Vibhuti Yoga

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Vibhuti Yoga , wörtlich Einheit (Yoga) durch Großartigkeit (Vibhuti) ist eine Yoga Art, bei welcher du dich systematisch darin übst, in allem Großartigen das Göttliche zu sehen.

Vibhuti Yoga ist die Bezeichnung des vierten Kapitels der Bhagavad gita.

Vibhuti Yoga

Vibhuti Yoga ist die Bezeichnung des vierten Kapitels der Bhagavad gita. Vibhuti Yoga ist auch die Bezeichnung eines Kapitels in der Yoga Sutra. Vibhuti Yoga kann auch als Yoga des Staunens bezeichnet werden. Lass dich berühren von der Gegenwart Gottes, indem du das Großartige in dir erfahrbar machst.

Vermutlich war die Bhagavad gita vorher und Yoga Sutra nachher. Wobei nicht ganz bekannt ist wer die Kapitelnamen gegeben hat. Krishna bezeichnet als Vibhuti Yoga den Yoga der Göttlichen Herrlichkeiten. Vibhuti Yoga bedeutet schaue Gott in dem Großartigen. Vibhutis sind die Großarigkeiten Gottes und Yoga ist eben eine spirituelle Praxis. Wenn du aus dem Fenster schaust schau die Weite des Himmels an. Staune über die Großartigkeit des Himmels. Die Großartigkeit des Himmels, Vibhuti des Himmels. Sieh dort Gott.

Wenn du einen wunderschönen Berg siehst lass dich ergreifen von der Schönheit des Berges. Oder wenn du jemanden siehst der unglaublich musikalisch ist spüre dieses Wunder und die Ehrerbietung. Oder jemand der unglaublich intelligent ist, einen schnellen Geist hat. Das sind alles Großartigkeiten Vibhuit von Gott und Gottes Schöpfung. Diese Vibhutis bewusst zu sehen ist Vibhuti Yoga.

Patanjali bezeichnet als Vibhuti Yoga die Entfaltung deiner eigenen besonderen Fähigkeiten. Du kannst zum Beispiel Einfühlungsvermögen entwickeln. Er beschreibt im dritten Kapitel des Yoga Sutra wie du Einfühlungsvermögen entwickeln kannst durch bestimmte Formen von Samyama, geistige Techniken oder wie du Aura sehen kannst, wie du auf Astralreise gehen kannst, wie du genau wissen kannst was deine Aufgabe ist.

Die Kultivierung der eigenen Fähigkeiten ist Vibhuti Yoga laut Patanjali. Das Sehen der Großartigkeit in der Schöpfung ist Vibhuti Yoga laut Bhagavad gita. Wenn dich das Ganze mehr interessiert gehe auf unsere Internetseite. Auf unseren Internetseiten findest du die gesamte Bhagavad gita mit mehreren Kommentaren und auch das Yoga Sutra mit mehreren Kommentaren. Und so kannst du sehen was Patanjali schreibt und Krishna sagt zum Thema Vibhuti Yoga. Alles zu finden auf www.yoga-vidya.de.

Video Vibhuti Yoga

Hier findest du ein Vortragsvideo zum Thema Vibhuti Yoga :

Autor/Sprecher: Sukadev Bretz, Seminarleiter zu den Themen Yoga und Meditation.

Vibhuti Yoga Audio Vortrag

Hier die Audiospur des oberen Videos zu Vibhuti Yoga :

Vibhuti Yoga ‒ Verehre Gott in allem Großartigem

Krishna - Inkarnation Gottes - wohnt als das Selbst in jedem Wesen

- Ein Vortrag von Sukadev Bretz 2020 -

Kommentar zur Bhagavad Gita, Kapitel 10, Verse 12 - 20

Am Anfang des 11. Kapitels hat Krishna beschrieben, wie du Gott verehren kannst als Gott in allem. Im 10. Kapitel hat er beschrieben, dass Gott überall ist und in Jedem, und dass du Gott in allem verehren kannst. Er hat auch gesagt, wenn du Gott verehrst, kommst du zum höchsten Wissen. Und bist du im höchsten Wissen, bist du auch voller Liebe.

Krishna wird darauf antworten.

