Rasa Lila

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Rasa Lila (Sanskrit: रास लीला rāsa līlā f.) Tanz Krishnas mit den Gopis. Rasa Lila ist eine der mystischen Lilas Krishnas. Es ist das Spiel der Liebe, die mystische Einheit von Krishna mit seinen Verehrerinnen, den Gopis. Rasa Lila ist auch ein Feiertag, an dem an Rasa Lila gedacht wird.

Rasa Lila, Copyright

Rasa Lila – das Spiel der Liebe und Emotionen

Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Rasa Lila

Krishna und Radha tanzen das Rasa Lila, Malerei aus dem 19. Jh., Rajasthan

Rasa heißt Liebe, Rasa heißt Emotion, Gefühl, Geschmack. Lila heißt Spiel. Rasa Lila ist letztlich das Spiel der Liebe, das Spiel der Gefühle und der Emotionen. Im weiteren Sinne ist es, wenn Menschen zusammen sind und voller Gefühle und Emotionen sind, die sich abwechseln, mal leicht, mal tiefer, intensiver - all das ist Rasa Lila.

Auf eine gewisse Weise spielt Gott mit den Menschen Rasa Lila. Der Mensch geht in seinem Leben durch so viele Gefühle und Empfindungen. Wenn du erfährst, dass all diese Gefühle und Emotionen letztlich göttliches Spiel sind, Rasa Lila, dann kannst du damit leichter umgehen. Und selbst wenn du in der Emotion heftig drinnen bist, kannst du sagen: „Ja, Gott spielt in mir Rasa Lila, das Spiel der Emotionen, der Gefühle.“

Rasa Lila hat auch eine konkrete Bedeutung: Es ist das Spiel der Liebe von Krishna mit den Gopis. Es gibt die Geschichte, dass die Gopis alle in Krishna verliebt waren. Die Gopis waren die Frauen eines Hirtenstamms, "Gopi" heißt wörtlich "Hirtin". Und sie waren alle verliebt in Krishna. Und Krishna sagte ihnen eines Tages: „Bei der nächsten Vollmondnacht werde ich da sein, und ihr könnt mit mir zusammen tanzen.“

Und sie fieberten dieser Vollmondnacht entgegen, und sie hörten die Flöte von Krishna. Die Männer im Dorf oder im Stamm schliefen alle ein und die Frauen wachten alle auf, und sie gingen in den Wald. Dort fanden sie eine Lichtung und sie hörten die Flöte von Krishna. Und es war eine Vollmondnacht, da waren Blüten und Schmetterlinge, Vögel, und es war ganz großartig und wunderbar.

Krishna vervielfältigte sich, so dass jede Gopi das Gefühl hatte, Krishna war mit ihr zusammen. Und so begann Rasa Lila auch als Tanz. Die Gopis tanzten mit Krishna. Jede Gopi tanzte mit Krishna, und es war ein Spiel von Liebe und Freude. Das ist das Spiel von Gott mit den Menschen. Mensch kann Gott spüren, sich verbunden fühlen mit Gott. Mensch und Gott können eins sein. Gott ist nicht nur bei einem Menschen. Manchmal wird ja gefragt: „Wenn hundert Menschen zu Gott beten, wen hört Gott?“ Gott kann sich vervielfältigen, Gott hört jeden.

Und so ist Rasa Lila dieses Spiel Gottes mit dem Menschen. Wenn der Mensch in tiefer Liebe zu Gott entbrannt ist, kann es sein, dass vorübergehend es so scheint, dass Gott nicht erfahrbar ist. Aber dann ist Gott erfahrbar, und dann bist du voller Liebe, voller Herzensverbindung. In diesem Sinne ist es gut, all deine Emotionen und Gefühle Gott darzubringen. Es mag menschliche Emotionen geben, du kannst durch Emotionen gehen mit anderen Menschen und mit deinen Kindern, mit deinen Eltern, mit deinen Kollegen, insbesondere natürlich mit deinem Partner, deiner Partnerin. Da gibt es alle möglichen Emotionen.

