Yoga Center am Zoo

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Yoga Center am Zoo, das erste Yoga Vidya Zentrum, gegründet im Mai/Juni 1992 von Sukadev Volker Bretz und Eva-Maria Kürzinger. Adresse Hanauer Landstraße 48, 60314 Frankfurt/Main. Wurde 1995 umbenannt in "Yoga Vidya Center Frankfurt". Zog im Jahr 2001 um in neue Räumlichkeiten Niddastraße 76, 60329 Frankfurt/Main, Tel. 069 - 444047 - und ist jetzt in der Nähe vom Bahnhof, und nicht mehr am Zoo...


Wie alles anfing - im Yoga Center am Zoo

Eva- Maria Kürzinger schrieb in der Jubiläumsausgabe des Yoga Vidya Journals zum 20-jährigen Geburtstag von Yoga Vidya im Mai 2012:

Wie alles anfing? - Sukadev und ich kennen uns seit über 30 Jahren aus dem Sivananda Yogazentrum in München. Er war damals dort der Yogalehrer, der die interessantesten Kurse hielt, angefangen von Hatha Yoga über fortgeschrittenes Pranayama, Jnana Yoga und Bhakti Yoga mit Pujas etc. Unsere Gruppe, fast alle viel älter als Sukadev, war hoch motiviert und begeistert.

Wir hatten also die besten Voraussetzungen erarbeitet, um die 4-wöchige Yogalehrer Ausbildung in Val Morin/Kanada durchzustehen und mit Bravour abzuschließen. "Unser" Sukadev begleitete uns und unterrichtete als Assistent von Swami Vishnu-devananda für die deutsche Gruppe die Hatha Yoga Stunden und die Bhagavad Gita. Außerdem übersetzte er für uns alle Vorträge simultan ins Deutsche.

Von Paris nach Genf

1985 wurde ich Mitarbeiterin in Swami Vishnus Organisation, den Sivananda Yoga Vedanta Centren, in Paris. Schon nach acht Monaten schickte man mich nach Genf, um als Sukadevs Nachfolgerin das dortige Center zu übernehmen. Sukadev wurde nach Los Angeles berufen. Nach mehreren Stationen in Europa und Amerika nahm ich Ende 1989 meinen Abschied.

Von München nach Frankfurt

Wieder zurück in München arbeitete ich 2 Jahre als Krankenschwester und hatte auch eine Yogagruppe mit Kolleginnen. Mein Wunsch war es aber, wieder ganz als Yogalehrerin zu arbeiten. Wie gedacht, so geschehen. Sukadev hatte sich auch frei und selbständig gemacht. Wir hatten uns im Winter 1991/1992 in Rishikesh nur knapp verfehlt. Jetzt in München suchte er alte Freunde auf und sprach von seiner Idee, in Frankfurt ein Center zu eröffnen. Selbstverständlich war ich sofort bereit, mitzumachen.

Die Hanauer Landstraße

Ein Platz an der Hanauer Landstraße kam in die engere Wahl. Nach einer Tasse Tee auf dem Henninger Turm blickten wir über die Stadt und beschlossen, ja, da machen wir es.

Unser Center war ja relativ klein, aber trotzdem waren viele Vorbereitungen zu treffen. Teppichböden legen, Büromöbel kaufen und zusammen schrauben, Küche einrichten, Zimmer ausschmücken und Altäre einrichten, Flyer und 500 Plakate erstellen und die ganze Stadt damit vollkleistern ....

Am 15. Juni 1992 eröffneten wir. Das Interesse war groß. Der Unterricht war nicht nur am Eröffnungstag gratis, sondern für volle 2 Wochen. Das brachte uns allmählich mehr und mehr Schüler, auch wenn manche offene Stunde für nur eine Person gehalten wurde.

Übrigens, wir hatten ja nur die Yogaräume gemietet, keine private Wohnung für uns. Also hatten wir jeder eine Matratze in einem Yogaraum, die wir tagsüber an die Wand stellten oder hinter den Schrank.

