறுத்தி
மகத்தான பதுமனை மறுபக்கம் வைத்தே
தேசுலவு தக்கனைத் தன் திக்கிற் சேர்த்துச்
செய்யபது மனைக்கொள் சித்த னாரே.
vācukiyai orupakkam maṉṉaniṟutti
makattāṉa patumaṉai maṟupakkam vaittē
tēculavu takkaṉait taṉ tikkiṟ cērttuc
ceyyapatu maṉaikkoḷ citta ṉārē.
Stellt Vasuki fest an die eine Seite und den großen Padma an die andere. Weist dem weithin leuchtenden Takshaka seinen Platz in der entsprechenden Himmelsrichtung zu und nehmt den roten Padma hinzu, ihr Siddhas!
Hier beginnt ein Gespräch mit ritueller Bildsprache. »Der große Padma« lässt sich als Mahapadma verstehen, der weitere Padma als eigener Naga. Die tamilische Namensform Takkaṉ wird als Takshaka gelesen.[5]
Vers 36: Weitere Schlangenmächte
அனந்தனை யொருபக்க மாக நிறுத்தி
அதன்பக்கங் குளிகனை யண்டச் சேர்த்துக்
கனங்கொண்ட கார்க்கோடகன் காணக் காட்டுங்
கடுஞ்சங்க பாலனைத்தான் சித்த னாரே.
aṉantaṉai yorupakka māka niṟutti
ataṉpakkaṅ kuḷikaṉai yaṇṭac cērttuk
kaṉaṅkoṇṭa kārkkōṭakaṉ kāṇak kāṭṭuṅ
kaṭuñcaṅka pālaṉaittāṉ citta ṉārē.
Stellt Ananta an eine Seite und bringt Kulika dicht an seine Seite. Zeigt den mächtigen Karkotaka und den furchtbaren Shankhapala, ihr Siddhas!
Die Namen gehören zur Welt der großen Nagas. Zusammen mit dem vorigen Lied entsteht eine Gruppe von acht. Die Aufstellung bildet den Rahmen der folgenden Diagramm- und Mantrapraxis.
Vers 37: Diagramm und Mantra
அட்டதிக்குஞ் சக்கரங் களாகக் கீறி
அக்கோண நிலைகளி லக்கரஞ் சேர்த்துத்
திட்டமுடன் மந்திரத்தைச் செபித்து நில்லும்
சித்தந்தடு மாறாதீர் சித்த னாரே.
aṭṭatikkuñ cakkaraṅ kaḷākak kīṟi
akkōṇa nilaikaḷi lakkarañ cērttut
tiṭṭamuṭaṉ mantirattaic cepittu nillum
cittantaṭu māṟātīr citta ṉārē.
Zeichnet für alle acht Richtungen die Kreise, fügt an den jeweiligen Eckpunkten die Buchstaben ein und verweilt in fester Mantrarezitation. Lasst euren Geist nicht schwanken, ihr Siddhas!
Cakkaram bezeichnet hier ein rituelles Diagramm, vergleichbar einem Yantra. Die Buchstaben und das Mantra bleiben ungenannt. Der Text setzt eine Unterweisung voraus, die über diese Verse hinausgeht.
Vers 38: Die Antwort der Übenden
அட்டதிக்குஞ் சக்கரங்க ளமைத்து விட்டோம்
அவ்வவற்றிற் சக்கரங்க ளமைத்து விட்டோம்
எட்டுநாக மிருக்கின்ற இடத்தில் விட்டோம்
இனியென்ன செய்வம்சொல்லும் சித்த னாரே.
aṭṭatikkuñ cakkaraṅka ḷamaittu viṭṭōm
avvavaṟṟiṟ cakkaraṅka ḷamaittu viṭṭōm
eṭṭunāka mirukkiṉṟa iṭattil viṭṭōm
iṉiyeṉṉa ceyvamcollum citta ṉārē.
Wir haben in den acht Richtungen die Kreise angeordnet und in jedem von ihnen weitere Kreise eingesetzt. Die acht Nagas haben wir an ihre Plätze gebracht. Sagt uns, was wir nun tun sollen, ihr Siddhas!
Der Wechsel von Anweisung zu Antwort macht den Gesprächscharakter hörbar. Die wiederholten »Kreise« entsprechen der Vorlage. Sie werden nicht ohne Textbeleg durch »Buchstaben« ersetzt.
Vers 39: Adishesha in der Mitte
நடுவாக ஆதிசேடன் றன்னைநாட்டும்
நான்கு திக்கும் மந்திரித்த நீறு தூவும்
கடுவிஷங் கக்கவேயக் கட்செ விகளைக்
கையிலெடுத் தாடுங்கள் சித்த னாரே.
naṭuvāka āticēṭaṉ ṟaṉṉaināṭṭum
nāṉku tikkum mantiritta nīṟu tūvum
kaṭuviṣaṅ kakkavēyak kaṭce vikaḷaik
kaiyileṭut tāṭuṅkaḷ citta ṉārē.
Stellt Adishesha in die Mitte; streut die mit Mantras geweihte Asche in alle vier Richtungen. Nehmt die »Augenohrigen« in die Hände, sodass sie ihr schreckliches Gift ausspeien, und lasst sie tanzen, ihr Siddhas!
Die »Augenohrigen« sind Schlangen. Heilige Asche, Mantra und kosmische Nagas gehören zum rituellen Zusammenhang. Die Dichtung verbindet hier tatsächliche Schlangenbilder mit einer geistigen Bedeutung, ohne beide vollständig aufzulösen.
Verse 40–49: Besitz, Ansehen und Vergänglichkeit
Vers 40: Was folgt dir beim Tod?
நாடுநகர் வீடுமாடு நற்பொரு ளெல்லாம்
நடுவன் வரும்பொழுது நாடி வருமோ
கூடுபோன பின் பவற்றாற் கொள்பய னென்னோ
கூத்தன் பதங் குறித்துநின் றாடாய் பாம்பே.
nāṭunakar vīṭumāṭu naṟporu ḷellām
naṭuvaṉ varumpoḻutu nāṭi varumō
kūṭupōṉa piṉ pavaṟṟāṟ koḷpaya ṉeṉṉō
kūttaṉ pataṅ kuṟittuniṉ ṟāṭāy pāmpē.
Werden Land, Stadt, Haus, Vieh und alle wertvollen Güter dir folgen, wenn der Richter des Todes kommt? Welchen Nutzen haben sie, wenn du das Körpergehäuse verlassen hast? Richte dich auf die Füße des Tänzers aus und tanze, o Schlange!
Der Tänzer ist Shiva als Nataraja. Die Frage richtet den Blick auf das Bleibende. Besitz verliert seinen Rang als letzte Sicherheit.
Vers 41: Keine Armee hält ihn auf
யானைசேனை தேர்ப்பரி யாவு மணியாய்
யமன்வரும் போதுதுணை யாமோ அறிவாய்
ஞானஞ்சற்று மில்லாத நாய்கட் குப்புத்தி
நாடிவரும் படிநீநின் றாடுபாம்பே.
yāṉaicēṉai tērppari yāvu maṇiyāy
yamaṉvarum pōtutuṇai yāmō aṟivāy
ñāṉañcaṟṟu millāta nāykaṭ kupputti
nāṭivarum paṭinīniṉ ṟāṭupāmpē.
Elefanten, Heere, Wagen und Pferde in prächtiger Aufstellung – werden sie dir helfen, wenn Yama kommt? Erkenne es! Tanze so, dass selbst die Hunde ohne die geringste Erkenntnis zur Einsicht kommen, o Schlange!
Die »Hunde« bewahren die grobe Scheltsprache des Originals. Der Sprecher will Menschen wachrütteln, die sich ohne geistige Einsicht auf Macht verlassen. Selbst das größte Heer vermag den Tod nicht aufzuhalten.
Vers 42: Auch Kronen vergehen
மாணிக்கமா மணிமுடி வாகு வலயம்
மார்பிற்றொங்கும் பதக்கங்கண் மற்றும் பணிகள்
ஆணிப் பொன்முத் தாரமம் பொன் அந்தகடகம்
அழிவானபொருளெனநின் றாடாய் பாம்பே.
māṇikkamā maṇimuṭi vāku valayam
mārpiṟṟoṅkum patakkaṅkaṇ maṟṟum paṇikaḷ
āṇip poṉmut tāramam poṉ antakaṭakam
aḻivāṉaporuḷeṉaniṉ ṟāṭāy pāmpē.
Kronen mit großen Rubinen, Armspangen, auf der Brust hängende Schmuckplatten und andere Zierden, feines Gold, Perlenketten und goldene Armreife – erkenne sie als vergängliche Dinge und tanze, o Schlange!
Die Aufzählung lässt den äußeren Glanz sichtbar werden. Dann stellt sie ihn unter das Zeichen der Vergänglichkeit. Loslösung beginnt mit einem nüchternen Blick auf das Begehrte.
Vers 43: Paläste gehen nicht mit
மாடகூடமாளிகைகள் வண்ண மண்டபம்
மதில்சூழ்ந்த அரண்மனை மற்றும் முள்ளவை
கூடவாரா வென்றவந்தக் கொள்கை யறிந்தோர்
குலவாமல் வெறுப்பாரென் றாடாய் பாம்பே.
māṭakūṭamāḷikaikaḷ vaṇṇa maṇṭapam
matilcūḻnta araṇmaṉai maṟṟum muḷḷavai
kūṭavārā veṉṟavantak koḷkai yaṟintōr
kulavāmal veṟuppāreṉ ṟāṭāy pāmpē.
Mehrstöckige Häuser, Säle, Paläste, bunte Hallen, von Mauern umgebene Residenzen und alles Übrige werden nicht mitkommen. Wer dies erkannt hat, wird sie verschmähen, statt sich an ihnen zu erfreuen. Verkünde es und tanze, o Schlange!
Das Lied stellt prachtvolles Wohnen dem letzten Weg gegenüber. Es fordert einen Wandel der Wertschätzung. Ein Gebäude kann Unterkunft bieten; den Tod kann es nicht fernhalten.
Vers 44: Das Herz beim Vater
மலைபோன்ற செம்பொற்குவை வைத்தி ருப்பவர்
மறலிதான் வருகையில் வாரிச் செல்வரோ
அலையாமல் அகத்தினை அத்தன் பால்வைத்தோர்
அழியாரென் றேநீ துணிந் தாடாய் பாம்பே.
malaipōṉṟa cempoṟkuvai vaitti ruppavar
maṟalitāṉ varukaiyil vāric celvarō
alaiyāmal akattiṉai attaṉ pālvaittōr
aḻiyāreṉ ṟēnī tuṇin tāṭāy pāmpē.
Wer Berge reinen Goldes angehäuft hat – kann er sie zusammenraffen und mitnehmen, wenn der Tod kommt? Wer aber sein Herz ohne Umherschweifen beim göttlichen Vater hält, vergeht nicht. Werde darin gewiss und tanze, o Schlange!
Die Unvergänglichkeit wird als Frucht göttlicher Verbundenheit besungen. Bewegliches Denken und festgehaltener Reichtum werden durch eine andere Beständigkeit beantwortet: das ausgerichtete Herz.
Vers 45: Vom Wohlgeruch zur Asche
பஞ்சணையும் பூவணையும் பாய லும்வெறும்
பாழ்சுடு காடதிலே பயன் பெறுமோ
மஞ்சள் மணம் போய்சுடு நாறுமணங்கள்
வருமென்று தெளிந்துநின் றாடாய்பாம்பே.
pañcaṇaiyum pūvaṇaiyum pāya lumveṟum
pāḻcuṭu kāṭatilē payaṉ peṟumō
mañcaḷ maṇam pōycuṭu nāṟumaṇaṅkaḷ
varumeṉṟu teḷintuniṉ ṟāṭāypāmpē.
Baumwollpolster, Blumenlager und Schlafmatten – welchen Nutzen haben sie auf dem öden Verbrennungsplatz? Der Duft von Kurkuma schwindet, und der üble Geruch des Verbrennens kommt. Erkenne es klar und tanze, o Schlange!
Die drastische Veränderung des Geruchs dient der Vergänglichkeitsbetrachtung. Auch das Angenehmste entzieht sich dem Festhalten. Der Vers fordert Wachheit mitten im genussvollen Leben.
Vers 46: Der Mund und die Erde
முக்கனியுஞ் சர்க்கரையும் மோத கங்களும்
முதிர்சுவைப் பண்டங்களும் முந்தி யுண்டவாய்
மிக்கவுயிர் போனபின்பு மண்ணை விழுங்க
மெய்யாகக் கண்டோமென் றாடாய் பாம்பே.
mukkaṉiyuñ carkkaraiyum mōta kaṅkaḷum
mutircuvaip paṇṭaṅkaḷum munti yuṇṭavāy
mikkavuyir pōṉapiṉpu maṇṇai viḻuṅka
meyyākak kaṇṭōmeṉ ṟāṭāy pāmpē.
Der Mund, der einst die drei edlen Früchte, Zucker, Modakas und Speisen von vollendetem Geschmack aß, wird Erde verschlingen, sobald das Leben ihn verlassen hat. Rufe: »Wir haben es wahrhaft gesehen!«, und tanze, o Schlange!
Die drei Früchte sind in tamilischer Tradition Mango, Jackfrucht und Banane; Modakas sind Süßspeisen. Das Bild des Erde essenden Mundes kehrt den gewohnten Genuss eindringlich um.
Vers 47: Die Zeichen des Ranges bleiben zurück
வண்ணப்பட்டும் வாசனையும் வாய்த்த கோலமும்
வண்கவிகை ஆலவட்டம் மற்றுஞ் சின்னமும்
திண்ணமுடன் யமபுரஞ் செல்லுங் காலத்தில்
சேரவர மாட்டாவென் றாடாய் பாம்பே.
vaṇṇappaṭṭum vācaṉaiyum vāytta kōlamum
vaṇkavikai ālavaṭṭam maṟṟuñ ciṉṉamum
tiṇṇamuṭaṉ yamapurañ celluṅ kālattil
cēravara māṭṭāveṉ ṟāṭāy pāmpē.
Bunte Seide, Wohlgeruch, festlicher Schmuck, prächtiger Schirm, Rundfächer und andere Hoheitszeichen können nicht mitkommen, wenn der unvermeidliche Gang in Yamas Stadt beginnt. Erkenne dies und tanze, o Schlange!
Die Gegenstände stehen für Ansehen und gesellschaftlichen Rang. Auf dem letzten Weg verlieren solche Zeichen ihre Wirkung. Der Vers fragt nach einer Würde, die nicht von ihnen abhängt.
Vers 48: Die Angehörigen bleiben
மக்கள்பெண்டிர் சுற்றமரு மக்கள் மற்றவர்
மாளும்போது கூடவவர் மாள்வ தில்லையே
தக்கவுல கனைத்தையுந் தந்த கர்த்தனைத்
தாவித்தாவித் துதித்துநின் றாடாய் பாம்பே.
makkaḷpeṇṭir cuṟṟamaru makkaḷ maṟṟavar
māḷumpōtu kūṭavavar māḷva tillaiyē
takkavula kaṉaittaiyun tanta karttaṉait
tāvittāvit tutittuniṉ ṟāṭāy pāmpē.
Kinder, Frauen, Verwandte, angeheiratete Angehörige und die anderen sterben nicht mit dir, wenn du stirbst. Preise immer wieder, voller lebendiger Bewegung, den Schöpfer, der die ganze Welt gegeben hat, und tanze, o Schlange!
Das Lied benennt die Grenze selbst enger menschlicher Beziehungen. Die Hinwendung zum Ursprung antwortet auf diese Einsamkeit. Seine Aussage über das Sterben hebt die Bedeutung gelebter Liebe nicht auf.
Vers 49: Die Fata Morgana
கானலைமான் நீரெனவே கண்டு செல்லல்போல்
காசினிவாழ் வினைமூடர் கண்டு களிப்பார்
மேனிலைகண் டார்கள் வீணாய் வீம்பு பேசிடார்
மெய்யன்பதம் நாடுவாரென் றாடாய் பாம்பே.
kāṉalaimāṉ nīreṉavē kaṇṭu cellalpōl
kāciṉivāḻ viṉaimūṭar kaṇṭu kaḷippār
mēṉilaikaṇ ṭārkaḷ vīṇāy vīmpu pēciṭār
meyyaṉpatam nāṭuvāreṉ ṟāṭāy pāmpē.
Wie ein Reh zu einer Luftspiegelung läuft, weil es dort Wasser sieht, erfreuen sich Toren am Leben auf Erden. Wer den höheren Zustand gesehen hat, führt keine leeren, großsprecherischen Reden; er sucht die Füße des Wahrhaftigen. Verkünde es und tanze, o Schlange!
Das Reh verwechselt Erscheinung und tragfähige Wirklichkeit. Dem stellt der Text stille Suche entgegen. Erkenntnis zeigt sich hier auch im Verzicht auf Selbstdarstellung.
Verse 50–59: Begehren und asketische Entsagung
Vers 50: Schönheit im Vergehen
வெயில்கண்ட மஞ்சள்போன்ற மாத ரழகை
விரும்பியே மேல்விழுந்து மேவு மாந்தர்
ஒயில்கண்டே இலவுகாத் தோடுங் கிளிபோல்
உடல்போனால் ஓடுவாரென் றாடாய் பாம்பே.
veyilkaṇṭa mañcaḷpōṉṟa māta raḻakai
virumpiyē mēlviḻuntu mēvu māntar
oyilkaṇṭē ilavukāt tōṭuṅ kiḷipōl
uṭalpōṉāl ōṭuvāreṉ ṟāṭāy pāmpē.
Die Schönheit der Frauen gleicht Kurkuma in der Sonne. Wer sich begehrlich auf sie stürzt, wird, wenn der Körper vergeht, davonlaufen – wie der Papagei, der auf die Frucht des Seidenwollbaums gewartet hat und enttäuscht fortfliegt. Erkenne dies und tanze, o Schlange!
