Shri Rudram
Shri Rudram (Sanskrit: श्रीरुद्रम्, IAST: śrīrudram, n.) – ein liturgischer Text des Yajurveda zur Verehrung Rudras. In den elf Abschnitten des Namakam kehrt die Verneigung wieder: vor Rudra in den Bäumen, auf den Wegen, im Handwerk und im Tier. Bei einer Shiva-Puja wird so die ganze sichtbare Welt in die Verehrung einbezogen.

Shri Rudram gehört neben Purusha Suktam, Narayana Suktam, Shri Suktam und Chamakam zu den besonders wichtigen Veda-Texten für Puja Rezitationen. Meist wird Shri Rudram zusammen mit dem Chamakam rezitiert. Manchmal werden auch Namakam und Chamakam zusammen als Shri Rudram bezeichnet. Ein weiterer Name des Shri Rudram ist Rudradhyaya des Yajurveda. Es gehört zu den Veden.
Den Sanskrit Text des Shri Rudram findest du unter dem Stichwort Shri Rudram Chamakam.

Inhalt und Bedeutung des Shri Rudram

Die Hymne preist den Gott als den All-Einen – Er ist in allem und Er ist außerhalb von allem. Er durchdringt alles und Er ist von allem durchdrungen.
Im Vedanta 'das Brahman', in der chinesischen Metaphysik 'das Tao'.
Der Name des Gottes hier ist Rudra, der zornvolle Aspekt Gottes, in Seinem friedvollen Aspekt wird Er Shiva genannt.
Zornvolle Gottheiten werden gebeten: Tu uns dies und das nicht an
Friedvolle Gottheiten werden gebeten: Tu dies und das für uns
Grundlage ist der Glaube an Samsara Chakra, den Kreislauf der Geburten und die damit verbundene Tatenvergeltung.
Grundlage ist weiterhin das Verständnis der Polaritäten - Gott lässt nicht nur Gut und Böse zu, Er ist das Gute und Er ist das Böse.
Er ist der 'Geber der Früchte des Tätigseins'
Wir säen unser Karma und ernten die Früchte – sowohl süße als auch bittere.
Die Vergeltung als solche ist neutral.
Der Hagel, der die Ernte vernichtet, ist die Manifestation des zornvollen Aspektes Gottes. Mit Anrufungen wird Er gebeten, nicht in diesem zornvollen Aspekt zu erscheinen – Seine 'Waffe Hagel' nicht gegen uns zu richten.
Für den spirituell Ausgerichteten spiegelt die Hymne den Kampf zwischen Gut und Böse in unserem Inneren wider.
Der zornvolle Aspekt Gottes wird gebeten, unsere Feinde, das heißt unsere schlechten Anlagen zu transformieren.
Der friedvolle Aspekt Gottes wird gebeten, unsere Freunde, das heißt unsere guten Anlagen zu kultivieren.
Ziel der spirituellen Entwicklung ist es, kein Karma anzusammeln - 'tätig sein, ohne nach den Früchten der Handlung zu streben'.
Om Tryambakam, der Maha Mrityunjaya-Mantra
Auszug aus dem Buch Entstehung von Yoga Vidya, Lebensgemeinschaft und Lehrsystem
Der Om Tryambakam-Mantra stammt aus dem Shri Rudram, einer Hymne aus dem Yajurveda. Der Mantra ist im Rigveda zu finden und im Atharvaveda. Er wird bezeichnet als Maha Mrityunjaya Mantra, als großes lebensspendendes Mantra.
Er ist ein Mantra, den wir im Rahmen des Satsangs jeden Morgen und jeden Abend in den Yoga Vidya Ashrams als Mantra singen.
Wir können es zusätzlich chanten, z.B. am Anfang von etwas, wenn man auf Reisen geht, vor jeder Autofahrt z.B. wiederhole ich das „Om Tryambakam“. Man kann es vor dem Fahrradfahren sprechen oder wenn man in einen Zug steigt. Der Mantra ist ein Heil-Mantra, den man immer wieder singen kann zur Heilung von Krankheiten, für sich selbst wie für andere. Er ist ein Mantra für Schutz vor Unfällen und es ist ein Mantra, das man wiederholen kann für Verstorbene, um ihnen Kraft zu geben für die letzte Reise.
Der „Om Tryambakam“ ist uralt, er wird auch als Rudra Mantra bezeichnet, von Rudra, was eine Bezeichnung für Shiva in den Veden ist. Es ist Teil des Shri Rudram aus dem Yajurveda. Der Om Tryambakam-Mantra wurde dem Rishi Markandeya offenbart. Der Überlieferung zufolge war es lange Zeit ein Mantra, das nur Rishi Markandeya kannte. Als Chandra, der Mond, in Schwierigkeiten war, weil er vom König Daksha verflucht worden war, gab Rishi Markandeya diesen Mantra, damit es Chandra wieder gut gehen konnte. Was heißt, Chandra ist der Geist, und wenn er leidet, kann der Maha Mrityunjaya-Mantra befrieden. Krankheiten kommen oft durch die Psyche und der "Maha Mrityunjaya-Mantra" schenkt geistigen Frieden und heilt damit auch den physischen Körper.
Der Om Tryambakam-Mantra wurde von Shukracharya gegeben, der diesen Mantra verwendete als Sanjivini Mantra, also lebensfördernd. Shukracharya sollte sogar Tote erweckt haben mit diesem. So gilt er als ein machtvolles Mantra. Bei Yoga Vidya wiederholen wir den Mantra zum einen im Satsang, für Menschen auf besonderen Wunsch, wenn man z.B. Heilung erbitten will. Oder wenn jemand verstorben ist, kann man darum bitten, dass dieser Mantra dafür gechantet wird. Wir verwenden den „Om Tryambakam“-Mantra auch anders, etwa am Geburtstag kann man den Mantra z.B. 3, 9, 27, 54, 108-mal wiederholen.
Das „Om Tryambakam“ ist sogar geeignet für die Meditation. Er ist ein Diksha Mantra, ein Moksha Mantra, das man also als Haupt-Mantra verwenden und darin eine Einweihung bekommen kann. Den Mantra kann man geistig wiederholen, man kann es flüstern und laut singen. Es gibt sogar Melodien dafür.
Wortlaut und Übersetzung des Om Tryambakam
Der Om Tryambakam-Mantra hat eine interessante Übersetzung. „Tri“ heißt „Drei“, „Amba“ eigentlich „Mutter“ und ist eine Bezeichnung von Durga. „Tryambaka“ bedeutet eigentlich „dreimüttrig“ und „dreiäugig“. Shiva gilt als Tryambaka, als Dreiäugiger, was symbolisch ist, zwei Augen – diese Welt, drei Augen – die höhere Welt.
Was heißt, dieser Mantra wirkt heilend, sowohl in dieser Welt, wie in der nächsten Welt. Es ist gut für diese Welt, um in die höhere Welt Zugang zu finden. Das nächste ist „Yajamahe“, das heißt „wir opfern“ – „Yaj“ oder „wir meditieren über“, „wir meditieren über Shiva“.
Shiva ist Sugandhim. „Su“ heißt „gut“, „Gandhi“ heißt „riechen“, er ist gut riechend, das heißt, er strahlt etwas aus, Shiva strahlt aus. „Pushtivardhanam“ – „er mehrt das Wachstum aller Wesen“. Pushtivardhana ist ein Beiname von Shiva und das bedeutet, er hilft für das Wohlergehen für alle.
„Urvaruka“ meint eigentlich „Gurke“. „Urva“ -„Gurke“. „Iva“ - „wie“, und „Bandhana“ - „Bindung“. Was bedeutet: „Möge Shiva uns befreien von der Bindung und uns helfen, zu reifen, um uns zu lösen von allen Bindungen. Mögen wir vom Tod erlöst werden und zur Unsterblichkeit kommen.“
Dieser Mantra ruft Shiva in vielerlei Hinsicht an. Zunächst ist „Tryambaka Yajamahe“. „Möge ich Zugang finden zu einer höheren Wirklichkeit.“ „Tryambaka“ heißt „dreiäugig“, also, „möge meine Intuition erwachen, möge ich eine Tiefe, eine spirituelle Öffnung erfahren.“ „Sugandhim Pushtivardhanam“, das ist der Aspekt der Heilung, Shiva steht für Genesung.
Dieser Mantra will heilen. „Urvarukamiva“, das ist das spirituelle Wachstum: „Möge ich spirituell wachsen.“ Als letztes „Mrityor Mukshiva Mamritat“: „Möge ich zur Unsterblichkeit finden.“ Es sind sogar vier Aspekte von Shiva: Zugang zu einer höheren Wirklichkeit, Tryambakam Yajamahe; Heilung – Sugandhim Pushtivardhanam“; spirituelles Wachstum – Urvarukamiva Bandhanan. Schließlich Eintritt zur Unsterblichkeit – Mrityor Mukshiya Mamritat.
So hat dieser Mantra viele Bedeutungen und du kannst ihn auf vielerlei Weise nutzen. Es ist wichtig, wenn du ihn im Rahmen des Satsangs sprichst, dass du konzentriert bist. Sei es, dass du ihn für jemanden wiederholst, von dem du weißt, dass es ihm nicht gut geht oder derjenige Geburtstag hat.
Oder sei es, dass du ihn für alle im Ashram chantest. Ich bin fest davon überzeugt, dass durch diesen Mantra eine Heilschwingung und eine Heilatmosphäre entsteht. Schließlich kannst du darum bitten, dass du spirituell wachsen kannst, dass deine geistige Öffnung sich vertiefen kann und dass du dir bewusst bist: „Ich bin das unsterbliche Selbst.“
Shri Rudram in der Sivananda und Yoga Vidya Tradition
Im Sivananda Ashram Rishikesh wird das Shri Rudram jeden Morgen in der großen Puja um 6h im Vishwanath Mandir rezitiert. Bei Yoga Vidya wird das Shri Rudram nur selten rezitiert: Es gehört zu den längeren vedischen Texten, und die Aussprache ist nicht so leicht. Manchmal wird Shri Rudram zu Shivaratri rezitiert, vorzugsweise anhand einer CD von indischen Brahmanen/Pandits oder des Tempel-Swamis im Sivananda Ashram Rishikesh.
