Ehrerweisung

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Ehrerweisung bedeutet jemandem seinen Respekt, seine Hochachtung, seine Bewunderung, auszudrücken. Im spirituellen Kontext sind viele Rituale Ehrerweisung an Gott. Letztlich verdienen Menschen Ehrerweisung nur insofern, als sie Göttlichkeit ausdrücken. Und da jeder Mensch ein Geschöpf Gottes, ein einzigartiges Geschöpf Gottes ist, kann man jedem Menschen Ehrerweisung schenken.

Krishna und Arjuna zu Beginn der Bhagavad Gita

Ehrerweisung - eine Tugend. Was bedeutet das Wort Ehrerweisung? In welchem Kontext gebraucht man dieses Wort? Wozu ist Ehrerweisung ein guter Begriff? Was sind Synonyme, was Gegenteile von Ehrerweisung? Wäre es wünschenswert, diese Eigenschaft zu kultivieren, stärker werden zu lassen? Dieser Yoga Wiki Artikel will dich auch zum Nachdenken anregen.

Ehrerweisung als hilfreiche Tugend

Aus einem Vortrag von Sukadev Bretz

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Ehrerweisung, ein wichtiges Prinzip auf dem spirituellen Weg, eine wichtige spirituelle Praxis. Heute möchte ich sprechen über Ehrerweisung oder auch Ehrerbietung, Respekt, all das sind wichtige Worte, die heute etwas außer Mode gekommen sind, vielleicht auch zu Recht aus der Mode gekommen sind, denn die Ausdrücke "Ehrerweisung", "Ehrerbietung", "Respekt" sind ja oft bezogen worden auf andere Menschen und haben letztlich den Hintergrund gehabt, dass Menschen unterdrückt werden sollten.

Aus gutem Grund ist es jetzt so, dass Menschen weniger Ehrerbietung, Respekt haben und weniger Ehrerweisung gegenüber Respektspersonen und das ist eine gute Sache. Auch heutzutage ist es in weiten Kreisen im Yoga nicht mehr üblich, dass man den Yogalehrer oder auch den spirituellen Meister so ehrerbietig behandelt, wie es vielleicht vor zwanzig, dreißig und erst recht vor fünfzig oder hundert Jahren war.

Selbst in Indien geht diese Ehrerbietung gegenüber den Gurus etwas zurück, obgleich sie immer noch größer ist als in Deutschland. Trotzdem, Ehrerweisung ist auch heute wichtig, aber man sollte diese Ehrerweisung ganz besonders gegenüber Gott haben. Es gibt ein Kapitel in der Bhagavad Gita, das zehnte Kapitel, das nennt sich Vibhuti Yoga.

Vibhuti kann man auf viele Weisen übersetzen, eine Möglichkeit wäre, es als Yoga der Ehrerweisung zu bezeichnen. Swami Venkateshananda hat auch gesagt, Swami Sivananda war ein großer Fan des Namaste Yoga oder auch des Nama Yoga, das heißt, des Yoga der Ehrerweisung. Swami Sivananda war ein Mensch, der gegenüber allem Ehrerweisung gemacht hat.

Wenn er morgens aufgestanden ist, hat er sich verneigt vor dem Ganges, dem heiligen Fluss, er hat sich verneigt vor dem Himalaya, vor dem Himmel. Er hat sich sogar verneigt vor der Kloschüssel. Er hat sich verneigt vor dem Altar und wenn sein Assistent gekommen ist, hat er sich vor ihm verneigt. Ja, tatsächlich physisch verneigt.

Gut, das ist in Indien etwas, was man machen konnte, heute ist das nicht mehr so üblich, insbesondere im Städtischen ist es gar nicht mehr üblich. Aber damals war es durchaus üblich, dass man sich verneigt hat vor Respektspersonen und vor Repräsentationen Gottes und Swami Sivananda hat das vor allen gemacht.