Kurkuma in der Sonne und der enttäuschte Papagei stellen Schönheit unter das Zeichen des Vergehens. Die Frucht des Seidenwollbaums birgt wollige Fasern statt der erhofften Nahrung. Hier beginnt eine drastische männliche Entsagungsrede gegen erotische Idealisierung.
Vers 51: Begehren und Todesangst überwinden
செண்டுமுலை வண்டுவிழி கொண்ட தோகையைச்
சித்தப்பால் விழுங்கியே சீயென்று ஒறுத்தோம்
குண்டுகட் டெருமை யேறுங் கூற்றுப் பருந்தைக்
கொன்றுதின்று விட்டோமென் றாடாய் பாம்பே.
ceṇṭumulai vaṇṭuviḻi koṇṭa tōkaiyaic
cittappāl viḻuṅkiyē cīyeṉṟu oṟuttōm
kuṇṭukaṭ ṭerumai yēṟuṅ kūṟṟup paruntaik
koṉṟutiṉṟu viṭṭōmeṉ ṟāṭāy pāmpē.
Die pfauengleiche Frau mit blütenballgleichen Brüsten und bienengleichen Augen haben wir in unserem Geist verschlungen und dann mit einem »Pfui!« zurückgewiesen. Den Todesgeier, der auf dem massigen Büffel reitet, haben wir getötet und aufgezehrt. Verkünde es und tanze, o Schlange!
Verschlingen und Zurückweisen bilden eine gewaltsame innere Umkehr ab. Zugleich wird Yama als überwundener Gegner dargestellt. Das Gedicht spricht in der übersteigerten Sprache asketischen Triumphs.
Vers 52: Den Glanz der Vergleiche durchschauen
வட்டமுலை யென்றுமிக வற்றுந் தோலை
மகமேரு என்றுவமை வைத்துக் கூறுவார்
கெட்டநாற்ற முள்ளயோனிக் கேணியில் வீழ்ந்தோர்
கெடுவரென்றே நீதுணிந் தாடாய் பாம்பே.
vaṭṭamulai yeṉṟumika vaṟṟun tōlai
makamēru eṉṟuvamai vaittuk kūṟuvār
keṭṭanāṟṟa muḷḷayōṉik kēṇiyil vīḻntōr
keṭuvareṉṟē nītuṇin tāṭāy pāmpē.
Die Haut, die welken wird, nennen sie »runde Brüste« und vergleichen sie mit dem großen Meru. Wer in den übelriechenden Brunnen der Yoni fällt, geht zugrunde. Werde dessen gewiss und tanze, o Schlange!
Yoni bezeichnet hier das weibliche Geschlechtsorgan; Meru ist der mythische Weltberg. Die groben Bilder wenden sich gegen die Idealisierung des begehrten Körpers. Sie bewahren eine historische männliche Entsagungsperspektive, deren geistiger Anlass die Bindung durch Begehren ist.
Vers 53: Augen und Verblendung
மலஞ்சொரி கண்ணைவடி வாளுக் கொப்பாக
வருணித்துச் சொல்வார்மதி வன்மை யில்லாதார்
குருநலம் பேசுகின்ற கூகைமாந்தர்கள்
கும்பிக்கே இரையாவரென் றாடாய் பாம்பே.
malañcori kaṇṇaivaṭi vāḷuk koppāka
varuṇittuc colvārmati vaṉmai yillātār
kurunalam pēcukiṉṟa kūkaimāntarkaḷ
kumpikkē iraiyāvareṉ ṟāṭāy pāmpē.
Menschen ohne Festigkeit des Verstandes vergleichen das Auge, das Unrat absondert, mit einem scharfen Schwert. Diese eulengleichen Toren, die solche Schönheit rühmen, werden zur Nahrung des Höllenkessels. Verkünde es und tanze, o Schlange!
Die Wortverbindung kuru-nalam in der dritten Zeile ist nicht sicher; sie wird hier sinngemäß auf die gerühmte Schönheit bezogen. Das Höllenbild steigert die Warnung vor einer völlig gebundenen Wahrnehmung.
Vers 54: Woran denkt dein Herz?
சிக்குநாறுங் கூந்தலைச் செழுமை மேகமாய்ச்
செப்புவார்கள் கொங்கைதனைச் செப்புக் கொப்பதாய்
நெக்குநெக்கு ருகிப்பெண்ணை நெஞ்சில்நினைப்பார்
நிமலனை நினையாரென் றாடாய் பாம்பே.
cikkunāṟuṅ kūntalaic ceḻumai mēkamāyc
ceppuvārkaḷ koṅkaitaṉaic ceppuk koppatāy
nekkunekku rukippeṇṇai neñcilniṉaippār
nimalaṉai niṉaiyāreṉ ṟāṭāy pāmpē.
Verfilztes, riechendes Haar nennen sie eine üppige Wolke, die Brüste vergleichen sie mit kleinen Dosen. Immer wieder schmelzen sie dahin und denken im Herzen an die Frau; des Makellosen gedenken sie nicht. Verkünde es und tanze, o Schlange!
Der Text legt die Aufmerksamkeit selbst offen. Das Herz besitzt die Kraft, sich tief zu verbinden. Der Sprecher verlangt, diese Kraft dem Göttlichen zuzuwenden.
Vers 55: Geschmack und Täuschung
நாறிவரும் எச்சில்தனை நல்லமு தென்றும்
நண்ணுஞ்சளி நாசிதனை நற்கு மிழென்றும்
கூறுவார்கள் புத்தியில்லாக் கூகை மாந்தர்
கோனிலையை யறியாரென் றாடாய் பாம்பே.
nāṟivarum ecciltaṉai nallamu teṉṟum
naṇṇuñcaḷi nācitaṉai naṟku miḻeṉṟum
kūṟuvārkaḷ puttiyillāk kūkai māntar
kōṉilaiyai yaṟiyāreṉ ṟāṭāy pāmpē.
Den riechenden Speichel nennen sie köstlichen Nektar und die schleimige Nase eine schöne Kumizh-Blütenknospe. So reden die verstandeslosen, eulengleichen Menschen; den Zustand des Herrn erkennen sie nicht. Verkünde es und tanze, o Schlange!
Die Kumizh-Blütenknospe ist ein Vergleich für die Form der Nase. Nektar und Blütenknospe veredeln in der Liebesdichtung den Körper; der Siddha stellt ihnen dessen Stofflichkeit entgegen. So unterbricht er den Blick, der sich ganz im Begehren verliert.
Vers 56: Die schmeichelnden Namen loslassen
மயிலென்றுங் குயிலென்றும் மாணிக்க மென்றும்
மானேயென்றும் தேனேயென்றும் வானமு தென்றும்
ஒயிலான வன்னமயிற் கொத்தவ ளென்றும்
ஓதாமற் கடிந்துவிட் றாடாய் பாம்பே.
mayileṉṟuṅ kuyileṉṟum māṇikka meṉṟum
māṉēyeṉṟum tēṉēyeṉṟum vāṉamu teṉṟum
oyilāṉa vaṉṉamayiṟ kottava ḷeṉṟum
ōtāmaṟ kaṭintuviṭ ṟāṭāy pāmpē.
»Pfau«, »Kuckuck«, »Rubin«, »mein Reh«, »mein Honig«, »himmlischer Nektar«, »sie gleicht einem anmutigen bunten Pfau« – sprich solche Worte nicht weiter. Weise sie zurück und tanze, o Schlange!
Die vollständige Reihe lässt den Klang der Liebesanrede hörbar bleiben. Entsagung betrifft hier auch die Worte, mit denen man sein Begehren nährt. Die Schönheit der Sprache selbst wird zum Gegenstand der Selbstprüfung.
Vers 57: Worte, die Begehren nähren
மின்னற்கொடி யென்றுஞ்சோதி விளக் கென்றும்
மெல்லியென்றும் வல்லியென்றும் மேனகை யென்றும்
கன்னற்கட்டி யென்றுஞ்சீனிக் கற்கண் டென்றும்
கழறாமற் கடிந்தோமென் றாடாய் பாம்பே.
miṉṉaṟkoṭi yeṉṟuñcōti viḷak keṉṟum
melliyeṉṟum valliyeṉṟum mēṉakai yeṉṟum
kaṉṉaṟkaṭṭi yeṉṟuñcīṉik kaṟkaṇ ṭeṉṟum
kaḻaṟāmaṟ kaṭintōmeṉ ṟāṭāy pāmpē.
»Blitzranke«, »Lichtlampe«, »die Zarte«, »die Ranke«, »Menaka«, »Zuckerrohrstück«, »süßer Kandiszucker« – wir haben aufgehört, so zu reden, und diese Anreden zurückgewiesen. Verkünde es und tanze, o Schlange!
Menaka ist eine himmlische Tänzerin. Die Bilder reichen vom Naturlicht bis zur Süßigkeit. Das Gedicht zeigt, wie Sprache eine Bindung immer wieder erneuern kann.
Vers 58: Auch mein Schatz ist ein Name
பூவையென்றும் பாவையென்றும் பொன்னே யென்றும்
பூந்திருவே என்றுமென்றன் பொக்கிஷ மென்றும்
கோவையென்றுங் கோதையென்றுங் கோகில மென்றும்
கூறாமல் துறந்தோம்நாமென் றாடாய் பாம்பே.
pūvaiyeṉṟum pāvaiyeṉṟum poṉṉē yeṉṟum
pūntiruvē eṉṟumeṉṟaṉ pokkiṣa meṉṟum
kōvaiyeṉṟuṅ kōtaiyeṉṟuṅ kōkila meṉṟum
kūṟāmal tuṟantōmnāmeṉ ṟāṭāy pāmpē.
»Maina-Vogel«, »schöne Puppe«, »mein Gold«, »blühende Shri«, »mein Schatz«, »Kovvai-Frucht«, »die Bekränzte«, »Kuckuck« – ohne diese Anreden weiterzusprechen, haben wir losgelassen. Rufe dies und tanze, o Schlange!
Pūvai bezeichnet hier den Maina-Vogel, kōvai die Frucht der Efeugurke; Śrī verweist auf Schönheit, Glück und Lakshmi. Diese kostbaren Namen nähren die Vorstellung des Begehrenswerten. Mit ihnen soll auch der vereinnahmende Klang des »Mein« verstummen.
Vers 59: Den Körper nüchtern betrachten
மலக்குடம் மீதினிலே மஞ்சள் பூச்சென்றும்
மல்கும்புழுக் கூட்டின்மேல் வண்ணத் தோலென்றும்
சலக்குழிக் குள்ளேநாற்றஞ் சார்ந்த சேறென்றும்
தானறிந்து தள்ளினோமென் றாடாய் பாம்பே.
malakkuṭam mītiṉilē mañcaḷ pūcceṉṟum
malkumpuḻuk kūṭṭiṉmēl vaṇṇat tōleṉṟum
calakkuḻik kuḷḷēnāṟṟañ cārnta cēṟeṉṟum
tāṉaṟintu taḷḷiṉōmeṉ ṟāṭāy pāmpē.
Ein Topf voll Unrat, außen mit Kurkuma bestrichen; eine bunte Haut über einer wimmelnden Wurmbehausung; übelriechender Schlamm in einer Grube voller Ausscheidungen – so haben wir es selbst erkannt und uns davon abgewandt. Verkünde es und tanze, o Schlange!
Mit diesem harten Bild endet der Abschnitt über erotisches Begehren. Es gehört zu einer asketischen Betrachtung des Unreinen. Die folgende Versgruppe weitet den Blick auf die Vergänglichkeit des menschlichen Körpers überhaupt.
Verse 60–69: Der vergängliche Körper
Vers 60: Das Gefäß des Töpfers
ஊத்தைக் குழிதனிலே மண்ணை எடுத்தே
உதிரப் புனலினிலே உண்டை சேர்த்தே
வாய்த்தகுய வனார் பண்ணும் பாண்டம்
வறகோட்டுக்கு மாகாதென் றாடாய் பாம்பே.
ūttaik kuḻitaṉilē maṇṇai eṭuttē
utirap puṉaliṉilē uṇṭai cērttē
vāyttakuya vaṉār paṇṇum pāṇṭam
vaṟakōṭṭukku mākāteṉ ṟāṭāy pāmpē.
Aus einer unreinen Grube wird Erde genommen und mit dem Wasser des Blutes zu einer Kugel geformt. Das Gefäß, das der kundige Töpfer daraus macht, taugt am Ende nicht einmal als Röstschale. Erkenne dies und tanze, o Schlange!
Der Körper erscheint als Tongefäß, seine Entstehung als Töpferarbeit. Das unscheinbare Haushaltsbild macht seine Zerbrechlichkeit greifbar. Es bereitet die Betrachtung der Geburt im nächsten Lied vor.
Vers 61: Zehn Monate im Ofen
இருவர்மண் சேர்த்திட ஒருவர் பண்ண
ஈரைந்து மாதமாய் வைத்த சூளை
அருமையா யிருப்பினு மந்தச் சூளை
அரைக்காசுக் காகாதென் றாடாய் பாம்பே.
iruvarmaṇ cērttiṭa oruvar paṇṇa
īraintu mātamāy vaitta cūḷai
arumaiyā yiruppiṉu mantac cūḷai
araikkācuk kākāteṉ ṟāṭāy pāmpē.
Zwei bringen die Erde zusammen, einer formt sie; zehn Monate wird der Brennofen gehütet. So kostbar dieser Ofen auch scheint: Er ist nicht einmal eine halbe Münze wert. Erkenne dies und tanze, o Schlange!
Die beiden werden als Eltern, der eine als gestaltende Schöpferkraft verstanden; der Brennofen steht im Bild der Schwangerschaft. Die gedrängte Formulierung erklärt nicht jeden Bezug. »Zehn Monate« bewahrt die traditionelle Zählung der Vorlage.
Vers 62: Das Rätsel von der Schwellung
பரியாசம் போலவே கடித்த பாம்பு
பலபேரறியவே மெத்த வீங்கிப்
பரியார மொருமாது பார்த்த போது
பையோடே கழன்றதென் றாடாய் பாம்பே.
pariyācam pōlavē kaṭitta pāmpu
palapēraṟiyavē metta vīṅkip
pariyāra morumātu pārtta pōtu
paiyōṭē kaḻaṉṟateṉ ṟāṭāy pāmpē.
Die Schlange biss, als sei es nur ein Spiel. Eine mächtige Schwellung entstand, für viele sichtbar. Als eine Frau nach Abhilfe sah, löste es sich mitsamt dem Beutel. Erzähle davon und tanze, o Schlange!
Das Tamilische lässt das Subjekt der Schwellung und den Bezug des Beutels offen. Die bei der Tamil Virtual Academy zugängliche Auslegung versteht die Bildfolge als Zeugung, Schwangerschaft und Geburt. Die Übersetzung legt sich deshalb nicht darauf fest, dass die Schlange selbst anschwillt.[6]
Vers 63: Wenn der Topf zerbricht
சீயுமல முஞ்செறி செந் நீரும் நிணமுஞ்
சேர்ந்திடு துர்நாற்றமுடைக் குடமது உடைந்தால்
நாயுநரி யும்பெரிய பேயுங் கழுகும்
நமதென்றே தின்னுமென் றாடாய் பாம்பே.
cīyumala muñceṟi cen nīrum niṇamuñ
cērntiṭu turnāṟṟamuṭaik kuṭamatu uṭaintāl
nāyunari yumperiya pēyuṅ kaḻukum
namateṉṟē tiṉṉumeṉ ṟāṭāy pāmpē.
Dieser stinkende Topf ist angefüllt mit Eiter, Kot, rotem Blut und Fett. Wenn er zerbricht, werden Hunde, Schakale, große Leichengeister und Geier sagen: »Er gehört uns!«, und ihn fressen. Erkenne dies und tanze, o Schlange!
Der Körper kann nicht dauerhaft als Eigentum gesichert werden. Die drastische Szene richtet sich gegen seinen absoluten Besitzanspruch. Leichengeister gehören zur traditionellen poetischen Bildwelt.
Vers 64: Wie eine Wasserblase
நீரிலெழும் நீர்க்குமிழி நிலைகெ டல்போல
நில்லாதுடல் நீங்கிவிடும் நிச்சய மென்றே
பாரிற் பல உயிர்களைப் படைத்த வன்றனைப்
பற்றவேநீ பற்றித்தொடர்ந் தாடாய் பாம்பே.
nīrileḻum nīrkkumiḻi nilaike ṭalpōla
nillātuṭal nīṅkiviṭum niccaya meṉṟē
pāriṟ pala uyirkaḷaip paṭaitta vaṉṟaṉaip
paṟṟavēnī paṟṟittoṭarn tāṭāy pāmpē.
Wie eine Blase, die auf dem Wasser entsteht und wieder zerfällt, wird der unbeständige Körper sicher vergehen. Halte dich darum an den, der die vielen Lebewesen auf Erden geschaffen hat. Folge ihm fest verbunden und tanze, o Schlange!
Das harte Körperbild wird durch eine klare Zuflucht ergänzt. Vergänglichkeit soll die Hinwendung wecken. Die Bindung an den Schöpfer trägt durch den Wandel der Gestalten.
Vers 65: Was äußerliches Waschen nicht löst
நாறுமீனைப் பலதரம் நல்ல தண்ணீரால்
நாளுங்கழு வினுமதன் நாற்றம் போமோ
கூறுமுடல் பலநதி யாடிக் கொண்டதால்
கொண்ட மலம் நீங்காதென் றாடாய் பாம்பே.
nāṟumīṉaip palataram nalla taṇṇīrāl
nāḷuṅkaḻu viṉumataṉ nāṟṟam pōmō
kūṟumuṭal palanati yāṭik koṇṭatāl
koṇṭa malam nīṅkāteṉ ṟāṭāy pāmpē.