Du kannst diese sehen als Rasa Lila, als Spiel Gottes mit deinen Emotionen. Letztlich manifestiert sich Gott als die anderen Menschen und Gott spielt mit dir auf den ganzen Emotionen. So ist das ganze emotionale Leben letztlich auch göttliches Spiel. Das ist mindestens die Einstellung des Bhakta. Als Raja Yogi würdest du vielleicht lernen, dich nicht zu identifizieren, sondern die Emotionen zu beobachten und loszulassen.

Als Vedantin würdest du sagen: „Neti, Neti, nicht dies, nicht das.“ Als Raja Yogi würdest du vielleicht die entgegengesetzte Emotion hervorrufen durch die ein oder andere Technik. Als Kundalini Yogi würdest du die Emotionen transformieren, durch mehr Pranayama in höhere Emotionen umwandeln. Als Bhakta richtest du alles auf Gott aus. Du kannst alle Emotionen in reine Liebe umwandeln und kulminieren lassen, und du kannst auch jede begrenzte Emotion Gott darbringen.

Sivananda über Rasa Lila

Swami Sivananda schreibt über Rasa Lila und seine Bedeutung. Auszüge aus seinem Buch: Lord Krishna, His Lilas and Workship; Nacherzählung einer Geschichte aus dem Bhagavatam.

Der Beginn von Rasa Lila

Es war eine jener herbstlichen Nächte, als Lord Krishna seinr Lieblingsbeschäftigung nachging, am Strand zu sitzen und sanft seine Flöte zu spielen. Der Mond schien ganz sanft vom Horizont. Der Klang der Flötenmusik entfachte in den Gopis, den Bewohnerinnen Vrajas, das Feuer der göttlichen Liebe und der Wunsch, Gott zu begegnen wurde so intensiv, dass sie alle ihre Tätigkeiten stehen und liegen ließen und eilig, aber dennoch unabhängig voneinander dem Klang der Flöte folgten, um Krishna zu treffen.

Einige verließen das Haus, während sie die Kuh molken, andere warteten nicht, bis sie die Milch zum Kochen gebracht hatten. Einige nahmen den gekochten Hafer nicht vom Herd. Andere servierten ihrer Familie gerade das Essen, säugten die Kinder oder nahmen selbst eine Mahlzeit zu sich. Manche waren gerade dabei, sich zu waschen oder zu erfrischen. Aber alle unterbrachen ihr Tun und ließen ihre Arbeit unvollendet zurück. Alle liefen sie zu Krishna, so eilend und eingenommen, dass selbst ihre Gewänder in Unordnung gerieten.

Die Verachtung ihrer Ehemännern, Eltern, Brüdern und anderen Verwandten, die kopfschüttelnd versuchten, sie aufzuhalten, ignorierten sie und folgten wie in Trance dem Klang der Flöte. Ihre Herzen waren komplett von Krishna verzaubert worden und keine der Frau drehte sich auch nur um oder dachte daran, kehrt zu machen.

Sie alle begannen, bei Krishna angekommen, vor ihm zu meditieren, ihre Gedanken voll und ganz auf ihn gerichtet. Ihre Sünden verbrannten an dem intensiven Feuer, entfacht durch die Kraft ihres geliebten Gottes Krishna.

Der Gott ist unwandelbar, unendlich, frei von allen schlechten Eigenschaften, denn er gedeiht und blüht in dieser Welt, um Liebe zu verbreiten und die Menschen zu leiten. Wer immer zum Hari meditiert, sei es aus Lust, Ärger, Angst, Hingabe oder Freundschaft, wird eins mit ihm. Sei darüber nicht verwundert. Der Gott kann alle und jeden, sogar diejenigen, die das niederste Leben führen, mit Anmut erfüllen.

