Hinayana

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Hinayana (Sanskrit: हीनयान hīnayāna n.) wörtl.: "kleines (hīna) Fahrzeug (yāna)", Traditionslinie im Buddhismus, die in Shri Lanka und Südasien verbreitet ist.

Das Mini-Auto - auch ein kleines Fahrzeug :-)

Lehre von Hinayana

Hinayana bezieht sich auf die ersten, frühen Schulen des Buddhismus, und als Doktrin beinhaltet es die Sutras, wie sie von Buddha gelehrt wurden.

Der Hinayana, "das kleine Fahrzeug“ oder auch "der niedere Weg“, so wurde dieser von den Mahayanisten genannt, denn diese Richtung lehrt den Weg zur Befreiung für jeden allein oder selbst. Er ist hauptsächlich von seinem Charakter her ethisch-psychologisch und sein spirituelles Ideal wird in der entsagenden Gestalt von Arhant gesehen. Dies ist eine Person, in der alle Furchen oder alles Karma ausgelöscht wurde und die so deshalb nicht mehr wiedergeboren wird.

Während Achtsamkeit, Selbstbeherrschung, Gelassenheit, Verhaftungslosigkeit und die anderen asketischen Tugenden als notwendig angesehen werden, wird die endgültige Befreiung (Moksha) erreicht durch die Erkenntnis der Vergänglichkeit und der schmerzhaften (Dukkha) Natur aller abhängigen Dinge. Ebenso ist die Erkenntnis der Nicht-Eigenheit (Nairatmyata) aller Elemente der Existenz (Dharmas) unabhängig davon, ob diese bedingt oder unbedingt sind.

Das Letztere bedingt dann auch die Erkenntnis, dass die Persönlichkeit selbst auch eine Illusion ist. Das sog. "Ich“ ist dann somit nicht ein echtes Objekt, sondern lediglich das konventionelle Etikette für ein Gemengsel aus flüchtiger Materie und mentalen Prozessen. Durch den Preis der kompletten Entsagung von allen weltlichen Belangen kann dann Befreiung oder die "Arhantschaft“, sogar noch in diesem Leben, erreicht werden.

Gemäß seiner Aussagen betont der Hinayana Buddhismus sehr deutlich die Notwendigkeit eines klösterlichen Lebens und sieht dies als das spirituelle Leben überhaupt und an sich an. Der nicht-klösterliche Laie sieht und erlebt dabei nur die mehr elementaren Empfindungen, indem er den Reliquien des Buddhas huldigt und diese anbetet und indem er die Mönche unterstützt.

Durch die Unterstützung der Mönche sammelt er Verdienste oder "Punya“ an. Damit kann er dann seine Wiedergeburt im Himmel fördern und sicherstellen. Der Unterschied zwischen Buddha und Arhant liegt lediglich in der Priorität der Erlangung und der relative Erreichung von übernatürlichen Kräften.

Die am weitesten verbreitete und einflussreichste Schule des Hinayana war früher die der "Sarvastivadins“, die sich sehr stark den Studien und der Verbreitung des Abhidharma widmeten. Später wurden diese auch bekannt als die "Vaibhashikas“, dabei bezieht sich dies auf das Werk "Vibhasha“, welches ein sehr ausführlicher Kommentar zu der "Jnatia-prasthana“-Schrift ist. Dieses umfangreiche Werk wurden von den Leitern der Schule in Kashmir während des ersten oder zweiten Jahrhunderts nach Christus zusammengestellt.

Die Inhalte dieser "Vibhasha“ sind systematisiert und ausführlich besprochen in Vasubandhus "Abhidharma-kosa“ oder "Der Schatz des Abhidharma“. Dieses Gesamtwerk ist der Höhepunkt der Gedankenwelt der Hinayana und hatte enormen historischen Einfluss. Dieser Kommentar beinhaltet auch die "Sautrantika“ Perspektiven und damit wurde nicht die Kluft zwischen dem Hinayana und dem Mahayana überbrückt, sondern auch den Weg geebnet für den eigenen Übertritt von Vasubandhu zu dem letztgenannten "yana“.

Zusammenfassend lehrt der Mahayana, wörtlich für "das große Fahrzeug“ oder der "große Weg“ wie er auch genannt wird, die Befreiung aller Lebewesen. Hauptsächlich ist er von seinem Charakter her durch Hingabe und Metaphysik gekennzeichnet und sein Ideal ist der Bodhisattva. Dieser Bodhisattva wird als ein Held angesehen, der die sechs oder auch die zehn "Perfektionen“ (Paramita) während tausenden von Leben praktiziert und so die Erreichung der Buddhaschaft zum Wohle aller bewussten Lebewesen sucht. Die Ansichten oder Perspektiven hier sind unverhältnismäßig breiter und umfassender als die, die im Hinayana besprochen werden.