Shri Rudram Rezitation
Hier ein Video mit Shri Rudram Rezitation:
Hier findest du auch den vollen Shri Rudram Sanskrit Text
Herkunft und Rezitationsfolge
Krishna-Yajurveda, Taittiriya-Samhita 4.5.1–11. Überlieferte Mahadeva-Anrufung nach dem ersten Anuvaka. Abschluss: Rigveda 7.59.12, Taittiriya-Samhita 5.5.9.3, Rigveda 5.42.11 und 10.60.12, Taittiriya-Brahmana 3.10.8.2 sowie Taittiriya-Aranyaka 10.74–75. Rezitationsfolge nach Vedamantramanjari 1.
Der vedische Namakam-Kern besteht aus Taittiriya-Samhita 4.5.1–11. Die Mahadeva-Anrufung und die vollständigen Schlussgebete gehören zur hier wiedergegebenen Rezitationsordnung. Sie sind vom Kerntext literarisch zu unterscheiden.
Vollständiger Sanskrittext in IAST
oṃ namo bhagavate rudrāya ||
oṃ namaste rudra manyava utota iṣave namaḥ |
namaste astu dhanvane bāhubhyāmuta te namaḥ |
yā ta iṣuḥ śivatamā śivaṃ babhūva te dhanuḥ |
śivā śaravyā yā tava tayā no rudra mṛḍaya |
yā te rudra śivā tanūraghorā'pāpakāśinī |
tayā nastanuvā śantamayā giriśantābhicākaśīhi |
yāmiṣuṃ giriśanta haste bibharṣyastave |
śivāṃ giritra tāṃ kuru mā hiṃsīḥ puruṣaṃ jagat |
śivena vacasā tvā giriśācchāvadāmasi |
yathā naḥ sarvamijjagadayakṣmaṃ sumanā asat |
adhyavocadadhivaktā prathamo daivyo bhiṣak |
ahīṃśca sarvāñjambhayantsarvāśca yātudhānyaḥ |
asau yastāmro aruṇa uta babhruḥ sumaṅgalaḥ |
ye cemāṃ rudrā abhito dikṣu śritāḥ sahasraśo'vaiṣāṃ heḍa īmahe |
asau yo'vasarpati nīlagrīvo vilohitaḥ |
utainaṃ gopā adṛśannadṛśannudahāryaḥ |
utainaṃ viśvā bhūtāni sa dṛṣṭo mṛḍayāti naḥ |
namo astu nīlagrīvāya sahasrākṣāya mīḍhuṣe |
atho ye asya satvāno'haṃ tebhyo'karannamaḥ |
pramuñca dhanvanastvamubhayorārtniyorjyām |
yāśca te hasta iṣavaḥ parā tā bhagavo vapa |
avatatya dhanustvaṃ sahasrākṣa śateṣudhe |
niśīrya śalyānāṃ mukhā śivo naḥ sumanā bhava |
vijyaṃ dhanuḥ kapardino viśalyo bāṇavāṃ uta |
aneśannasyeṣava ābhurasya niṣaṃgathiḥ |
yā te hetirmīḍhuṣṭama haste babhūva te dhanuḥ |
tayā'smān, viśvatastvamayakṣmayā paribbhuja |
namaste astvāyudhāyānātatāya dhṛṣṇave |
ubhābhyāmuta te namo bāhubhyāṃ tava dhanvane |
pari te dhanvano hetirasmānvṛṇaktu viśvataḥ |
atho ya iṣudhistavāre asmannidhehi tam || 1 ||
śambhave namaḥ |
namaste astu bhagavanviśveśvarāya mahādevāya tryambakāya tripurāntakāya trikāgnikālāya kālāgnirudrāya nīlakaṇṭhāya mṛtyuñjayāya sarveśvarāya sadāśivāya śrīmanmahādevāya namaḥ ||
namo hiraṇyabāhave senānye diśāṃ ca pataye namo namo vṛkṣebhyo harikeśebhyaḥ paśūnāṃ pataye namo namaḥ saspiñjarāya tviṣīmate pathīnāṃ pataye namo namo babhluśāya vivyādhine'nnānāṃ pataye namo namo harikeśāyopavītine puṣṭānāṃ pataye namo namo bhavasya hetyai jagatāṃ pataye namo namo rudrāyātatāvine kṣetrāṇāṃ pataye namo namaḥ sūtāyāhantyāya vanānāṃ pataye namo namo rohitāya sthapataye vṛkṣāṇāṃ pataye namo namo mantriṇe vāṇijāya kakṣāṇāṃ pataye namo namo bhuvaṃtaye vārivaskṛtāyauṣadhīnāṃ pataye namo nama uccairghoṣāyākrandayate pattīnāṃ pataye namo namaḥ kṛtsnavītāya dhāvate satvanāṃ pataye namaḥ || 2 ||
namaḥ sahamānāya nivyādhina āvyādhinīnāṃ pataye namo namaḥ kakubhāya niṣaṅgiṇe stenānāṃ pataye namo namo niṣaṅgiṇa iṣudhimate taskarāṇāṃ pataye namo namo vañcate parivañcate stāyūnāṃ pataye namo namo nicerave paricarāyāraṇyānāṃ pataye namo namaḥ sṛkāvibhyo jighāṃsadbhyo muṣṇatāṃ pataye namo namo'simadbhyo naktañcaradbhyaḥ prakṛntānāṃ pataye namo nama uṣṇīṣiṇe giricarāya kuluñcānāṃ pataye namo nama iṣumadbhyo dhanvāvibhyaśca vo namo nama ātanvānebhyaḥ pratidadhānebhyaśca vo namo nama āyacchadbhyo visṛjadbhyaśca vo namo namo'syadbhyo vidhyadbhyaśca vo namo nama āsīnebhyaḥ śayānebhyaśca vo namo namaḥ svapadbhyo jāgradbhyaśca vo namo namastiṣṭhadbhyo dhāvadbhyaśca vo namo namaḥ sabhābhyaḥ sabhāpatibhyaśca vo namo namo aśvebhyo'śvapatibhyaśca vo namaḥ || 3 ||
nama āvyādhinībhyo vividhyantībhyaśca vo namo nama ugaṇābhyastṛṃhatībhyaśca vo namo namo gṛtsebhyo gṛtsapatibhyaśca vo namo namo vrātebhyo vrātapatibhyaśca vo namo namo gaṇebhyo gaṇapatibhyaśca vo namo namo virūpebhyo viśvarūpebhyaśca vo namo namo mahadbhyaḥ, kṣullakebhyaśca vo namo namo rathibhyo'rathebhyaśca vo namo namo rathebhyo rathapatibhyaśca vo namo namaḥ senābhyaḥ senānibhyaśca vo namo namaḥ, kṣattṛbhyaḥ saṃgrahītṛbhyaśca vo namo namastakṣabhyo rathakārebhyaśca vo namo namaḥ kulālebhyaḥ karmārebhyaśca vo namo namaḥ puñjiṣṭebhyo niṣādebhyaśca vo namo nama iṣukṛdbhyo dhanvakṛdbhyaśca vo namo namo mṛgayubhyaḥ śvanibhyaśca vo namo namaḥ śvabhyaḥ śvapatibhyaśca vo namaḥ || 4 ||
namo bhavāya ca rudrāya ca namaḥ śarvāya ca paśupataye ca namo nīlagrīvāya ca śitikaṇṭhāya ca namaḥ kapardine ca vyuptakeśāya ca namaḥ sahasrākṣāya ca śatadhanvane ca namo giriśāya ca śipiviṣṭāya ca namo mīḍhuṣṭamāya ceṣumate ca namo hrasvāya ca vāmanāya ca namo bṛhate ca varṣīyase ca namo vṛddhāya ca saṃvṛdhvane ca namo agriyāya ca prathamāya ca nama āśave cājirāya ca namaḥ śīghriyāya ca śībhyāya ca nama ūrmyāya cāvasvanyāya ca namaḥ srotasyāya ca dvīpyāya ca || 5 ||
namo jyeṣṭhāya ca kaniṣṭhāya ca namaḥ pūrvajāya cāparajāya ca namo madhyamāya cāpagalbhāya ca namo jaghanyāya ca budhniyāya ca namaḥ sobhyāya ca pratisaryāya ca namo yāmyāya ca kṣemyāya ca nama urvaryāya ca khalyāya ca namaḥ ślokyāya cā'vasānyāya ca namo vanyāya ca kakṣyāya ca namaḥ śravāya ca pratiśravāya ca nama āśuṣeṇāya cāśurathāya ca namaḥ śūrāya cāvabhindate ca namo varmiṇe ca varūthine ca namo bilmine ca kavacine ca namaḥ śrutāya ca śrutasenāya ca || 6 ||
namo dundubhyāya cāhananyāya ca namo dhṛṣṇave ca pramṛśāya ca namo dūtāya ca prahitāya ca namo niṣaṅgiṇe ceṣudhimate ca namastīkṣṇeṣave cāyudhine ca namaḥ svāyudhāya ca sudhanvane ca namaḥ srutyāya ca pathyāya ca namaḥ kāṭyāya ca nīpyāya ca namaḥ sūdyāya ca sarasyāya ca namo nādyāya ca vaiśantāya ca namaḥ kūpyāya cāvaṭyāya ca namo varṣyāya cāvarṣyāya ca namo meghyāya ca vidyutyāya ca nama īdhriyāya cātapyāya ca namo vātyāya ca reṣmiyāya ca namo vāstavyāya ca vāstupāya ca || 7 ||
