Dhatu

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Die ayurvedische Abhyanga-Massage regt die Körpergewebe an

1. Dhatu (Sanskrit: धातु dhātu m.) bezeichnet den essenziellen Teil bzw. Urstoff, Element. In der Grammatik bedeutet Dhatu eine Verbalwurzel. Im Ayurveda versteht man unter Dhatu die Körpergewebe, die in nachfolgender Reihenfolge gebildet werden: Rasa (Nahrungssaft), Rakta (Blut), Mamsa (Fleisch), Medas (Fett), Asthi (Knochen), Majja (Knochenmark), Shukra (männlicher Samen).


2. Dhatu (Sanskrit: धातु dhātu adj. u. f.) saugbar, schlürfbar, zum Saugen geeignet; Milchkuh.

Unsere Ernährung baut auch die Upadhatus auf (Sehnen, Haut, Knorpel etc.), und zwar wie folgt: Rasa ernährt Brustmilch und Menstrualblut, Rakta ernährt die Blutgefäße und Sehnen, Mamsa ernährt Vasa (Muskelfett) und die sechs Hautschichten, Medas ernährt Gelenke und Ligamente.

Unsere Dhatus können durch gewisse Nahrungsmittel gekräftigt werden. Hier eine kleine Auswahl:

  • Rasa: Milch, Joghurt, Lassi, Fruchtsäfte, Wasser, vor allem flüssige Nahrung, Rosinen und Feigen
  • Rakta: rote Bete, Karotten, Süßkartoffeln, Rosinen, Feigen und (Pitta) stärkende Nahrung
  • Mamsa: Kartoffeln, Getreide, Dhals, Süßkartoffeln, Feigen
  • Medas: Kartoffeln, Öle und Fette, Ghee, Süßkartoffeln und Rosinen
  • Asthi: Karotten, Mandeln, Feigen und Datteln
  • Majja: Rosinen, Mandeln, Karotten, Datteln, Nüsse
  • Shukra: Ghee, Milch, Rosinen, Datteln, Nüsse

Die sieben Gewebe, ihre Eigenschaften und Funtkionen

Im Ayurveda werden die folgenden sieben Gewebe unterschieden:

  • Rasa Dhatu: Plasma, Ernährung
  • Rakta Dhatu: Blut (Hämoglobinanteil), Versorgung mit Sauerstoff
  • Mamsa Dhatu: Muskeln, Bewegung
  • Meda Dhatu: Fett, Schmierung
  • Ashti Dhatu: Knochen, Stütze und Körpevolumen
  • Majja Dhatu: Nerven und Knochenmark, Verstandesfunktion
  • Sukra Dhatu: Fortpflanzungsgewebe, Fortpflanzung

Die wichtigste Funtkion der sieben Gewebe ist es, dem Körper größtmöglichen Halt und Stärke zu verleihen. Der Körper scheidet sie also nicht als Abfallprodukte aus. Wenn sie nun aber die Begrenzung der Haut oder der inneren Auskleidung überschreiten, kommt es zu ernsthaften Erkrankungen.

Als Dhatu werden zuweilen auch die drei Doshas Vata, Pitta und Kapha bezeichnet, wenn sie in ihrem der jeweiligen Konstitution (Prakriti) entsprechenden natürlichen, d.h. ausgeglichenen Zustand sind.

Altindische Grammatik (Vyakarana)

Ein Dhatu ist eine Verbalwurzel, aus der die Sanskritgrammatiker die meisten Sanskritwörter ableiten. Die Verbalwurzeln des Sanskrit sind im sogenannten Dhatupatha aufgelistet. In traditionellen Sanskritwörterbüchern erscheint jedes Verb in der Form der Wurzel, also des Dhatu. So werden beispielsweise aus der Wurzel kṛ (sprich: /kri/) "machen, tun" die folgenden Wortbildungen abgeleitet: karomi "ich tue", karaṇa "Instrument, Sinnesorgan", kāraṇa "Ursache", kṛti "Werk", karma "Tat", kartṛ "Täter, Handelnder" usw.