Als sich die Gopis näherten, begrüßte Krishna sie mit den Worten: "Oh ihr Gesegneten! Was kann ich euch Gutes tun? Ist es sicher in Vraja? Sagt - weshalb seid ihr hier? Die Nacht ist angsteinflößend und voller Gefahren. Wilde Tiere streunen umher. Geht schnell zurück nach Vraja. Dies hier ist kein sicherer Ort für euch Frauen. Eure Väter, Mütter, Brüder, Söhne und Ehemänner suchen sicher bereits nach euch. Bereitet ihnen doch nicht so viel Angst und Sorge. Die Schönheit des Waldes habt ihr nun gesehen, also macht kehrt und geht zurück nach Vraja. Gebt euren Männern und Kindern zu essen und füttert eure Kälber. Melkt die Kühe. "

"Den Ehemann zu lieben und die Hingabe zu ihm - das ist eure große Pflicht, die Religion der Frauen. Es ist eure höchste Aufgabe, ihm zu dienen und ihn mit absoluter Hingabe zu begegnen. Ihr müsst für das Wohlbefinden eurer Familie sorgen und eure Kinder ernähren und pflegen. Frauen sollen ihre Männer niemals verlassen, egal ob er boshaft, alt, krank oder arm ist, sich verrückt oder seltsam verhält.

Das Abscheulichste jedoch, was eine Frau aus einer ehrenhaften Familie tun kann, ist, Geliebte zu werden. Tut das nicht, es bringt Unglück und Unbeliebtheit und hindert sie, in den Himmel aufzusteigen. Ganz davon abgesehen, dass diese Abscheulichkeit sowieso komplett verboten werden sollte. Ach Gopis! Ihr könntet mir eure Liebe auf andere Art und Weisen demonstrieren. Lest besser meine Werke, meditiert für mich, singt meine Lieder, aber sich in meiner Nähe aufzuhalten,das müsst ihr nicht. Deswegen, ihr Lieben, kehrt zurück zu euren Häusern."

Die Gopis jedoch antworteten: "Oh allmächtiger Gott! Deine Worte sind nicht gerecht. Wir haben alles für dich aufgegeben, um den Weg hierher zu dir auf uns zu nehmen. Ganz allein sind wir hierher gekommen. Stoße uns nicht von dir. Nimm uns an als deine frommen Diener, so wie auch Lord Narayana seine Verehrer akzeptiert. Du kennst alle Geheimnisse. Natürlich hast du recht mit dem, was du sagst. Es liegt in der Pflicht der Frauen, ehrlich und gehorsam zu sein und ihrem Ehemann und Kindern nützlich zu sein, sich um Freunde und Familie zu kümmern.

Indem wir dir folgen, der du unser spiritueller Leiter und Gott bist, tun wir doch genau das: Unserer Familie nützlich sein. Du bist unser aller Ziel. Du bist der einzige Gott, der am meisten geliebt wird, der Meister. Du verkörperst das Selbst aller Wesen, dir fühlen wir uns verbunden. Du bist unser wahre Gatte, dich lieben wir. Jeder, der den Sastras studiert hat, findet Freude in dir.

Deswegen: Tu uns den Gefallen und lasse uns dir dienen. Gebete können unsere so lang gehegte Hoffnung auf dich nicht erfüllen. Schicke uns nicht fort. Unsere Herzen, die so lange an unser Heim gebunden waren, gehören nun dir. Nicht einen Schritt können wir von dir weichen. Wie sollen wir da den Weg bis nach Vraja gehen? Und was sollen wir dort tun?"

"Oh Liebster, lösche das Feuer, das du in uns, mit deinen süßen Worten, die wie Nektar von deinen Lippen fließen, deinem Lächeln, deiner lieblichen Blicke und deiner entzückenden Musik entfacht hast."

"Oh du Göttlicher, mit deinen lotusgleichen Augen! Der meist Geliebte, der hier im Walde lebt. Hier durften wir einst deinen Lotusfuß berühren,der Freude nach Lakshmi bringst. Nun da wir von dir gesegnet sind, können wir uns keinem anderen mehr ergeben. Wie sollen wir da unseren Kindern und Männern dienen?"