namaḥ somāya ca rudrāya ca namastāmrāya cāruṇāya ca namaḥ śaṅgāya ca paśupataye ca nama ugrāya ca bhīmāya ca namo agrevadhāya ca dūrevadhāya ca namo hantre ca hanīyase ca namo vṛkṣebhyo harikeśebhyo namastārāya namaśśambhave ca mayobhave ca namaḥ śaṅkarāya ca mayaskarāya ca namaḥ śivāya ca śivatarāya ca namastīrthyāya ca kūlyāya ca namaḥ pāryāya cāvāryāya ca namaḥ prataraṇāya cottaraṇāya ca nama ātāryāya cālādyāya ca namaḥ śaṣpyāya ca phenyāya ca namaḥ sikatyāya ca pravāhyāya ca || 8 ||
nama iriṇyāya ca prapathyāya ca namaḥ kiṃśilāya ca kṣayaṇāya ca namaḥ kapardine ca pulastaye ca namo goṣṭhyāya ca gṛhyāya ca namastalpyāya ca gehyāya ca namaḥ kāṭyāya ca gahvareṣṭhāya ca namo hradayyāya ca niveṣpyāya ca namaḥ pāṃsavyāya ca rajasyāya ca namaḥ śuṣkyāya ca harityāya ca namo lopyāya colapyāya ca nama ūrvyāya ca sūrmyāya ca namaḥ parṇyāya ca parṇaśadyāya ca namo'paguramāṇāya cābhighnate ca nama ākhidate ca prakhidate ca namo vaḥ kirikebhyo devānāṃ hṛdayebhyo namo vikṣīṇakebhyo namo vicinvatkebhyo nama ānirhatebhyo nama āmīvatkebhyaḥ || 9 ||
drāpe andhasaspate daridrannīlalohita |
eṣāṃ puruṣāṇāmeṣāṃ paśūnāṃ mā bhermā'ro mo eṣāṃ kiñcanāmamat |
yā te rudra śivā tanūḥ śivā viśvāhabheṣajī |
śivā rudrasya bheṣajī tayā no mṛḍa jīvase |
imāṃ rudrāya tavase kapardine kṣayadvīrāya prabharāmahe matim |
yathā naḥ śamasaddvipade catuṣpade viśvaṃ puṣṭaṃ grāme asminnanāturam |
mṛḍā no rudrota no mayaskṛdhi kṣayadvīrāya namasā vidhema te |
yacchaṃ ca yośca manurāyaje pitā tadaśyāma tava rudra praṇītau |
mā no mahāntamuta mā no arbhakaṃ mā na ukṣantamuta mā na ukṣitam |
mā no'vadhīḥ pitaraṃ mota mātaraṃ priyā mā nastanuvo rudra rīriṣaḥ |
mā nastoke tanaye mā na āyuṣi mā no goṣu mā no aśveṣu rīriṣaḥ |
vīrānmā no rudra bhāmito'vadhīrhaviṣmanto namasā vidhema te |
ārātte goghna uta pūruṣaghne kṣayadvīrāya sumnamasme te astu |
rakṣā ca no adhi ca deva brūhyadhā ca naḥ śarma yaccha dvibarhāḥ |
stuhi śrutaṃ gartasadaṃ yuvānaṃ mṛganna bhīmamupahatnumugram |
mṛḍā jaritre rudra stavāno anyante asmannivapantu senāḥ |
pariṇo rudrasya hetirvṛṇaktu pari tveṣasya durmatiraghāyoḥ |
ava sthirā maghavadbhyastanuṣva mīḍhvastokāya tanayāya mṛḍaya |
mīḍhuṣṭama śivatama śivo naḥ sumanā bhava |
parame vṛkṣa āyudhannidhāya kṛttiṃ vasāna ācara pinākaṃ bibhradāgahi |
vikirida vilohita namaste astu bhagavaḥ |
yāste sahasraṃ hetayo'nyamasmannivapantu tāḥ |
sahasrāṇi sahasradhā bāhuvostava hetayaḥ |
tāsāmīśāno bhagavaḥ parācīnā mukhā kṛdhi || 10 ||
sahasrāṇi sahasraśo ye rudrā adhi bhūmyām |
teṣāṃ sahasrayojane'vadhanvāni tanmasi |
asminmahatyarṇave'ntarikṣe bhavā adhi |
nīlagrīvāḥ śitikaṇṭhāḥ śarvā adhaḥ, kṣamācarāḥ |
nīlagrīvāḥ śitikaṇṭhā divaṃ rudrā upaśritāḥ |
ye vṛkṣeṣu saspiñjarā nīlagrīvā vilohitāḥ |
ye bhūtānāmadhipatayo viśikhāsaḥ kapardinaḥ |
ye anneṣu vividhyanti pātreṣu pibato janān |
ye pathāṃ pathirakṣaya ailabṛdā yavyudhaḥ |
ye tīrthāni pracaranti sṛkāvanto niṣaṅgiṇaḥ |
ya etāvantaśca bhūyāṃsaśca diśo rudrā vitasthire |
teṣāṃ sahasrayojane'vadhanvāni tanmasi |
namo rudrebhyo ye pṛthivyāṃ ye'ntarikṣe ye divi yeṣāmannaṃ vāto varṣamiṣavastebhyo daśa prācīrdaśa dakṣiṇā daśa pratīcīrdaśodīcīrdaśordhvāstebhyo namaste no mṛḍayantu te yaṃ dviṣmo yaśca no dveṣṭi taṃ vo jambhe dadhāmi || 11 ||
tryambakaṃ yajāmahe sugandhiṃ puṣṭivardhanam |
urvārukamiva bandhanānmṛtyormukṣīya mā'mṛtāt |
yo rudro agnau yo apsu ya oṣadhīṣu yo rudro viśvā bhuvanā viveśa tasmai rudrāya namo astu |
tamu ṣṭuhi yaḥ sviṣuḥ sudhanvā yo viśvasya kṣayati bheṣajasya |
yakṣvāmahe saumanasāya rudraṃ namobhirdevamasuraṃ duvasya |
ayaṃ me hasto bhagavānayaṃ me bhagavattaraḥ |
ayaṃ me viśvabheṣajo'yaṃ śivābhimarśanaḥ |
ye te sahasramayutaṃ pāśā mṛtyo martyāya hantave |
tān yajñasya māyayā sarvānava yajāmahe |
mṛtyave svāhā mṛtyave svāhā |
oṃ namo bhagavate rudrāya viṣṇave mṛtyurme pāhi ||
prāṇānāṃ granthirasi rudro mā viśāntakaḥ |
tenānnenāpyāyasva |
sadāśivom ||
oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ ||
Übersetzung des Shri Rudram
Das Shri Rudram erscheint in verschiedenen Teilen der Veden, der Inhalt variiert leicht.
Diese Übersetzung entstammt dem Krishna Yajurveda der Taittiriya Samhita.
Basis ist die englische Fassung von Swami Dayananda Saraswati, Arsha Vidya Ashram, Indien.
Shri Rudram hat 11 Anuvakas, also 11 Kapitel.
Erstes Anuvaka des Shri Rudram
Om, Ehre sei Dir, Erhabener, Rudra
Verehrung sei Dir dargebracht, Deinem Zorn, Deinem Pfeil. Verehrung ebenso Deinem Bogen und Deinen beiden Händen.
Nachdem Dein Pfeil, Dein Bogen und Dein Köcher zur Ruhe gekommen sind, lasse sie uns wohlwollend sein.
Herr, Du bist das Wort der Veden. Offenbare Dich unserem Selbst durch Dein friedvolles, glückverheißendes Sein.
Herr, Du bist das Wort der Veden, lasse den Pfeil in Deiner Hand uns zum Segen werden. Verletze keines Deiner Geschöpfe.
Herr der Veden, reinen Herzens beten wir zu Dir. Lasse Deine Geschöpfe frei von Krankheit sein und gib allen ein friedvolles Gemüt.
Höchster Herr, nimm Dich Deiner Geschöpfe an. Gib ihnen Befreiung aus dem Kreislauf der Geburten. Schütze sie vor dämonischen Kräften.
Gott ist die Sonne, dunkelrot, wenn Sie sich erhebt, dann hellrot, golden werdend. Durch unsere Gebete befrieden wir den Zorn tausender von Rudras, die sich im Universum angesiedelt haben.
Herr, Dein Hals ist blau wie der Himmel, über den Du Dich bewegst. Dich sehen die Kuhhirten ebenso wie die Frauen, die Wasser holen. Alle Wesen sehen Rudra. Möge dieser Herr uns glücklich machen.
Ehre dem Herrn, Dessen Hals blau ist. Ehre ebenfalls Seinen Heerscharen. Vor den unzähligen Augen des Herrn finden wir Gnade.
Herr, gib die Sehne Deines Bogens an beiden Enden frei. Die Pfeile in Deinen Händen halte von uns fern.
Herr, Du hast unzählige Augen. Du hast viele Köcher. Binde die Sehne des Bogens los und mache die Pfeile stumpf. Zeige Dich uns in Deiner glückverheißenden Form und gib uns Deinen Segen.
Herr mit dem verfilzten Haar, möge Dein Bogen der Sehne beraubt sein. Möge der Köcher frei von Pfeilen sein. Mögen die Pfeile vernichtet werden und die Scheide die Kraft verlieren, das Schwert zu halten.
Herr unseres Verlangens, mögest Du uns mit Deinen Waffen vor Schwierigkeiten und Krankheiten schützen.
Herr, Ehre sei Deinen Waffen, die die Kraft haben, uns zu verletzen, nun aber zur Ruhe gekommen sind. Ehre sei Deinen Händen und dem Bogen darin.