Wenn man einen stinkenden Fisch täglich viele Male mit gutem Wasser wäscht, vergeht dann sein Geruch? Ebenso schwindet die anhaftende Unreinheit nicht dadurch, dass dieser Körper in vielen Flüssen badet. Erkenne dies und tanze, o Schlange!
Die Frage nach dem Fisch macht anschaulich, dass äußerliches Waschen nicht jede Unreinheit beseitigt. Ebenso fordert das Lied eine Läuterung des Herzens. Es prüft religiöse Handlungen daran, ob sich mit ihnen auch die innere Haltung wandelt.
Vers 66: Die Steine am Fruchtbaum
காய்த்தமர மதுமிக்க கல்லடிப்படும்
கன்மவினை கொண்டகாயம் கண்டனை பெறும்
வாய்த்ததவ முடையவர் வாழ்பவ ரென்றே
வத்துத்திரு வடிதொழு தாடாய் பாம்பே.
kāyttamara matumikka kallaṭippaṭum
kaṉmaviṉai koṇṭakāyam kaṇṭaṉai peṟum
vāyttatava muṭaiyavar vāḻpava reṉṟē
vattuttiru vaṭitoḻu tāṭāy pāmpē.
Ein Baum, der Früchte trägt, wird oft mit Steinen beworfen; ein Körper, der Karma trägt, erfährt Züchtigung. Diejenigen, denen geistige Übung gelungen ist, leben wahrhaft. Verehre die heiligen Füße der Wirklichkeit und tanze, o Schlange!
Das bekannte Fruchtbaumbild verbindet Ertrag und Verwundbarkeit. Die Aussage über Karma gehört zur religiösen Weltdeutung des Verses. Als Antwort wird geistige Übung genannt.
Vers 67: Der Blasebalg mit neun Öffnungen
பேசரிய நவவாயிற் பீற்றல் துருத்தி
பெருங்காற்றுள் புகுந்ததாற் பேச்சுண் டாச்சே
ஈசனிலை அறியாருக் கிந்தத் துருத்தி
எரிமண்ணிற் கிரைமென் றாடாய் பாம்பே.
pēcariya navavāyiṟ pīṟṟal turutti
peruṅkāṟṟuḷ pukuntatāṟ pēccuṇ ṭāccē
īcaṉilai aṟiyāruk kintat turutti
erimaṇṇiṟ kiraimeṉ ṟāṭāy pāmpē.
Dieser kaum beschreibbare, löchrige Blasebalg hat neun Öffnungen. Weil der große Wind hineinströmte, begann er zu sprechen. Wer den Zustand des Herrn nicht erkennt, dessen Blasebalg wird zur Nahrung von Feuer und Erde. Erkenne dies und tanze, o Schlange!
Der Blasebalg ist der Körper, der Wind sein Lebensatem. Die neun Öffnungen sind ein traditionelles Körperbild. Das bloße Lebendigsein soll zur bewussten Erkenntnis des Lebensgrundes reifen.
Vers 68: Die Marionette
மரப்பாவை போல வொரு மண்ணுருச் செய்து
வளமான சீவனென்னுஞ் சூத்திரம் மாட்டித்
திரைக்குள்ளி ருந்தசைப்போன் தீர்ந்த பொழுதே
தேகம்விழு மென்றுதெளிந் தாடாய் பாம்பே.
marappāvai pōla voru maṇṇuruc ceytu
vaḷamāṉa cīvaṉeṉṉuñ cūttiram māṭṭit
tiraikkuḷḷi runtacaippōṉ tīrnta poḻutē
tēkamviḻu meṉṟuteḷin tāṭāy pāmpē.
Wie eine Holzpuppe wird eine Gestalt aus Erde geformt und mit dem Faden des kräftigen Lebens versehen. Sobald der verborgene Spieler hinter dem Vorhang sein Spiel beendet, fällt der Körper nieder. Erkenne dies klar und tanze, o Schlange!
Das Marionettenbild fragt nach der tragenden Kraft des Lebens. Die sichtbare Gestalt bewegt sich nicht aus eigener, unabhängiger Macht. Der Vorhang bewahrt das Geheimnis ihres Ursprungs.
Vers 69: Das Schiff im einen Meer
தசநாடி தசவாயு சத்த தாது
சார்ந்தமரக் கப்பலது தத்தி விழுமே
இசைவான கப்பலினை ஏக வெள்ளத்தில்
எந்நாளும் ஓட்டத்துணிந் தாடாய் பாம்பே.
tacanāṭi tacavāyu catta tātu
cārntamarak kappalatu tatti viḻumē
icaivāṉa kappaliṉai ēka veḷḷattil
ennāḷum ōṭṭattuṇin tāṭāy pāmpē.
Dieses Holzschiff aus zehn Nadis, zehn Lebenswinden und sieben Körperstoffen wird taumeln und untergehen. Entschließe dich, das gut gefügte Schiff allezeit auf der einen Flut zu steuern, und tanze, o Schlange!
Die zehn Nadis sind subtile Bahnen, die zehn Vayus Lebenswinde, die sieben Dhatus Körpergewebe oder Körperstoffe der traditionellen Lehre. Das gefährdete Schiff wird zum Fahrzeug der Sammlung. Wohin es gelenkt wird, ist trotz seiner Vergänglichkeit entscheidend.
Verse 70–82: Innere Loslösung und Schau
Vers 70: Wie Wasser auf dem Lotosblatt
தாமரையி னிலையினிலே தண்ணீர் தங்காத
தன்மைபோலச் சகத்தாசை தள்ளி விட்டெங்கும்
தூமணியாம் விளங்கிய சோதி பதத்தைத்
தொழுது தொழுதுதொழு தாடாய்பாம்பே.
tāmaraiyi ṉilaiyiṉilē taṇṇīr taṅkāta
taṉmaipōlac cakattācai taḷḷi viṭṭeṅkum
tūmaṇiyām viḷaṅkiya cōti patattait
toḻutu toḻututoḻu tāṭāypāmpē.
Wie Wasser auf dem Lotosblatt nicht haften bleibt, wirf das Verlangen nach der Welt ab. Verehre immer wieder jene Lichtstätte, die überall wie ein reines Juwel leuchtet. Verneige dich, verneige dich und tanze, o Schlange!
Das Lotosblatt berührt das Wasser und lässt es dennoch abperlen. So wird Nichtanhaften sichtbar: Die Welt darf berührt werden, ohne das Herz ganz gefangen zu nehmen. Die dreifache Verneigung richtet die gewonnene Freiheit auf das göttliche Licht.
Vers 71: Das Auge der Erkenntnis öffnen
கள்ளங் கொலை காமமாதி கண்டித்த வெல்லாம்
கட்டறுத்து விட்டுஞானக் கண்ணைத் திறந்து
தெள்ளிதான வெட்டவெளி சிற்சொ ரூபத்தைத்
தேர்ந்துபார்த்துச் சிந்தைதெளிந் தாடாய் பாம்பே.
kaḷḷaṅ kolai kāmamāti kaṇṭitta vellām
kaṭṭaṟuttu viṭṭuñāṉak kaṇṇait tiṟantu
teḷḷitāṉa veṭṭaveḷi ciṟco rūpattait
tērntupārttuc cintaiteḷin tāṭāy pāmpē.
Durchtrenne die Fesseln von Täuschung, Töten, Begierde und allem dergleichen. Öffne das Auge der Erkenntnis und schaue prüfend die klare, offene Weite, die Gestalt reinen Bewusstseins. Werde im Denken klar und tanze, o Schlange!
Ethische Umkehr und Erkenntnis sind unmittelbar verbunden. Die offene Weite wird nicht als bloße Leere, sondern als Bewusstseinswirklichkeit angesprochen. Das geistige Auge öffnet sich mit gelösten Bindungen.
Vers 72: Wie die Tamarinde in ihrer Schale
சொல்லும்புளி யம்பழத்தி னோடு போலவே
சுற்றத்திருந் தாலுமவர் தொந்தங் களற்று
நில்லுமன மேநீபர நின்ம லத்திலே
நின்றுணைதான் வெறும்பாழென் றாடாய் பாம்பே.
collumpuḷi yampaḻatti ṉōṭu pōlavē
cuṟṟattirun tālumavar tontaṅ kaḷaṟṟu
nillumaṉa mēnīpara niṉma lattilē
niṉṟuṇaitāṉ veṟumpāḻeṉ ṟāṭāy pāmpē.
Wie die Tamarindenfrucht in ihrer Schale bleibe mitten unter den Angehörigen, doch frei von ihren Verstrickungen, mein Geist. Verweile in der höchsten Reinheit; erkenne dich als bloße offene Leere und tanze, o Schlange!
Die reife Frucht löst sich von der Schale, obwohl sie darin bleibt. So beschreibt der Vers ein inneres Freisein in bestehenden Beziehungen. Die genaue Fügung der letzten Zeile ist gedrängt und hier sinngemäß auf die leere Weite bezogen.
Vers 73: Im Schlamm, ohne daran zu haften
சேற்றில் திரிபிள்ளைப்பூச்சி சேற்றை நீக்கல்போல்
தேசத்தோ டொத்துவாழ்வார் செய்கை கண்டபின்
சாற்றுபர வெளிதனைச் சாரும் வழியே
தானடக்க வேணுமென் றாடாய் பாம்பே.
cēṟṟil tiripiḷḷaippūcci cēṟṟai nīkkalpōl
tēcattō ṭottuvāḻvār ceykai kaṇṭapiṉ
cāṟṟupara veḷitaṉaic cārum vaḻiyē
tāṉaṭakka vēṇumeṉ ṟāṭāy pāmpē.
Wie das kleine Insekt, das sich im Schlamm bewegt und den Schlamm wieder abstreift, leben manche in Übereinstimmung mit ihrer Umgebung. Wenn du ihr Tun gesehen hast, sammle dich auf dem Weg zur höchsten Weite. Erkenne dies und tanze, o Schlange!
Das unscheinbare Tier ergänzt das Lotosbild. Innere Freiheit muss sich im gewöhnlichen Umfeld bewähren. Die Menschen, deren Verhalten dies zeigt, werden zu einer lebendigen Orientierung.
Vers 74: Das Auge des Auges
எண்ணெய்குந் தண்ணீர்க்குந் தொந்தமில்லா வாறுபோல்
எப்போதும் இப்புவியி லெய்த வேண்டும்
கண்ணுக்குக் கண்ணான வொளிகண்டு கொள்ளவே
கட்டறுத்து வாழ்ந்திடநின் றாடாய் பாம்பே.
eṇṇeykun taṇṇīrkkun tontamillā vāṟupōl
eppōtum ippuviyi leyta vēṇṭum
kaṇṇukkuk kaṇṇāṉa voḷikaṇṭu koḷḷavē
kaṭṭaṟuttu vāḻntiṭaniṉ ṟāṭāy pāmpē.
Wie Öl und Wasser sich nicht miteinander verbinden, so sollst du allezeit in dieser Welt sein. Erkenne das Licht, das dem Auge sein Sehen ermöglicht. Durchtrenne die Fessel, lebe frei und tanze, o Schlange!
Das »Auge des Auges« lenkt die Aufmerksamkeit vom Gesehenen auf die Kraft des Erkennens. Öl und Wasser veranschaulichen eine Nähe ohne Vermischung. Die Aufgabe lautet, in der Welt zu leben und dabei innerlich frei zu bleiben.
Vers 75: Was nicht mehr begehrt wird
கக்கிவிட்ட சோறுகறி கந்த மூலங்கள்
கண்களுக்கு சுத்தமான காட்சி போலவே
சிக்கிக்கொண்ட சகத்தினைச் சீயென் றொறுத்துச்
சீர்பாதங் காணத்தெளிந் தாடாய் பாம்பே.
kakkiviṭṭa cōṟukaṟi kanta mūlaṅkaḷ
kaṇkaḷukku cuttamāṉa kāṭci pōlavē
cikkikkoṇṭa cakattiṉaic cīyeṉ ṟoṟuttuc
cīrpātaṅ kāṇatteḷin tāṭāy pāmpē.
Erbrochener Reis, Gemüse, Knollen und Wurzeln – als wären sie für die Augen ein reiner Anblick! Weise mit einem »Pfui!« die Welt zurück, in der du verstrickt bist. Werde klar, um die herrlichen Füße zu schauen, und tanze, o Schlange!
Die Vorlage hat tatsächlich cuttamāṉa, »rein«, was zum Bild des Erbrochenen schwer passt. Die Übersetzung liest die Stelle vorläufig ironisch; eine verderbte Lesart ist ebenfalls möglich. Diese Unsicherheit bleibt ausdrücklich bestehen.
Vers 76: Den Elefanten des Zorns bändigen
கோபமென்னும் மதயானை கொண்ட மதத்தை
கூர்கொள்யுத்தி அங்குசத்தாற் கொன்று விட்டோங்காண்
தீபமென்னுஞ் சிற்சொரூப செய்ய பொருளைச்
சேர்ந்துறவு கொண்டோமென் றாடாய் பாம்பே.
kōpameṉṉum matayāṉai koṇṭa matattai
kūrkoḷyutti aṅkucattāṟ koṉṟu viṭṭōṅkāṇ
tīpameṉṉuñ ciṟcorūpa ceyya poruḷaic
cērntuṟavu koṇṭōmeṉ ṟāṭāy pāmpē.
Den Rausch des wilden Elefanten namens Zorn haben wir mit dem scharfen Elefantenhaken kluger Einsicht getötet. Wir sind mit jener edlen Wirklichkeit verbunden, die als Lampe reinen Bewusstseins leuchtet. Verkünde es und tanze, o Schlange!
Der Elefantenhaken wird zum Bild unterscheidender Einsicht. Die überwundene Macht ist der eigene Zorn. Das Ziel erscheint als leuchtende Verbundenheit.
Vers 77: Auf dem Berg der Ewigkeit
நித்தியமென் னுமலையில் நின்று கொண்டோம்யாம்
நினைத்தபடியே முடித்து நின்மல மானோம்
சத்தியமாய் எங்கள் கடந்தானழி யாதே
சந்ததமும் வாழ்வோமென் றாடாய் பாம்பே.
nittiyameṉ ṉumalaiyil niṉṟu koṇṭōmyām
niṉaittapaṭiyē muṭittu niṉmala māṉōm
cattiyamāy eṅkaḷ kaṭantāṉaḻi yātē
cantatamum vāḻvōmeṉ ṟāṭāy pāmpē.
Wir stehen auf dem Berg namens Ewigkeit. Wir haben vollendet, was wir uns vornahmen, und sind makellos geworden. Wahrhaftig: Unser Leib wird nicht vergehen. Wir werden allezeit leben. Verkünde es und tanze, o Schlange!
Auch dieses Lied bewahrt den Siddha-Anspruch eines unvergänglichen Leibes. Berg und Ewigkeit verleihen ihm Festigkeit. Die Aussage ist das religiöse Selbstzeugnis des Sprechers.
Vers 78: Das Pferd des Geistes
மனமென்னுங் குதிரையை வாகன மாக்கி
மதியென் னுங்கடிவாளம் வாயிற் பூட்டிச்
சினமென்னுஞ் சீனிமேற் சீரா யேறித்
தெளிவிடஞ் சவாரிவிட் டாடாய் பாம்பே.
maṉameṉṉuṅ kutiraiyai vākaṉa mākki
matiyeṉ ṉuṅkaṭivāḷam vāyiṟ pūṭṭic
ciṉameṉṉuñ cīṉimēṟ cīrā yēṟit
teḷiviṭañ cavāriviṭ ṭāṭāy pāmpē.
Mache den Geist zu deinem Reitpferd und lege ihm den Zügel des Verstandes ins Maul. Besteige den Sattel namens Zorn, nimm sicher auf ihm Platz, reite zum Ort der Klarheit und tanze, o Schlange!
Das Reitbild verbindet Geist und lenkende Einsicht. Die Bezeichnung des Sattels als »Zorn« ist auffällig, steht aber so in den verglichenen Texten. Sie bleibt erhalten, ohne eine sichere esoterische Entsprechung zu behaupten.
Vers 79: Durch den Dornenwald
ஆசையென்னுஞ் செருப்பின்மேல் அடியை வைத்தே
ஆங்கார முட்காட்டை அறவே மிதித்தே
காசையெனுந் துர்குணத்திற் கனலைக் கொளுத்திக்
காலாகாலங் கடந்தோமென் றாடாய் பாம்பே.
ācaiyeṉṉuñ ceruppiṉmēl aṭiyai vaittē
āṅkāra muṭkāṭṭai aṟavē mitittē
kācaiyeṉun turkuṇattiṟ kaṉalaik koḷuttik
kālākālaṅ kaṭantōmeṉ ṟāṭāy pāmpē.
Setze den Fuß auf den Schuh namens Verlangen und zertritt den ganzen Dornenwald des Ichdünkels. Entzünde ein Feuer in der verderblichen Habgier. Rufe: »Wir haben die Zeiten überschritten!«, und tanze, o Schlange!
Schuh, Dornen und Feuer bilden eine entschiedene Folge der Umwandlung. Ichdünkel und Gier sollen ihre Herrschaft verlieren. Die erste Zeile folgt bei »Fuß« der Lesung von Wikisource.[5]
Vers 80: Das Schwert der Vollendung
காலனெனுங் கொடிதான கடும்ப கையைநாம்
கற்பமெனும் வாளினாலே கடிந்து விட்டோம்
தாலமதிற் பிறப்பினைத் தானும் கடந்தோம்
தற்பரங் கண்டோமென் றாடாய் பாம்பே.
kālaṉeṉuṅ koṭitāṉa kaṭumpa kaiyainām
kaṟpameṉum vāḷiṉālē kaṭintu viṭṭōm
tālamatiṟ piṟappiṉait tāṉum kaṭantōm
taṟparaṅ kaṇṭōmeṉ ṟāṭāy pāmpē.
Den grausamen, unerbittlichen Feind namens Tod haben wir mit dem Schwert des Karpam niedergemacht. Auch die Geburt auf Erden haben wir überschritten und das Höchste geschaut. Verkünde es und tanze, o Schlange!