"Unter deinen Füßen suchen wir Schutz. Dafür haben wir unsere Häuser, Familien und Freunde zurückgelassen. Verbannt werden wir nun dort. Nimm uns zu dir und belohne uns mit deinem entzückenden Lächeln."

"Dein Gesicht, von den Locken deiner Haare geziert, deine lieblichen Wangen, dein wundervoller Ohrschmuck, deine Lippen, umhüllt von süßem Nektar, deine liebevollen Blicke mit dem verzaubernden Lächeln, deine zwei Arme, die Schutz versprechen für die, die in dir Zuflucht suchen- der Anblick alldessen macht uns zu deinen Sklaven."

"Oh Geliebter, keine Frau lässt sich in den drei Welten finden, die dich nicht verehren würde, die sich nicht von der lieblichen Melodie deiner Flöte verzaubern ließe. Es gibt nichts, dass die Sinne mehr betört, als dies. Sogar die Kühe und das Wild, die Vögel und die Bäume erfreuen sich daran. Ach unser Freund, lasse uns nicht verzweifeln, sondern lege deine lotusgleiche Hand auf unsere zitternde Brust und unsere schmerzende Schädel,so lasse uns deine Sklaven sein."

Als Krishna diese Worte der Gopis hörte, war er von Mitgefühl erfüllt und so belohnte er sie mit einem Lächeln. Die Gopis umkreisten ihn, doch Krishna blieb ganz in sich selbst und seinem Inneren. Sein friedvolles Lächeln allein reichte schon aus, um die Mienen der Gopis zu erhellen. Und der Mond schien friedlich zwischen den Sternen.

Manchmal sang Krishna, manchmal sangen die Gopis zu seinen Ehren. Und so zog Lord Krishna, geschmückt mir einer Kette, die Vaijayanti genannt wird, und hunderten seiner Gopis-Anhänger umher und verbreitete Anmut und Seligkeit in den Wäldern von Brindavan.

Auf ihrer Reise kamen sie an den Strand eines Flusses, wo der Sand aussah, als bestünde er aus feinsten Partikeln. Eine kühle Brise von Yamuna kommend zog friedvoll vorbei und hinterließ den süßen Duft von Lilien. Hier begann Krishna, mit den Gopis zu üben.

Indem er seine Arme streckte, ihr Hände, Haare, Brust, Hüfte und Schenkel berührte und umarmte, sie vorsichtig mit seinen Fingernägeln kitzelte und dabei so entzückend lächelte, brachte er unglaubliche Freude unter die Gopis, er erfüllte sie mit Liebe und Anmut und sie lachten und scherzten.

Wenn immer Krishna, der Gütigste und Mächtigste aller Götter, die Gopis mit solchen Spielereiern belohnte, erfüllte er sie mit Freude und Stolz. Sie fühlten sich allen Frauen der Welt überlegen. Als Krishna diese Arroganz die sich unter den Gopis aufgrund ihres glücklichen Schicksals entwickelte,bemerkte, verschwand er plötzlich, um ihren Stolz zu zügeln und sie gleichzeitig zu schützen und zu segnen.

Daraufhin machten sich die Gopis auf die Suche nach Krishna, sie befragten alle Bäume, Pflanzen und Tiere, ob sie wüssten, wo Krishna zu finden sei. Weinend versammelten sie sich am Strand von Yamuna, um Lieder zu Ehren Krishnas zu singen und um seine Rückkehr zu bitten. Schließlich tauchte dieser lächeldnd auf und begann mit den Gopis zu tanzen. "Immer sollt ihr mir nun dienen dürfen", sprach er. Der Himmel füllte sich daraufhin mit Sternen, die verschiedenste Wagen und Figuren formten und Blüten rieselten vom Himmel.

Radha oder Radhika ist das Oberhaupt der Gopis und ein Verehrerin Krishnas. Radhika bedeutet wörtlich: Jemand, der Radhana oder Aradhana ausführt, also jemand, der verehrt. Radhika verkörperte die Liebe und Krishna selbst. Radha und Krishna sind somit unzertrennlich, Radhas Liebe zu Krishna war die stärkste aller uns bekannten Wege zu lieben. Als die Gopis dies erkannten, schickten sie Krishna zu Radha. Krishna war von Liebe erfüllt, als er diese absolute selbstlose Liebe seiner Anhänger erkannte.