Herr, lasse Deine Pfeile uns verfehlen. Richte sie gegen unsere inneren Feinde.
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten des Universums, den Alldurchdringenden, den Dreiäugigen, den Vernichter der drei Stätten der Verblendung, den Kenner der drei Zeiten, den zeitlosen Vernichter der Zeit, den, dessen Hals blau ist, den Besieger des Todes, den höchsten Herrn, den ewig Gnädigen, den Allmächtigen. Wir lobpreisen Gott, den Höchsten.
Zweites Anuvaka des Shri Rudram
Ehre sei Gott
Rudra erstrahlt wie Gold
Rudra ist der Herr der Himmlischen Heerscharen
Rudra ist der Herr der vier Himmelsrichtungen
Diesem Herrn bringen wir unsere Verehrung dar
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Rudra ist das frische Grün in den Blättern der Bäume
Rudra gebietet über alle Wesen
Diesem Herrn bringen wir unsere Verehrung dar
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Rudra ist das frische Grün im Gras
Rudra leuchtet über allem
Rudra kennt die Wege aller Seelen
Diesem Herrn bringen wir unsere Verehrung dar
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Rudra reitet den Bullen
Rudra ist die Ursache für Hunger und Durst
Rudra ist der Herr der Nahrung
Diesem Herrn bringen wir unsere Verehrung dar
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Shri Rudra hat grüne Haare
Shri Rudra trägt die Heilige Schnur
Shri Rudra wacht über das Gedeihen
Diesem Herrn bringen wir unsere Verehrung dar
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Shri Rudra führt uns aus dem Kreislauf der Geburten
Shri Rudra ist der Herr des Universums
Diesem Herrn bringen wir unsere Verehrung dar
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Shri Rudra tilgt das Leid der Wiedergeburt
Shri Rudra ist jederzeit bereit, uns mit Seinem Bogen zu beschützen
Shri Rudra ist der Herr aller Körper
Diesem Herrn bringen wir unsere Verehrung dar
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Shri Rudra ist der Herr der unveränderlichen kosmischen Ordnung
Shri Rudra ist der Herr der Wälder
Diesem Herrn bringen wir unsere Verehrung dar
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Shri Rudra erscheint rötlich in Seinem kosmischen Spiel
Shri Rudra beschützt uns durch Seine Allgegenwart
Shri Rudra ist Gott der Bäume
Diesem Herrn bringen wir unsere Verehrung dar
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Shri Rudra offenbart sich in den Worten der Veden
Shri Rudra ist der Herr aller geheimen Regionen
Diesem Herrn bringen wir unsere Verehrung dar
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Shri Rudra ist der Urgrund allen Seins
Shri Rudra wohnt in unseren Herzen
Shri Rudra ist der Herr der Kräuter
Diesem Herrn bringen wir unsere Verehrung dar
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Shri Rudra ist der Herr der frenetischen Anrufungen
Shri Rudra vernichtet unsere schlechten Eigenschaften
Shri Rudra ist der Herr der Fußsoldaten
Diesem Herrn bringen wir unsere Verehrung dar
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Shri Rudra durchdringt das Universum
Shri Rudra eilt uns stets zu Hilfe
Shri Rudra beschützt alle, die reinen Herzens sind
Diesem Herrn bringen wir unsere Verehrung dar
Drittes Anuvaka des Shri Rudram
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Shri Rudra ist der Allverzeihende
Shri Rudra sucht unsere Feinde heim
Shri Rudra ist der Herr der zornvollen Gottheiten
Diesem Herrn bringen wir unsere Verehrung dar
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Shri Rudra ist der Gott der Götter
Shri Rudra führt das Schwert
Shri Rudra ist der Herr der Diebe
Diesem Herrn bringen wir unsere Verehrung dar
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Shri Rudra hat Seine Pfeile immer schussbereit
Shri Rudra hat einen Köcher voll mit Pfeilen
Shri Rudra ist der Herr der Räuber
Diesem Herrn bringen wir unsere Verehrung dar
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Shri Rudra ist ein Gelegenheitsbetrüger
Shri Rudra ist ein gewohnheitsmäßiger Betrüger
Shri Rudra ist der Herr der Betrüger
Diesem Herrn bringen wir unsere Verehrung dar
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Shri Rudra treibt sich im Wald herum
Rudra ist ständig auf der Suche nach Diebesgut
Rudra ist der Herr der Wegelagerer
Diesem Herrn bringen wir unsere Verehrung dar
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Rudra ist der Herr derer, die sich selbst mit Waffen schützen, um Wehrlose zu töten
Rudra ist der Herr derer, die Getreide stehlen
Diesem Herrn bringen wir unsere Verehrung dar
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Rudra ist der Herr derer, die eine Waffe tragen
Rudra ist der Herr derer, die nachts rauben und töten
Diesem Herrn bringen wir unsere Verehrung dar
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Rudra trägt einen Turban
Rudra streunt durch die Berge
Rudra ist der Herr derer, die anderer Leute Land besetzen
Diesem Herrn bringen wir unsere Verehrung dar
Ehre sei Dir, Herr
Du wohnst inne denen, die Pfeile tragen und denen, die den Bogen tragen
Dir bringen wir unsere Verehrung dar
Ehre sei Dir, Herr
Du wohnst inne denen, die den Bogen bauen und denen, die den Pfeil anlegen
Dir bringen wir unsere Verehrung dar
Ehre sei Dir, Herr
Du wohnst inne denen, die den Bogen spannen und denen, die den Pfeil abschießen
Dir bringen wir unsere Verehrung dar
Ehre sei Dir, Herr
Du wohnst inne denen, die auf das Opfer schießen und denen, die es durchstechen
Dir bringen wir unsere Verehrung dar
Ehre sei Dir, Herr
Du wohnst inne denen, die sitzen und denen, die liegen
Dir bringen wir unsere Verehrung dar
Ehre sei Dir, Herr
Du wohnst inne denen, die schlafen und denen, die wach sind
Dir bringen wir unsere Verehrung dar
Ehre sei Dir, Herr
Du wohnst inne denen, die stehen und denen, die laufen
Dir bringen wir unsere Verehrung dar
Ehre sei Dir, Herr
Du wohnst inne den Versammlungen und denen, die die Versammlungen leiten
Dir bringen wir unsere Verehrung dar
Ehre sei Dir, Herr
Du wohnst inne den Pferden und den Reitern
Dir bringen wir unsere Verehrung dar
Viertes Anuvaka des Shri Rudram
Ehre sei Dir, Herr
Du bist die feminine Kraft, die sich zornvoll manifestiert und die feminine Kraft, die sich mannigfaltig manifestiert
Dir bringen wir unsere Verehrung dar
Ehre sei Dir, Herr
Du erscheinst als die sieben friedvollen Göttinnen und als die zornvollen Göttinnen
Dir bringen wir unsere Verehrung dar
Ehre sei Dir, Herr
Du wohnst inne den Habsüchtigen und Du bist ihr Herr
Dir bringen wir unsere Verehrung dar
Ehre sei Dir, Herr
Du wohnst inne allen Menschen der verschiedenen Gesellschaftsordnungen und Du bist ihr Herr
Dir bringen wir unsere Verehrung dar
Ehre sei Dir, Herr
Du wohnst inne den Himmlischen Heerscharen und Du bist ihr Herr
Dir bringen wir unsere Verehrung dar
Ehre sei Dir, Herr
Du wohnst inne den Missgestalteten und allen anderen Gestalten
Dir bringen wir unsere Verehrung dar
Ehre sei Dir, Herr
Du wohnst inne den hervorragenden Persönlichkeiten und den weniger Ruhmreichen
Dir bringen wir unsere Verehrung dar
Ehre sei Dir, Herr
Du wohnst inne den Königen, die in Kutschen reisen und den Vornehmen, die keine Kutsche besitzen
Dir, Herr, bringen wir unsere Verehrung dar
Ehre sei Dir, Herr
Du wohnst inne den Kutschen und den Besitzern der Kutschen
Dir bringen wir unsere Verehrung dar
Ehre sei Dir, Herr
Du wohnst inne den Heeren und den Heerführern
Dir bringen wir unsere Verehrung dar
Ehre sei Dir, Herr
Du wohnst inne denen, die die Kutscher ausbilden und denen, die die Zügel führen
Dir bringen wir unsere Verehrung dar
Ehre sei Dir, Herr
Du wohnst inne dem Zimmermann und dem Hersteller von Kutschen
Dir bringen wir unsere Verehrung dar
Ehre sei Dir, Herr
Du wohnst inne dem Töpfer und dem Hufschmied
Dir bringen wir unsere Verehrung dar
Ehre sei Dir, Herr
Du wohnst inne den Vogelfängern und den Fischern
Dir bringen wir unsere Verehrung dar
Ehre sei Dir, Herr
Du wohnst inne denen, die Pfeile herstellen und denen, die Bogen herstellen
Dir bringen wir unsere Verehrung dar
Ehre sei Dir, Herr
Du wohnst inne den Jägern, die ohne Hunde jagen und den Jägern, die mit Hunden jagen
Dir bringen wir unsere Verehrung dar
Ehre sei Dir, Herr
Du wohnst inne den Hunden und den Hundebesitzern
Dir bringen wir unsere Verehrung dar
Fünftes Anuvaka des Shri Rudram
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Aus Ihm hat sich das Universum entfaltet und
Rudra nimmt das Leid
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Rudra ist der Zerstörer und
Rudra ist der Herr aller Wesen
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Rudra hat einen blauen Hals und
Rudra hat einen weißen Hals
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Rudra hat verfilztes Haar und
Rudra hat einen geschorenen Kopf
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Rudra hat unzählige Augen und
Rudra hat unzählige Waffen
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Rudra hat Seinen Wohnsitz in den Bergen und
Rudra durchdringt alles mit Seinen Strahlen
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Rudra ist der Urgrund des Universums und
Rudra hat einen Bogen
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Rudra ist klein und
Rudra hat kleine Füße
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Rudra ist groß und
Rudra hat viele Eigenschaften
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Rudra ist der Kosmos und
Rudra ist grenzenlos mit Lobgesängen zu erreichen
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Rudra ist der Urgrund allen Seins und
Rudra ist der Erste unter allen
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Rudra durchdringt alles und
Rudra bewegt alles
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Rudra herrscht in den beweglichen Dingen und
