Lieblosigkeit

Aus Yogawiki
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Lieblosigkeit wird immer wieder als Zeichen unserer Zeit beklagt. Lieblosigkeit heißt, dass man weniger aus Liebe, vielmehr aus Berechnung handelt. Liebe ist das wichtigste Bedürfnis des Menschen. Handeln ohne Liebe, also Lieblosigkeit, führt zur Vereinsamung, zum Austrocknen des Herzens.

Öffne Dein Herz!

Lieblosigkeit ist etwas, dem man den Mangel an Liebe nachsagt. Lieblosigkeit kann sein eine lieblose Art, ein liebloses Handeln. Lieblosigkeit kann auch eine Bemerkung sein, eine Verhaltensweise. Manchmal bedeutet Lieblosigkeit auch Unachtsamkeit: Wenn man z.B. einen Tisch nicht richtig dekoriert, schmückt, bei einer Geburtstagsfeier, spricht man von der Lieblosigkeit der Dekoration.

Man kann sogar einem Menschen Lieblosigkeit nachsagen. Man kann sich beschweren über die Lieblosigkeit von Menschen, von Führungskräften. Man kann sich beklagen über die Lieblosigkeit des Pfarrers, der Ashramleitung. Lieblosigkeit ist normalerweise eine Zuschreibung von außen. Tatsächlich gibt es keinen Menschen, der wirklich lieblos ist. Denn Liebe ist die Essenz eines Menschen.

Lieblosigkeit in der Liebe?

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Lieblosigkeit in der Liebe – geht das? Das geht nicht wirklich, aber es passiert immer wieder dass ein Partner dem Anderen Lieblosigkeit vorwirft, das gibt es tatsächlich. Das gibt es in der persönlichen Partnerbeziehung, das gibt es auch in anderen Liebesbeziehungen von Menschen. Es gibt ja nicht nur die Liebesbeziehungen, die eigentliche Liebesbeziehung, sondern es gibt auch die freundschaftliche Liebe und die uneigennützige Liebe.

Woher kommt der Vorwurf der Lieblosigkeit?

Manchmal wirft der eine Mensch dem anderen Lieblosigkeit vor, sogar in der Partnerschaft, womit kann das zusammen hängen? Der dem Lieblosigkeit vorgeworfen ist meistens der, der den anderen sehr tief liebt und der Vorwurf der Lieblosigkeit trifft sehr stark. Das hängt oft zusammen mit den unterschiedlichen Bedürfnissen nach Nähe und Distanz.

In jeder Zwischenmenschlichen Beziehung gibt es Nähe und Distanz. Der Mensch,- zum einen gibt es unterschiedliche Phasen und zum andern gibt es unterschiedliche Bedürfnisse. Das gilt nicht nur in der Liebesbeziehung selbst, sondern in jeder Beziehung zwischen Menschen.

Introvertierte und extrovertierte Menschen

Da kann man z.B. auch sagen – der introvertierte Mensch braucht öfters etwas Abstand, der extravertierte Mensch braucht mehr Gemeinsamkeit. Aber auch der introvertierte Mensch braucht öfters mal tiefe Nähe und Menschen zu denen er eine enge Beziehung hat. Der extravertierte Mensch will nicht unbedingt diese tiefe Nähe zu wenigen Menschen, er will viele Menschen kennen lernen. Nähe und Distanz, ist schon mal bei introvertierten und extravertierten sehr unterschiedlich. Und dann gibt es unterschiedliche Phasen.