Der Mahayana Arhantschaft Zustand ist dann nicht das höchste Ziel mehr an sich, sondern lediglich eine Stufe auf dem weiteren Weg. Und in diesem Glaubenssystem ist das wahre Ziel die wahre, höchste Buddhaschaft. Und dieser Zustand kann dann nicht mehr allein durch die Überwindung der eigenen Leidenschaften erlangt werden. Dies gelingt dann nur Erkennen der Nicht-Eigenheit (Pudgala-nairatmya) oder der Nicht-Selbstheit und "Jneyavarana“ durch die Person selbst.

Der Hinayana verbreitet die Ansicht, dass die menschlichen Wesen an sich "dharma-nairatmya“ sind, d.h. dass diese keine eigene Persönlichkeit haben und auch nicht real sind. Sogar im Gegenteil, nur der Denkprozess an sich ist es, der den Menschen Realität gibt. In seiner radikalen Auslegung reduziert der Mahayana Buddhismus alle möglichen Objekte der Erfahrungen, seien dieses innere oder auch äußere, auf die Leere (Sunyata).

Dies bedeutet dann jedoch nicht eine Nicht-Existenz oder "Entziehung“, sondern eine unbeschreibare, nicht-duale Realität. Die Leere transzendiert alle offensichtlichen Gegensätze wie z.B. Sein und Nicht-Sein, Selbst und Andere, Samsara und Nirvana. Dies heißt in mehr positiven Worten auch, dass alle Dinge in einem Zustand des "So-Seins“ oder "Da-Seins“ existieren oder auch in dem Zustand der Gleichheit oder des "Samata“.

Sukadev über Hinayana

Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Hinayana

Hinayana heißt "das kleine Fahrzeug“, so wird es mindestens meistens übersetzt. Yana heißt Fahrzeug, Yana heißt auch Methode. Hina heißt mangelhaft, heißt unvollständig, Hina kann auch heißen, klein. Hinayana ist der Name, den die Anhänger des Mahayana Buddhismus den ursprünglich, den orthodoxen Buddhisten gegeben haben. Buddha selbst hat ja gelehrt und hat sehr abstrakt gelehrt. Und dann gab es seine Nachfolger, die haben daraus auch ein philosophisches System gemacht, aber haben es mehr oder weniger frei gehalten von Göttern, von magischen Formeln usw. Sie haben auch keine Mantras so sehr rezitiert, sie haben hauptsächlich Meditation geübt und asketische Praktiken geübt und waren eben Mönche und Nonnen. Dieser ursprüngliche Buddhismus wird auch als Theravada Buddhismus bezeichnet. Theravada, würde man sagen, die Rechtgläubigen, die das Rechte tun, die haben sich selbst als Theravadas bezeichnet.

Und dann gab es aber andere, die haben letztlich den Buddhismus vermischt mit religiösen Praktiken, an den Orten, wo sie hingekommen sind. Sie haben z.B. in China dann sich mit der chinesischen Religiosität verbunden, sie haben sich in Japan mit der japanischen Religiosität verbunden usw. und das wurde dann Mahayana Buddhismus. Und sie nannten sich selbst Mahayana, als großartige Methode, großartiges Fahrzeug. Und sie sagten, die, die den alten Sachen gefolgt sind, die sind also Hinayana, mangelhafte Methode. Oder freundlicher formuliert, kleines Fahrzeug. Das solltest du wissen, wenn du mit Buddhisten von Sri Lanka sprichst, sage nicht, sie folgen dem Hinayana Buddhismus, sondern eher Theravada Buddhismus. Und die anderen nennen sich dann als Mahayana.

Also, Hinayana heißt also "kleines Fahrzeug“ – freundlich formuliert – steht aber auch für "mangelnde Methode“, "mangelhafte Methode“, ist der Name, den die Anhänger des Mahayana Buddhismus den anderen Buddhisten zuerkannt haben. So ähnlich, die Katholiken nennen ja die Evangelischen "die Protestanten“, die haben halt protestiert. Das ist auch ein eher abschätziger Begriff. Und die Protestanten selbst nennen sich "Evangelische“. Und auf diese Weise, die Hinayana, das ist also der Name, den die Mahayana Buddhisten den Hinayana Buddhisten geben, sie selbst nennen sich gerne "Theravada“ oder auch anders.

Siehe auch

Literatur

  • Indische Sphären von Heinrich Zimmer, Rascher Verlag Zürich und Stuttgart, 1963, 2. Auflage
  • Buddhistische Legenden von Heinrich Zimmer, Insel Verlag Frankfurt am Main, 1985, 1. Auflage
  • Dowson, John: A Classical Dictionary of Hindu Mythology and Religion – Geography, History and Religion; D.K.Printworld Ltd., New Delhi, India, 2005
  • Thich Nhat Hanh: Frei sein, wo immer du bist, 2010

Weblinks

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