Rudra herrscht im reißenden Fluss
Ehre sei Gott
Rudra herrscht in den Wogen und
Rudra herrscht in stillen Wassern
Ehre sei Gott
Rudra herrscht in kleinen Bächen und
Rudra herrscht auf Inseln
Sechstes Anuvaka des Shri Rudram
Ehre sei Gott
Rudra ist der Alte und
Rudra ist der Junge
Ehre sei Gott
Rudra ist die Ursache und
Rudra ist die Wirkung
Ehre sei Gott
Rudra ist die Jugend und
Rudra ist das Kind
Ehre sei Gott
Rudra ist das Tier und
Rudra ist der Baum
Ehre sei Gott
Rudra ist der Mensch und
Rudra herrscht in der Welt der sich bewegenden Geschöpfe
Ehre sei Gott
Rudra ist im Reich der Toten und
Rudra herrscht im Himmelreich
Ehre sei Gott
Rudra durchdringt alles, was auf Erden wächst und
Rudra ist das Getreide
Ehre sei Gott
Rudra herrscht in den Veden und
Rudra herrscht im Vedanta
Diesem Herrn bringen wir unsere Verehrung dar
Ehre sei Gott
Rudra herrscht im Wald und
Rudra herrscht im Baum
Ehre sei Gott
Rudra ist Klang und
Rudra ist Echo
Ehre sei Gott
Rudra hat ein schnelles Heer und
Rudra hat eine schnelle Kutsche
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Rudra ist ein mutiger Krieger und
Rudra zerschmettert die Burgen Seiner Feinde
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Rudra hat die beste Rüstung und
Rudra schützt den sicheren Platz des Kutschers
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Rudra hat einen Schutzhelm und
Rudra hat Schutzkleidung
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Rudra ist berühmt durch die Veden und
Rudra wohnt inne den Himmlischen Heerscharen
Siebtes Anuvaka des Shri Rudram
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Rudra herrscht in der Pauke und
Rudra herrscht im Trommelstock
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Rudra ist mutig
Rudra ist vorausschauend
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Rudra ist ein Kurier und
Rudra ist am Wohlergehen des Königreichs interessiert
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Rudra hat ein Schwert in Seiner Hand und
Rudra hat einen Köcher mit Pfeilen an Seiner Schulter
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Rudra hat scharfe Pfeile und
Rudra ist mit allen Waffen ausgestattet
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Rudra hat schöne Waffen und
Rudra hat einen schönen Bogen
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Rudra herrscht auf engen Gehwegen und
Rudra herrscht auf hohen Wegen
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Rudra herrscht in Teichen und
Rudra herrscht in Wasserfällen
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Rudra herrscht im Moor und
Rudra herrscht im See
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Rudra herrscht im Fluss und
Rudra herrscht in kleinen Tümpeln
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Rudra herrscht im Brunnen und
Rudra herrscht im Tal
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Rudra herrscht in den Regenfällen und
Rudra herrscht in der Trockenzeit
Diesem Herrn bringen wir unsere Verehrung dar
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Rudra herrscht in den Wolken und
Rudra herrscht im Blitz
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Rudra herrscht in den Herbstwolken und
Rudra herrscht in der Sonne
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Rudra ist die Lebensenergie und
Rudra ist zornvoll
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Rudra belebt jedes Haus und
Rudra ist die Hausgottheit
Achtes Anuvaka des Shri Rudram
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Rudra sitzt neben Uma und
Rudra ist Rudra der Herr
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Rudra ist die aufgehende Sonne und
Rudra ist die scheinende Sonne
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Rudra gibt Glück und
Rudra ist der Herr aller Geschöpfe
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Rudra ist unübertroffen in Seiner Herrlichkeit und
Rudra ist die Ursache von Angst
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Rudra beschützt uns von nah und
Rudra beschützt uns aus der Ferne
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Rudra nimmt das Universum in Sich auf
Rudra ist der Zerstörer des Geburtenkreislaufs
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Rudra ist in den Bäumen und
Rudra ist in den grünen Blättern
Ehre Ihm, der Omkara ist
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Rudra bringt jetzt Glück und
Rudra bringt später Glück
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Rudra ist die Quelle des Glücks und
Rudra gibt Freiheit
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Rudra ist der Gnadenvolle und
Rudra gewährt letztendliche Glückseligkeit
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Rudra herrscht auf heiligen Plätzen und
Rudra herrscht am Ufer des Flusses
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Rudra herrscht an der einen Seite des Flusses und
Rudra herrscht an der anderen Seite des Flusses
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Rudra hilft, Verfehlungen zu überwinden und
Rudra hilft, die Unwissenheit zu überwinden
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Rudra herrscht über die Wiedergeburt und
Rudra herrscht in den Seelen
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Rudra herrscht im weichen Gras und
Rudra herrscht im Schaum
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Rudra herrscht im Sand und
Rudra herrscht in der Strömung des Flusses
Neuntes Anuvaka des Shri Rudram
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Rudra herrscht in der Wüste und
Rudra herrscht auf ausgetretenen Wegen
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Rudra ist in Schotterstraßen und
Rudra ist in Residenzen
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Rudra hat verfilztes Haar und
Rudra schützt von vorn
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Rudra herrscht im Kuhstall und
Rudra herrscht im Haus
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Rudra herrscht im Stall und
Rudra herrscht im Herrenhaus
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Rudra herrscht an schwierigen Stellen und
Rudra herrscht in Höhlen
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Rudra herrscht in tiefen Wassern und
Rudra herrscht in Tautropfen
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Rudra herrscht in unsichtbaren Teilchen und
Rudra herrscht im sichtbaren Staub
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Rudra herrscht im trockenen Holz und
Rudra herrscht in grünen Pflanzen und Bäumen
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Rudra herrscht an Stellen, an denen nichts wächst und
Rudra herrscht im Moor
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Rudra ist die Erde und
Rudra ist die Woge
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Rudra herrscht im frischen Laub und
Rudra herrscht in einem Haufen trockenen Laubes
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Rudra hat die Waffe gezogen und
Rudra zerstört, was zu zerstören ist
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Rudra gibt Erfolg in kleinen Schritten und
Rudra gibt Erfolg in großem Ausmaß
Ehre sei Dir
Der Du Dich in Deinen zornvollen Aspekten nur den Himmlischen offenbarst
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Der uns Heimsuchungen schickt
Der uns segnet und straft
Wir lobpreisen Gott, den Höchsten
Der die Vergeltung der Taten vollzieht
Der überall das Böse bestraft
ZehntesAnuvaka des Shri Rudram
Herr
Führe uns nicht in die Irre
Du bist der Herr der Nahrung
Du bist losgelöst von allem
Du zeigst Dich uns in den Farben des Himmels rot und blau
Mögest Du Mensch und Vieh nicht ängstigen
Lasse sie weder umkommen noch krank werden
Herr
Deine glückverheißende Form ist wie Medizin, die alle Beschwerden heilt
Sie ist ein Segen für uns
Du bist der Arzt, der die Leiden des Geburtenkreislaufs nimmt
Segne uns durch Deine friedvolle Erscheinung
Gib uns Wohlbefinden und Lebensenergie
Herr
Wir bringen unsere Verehrung Dir dar
Du bist allwissend, Du hast verfilztes Haar, Du schwächst die Feinde, Du gibst den Menschen, den Tieren und allen anderen Wesen unseres Dorfes Wohlbefinden. Du befreist uns von Krankheit und ernährst uns alle.
Herr
Segne uns mit letztendlicher Glückseligkeit. Wir bringen Dir unsere Verehrung dar, wir preisen Dich mit unserer Anbetung. Du kannst unsere Verfehlungen tilgen. Lass uns Glück in der materiellen Welt finden und führe uns – wie unseren Vorfahren Manu - zur Befreiung.
Herr
Töte nicht die Alten, töte nicht die Kinder, töte nicht die Jungen, töte nicht das Kind im Bauch der Mutter. Verletze nicht unseren Vater, verletze nicht unsere Mutter und verletze auch uns nicht
Herr
Trotz Deines Ärgers schade nicht unseren Nachkommen, unserem Leben, dem Leben unseres Viehs und unserer Pferde. Töte nicht unsere tapferen Führer. Mit unserem Opfer in Händen verehren wir Dich.
Herr
Zornvoll tötest Du Kühe, Menschen, Söhne, Enkel und Krieger. Zeige Dich uns friedvoll und stehe uns bei. Sei uns wohlwollend und beschütze uns. Du gibst weltliches Glück und letztendliche Glückseligkeit. Gewähre uns beides.
Lobpreist den Herrn, Der Sich in den Schriften offenbart, lobpreist den ewig jungen Herrn, der in unseren Herzen weilt, der die Missetäter vernichtet. Rudra ist furchterregend und unbezwingbar wie ein Löwe. Rudra, wir preisen Dich. Segne uns mit Glück. Wir sind an diesen alternden Körper gebunden. Lasse Deine Heerscharen uns segnen und unsere Verfehlungen transformieren.
Herr
Halte Deine tödlichen Waffen und Deine zerstörerische Kraft von uns fern. Du erweist Deinen Gläubigen Wohltaten. Wir verehren Dich, ziele nicht mit Deinen unfehlbaren Waffen auf uns. Lass unsere Nachkommen glücklich sein.