Das Geheimnis Rasa Lilas

Rasa Lila ist eine göttliche Übung (Kreeda) und gilt als süßester Saft aller Premas. Sie symbolisiert pure Liebe und diejenigen, die sie ausüben, werden in die Höhen aufsteigen und sich mit Gott vereinen. Lord Krishna's Rasa Lila ist ein großes Mysterium, das Geheimnis aller Geheimnisse. Dies kann nicht intelektuell diskutiert werden, es ist eine heilige Angelegenheit für alle Anhänger Krishnas.

Dabei soll nicht um das Geheimnis spekuliert oder kritisierende Vermutungen geäußert werde, vor allem nicht von jenen, die keinen Bezug zu Krishna haben. Wer das Geheimnis erfahren möchte, sollte es gewissenhaft studieren. Durch 'Madhurya Rasa', der krönenden Gnade Bhaktis, führt diese Übung zur absoluten Selbsthingabe zu Gott.

Sri Krishna führte Rasa Lila aus, um die Sinnlichkeit und Fleischeslust auszulöschen und sie durch wahre Liebe und Prema zu ersetzen. Er lehrte die Menschen, wie sie Leidenschaft in Sachlichkeit und wahre Liebe umwandeln und wie sie ihren Geist vom sexuellen Verlangen und Instinkten entwöhnen. Er zeigte, dass man durch 'Madhurya Rasa' zur absoluten Selbsthingabe oder Atma-Nivedan gelangen kann und somit eine feste Bindung zum Gott oder wahren Gatten seines Herzen aufbaut.

Rasa Lila war eine Übung, die mit dem Ziel entstanden und praktiziert wurde, Glaube aufzubauen, Spiritualität und Empfänglichkeit gegenüber der Heiligkeit zu stärken und dein Geist der Menschlichkeit, aber besonders den der Gopis zu verbessern.

Krishna war 10 Jahre alt, als er Rasa Lila ausübte. Während eines Tanzes konnten die Gopis Krishna überall sehen. Er war allgegenwärtig. Sie vergaßen alles um sich herum, es gab nur Krishna. Ihre Herzen schmolzen dahin, für Krishna, die Höchste Seele. Durch dieses Feuer, das durch die Hingabe zu Krishna entfachte, waren alle Herzen miteinander verbunden. Wie ein Kleber legte sich Prema um die Herzen und vereinte sie zu einem. Die Gopis waren keine gewöhnlichen Frauen, sie waren höhere Persönlichkeiten.

In fünf Kapiteln, wird Rasa Lila in dem Werk Bhagavata beschrieben. Es handelt sich um die Kapitel 29 bis 33 des zehnten Skanda. Die zehnte Skanda gilt als Quintessenz der Bhagavata und die fünf Kapitel über Rasa Lila werden richtigerweise als Kern der zehnten Skanda betitelt. Diese Kapitel verwirren mit ihrer Mystik das Gemüt. Ihr philosophischer Inhalt ist zudem extrem tiefgründig.

Wer absoluten Glauben in die Stastras und Existenz Gottes hat, wer mit seinem Guru verbunden ist und seine Leidenschaft und Sinne kontrollieren kann, wer gesegnet ist mit Reinheit, Gleichheit und Sachlichkeit, wer im Bunde mit seinem Gott steht und mit anderen Weisen und Erleuchteten zusammenlebt, stellt einen angemessenen Adhikari dar, also eine Person, die sich dazu eignet, Rasa Lila zu studieren. Nur einer solchen Person werden die Geheimnisse Rasa Lilas offenbart und er wird seine göttliche Bedeutung verstehen.

