Svarloka

Aus Yogawiki

Svarloka (Sanskrit: स्वर्लोक svarloka m.) Kausalebene; Himmelsebene; die höchste der drei Weltenebenen; die dritte der sieben Lokas. In den Puranas heißt es, dass Svarloka die Himmelssphäre, der Himmel oder das Paradies ist. Svarloka ist die planetare Ebene, die sich von der Sonne zu Dhruva erstreckt.

Darstellung der himmlischen Sphären aus dem Buch Le livre du Ciel et du Monde, 1677

Svarloka entspicht Vijnanamaya Kosha und Anandamaya Kosha. Die Seele transzendiert die Erfahrungen der fünf Sinne. Nur große Meister, die schon im physischen Leben Samadhi erreicht hat, kommen von hier aus weiter zur vollen Verschmelzung mit Brahman. Ansonsten folgt entweder die Reinkarnation oder die Befreiung.

Sukadev über Svarloka

Teil 1

Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Svarloka

Svarloka ist die Himmelsebene. Svarloka ist die dritte der drei Ebenen im System der drei Lokas, ist auch die dritte der sieben Ebenen im System der sieben Lokas. Die Existenz, das [Sein] hat verschiedene Ebenen. Die physische Ebene wird "Bhur Loka" genannt. Die Astralebene ist "Bhuvar Loka". Dann gibt es eine himmlische Ebene, das ist Svarloka, sie wird auch als "Swarga Loka" bezeichnet. im System der drei Lokas ist Svarloka die Ebene der Kausalwelt. Im System der sieben Lokas ist Svarloka eine der höheren Astralwelten, wo es eben noch vier höhere Ebenen darüber gibt.

Dann gibt es ja noch das System der vierzehn Welten, sieben höhere, sieben niedere Welten, dort gehört Svarloka eben zu den höheren Welten und ist die dritte der sieben höheren Welten. Das klingt alles etwas kompliziert, ist auch tatsächlich kompliziert, wenn du es genauer verstehen willst, da findest du auch auf unseren Yoga Vidya Seiten eine Menge, wenn du dort eingibst, "Svarloka" oder auch "Loka", dort findest du eine ganze Menge.

Es reicht aber einfach aus, dass diese Welt, in der du dich befindest, verschiedene Ebenen hat und diese Ebenen sind: Erdebene, Astralebene, Kausalebene. Was du siehst, hörst, riechst, schmeckst, beginnt nicht nur auf der physischen Ebene, sondern es ist auch Ausdruck einer feineren Wirklichkeit. letztlich ist alles Ausdruck der göttlichen Wirklichkeit. Egal, was du wahrnimmst, physisch, astral, kausal – "Sarvam Kalvidam Brahman." - "Alles ist wahrhaftig Brahman." Wenn du in die Tiefe von irgendetwas gehst, nimmst du das Göttliche wahr, auch in Svarloka.

Teil 2

Svarloka kann in einem Wort geschrieben werden oder auch in zwei, Svarloka wird auch als Svargaloka bezeichnet oder auch einfach als Svarga oder als Svar oder auch Svaha. Das sind alles ähnliche Worte, die das gleiche bedeuten. Svargaloka bzw. Svarloka ist die Himmelsebene. Je nach System ist Svarloka die dritte von drei Ebenen oder die dritte von sieben Ebenen. Es gibt das System von Bhurloka, Bhuvarloka, Svarloka, da ist Bhurloka die physische Ebene, Bhuvarloka ist die Astralebene, Svarloka ist die Kausalebene.

Das kennst du vielleicht aus dem Gayatri Mantra: "Om Bhur Bhuvah Swaha Tat Savitur Varenyam Bhargo Devasya Dhimahi Dhiyo Yo Nah Prachodayat.“ Om Bhur Bhuvah Swaha – Svarloka, die höchste Ebene, Himmelsebene. Dann gibt es das System der sieben Ebenen, was in der indischen Mythologie häufiger gebraucht wird, dann ist Svarloka eine der sieben Himmelsebenen. Es ist dann die dritte der Ebenen und in diesem System ist es die dritte Eben, die Ebene, wo die Devas sind, die Engel bzw. die Götter.

Die Svarloka wird dann beherrscht von Indra, Indra – dem König der Götter. Es ist auch eine lichtvolle Welt, denn die Devas heißen wörtlich "Lichtwesen“. Deva heißt "der Leuchtende“, "der Strahlende“. Also, die Engel, die Götter sind eben diejenigen, die ein großes Strahlen und Leuchten haben. Svarloka ist in diesem Sinne auch eine Ebene, in die du nach dem Tod eingehen kannst, wenn du in diesem Leben dich ethisch verhalten hast, Gutes bewirkt hast und dabei auch in deinen spirituellen Praktiken höhere Bewusstseinsebenen erreicht hast.