Kaṟpam gehört zum Wortfeld der Siddha-Vervollkommnung und Lebensbewahrung; eine eindeutige Einzelbedeutung ist hier nicht gesichert. Der Schwertvergleich bezeichnet seine befreiende Kraft. Das Wort wird deshalb in der Übersetzung bewahrt.
Vers 81: Nicht im Honig versinken
தேனில் வீழ்ந்த ஈயைப்போலச் சிந்தை குலைந்து
திகையாமற் சிற்சொரூப தெரிச னைகண்டு
வானிற் பறந் திடச்சூத வான்ம ணிதீர்ந்து
வாயிற்போட் டேகநீநின் றாடாய் பாம்பே.
tēṉil vīḻnta īyaippōlac cintai kulaintu
tikaiyāmaṟ ciṟcorūpa terica ṉaikaṇṭu
vāṉiṟ paṟan tiṭaccūta vāṉma ṇitīrntu
vāyiṟpōṭ ṭēkanīniṉ ṟāṭāy pāmpē.
Lass deinen Geist nicht verwirrt werden wie eine Fliege, die in Honig gefallen ist. Schaue die Gestalt reinen Bewusstseins. Wähle das alchemistische Quecksilberjuwel für den Himmelsflug, lege es in den Mund, ziehe dahin und tanze, o Schlange!
Das Juwel gehört zur alchemistischen Wunderwelt der Siddhas; cūta bezeichnet Quecksilber. Der Vers verbindet dieses Motiv mit Freiheit vom klebrigen Begehren. Die poetische Aussage beschreibt keine überprüfte Zubereitung oder Gebrauchsanleitung.
Vers 82: Die Füße des tanzenden Guru
தூக்கியநற் பாதங்கண்டேன் சோதியும் கண்டேன்
சுத்தவெளிக் குள்ளேயொரு கூத்தனைக் கண்டேன்
தாக்கிய சிரசின்மேல் வைத்த பாதம்
சற்குருவின் பாதமென் றாடாய் பாம்பே.
tūkkiyanaṟ pātaṅkaṇṭēṉ cōtiyum kaṇṭēṉ
cuttaveḷik kuḷḷēyoru kūttaṉaik kaṇṭēṉ
tākkiya ciraciṉmēl vaitta pātam
caṟkuruviṉ pātameṉ ṟāṭāy pāmpē.
Ich sah den schön erhobenen Fuß; ich sah das Licht. In der reinen Weite sah ich einen Tänzer. Der Fuß, der mein Haupt berührte und darauf ruhte, ist der Fuß des wahren Guru. Verkünde es und tanze, o Schlange!
Der erhobene Fuß erinnert an Nataraja, den tanzenden Shiva. Göttliche Schau und Guru-Erfahrung durchdringen einander. Die Berührung des Hauptes macht Gnade persönlich erfahrbar.
Verse 83–111: Innere Schau, Liebe und Kritik äußerer Religiosität
Vers 83: Vom einen Baum zum anderen
ஆலடிப் பொந்தினிலே வாழ்ந்த பாம்பே
அரசடிப் பொந்திலே புகுந்து கொண்டாய்
வாலடி தன்னிலே பார்த்துப் பார்த்து
வாங்கியே தூங்கிநின் றாடாய் பாம்பே.
ālaṭip pontiṉilē vāḻnta pāmpē
aracaṭip pontilē pukuntu koṇṭāy
vālaṭi taṉṉilē pārttup pārttu
vāṅkiyē tūṅkiniṉ ṟāṭāy pāmpē.
Du Schlange, die in der Höhlung unter dem Banyanbaum lebte, bist in die Höhlung unter dem Pipalbaum eingezogen. Blicke immer wieder zum Ansatz deines Schwanzes, ziehe dich zurück, ruhe und tanze, o Schlange!
Der Baumwechsel und die Rückwendung zum Schwanz sind rätselhafte Bilder. Eine yogische Lesung liegt im Zusammenhang nahe; feste Zuordnungen der beiden Bäume zu einzelnen Körperzentren werden hier nicht behauptet.
Vers 84: Die goldene Säule
நாலு தெருவினிலே நாலு கம்பம்
நடுத்தெரு வினிலேயோ பொன்னுக் கம்பம்
போலும் விளங்குபொன்னுக் கம்பத்தி னுக்கே
பூமாலை சூட்டிநின் றாடாய் பாம்பே.
nālu teruviṉilē nālu kampam
naṭutteru viṉilēyō poṉṉuk kampam
pōlum viḷaṅkupoṉṉuk kampatti ṉukkē
pūmālai cūṭṭiniṉ ṟāṭāy pāmpē.
In den vier Straßen stehen vier Säulen; in der mittleren Straße steht eine goldene Säule. Um diese leuchtende goldene Säule lege eine Blumengirlande und tanze, o Schlange!
Das Zentrum wird als kostbar und verehrungswürdig gezeigt. In einer yogischen Betrachtung kann die mittlere Straße an Sushumna erinnern. Dies ist eine mögliche Deutung des Rätsels, keine ausdrückliche Benennung im Vers.
Vers 85: Bleibe fest in der Wahrheit
ஆழிபெயர்ந் தாலுமேரு மட்டேயலையும்
அடியோடு பெயர்ந்தாலு மன்றிக் கால
ஊழிபெயர்ந்து தாலுமதி யுண்மைப் படிக்கே
உறுதி பெயராதுநின் றாடாய் பாம்பே.
āḻipeyarn tālumēru maṭṭēyalaiyum
aṭiyōṭu peyarntālu maṉṟik kāla
ūḻipeyarntu tālumati yuṇmaip paṭikkē
uṟuti peyarātuniṉ ṟāṭāy pāmpē.
Auch wenn das Meer seinen Ort wechselt, Meru wankt, alles von Grund auf verrückt wird und selbst die Weltalter sich wenden: Bleibe unerschütterlich in der erkannten Wahrheit und tanze, o Schlange!
Kosmischer Wandel bildet den Hintergrund geistiger Beständigkeit. Die etwas unregelmäßige Syntax der Vorlage wird hier sinngemäß zusammengeführt. Das Leitwort ist die Treue zur erkannten Wahrheit.
Vers 86: Nahrung, Wasser und Mondkühle
வாயுவினை இரையாக வாங்கி உண்டே
வருடிக்கு நீரினை வாயுள் மடுத்தே
தேயுபிறை குளிர்காய்ந்து வெட்ட வெளியில்
திகைப்பறச் சேர்ந்துநின் றாடாய் பாம்பே.
vāyuviṉai iraiyāka vāṅki uṇṭē
varuṭikku nīriṉai vāyuḷ maṭuttē
tēyupiṟai kuḷirkāyntu veṭṭa veḷiyil
tikaippaṟac cērntuniṉ ṟāṭāy pāmpē.
Nimm den Wind als Nahrung auf und verzehre ihn; nimm Wasser in den Mund. Wärme dich an der Kühle des abnehmenden Mondes, gelange ohne Verwirrung in die offene Weite und tanze, o Schlange!
Atem, Wasser und Mond gehören zur yogischen Bildsprache. Die Verbindung um varuṭikku in der zweiten Zeile ist unklar; sicher erkennbar bleiben Wasser und Mund. Die paradoxe »Wärme an der Kühle« wird bewusst bewahrt.
Vers 87: Die Haube des Erkennens
மாசில்கதி வளையிலே மண்டல மிட்டே
மதியான பெரும்பட மடலை விரித்தே
ஆசில்பரா பரமான ஆதி பாதத்தை
அடுத்தடுத் தேதுதித் தாடாய் பாம்பே.
mācilkati vaḷaiyilē maṇṭala miṭṭē
matiyāṉa perumpaṭa maṭalai virittē
ācilparā paramāṉa āti pātattai
aṭuttaṭut tētutit tāṭāy pāmpē.
Rolle dich im makellosen Bau des Heils zusammen; breite die große Haube des Erkennens aus. Preise immer wieder die ursprünglichen Füße des fleckenlosen Höchsten, das alles übersteigt, und tanze, o Schlange!
Einrollen und Ausbreiten stehen für gesammelte Kraft. Mati kann Verstand oder Mond bedeuten; hier wird »Erkennen« gewählt. Das Ziel ist die Nähe zum alles übersteigenden Höchsten.
Vers 88: Was bringt das rastlose Pilgern?
காடுமலை நதிபதி காசி முதலாய்க்
கால்கடுக்க ஓடிப்பலன் காணலாகுமோ
வீடுபெறும் வழிநிலை மேவிக்கொள்ளவே
வேதாந்தத் துறையினின் றாடாய் பாம்பே.
kāṭumalai natipati kāci mutalāyk
kālkaṭukka ōṭippalaṉ kāṇalākumō
vīṭupeṟum vaḻinilai mēvikkoḷḷavē
vētāntat tuṟaiyiṉiṉ ṟāṭāy pāmpē.
Wälder, Berge, Flüsse, heilige Orte, Kashi und vieles mehr – kannst du die Frucht erlangen, indem du dorthin läufst, bis die Beine schmerzen? Lass dich auf den Weg und den Zustand der Befreiung ein, verweile auf dem Pfad des Vedanta und tanze, o Schlange!
Die Frage prüft den inneren Ertrag einer Pilgerreise. Kashi steht für einen besonders verehrten Ort. Vedanta wird hier ausdrücklich genannt und auf befreiendes Verstehen bezogen.
Vers 89: Ohne Liebe keine Befreiung
எள்ளளவும் அன்பகத்தில் இல்லா தார்முத்தி
எய்துவது தொல்லுலகில் இல்லை யெனவே
கள்ளப்புலன் கட்டறுத்துக் கால காலனைக்
கண்டு தொழுதேகளித் தாடாய் பாம்பே.
eḷḷaḷavum aṉpakattil illā tārmutti
eytuvatu tollulakil illai yeṉavē
kaḷḷappulaṉ kaṭṭaṟuttuk kāla kālaṉaik
kaṇṭu toḻutēkaḷit tāṭāy pāmpē.
Wer im Herzen nicht einmal ein Sesamkorn Liebe besitzt, erlangt in dieser alten Welt keine Befreiung. Durchtrenne die Fessel der trügerischen Sinne, schaue den Tod des Todes, verehre ihn voller Freude und tanze, o Schlange!
Dieser Vers ist ein Schlüssel zu den Pambatti Siddhar Padalgal: Selbst strenge Entsagung bleibt ohne Liebe unvollständig. »Tod des Todes« bezeichnet Shiva als Überwinder der Todesmacht. Erkenntnis, Verehrung und Freude gehören zusammen.
Vers 90: Wie Tau in der Sonne
சூரியனைக் கண்டபனி தூர வோடல்போல்
சொந்தபந்தஞ் சிந்தபரி சுத்த தலத்தில்
ஆரியனைக் கண்டுதரி சித்தே யன்புடன்
அகலாமற் பற்றித் தொடர்ந் தாடாய் பாம்பே.
cūriyaṉaik kaṇṭapaṉi tūra vōṭalpōl
contapantañ cintapari cutta talattil
āriyaṉaik kaṇṭutari cittē yaṉpuṭaṉ
akalāmaṟ paṟṟit toṭarn tāṭāy pāmpē.
Wie Tau vor der Sonne verschwindet, mögen die Bande der Verwandtschaft zerfallen. Schaue in der reinen Stätte den Ehrwürdigen, verehre ihn in Liebe, halte dich unablässig an ihn und tanze, o Schlange!
Āriyaṉ ist hier eine ehrende Bezeichnung des Lehrers oder Göttlichen. Die Sonne ist ein Bild klärender Gegenwart. Die Auflösung bindender Ansprüche führt zu einer vertieften Liebe.
Vers 91: Wie Eisen zum Magneten
காந்தம்வலி யிரும்புபோல் காசில் மனத்தைக்
காட்சியான வஸ்துவுடன் கலக்கச்சேர்த்துச்
சாந்தமுடன் தோண்டியும் தாம்பும் போலச்
சலியாமற் தொடர்ந்து நின் றாடாய் பாம்பே.
kāntamvali yirumpupōl kācil maṉattaik
kāṭciyāṉa vastuvuṭaṉ kalakkaccērttuc
cāntamuṭaṉ tōṇṭiyum tāmpum pōlac
caliyāmaṟ toṭarntu niṉ ṟāṭāy pāmpē.
Vereine den makellosen Geist mit der offenbaren Wirklichkeit, so wie Eisen vom Magneten angezogen wird. Bleibe ruhig und unermüdlich mit ihr verbunden, wie Schöpfgefäß und Seil zusammengehören, und tanze, o Schlange!
Anziehung und verlässliche Verbindung ergänzen sich. Erkenntnis wird nicht nur als plötzliche Einsicht beschrieben, sondern auch als fortdauernde Beziehung. Das Brunnenbild verankert sie im Alltag.
Vers 92: Stein, Kupfer und Erkenntnis
உளியிட்ட கற்சிலையில் உண்டோ உணர்ச்சி
உலகத்தின் மூடர்களுக் குண்டோ உணர்ச்சி
புளியிட்ட செம்பிற்குற்றம் போமோ அஞ்ஞானம்
போகாது மூடருக்கென் றாடாய் பாம்பே.
uḷiyiṭṭa kaṟcilaiyil uṇṭō uṇarcci
ulakattiṉ mūṭarkaḷuk kuṇṭō uṇarcci
puḷiyiṭṭa cempiṟkuṟṟam pōmō aññāṉam
pōkātu mūṭarukkeṉ ṟāṭāy pāmpē.
Hat eine mit dem Meißel behauene Steinstatue Bewusstsein? Haben die Toren dieser Welt Bewusstsein? Verschwindet die Verunreinigung des Kupfers durch das Auftragen von Tamarinde? Den Toren schwindet ihre Unwissenheit dadurch nicht. Erkenne dies und tanze, o Schlange!
Das Kupferbild ist verkürzt: Äußeres Reinigen wird der Beseitigung von Unwissenheit gegenübergestellt. Die scharfe Frage nach dem Stein gehört zur Kritik äußerer Verehrung. Der Text selbst hält daneben an Shiva- und Guruverehrung fest.
Vers 93: Die Nadel im Heuhaufen
திரளான போரிலூசி தேடல் போல்முத்தி
சிக்காது தேசாசார தேசிகர் தம்மால்
அருளான மூலகுரு வையர் செயலால்
ஆனந்தங் கொண்டோமென் றாடாய் பாம்பே.
tiraḷāṉa pōrilūci tēṭal pōlmutti
cikkātu tēcācāra tēcikar tammāl
aruḷāṉa mūlakuru vaiyar ceyalāl
āṉantaṅ koṇṭōmeṉ ṟāṭāy pāmpē.
Wie eine Nadel in einem großen Heuhaufen ist Befreiung durch Lehrer bloßer örtlicher Bräuche schwer zu finden. Durch das Wirken des gnadenreichen ursprünglichen Guru aber haben wir Glückseligkeit erlangt. Verkünde es und tanze, o Schlange!
Das tamilische pōr wird hier als aufgeschichteter Heu- oder Strohhaufen gelesen. Der Gegensatz betrifft übernommene Gewohnheit und wirksame geistige Führung. Entscheidend ist deren Frucht im Leben.
Vers 94: Der gemalte Flaschenkürbis
ஏட்டுச்சுரைக் காய்கறிக்கிங் கெய்தி டாதுபோல்
எண்டிசைதி ரிந்துங்கதி யெய்த லிலையே
நாட்டுக்கொரு கோயிற்கட்டி நாளும் பூசித்தே
நாதன்பாதங் காணார்களென் றாடாய் பாம்பே.
ēṭṭuccuraik kāykaṟikkiṅ keyti ṭātupōl
eṇṭicaiti rintuṅkati yeyta lilaiyē
nāṭṭukkoru kōyiṟkaṭṭi nāḷum pūcittē
nātaṉpātaṅ kāṇārkaḷeṉ ṟāṭāy pāmpē.
Ein auf einem Blatt dargestellter Flaschenkürbis taugt nicht als Speise. Ebenso erlangt man das Ziel nicht durch Umherziehen in alle acht Richtungen. Sie bauen in jedem Ort einen Tempel und verehren täglich, doch die Füße des Herrn sehen sie nicht. Verkünde es und tanze, o Schlange!
Ein Bild des Essbaren stillt keinen Hunger. Ebenso muss religiöse Darstellung in Erkenntnis übergehen. Der Vers fordert die Erfahrung dessen, was Tempel und Verehrung bezeugen sollen.
Vers 95: Wer sich erkennt, stellt sich nicht aus
தன்னையறிந் தொழுகுவார் தன்னை மறைப்பார்
தன்னையறி யாதவரே தன்னைக் காட்டுவார்
பின்னையொரு கடவுளைப் பேண நினையார்
பேரொளியைப் பேணுவாரென் றாடாய் பாம்பே.
taṉṉaiyaṟin toḻukuvār taṉṉai maṟaippār
taṉṉaiyaṟi yātavarē taṉṉaik kāṭṭuvār
piṉṉaiyoru kaṭavuḷaip pēṇa niṉaiyār
pēroḷiyaip pēṇuvāreṉ ṟāṭāy pāmpē.
Wer sich selbst erkennt und entsprechend lebt, verbirgt sich. Wer sich nicht erkennt, stellt sich zur Schau. Die Erkennenden denken nicht daran, noch einen anderen Gott zu verehren; sie wenden sich dem großen Licht zu. Verkünde es und tanze, o Schlange!
Selbsterkenntnis wird mit Bescheidenheit verbunden. »Kein anderer Gott« und »großes Licht« sprechen eine unmittelbare, ungeteilte Ausrichtung aus. Die Spannung zwischen innerer Erfahrung und öffentlichem Auftreten bleibt fruchtbar.