Wunscherfüllender Herr, mache unsere Herzen rein. Zeige Dich uns glückverheißend und wohlwollend. Nähere Dich uns ohne Deine furchterregenden Waffen. Nähere Dich uns mit Tigerfell bekleidet, den Stab in Deiner Hand.
Bezwinger, Makelloser, Herr, ausgestattet mit den sechs Formen der Fülle. Nimm unsere Verehrung an. Richte Deine Waffen nicht auf uns.
Du hältst unzählige Waffen in Deinen Händen, richte Sie nicht auf uns.
Elftes Anuvaka des Shri Rudram
Unzählige Rudras mit unzähligen Bogen manifestieren sich in unzähligen Aspekten auf der Erde. Durch unseren Lobpreis bitten wir Sie, die Sehnen Ihrer Bogen zu lösen und uns fern zu bleiben.
Durch unseren Lobpreis bitten wir die Rudras, die sich in der Weite des Ozeans und in den Zwischenreichen manifestieren, die Sehnen Ihrer Bogen zu lösen und uns fern zu bleiben.
Durch unseren Lobpreis bitten wir die Rudras mit blauem Hals, die Rudras mit weißem Hals und die Rudras, die sich im Reich unter der Erde bewegen, die Sehnen Ihrer Bogen zu lösen und uns fern zu bleiben.
Durch unseren Lobpreis bitten wir die Rudras mit blauem Hals, die Rudras mit weißem Hals und die Rudras, die sich im Himmel manifestieren, die Sehnen Ihrer Bogen zu lösen und uns fern zu bleiben.
Durch unseren Lobpreis bitten wir die Rudras, die sich in Bäumen aufhalten, die Rudras, die die Farbe von frischem Gras haben, die Rudras, die einen blauen Hals haben und die Rudras, die von roter Farbe sind, die Sehnen Ihrer Bogen zu lösen und uns fern zu bleiben.
Durch unseren Lobpreis bitten wir die Rudras ohne Haar und die Rudras mit verfilztem Haar, die Sehnen Ihrer Bogen zu lösen und uns fern zu bleiben.
Durch unseren Lobpreis bitten wir die Rudras, die durch Ihre Anwesenheit in der Nahrung und im Wasser den Menschen schaden, die Sehnen Ihrer Bogen zu lösen und uns fern zu bleiben.
Durch unseren Lobpreis bitten wir die Rudras, die Menschen auf ihren Wegen beschützen, die Rudras, die uns mit Nahrung versorgen und die Rudras, die gegen Missetäter kämpfen, die Sehnen Ihrer Bogen zu lösen und uns fern zu bleiben.
Durch unseren Lobpreis bitten wir die Rudras, die sich mit scharfen Schwertern an Pilgerorten angesiedelt haben, die Sehnen Ihrer Bogen zu lösen und uns fern zu bleiben.
All diese Rudras und viele mehr manifestieren sich. Sie dehnen sich in alle Richtungen aus. Durch unseren Lobpreis bitten wir Sie, die Sehnen Ihrer Bogen zu lösen und uns fern zu bleiben.
Ehre den Rudras, die uns durch Nahrung zu Schaden kommen lassen. Ehre den Rudras, die uns durch Luft zu Schaden kommen lassen. Ehre den Rudras, die uns durch Regen zu Schaden kommen lassen.
Wir verehren Sie, indem wir uns hingebungsvoll gen Osten, Süden, Westen, Norden und nach oben wenden.
Ehre sei den Rudras. Mögen Sie uns Glückseligkeit spenden.
Herr, wir übergeben Dir unser Leid, das von Missetaten herrührt.
Wir verehren den Dreiäugigen, Den Wohlduftenden, Der alle Lebewesen ernährt. Möge Rudra uns, so wie eine reife Gurke von der Pflanze abfällt, vom Tode befreien und zur Unsterblichkeit führen.
Ehre sei Rudra. Rudra ist im Feuer, in den Wassern, in den Pflanzen und in den Bäumen. Rudra ist der Urgrund des Universums.
Wir lobpreisen Rudra. Rudra hat himmlische Pfeile und einen Göttlichen Bogen. Durch Ihn wirken Medizin und Heilmittel.
Wir lobpreisen Rudra, den Strahlenden, den Allwissenden, dessen Odem alles erhält. Möge Rudra uns einen klaren Geist und ein heiteres Gemüt geben.
Die Hand, mit der wir das Opfer darbringen, ist durch den Erhabenen gesegnet. Der Segen ist uns Medizin und Heilmittel.
Herr der Zeit und des Todes, nimm unsere hingebungsvollen Gebete und unsere guten Taten an. Wende Deine unzähligen Waffen, die Leid und Tod verursachen, von uns.
Dem Herrn des Todes bringen wir unser Opfer dar.
Dem Herrn des Todes bringen wir unser Opfer dar.
Ehre sei Dir, Erhabener, Rudra.
Du Alldurchdringender, Du zerstörst das Leid des Kreislaufs der Geburten. Schütze uns vor den Klauen des Todes.
Rudra, Herr, Du bist die Lebenskraft. Nimm in unseren Herzen Platz. Sei uns günstig gestimmt und gib uns Frieden.
Vollständiger Sanskrittext in Devanagari
ॐ नमो भगवते रुद्राय ॥
ॐ नमस्ते रुद्र मन्यव उतोत इषवे नमः ।
नमस्ते अस्तु धन्वने बाहुभ्यामुत ते नमः ।
या त इषुः शिवतमा शिवं बभूव ते धनुः ।
शिवा शरव्या या तव तया नो रुद्र मृडय ।
या ते रुद्र शिवा तनूरघोराऽपापकाशिनी ।
तया नस्तनुवा शन्तमया गिरिशन्ताभिचाकशीहि ।
यामिषुं गिरिशन्त हस्ते बिभर्ष्यस्तवे ।
शिवां गिरित्र तां कुरु मा हिंसीः पुरुषं जगत् ।
शिवेन वचसा त्वा गिरिशाच्छावदामसि ।
यथा नः सर्वमिज्जगदयक्ष्मं सुमना असत् ।
अध्यवोचदधिवक्ता प्रथमो दैव्यो भिषक् ।
अहींश्च सर्वाञ्जम्भयन्त्सर्वाश्च यातुधान्यः ।
असौ यस्ताम्रो अरुण उत बभ्रुः सुमङ्गलः ।
ये चेमां रुद्रा अभितो दिक्षु श्रिताः सहस्रशोऽवैषां हेड ईमहे ।
असौ योऽवसर्पति नीलग्रीवो विलोहितः ।
उतैनं गोपा अदृशन्नदृशन्नुदहार्यः ।
उतैनं विश्वा भूतानि स दृष्टो मृडयाति नः ।
नमो अस्तु नीलग्रीवाय सहस्राक्षाय मीढुषे ।
अथो ये अस्य सत्वानोऽहं तेभ्योऽकरन्नमः ।
प्रमुञ्च धन्वनस्त्वमुभयोरार्त्नियोर्ज्याम् ।
याश्च ते हस्त इषवः परा ता भगवो वप ।
अवतत्य धनुस्त्वं सहस्राक्ष शतेषुधे ।
निशीर्य शल्यानां मुखा शिवो नः सुमना भव ।
विज्यं धनुः कपर्दिनो विशल्यो बाणवां उत ।
अनेशन्नस्येषव आभुरस्य निषंगथिः ।
या ते हेतिर्मीढुष्टम हस्ते बभूव ते धनुः ।
तयाऽस्मान्, विश्वतस्त्वमयक्ष्मया परिब्भुज ।
नमस्ते अस्त्वायुधायानातताय धृष्णवे ।
उभाभ्यामुत ते नमो बाहुभ्यां तव धन्वने ।
परि ते धन्वनो हेतिरस्मान्वृणक्तु विश्वतः ।
अथो य इषुधिस्तवारे अस्मन्निधेहि तम् ॥ १ ॥
शम्भवे नमः ।
नमस्ते अस्तु भगवन्विश्वेश्वराय महादेवाय त्र्यम्बकाय त्रिपुरान्तकाय त्रिकाग्निकालाय कालाग्निरुद्राय नीलकण्ठाय मृत्युञ्जयाय सर्वेश्वराय सदाशिवाय श्रीमन्महादेवाय नमः ॥
नमो हिरण्यबाहवे सेनान्ये दिशां च पतये नमो नमो वृक्षेभ्यो हरिकेशेभ्यः पशूनां पतये नमो नमः सस्पिञ्जराय त्विषीमते पथीनां पतये नमो नमो बभ्लुशाय विव्याधिनेऽन्नानां पतये नमो नमो हरिकेशायोपवीतिने पुष्टानां पतये नमो नमो भवस्य हेत्यै जगतां पतये नमो नमो रुद्रायातताविने क्षेत्राणां पतये नमो नमः सूतायाहन्त्याय वनानां पतये नमो नमो रोहिताय स्थपतये वृक्षाणां पतये नमो नमो मन्त्रिणे वाणिजाय कक्षाणां पतये नमो नमो भुवंतये वारिवस्कृतायौषधीनां पतये नमो नम उच्चैर्घोषायाक्रन्दयते पत्तीनां पतये नमो नमः कृत्स्नवीताय धावते सत्वनां पतये नमः ॥ २ ॥
नमः सहमानाय निव्याधिन आव्याधिनीनां पतये नमो नमः ककुभाय निषङ्गिणे स्तेनानां पतये नमो नमो निषङ्गिण इषुधिमते तस्कराणां पतये नमो नमो वञ्चते परिवञ्चते स्तायूनां पतये नमो नमो निचेरवे परिचरायारण्यानां पतये नमो नमः सृकाविभ्यो जिघांसद्भ्यो मुष्णतां पतये नमो नमोऽसिमद्भ्यो नक्तञ्चरद्भ्यः प्रकृन्तानां पतये नमो नम उष्णीषिणे गिरिचराय कुलुञ्चानां पतये नमो नम इषुमद्भ्यो धन्वाविभ्यश्च वो नमो नम आतन्वानेभ्यः प्रतिदधानेभ्यश्च वो नमो नम आयच्छद्भ्यो विसृजद्भ्यश्च वो नमो नमोऽस्यद्भ्यो विध्यद्भ्यश्च वो नमो नम आसीनेभ्यः शयानेभ्यश्च वो नमो नमः स्वपद्भ्यो जाग्रद्भ्यश्च वो नमो नमस्तिष्ठद्भ्यो धावद्भ्यश्च वो नमो नमः सभाभ्यः सभापतिभ्यश्च वो नमो नमो अश्वेभ्योऽश्वपतिभ्यश्च वो नमः ॥ ३ ॥