Unterschiedliche Phasen in der Beziehung

Und so gilt es auch in der persönlichen Liebesbeziehung zu erkennen, der eine braucht mehr Ruhe für sich und der andere will vielleicht mehr zusammen sein. Der eine mag vielleicht in einen Moment mehr Nähe, wenn der andere gerade mehr Ruhe braucht, das gilt es zu erkennen und anzuerkennen, vielleicht auch offen darüber sprechen und zu sagen: "Ja, ich liebe dich und ich weiß, du liebst mich, ich hab aber manchmal das Bedürfnis für etwas Ruhe und vielleicht auch etwas Abstand. Das heißt nicht dass ich dich nicht liebe, das heißt, damit meine Liebe sich voll entfalten kann, das ich manchmal etwas Ruhe für mich brauche und wenn du das beachtest dann bin ich anschließend sehr froh wenn wir wieder sehr nahe sind." Wenn ihr offen sprecht über eure Bedürfnisse nach Liebe, nach Nähe und Distanz, dann braucht ihr euch nicht mehr zu beschweren über Lieblosigkeit. Denn meistens was als Lieblosigkeit in einer Partnerschaftsbeziehung vorgeworfen wird, sind nur unterschiedliche Bedürfnisse bezüglich Nähe und Distanz, unterschiedliche Phasen und unterschiedliche Weisen wie sich die Bedürfnisse ausdrücken.

Das war der heutige Eintrag im Liebe-Podcast von www.Yoga-Vidya.de

Ein großes Projekt

Für mich ist das jetzt übrigens auch der Abschluss einer Stufe, eines Projektes. Ich habe in der Zwischenzeit über tausend Vorträge gegeben über Tugenden. Ich habe 1400 Kurzdefinitionen und Tipps gegeben für Umgang mit Schattenseiten und dies war jetzt die letzte Ausgabe von Umgang mit Schattenseiten in etwas längerer Form. Das waren nochmals über 300 Vorträge. Also insgesamt dürften es fast 3000 Vorträge geworden sein, zum Thema Persönlichkeitsmerkmale und Eigenschafen.

Vermutlich wird es nicht in der gleichen Reihenfolge veröffentlicht. L ist jetzt in der Mitte des Alphabetes, aber ich möchte es trotzdem mal sagen und ich mache diese Vortragsreihe mit viel Liebe auch wenn´s manchmal nicht einfach ist immer viele Stunden direkt vor einer Kamera zu hocken. Ab und zu mal hatte ich auch eine Kamerafrau die mir dann öfters freundlich zulächelt, aber wie du, wenn du das jetzt als Video siehst, dann habe ich hier eine Fernbedienung, ich habe zwei Seile, mit den Seilen schiebe ich die Kamera nach rechts und nach links, so das mal mehr ich zu sehen ist, mal mehr das Plakat. Ich kann mit der Fernbedienung näher und weiter gehen, ich kann auch mit der Fernbedienung anfangen und aufhören.

Weitere Projekte

Und so freue ich mich jetzt dass dieser Abschnitt abgeschlossen ist. Das heißt nicht dass ich nicht weiter Vorträge aufnehme. Mein nächstes Projekt wird vermutlich „Spirituelle Namen“ sein und danach „Yoga Ausdrücke“ Dann zwischendurch oder parallel kommt noch ein großes Werk von Shankaracharya. Zwischendurch Aufnahmen von Übersetzungen von Vorträgen von Swami Chidananda. Also du siehst noch einiges vor mir. Parallel nehme ich jetzt auch einen 7 wöchigen Entspannungskurs für Anfänger auf, gerade hinter mir habe ich den 5 wöchigen Anfänger Kurs „Yoga-Vidya Atemkurs“. So will ich gerad jetzt die nächsten vermutlich 2 Jahre, so widmen wie die letzten 2 Jahre, aufnehmen vieler Vorträge und vieler praktischen Videos. Danach will ich sehen, was Gott sonst noch von mir will.

Jetzt hast du etwas mehr über mich erfahren, die Projekte die ich habe, das was ich als meine Berufung momentan empfinde. Leben, dem Unterrichten von Yoga bei Yoga Vidya Bad Meinberg, in Yoga-Vidya Ashrams, Centren, auf Kongressen und da wo ich eingeladen werde. Und daneben das ich ja auch so ein bisschen, nicht nur ein bisschen, Yoga-Vidya leite mit seinen Ashrams und Centren mit vielen Besprechungen und vielen Tipps, Ratschlägen. Alles Gute bis zum nächsten mal dein Sukadev Bretz von www.Yoga-Vidya.de.