Die Frage Arjunas beginnt also im 12. Vers des 10. Kapitels und Krishna gibt ihm einige Tipps. Das ganze 10. Kapitel heißt ja „Vibhuti Yoga“, der Yoga der Göttlichen Herrlichkeiten, und gerade ab dem 12. Vers wird das gut beschrieben.

Gott ist Großartig

Vers: 12

arjuna uvaca
param brahma param dhama pavitram paramam bhavan
purusham sasvatam divyam adi-devam ajam vibhum

Arjuna sprach: „Oh Erhabener, Du bist das höchste Brahman, die höchste Wohnstatt, das höchste Licht, die höchste Läuterung, die ewige göttliche Person, der Urgott, ungeboren und allgegenwärtig.

Vers 13:

ahus tvam rsayah sarve devarsir naradas tatha
asito devalo vyasah svayam caiva bravisi me

So haben Dich alle Weisen erklärt, wie auch der heilige Weise Narada, und auch Asita, Devala und Vyasa; und nun sagst Du mir selbst das Gleiche.“

Krishna hatte vorher Arjuna einiges erklärt. Arjuna ist ja auch schon längere Zeit auf dem spirituellen Weg; er ist kein neuer Aspirant und er weiß jetzt: Ja! Gott ist das höchste Brahman. Aber Gott manifestiert sich auch in der Läuterung, also in den spirituellen Praktiken und in den spirituellen Erfahrungen. Gott ist ungeboren und doch allgegenwärtig.

Arjuna hat das irgendwo verstanden und er sagt: Viele haben mir das schon gesagt. Und letztlich kannst du dir auch bewusst machen: In allen Religionen und spirituellen Systemen gibt es diese Mystiker, die Gott erfahren haben, und sie sagen letztlich Ähnliches.

Nur Gott kann sich selbst erkennen als sein Selbst

Vers 14:

sarvam etad rtam manye yan mam vadasi keshava
na hi te bhagavan vyaktim vidur deva na danavah

„Ich erkenne alles, was Du mir sagst, als Wahrheit an, oh Krishna. Wahrlich, oh gepriesener Herr, weder die Engelswesen noch die Dämonen erkennen Dein Erscheinen, Deine Herkunft.

Vers 15:

svayam evatmanatmanam vettha tvam purushottama
bhuta-bhavana bhutesa deva-deva jagat-pate

Wahrlich, nur Du selbst kennst Dich selbst durch Dein Selbst, oh höchstes Wesen, oh Quelle und Herr der Wesen, oh Gott der Götter, oh Lenker der Welt.“

Arjuna weiß, Gott ist so großartig. In der relativen Welt kann man Gott nur verehren, nicht wirklich vollständig verstehen. Sogar die Engelswesen können das nicht. Er sagt, nur Gott selbst kann sich erkennen als sein Selbst. Was auch letztlich heißen soll: Willst du Gott wirklich erkennen, musst du deine Einheit mit Gott erfahren.

Wie soll ich dich in fortwährender Meditation erkennen?

Vers 16:

vaktum arhasy asesena divya hy atma-vibhutayah
yabhir vibhutibhir lokan imams tvam vyapya tisthasi

„Berichte ohne Einschränkung von Deinen göttlichen Herrlichkeiten, durch die Du all diese Wesen durchdringst.

Vers 17:

atham vidyam aham yogims tvam sada paricintayan
kesu kesu ca bhavesu cintyo ’si bhagavan maya

Wie soll ich Dich in fortwährender Meditation erkennen, oh höchster Yogi? In welchen Aspekten oder Dingen, oh höchster Herr, soll ich an Dich denken?

Vers 18:

vistarenatmano yogam vibhutim ca janardana
bhuyah kathaya trptir hi shrinvato nasti me ’mrtam

Sage mir erneut genau, was Deine Yogamacht und Deine Herrlichkeiten ausmacht; denn ich habe noch nicht genug von Deinen lebensspendenden und nektargleichen Worten gehört.“

Arjuna hat verstanden: Gott ist überall. Aber wie konkret soll ich denn jetzt meditieren? Wie soll ich jetzt im Alltag Gott erkennen?