Hilfe kommt - die ersten Getreuen

Von Anfang an fanden sich hilfsbereite Karma Yogis. Allen voran Radha und Shankara Attner. Ob Vorhänge nähen, anstreichen, kochen, schreinern, die Beiden waren begeistert mit dabei. Bald kam auch Jyoti Halpert als Lehrer und Mitarbeiter zu uns. Sukadev kannte ihn aus Amerika. Jyoti war ein sehr guter [Koch] und erfreute damit unsere Schulungsteilnehmer. Mit Begeisterung ging er zu „Tänglmän“, wie er mit seinem amerikanischen Akzent sagte, und kaufte Lebensmittel ein. Jyoti war auch Künstler, konnte schreinern und malen. Er malte ein 4 m langes Transparent „Yoga Center am Zoo“ über die ganze Balkonlänge. "Anstifter" dazu war Sukadevs Vater. Wir standen mit ihm gegenüber auf der Straße, als er meinte, wir sollten den langen Balkon als Werbefläche nutzen. Da wir unweit des Frankfurter Zoos waren, war schnell der Name "Yoga Center am Zoo" gefunden.

Ende des Jahres kam Shivakami dazu. Sie wurde bald Mitarbeiterin und konnte ihre Erfahrungen aus einer anderen Yogaschule mit einbringen.

Zu der Zeit kam auch Gert Wahl (Manohara) als Schüler zu uns. Und als es hieß, wir starten eine Jahresschulung für ernsthafte Aspiranten, da war Gert voll dabei.

Die erste Yogaschulung und Yogalehrer Ausbildung

Die Jahresschulung war ein überraschender Erfolg. Es war ja relatives Neuland, aber 18 Leute meldeten sich an und blieben auch bis zum Schluss dabei. Das brachte uns viel Arbeit, aber auch viel Freude und gute Aussichten aufs Überleben. Nach Abschluss der Jahresschulung setzten wir sie um ein weiteres Jahr mit dem Ziel "Yogalehrer" fort. Es war wunderbar: Begeisterte Menschen bei der Sache und gleichzeitig Start einer neuen Jahresschulung.

1995 planten wir eine vierwöchige Yogalehrer Ausbildung in einem angemieteten Seminarhaus. Ich fuhr auf Besichtigung in den Schwarzwald, in die Heide und nach Schleswig-Holstein. Dort wurde ich in dem Dorf Lütjenweststedt fündig. Ein ebenfalls Yoga Praktizierender hatte dort ein altes Wirtshaus mit Theatersaal und weitläufigem Garten gekauft und zu mieten angeboten. Wir schickten Werbung aus und klebten wieder Plakate in der Stadt. Das Echo war überwältigend. Wir hatten 64 Anmeldungen aus ganz Deutschland. Wenn ich heute denke, wie gut alles lief, Gott sei Dank, Sivananda sei Dank. Wir hatten 4 Wochen Sonnenschein, so dass ziemlich alles im Garten stattfinden konnte. Einige hatten auch ihr Zelt dort aufgeschlagen. Morgensatsang und Mittagsvortrag um 13 Uhr im Saal. Da war es nämlich ziemlich eng mit den vielen Menschen - kommt Euch das bekannt vor? Dass wir uns im Land der Rinderzüchter aufhielten, wurde uns jeden Tag vom angrenzenden Bauernhof eindringlich unter die Nase geweht. Die Kühe hatten aber auch ihre possierlichen Seiten. Einmal die Woche gingen wir zum Abendsatsang hinaus auf die Felder. Wenn wir dann zu singen anfingen, kamen die Kühe angerannt und glotzten andachtsvoll auf uns. – Einer der ersten Absolventen in Lutgenweststedt war Vasudeva Reimer Thies, der bald darauf im Westerwald Mitarbeiter wurde und jetzt als Rentner bei Yoga Vidya in Bad Meinberg lebt.

Internationale Gastreferenten

Zu unseren besonderen Gästen gehörten schon damals Narayani, die seit 1993 jedes Jahr kam, Swami Hamsananda aus Rishikesh, Shanmug Westley Eckart und Gauri aus Spanien sowie Yogi Hari und Leela Mata, mit denen wir ein Seminar im Spessart hielten. Sri Kartikeyan aus dem Sivananda Ashram Rishikesh war mit am wichtigsten. Er hielt jeweils Guru Paduka Puja (ein Ritual) und brachte damit den besonderen Segen Sivanandas ins Center.

Ganeshas Maus wird lebendig

Noch eine Episode, diesmal mit Ganeshas Reittier, der Maus. Auf dem Altar hatten wir eine schöne große Statue von Krishna. Mitten unter unserem andachtsvollen Singen fiel es einer Maus ein, an Krishna hochzuklettern und auf seinem Kopf Ausschau zu halten.....

Die Küche machten Gauri und ihr Mann von der Jahresschulung.