Vers 96: Wie der Geschmack in der Milch
பாலிற்சுவை போலுமெங்கும் பாய்ந்த வொளியைப்
பற்றுப்பொன் பற்றவைத்த பான்மை போலே
காலிற்சுழு முனைநின்று கண்டு கொண்டு
களித்துக் களித்துநின் றாடாய் பாம்பே.
pāliṟcuvai pōlumeṅkum pāynta voḷiyaip
paṟṟuppoṉ paṟṟavaitta pāṉmai pōlē
kāliṟcuḻu muṉainiṉṟu kaṇṭu koṇṭu
kaḷittuk kaḷittuniṉ ṟāṭāy pāmpē.
Erkenne das überall ausgebreitete Licht, wie den Geschmack in der Milch. Verbinde dich damit, wie Gold durch ein Bindemittel zusammengefügt wird; verweile mit dem Atem in der Sushumna. Freue dich immer wieder und tanze, o Schlange!
Das Licht ist gegenwärtig wie der Geschmack in der Milch. Das Goldbild vertieft die innige Verbindung mit ihm. Kāl wird hier im yogischen Zusammenhang als Atem oder Wind gelesen; Sushumna erscheint ausdrücklich als cuḻumuṉai.
Vers 97: Der Honig des Himmels
தேக்கெடுத்தே ஓடும்வானத் தேனை உண்டபின்
தேகபந்தம் கொண்டனமித் தேச வாழ்வினை
ஓக்காளமென் றெண்ணிமிகு மோகை யுடனீ
உள்ளந் தெளிந்துநின் றாடாய் பாம்பே.
tēkkeṭuttē ōṭumvāṉat tēṉai uṇṭapiṉ
tēkapantam koṇṭaṉamit tēca vāḻviṉai
ōkkāḷameṉ ṟeṇṇimiku mōkai yuṭaṉī
uḷḷan teḷintuniṉ ṟāṭāy pāmpē.
Nachdem du vom überströmenden Honig des Himmels gekostet hast, betrachte dieses irdische, an den Körper gebundene Leben wie etwas, das Übelkeit erregt. Sei voller großer Freude, bleibe im Herzen klar und tanze, o Schlange!
Himmlischer Honig steht einer abstoßend gewordenen Bindung gegenüber. Der Satz der Vorlage ist stark zusammengezogen; die Übersetzung gibt diese Gegenbewegung sinngemäß wieder. Das Leitmotiv bleibt die Freude der inneren Erfahrung.
Vers 98: Die Schärfe der Schriftkritik
சதுர்வேதம் ஆறுவகை சாஸ்தி ரம்பல
தந்திரம் புராணங்கலை சாற்று மாகமம்
விதம்வித மானவான வேறு நூல்களும்
வீணான நூல்களேயென் றாடாய் பாம்பே.
caturvētam āṟuvakai cāsti rampala
tantiram purāṇaṅkalai cāṟṟu mākamam
vitamvita māṉavāṉa vēṟu nūlkaḷum
vīṇāṉa nūlkaḷēyeṉ ṟāṭāy pāmpē.
Die vier Veden, die sechs Arten von Shastras, die vielen Tantras, Puranas, Künste und verkündeten Agamas, dazu all die verschiedenartigen anderen Bücher – es sind nutzlose Bücher. Verkünde es und tanze, o Schlange!
Die scharfe Verwerfung der Schriften gehört zum Wortlaut. Daneben erklärt der wahre Guru in Vers 12 den Veda und führt über ihn hinaus; andere Lieder nennen Vedanta und Mantra. Diese Spannung lenkt auf den Unterschied zwischen bloßem Buchwissen und verwirklichter Erkenntnis.
Vers 99: Jenseits von Religionstrennung und Kaste
சமயபேதம் பலவான சாதி பேதங்கள்
சகத்தோர்க்கே யல்லாதுசற் சாதுக் களுக்கோ
சிமயத்தி லேறினபேர் சித்த மாறுமோ
சித்தர்சித் தாந்தந்தேர்ந் தாடாய் பாம்பே.
camayapētam palavāṉa cāti pētaṅkaḷ
cakattōrkkē yallātucaṟ cātuk kaḷukkō
cimayatti lēṟiṉapēr citta māṟumō
cittarcit tāntantērn tāṭāy pāmpē.
Die Unterschiede der Religionen und die vielen Unterschiede der Kasten gehören zu den Weltmenschen – gehören sie etwa zu den wahrhaft Guten? Ändert sich der Geist derer, die den Gipfel erstiegen haben? Erkenne die Lehre der Siddhas und tanze, o Schlange!
Der Vers widerspricht der Übertragung gesellschaftlicher Trennungen auf geistige Vollendung. Cittar-cittāntam bedeutet hier die Lehre oder Einsicht der Siddhas. Der Ausdruck ist nicht ohne Weiteres mit dem System des Shaiva Siddhanta gleichzusetzen.
Vers 100: Wenn das Verlangen endet
பூசைசெய்த தாலேசுத்த போதம் வருமோ
பூமிவலஞ் செய்ததனாற் புண்ணிய முண்டோ
ஆசையற்ற காலத்திலே ஆதி வஸ்துவை
அடையலா மென்றுதுணிந் தாடாய் பாம்பே.
pūcaiceyta tālēcutta pōtam varumō
pūmivalañ ceytataṉāṟ puṇṇiya muṇṭō
ācaiyaṟṟa kālattilē āti vastuvai
aṭaiyalā meṉṟutuṇin tāṭāy pāmpē.
Kommt durch das Vollziehen einer Puja schon reine Erkenntnis? Entsteht durch das Umwandern der Erde schon Verdienst? Erst wenn das Verlangen endet, lässt sich die ursprüngliche Wirklichkeit erreichen. Werde darin gewiss und tanze, o Schlange!
Die Fragen verlangen eine Prüfung der inneren Haltung. Puja und Umwanderung werden am Ziel der Erkenntnis gemessen. Die entscheidende Veränderung betrifft das Verlangen.
Vers 101: Die ursprüngliche Wurzel
மூலவேர றிந்துகொண்டால் மூன்று லகமும்
முன்பாகவே கண்டுநித்ய முத்தி சேரலாம்
சாலவேர றிந்ததாலே தான்பய னுண்டோ
சகத்தைப்பொய் யென்றுதெளிந் தாடாய் பாம்பே.
mūlavēra ṟintukoṇṭāl mūṉṟu lakamum
muṉpākavē kaṇṭunitya mutti cēralām
cālavēra ṟintatālē tāṉpaya ṉuṇṭō
cakattaippoy yeṉṟuteḷin tāṭāy pāmpē.
Wenn du die ursprüngliche Wurzel erkennst, kannst du die drei Welten unmittelbar schauen und ewige Befreiung erlangen. Welchen Nutzen hätte es, nur die vielen anderen Wurzeln zu kennen? Erkenne die Welt als trügerisch und tanze, o Schlange!
Das Wurzelbild unterscheidet den Grund von den vielen Einzelkenntnissen. Cāla-vēr in der dritten Zeile bleibt mehrdeutig und ist hier vorläufig als die vielen übrigen Wurzeln verstanden. Der Vers führt zur Frage nach dem Ursprung zurück.
Vers 102: Die Frage nach dem Anfang
சகத்தனாதி யென்றிடாது தான னாதியார்
சமைந்ததென் றுரைப்பார்கள் சத்தை யறியார்
மகத்துவ நிலைகற்ப வன்மை யல்லாது
மற்றும் வன்மை யில்லையேயென் றாடாய் பாம்பே.
cakattaṉāti yeṉṟiṭātu tāṉa ṉātiyār
camaintateṉ ṟuraippārkaḷ cattai yaṟiyār
makattuva nilaikaṟpa vaṉmai yallātu
maṟṟum vaṉmai yillaiyēyeṉ ṟāṭāy pāmpē.
Wer die Welt nicht anfangslos nennt, sondern sagt, sie sei vom Anfangslosen geschaffen worden, kennt das Sein nicht. Es gibt keine andere Kraft als die Kraft des Karpam im erhabenen Zustand. Verkünde es und tanze, o Schlange!
Die ersten beiden Zeilen sind syntaktisch schwierig; die Übersetzung bewahrt ihre erkennbare Gegenüberstellung, bleibt jedoch vorläufig. Auch kaṟpa-vaṉmai ist nicht eindeutig. Aus diesem einzelnen Lied wird deshalb keine abschließende Schöpfungslehre abgeleitet.
Vers 103: Im Haus mit tausendacht Blättern
ஆயிரத்தெட்டி தழ்வீட்டி லமர்ந்த சித்தன்
அண்டமெல்லாம் நிறைந்திடும் அற்புதச் சித்தன்
காயமில்லா தோங்கிவளர் காரணச் சித்தன்
கண்ணுளொளி யாயினானென் றாடாய் பாம்பே.
āyiratteṭṭi taḻvīṭṭi lamarnta cittaṉ
aṇṭamellām niṟaintiṭum aṟputac cittaṉ
kāyamillā tōṅkivaḷar kāraṇac cittaṉ
kaṇṇuḷoḷi yāyiṉāṉeṉ ṟāṭāy pāmpē.
Der Siddha, der im Haus mit tausendacht Blütenblättern sitzt; der wunderbare Siddha, der das ganze All erfüllt; der ursächliche Siddha, der ohne Körper erhaben hervortritt – er ist zum Licht im Auge geworden. Verkünde es und tanze, o Schlange!
Der Text nennt ausdrücklich 1008 Blütenblätter. Dies erinnert an die Symbolik des Sahasrara, ohne mit dessen geläufiger Zahl von tausend Blättern völlig übereinzustimmen. Die kosmische Siddha-Gegenwart wird zum Licht im eigenen Auge.
Vers 104: Die Mitte der dreiundvierzig Dreiecke
நாற்பத்துமுக் கோணநிலை நாப்ப ணதாக
நாடுமக்க ரச்சொரூப நாய கன்தனை
மேற்படுத்திக் கொண்டாலந்த மேலு லகெலாம்
மெல்லடிக்குத் தொண்டேயாமென் றாடாய் பாம்பே.
nāṟpattumuk kōṇanilai nāppa ṇatāka
nāṭumakka raccorūpa nāya kaṉtaṉai
mēṟpaṭuttik koṇṭālanta mēlu lakelām
mellaṭikkut toṇṭēyāmeṉ ṟāṭāy pāmpē.
Wenn du dir den Herrn zu eigen machst, dessen Gestalt die gesuchten heiligen Buchstaben sind und der mitten in der Anordnung der dreiundvierzig Dreiecke steht, werden dir selbst die höheren Welten zu Dienern deiner zarten Füße. Verkünde es und tanze, o Schlange!
Die 43 Dreiecke legen einen Bezug zum Shri Yantra nahe. Das Wort akkara verweist auf Buchstaben oder Silben. Diese tantrische Bildwelt steht innerhalb der vielfältigen Siddha-Dichtung.[7]
Vers 105: Sehen und Reden
கண்டவர்கள் ஒருக்காலும் விண்டி டார்களே
விண்டவர்கள் ஒருக்காலும் கண்டி டார்களே
கொண்டகோல முள்ளவர்கள் கோனிலை காணார்
கூத்தாடிக்கூத் தாடியேநீ யாடாய் பாம்பே.
kaṇṭavarkaḷ orukkālum viṇṭi ṭārkaḷē
viṇṭavarkaḷ orukkālum kaṇṭi ṭārkaḷē
koṇṭakōla muḷḷavarkaḷ kōṉilai kāṇār
kūttāṭikkūt tāṭiyēnī yāṭāy pāmpē.
Wer gesehen hat, spricht niemals davon; wer davon spricht, hat niemals gesehen. Wer sich in äußerem Aufputz zeigt, schaut den Zustand des Herrn nicht. Tanze deinen Tanz, immer wieder, o Schlange!
Die zugespitzte Gegenüberstellung warnt davor, geistige Erfahrung mit beredtem Auftreten zu verwechseln. Auch äußere Kennzeichen können innere Schau nicht ersetzen. Der Vers fordert jene Bescheidenheit, von der bereits Vers 95 spricht.
Vers 106: Bevor der Bewohner weiterzieht
ஆறுகலைக் குச்சுக்குள்ளே ஆடுமொருவன்
அயல்வீடு போகுமுன்னே அரண்கோ லிக்கொள்ளு
வேறுபட்டால் அவன்றனை மீட்ட லரிதே
மேவிமுன்னே விடாதுகொண் டாடாய் பாம்பே.
āṟukalaik kuccukkuḷḷē āṭumoruvaṉ
ayalvīṭu pōkumuṉṉē araṇkō likkoḷḷu
vēṟupaṭṭāl avaṉṟaṉai mīṭṭa laritē
mēvimuṉṉē viṭātukoṇ ṭāṭāy pāmpē.
In der Hütte der sechs Bereiche tanzt einer. Bevor er in ein anderes Haus zieht, errichte ihm einen geschützten Raum. Hat er sich erst getrennt, ist er schwer zurückzuholen. Halte dich vorher unablässig an ihn und tanze, o Schlange!
Die Hütte ist ein Körperbild. Die »sechs Bereiche« lassen sich yogisch auf sechs Zentren beziehen, werden aber im Vers nicht erklärt. Der bevorstehende Auszug mahnt zur Sammlung, solange das Leben gegenwärtig ist.
Vers 107: Verdienst braucht Hingabe
எண்ணரிய புண்ணியங்கள் எல்லாஞ் செய்துமென்
ஏகனடி நெஞ்சமதி லெண்ணா விடிலே
பண்ணரிய தவப்பயன் பத்தி யில்லையேற்
பாழ்படு மென்றுதுணிந் தாடாய் பாம்பே.
eṇṇariya puṇṇiyaṅkaḷ ellāñ ceytumeṉ
ēkaṉaṭi neñcamati leṇṇā viṭilē
paṇṇariya tavappayaṉ patti yillaiyēṟ
pāḻpaṭu meṉṟutuṇin tāṭāy pāmpē.
Was nützt es, unzählige verdienstvolle Taten zu vollbringen, wenn das Herz nicht der Füße des Einen gedenkt? Ohne Hingabe wird auch die Frucht schwerster Askese zunichte. Erkenne dies gewiss und tanze, o Schlange!
Neben Liebe nennt der Text ausdrücklich Bhakti. Geistige Anstrengung und äußere Leistung erhalten ihren Sinn durch die Ausrichtung des Herzens. Dies verbindet die späteren Mahnlieder mit dem Anfang der Sammlung.
Vers 108: Alle Welten als Eigentum
எவ்வுலகுஞ் சொந்தமதாய் எய்தும் பயனென்
எங்களாதி பதாம்புயம் எண்ணாக் காலையில்
இவ்வுலக வாழ்வுதானு மின்றே அறுமென்று
எண்ணிக்கர்த்தன் அடிநினைந் தாடாய் பாம்பே.
evvulakuñ contamatāy eytum payaṉeṉ
eṅkaḷāti patāmpuyam eṇṇāk kālaiyil
ivvulaka vāḻvutāṉu miṉṟē aṟumeṉṟu
eṇṇikkarttaṉ aṭiniṉain tāṭāy pāmpē.
Was nützt es, alle Welten zum Eigentum zu gewinnen, wenn du der Lotosfüße unseres Ursprungs nicht gedenkst? Bedenke, dass dieses irdische Leben noch heute enden kann. Erinnere dich an die Füße des Schöpfers und tanze, o Schlange!
Die größtmögliche Besitzvorstellung wird an der Gegenwart gemessen. Erinnerung soll jetzt beginnen. Das Gedicht verbindet diese Dringlichkeit mit einer einfachen Form der Hingabe.
Vers 109: Hochzeitsgestalt und Leichengestalt
மணக்கோலங் கொண்டுமிக மனம கிழ்ந்துமே
மக்கள்மனை சுற்றத்தோடு மயங்கி நின்றாய்
பிணக்கோலங் கண்டுபின்னுந் துறவா விட்டால்
பிறப்புக்கே துணையாமென் றாடாய் பாம்பே.
maṇakkōlaṅ koṇṭumika maṉama kiḻntumē
makkaḷmaṉai cuṟṟattōṭu mayaṅki niṉṟāy
piṇakkōlaṅ kaṇṭupiṉṉun tuṟavā viṭṭāl
piṟappukkē tuṇaiyāmeṉ ṟāṭāy pāmpē.
Du legtest den Hochzeitsschmuck an und freutest dich sehr; Kinder, Haus und Angehörige hielten dich in ihrem Bann. Wenn du selbst nach dem Anblick einer Leichengestalt nicht loslässt, nährt dies nur die erneute Geburt. Erkenne es und tanze, o Schlange!
Maṇa-k-kōlam, die Hochzeitsgestalt, und piṇa-k-kōlam, die Leichengestalt, bilden den sprachlichen Gegensatz. Piṇa-k-kōlam bezeichnet die Gestalt eines Toten und umfasst mehr als dessen Gewand. Das Lied mahnt zur Loslösung, solange wir den Wandel des Lebens noch bewusst betrachten können.
Vers 110: Das große Heilmittel
பிறப்பையும் இறப்பையும் அறுத்து விடயான்
பெருமருந் தொன்று சொல்வேன் பெட்புடன் கேளாய்
திறப்புடன் மனப்பூட்டுஞ் சிந்தைக் கதவும்
திறந்திடும் வகையறிந் தாடாய் பாம்பே.
piṟappaiyum iṟappaiyum aṟuttu viṭayāṉ
perumarun toṉṟu colvēṉ peṭpuṭaṉ kēḷāy
tiṟappuṭaṉ maṉappūṭṭuñ cintaik katavum
tiṟantiṭum vakaiyaṟin tāṭāy pāmpē.
Ich will dir ein großes Heilmittel nennen, das Geburt und Tod durchschneidet. Höre mit Liebe! Erkenne, wie sich das Schloss des Geistes und die Tür des Denkens wirksam öffnen lassen, und tanze, o Schlange!
