Theravada

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Theravada (Pali: थेरवाद theravāda; Sanskrit: स्थविरवाद sthaviravāda m.) wörtl.: "die Lehre (vāda) der Alten (thera)"

Thailändische Theravadamönche auf Pilgerschaft Copyright

Der Theravada ist die älteste, noch heute existierende Schule des Buddhismus. Sie bezieht sich auf die im Tripitaka bzw. Pali Kanon zusammengestellten Lehren des historischen Buddha. Mahayana Buddhisten ordnen Theravada häufig dem Hinayana zu, dies wird jedoch von Theravada Anhängern strikt abgelehnt. Der Theravada Buddhismus ist heute besonders verbreitet in Sri Lanka, Thailand, Kambodscha, Laos, Myanmar und in Teilen von Vietnam und China.

Lehren des Theravada Buddhismus

Buddha Statue in Borobudur (Indonesien) Copyright

Die Doktrin des Theravada Buddhismus promoviert weitgehend das Konzept der "Unterweisung durch Analyse". Gemäß dieser Doktrin muss sich die Einsicht in einer Person aus seinen eigenen Erfahrungen, seinem Verstehen und durch eigene Beweisführung entwickeln, nicht aus blindem Glauben heraus. Allerdings betonen die Theravada Schriften dass ein Weiser notwendig ist, um eine Person anzuleiten. Demnach sollte man sich außer auf der eigenen Erfahrung auch auf dem Ratschlag und der Beurteilung von Weisen oder Ältesten verlassen.

Die Philosophie des Theravada Buddhismus besagt, dass die urspüngliche Ursache des menschlichen Leidens im Begehren liegt. Dieses Begehren oder Anhaften schließt Gier, Wut, Eifersucht, Angst, Leidenschaft, Hass, Rache, Stolz, Vergnügen, Abneigung usw. mit ein. Das Niveau dieser Verunreinigungen wird unterteilt in grob, mittel und fein. Diese Verunreinigungen sind vorübergehende Phasen, die sowohl der Person als auch seiner Umgebung schadet. Sie sind auch die Hauptursache aller unmenschlichen Handlungen, die Menschen ausführen. Der einzige Weg, dem Dukkha zu entkommen, ist durch Anwendung buddhistischer Grundsätze.

Die Doktrin des Theravada behauptet, dass diese Begierden oder Dukkha aus Unwissenheit oder Avidya erscheinen. Aus Unwissenheit betrachten Menschen diese Verunreinigungen als Teil ihrer Selbst. Eigentlich sind sie nichts als Parasiten, die den Geist befallen und Schmerz und Leiden verursachen. Diese unwissenden Menschen betrachten ihren Körper als ihr Eigentum, während er in Wahrheit aus den vier Elementen besteht: Erde, Feuer, Wasser und Luft. Nach dem Tod zerfällt der Körper und kehrt zu seiner ursprünglichen Form zurück. Aber die Verunreinigungen manipulieren und stiften den Geist an, und verhindern ihn, das Offensichtliche zu sehen.

Um sich selber vom Kreislauf des Schmerzens und des Leidens zu befreien, ist es wesentlich für eine Person, diese schlechten Angewohnheiten los zu werden. Der einzige Weg sie auszurotten, ist durch Logik, Analyse und Erfahrung. Um die wahre Natur der schlechten Angewohnheiten zu verstehen, muss man Jhana praktizieren. Diese Praxis wird den Aspiranten zu den Vier Edlen Wahrheiten, zur Erleuchtung und schließlich zu Nirvana führen. Das letzendliche Ziel des Theravada Buddhismus ist Nirvana. Das ist die Ebene, die eine Person vom Kreislauf von Geburt, Tod und Wiedergeburt befreit, und ihm hilft, Spiritualität zu erreichen.