नम आव्याधिनीभ्यो विविध्यन्तीभ्यश्च वो नमो नम उगणाभ्यस्तृंहतीभ्यश्च वो नमो नमो गृत्सेभ्यो गृत्सपतिभ्यश्च वो नमो नमो व्रातेभ्यो व्रातपतिभ्यश्च वो नमो नमो गणेभ्यो गणपतिभ्यश्च वो नमो नमो विरूपेभ्यो विश्वरूपेभ्यश्च वो नमो नमो महद्भ्यः, क्षुल्लकेभ्यश्च वो नमो नमो रथिभ्योऽरथेभ्यश्च वो नमो नमो रथेभ्यो रथपतिभ्यश्च वो नमो नमः सेनाभ्यः सेनानिभ्यश्च वो नमो नमः, क्षत्तृभ्यः संग्रहीतृभ्यश्च वो नमो नमस्तक्षभ्यो रथकारेभ्यश्च वो नमो नमः कुलालेभ्यः कर्मारेभ्यश्च वो नमो नमः पुञ्जिष्टेभ्यो निषादेभ्यश्च वो नमो नम इषुकृद्भ्यो धन्वकृद्भ्यश्च वो नमो नमो मृगयुभ्यः श्वनिभ्यश्च वो नमो नमः श्वभ्यः श्वपतिभ्यश्च वो नमः ॥ ४ ॥
नमो भवाय च रुद्राय च नमः शर्वाय च पशुपतये च नमो नीलग्रीवाय च शितिकण्ठाय च नमः कपर्दिने च व्युप्तकेशाय च नमः सहस्राक्षाय च शतधन्वने च नमो गिरिशाय च शिपिविष्टाय च नमो मीढुष्टमाय चेषुमते च नमो ह्रस्वाय च वामनाय च नमो बृहते च वर्षीयसे च नमो वृद्धाय च संवृध्वने च नमो अग्रियाय च प्रथमाय च नम आशवे चाजिराय च नमः शीघ्रियाय च शीभ्याय च नम ऊर्म्याय चावस्वन्याय च नमः स्रोतस्याय च द्वीप्याय च ॥ ५ ॥
नमो ज्येष्ठाय च कनिष्ठाय च नमः पूर्वजाय चापरजाय च नमो मध्यमाय चापगल्भाय च नमो जघन्याय च बुध्नियाय च नमः सोभ्याय च प्रतिसर्याय च नमो याम्याय च क्षेम्याय च नम उर्वर्याय च खल्याय च नमः श्लोक्याय चाऽवसान्याय च नमो वन्याय च कक्ष्याय च नमः श्रवाय च प्रतिश्रवाय च नम आशुषेणाय चाशुरथाय च नमः शूराय चावभिन्दते च नमो वर्मिणे च वरूथिने च नमो बिल्मिने च कवचिने च नमः श्रुताय च श्रुतसेनाय च ॥ ६ ॥
नमो दुन्दुभ्याय चाहनन्याय च नमो धृष्णवे च प्रमृशाय च नमो दूताय च प्रहिताय च नमो निषङ्गिणे चेषुधिमते च नमस्तीक्ष्णेषवे चायुधिने च नमः स्वायुधाय च सुधन्वने च नमः स्रुत्याय च पथ्याय च नमः काट्याय च नीप्याय च नमः सूद्याय च सरस्याय च नमो नाद्याय च वैशन्ताय च नमः कूप्याय चावट्याय च नमो वर्ष्याय चावर्ष्याय च नमो मेघ्याय च विद्युत्याय च नम ईध्रियाय चातप्याय च नमो वात्याय च रेष्मियाय च नमो वास्तव्याय च वास्तुपाय च ॥ ७ ॥
नमः सोमाय च रुद्राय च नमस्ताम्राय चारुणाय च नमः शङ्गाय च पशुपतये च नम उग्राय च भीमाय च नमो अग्रेवधाय च दूरेवधाय च नमो हन्त्रे च हनीयसे च नमो वृक्षेभ्यो हरिकेशेभ्यो नमस्ताराय नमश्शम्भवे च मयोभवे च नमः शङ्कराय च मयस्कराय च नमः शिवाय च शिवतराय च नमस्तीर्थ्याय च कूल्याय च नमः पार्याय चावार्याय च नमः प्रतरणाय चोत्तरणाय च नम आतार्याय चालाद्याय च नमः शष्प्याय च फेन्याय च नमः सिकत्याय च प्रवाह्याय च ॥ ८ ॥
नम इरिण्याय च प्रपथ्याय च नमः किंशिलाय च क्षयणाय च नमः कपर्दिने च पुलस्तये च नमो गोष्ठ्याय च गृह्याय च नमस्तल्प्याय च गेह्याय च नमः काट्याय च गह्वरेष्ठाय च नमो ह्रदय्याय च निवेष्प्याय च नमः पांसव्याय च रजस्याय च नमः शुष्क्याय च हरित्याय च नमो लोप्याय चोलप्याय च नम ऊर्व्याय च सूर्म्याय च नमः पर्ण्याय च पर्णशद्याय च नमोऽपगुरमाणाय चाभिघ्नते च नम आखिदते च प्रखिदते च नमो वः किरिकेभ्यो देवानां हृदयेभ्यो नमो विक्षीणकेभ्यो नमो विचिन्वत्केभ्यो नम आनिर्हतेभ्यो नम आमीवत्केभ्यः ॥ ९ ॥
द्रापे अन्धसस्पते दरिद्रन्नीललोहित ।
एषां पुरुषाणामेषां पशूनां मा भेर्माऽरो मो एषां किञ्चनाममत् ।
या ते रुद्र शिवा तनूः शिवा विश्वाहभेषजी ।
शिवा रुद्रस्य भेषजी तया नो मृड जीवसे ।
इमां रुद्राय तवसे कपर्दिने क्षयद्वीराय प्रभरामहे मतिम् ।
यथा नः शमसद्द्विपदे चतुष्पदे विश्वं पुष्टं ग्रामे अस्मिन्ननातुरम् ।
मृडा नो रुद्रोत नो मयस्कृधि क्षयद्वीराय नमसा विधेम ते ।
यच्छं च योश्च मनुरायजे पिता तदश्याम तव रुद्र प्रणीतौ ।
मा नो महान्तमुत मा नो अर्भकं मा न उक्षन्तमुत मा न उक्षितम् ।
मा नोऽवधीः पितरं मोत मातरं प्रिया मा नस्तनुवो रुद्र रीरिषः ।
मा नस्तोके तनये मा न आयुषि मा नो गोषु मा नो अश्वेषु रीरिषः ।
वीरान्मा नो रुद्र भामितोऽवधीर्हविष्मन्तो नमसा विधेम ते ।
आरात्ते गोघ्न उत पूरुषघ्ने क्षयद्वीराय सुम्नमस्मे ते अस्तु ।
रक्षा च नो अधि च देव ब्रूह्यधा च नः शर्म यच्छ द्विबर्हाः ।
स्तुहि श्रुतं गर्तसदं युवानं मृगन्न भीममुपहत्नुमुग्रम् ।
मृडा जरित्रे रुद्र स्तवानो अन्यन्ते अस्मन्निवपन्तु सेनाः ।
परिणो रुद्रस्य हेतिर्वृणक्तु परि त्वेषस्य दुर्मतिरघायोः ।
अव स्थिरा मघवद्भ्यस्तनुष्व मीढ्वस्तोकाय तनयाय मृडय ।
मीढुष्टम शिवतम शिवो नः सुमना भव ।
परमे वृक्ष आयुधन्निधाय कृत्तिं वसान आचर पिनाकं बिभ्रदागहि ।
विकिरिद विलोहित नमस्ते अस्तु भगवः ।
यास्ते सहस्रं हेतयोऽन्यमस्मन्निवपन्तु ताः ।
सहस्राणि सहस्रधा बाहुवोस्तव हेतयः ।
तासामीशानो भगवः पराचीना मुखा कृधि ॥ १० ॥
सहस्राणि सहस्रशो ये रुद्रा अधि भूम्याम् ।
तेषां सहस्रयोजनेऽवधन्वानि तन्मसि ।
अस्मिन्महत्यर्णवेऽन्तरिक्षे भवा अधि ।
नीलग्रीवाः शितिकण्ठाः शर्वा अधः, क्षमाचराः ।
नीलग्रीवाः शितिकण्ठा दिवं रुद्रा उपश्रिताः ।
ये वृक्षेषु सस्पिञ्जरा नीलग्रीवा विलोहिताः ।
ये भूतानामधिपतयो विशिखासः कपर्दिनः ।
ये अन्नेषु विविध्यन्ति पात्रेषु पिबतो जनान् ।
ये पथां पथिरक्षय ऐलबृदा यव्युधः ।
ये तीर्थानि प्रचरन्ति सृकावन्तो निषङ्गिणः ।
य एतावन्तश्च भूयांसश्च दिशो रुद्रा वितस्थिरे ।
तेषां सहस्रयोजनेऽवधन्वानि तन्मसि ।
नमो रुद्रेभ्यो ये पृथिव्यां येऽन्तरिक्षे ये दिवि येषामन्नं वातो वर्षमिषवस्तेभ्यो दश प्राचीर्दश दक्षिणा दश प्रतीचीर्दशोदीचीर्दशोर्ध्वास्तेभ्यो नमस्ते नो मृडयन्तु ते यं द्विष्मो यश्च नो द्वेष्टि तं वो जम्भे दधामि ॥ ११ ॥
त्र्यम्बकं यजामहे सुगन्धिं पुष्टिवर्धनम् ।
उर्वारुकमिव बन्धनान्मृत्योर्मुक्षीय माऽमृतात् ।
यो रुद्रो अग्नौ यो अप्सु य ओषधीषु यो रुद्रो विश्वा भुवना विवेश तस्मै रुद्राय नमो अस्तु ।
तमु ष्टुहि यः स्विषुः सुधन्वा यो विश्वस्य क्षयति भेषजस्य ।
यक्ष्वामहे सौमनसाय रुद्रं नमोभिर्देवमसुरं दुवस्य ।
अयं मे हस्तो भगवानयं मे भगवत्तरः ।
अयं मे विश्वभेषजोऽयं शिवाभिमर्शनः ।
ये ते सहस्रमयुतं पाशा मृत्यो मर्त्याय हन्तवे ।
तान् यज्ञस्य मायया सर्वानव यजामहे ।
मृत्यवे स्वाहा मृत्यवे स्वाहा ।
ॐ नमो भगवते रुद्राय विष्णवे मृत्युर्मे पाहि ॥
प्राणानां ग्रन्थिरसि रुद्रो मा विशान्तकः ।
तेनान्नेनाप्यायस्व ।
सदाशिवोम् ॥
ॐ शान्तिः शान्तिः शान्तिः ॥
Ergänzende Betrachtungen zur Rezitation
Anuvaka 1
Rudra wird mit seiner ganzen Macht angerufen. Die Bitte um das Niederlegen der Waffen gibt der Rezitation ihre erste Richtung: Was Angst macht, möge zum Schutz werden. Im roten Licht der Sonne sehen ihn Hirten und Wasserträgerinnen. Auch in einer einfachen alltäglichen Tätigkeit kann sich göttliche Gegenwart offenbaren. Für die Meditation kannst du bei der Bitte verweilen: „Mit deiner friedvollen Gestalt schaue auf uns.“
Anuvaka 2
Rudra begegnet uns in den Bäumen, den Wegen, den Feldern und der Nahrung. Die Verehrung weitet den Blick über den Tempel hinaus. Ein Waldspaziergang, Gartenarbeit oder das Zubereiten einer Mahlzeit kann so zur Upasana werden. Die Anrufung Mahadevas verbindet diese Weltschau mit der persönlichen Beziehung zu Shiva. Du darfst dich ihm mit den Namen zuwenden, die dein Herz ansprechen.