Das Heilmittel ist hier eine Unterweisung zur inneren Öffnung. Schloss und Tür bezeichnen das Verschlossene im Menschen. Das Hören in Liebe bereitet den Zugang vor.
Vers 111: Die fünf und der eine
இறந்தவர் ஐவரவர் இட்ட மானவர்
எய்தும்அவ ரிறந்தாரென் றெல்ல வார்க்குஞ்சொல்
மறந்தவர் ஒருவரென்றே மண்ணினி லுள்ளோர்
வகையறிந் திடவேநின் றாடாய் பாம்பே.
iṟantavar aivaravar iṭṭa māṉavar
eytumava riṟantāreṉ ṟella vārkkuñcol
maṟantavar oruvareṉṟē maṇṇiṉi luḷḷōr
vakaiyaṟin tiṭavēniṉ ṟāṭāy pāmpē.
Fünf sind gestorben; sie waren die Liebgewonnenen. Sage allen: »Jene, die sich eingefunden hatten, sind gestorben.« Einer hat vergessen. Lass die Menschen auf Erden den Sinn darin erkennen und tanze, o Schlange!
Diese Übertragung bleibt vorläufig: Die Beziehungen zwischen den fünf, den Liebgewonnenen und dem einen sind sprachlich nicht eindeutig. Die fünf lassen sich auf die Sinne beziehen; dies ist eine mögliche yogische Deutung, keine gesicherte Auflösung. Der Rätselcharakter bleibt erhalten.
Verse 112–129: Yogische Bild- und Geheimsprache
Vers 112: Die Schlange in den Silben
ஆகார முதலிலே பாம்ப தாக
ஆனந்த வயலிலே படம் விரித்தே
ஊகார முதலிலே யொத்தொ டுங்கி
ஓடி வகாரத்தி னாவை நீட்டிச்
சீகாரங் கிடந்ததோர் மந்திரத் தைச்
சித்தப்பி டாரனார் போதஞ் செய்ய
மாகாரப் பிறப்பையும் வேர றுத்து
மாயபந்தங் கடந்தோமென் றாடாய் பாம்பே.
ākāra mutalilē pāmpa tāka
āṉanta vayalilē paṭam virittē
ūkāra mutalilē yotto ṭuṅki
ōṭi vakāratti ṉāvai nīṭṭic
cīkāraṅ kiṭantatōr mantirat taic
cittappi ṭāraṉār pōtañ ceyya
mākārap piṟappaiyum vēra ṟuttu
māyapantaṅ kaṭantōmeṉ ṟāṭāy pāmpē.
Vom Ā-Laut aus sei die Schlange da und breite ihre Haube auf dem Feld der Glückseligkeit aus. Im Ū-Laut sammle sie sich; eile weiter und strecke im Va-Laut die Zunge aus. Wenn der Siddha-Schlangenbeschwörer das Mantra lehrt, in dem der Cī-Laut liegt, entwurzeln wir auch die Geburt des Mā-Lauts. Rufe: »Wir haben die Fessel der Täuschung überschritten!«, und tanze, o Schlange!
Die langen Laute Ā, Ū, Cī und Mā folgen der tamilischen Vorlage. Ihre Zuordnung ist esoterisch und nicht eindeutig; sie werden nicht zu einer geläufigen Sanskritformel umgeschrieben. Der Guru führt die Silbenbewegung auf die Befreiung von Maya hin.
Vers 113: Die Tür im runden Haus
தந்திரஞ் சொல்லுவார் தம்மை யறிவார்
தனிமந்தி ரஞ்சொல்லுவார் பொருளை யறியார்
மந்திரஞ் செபிப்பார்கள் வட்ட வீட்டினுள்
மதிலினைச் சுற்றுவார் வாயில் காணார்.
அந்தரஞ் சென்றுமே வேர்பி டுங்கி
அருளென்னும் ஞானத்தால் உண்டை சேர்த்தே
இந்த மருந்தினைத் தின்பீ ராகில்
இனிப்பிறப் பில்லையென் றாடாய் பாம்பே.
tantirañ colluvār tammai yaṟivār
taṉimanti rañcolluvār poruḷai yaṟiyār
mantirañ cepippārkaḷ vaṭṭa vīṭṭiṉuḷ
matiliṉaic cuṟṟuvār vāyil kāṇār.
antarañ ceṉṟumē vērpi ṭuṅki
aruḷeṉṉum ñāṉattāl uṇṭai cērttē
inta maruntiṉait tiṉpī rākil
iṉippiṟap pillaiyeṉ ṟāṭāy pāmpē.
Wer Tantra unterweist, kennt sich selbst; wer nur ein einzelnes Mantra spricht, kennt dessen Sinn nicht. Mantrarezitierende gehen um die Mauer des runden Hauses, doch finden die Tür nicht. Geht ins Innere, reißt die Wurzel heraus und formt mit der Erkenntnis namens Gnade eine Arzneikugel. Wenn ihr dieses Heilmittel esst, gibt es keine weitere Geburt. Verkünde es und tanze, o Schlange!
Project Madurai und Chennai Library lesen aṟivār, »kennen«; Dinamalar bietet aṟiyār, »kennen nicht«. Die erste Aussage kehrt sich dadurch um. Hier bleibt die Lesung des Grundtextes stehen. Die folgenden Bilder führen in beiden Fassungen vom bloßen Umkreisen zur inneren Öffnung durch Gnade und Erkenntnis.[8]
Vers 114: Das Schiff der Erkenntnis
களிமண்ணி னாலொரு கப்பல் சேர்த்தே
கனமான பாய்மரங் காண நாட்டி
அளிபுலந் தன்னையே சுக்கா னாக்கி
அறிவென்னு மாதாரச் சீனி தூக்கி
வெளியென்னும் வட்டத்தே யுள்ள டக்கி
வேதாந்தக் கடலினை வெல்ல வோட்டித்
தெளிவுறு ஞானியா ரோட்டுங் கப்பல்
சீர்பாதஞ் சேர்ந்ததென் றாடாய் பாம்பே.
kaḷimaṇṇi ṉāloru kappal cērttē
kaṉamāṉa pāymaraṅ kāṇa nāṭṭi
aḷipulan taṉṉaiyē cukkā ṉākki
aṟiveṉṉu mātārac cīṉi tūkki
veḷiyeṉṉum vaṭṭattē yuḷḷa ṭakki
vētāntak kaṭaliṉai vella vōṭṭit
teḷivuṟu ñāṉiyā rōṭṭuṅ kappal
cīrpātañ cērntateṉ ṟāṭāy pāmpē.
Baue ein Schiff aus Lehm und richte einen starken Mast auf. Mache die von Erbarmen geleitete Wahrnehmung zum Steuer und hisse das tragende Segel namens Erkenntnis. Halte das Schiff im Kreis der offenen Weite und steuere siegreich über das Meer des Vedanta. Das Schiff, das der klar erkennende Weise lenkt, hat die herrlichen Füße erreicht. Verkünde es und tanze, o Schlange!
Aḷi-pulaṉ ist nicht sicher entschlüsselt; die Wiedergabe »von Erbarmen geleitete Wahrnehmung« verbindet vorläufig aḷi, Erbarmen, mit pulaṉ, Wahrnehmung. Auch das als »Segel« verstandene cīṉi bleibt unsicher. Der Zusammenhang ist deutlich: Erkenntnis soll das zerbrechliche Lebensschiff zu den göttlichen Füßen führen.
Vers 115: Das Licht im Inneren suchen
உள்ளத்துக் குள்ளே யுணர வேண்டும்
உள்ளும் புறம்பையு மறிய வேண்டும்
மெள்ளக் கனலை யெழுப்ப வேண்டும்
வீதிப் புனலிலே செலுத்த வேண்டும்
கள்ளப் புலனைக் கடிந்து விட்டுக்
கண்ணுக்கு மூக்குமேற் காண நின்று
தெள்ளு பரஞ்சோதி தன்னைத் தேடிச்
சீர்பாதம் கண்டோமென் றாடாய் பாம்பே.
uḷḷattuk kuḷḷē yuṇara vēṇṭum
uḷḷum puṟampaiyu maṟiya vēṇṭum
meḷḷak kaṉalai yeḻuppa vēṇṭum
vītip puṉalilē celutta vēṇṭum
kaḷḷap pulaṉaik kaṭintu viṭṭuk
kaṇṇukku mūkkumēṟ kāṇa niṉṟu
teḷḷu parañcōti taṉṉait tēṭic
cīrpātam kaṇṭōmeṉ ṟāṭāy pāmpē.
Im Innersten des Herzens sollst du erkennen; das Innere und Äußere sollst du kennen. Langsam sollst du die Glut erwecken und in den Wasserstrom des Weges lenken. Weise die trügerischen Sinne zurück und verweile schauend oberhalb der Nase, vor den Augen. Suche das klare höchste Licht und rufe: »Wir haben die herrlichen Füße gesehen!« Tanze, o Schlange!
Feuer, Wasserweg und Blickrichtung gehören zu einer vorausgesetzten Yogasprache. Die genaue anatomische Zuordnung des Wasserwegs bleibt offen. Das Lied beschreibt eine innere Sammlung; es liefert für sich allein keine vollständige Übungsanweisung.
Vers 116: Schlafen, ohne zu schlafen
ஓங்காரக் கம்பத்தின் உச்சி மேலே
உள்ளும் புறம்பையு மறியவேண்டும்
ஆங்காரக் கோபத்தை யறுத்து விட்டே
ஆனந்த வெள்ளத்தைத் தேக்கிக் கொண்டே
சாங்கால மில்லாமற் தாணு வோடே
சட்டதிட்ட மாய்ச்சேர்ந்து சாந்த மாகத்
தூங்காமல் தூங்கியே சுக மடைந்து
தொந்தோம் தொந்தோமென் றாடாய் பாம்பே.
ōṅkārak kampattiṉ ucci mēlē
uḷḷum puṟampaiyu maṟiyavēṇṭum
āṅkārak kōpattai yaṟuttu viṭṭē
āṉanta veḷḷattait tēkkik koṇṭē
cāṅkāla millāmaṟ tāṇu vōṭē
caṭṭatiṭṭa māyccērntu cānta mākat
tūṅkāmal tūṅkiyē cuka maṭaintu
tontōm tontōmeṉ ṟāṭāy pāmpē.
Auf der Spitze der Säule des Om sollst du das Innere und Äußere erkennen. Schneide Ichdünkel und Zorn ab, sammle die Flut der Glückseligkeit und vereine dich in rechter Ordnung friedvoll mit Sthanu, frei von der Zeit des Todes. Erlange Freude, indem du schläfst, ohne zu schlafen. Mit »tontōm, tontōm« tanze, o Schlange!
Sthanu, »der Feststehende«, bezeichnet Shiva. Das Schlafen ohne Schlaf ist ein Bild wacher Versenkung. Om, ethische Läuterung und Ruhe erscheinen als Teile derselben Bewegung.
Vers 117: Das wortlose Mantra
விரகக் குடத்திலே பாம்ப டைப்போம்
வேதாந்த வெளியிலே விட்டே யாட்டுவோம்
காரணங்க ளைப்பிடுங்கி இரைகொ டுப்போம்
காலக் கடுவெளிநின் றாட்டு விப்போம்
துரகந் தனிலேறித் தொல்லுல கெங்கும்
சுற்றிவலம் வந்து நித்ய சூட்சங் கண்டும்
உரையற்ற மந்திரஞ் சொல்லி மீட்டோம்
ஒருநான்கும் பெற்றோமென் றாடாய் பாம்பே.
virakak kuṭattilē pāmpa ṭaippōm
vētānta veḷiyilē viṭṭē yāṭṭuvōm
kāraṇaṅka ḷaippiṭuṅki iraiko ṭuppōm
kālak kaṭuveḷiniṉ ṟāṭṭu vippōm
turakan taṉilēṟit tollula keṅkum
cuṟṟivalam vantu nitya cūṭcaṅ kaṇṭum
uraiyaṟṟa mantirañ colli mīṭṭōm
orunāṉkum peṟṟōmeṉ ṟāṭāy pāmpē.
Wir schließen die Schlange in den Topf der geschickten Kunst ein und lassen sie in der Weite des Vedanta tanzen. Wir reißen die Ursachen heraus und geben sie ihr als Nahrung; im weiten Raum der Zeit lassen wir sie tanzen. Auf dem Ross reiten wir rings durch die alte Welt und schauen das ewige feine Geheimnis. Wir haben das wortlose Mantra gesprochen und uns befreit. Rufe: »Wir haben alle vier erlangt!«, und tanze, o Schlange!
Die Vorlage liest kāraṇaṅkaḷ, »Ursachen«; Dinamalar hat karaṇaṅkaḷ, »Organe oder Instrumente des Erkennens und Handelns«. Auch »alle vier« bleibt unbestimmt. Das wortlose Mantra bildet den Höhepunkt einer Bewegung, die über gewöhnliche Rede hinausführt.[8]
Vers 118: Die Schlange im Meer des Erbarmens
காயக் குடத்திலே நின்ற பாம்பைக்
கருணைக் கடலிலே தியங்க விட்டு
நேயச் சுழுமுனை நீடு பாய்ச்சி
நித்யமான வஸ்துவை நிலைக்க நாடி
மாயப் பெருவெளி தன்னி லேறி
மாசற்ற பொருளினை வாய்க்கத் தேடி
ஆயத் துறைகடந் தப்பாற் பாழின்
ஆனந்தஞ் சேர்ந்தோமென் றாடாய் பாம்பே.
kāyak kuṭattilē niṉṟa pāmpaik
karuṇaik kaṭalilē tiyaṅka viṭṭu
nēyac cuḻumuṉai nīṭu pāycci
nityamāṉa vastuvai nilaikka nāṭi
māyap peruveḷi taṉṉi lēṟi
mācaṟṟa poruḷiṉai vāykkat tēṭi
āyat tuṟaikaṭan tappāṟ pāḻiṉ
āṉantañ cērntōmeṉ ṟāṭāy pāmpē.
Die Schlange, die im Topf des Körpers stand, lassen wir im Meer des Erbarmens versinken. Wir leiten sie weit durch die liebevolle Sushumna und suchen beständig die ewige Wirklichkeit. Wir steigen in die große Weite der Maya und suchen, die makellose Wirklichkeit zu erlangen. Über die erforschten Bereiche hinaus haben wir die Glückseligkeit der jenseitigen Leere erreicht. Verkünde es und tanze, o Schlange!
Körpergefäß, Sushumna und göttliches Erbarmen bilden eine zusammenhängende Bewegung. Die »Weite der Maya« bleibt entsprechend dem Wortlaut erhalten. Der Vers verbindet yogische Sammlung mit dem Durchschreiten begrenzter Erfahrungsbereiche.
Vers 119: Die Gnade der heiligen Mutter
மூலத் தலத்திலே நின்ற கருத்தை
முற்றுஞ் சுழுமுனை தன்னி லூடே
மேலத் தலத்திலே விந்து வட்டம்
வேலை வழியிலே மேவி வாழும்
பாலத் திருத்தாய்க் கருணை யதனால்
பரகதி ஞானசொ ரூபமாகி
ஆலச் சயனத்து மாலுட னின்றே
ஆனந்தஞ் சேர்ந்தோமென் றாடாய் பாம்பே.
mūlat talattilē niṉṟa karuttai
muṟṟuñ cuḻumuṉai taṉṉi lūṭē
mēlat talattilē vintu vaṭṭam
vēlai vaḻiyilē mēvi vāḻum
pālat tiruttāyk karuṇai yataṉāl
parakati ñāṉaco rūpamāki
ālac cayaṉattu māluṭa ṉiṉṟē
āṉantañ cērntōmeṉ ṟāṭāy pāmpē.
Führe die im Wurzelort ruhende Aufmerksamkeit ganz durch die Sushumna zum oberen Ort, zum Kreis des Bindu. Durch die Gnade der jungen heiligen Mutter, die auf dem Weg des Meeres wohnt, werden wir zur Erkenntnisgestalt des höchsten Zieles. Mit Vishnu, der auf dem Banyanblatt ruht, stehen wir da und haben Glückseligkeit erlangt. Verkünde es und tanze, o Schlange!
Der Aufstieg und Bindu sind erkennbar; die Fügung um »Meeresweg« und »junge heilige Mutter« bleibt unsicher. Eine Deutung auf Bala Tripurasundari ist möglich, wird aber nicht als gesichert vorausgesetzt. Das abschließende Vishnu-Bild wird ausdrücklich bewahrt.
Vers 120: Das Pferd zur Einheit sammeln
புலனைந்து வீதியில் வையாளி பாயும்
புரவி யெனுமனதை ஒருமைப் படுத்தி
மலபுந்த வுலகங் கடந்த தாலே
மன்னுகுரு பாதத்தி னிலையை நாடித்
தலமைந்து பூலோகங் கடந்த தாலே
சந்திர மண்டலமுங் கடந்த தாகும்
அலமந்து பூலோகக் கடலை நீக்கி
ஆனந்த மாகிநின் றாடாய் பாம்பே.
pulaṉaintu vītiyil vaiyāḷi pāyum
puravi yeṉumaṉatai orumaip paṭutti
malapunta vulakaṅ kaṭanta tālē
maṉṉukuru pātatti ṉilaiyai nāṭit
talamaintu pūlōkaṅ kaṭanta tālē
cantira maṇṭalamuṅ kaṭanta tākum
alamantu pūlōkak kaṭalai nīkki
āṉanta mākiniṉ ṟāṭāy pāmpē.
Sammle den Geist zur Einheit: Er gleicht einem Pferd, das auf den Straßen der fünf Sinne seine Kunstsprünge vollführt. Überschreite die von Unreinheit erfüllte Welt und suche den bleibenden Zustand an den Füßen des Guru. Wenn du die fünf Stätten der Erdenwelt überschritten hast, ist auch der Mondkreis überschritten. Lass das ermüdende Meer irdischen Daseins hinter dir, werde Glückseligkeit und tanze, o Schlange!