Für eine Person voller Leidenschaft, deren Herz gefüllt mit sexuellen Begierden und Fleischeslust ist, die ihren Sinnen erlaubt, Unruhe zu stiften und die nicht an das Übersinnliche glaubt und nicht danach strebt, ein himmlisches Leben in Frieden und Glückseligkeit zu führen, für denjenigen werden diese fünf Kapitel nichts als eine friedliche, aber doch profane Literatur darstellen. Er wird daran keine Erkenntnis gewinnen.

Rishis und weitere Anhänger wie Narada, Vyasa, Sukadeva und Gouranga weinten Tränen, als sie die Verse Rasa Lilas rezitierten. Die Munis von Naimisaranya hörten mit tiefen Emotionen und göttlicher Prema zu. Parikshit hörte sie als er auf seinem Sterbebett lag. Doch so wie Perlen keinen Wert für die Glaubenden haben, so haben diese tiefgründigen und bedeutenden Zeilen keinen Wert für einen unreligiösen, materialistischen Mann voller Leidenschaft.

Die gesamte Rasa Lila Übung ist erfüllt mit purer Liebe und gilt als heiliges Sakral. Die Verschmelzung der Gopisherzen mit Krishna zeigt die Herrlichkeit dieser Übung. Nichts an alledem hat auch nur ansatzweise mit Fleischeslust oder Verlangen zu tun, nicht einmal ein einzige körperliche Berührung war dazu nötig gewesen.

Sei ehrlich, kann der Erschaffer, der Beschützer und Zerstörer der drei Welten, der Beschützer Dharmas, der Weltlehrer, der die Reinheit selbst verkörpert, etwas mit Sinnlichkeit zu tun haben? Der Bund zwischen Krishna und den Gopis gilt als die Heiligste aller Bündnisse. Er entstand durch pure Liebe. Niemals wird ein Weltlicher mit Gelüsten so über eine Frau denken können, egal, wie gebildet er sei. Immer werden seine Gedanken gespickt von Gelüsten und Verlangen. Diese werden Rasa Lila missverstehen und dieses göttliche Spiel fehlerhaft ausführen. Ein Verehrer Krishnas, ein Gopi oder Sakhi würde die Rasa Lila Praxis niemals ausnutzen oder aus egoistischen Motiven anwenden.

Heutzutage werden Rasa Lilas manchmal öffentlich als Schauspiel aufgeführt um daraus Geld zu machen. Dafür versetzen sich Schauspieler in die Rolle von Krishna und Radha und spielen die Szene nach. Doch dies ist schädlich und sorgt für Unglück. Niemand sollte sich diese Rasa Lilas anschauen.

Außerdem ist jemand, der voller Gelüste und Verlangen steckt und dennoch Rasa Lila praktiziert, sei es auch nur gedanklich, ruiniert. Wem es jedoch gelungen ist, sich von diesen Gelüsten zu befreien, der solle täglich Rasa Lila praktizieren um die pure Liebe zu erfahren.

Krishna setzte sich zum Ziel, seine Anhänger durch Yoga Maya in die Wirklichkeit zu führen. Mit der Erkenntnis sollen sie sich vollkommen dem weltlichen Denken abwenden. Wenn du dich also Krishna nähern möchtest, musst du dies mit der Einstellung und Liebe der Gopis tun.

Rasa Lila

Govinda begann Rasa mit einem dynamischen Tanz, bei dem er mit seinen Gopis armumschlungen im Kreis tanzte. Krishna, der Gott des Yoga, platzierte sich neben jeder zweiten Gopi, sodass alle das Gefühl hattem, ihren Gott an ihrer Seite zu haben. Der Himmel füllte sich mit Sternen,und als ob sie die Szenerie beobachteten, strahlten sie friedlich die Tänzerinnen an. Alles gänzte herrlich. Blüten rieselten vom Himmel.

Die rhythmischen Bewegungen und Tanzschritte der Gopis brachte ihre Fuß-und Armreifen melodisch zum Klimpern und Klackern. Alle tanzten sie fröhlich und taktvoll zum Paukenschlag. Krishna, der sich selbst in der Mitte bewegte, strahlte so hell und golden und voller Zufriedenheit. Es war eine magische Szenerie und absolut unbeschreiblich.