Anuvaka 3
Dieser Abschnitt schließt Menschen ein, vor denen wir uns fürchten: Diebe, Räuber, Gewalttäter. Das kann befremden. Aus der Sicht des Yoga Vedanta bleibt auch in ihnen der göttliche Grund gegenwärtig. Daraus erwächst keine Billigung ihres Handelns. Ahimsa verlangt, vor Gewalt zu schützen und Unrecht zu begrenzen. Die Verehrung übt einen Blick, der einen Menschen auch angesichts seiner Verfehlungen nicht ganz aufgibt.
Anuvaka 4
Töpfer, Schmiede und Zimmerleute stehen hier neben Heerführern; sogar die Hunde empfangen Verehrung. Jede Arbeit, jede Gestalt wird in den heiligen Raum des Mantras aufgenommen. Das berührt unmittelbar unser gemeinschaftliches Leben bei Yoga Vidya. Essen kochen, Räume reinigen, Gäste betreuen, unterrichten und organisieren können Ausdruck derselben Hingabe sein. In der Begegnung mit Tieren gewinnt diese Haltung eine besonders unmittelbare Form.
Anuvaka 5
Die Paarungen lösen feste Vorstellungen auf. Shiva trägt Haarflechten und ist kahlgeschoren, erscheint klein und übergroß. Jede Gestalt weist über sich hinaus. Wenn du die Verse sprichst, kannst du die Bilder entstehen und wieder vergehen lassen. Der Name bleibt, die Formen wechseln. So bereitet Bhakti den Geist auf die Erkenntnis der einen Wirklichkeit vor.
Anuvaka 6
Das Gebet umfasst die ganze Lebensspanne, die Arbeit auf dem Feld und den Widerhall eines Klanges. Selbst dort, wo etwas verklingt, ist Rudra gegenwärtig. Yama erinnert an den Tod; Geborgenheit steht unmittelbar daneben. Du kannst mit diesen Worten auch die eigene Vergänglichkeit in die Meditation hineinnehmen und um Vertrauen bitten.
Anuvaka 7
Wasserlauf, See, Brunnen, Regen, Wolke und Blitz: Die Natur wird in ihren konkreten Erscheinungen verehrt. Rudra ist ebenso im Wind wie in der geschützten Wohnung. Für die Praxis heißt das, aufmerksam zu werden für das, was uns umgibt. Ein bewusstes Lauschen auf den Regen kann den Geist ebenso sammeln wie der Klang einer Tempeltrommel.
Anuvaka 8
Hier begegnen uns die Worte „namah shivaya“. In der Shiva-Verehrung werden sie zum eigenständigen Mantra, bei Yoga Vidya auch mit Om rezitiert. Shambhu und Shankara sprechen von Segen und Wohltat. Die Bilder der Furt und des Hinübergehens öffnen einen weiteren Sinn: Shiva führt durch die Bindungen des Samsara zur Freiheit. Mit jeder Verneigung kannst du ihm einen Teil deiner Angst und deiner Anhaftung übergeben.
Anuvaka 9
Grünes Laub und gefallenes Laub stehen nebeneinander. Der Segen umfasst Wachstum und Vergehen. Wer darin meditativ verweilt, kann lernen, auch Veränderung mit Ehrfurcht anzunehmen. Die letzten Anrufungen wenden sich an die Rudras als verborgene Kräfte der Devas. Ihre Wirkungen reichen vom Nähren bis zum Auflösen. Wir bitten um eine Beziehung zu diesen Kräften, die von Vertrauen getragen ist.
Anuvaka 10
Die Bitten sind sehr menschlich: Eltern, Kinder, Tiere und die Dorfgemeinschaft sollen leben und gesund bleiben. Dazu gehören auch die harten Worte, die das Unheil auf andere lenken wollen. Sie bleiben als Teil des alten Gebets stehen. In unserer Praxis können wir die Bitte um Schutz auf alle Wesen ausdehnen. Die Verse lassen spüren, wie kostbar das Leben ist und wie tief Menschen um ihre Angehörigen bangen.
Anuvaka 11
Die Rudras sind überall. Nahrung, Wind und Regen können erhalten und gefährden. Mit den zehn Fingern wenden wir uns in die Richtungen: Der Körper selbst wird zum Gebet. Der Schluss bewahrt die Sprache eines alten Schutzrituals mit ihrer Feindabwehr. Für unsere heutige Meditation können wir zusätzlich darum bitten, dass Feindschaft ihr Ende findet und der Kreislauf gegenseitiger Verletzung sich löst.
Die Abschlussgebete
Der Abschluss sammelt die großen Anliegen der Rezitation: Heilung, Schutz, Herzensfrieden und Befreiung. Die eigene Hand wird zum Träger des Segens. Das kann dich beim Dienen begleiten: Ein Essen reichen, einen erschöpften Menschen stützen, etwas sorgfältig versorgen. Der Ruf an Rudra und Vishnu bringt beide Namen in ein Gebet. In unserem Yoga Vedanta können wir darin die eine göttliche Wirklichkeit verehren. Das dreifache Shanti lässt die Rezitation in Frieden ausklingen.
Ergänzende Anregungen für die Praxis
- Richte dich vor der Rezitation auf Shiva aus und lies die Bedeutung des gewählten Abschnitts.
- Sprich auch wiederholte Anrufungen vollständig. Ihre Sorgfalt ist Teil dieser Praxis.
- Verweile bei einer Bitte um Güte, Schutz oder Befreiung und schließe andere Wesen ein.
- Prüfe, wie du deine eigene Kraft heute für Schutz und Hilfe einsetzen kannst.
- Sitze nach dem Schlussmantra still. Ein vollständiger Nyasa oder ein Abhisheka folgt der jeweils erlernten Ritualordnung.
Weitere Videos zur Vertiefung
Rudra - Name Shivas - Sanskrit Wörterbuch
Nach der Rezitation
Welche der vielen Verneigungen hat dich überrascht? Achte auf die Gestalt des Lebens, vor der sie sich verneigt.
Ergänzende Quellen und Literatur
- Sukadev Bretz (Hrsg.): Veden – Offenbarungen der Rishis. Hymnen zur Rezitation, Übersetzungen, Erläuterungen. Yoga Vidya Verlag, Bad Meinberg, Abschnitt „Shri Rudram – Namakam“.
- Hymnen aus den Veden, IAST-Rezitationssammlung, Text 29: „Śrī Rudram“.
- Frühere Fassung im Yoga Vidya Wiki.
Bei „rudro mā viśāntakaḥ“ beeinflusst die Worttrennung den Sinn. Die hier wiedergegebene Deutung, auch bei Swami Krishnananda, bittet Rudra, nicht als Zerstörer einzutreten.
Die deutsche Übertragung deutet äußere Gegner auch als innere Hindernisse. Diese Auslegung gehört zur spirituellen Betrachtung; Heilung und Schutz sind Anliegen des Gebets.
Siehe auch
Weitere Bezüge zur vedischen Rezitation
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