Prima Karma Yogis. Manohara (Gert Wahl) verkürzte mit der vierwöchigen Ausbildung seine Jahresschulung und wurde dann Mitarbeiter. Eine sehr gute Entscheidung für beide Seiten, wie sich bald herausstellte, denn Manohara hatte so viel Elan und Freude am Yoga, dass er, wie ihr vielleicht wisst, der Reihe nach das Koblenzer Center, dann das Kölner Center und das Leipziger Center gründete (Halle steht noch an).

Im Jahr darauf hielten wir noch einmal eine 4-wöchige Yogalehrerausbildung in Lütjenweststedt ab, mit ebenso vielen Teilnehmern und wieder unter stetig blauem Himmel. Inzwischen fasste Sukadev schon wieder das nächste Ziel ins Auge - einen eigenen Ashram, und das wurde im Westerwald verwirklicht.

Ja, das ist wieder ein neues großes Kapitel, und das können die daran Beteiligten erzählen. Ich bin dankbar für die vielen herzlichen Begegnungen mit suchenden Menschen, mit Menschen, die guten Willens sind, denen ich etwas vermitteln konnte, die mir ihrerseits aber auch viel gegeben haben. Om Shanti

Eva-Maria

Arjuna Lehotzky über Yoga Center am Zoo

Ajuna Lehotzy, geboren in Ungarn, seit seiner Kindheit in Deutschland, war einer der ersten engeren Schüler im Yoga Center am Zoo. Er schrieb für die Jubiläumsausgabe des Yoga Vidya Journals:

Yoga Vidya Frankfurt - die Geburt einer spirituellen Bewegung

Ich erinnere mich noch wie er mich angelächelt hat; noch ein bisschen scheu, sich respektvoll-behutsam herantastend, und doch lag in diesem Lächeln ein solcher Zauber, dass es mein Leben für immer veränderte.

87 Stadtzentren, 3 große Seminarhäuser, ca. 130 ständig ansässige Mitarbeiter und Mithelfer im Hauptashram Bad Meinberg. Die größte Yoga Bewegung Mitteleuropas - das ist Yoga Vidya, wie wir es heute (2011) kennen.

Und dabei hat es ganz klein begonnen, damals vor zwanzig Jahren.

Ein scheues Lächeln mit einem solchen Zauber, dass es mein Leben veränderte

Da waren ein mutiger Mann mit einer Vision und einer mutigen Mitarbeiterin an der Seite, die zusammen ein Yoga Center eröffneten, im zweiten Stock eines Panelbaus, mitten im Frankfurter Arbeiterviertel Ostend.

Das war 1992, ich selber kam ein Jahr später dazu. Ich werde dieses erste kleine Yoga Center, dieses „Yoga am Zoo” nie vergessen.

- Damals hatten wir ja den Namen Yoga Vidya noch nicht gefunden und das Center befand sich in der Nähe des Frankfurter Tierparks, deshalb der Name. - Wenn ich die Augen schließe, sehe ich es heute noch deutlich vor mir. Es war 175 qm groß. Wenn man zur Tür herein ging, kam man als erstes in einen langgestreckten Vorraum. Dort stand direkt rechts neben der Eingangstür ein Tisch mit einem Barhocker. Das war die Rezeption, und dort saß auch Sukadev, als ich das erste Mal durch die Tür hereinkam. Er war damals noch „Mädchen für alles” und machte unter anderem auch die Rezeption.

Ich erinnere mich noch wie er mich angelächelt hat; noch ein bisschen scheu, sich respektvoll-behutsam herantastend und doch lag in diesem Lächeln ein solcher Zauber, dass es mein Leben für immer veränderte.

wie er auf die Tastatur einhämmerte und sich von nichts ablenken ließ

Dann gab es noch einen großen Wohnraum, darin die Aufenthaltsecke mit einem Bretz-Sofa, Soundanlage, Präsenz-Bibliothek und Tee - der Schauplatz so vieler lustiger und manchmal auch nachdenklicher Gespräche. Auf der anderen Seite des Raumes standen zwei Schreibtische mit PCs, das waren Sukadevs und Eva-Marias Arbeitsplätze. Ich kann mich erinnern, wie Sukadev da hockte, ein bisschen wie besessen auf den Bildschirm starrte, auf die Klaviatur einhämmerte und sich von nichts ablenken ließ, weder von lauten Gesprächen noch sonst von etwas. Und doch, wenn bei einem Gespräch eine offene Frage entstand zu irgendeinem spirituellen Thema, dann gab er prompt die passende Antwort, ohne dabei großartig die Stimme zu heben und doch hörten wir es klar und deutlich, als ob wir nur darauf gewartet hätten.

eine unglaubliche Dichte an Körpern und Egos

Hinter dem Arbeitsplatz war noch, durch eine Wand getrennt, unsere kleine Küche, die wenn wir für ein Ausbildungswochenende der Yogalehrer kochten, aus allen Nähten platzte.

