Nada Anusandhana

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Nada Anusandhana (Sanskrit: नादानुसन्धान nādānusandhāna n.) die Meditation bzw. Konzentration (Anusandhana) auf den unangeschlagenen (Anahata) Ton (Nada).

Wie kannst du innere Klänge vernehmen, die dich taub für alle Töne der Außenwelt machen?

Die Herrlichkeit von Nada Anusandhana - Erläuterungen von Swami Sivananda

Auszug aus dem Buch „Tantra Yoga, Nada Yoga and Kriya Yoga“ von Swami Sivananda, Buch II - Nada Yoga, 5. Auflage, 2000, Shivanandanagar, S. 101 - 102. Divine Life Society

Sadasivoktani sapadalaksha-layavadhanani vasanti loke,
Nadanusandhanasamadhimekam manyamahe manyatamam layanam.

Auf dieser Welt existieren einhundertfünfundzwanzigtausend Arten von Laya Sadhana, über die alle von Sadasiva berichtet wurde. Wir betrachten Nadanusandhana als die beste von den verschiedenen Arten von Layas.

Nadanusandhana namostu tubhyam
tvam manmahe tattvapadam layanam,
Bhavatprasadat pavanena sakam
vileeyate vishnupade mano me.

Nadanusandhana! Möge dieser Gruß Dich erreichen! Du bist für uns der transzendente Zustand in allen Layas. Durch deine Gnade erfährt mein Geist Laya in der Wohnstätte Vishnus, gemeinsam mit Prana.

Sarvachintam parityajya savadhanena chetasa,
Nada eva-anusandheyo yoga-samrajyam-icchata.

Jemand, der den Wunsch hegt, Vollkommenheit im Yoga zu erlangen, muss nur in Nada allein tief eintauchen (darüber meditieren), mit einem ruhigen Geist und mit Abwendung von allem Denken. (Sankaracharya, "Yoga Taravali")

Nasanam siddhasadrisam na kumbhakasamam balam,
Na khechareesama mudra na nada sadriso layah.

Kein Asana kommt dem Siddhasana gleich, keine Stärke ist der des Kumbhaka ebenbürtig, kein Mudra ist so groß wie Khechari Mudra und kein Laya so wie Nada. (Sivasamhita)

Nadanusandhanam (praktischer Sadhana)

Auszug aus dem Buch „Tantra Yoga, Nada Yoga and Kriya Yoga“ von Swami Sivananda, Buch II - Nada Yoga, 5. Auflage, 2000, Shivanandanagar, S. 117f. Divine Life Society

Nada Anusandhana bedeutet Meditation auf Nada oder den Klang, der im Anahata Chakra vernommen wird.

Die essentiellen Voraussetzungen für diese Art von Sadhana sind dieselben wie die für irgendein anderes Yoga Sadhana. Ethische und moralische Vorbereitungen sind hier die ersten wichtigen Grundbedingungen. In ähnlicher Weise ist Tüchtigkeit oder Können im Hatha Yoga und Pranayama äußerst wichtig. Es ist von Vorteil und besser, wenn man genügend Übung in der Konzentration und Meditation hat. Das wird es einfacher für uns machen, uns konzentriert nach innen zu richten und auf die Anahata-Klänge zu meditieren. Ajapa Japa oder Japa von Soham verbunden mit dem Atem, wird dir bei der Konzentration auf die subtilen Klänge eine Hilfe sein. Schon das allein für sich wird dich zu den Anahata-Klängen mitnehmen.

Nimm die Padmasana- oder Siddhasana-Stellung ein. Führe die Shanmukhi oder die Vaishnavi Mudra aus. (Details dazu können aus meinem Buch "Hatha Yoga" entnommen werden.) Praktiziere Ajapa Japa. Lass deinen Blick nach innen schweifen. Dies wird dich zum Anahata-Klang führen.