Auch wenn das in unseren Breiten nicht sehr sinnvoll ist, dass du dich im Ganzen so verneigst, Hände auf den Boden gibst und Kopf auf den Boden, kannst du es innerlich machen, du kannst auch mindestens den Kopf senken. Und morgens kannst du dich auch echt verneigen mit Ehrerweisung. Du kannst beginnen, indem du dich morgens vielleicht vor deinen Altar setzt und dich verneigst.

Du kannst die Sonne anschauen und dich vor ihr verneigen. Du kannst die Sterne anschauen, wenn es noch Sterne gibt, oder den Mond und dich verneigen. Oder wenn du einen Baum siehst, kannst du dich verneigen. Wenn du einen Menschen siehst, kannst du mindestens mit dem Kopf nicken, zulächeln, du kannst bewusst einen guten Tag wünschen oder wenn du sagst, "Hallo", kannst du dir bewusst machen, "Hallo" kommt von "Hey Lord", das heißt "Ehrerbietung Gott".

Oder in Süddeutschland sagt man "Grüß Gott", "ich grüße Gott in dir". Und zum Schluss sagt man in vielen Teilen Deutschlands "Servus", das heißt "ich bin dein Diener", das ist Ehrerweisung. Und zwischendurch schaue dir das viele Schöne in der Welt an und übe Ehrerweisung. Jetzt überlege selbst, bist du jemand, der diese Form von Ehrerweisung übt? Hast du heute Morgen schon dich innerlich verneigt? Hast du schon Respekt gezeigt? Hast du schon tiefe Ehrerweisung geübt? Und könntest du das vielleicht noch weiter ausbauen?

Ehrerweisung - Antonyme und Synonyme

Persönlichkeitsmerkmale und Tugenden versteht man am besten in ihrer Beziehung zueinander. Hier einige Hinweise, wie man Ehrerweisung in eine Verhältnis zu anderen Merkmalen und Eigenschaften bringen kann:

Ähnliche Eigenschaften wie Ehrerweisung - Synonyme

Ähnliche Eigenschaften wie Ehrerweisung, also Synonyme zu Ehrerweisung sind z.B. Anerkennung, Ehrerbietung, Verehrung, Wertschätzung, Respekt.

Ausgleichende Eigenschaften

Jede Eigenschaft, jede Tugend, die übertrieben wird, wird zu einer Untugend, zu einem Laster, einer nicht hilfreichen Eigenschaft. Ehrerweisung übertrieben kann ausarten z.B. in Unterwürfigkeit, Minderwertigkeitsgefühl, Kriecherei. Daher braucht Ehrerweisung als Gegenpol die Kultivierung von Natürlichkeit, Zwanglosigkeit, Entspanntheit.

Gegenteil von Ehrerweisung - Antonyme

Zu jeder Eigenschaft gibt es ein Gegenteil. Hier Möglichkeiten für Gegenteil von Ehrerweisung, Antonyme zu Ehrerweisung :

Ehrerweisung Antonyme auf einen Blick

Direktheit Antonyme (Gegenteile) auf einen Blick:

  • Ehrerweisung sind Natürlichkeit, Zwanglosigkeit, Entspanntheit, Respektlosigkeit, Verachtung, Geringschätzung.

Ehrerweisung und die großen Temperamentgruppen

Bewusste Stärkung der Fähigkeit Ehrerweisung

Ehrerweisung gehört zu den Fähigkeiten und Eigenschaften, die man kultivieren, entwickeln kann. Vielleicht willst du ja Ehrerweisung als Fähigkeit in dir zu stärken. Hierzu einige Tipps:

  • Nimm dir vor, eine Woche lang diese Eigenschaft der Ehrerweisung zu entwickeln, stärker zum Ausdruck zu bringen.
  • Fasse den Vorsatz: "Während der nächsten Woche will ich Ehrerweisung bewusst kultivieren. Ich freue mich darauf, in einer Woche ein ehrerweisenderer Mensch zu sein."
  • Triff den Vorsatz, jeden Tag mindestens eine Handlung auszuführen, die Ehrerweisung ausdrückt. Mache jeden Tag etwas, was du normalerweise nicht tun würdest, was aber dieses Persönlichkeitsmerkmal in die Tat umsetzt.
  • Wenn du morgens aufwachst, dann sage eine Affirmation, z.B.: Ich entwickle Ehrerweisung.
  • Am Tag wiederhole immer wieder eine Autosuggestion, Affirmation wie z.B.: Ich bin ehrerweisend.