Dann kommst du in Svarloka und erfährst dieses Licht und diese Freude, aber nachher musst du dich wieder inkarnieren und hoffentlich irgendwann auch über Svarloka hinausgehen, um irgendwann jenseits aller relativen Ebenen in die Ebene von Brahman hineinzukommen. Also, Svarloka – Himmelsebene, die dritte, entweder von drei Ebenen, oder die dritte von sieben Ebenen, oder die dritte von vierzehn Ebenen, denn es gibt auch noch das System der vierzehn Ebenen, die sieben höheren Ebenen und die sieben Patala Lokas, die sieben niederen Ebenen. Mehr über alle Lokas findest du auf Yoga Vidya. Da kannst du eingeben, "Loka“, in dem Suchfeld, das sich auf unserer Seite befindet und dort bekommst du viele weitere Erläuterungen zum Thema "Loka“, darunter auch einige weitere Videos.

Swar Loka - Höhere Ebenen nach dem Tod

Weg der Seele nach dem Tod

- Abschnitt aus Karma und Reinkarnation von Sukadev Bretz -

Die Entwicklung des Menschen geht über viele Inkarnationen über folgende Stadien:

1. Geburt
2. Wachstum
3. Veränderung
4. Alter
5. Tod
6. Bhur Loka – erdnahe Astralebene
7. Bhuvar Loka – Himmelswelten
8. Bhur Loka
9. Mutterleib
10. Geburt

Im Fall großer Meister und Meisterinnen kommt eine weitere Ebene dazu, nämlich die sogenannte Kausalebene, auch spirituelle Ebene genannt. Im Drei-Ebenen-Modell wird diese höhere Ebene als Swar Loka bezeichnet.

Nur der kommt zu Swar Loka, der schon im physischen Leben Samadhi, das Überbewusstsein, erreicht hat. Samadhi ist ein Zustand des Geistes jenseits von Zeit und Raum, jenseits von Ego und Ich-Gefühl, jenseits von Gedanken.

Es gibt, einfach gesprochen, zwei Samadhistufen, Savikalpa und Nirvikalpa.. Savikalpa, auch Samprajnata genannt, ist Samadhi mit Dualität. Nirvikalpa, auch Asamprajnata genannt, ist Samadhi ohne Dualität. Die Yogis haben Hunderte von Ausdrücken für Samadhi. Jemand hat einmal einen Meister gefragt, warum die Yogis so viele Ausdrücke für Samadhi kennen. Dieser antwortete darauf: „Ein Mensch, der etwas besonders liebt, hat dafür viele Namen. Ein frisch Verliebter findet viele Kosenamen für seine Geliebte. Eine Mutter findet viele Kosenamen für ihr Kind. Yogis nennen Gott mit Hunderten von Namen. Weil Yogis Samadhi so sehr lieben, nennen sie diesen eigentlich unnennbaren Zustand auf so viele Weisen.“

Savikalpa Samadhi, auch Samprajnata Samadhi genannt, ist also Samadhi mit Dualität. Es ist eine sehr hohe Ebene der Meditation. Der Gemütszustand ist sehr erhaben, jenseits von Zeit und Raum, jenseits von Vorstellung, Worten und Bildern. Es ist die Ebene der Verschmelzung, ohne jedoch vollständig eins zu werden.

Im Raja Yoga unterscheidet Patanjali verschiedene Stadien der Meditation:

1. Asana: Einnehmen der Sitzposition
2. Pranayama: Bewusste Regulierung des Atems
3. Pratyahara: Hineinversetzen in einen meditativen Gemütszustand durch Affirmation, Gebet, Entspannung oder ähnliches
4. Dharana: Eigentliche Meditationstechnik
5. Dhyana: Tiefer Meditationszustand, auch als Absorption bezeichnet
6. Samadhi: Verschmelzung, Überbewusstsein

Ein Beispiel: Angenommen, du meditierst mit einem Mantra. Dazu setzt du dich erst hin (Asana). Dann regulierst du deinen Atem (Pranayama). Dann entspannst du dich innerlich, sprichst ein Gebet oder machst dir bewusst, warum du meditierst (Pratyahara). Jetzt wiederholst du bewusst dein Mantra (Dharana). Sehr häufig bleibt die Meditation auf dieser Ebene stehen: Dein Geist wandert, du holst ihn zurück zum Mantra. Du denkst an Vergangenheit und Zukunft, du bringst ihn zurück zur Mantra-Wiederholung. Irgendwann fällst du in Dhyana: Nicht mehr du wiederholst das Mantra, sondern die Mantra-Wiederholung geschieht. Du bist ganz absorbiert im Hier und Jetzt. Du spürst eine göttliche Gegenwart (Sat). Du bist ergriffen von einer Wonne (Ananda) und Bewusstseinserweiterung (Chid).