Aus folgendem Vortrag von Sukadev Bretz:

Umgang mit Lieblosigkeit bei anderen

Vielleicht hast du das Gefühl, dass ein anderer Mensch sehr lieblos ist. Er behandelt z.B seinen Partner, Haustier, Pflanzen oder auch die Kollegen lieblos. Am liebsten würdest du ihm mal gründlich die Meinung sagen. Aber frage dich, ob es sinnvoll ist, einen anderen Menschen wegen seiner Lieblosigkeit zu kritisieren.

Tief im Inneren ist jeder Mensch Freude. Tief im Inneren ist jeder Mensch Liebe. Nur drücken unterschiedliche Menschen das verschieden aus. Du magst es mögen, wenn andere auf dich zu rennen, laut mit dir sprechen und dich umarmen und fast Freudentänze aufführen. Aber der andere Mensch mag es vielleicht ruhig und braucht etwas länger, bis er mit jemandem vertraut wird. Wenn dieser Mensch aber Vertrauen gefasst hat ist er oft beständiger. Menschen sind unterschiedlich in ihrem Temperament und in ihrer Ausdrucksweise und Kommunikation. Am besten ist, wenn du das respektierst anstatt andere für Lieblosigkeit zu verurteilen.

Lieblosigkeit als Folge der Ökonomisierung

Heutzutage ist das Leben einer fortschreitenden Ökonomisierung unterworfen. Marktwirtschaft ist in vielerlei Hinsicht gut. Wenn jedoch alles ein Preisschild bekommt, verschwindet die Liebe. Im Zuge der Ökonomisierung entsteht auch ein Leistungs- und Anspruchsdenken.

Leistungsdenken manifestiert sich als innere Antreiber: "Du musst vollkommen sein. Du musst schnell sein. Du musst stark sein. Alle müssen dich lieben". Leistungsdenken ist der Liebe entgegengesetzt. In der Liebe gibt es keine Leistung. Liebe heißt loslassen. Du wirst respektiert für deine Stärken, geliebt für deine Schwächen. Liebe zu zeigen, heißt auch Schwächen zu zeigen.

Das Gegenstück zum Leistungsdenken ist Anspruchsdenken: Dieses Anspruchsdenken drückt sich aus in Sätzen wie: "Für mich ist das Beste gerade gut genug". "Ich will alles und ich will es sofort". Auch Anspruchsdenken ist der Liebe entgegengesetzt. Wenn du an jemanden Ansprüche hast, dann ist die Liebe schon verschwunden.

Auch das Leben widerstrebt deinen Ansprüchen. Wenn du Liebe empfinden willst, dann nimm das Leben wie es kommt.

Wenn du das Leben, die anderen Menschen, so nimmst und liebst wie sie sind, dann kann Liebe kommen. Beklage dich nicht zu sehr über Lieblosigkeit. Vielmehr empfinde Liebe, drücke Liebe aus, nimm die Liebe der anderen an.

Lieblosigkeit als Vorwurf in spirituellen Gemeinschaften

Manchmal kaschiert sich das Leistungsdenken und Anspruchsdenken in Vorwürfe der Lieblosigkeit. Das geschieht gerade, wenn Menschen einen Ashram besuchen oder auch in eine spirituelle Gemeinschaft kommen. Zum Beispiel gibt es Menschen, die erwarten, dass ein Ashram einen hohen Komfort hat. Wenn dem nicht so ist, dann ist es leichter, den Ashrambewohnern Lieblosigkeit vorzuwerfen, anstatt zu erkennen, dass man überzogenes Anspruchsdenken hat.