Aus dem Dhatu wird ein sogenannter Stamm gebildet, an den wiederum eine Endung bzw. ein Suffix (Pratyaya) antritt: kṛ (Wurzel) >> kar (Stamm) + tṛ (Suffix) ergibt kartṛ (sprich <kartri>).

Dhatu – essentieller Bestandteil, Materie, Element und Schicht

Sukadev über Dhatu: Dhatu hat verschiedenste Bedeutungen. Im Ayurveda wird der Ausdruck "Dhatu" viel gebraucht, auch in der Hatha Yoga Pradipika. Dhatu in der Ayurveda und Hatha Yoga Pradipika sind Körpergewebe. Dhatu ansonsten heißt Schicht, essentieller Bestandteil, Element. Im Ayurveda wird von sieben Dhatus gesprochen. Man findet das auch in verschiedenen Vedanta-Kommentaren und Vedanta-Gedichten, Lehrbüchern, eben: "Du bist nicht die sieben Dhatus." Zum Beispiel in dem Nirvana Shatakam heißt es: "Du bist nicht die sieben Dhatus, nicht die Pancha Koshas, nicht die fünf Hüllen. Du bist auch nicht die Pancha Vayus, die fünf Prana-Bestandteile."

Im Ayurveda spielen die sieben Dhatus eine besondere Rolle, weil, die sieben Dhatus beschreiben verschiedene Schichten des Körpers. Und die sieben Dhatus heißen – ich lese dazu etwas aus Wikipedia und aus anderen Büchern: Es gibt Rasa Dhatu, das ist die Lymphflüssigkeit. Es gibt Rakta Dhatu, das ist das Blut. Mamsa Dhatu, das sind die Muskeln. Meda Dhatu ist das Fettgewebe. Ashti Dhatu sind die Knochen. Majja Dhatu ist das Knochenmark. Und Sukra Dhatu ist der Samen bzw. Geschlechtsflüssigkeit. Das sind die sieben Gewebe.

Und jetzt gibt es eine Ayurveda Medizin oder Physiologie, die sagt eben, das eine wandelt sich in das andere um. Das heißt, zunächst mal gibt es die Lymphe und subtiler als die Lymphe ist das Blut, subtiler als das Blut sind die Muskeln, subtiler als die Muskeln ist das Fett, subtiler als das Fett ist der Knochen, subtiler als der Knochen ist das Knochenmark und am allersubtilsten ist dann der Same bzw. das Ei bei der Frau. Und im Ayurveda wird dann auch gesagt, je nachdem welches Körpergewebe von Krankheiten betroffen ist, ist es leichter oder schwerer, den Menschen wieder gesund zu bekommen. Ist die Erkrankung in einem der äußeren Körpergewebe, also zum Beispiel Lymphe und Blut, dann geht es noch relativ schnell. In den mittleren dauert es etwas länger.

Also, wenn Muskeln oder Fett irgendwo in Probleme gekommen sind, dann dauert es etwas länger, um dort wieder zu reinigen und das Körpergewebe in Ordnung zu bringen. Wenn es noch weiter geht, eben in Knochen oder auch ins Knochenmark, dann dauert es am allerlängsten. In diesem Sinne gibt es also sieben Arten von Körpergewebe und von einem physiologischen Standpunkt macht es durchaus auch Sinn. Es gibt sieben Arten von Körpergewebe insgesamt und im Ayurveda spielt es eine Rolle, weil die Lokalisierung von Amas, also von Unreinheiten, hilfreich ist, um nachher zu verschreiben, was reicht aus. Reicht es aus, eine leichte Lebensstilveränderung zu machen? Reicht es aus, mit Ernährung und Kräutern etwas zu tun? Oder muss dort etwas Gründlicheres geschehen? Reicht eine einfache Massage vielleicht noch aus oder braucht es eine Panchakarma-Kur oder, wenn alle Körpergewebe irgendwo so blockiert sind, dass der Mensch frühzeitig altert, dann braucht es vielleicht sogar eine Rasayana-Kur.