Dein Ego wird durchlässig, Zeit und Raum verlieren ihre Bedeutung. Die ersten Male verweilst du nur sehr kurz in diesem Dhyana Zustand, vielleicht nur Sekunden. Aber diese Sekunden geben dir Energie und Freude für Stunden, vielleicht sogar für Tage. Manchmal ist es das Ego, welches dich aus diesem Zustand herausholt: „Jetzt habe ich die Meditation erreicht.“ Wenn du mit uneigennützigem Dienen und Öffnen für göttliche Gnade dein Ego immer durchlässiger gemacht hast, kannst du länger in Dhyana verweilen. Irgendwann fällst du durch göttliche Gnade in den Zustand von Savikalpa Samadhi: Dabei verschmilzt du mit der Essenz des Mantras, also mit Gott selbst. Du kannst spüren, dass du eins mit Gott bist. Es ist ein Zustand jenseits von Worten und Bildern. Dieser Zustand ist so erhaben und großartig, dass er nicht in Worte gefasst werden kann. Dennoch gibt es noch ein Ich, das sich irgendwie bewusst ist: „Ich bin eins mit Gott.“ Es gibt also noch ein „Ich“ und damit eine Spur von Dualität. Wenn auch diese Dualität verschwunden ist und nur reines Sat Chid Ananda bleibt, dann ist das Nirvikalpa beziehungsweise Asamprajnata Samadhi: Reines Sein, unendliche Bewusstheit, unendliche Wonne und Liebe. Keine Bewusstheit von etwas sondern reine Bewusstheit an sich.

Jesus sagte: „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.“ Der Beweis für Savikalpa Samadhi ist Freude, Energie, uneigennützige Liebe im Alltag. Der Beweis für Nirvikalpa Samadhi ist Gleichmut in allen Lebensumständen und gegenüber allen Wesen.

Wer im physischen Leben Savikalpa Samadhi erreicht hat, kann nach dem physischen Tod bis zu Swar Loka aufsteigen. Die Erfahrung in Swar Loka ist, ähnlich wie die Samadhi-Zustände, äußerst schwer zu beschreiben. Swar Loka ist nämlich jenseits von normaler Zeit, normalem Raum, jenseits von Kausalität. Swar Loka wird nicht individuell erfahren. Swar Loka ist ein Ort transzendentaler Wonne, wo man sich Gott nahe oder mit Gott eins fühlt, aber noch nicht vollkommen verschmolzen ist. Das wird in manchen Religionen als „Himmel“ bezeichnet. Nicht der Himmel mit Engeln, Harfen ecetera (das wären Ebenen von Bhuvar Loka), sondern ein transzendenter Nicht-Ort von Wonne und Gottesnähe.


Die sieben Welten loka im Hinduismus



Siehe auch

Literatur

Seminare

Jnana Yoga, Philosophie

16.09.2022 - 18.09.2022 Indische Schriften und Philosophiesysteme
Die wichtigsten Yogaschriften: Die 6 Darshanas. Unterrichtstechniken: Korrekturen und Hilfestellungen speziell für Anfänger, Yoga für den Rücken.
Prof Dr Catharina Kiehnle, Nirmala Erös
16.09.2022 - 18.09.2022 Jnana Yoga, Vedanta, Meditation und Schweigen
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Sukadev Bretz, Atman Shanti Hoche, Shankara Girgsdies

Indische Schriften

16.09.2022 - 18.09.2022 Indische Schriften und Philosophiesysteme
Die wichtigsten Yogaschriften: Die 6 Darshanas. Unterrichtstechniken: Korrekturen und Hilfestellungen speziell für Anfänger, Yoga für den Rücken.
Prof Dr Catharina Kiehnle, Nirmala Erös
23.09.2022 - 25.09.2022 Yoga der Liebe - Naradas Bhakti Sutra aus der Perspektive des Jnana Yoga/Vedanta
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