Ich bin das Selbst in den Herzen aller Wesen

Vers 19:

sri-bhagavan uvaca
hanta te kathayisyami divya hy atma-vibhutayah
pradhanyatah kuru-srestha nasty anto vistarasya me

Krishna sprach:

„Gerne. Ich werde dir jetzt die bedeutendsten Meiner göttlichen Herrlichkeiten darlegen, oh Arjuna; ihrer Beschreibungen im Einzelnen ist kein Ende gesetzt.


Vers 20:

aham atma gudakesha sarva-bhutasaya-sthitah
aham adis ca madhyam ca bhutanam anta eva ca

Ich bin das Selbst in den Herzen aller Wesen, oh Arjuna. Ich bin Beginn, Mitte und auch Ende aller Wesen.“

Hier beginnt Krishna jetzt Vibhuti Yoga zu beschreiben, das heißt den Yoga der Göttlichen Herrlichkeiten. Gott ist überall. Aber besonders gut kannst du Gott erfahren, in dem was besonders großartig ist. Krishna wird das in den künftigen Versen beschreiben; und in einem späteren Vortrag will ich das auch genauer angehen.

Hier sagt er: Die erste der Herrlichkeiten ist das Selbst in den Herzen aller Wesen. Und vielleicht kannst du das gerade als Anregung nehmen. Für heute, oder morgen, nimm dir vor, im Herzen der Wesen Gott wahrzunehmen, mit Liebe. Spüre das Herz deines Gegenübers, fühle ihn oder sie vom Herzen her ‒ und dort ist Gott wahrnehmbar.

Wenn du gleich mit einem Menschen zusammen bist, sei dir bewusst: Im Herzen dieses Menschen ist Gott. Egal, ob das jetzt dein Kind ist, dein Mann, deine Frau, ob das Chef ist, Mitarbeiter, oder auch Kassiererin, Zugschaffner oder an der nächsten Ampel derjenige ist, der vor dir wartet oder überflüssigerweise vor dir wartet, ob es grün ist oder nicht ‒ spüre vom Herzen her das Göttliche.

Im Herzen aller Wesen ist Gott. Und wenn ein neuer Mensch in dein Leben tritt: Darin ist Gott. Und wenn ein Mensch aus deinem Leben tritt: Auch darin ist Gott. Und in Menschen, die schon eine Weile in deinem Leben sind: Auch dort ist Gott. Kultiviere Verständnis und Herzensliebe und spüre Herz-zu-Herz-Verbindung.

Und du könntest das auch praktisch umsetzten. Jedes Mal, wenn du einen Menschen siehst, sage von innen heraus: „Oh Gott, ich grüße Dich in diesem Menschen.“

Wenn du in einer Gegend Deutschlands bist, wo man sagt „Grüß Gott“, dann sage das und spüre damit tatsächlich die Gegenwart Gottes. Oder modern sagst du „Hallo“; und wenn du „Hallo“ sagst, sagst du innerlich „Grüß Gott“. „Hallo“ kommt von „Hey Lord“, ich verehre Gott in dir. Und „Tschüss“ oder „Tschö“ heißt auch „Adieu“, ich verehre in dir Gott. In diesem Sinne: Die erste des Vibhuti Yoga: Gott ist besonders manifest in jedem Wesen. Grüße Gott in jedem Wesen ‒ eine wichtige Form des Bhakti Yoga.

Hinweise

Diesen Vortrag findest du als Video, auch als Audio, als Podcast auf unseren Internetseiten und im Blog. Dies ist ein Teil der ganzheitlichen Yoga Vidya Schulung, ein Teil der Bhagavad Gita Vorträge und Begleitmaterial zur 2-jährigen Yogalehrer Ausbildung. Alle weiteren Vorträge zur Reihe auch auf den Yoga Vidya Internetseiten.

Und jetzt nochmal einen Moment innehalten und dir vornehmen: In jedem Menschen, den du siehst, willst du Gott grüßen.

Video - Vibhuti Yoga - Verehre Gott in allem Großartigen

Weitere Videos - Vibhuti Yoga in der Bhagavadgita

Das 10. Kapitel der Bhagavadgita wird auch bezeichnet als "Vibhuti Yoga". Krishna beschreibt in diesem Kapitel, wie ein Bhakta, ein Gottesverehrer, Gott im Vibhuti, im Großartigen, erfahren kann:

Siehe auch

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