Anhänger des Theravada glauben fest daran, dass jede Person verantwortlich für ihr Karma (Handlung und Entscheidung) ist, und in diesem Prozess ist sie auch alleine für ihre Befreiung verantwortlich. Der einzige Weg um Nirvana zu erreichen ist der Noble Achtfache Pfad. Diese Ausrichtung glaubt, dass Götter nicht in der Lage sind, menschlichen Wesen Befreiung vor ihrem Leiden zu gewähren, da sie selber unterschiedliche Verunreinigungen aufweisen wie Zorn, Rache, Hass, Illusion und Gier. Für die Anhänger des Theravada war Buddha ein Lehrer, der ihnen den Achtfachen Pfad gezeigt hat.

Einem Arhant ist es möglich, Nirvana innerhalb einer einzigen Zeitspanne zu erlangen. Anhänger des Theravada Buddhismus glauben, dass diejenigen, die Nirvana erreichen, Buddha ähnlich sind. Allerdings war Gautama Buddha den anderen Arhants überlegen, da er selber den Pfad entdeckt hatte, dies zu erreichen. Theravada sieht den Buddha als eine hochentwickelte Person an, die einen Weg zu Nirvana gefunden und das Wissen mit anderen geteilt hatte. Allerdings erkennt diese Ausrichtung auch die Existenz anderer Buddhas an, in der Vergangenheit oder in der näheren Zukunft.

Die bemerkenswerte Eigenschaft der Theravada Schule des Buddhismus ist, dass die Anhänger dieser Ausrichtung den Unterweisungen des Buddha sowohl blind folgen als auch sie selber durch eigene Erfahrung und Analyse überprüfen können. Sehr wenig religiösen Reden in der Welt fördern solche Grundsätze.

Schriften im Theravada Buddhismus

Die Schriften des Theravada sind der beste Weg, mehr über diese Schule des Buddhismus zu lernen.

Die Theravada Schule des Buddhismus betrachtet Tripitaka (Pali Kanon) als den maßgeblichen Text, der die Unterweisungen des Buddha Gautama beinhaltet. Die Sutra und Vinaya Teile des Tripitaka Textes überlappen sich und haben Ähnlichkeiten mit den Texten, die von Nicht-Theravada Schulen benutzt werden, die hauptsächlich in chinesischer Sprache vorhanden sind. Beide diese Texte werden als die ältesten bezüglich der buddhistischen Grundsätze betrachtet. Es wird weitgehend angenommen, dass der Pali Text während der Regierung des Kaisers Ashoka nach Sri Lanka gebracht wurde. Der Theravada Buddhismus ist eine der ersten buddhistischen Schulen, die ihren vollständigen Text in schriftlicher Form vorliegen haben.

Die Pali Tripitaka oder die Schrift des Theravada wird in drei Teilen zusammen gefasst: Vinaya Pitaka, Sutra Pitaka und Abhidhamma Pitaka. Unter diesen wird Abhidhamma Pitaka als eine spätere Ergänzung angesehen. Einige buddhistische Gelehrte vertreten die Meinung, dass lediglich die ersten zwei Pitakas während des Ersten Buddhistischen Konzils existierten. Deshalb wurde die Pali Abhidhamma Pitaka von keiner anderen Schule des Buddhismus anerkannt außer der Theravada Schule.

Es gibt einige Kommentare, die den Text der Tripitaka begleiten. Der erste Kommentar wurde von Buddhaghosa Thera im 4. oder 5. Jahrhundert verfasst. Diese Kommentare wurden zu einem Teil der Theravada Kultur.

Durch diese Schriften wird es einfacher, das kulturelle Erbe des Theravada Buddhismus zu verstehen. Die Teile Sutra Pitaka und Vinaya Pittaka waren den früheren buddhistischen Traditionen gemeinsam. In Folge dessen gehören sie nicht einzig zur Theravada Schule.