Auch im Hatha Yoga, kann man sagen, sind die Dhatus leicht unrein, dann reichen die normalen Pranayamas und Asanas aus. Sind die Unreinheiten etwas stärker, dann erfordert es die Karmas oder die Kriyas, die Reinigungstechniken. Und wenn das nicht ausreicht, dann muss man die Stellungen länger halten. Reicht das nicht aus, dann muss man zusätzlich die Ayurveda-Techniken nutzen.

In diesem Sinne, sieben Dhatus, sieben Arten von Körpergeweben und diese Körpergewebe können gut funktionieren, wenn sie mit Prana, also mit Lebensenergie, gut durchströmt sind, sie funktionieren gut, wenn die Dosha-Zusammensetzung richtig ist, sie funktionieren gut, wenn Agni, das Feuer, was sowohl das Verdauungsfeuer ist als auch das Umwandlungsfeuer, wenn das gut funktioniert. Ist aber der Prana-Fluss gestört, ist die Psyche gestört, sind die Doshas gestört, gibt es zu viel Amas, Unreinheiten, dann werden auch die Dhatus in Probleme geraten, der Mensch wird krank. In diesem Sinne, Dhatu – Körpergewebe.

Wenn du dich mit Ayurveda tiefer beschäftigen willst, müsstest du die sieben Dhatus kennen. Also, nochmal, Dhatu, im Ayurveda und im Hatha Yoga, Körpergewebe. In den meisten Yogaschriften auch, Dhatus sind die Körpergewebe, sieben Dhatus. Manchmal wird dann gesagt, achtes Dhatu ist Ojas, das transformierte Dhatu, wo dann die Energie sehr subtil wird. Aber normalerweise spricht man von sieben Dhatus. In einem anderen Kontext heißt Dhatu Schicht, Element oder etwas, was essentiell ist, ein essentieller Bestandteil. Dhatu im engeren Sinne, im Yoga und Ayurveda, Körpergewebe.

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Seminare

Mehr zum Sanskritwort Dhatu

Dhatu , Sanskrit धातु dhātu, Satz, Lage, Schicht; Teil, Bestandteil; Element, Urstoff, (ph.);, Mineral, Erz, Metall; Verbalwurzel, (g.). Dhatu ist ein Sanskrit Substantiv männlichen Geschlechts und kann übersetzt werden ins Deutsche übersetzt mit Satz, Lage, Schicht; Teil, Bestandteil; Element, Urstoff, (ph.);, Mineral, Erz, Metall; Verbalwurzel, (g.).

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Verschiedene Schreibweisen für Dhatu

Sanskrit Wörter werden in Indien auf Devanagari geschrieben. Damit Europäer das lesen können, wird Devanagari transkribiert in die Römische Schrift. Es gibt verschiedene Konventionen, wie Devanagari in römische Schrift transkribiert werden kann Dhatu auf Devanagari wird geschrieben " धातु ", in IAST wissenschaftliche Transkription mit diakritischen Zeichen " dhātu ", in der Harvard-Kyoto Umschrift " dhAtu ", in der Velthuis Transkription " dhaatu ", in der modernen Internet Itrans Transkription " dhAtu ".

Video zum Thema Dhatu

Dhatu ist ein Sanskritwort. Sanskrit ist die Sprache des Yoga. Hier ein Vortrag zum Thema Yoga, Meditation und Spiritualität

Quelle

Zusammenfassung Deutsch Sanskrit - Sanskrit Deutsch

Deutsch Satz, Lage, Schicht; Teil, Bestandteil; Element, Urstoff, (ph.);, Mineral, Erz, Metall; Verbalwurzel, (g.). Sanskrit Dhatu
Sanskrit Dhatu Deutsch Satz, Lage, Schicht; Teil, Bestandteil; Element, Urstoff, (ph.);, Mineral, Erz, Metall; Verbalwurzel, (g.).
Deutsch saugbar, schlürfbar. Sanskrit Dhatu
Sanskrit Dhatu Deutsch saugbar, schlürfbar.