Mit der Shanmukhi Mudra in Padmasana oder Siddhasana kannst du auch das Prana und Apana in die Sushumna führen und dann auf das Anahata Chakra meditieren. Auch dann wirst du die Anahata-Klänge hören. Die süße Melodie der Klänge wird dir größere Konzentrationskraft verleihen.

Zuerst wirst du zehn unterschiedliche Klänge vernehmen, die dich taub für alle Töne der Außenwelt machen. Diese Klänge sind: Chini, Chin-Chini, der Glockenklang, der Muschelklang, der Klang einer Laute, der Klang eines Beckens, der einer Flöte, der einer Trommel, der einer Mridanga und des Donners. Diese Klänge sollten mit dem rechten Ohr vernommen werden.

Es gibt zwei Aspekte dieser Klänge, grob- und feinstofflich. Du solltest von den groben zu den feinen vorgehen. Sei nicht beunruhigt, wenn dein Geist sich nur den groben Tönen zuwendet. Lass ihn sich zuerst an die groben Klänge gewöhnen und sich auf sie ausrichten. Später dann kann er zu den subtilen Klängen geführt werden. Halte dir vor Augen, dass nicht Mano-Laya das Ziel ist, sondern Mano-Nasa und Selbstverwirklichung.

Erinnere dich daran, dass du nicht besondere Vorlieben für einen bestimmten Klang entwickeln sollst, sondern dass du versuchen sollst, den Geist vom ersten Klang zum zweiten, vom zweiten zum dritten usw. bis zum zehnten Klang zu führen.

Es gibt eine andere Schule von Nada Yoga, welche zwischen drei verschiedenen Phasen des Hörens der Klänge unterscheidet.

Die erste Phase ist die, wenn Prana und Apana in die Nähe von Brahmarandhra geführt werden. Die zweite Phase setzt ein, wenn sie in Brahmarandhra eintreten und die dritte, wenn sie sich gut darin eingerichtet haben. Während der ersten Phase werden Klänge wie Meeresrauschen und Trommelwirbel etc. gehört. Während der zweiten Phase werden Klänge wie der einer Mridanga und Muschel (Konche) vernommen. In der dritten Phase hört man Klänge wie Kinkini, das Summen von Bienen, Töne einer Flöte oder die einer Laute etc.

Tief verborgenes Wissen wird in jemandem aufsteigen, der in der Lage ist, den siebten Ton (den einer Flöte) gut zu hören. Wenn er deutlich den achten Ton vernehmen kann, dann wird er Para Vak hören. Mit dem neunten Ton entwickelt er das Göttliche Auge (Sehgabe). Wenn er den zehnten hört, erlangt er wahrhaftig Parabrahman.


Nada Anusandhana in der Hatha Yoga Pradipika

Im vierten Kapitel (Upadesha) der Hatha Yoga Pradipika, das der Praxis der Meditation und Versenkung (Samadhi) gewidmet ist, befassen sich die Verse 80 - 102 mit der Konzentration auf den inneren Klang (Nada Anusandhana) bzw. auf den "unangeschlagenen" Klang (Anahata Nada).


Siehe auch

Literatur

  • Hazrat Inayat Khan: Musik und kosmische Harmonie aus mystischer Sicht, Weinstadt, 2004.
  • Joachim Ernst Berendt: „Nada Brahma“ in: Die Welt ist Klang, Frankfurt, 1983.
  • Ders. „Das dritte Ohr“ in: Vom Hören der Welt, Frankfurt, 1985.
  • Ders. „Ich höre - also bin ich“ in Hör-Übungen - Hör-Gedanken, München, 1993.
  • Barbra Irmer, Carmen Mager: Nada Yoga - Hinwendung zum inneren Klang
  • Gunda Dietzel: Der individuelle Klang der menschlichen Stimme, Einführung in das Nada Brahma System nach Vemu Mukunda, Kisslegg, 2001.

Weblinks

Seminare

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