Geschichte des Theravada Buddhismus

Theravada Kloster in Borobudur (Indonesien)

Theravada ist einer der Zweige des Buddhismus. Die Theravada Schule hat sich aus der Vibhajjavada Gruppe entwickelt, die ihre Ursprünge in der älteren Sthavira Gruppe hat. Entstanden ist sie während der Regierung des Kaisers Ashoka, beim Dritten Buddhistischen Konzil. Nach einiger Zeit spaltete sich Vibhajjavada in 4 Richtungen: Mahisasaka, Kasyapiya, Dharmaguptaka und Tamraparniya. Der Theravada Buddhismus entwickelte sich aus Tamraparniya, was wörtlich so viel bedeutet wie "die aus Sri Lanka Stammenden". Der Ursprung dieser Lehre ist bis heute unverändert. Es gibt keinen historischen Beweis dafür, dass sich etwas von der ursprünglichen Lehre geändert hätte. Der einzige Unterschied ist geographisch.

Die Anhänger des Vibhajjavada betrachten sich selber als einen Teil der Anhänger des Sthavira. Die Anhänger des Sthavira waren eine orthodoxe Gruppe, und sie werden häufig als Die Älteren genannt. Selbst nach dem Dritten Konzil nannten sie sich selber Sthaviras oder Theras. Obwohl ihre Lehre der Lehre der älteren Sthaviras sehr ähnlich ist, ist sie damit nicht identisch. Der Hauptunterschied zwischen Sthaviras und Theras befindet sich in ihrem sprachlichen Medium. In alten Indien wurden die Schulen, die Sanskrit als Bildungssprache nutzten, Sthavira genannt. Die Schulen, welche der Pali Sprache folgten, waren die Theras. Aber im Wesentlichen folgten beide Schulen ähnlicher Doktrinen. Erst nach dem 4. Jhd. wurde der Begriff Theravada in schriftlicher Form verwendet.

Laut der singhalesen Überlieferung brachte Mahindra zum ersten Mal den Buddhismus nach Sri Lanka. Mahindra war der Sohn des Kaisers Ashoka, der größte buddhistische Anhänger aller Zeiten. Als Teil einer missionierenden Aktivität kamen die Grundsätze des Buddhismus im 3. Jhd. v. Chr. nach Sri Lanka. Das Kloster Mahavihara aus Anuradhapura wurde ebenfalls von Mahindra in dieser Zeit errichtet. Später wurde das Kloster in mehrere Gruppen geteilt. Diese wurden entsprechend ihrer Namen aufgebaut: Mahavihara, Abhayagirivihara und Jetavanavihara. Im Jahr 1164 vereinigte der König von Sri Lanka alle Bhikshus (buddhistische Mönche) in Sri Lanka mit der Hilfe von zwei Mönchen. Dadurch wurde die Mahavihara Schule etabliert.

Ashokas Tochter Sanghamitra war die Person, die als erste den Nonnenorden in Sri Lanka begründete. Bald verlor allerdings dieser an Beliebtheit. Im Jahr 429, auf Bitte des chinesischen Kaisers der Han Dynastie hin, wurde eine Nonne aus Anuradhapura nach China gesandt, um dort einen ähnlichen Nonnenorden zu gründen. Bald verbreitete sich dieser nach Korea. 1996 wurden elf Nonnen aus Sri Lanka ausgewählt und als Bhikshunis von einigen Theravada Mönche ordiniert. Eine Gruppe von koreanischen Nonnen war ebenfalls Teil der Zeremonie. Allerdings bestehen Meinungsverschiedenheiten bezüglich der Gültigkeit solcher Ordinierungen. Ein Zweig der Theravada Vinaya Autoritäten sehen solche Ordinierungen als nicht gültig an.

Der Theravada Buddhismus verbreitete sich ebenfalls nach Suvannabhumi im unteren Myanmar. Die frühesten dortigen Bewohner waren die ethnische Gruppe der Mon, und es wird angenommen, dass sie dem Theravada Buddhismus folgten. Es gibt historische Nachweise, dass diese Gruppe den Bewohnern Sri Lankas und Südindiens nahe standen. Die Burmesen waren die ersten, welche die Religion der Mon annahmen. Später übernahmen die Thailänder ebenfalls diese Religion.

Von da aus verbreiteten sich die Grundsätze des Theravada Buddhismus weitreichend in der ganzen Welt.

Siehe auch

Seminare

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