Die Gopis begannen zu singen, und ihr Gesang war genau so herrlich wie ihre anmutigen Bewegungen, ihr bezauberndes Lächeln. Taktvoll schwangen sie ihre Arme, kreisten ihre Hüften. Die Locken ihres Haares schmeichelten ihren Gesichtern, wenn sie im Takt auf und ab hüpften, die Haarknoten lösten sich langsam und die Ohrringe raschelten eine energische Melodie.

Nie war ein Tanz und ein Gesang stärker mit Liebe und Göttlichkeit geladen als zu diesem Zeitpunkt. Und so sangen die Gopis in den höchsten Tönen, die sie mir ihren himmlischen Stimmen erreichen konnten.

Eine der Gopis sang einen wunderbaren Chor gemeinsam mit Krishna. Dann sang sie eine wunderschöne Variation in einer Tonlage, so hoch wie der Himmel reichte. Begeistert lobte Krishna sie mit den Worten "Gut gemacht, sehr schön!". Dadurch bestärkt, erhöhte sie ihre Stimme abermals zu Dhruva Tala und erntete weiteres Lob von Krishna.

Eine andere Gopi ermüdete langsam während des Tanzes. Die Jasminblüten fielen eine nach der anderen aus ihrem geflochtenen Haar und ihre Armreifen lösten sich von ihren Handgelenken. Sie schlang ihre Arme um Krishnas Nacken und drückte ihn näher zu sich.

Eine weitere konnte an ihrer Schulter den lieblichen Duft Krishnas riechen. Intensiv sog sie diesen Duft in sich auf, schmierte ihre ganze Haut damit ein. Ihr Körper war erschöpft und doch voller Energie, ihr Haar strebte nach allen Seiten.

Die nächste Gopi schmiegte ihre Wange zärtlich an die von Krishna. Die Luft war erfüllt mit wahrer Liebe. Andere hüpften weiter im Takt um Krishna herum, sie warfen ihre Arme in die Luft, ließen ihren Schmuck klimpern. Auf ihrer Stirn bildeten sich Schweißperlen, ihre Wangen färbten sich rot. Als auch sie erschöpften, pressten sie die Blüten, die auf sie gerieselt waren, fest an ihre Brust und sogen den intensiven Duft ein.

Wie Kinder sprangen sie lachend umher. Sie alle waren absolut von Glückseligkeit und Zufriedenheit erfüllt. Die Haarknoten waren schon längst gelockert, die Kleider waren von den Schultern gerutscht, einige Armbänder hatten sich gelöst und lagen im Sande verstreut. Als sie sich alle so erschöpft niederließen, strich Krsihna ihnen sanft mit seiner glückverheißenden Hand den Schweiß von der Stirn.

Dies erfüllte sie noch mehr mit Freude und mit einem Lächeln, süßer als jeder Nektar, und glühenden Wangen, ehrten sie Krishna mit weiteren melodischen Gesängen. Dann stieg Krishna in das Wasser von Yamuna, um sich zu erfrischen. So wie es der Anführer einer Elefantenherde tut und seine Elefanten-Damen taten es ihm nach. Ein Schwarm Bienen umkreiste sie und wie Gandharvas summten sie die glorreichen Lieder Krishnas. Liebevoll lächelten alle zueinander und sie fühlten sich so unglaublich jung und frisch. Krishna, der Allmächtige, der Friede in sich selbst findet und Freude aus seinem Inneren schöpft, lächelt angesichts dieser Glückseligkeit und Friedsamkeit.

Anschließend stieg Krishna aus dem Wasser. Gefolgt von seinen Gopis und dem Bienenschwarm verschwand er im Gehölz des Waldes hinter Yamuna. In der Luft lag der Duft der Jasminblüten. Der Vollmond leuchtete hell und legte einen silbernen Schleier über den Strand und den Wald. So verbrachte Krishna diese besondere Herbstnacht mit seinen ehrenden Gopis.