Affirmationen zum Thema Ehrerweisung

Hier einige Affirmationen für mehr Ehrerweisung. Unter dem Stichwort "Affirmation" und "Wunderaffirmationen" erfährst du mehr zu Funktion und Wirkungsweise von Affirmationen.

Klassische Autosuggestion für Ehrerweisung

Hier die klassische Autosuggestion:

  • Ich bin ehrerweisend.

Im Yoga verbindet man das gerne mit einem Mantra. Denn ein Mantra lässt die Affirmation stärker werden:

  • Ich bin ehrerweisend. Om Om Om.
  • Ich bin ein Ehrerweisender, eine Ehrerweisende OM.

Entwicklungsbezogene Affirmation für Ehrerweisung

Manche Menschen fühlen sich als Scheinheiliger oder als Heuchler, wenn sie sagen "Ich bin ehrerweisend " - und sie sind es gar nicht. Dann hilft eine entwicklungsbezogene Affirmation:

  • Ich entwickle Ehrerweisung.
  • Ich werde ehrerweisend.
  • Jeden Tag werde ich ehrerweisender.
  • Durch die Gnade Gottes entwickle ich jeden Tag mehr Ehrerweisung.

Dankesaffirmation für Ehrerweisung

  • Ich danke dafür, dass ich jeden Tag ehrerweisender werde.

Wunderaffirmationen Ehrerweisung

Du kannst es auch mit folgenden Affirmationen probieren:

  • Bis jetzt bin ich noch nicht sehr ehrerweisend. Und das ist auch ganz verständlich, ich habe gute Gründe dafür. Aber schon bald werde ich Ehrerweisung entwickeln. Jeden Tag wird diese Tugend in mir stärker werden.
  • Ich freue mich darauf, bald sehr ehrerweisend zu sein.
  • Ich bin jemand, der ehrerweisend ist.

Gebet für Ehrerweisung

Auch ein Gebet ist ein machtvolles Mittel, um eine Tugend zu kultivieren. Hier ein paar Möglichkeiten für Gebete für mehr Ehrerweisung:

  • Lieber Gott, bitte gib mir mehr Ehrerweisung.
  • Oh Gott, ich verehre dich. Ich bitte dich darum, dass ich ein ehrerweisender Mensch werde.
  • Liebe Göttliche Mutter, ich danke dir. Ich danke dir dafür, dass ich jeden Tag die Tugend Ehrerweisung mehr und mehr zum Ausdruck bringe.

Frage dich: Was müsste ich tun, um Ehrerweisung zu entwickeln?

Du kannst dich auch fragen:

  • Was müsste ich tun, um Ehrerweisung zu entwickeln?
  • Wie könnte ich ehrerweisend werden?
  • Lieber Gott, bitte zeige mir den Weg zu mehr Ehrerweisung.
  • Angenommen, ich will ehrerweisend sein, wie würde ich das tun?
  • Angenommen, ich wäre ehrerweisend, wie würde sich das bemerkbar machen?
  • Angenommen, ein Wunder würde geschehen, und ich hätte morgen Ehrerweisung kultiviert, was hätte sich geändert? Wie würde ich fühlen? Wie würde ich denken? Wie würde ich handeln? Als ehrerweisender Mensch, wie würde ich reagieren, mit anderen kommunizieren?

Siehe auch

Eigenschaften im Alphabet vor Ehrerweisung

Eigenschaften im Alphabet nach Ehrerweisung

Literatur

Weblinks

Seminare

Gottvertrauen entwickeln

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