Was übrigens für das gesamte Center galt. Es war schon irgendwie ein Wunder von Swami Sivanandas Liebe und Sukadevs und Eva-Marias Organisationsgenie, dass alles so gut funktionieren konnte, bei der unglaublichen Dichte an Körpern und Egos, die sich dort ansammelten.

Natürlich gaben wir uns alle große Mühe. Ich kann mich zum Beispiel daran erinnern, einmal eine Yogastunde an der Wand angelehnt, auf einem Bein stehend gegeben zu haben, weil im kleinen Yoga Raum neben den zwölf Teilnehmerinnen einfach kein Platz mehr für den Yogalehrer blieb.

Ein dynamisch wachsender Urwald

Wir hatten noch einen zweiten, etwas größeren Yogaraum, in den sogar zwanzig Teilnehmer hineinpassten. Und da war noch unser allerheiligster Raum, der kleine Meditationsraum, der in meinen Augen von dem großen, meditierenden Shivabild beherrscht wurde. Natürlich gab es dort auch ein großes Bild von Swami Sivananda und noch andere Bilder. Das Ganze wurde umrahmt von einer enorm großen, üppig wuchernden Kletterpflanze - ein kleiner, gepflegter Urwald, mitten in der Großstadt. Paradox? - Aber wahr und vielleicht ein Sinnbild für Yoga Vidya als Ganzes: Ein dynamisch wachsender, liebevoll gepflegter Urwald, ein besonderer Kraft-Raum, ein Ort, wo du zu dir selber finden und dein Potential entfalten kannst, das war und ist Yoga Vidya für mich und wohl für viele andere Menschen auch.

Wobei klein ist es natürlich nicht mehr. Inzwischen ist dank Gottes Gnade, der unermüdlichen Arbeit von Meister Sukadev und vieler anderer begeisterter Menschen, ein wahrer Yoga Planet mit vielen Kontinenten daraus geworden. Möge es weiter wachsen und gedeihen und sein Licht weit verbreiten, und dazu beitragen, dass unsere Welt zu einem Ort des Friedens und des liebevollen Miteinanders werde!

Arjuna Laszlo Lehotzky

Christine Endris über Yoga Center am Zoo

Christine Endris, eine der ersten Yogalehrerinnen bei Yoga Vidya, schrieb im Yoga Vidya Journal, Jubiläumsausgabe Frühjahr 2012, über das Yoga Center am Zoo:

Frankfurt am Main, Beginn der 90er Jahre. Wie so viele Menschen vor und nach mir, hatte ich eine Krise zu bewältigen und suchte nach neuen Lebensinhalten.

Yoga schien mir das Richtige zu sein. Überall in der Stadt hingen Werbeplakate vom neuen Yoga Zentrum am Zoo (bis das Ordnungsamt später mal der Meinung war, man möge sich doch ein wenig mäßigen, was das wilde Plakatieren anbelange ...).

Bis ich endlich anbiss, war es für den ersten Yogalehrerausbildungskurs zu spät, also nahm ich den zweiten. Der begann im September 1994

Low budget Yoga Ausbildung

Zu einer zweijährigen Yogalehrerausbildung kam es bei mir nur deshalb, weil diese für mein low budget preiswerter war im Verhältnis zur einjährigen. Ich hatte nicht im geringsten vor, jemals Yogalehrerin zu werden. Das alles passierte nur, weil ich mir selbst etwas Gutes tun wollte - und musste.

In unserem Kurs waren ungemein sympathische und interessante Menschen. Die Abende begannen mit Pranayama, danach stille Meditation, Theorie und Asanas. Am Ende gab es immer ein sehr leckeres yogisches Menü. Die Asanas vermittelte zumeist, und dies ganz hervorragend, Eva-Maria Kürzinger, die zusammen mit Sukadev das erste Yoga Vidya Center in Frankfurt gegründet hat. Die Theorie, Jnana Yoga, sog ich auf wie ein Schwamm. Sukadev war auch damals schon ein Meister der Wissensvermittlung. Die Philosophie hatte es mir sofort angetan.