König Parikshit sagte: "Oh ehrwürdiger Gott des Universums, der du die Richtigkeit verkörperst und das Falsche entwurzelst. Der Autor, Lehrer und Verteidiger Dharmas. Du solltest uns allen ein Beispiel setzen. Warum dann verstößt du gegen das Dharma und spielst mit anderer Ehemännern Frauen? Bhagavan Sri Krishna ist doch das perfekte Sein. Keine Wünsche oder Lüste plagen ihn. Doch nun hat er etwas getan, das einfach nur abscheulich ist. Warum nur hat er das gemacht? Was hat ihn dazu verleitet? Oh Heiliger. Gebe mir eine Antwort, nehme mir meine Zweifel!"

Suka Deva antwortet darauf: "König, Sogar die Meister des Seins tun manchmal Gewagtes, womit sie das Dharma verletzen. Doch solch eine Tat kann einen Heiligen wie Krishna nicht berühren, nicht beeinflussen. Er wird nun nicht zum schlechten Wesen. Seine spirituelle Kraft wird ein Feuer entfachen, das alles schluckt und Unberührtheit zurücklässt. Alles ist rein und wahr. Aber ein schwacher Mann, der nicht Herr über seine Sinne ist, sondern Sklave seines Körpers, sollte niemals an etwas derartiges denken, ganz zu schweigen davon, es wirklich auszuführen.

Selbst wenn er sowas aus Unwissenheit tut, so sei er zerstört, ruiniert, as ob er Gift getrunken habe. Diejenigen jedoch, die frei von Egoismus sind, haben weder etwas zu erreichen oder zu erwarten,wenn sie gut handeln noch verlieren sie, wenn sie etwas Unangebrachtes tun.

Die stehen über Gut und Böse, über Tugend und Last. Wenn dies der Fall bei den machtvollen Wesen ist, wie können wir dann zwischen Gut und Böse bei dem Allmächtigen unterscheiden? Wie können wir erwarten, dass der großartige Gott nach den Standards lebt, die für die niederen Wesen und Tiere festgelegt sind?

Der Kraft des Yoga sorgt dafür, dass die Weisen befreit von den Bänden aus Gut und Böse sind, die die Menschen einsperrt. Sie sind nicht gefesselt and die Folgen ihrer Taten, sie sind nicht an ihr Karma gebunden. Sie haben nichts zu befürchten, sie können sich benehmen wie sie wollen. Absolut frei. Nur sie allein bestimmen und urteilen über ihr Tun.

Krishna erfüllt die Herzen der Gopis. Aber er ist auch vertreten in den Herzen ihrer Ehegatten und in allen anderen Lebewesen. Er bestimmt über alles. Seinen Körper braucht er nur, um sein Lila physisch auszuführen, ansonsten braucht er nur seinen Geist.

Ach Parikshit! Die Bewohner Vrajas haben niemals einen Fehler in Sri Krishna gesehen, sorge dich nicht. Sie sind zu fasziniert von Krishna und seiner herrlichen Göttlichkeit und sie werden es auch immer sein. Sie werden ihre Ehegattinnen niemals an Krishna verlieren, immer werden sie sie an der Seite haben. Niemand hat etwas Unrechtes getan."

Die Nacht nahm so langsam ein Ende, die Morgendämmerung näherte sich. Die Gopis folgten dem Wunsch Krishnas, der sie heimschickte, wo sie gebraucht wurden, doch machten sie sich nur widerwillig auf den Weg zurück.

Wer den Versen des Rasa Lila gewissenhaft lauscht, sie rezitiert oder auslegt, der wird eine intensive Bindung zu seinem Gott erfahren, an unglaublicher Weisheit gewinnen und bald befreit werden von dieser Krankheit in seinem Herzen, die sich Lust nennt.

Er wird schnell die Wünsche und Gelüste vernichten, die den Geist ins Verderben führen. Alle Krankheiten, die sein Herz bedrücken, wird er so immer kleiner werden lassen, bis sie schließlich entfernt sind. Er wird den sinnlichen lustvollen Drang für immer auslöschen.

Siehe auch

Weblinks

Literatur

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