Manchmal wollen sich Menschen der Disziplin eines Ashrams nicht unterwerfen. Anstatt zu erkennen, dass da eine Schwäche ist, an der man arbeiten muss, ist es leichter, den Verantwortlichen im Ashram Lieblosigkeit vorzuwerfen.

Wenn du anderen Lieblosigkeit vorwirfst, werde dir erst bewusst, ob da wirklich Lieblosigkeit herrscht, oder ob jemand deinem materiellen oder emotionalem Anspruchsdenken nicht entspricht. Und wenn dir Lieblosigkeit vorgeworfen wird, schenke dem anderen Liebe, Mitgefühl und Lichtgedanken.

Lieblosigkeit in Beziehung zu anderen Persönlichkeitsmerkmalen

Lieblosigkeit gehört zur Gruppe der Persönlichkeitsmerkmale, Schattenseiten, Laster und Tugenden. Um dieses Charaktermerkmal besser zu verstehen, wollen wir es in Beziehung setzen mit anderen:

Synonyme Lieblosigkeit - ähnliche Eigenschaften

Synonyme Lieblosigkeit sind zum Beispiel Herzlosigkeit, Unfreundlichkeit, Erbarmungslosigkeit, Gefühllosigkeit, Unbarmherzigkeit, .

Man kann die Synonyme in zwei Gruppen einteilen, solche mit positiver Konnotation und solche mit negativer Konnotation:

Synonyme mit negativer Konnotation

Synonyme, die gemeinhin als negativ gedeutet werden, sind zum Beispiel

Antonyme Lieblosigkeit - Gegenteile

Antonyme sind Gegenteile. Antonyme, also Gegenteile, von Lieblosigkeit sind zum Beispiel Herzlichkeit, Höflichkeit, Unaufdringlichkeit, Barmherzigkeit liebevoll, gefühlvoll,, . Man kann auch die Antonyme, die Gegenteile, einteilen in solche mit positiver Konnotation und solche mit negativer Konnotation.

Antonyme mit positiver Konnotation

Antonyme, also Gegenteile, zu einem Laster, einer Schattenseite, einer negativen Persönlichkeitseigenschaft, werden gemeinhin als Gegenpol interpretiert. Diese kann man kultivieren, um das Laster, die Schattenseite zu überwinden. Hier also einige Gegenpole zu Lieblosigkeit, die eine positive Konnotation haben:

Eigenschaften im Alphabet davor oder danach

Hier einige Eigenschaften, die im Alphabet vor oder nach Lieblosigkeit stehen:

Eigenschaftsgruppe

Lieblosigkeit kann gezählt werden folgenden beiden Eigenschaftsgruppen

Verwandte Wörter

Verwandte Wörter zu Lieblosigkeit sind zum Beispiel das Adjektiv lieblos, das Verb lieben, sowie das Substantiv Liebloser.

Wer Lieblosigkeit hat, der ist lieblos beziehungsweise ein Liebloser.

Siehe auch

Literatur

  • Stephan Hachtmann, Berührt vom Klang der Liebe: Wege zum Herzensgebet (2012)
  • Thich Nhat Hanh, Jesus und Buddha - Ein Dialog der Liebe (2010)
  • Franz Jalics, Der kontemplative Weg (2010)
  • Ayya Khema, Das Größte ist die Liebe: Die Bergpredigt und das Hohelied der Liebe aus buddhistischer Sicht (2009)
  • Swami Sivananda, Die Kraft der Gedanken (2012)
  • Swami Sivananda, Inspirierende Geschichten (2005)
  • Swami Sivananda, Japa Yoga (2003)
  • Swami Sivananda, Göttliche Erkenntnis (2001)
  • Swami Sivananda, Gedanken zur Kontemplation (1996)
  • Swami Sivananda, Hatha-Yoga. Der sichere Weg zu guter Gesundheit, langem Leben und Erweckung der höheren Kräfte (1964)
  • Swami Sivananda, Sadhana – Ein Lehrbuch mit Techniken zur spirituellen Vollkommenheit

Weblinks

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