Das Pferd aus Vers 78 erscheint nun auf den Straßen der fünf Sinne. Seine Kräfte sollen sich sammeln. Die fünf Stätten und der Mondkreis bleiben ohne feste Zuordnung zu Körperzentren; die verlässliche Orientierung des Liedes sind die Füße des Guru.
Vers 121: Das Gewehr der Erkenntnis
குருவென்னும் ஆசானி னுருவெ டுத்துக்
குறியான ஞானந்துப் பாக்கியாக்கி
அருளென்னும் அருளையே உண்டை யாக்கி
ஆனந்த மாகவே அதைக்க டந்தே
மருளென்னு மாதர்மன நெறியைத் தொட்டு
வாங்காம லெரிந்திட நெட்டை யிட்டு
பருவளைக் குள்ளேயே பட்ட தென்றே
பற்றானைப் பற்றிநின் றாடாய் பாம்பே.
kuruveṉṉum ācāṉi ṉuruve ṭuttuk
kuṟiyāṉa ñāṉantup pākkiyākki
aruḷeṉṉum aruḷaiyē uṇṭai yākki
āṉanta mākavē ataikka ṭantē
maruḷeṉṉu mātarmaṉa neṟiyait toṭṭu
vāṅkāma lerintiṭa neṭṭai yiṭṭu
paruvaḷaik kuḷḷēyē paṭṭa teṉṟē
paṟṟāṉaip paṟṟiniṉ ṟāṭāy pāmpē.
Nimm die Gestalt des Meisters an, der Guru heißt. Mache die zielgerichtete Erkenntnis zum Gewehr und die Gnade selbst zur Kugel; überschreite dies in Glückseligkeit. Ziele auf den Weg des Geistes der Frau namens Verblendung, lade das Gewehr und schieße ohne Zurückweichen. Rufe: »Es traf mitten in die große Höhlung!« Halte dich an den, der Halt gibt, und tanze, o Schlange!
Das Tamilische nennt ein Gewehr und macht Erkenntnis und Gnade zu seinen Bestandteilen. Die Fügungen um »Frauen-Geist«, Laden und »große Höhlung« sind jedoch unsicher; ihre Übertragung bleibt vorläufig. Die Frau wird hier als Personifikation der Verblendung verstanden, die es innerlich zu überwinden gilt.
Vers 122: Die innere Schmiede
கன்னான் குகையிலே கான்ம றிப்போம்
கருமா னுலையிலே தீயை மூட்டுவோம்
சொன்னார் தலையிலே பொன்னை யாக்குவோம்
கருதி யருகல்வி ஒப்பஞ் செய்வோம்
மின்னார்கள் பாசத்தை விட்டே யெரிப்போம்
மெய்ப்பொருட் குறிகண்டு விருப்பை யடைவோம்
பன்னாதே பன்னாதே சும்மா விருந்து
பராபரஞ் சேர்ந்தோமென் றாடாய் பாம்பே.
kaṉṉāṉ kukaiyilē kāṉma ṟippōm
karumā ṉulaiyilē tīyai mūṭṭuvōm
coṉṉār talaiyilē poṉṉai yākkuvōm
karuti yarukalvi oppañ ceyvōm
miṉṉārkaḷ pācattai viṭṭē yerippōm
meypporuṭ kuṟikaṇṭu viruppai yaṭaivōm
paṉṉātē paṉṉātē cummā viruntu
parāparañ cērntōmeṉ ṟāṭāy pāmpē.
In der Höhle des Metallgießers halten wir den Wind zurück; im Ofen des Schmiedes entzünden wir das Feuer. Auf dem Haupt dessen, der es sagte, machen wir Gold und bringen die bedachte, seltene Kunst zur Vollendung. Die Bindung an die blitzenden Frauen werfen wir ins Feuer. Wir erkennen das Zeichen der wahren Wirklichkeit und erlangen das Ersehnte. Ohne vieles Reden, ohne vieles Reden verweilen wir still. Rufe: »Wir haben das Höchste erreicht!«, und tanze, o Schlange!
Metallguss, Schmiede und Gold bilden eine Sprache innerer Verwandlung. Die Wendung »auf dem Haupt dessen, der es sagte« und die anschließende Kunst sind sprachlich nicht sicher entschlüsselt. Der klare Schluss führt zu cummā: still verweilen, ohne sich in immer neue Worte zu verlieren.
Vers 123: Das Feuer gegen die Kastentrennung
சாதிப் பிரிவினிலே தீயை மூட்டுவோம்
சந்தை வெளியினிலே கோலை நாட்டுவோம்
வீதிப் பிரிவினிலே விளையா டிடுவோம்
வேண்டாத மனையினி லுறவு செய்வோம்
சோதித் துலாவியே தூங்கி விடுவோம்
சுகமான பெண்ணையே சுகித்தி ருப்போம்
ஆதிப் பிர்மர்கள் ஐந்து பேரும்
அறியார்கள் இதையென் றாடாய் பாம்பே.
cātip piriviṉilē tīyai mūṭṭuvōm
cantai veḷiyiṉilē kōlai nāṭṭuvōm
vītip piriviṉilē viḷaiyā ṭiṭuvōm
vēṇṭāta maṉaiyiṉi luṟavu ceyvōm
cōtit tulāviyē tūṅki viṭuvōm
cukamāṉa peṇṇaiyē cukitti ruppōm
ātip pirmarkaḷ aintu pērum
aṟiyārkaḷ itaiyeṉ ṟāṭāy pāmpē.
In den Trennungen der Kasten entfachen wir Feuer; auf dem offenen Marktplatz richten wir den Stab auf. An den Straßenkreuzungen spielen wir, und im Haus, das man nicht will, gehen wir eine Verbindung ein. Prüfend ziehen wir umher und ruhen; die Freude spendende Frau genießen wir. Die fünf ursprünglichen Brahmas kennen dies nicht. Verkünde es und tanze, o Schlange!
Die erste Zeile spricht gegen Kastentrennung. Die folgenden Haus-, Frauen- und Ruhe-Bilder besitzen eine esoterische Mehrdeutigkeit, die hier offenbleibt. Die fünf Brahmas können auf Panchabrahma verweisen; eine durchgehend sichere Auflösung ist nicht möglich.
Vers 124: Die Stufen der Silben
நெட்டெழுத் ததனிலே நிலைபி டித்து
நீங்கா வெழுத்திலே வாலை முறுக்கி
விட்டவ் வெழுத்திலே படம்வி ரித்து
விண்ணின் வழியிலே மேவி யாடிப்
பட்ட வெழுத்தையும் பதிந்தி ருப்போம்
பன்னிரண் டாமெழுத்தினிற் பன்னிக் கூடித்
திட்டமுட னெமக்கருள் தேசிக னார்தம்
சீர்பாதஞ் சேர்ந்தோமென் றாடாய் பாம்பே.
neṭṭeḻut tataṉilē nilaipi ṭittu
nīṅkā veḻuttilē vālai muṟukki
viṭṭav veḻuttilē paṭamvi rittu
viṇṇiṉ vaḻiyilē mēvi yāṭip
paṭṭa veḻuttaiyum patinti ruppōm
paṉṉiraṇ ṭāmeḻuttiṉiṟ paṉṉik kūṭit
tiṭṭamuṭa ṉemakkaruḷ tēcika ṉārtam
cīrpātañ cērntōmeṉ ṟāṭāy pāmpē.
Fasse festen Stand im langen Laut, winde den Schwanz im unvergänglichen Laut, breite die Haube in jenem entlassenen Laut aus und tanze auf dem Himmelsweg. Auch den erfahrenen Laut werden wir fest einprägen; im zwölften Laut finden wir uns wiederholend zusammen. Rufe: »Wir haben die herrlichen Füße unseres Lehrers erreicht, der uns beständig Gnade schenkt!«, und tanze, o Schlange!
Eḻuttu bedeutet Buchstabe oder Laut. Welche Silben hier genau gemeint sind, ist aus diesem Lied allein nicht sicher abzuleiten. Die Übersetzung bewahrt deshalb die Bezeichnungen statt eine vollständige Mantrafolge zu ergänzen.
Vers 125: Der Topf mit dem Nadelöhr
ஊசித்துளைக் குடத்தினிற் பாம்பை யடைப்போம்
உலகெலாஞ் சுற்றி யுலாவிவருவோம்
மாசுள்ள பிறவியை மறந்தி ருப்போம்
மனமொத்த வெளியிலே விட்டே யாட்டுவோம்
மாசுப் புலன்களை இரைகொ டுப்போம்
மனமுற்ற உச்சியிலேறி யாடுவோம்
பேசு மெழுத்தையும் விழுங்கி விடுவோம்
பிறப்பிறப் பற்றோமென் றாடாய் பாம்பே.
ūcittuḷaik kuṭattiṉiṟ pāmpai yaṭaippōm
ulakelāñ cuṟṟi yulāvivaruvōm
mācuḷḷa piṟaviyai maṟanti ruppōm
maṉamotta veḷiyilē viṭṭē yāṭṭuvōm
mācup pulaṉkaḷai iraiko ṭuppōm
maṉamuṟṟa ucciyilēṟi yāṭuvōm
pēcu meḻuttaiyum viḻuṅki viṭuvōm
piṟappiṟap paṟṟōmeṉ ṟāṭāy pāmpē.
Wir schließen die Schlange in den Topf mit der nadelfeinen Öffnung, durchstreifen die ganze Welt und vergessen die befleckte Geburt. Wir lassen sie in der Weite tanzen, mit der der Geist eins geworden ist. Die unreinen Sinne geben wir ihr als Nahrung; wir steigen zum Gipfel des gesammelten Geistes und tanzen. Auch den gesprochenen Laut werden wir verschlingen. Rufe: »Geburt und Tod sind von uns gewichen!«, und tanze, o Schlange!
Enge Öffnung und grenzenlose Weite stehen nebeneinander. Die Sinne und die Rede werden in eine umfassendere Sammlung aufgenommen. Das Körpergefäß bleibt der Ausgangspunkt einer Erfahrung, die seine Grenzen überschreitet.
Vers 126: Die Leiter und die Juwelensäule
ஆணிக் குடத்திலே பாம்ப டைப்போம்
அக்கினிக் கோட்டைமே லேறிப் பார்ப்போம்
மாணிக்கத் தூணின்மேல் விட்டே யாட்டுவோம்
மனம்வாக்குக் காயத்தை யிரைகொ டுப்போம்
நாணிக் கயிற்றையும் அறுத்து விடுவோம்
நமனற்ற நாதன்பதம் நாடியே நிற்போம்
ஏணிப் படிவழிகண் டேறி விடுவோம்
யாருமிதை அறியாரென் றாடாய் பாம்பே.
āṇik kuṭattilē pāmpa ṭaippōm
akkiṉik kōṭṭaimē lēṟip pārppōm
māṇikkat tūṇiṉmēl viṭṭē yāṭṭuvōm
maṉamvākkuk kāyattai yiraiko ṭuppōm
nāṇik kayiṟṟaiyum aṟuttu viṭuvōm
namaṉaṟṟa nātaṉpatam nāṭiyē niṟpōm
ēṇip paṭivaḻikaṇ ṭēṟi viṭuvōm
yārumitai aṟiyāreṉ ṟāṭāy pāmpē.
Wir schließen die Schlange in den festgefügten Topf ein, steigen auf die Feuerfestung und schauen. Auf der Juwelensäule lassen wir sie tanzen; Geist, Rede und Körper geben wir ihr als Nahrung. Auch das fesselnde Seil schneiden wir ab. Wir suchen die Füße des Herrn, bei dem es keinen Yama gibt, erkennen den Leiterweg und steigen empor. Rufe: »Niemand kennt dies!«, und tanze, o Schlange!
Topf, Festung, Säule und Leiter wechseln rasch ineinander. Die dreifache Hingabe von Denken, Wort und Körper verbindet das Lied mit Vers 10. Die genaue Bedeutung von āṇi-kuṭam und nāṇi-kayiṟu bleibt offen.
Vers 127: Der innere Webstuhl
வடக்குங் கிழக்குமாக நூலை யிழைப்போம்
மற்றுஞ் சுழலிலே பாவு பூட்டுவோம்
நடக்கும் வழியினிலே யுண்டைசேர்ப்போம்
நடவா வழியினிலே புடவை நெய்வோம்
குடக்குக் கரையினிலே கோலைப் போடுவோம்
கொய்ததை எங்குமே விற்று விடுவோம்
அடக்கியே யேகத்துளே வைக்கவும் வல்லோம்
ஆதிபதங் கண்டோமென் றாடாய் பாம்பே.
vaṭakkuṅ kiḻakkumāka nūlai yiḻaippōm
maṟṟuñ cuḻalilē pāvu pūṭṭuvōm
naṭakkum vaḻiyiṉilē yuṇṭaicērppōm
naṭavā vaḻiyiṉilē puṭavai neyvōm
kuṭakkuk karaiyiṉilē kōlaip pōṭuvōm
koytatai eṅkumē viṟṟu viṭuvōm
aṭakkiyē yēkattuḷē vaikkavum vallōm
ātipataṅ kaṇṭōmeṉ ṟāṭāy pāmpē.
Nach Norden und Osten ziehen wir den Faden; am sich drehenden Webgerät spannen wir die Kette. Auf dem begehbaren Weg fügen wir das Knäuel ein, auf dem unbegehbaren Weg weben wir das Tuch. Am westlichen Ufer legen wir den Stab nieder; das fertige Gewebe verkaufen wir überall. Wir vermögen es auch gesammelt im Einen zu bewahren. Rufe: »Wir haben die Füße des Ursprungs gesehen!«, und tanze, o Schlange!
Die Tätigkeiten des Webens tragen das Rätsel. »Kette«, »Knäuel« und »Stab« folgen vorsichtig diesem Bild; »das fertige Gewebe« erläutert das wörtliche »Abgeschnittene«. Welche inneren Wege die Himmelsrichtungen bezeichnen, bleibt offen. Die letzte Zeile richtet alles auf die Schau des Ursprungs.
Vers 128: Die Läuterung des Körpergefäßes
சூத்திரக் குடத்திலே பாம்பை யடைப்போம்
சுழுமுனைக் குள்ளேயோ சுகித்தி ருப்போம்
பாத்திரங் கொண்டுமே பலியி ரப்போம்
பத்தெட்டு மூன்று படிகட ந்தோம்
ஊத்தைச் சடலத்தினைப் புடமே யிடுவோம்
உளவ னெமக்குநல் லுறுதி சொல்லப்
பார்த்துரை யிதன்மெய் பலிக்க வெண்ணிப்
பதனம் பதனமென் றாடாய் பாம்பே.
cūttirak kuṭattilē pāmpai yaṭaippōm
cuḻumuṉaik kuḷḷēyō cukitti ruppōm
pāttiraṅ koṇṭumē paliyi rappōm
patteṭṭu mūṉṟu paṭikaṭa ntōm
ūttaic caṭalattiṉaip puṭamē yiṭuvōm
uḷava ṉemakkunal luṟuti collap
pārtturai yitaṉmey palikka veṇṇip
pataṉam pataṉameṉ ṟāṭāy pāmpē.
Wir schließen die Schlange in den Topf des Fadens ein und genießen das Glück in der Sushumna. Mit einer Schale gehen wir um Almosen bitten; die Stufen »zehn, acht, drei« haben wir überschritten. Den unreinen Leib setzen wir dem Läuterungsfeuer aus. Wenn der innen Wohnende uns gute Gewissheit zuspricht, betrachten wir seine Rede und wünschen, dass ihre Wahrheit sich erfülle. Rufe: »Behutsam, behutsam!«, und tanze, o Schlange!
Die Zahlengruppe ist unklar; sie kann anders verbunden werden, als die gewählte Wiedergabe nahelegt. Puṭam ist alchemistisches Läutern durch Erhitzen. Der Schluss betont Behutsamkeit und die Bewährung der empfangenen Unterweisung.
Vers 129: In Shivas Gestalt stehen
மவ்வக் குடத்திலே பாம்ப டைப்போம்
மணிவட்ட வாசியை வாரி யுண்டோம்
வவ்வக் குடங்களைத் தள்ளி விடுவோம்
வக்கிர சொர்ப்பனந் தாண்டி விடுவோம்
பவ்வ வெளியிலே விட்டே ஆட்டுவோம்
பஞ்ச கருவியைப் பலிகொ டுப்போம்
சிவ்வுரு வாகியே நின்றோ மென்றே
சீர்பாதங் கண்டுதெளிந் தாடாய் பாம்பே.
mavvak kuṭattilē pāmpa ṭaippōm
maṇivaṭṭa vāciyai vāri yuṇṭōm
vavvak kuṭaṅkaḷait taḷḷi viṭuvōm
vakkira corppaṉan tāṇṭi viṭuvōm
pavva veḷiyilē viṭṭē āṭṭuvōm
pañca karuviyaip paliko ṭuppōm
civvuru vākiyē niṉṟō meṉṟē
cīrpātaṅ kaṇṭuteḷin tāṭāy pāmpē.
Wir schließen die Schlange in den Ma-Topf ein und haben den Atem des Juwelenkreises geschöpft und in uns aufgenommen. Die Va-Töpfe stoßen wir beiseite; den verkehrten Traum überschreiten wir. In der Pa-Weite lassen wir sie frei und bringen sie zum Tanzen; die fünf Werkzeuge geben wir als Opfer dar. Rufe: »Wir stehen in Shivas Gestalt!« Schaue die herrlichen Füße, werde klar und tanze, o Schlange!