Vom Stegreiftheater über Psychodrama zum Yoga

Sukadev habe ich es zu verdanken, dass ich noch dabei bin.

Ich hatte jahrelang alles Mögliche ausprobiert, von Stegreiftheater und Psychodrama bis hin zu Aikido und Ausdruckstanz. Ich war in Dornach bei den Anthroposophen und im Tibet-Institut in Rikon in der Schweiz – alles wichtige Stationen. Geblieben ist Yoga.

Das verschwundene Jesusbild

Im Frankfurter Zentrum stand ein kleines Bild vom Antlitz Jesus, wie es stark vergrößert auch in Bad Meinberg hängt. Das hat mir, einer streng erzogenen ehemaligen Katholikin, sehr gut gefallen, fühle ich mich meinen christlichen Wurzeln doch sehr verbunden. Eines Tages war das Bild verschwunden. Wo das hingekommen war, wollte ich unbedingt wissen und fragte Sukadev danach. Er hatte es entfernt, nachdem andere Yogis daran Anstoß genommen hätten. Sie seien unangenehm davon berührt angesichts ihrer von einengenden Vorschriften geprägten christlichen Erziehung.

Für mich dagegen bedeutete dieses Christusbild die Brücke von meiner persönlichen Geschichte zum Yoga, was, wie ich gelernt hatte, kein Gegensatz ist, sondern die Einheit. - Es war mir so wichtig!

Wir diskutierten in unserer Ausbildungsgruppe sehr ausgiebig darüber und es zeigte sich, dass ziemlich viele meine Meinung teilten. Sukadev sagte fast nichts. In der nächsten Woche stand das Bild wieder an seinem Platz, als sei es nie weg gewesen! - Das habe ich nie vergessen!

Ich habe stets genau hingeschaut, wie Sukadev mit den verschiedenen Weltanschauungen umgeht, wie er darüber spricht. Niemals kam ein abfälliges Wort über seine Lippen, auch nicht über Personen. Das fand ich sehr sehr gut!

Yoga hört nie auf

Eine weitere Episode mit Sukadev:

Als mein Enkelkind Lea im Kindergarten war, trug mir die Leiterin an, Kinderyoga zu unterrichten. Ich kam gerade vom Kinderyoga Kongress mit vielen namhaften, erfahrenen kreativen Referenten und Kinderyoga-Buchautoren nach Frankfurt zurück und sagte ja. Für einen 20 Wochenkurs!

Die Bedingungen waren nicht einfach. Wir hatten z.B. einen großen Raum, der sonst zum Toben genutzt wurde. Doch die Kinder liebten ihr Yoga und freuten sich sehr darauf, wie sich später zeigte. Zunächst jedoch schien mir das alles ziemlich chaotisch.

Ich erwähnte den Kinderyogakurs, als ich Sukadev einmal kurz in Bad Meinberg traf und meinte, dass man allmählich vielleicht doch auch mal kürzer treten müsste, das Bücken fiele mir immer schwerer und überhaupt .... - Sukadev hielt mir keinen Vortrag über die große Bedeutung des frühkindlichen Yoga. Er ermahnte mich auch nicht, noch mehr Kopfstände zu machen, um mich so um Jahre zu verjüngen, nein. Er schaute mich nur an und sagte ganz ernsthaft: „Christine, Yoga hört nie auf!“

Das hat gesessen!

Jetzt bin ich im Ruhestand und unterrichte immer noch! Kein Kinderyoga; ich kenne - Yoga sei Dank - meinen Körper und meine Grenzen. Es mögen sich hier und da ein paar dem zunehmenden Alter geschuldete Handicaps einschleichen – mit Yoga sind sie wesentlich schneller und besser zu überwinden.

Die geistigen Grenzen sind unendlich weit offen und können jeden Tag überschritten werden. Da hört es wirklich nie auf. Das ist meine Erfahrung. Und das ist es auch, was Sukadev mich gelehrt hat.

Praktiziere Yoga, erfahre Yoga; Yoga ist universell und - Yoga ist immer!

Christine Endris, Frankfurt/Main

Quellen

  • Yoga Vidya Journal Jubiläumsausgabe, Frühjahr 2012

Siehe auch

  • Yoga Vidya
  • Sukadev Volker Bretz
  • Eva-Maria Kürzinger

Weblinks