Musiktherapie

Aus Yogawiki

Musiktherapie ist eine Heilbehandlung mithilfe von Musik. Dabei wird Musik rezipiert (z.B. bei einer Klangschalenmassage oder Monochordmeditation) oder es wird aktiv musiziert, gesungen bzw. getönt. Musiktherapie hat aufgrund der vom Instrument ausgehenden Schwingungen (Klangwellen) direkte Auswirkungen auf den physischen Körper, aber auch auf unseren Geist.

Musik ist in allen Dingen, wenn du Ohren hast, sie zu hören.

Musiktherapie - Ausführungen von Swami Sivananda

Auszug aus dem Buch "Practice of Nature Cure" (1951) von Swami Sivananda, S. 303f. Divine Life Society, ISBN 81-7052-229-3.

Musik ist Sabda Brahman. Bemerke die Kraft der sanften süßen Töne: Sa, ri, ga, ma, pa, dha, ni, sa. Musik kann einen wilden Tiger bändigen. Sie kann Steine schmelzen und große Bäume beugen. Sie reißt dich mit, beruhigt und vitalisiert. Sie ist erhebend, inspiriert, kräftigt und stärkt. Sie vibriert im Gedächtnis. Sie heilt unheilbare Krankheiten. Musik ist in den Büchern, im Schreien der Kinder. Musik ist in allen Dingen, wenn du Ohren hast, sie zu hören. Der Mensch möchte Musik, die ihn entspannt und erhebt. Der Hingebungsvolle sitzt mit Ekatara und Tanpura, und sein Geist verschmilzt mit der Stille des Herrn.

Narada Rishi ist in den drei Welten zu Hause. Mit der Tanpura in seiner Hand singt er:

"Sriman Narayana, Narayana, Narayana"

Musik hilft dem Hingebungsvollen sich mit Gott zu vereinigen. Sie macht den Geist rasch einpünktig. Anahata-Musik macht den Geist stabil. Höre sie täglich und verschmilz mit dem Geist in der Stille! Praktiziere Yoni Mudra, um Anahata zu hören. Geh durch stetige Übung in Samadhi ein.

Musik ist Nada Brahman. Der Sama Veda ist voll erstklassiger Musik. Ravana hat Sama Veda gesungen, um Siva günstig zu stimmen. Bhava, Raga und Tala - diese drei machen das Nada Laya aus, welches zu Nada Brahman führt. Geeta, Vadya und Nritya - diese drei machen die Sangeeta aus, die Gott gewidmet ist. Musik fasziniert den Geist und erhebt ihn zu den subtilen Höhen der göttlichen Herrlichkeit. Musik verursacht Laya oder die Auflösung des Geistes in Brahman (dem Absoluten).

Harmonium, Veena, Sitar, Sarangi, Dilruba, Geige, Villu, Yal, Svaramandal und Harfe sind die verschiedenen Instrumente, die die unterschiedlichen Töne hervorbringen, die den Laya-Prozess einführen.

Musik ist eine Hilfe bei der Behandlung von Krankheiten. Sie hat eine außergewöhnliche Macht über Krankheiten. Die harmonischen Rhythmen süßer Musik, haben große Anziehungskraft. Sie ziehen die Krankheit heraus. Die Krankheit kommt heraus, um auf die musikalischen Schwingungen zu treffen. Beide verschmelzen miteinander und lösen sich im Raum auf.

Musik beruhigt den Geist und die Nerven. Sie beruhigt den ganzen Körper. Sie stimuliert, kräftigt, vitalisiert und bringt den ganzen Körper in Schwung. Sie beeinflusst die Emotionen, löst Impulse für das Handeln aus und beeinflusst alle vitalen Funktionen. Sie ist das Zusammenspiel von harmonischen Schwingungen, die in ihrer Natur und Art elektrisch sind.

Musik entspannt die Nerven. Die Teile des Körpers, die angespannt sind, können mit ihrer Hilfe wieder normal funktionieren. Musik ist sehr hilfreich in der Behandlung nervöser Störungen, Schlaflosigkeit usw. Sie spendet jenem, der verzweifelt ist oder Schmerzen hat, Trost.

Musiktherapie in Indien

Musiktherapie ist ein altes Konzept, das erforscht und weiterentwickelt wird, damit es zur Heilung vieler Krankheiten eingesetzt werden kann.