Ma, Va und Pa bleiben als nicht sicher entschlüsselte Silbenzeichen stehen; vāci bezeichnet den yogischen Atem. Das abschließende civvuru wird auf Shivas Gestalt bezogen. Die fünfte Zeile folgt hier der Lesung āṭṭuvōm, »wir lassen tanzen«, bei Dinamalar. Mit Klarheit, Fußschau und Tanz kehrt die Sammlung zu ihrem Anfang zurück.[8]
Zentrale Lehren der Pambatti Siddhar Padalgal
Klarheit, Liebe und Gnade
Der erste Ruf der Pambatti Siddhar Padalgal gilt dem Klarwerden. Diese Klarheit bleibt mit Liebe verbunden: Vers 89 erklärt Liebe zur Voraussetzung der Befreiung, Vers 107 fordert Hingabe auch für die Frucht geistiger Anstrengung. Der Guru wird als derjenige verehrt, der unmittelbares Erkennen ermöglicht und den Weg zur Freiheit zeigt. In den späteren Liedern werden Gnade und Erkenntnis selbst zu Heilmittel und verwandelnder Kraft.
Die Schlange und der innere Yoga
Die Schlange trägt mehrere Bedeutungen. Sie ist Shivas Schmuck, Vishnus Lager und die gefährliche Schlange des Beschwörers. In den inneren Bildern kann sie die Kundalini bezeichnen; ausdrücklich begegnen die Sushumna, der yogische Atem vāci, Bindu und innere Glut. Eine einzige feste Symboltabelle würde dem wechselnden Sprachgebrauch nicht gerecht. Manche Zuordnungen bleiben deshalb in dieser Ausgabe offen.

Schriftkritik und lebendige Erkenntnis
Die Lieder enthalten eine echte Spannung: Vers 98 verwirft die aufgezählten religiösen Bücher scharf, während Vers 12 den Veda erklärenden Guru preist und Verse 88, 114 und 117 auf Vedanta Bezug nehmen. Auch Mantras werden sowohl kritisiert als auch als wirksam besungen. Lehre und Handlung werden an verwirklichter Erkenntnis gemessen. Auch die gegensätzlichen Lesungen der ersten Zeile von Vers 113 mahnen zur Sorgfalt: Manche Fassungen bejahen die Selbsterkenntnis der Tantra-Lehrenden, andere bestreiten sie. Die Sammlung lässt sich nicht auf ein einfaches Für oder Gegen religiöse Tradition reduzieren.
Loslösung und der Wert des verkörperten Lebens
Der Körper ist Blase, Gefäß, Blasebalg und Schiff. Er vergeht, kann aber zugleich zum Ort innerer Verwandlung werden. Neben drastischer Entsagung stehen Aussagen über unvergänglichen Siddha-Leib und alchemistische Vollendung. Die Pambatti Siddhar Padalgal sprechen hier aus unterschiedlichen, miteinander verbundenen Erfahrungs- und Vorstellungswelten. Ihre Bilder laden dazu ein, Nichtanhaften zu entwickeln und das gegenwärtige Leben bewusst zu nutzen.
Geistige Freiheit und gesellschaftliche Trennungen
Vers 99 fragt, welchen Bestand Religions- und Kastenunterschiede für die wahrhaft Guten haben. Vers 123 setzt das Bild eines Feuers gegen Kastentrennung. Geistige Vollendung wird damit nicht an ererbten Rang gebunden. Zusammen mit der Forderung nach Liebe geben diese Lieder der Erkenntnissuche eine menschliche und soziale Tiefe.
Wiederkehrende Wörter und Bilder
| Ausdruck | Bedeutung im Zusammenhang der Lieder | Beispiele |
|---|---|---|
| Pāmpu | Schlange: Tier, heiliges Wesen und Sinnbild innerer Kraft. | 20, 23, 118 |
| Pātam / aṭi | Fuß oder Füße: Bilder für Zuflucht, Verehrung und die Nähe zum Göttlichen oder zum Guru. | 1, 14, 82 |
| Veṭṭa veḷi / pāḻ | Offene Weite oder Leere: eine Wirklichkeit, die sich nicht wie ein Gegenstand festhalten lässt. | 8, 71, 118 |
| Cuḻumuṉai | Tamilische Bezeichnung der Sushumna, der zentralen subtilen Bahn. | 96, 118, 119 |
| Aruḷ | Gnade: göttliches Erbarmen, das Erkenntnis und innere Verwandlung ermöglicht. | 113, 121 |
| Cummā | Still, ohne geschäftiges Tun oder Reden; in Vers 122 die Einladung zum stillen Verweilen. | 122 |
Pambatti Siddhar Padalgal und andere tamilische Schriften
Agathiyar Jnanam, Sivavakkiyam, Pattinathar Padalgal, Tirumantiram und Bogar Sapta Kandam bieten verwandte Zugänge zu Siddha-Weisheit, innerem Yoga und Shiva-Erkenntnis. Vinayagar Agaval und Avvai Kural erschließen weitere tamilische Formen geistiger Unterweisung. Unmai Neri Vilakkam, Unmai Vilakkam, Sivajnana Bodham und Tiruvarutpayan führen in die systematischere Sprache des Shaiva Siddhanta. Unmai Neri Vilakkam kann die Lektüre durch seine Betrachtung von Bindung, Erkenntnis und Gnade vertiefen; die unterschiedlichen Lehrformen und Überlieferungen behalten dabei ihr eigenes Profil.
Auch ein Vergleich mit Vijnana Bhairava Tantra, Shiva Sutra, Kularnava Tantra, Shat Chakra Nirupana und Yoga Kundalini Upanishad kann fruchtbar sein. Die Verbindungen betreffen Themen wie Bewusstsein, Guru, innere Sammlung und subtile Körperbilder. Damit ist keine unmittelbare literarische Abhängigkeit dieser Texte voneinander behauptet.
Pambatti Siddhar Padalgal hören und vertiefen
Ein Vers als Begleiter
Für eine ruhige Lektüre eignen sich besonders die Lieder 1, 70, 89 und 110. Lies einen Vers langsam, höre auf sein Bild und lasse eine Frage daraus in die Stille mitgehen: Was klärt mein Herz? Woran halte ich fest? Wie kann die erkannte Wahrheit heute im Umgang mit anderen lebendig werden?
Ein solcher betrachtender Umgang lässt sich mit Yoga und Meditation verbinden. Die rätselhaften Atem-, Feuer- und alchemistischen Bilder der späteren Lieder setzen hingegen einen besonderen Überlieferungszusammenhang voraus; die Erläuterungen erschließen ihren Sinn, ohne daraus selbständige Übungen abzuleiten.
Tamilischer Beitrag zu Vers 66
Der Kanal Aalayam Selveer bietet einen tamilischen Beitrag zum Fruchtbaumvers „காய்த்த மரமே கல்லடி படும்“ aus den Pambatti Siddhar Padalgal. Der Beitrag bezieht sich auf Vers 66 und ergänzt die Lektüre durch die lebendige tamilische Vermittlung. Er ist keine Gesamtvertonung aller 129 Lieder.
Video: „காய்த்த மரமே கல்லடி படும் – பாம்பாட்டி சித்தர் | Pambatti Siddhar Padalgal“, Aalayam Selveer
Yoga Vidya: Was ist Kundalini?
Eine deutschsprachige Einführung von Yoga Vortrag – Yoga Vidya zum Begriff Kundalini. Das Video gibt einen thematischen Zugang; es ist keine Auslegung der einzelnen tamilischen Verse.
Video: „Kundalini was ist das?“, Yoga Vortrag – Yoga Vidya
Yoga Vidya: Om Namah Shivaya
Der Beitrag von Meditation und Rezitation – Yoga Vidya erläutert Aussprache und Bedeutung von Om Namah Shivaya. Er vertieft die Shiva-Verehrung als einen zentralen Hintergrund der Pambatti Siddhar Padalgal.
Pambatti Siddhar Padalgal: Ein Tanz der inneren Klarheit
Am Ende kehren die Pambatti Siddhar Padalgal zu ihrem Anfang zurück: die göttlichen Füße schauen, klar werden und tanzen. Der weite Weg durch Vergänglichkeit, Entsagung und yogische Rätsel mündet in einen einfachen Ruf. Werde wach für das, was dein Leben trägt. Löse, was dich unnötig bindet. Bewahre die Liebe, ohne die auch Erkenntnis unvollständig bleibt.
Möge aus dem Lesen ein aufrichtiges Fragen werden, aus dem Fragen ein stilles Erkennen und aus dem Erkennen ein liebevolles Handeln. So kann der Tanz der Schlange zu einem Bild des eigenen Weges werden: wach, frei von unnötiger Verstrickung und getragen von der Gegenwart des Göttlichen.
Siehe auch
Tamilische Schriften und Dichter
- Agathiyar Jnanam, Sivavakkiyam, Pattinathar Padalgal, Bogar Sapta Kandam
- Tirumantiram, Vinayagar Agaval, Avvai Kural, Thayumanavar
- Unmai Neri Vilakkam, Unmai Vilakkam, Sivajnana Bodham, Sivajnana Siddhiyar, Tiruvarutpayan
- Kandar Alankaram, Kandar Anubhuti, Kondrai Vendhan, Moodurai, Tirukkural
- Pambatti Siddhar, Sattaimuni, Agastya, Bogar, Tirumular, Sivavakkiyar
Yoga, Tantra und zentrale Begriffe
- Siddha, Siddha Yoga, Siddhi, Kayakalpa, Alchemie
- Shiva, Nataraja, Shakti, Naga, Guru, Gnade
- Kundalini, Sushumna, Nadi, Bindu, Mantra, Shri Yantra
- Bhakti, Jnana Yoga, Vairagya, Moksha, Meditation
- Vijnana Bhairava Tantra, Shiva Sutra, Kularnava Tantra, Shat Chakra Nirupana, Yoga Kundalini Upanishad
Quellen, Textgrundlage und redaktionelle Hinweise
Tamiltext und Vergleichsausgaben
- Grundtext: Project Madurai, E-Text 857, erster Werkteil, Lieder 1–129; bibliografische Angaben siehe Einzelnachweis. Die dort anschließend folgenden Texte anderer Siddhas gehören nicht zur vorliegenden Ausgabe.[1]
- Chennai Library: Pāmpāṭṭic Cittar Pāṭal, vollständige tamilische Vergleichsfassung mit 129 Liedern.[9]
- Tamil Wikisource: Pāmpāṭṭic Cittar, Vergleich der Lesarten, insbesondere in den Liedern 5, 26, 34, 35 und 79.[5]
- Dinamalar: Pāmpāṭṭi Cittar Pāṭal, weitere tamilische Vergleichsfassung; herangezogen unter anderem für die Lesung in Lied 129.[8]
Die deutsche Übersetzung, die Versüberschriften und die Erläuterungen wurden eigenständig am Tamiltext erarbeitet. Wörtliche Bedeutung, sinngemäße Übertragung und mögliche esoterische Deutung werden in den Erläuterungen unterschieden. Die Ausgabe ist eine kommentierte Leseausgabe; sie ersetzt keine historisch-kritische Edition.
Offengelegte Abweichungen vom elektronischen Grundtext
Worttrennungen und ältere Formen der Vorlage bleiben weitgehend erhalten. Sechs Lesungen wurden im Abgleich geändert; dies betrifft auch die dazugehörige Transliteration und Übersetzung:
| Lied | Project Madurai | Hier verwendete Lesung | Grundlage |
|---|---|---|---|
| 5, Zeile 2 | அகலாம மேலநினைந் தன்புடன் பணிந்து | அகலாம லேநினைத்தே அன்புடன் பணிந்து | Tamil Wikisource; klarere Fügung für das unablässige liebende Erinnern. |
| 26 | ஆயிகினுமெம் | ஆயினுமெம் | Tamil Wikisource; nachvollziehbare Verbalform. |
| 34 | சிறுபுலி | சீறுபுலி | Tamil Wikisource und Dinamalar; „fauchender Tiger“. |
| 35 | தன்றிக்கிற் | தன் திக்கிற் | Tamil Wikisource; Bezug auf die jeweilige Himmelsrichtung. |
| 79 | அடிமை வைத்தே | அடியை வைத்தே | Tamil Wikisource; „den Fuß setzen“ im Schuhbild. |
| 129, Zeile 5 | பவ்வ வெளியிலே விட்டே வாட்டுவோம் | பவ்வ வெளியிலே விட்டே ஆட்டுவோம் | Dinamalar; āṭṭuvōm, „wir lassen tanzen“, statt vāṭṭuvōm, „wir quälen/zehren aus“. |
Andere auffällige Lesungen wurden ausdrücklich belassen, etwa anti, „Abenddämmerung“, in Lied 7, cuttamāṉa, „rein“, in Lied 75 und der „Zorn“ als Sattel in Lied 78. Die Zahl 1008 in Lied 103 wird nicht auf 1000 vereinheitlicht. Bei Lied 111 und mehreren späteren Rätselversen bleiben die Übersetzungen vorläufig; die jeweilige Erläuterung benennt die Schwierigkeit.
Weitere bedeutungsrelevante Lesarten
In Lied 113 lesen Project Madurai und Chennai Library தம்மை யறிவார் (tammai yaṟivār), „sie kennen sich selbst“. Dinamalar liest dagegen தம்மை அறியார் (tammai aṟiyār), „sie kennen sich selbst nicht“. Diese Ausgabe bewahrt die bejahende Lesung des Grundtextes und macht die entgegengesetzte Überlieferung sichtbar. In Lied 117 steht im Grundtext காரணங்கள் (kāraṇaṅkaḷ), „Ursachen“, bei Dinamalar dagegen கரணங்கள் (karaṇaṅkaḷ), „Organe oder Instrumente“. Auch hier bleibt der Grundtext erhalten.[9][8]
Literatur und sachliche Erläuterungen
- P. Raja: „Tamil Siddhas. Part Seven: Pambatti: The Most Outspoken Siddha“, The Mountain Path, Januar–März 2023, S. 99–104.[2]
- Tamil Virtual Academy, digitale Buchausgabe Nr. 140: S. 179 zur Datierungsfrage sowie S. 180 und S. 181 zum rätselhaften Schwangerschafts- und Geburtsbild in Lied 62.[6]
- Die Verbindung der 43 Dreiecke in Lied 104 mit dem Shri Yantra ist eine begründete Deutung, keine ausdrückliche Namensnennung im Gedicht. Zur Geometrie siehe Yoga-Vidya-Wiki: Shri Yantra.[7]
Bildnachweise und Medienprüfung
- Shiva nataraja musee guimet 25971.jpg: vorhandene Datei im Yoga-Vidya-Wiki; Fotograf Vassil, vom Urheber gemeinfrei gestellt. Original und Rechteangaben bei Wikimedia Commons.
- Shri Yantra 2.jpg: vorhandene Datei im Yoga-Vidya-Wiki, Urheber Atarax42, CC BY-SA 3.0. Dateibeschreibung und Lizenznachweis.
- Die Bilddateien, Videotitel und Anbieter sowie die drei XML-Seminarfeeds wurden am 26. September 2026 geprüft. Die Videos ergänzen die Lektüre; sie dienen nicht als textkritische Grundlage. Die Seminarfeeds zeigen automatisch wechselnde Angebote an.
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 Project Madurai, E-Text 857: Pāmpāṭṭic Cittar pāṭalkaḷ, Caṅkilic Cittar pāṭal, …, 2022, erster Werkteil mit den Liedern 1–129. Die elektronische Ausgabe nennt als Druckgrundlagen Patiṉeṇ Cittarkaḷ Periya Ñāṉakkōvai, herausgegeben von Vā. Saravaṇamuttuppiḷḷai, B. Irattina Nayakar Sons, Chennai 1954, sowie Cittar Pāṭalkaḷ – Periya Ñāṉakkōvai, herausgegeben von C. S. Murugesan, Shankar Pathippagam, Chennai 2004. Texterfassung mittels OCR mit anschließender Korrektur; HTML- und PDF-Aufbereitung: K. Kalyanasundaram; Scangrundlage: Tamil Virtual Academy. Abruf: 26. September 2026.
- ↑ 2,0 2,1 P. Raja: „Tamil Siddhas. Part Seven: Pambatti: The Most Outspoken Siddha“, in: The Mountain Path, Januar–März 2023, S. 99–104. PDF des Herausgebers Sri Ramanasramam. Darstellung der Lebenslegenden, des Lehrers Sattai Muni und der Sammlung von 129 Liedern; keine gesicherte historische Biografie. Abruf: 26. September 2026.
- ↑ Siddhars.com: Pambatti Siddhar. Religiöse Überlieferung zu Pambatti, Marudamalai, Sattamuni und dem Samadhi in Sankarankovil. Als Zeugnis der Verehrungstradition verwendet. Abruf: 26. September 2026.
- ↑ Tamil Virtual Academy, digitale Buchausgabe Nr. 140, S. 179, einleitende Erörterung zu Pambatti Siddhar und Thayumanavar. Abruf: 26. September 2026.
- ↑ 5,0 5,1 5,2 5,3 5,4 5,5 Tamil Wikisource: Pāmpāṭṭic Cittar. Abruf: 26. September 2026.
- ↑ 6,0 6,1 Tamil Virtual Academy, digitale Buchausgabe Nr. 140, S. 180 und S. 181. Diese Auslegung liegt der als solche bezeichneten Deutung von Lied 62 zugrunde. Abruf: 26. September 2026.
- ↑ 7,0 7,1 Yoga-Vidya-Wiki: Shri Yantra, Erläuterung der neun Hauptdreiecke und der 43 daraus entstehenden Dreiecke. Abruf: 26. September 2026.
- ↑ 8,0 8,1 8,2 8,3 8,4 Dinamalar, Tempel- und Literaturbereich: Pāmpāṭṭi Cittar Pāṭal, Lieder 1–129. Abruf: 26. September 2026.
- ↑ 9,0 9,1 Chennai Library: Pāmpāṭṭic Cittar Pāṭal. Tamilische Vergleichsausgabe. Abruf: 26. September 2026.
Yoga-Vidya-Seminare zu Themen der Pambatti Siddhar Padalgal
Kundalini Yoga
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- 06.11.2026 - 08.11.2026 Kundalini Yoga Einführung
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- 13.11.2026 - 15.11.2026 Kundalini Yoga Mittelstufe
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