Musiktherapie, auch bekannt als "Klangheilung", ist ein besonderes Verfahren, bei dem "Klang" zur Heilung von Krankheiten beitragen kann. So wurde Musik seit der Antike häufig als therapeutisches Mittel eingesetzt. Musik erzeugt eine Wirkung wie durch Yoga durch die Erzeugung von sonorem Klang, der auf den menschlichen Organismus einwirkt, um die ordnungsgemäße Funktion verschiedener Organsysteme zu wecken und zu entwickeln, so dass sie schließlich zur Selbstverwirklichung führt.

Die Musiktherapie war im alten Indien weit verbreitet, da die Selbstverwirklichung das Endziel der hinduistischen Philosophie und Religion darstellt. Verschiedene Ragas haben sich als sehr wirksam bei der Heilung vieler Krankheiten erwiesen.

Ursprung der Musiktherapie in Indien

In der Yogatherapie wird auch mit Klängen gearbeitet

Musiktherapie in Indien hat eine eigene, lange Geschichte. Die indischen Musikwissenschaftler beobachteten die stets einnehmende und unschlagbare Qualität von Musik oder Klang. Musiktherapie bedeutet dabei die Anordnung von Klängen in einer bestimmten Reihenfolge, um verschiedene Gefühle hervorzurufen. Diese verschiedenen Gefühle beeinflussen die jeweilige DNA und regen die Hormone an.

Wirkungen der Musiktherapie

Das Hören von Musik hat eine wunderbare Wirkung auf den Stressabbau. Musik ist ein bedeutender Stimmungswandler und Stresslöser, der auf vielen Ebenen gleichzeitig wirkt. Langsame, rhythmische Musik ist immer effektiver als schnelle Musik. Indische klassische Ragas haben sich als sehr wirksam erwiesen. Aber wenn man sich nach einem anstrengenden Tag wieder aufraffen will, muss man statt einer ruhigen Musik eine schnellere hören. Man kann auch eine vertraute Musik wie ein Lied aus der Kindheit oder gute Oldies für die Musiktherapie und Entspannung wählen.

Die Musik der Wahl war schon immer ein großer Heiler. Musik hilft bei der Behandlung von Krankheiten auf folgende Weise:

Musik wirkt wie ein Beruhigungsmittel und kann dadurch die Verwendung von Beruhigungsmitteln ersetzen oder zumindest die Dosierung von Beruhigungsmitteln reduzieren. Musik erhöht die Stoffwechselaktivitäten im menschlichen Körper. Sie beschleunigt die Atmung, erhöht die Hormonausschüttung, beeinflusst die Muskeltätigkeit und wirkt sich dadurch auf das gesamte zentrale Nervensystem und den Kreislauf des Musikhörers aus.

Viele Experten vermuten, dass es der Rhythmus der Musik oder die Takte sind, die eine beruhigende Wirkung auf das Nervensystem haben, ohne dass sich der Mensch dessen bewusst ist. Daher hat sich die Musik als alternative Behandlungsform durchgesetzt, weil das Konzept der Musiktherapie sehr weitreichend und einnehmend ist. Der automatische Prozess der Musiktherapie bewirkt also eine tiefe, zentrale Heilung, indem die richtige Kombination von Klängen eingestellt wird.

Die gesamte energetische Ebene des Menschen (Astralkörper) wird durch Klänge beeinflusst und der physische Körper sowie das Chakra-System reagieren spezifisch auf bestimmte Töne und Frequenzen. Die Wirkung von Musik tritt vor allem dann ein, wenn man selbst musiziert oder Musik kreiert.

Unerwünschte Wirkungen der Musiktherapie

In der Musiktherapie dreht sich also alles um Musik. Eine umfassende Untersuchung zeigt, dass jedes beliebige Musikstück viele physiologische Reaktionen hervorruft. Allerdings haben manche Musikrichtungen wie Hardrock, Heavy Metal usw. negative Auswirkungen auf die Gesundheit. Eine einzige Musikrichtung ist nicht für jeden geeignet. Jeder Mensch hat einen anderen Musikgeschmack, und es ist wichtig, dass man die Musik mag, damit sie ihre volle Wirkung entfalten kann. Eine entspannende Musik, die der Patient nicht mag, kann den Stress verstärken, anstatt ihn zu lindern.

Musiktherapie zur Heilung von Krankheiten

Krankheiten wie Stress, Schlaflosigkeit, Amnesie, Autismus usw. können durch die magische Wirkung der Musiktherapie tatsächlich geheilt werden. Das erste Symptom der Stressbekämpfung, wenn man eine Melodie hört, ist eine Zunahme der tiefen Atmung sowie eine Beschleunigung der Serotonin-Hormonproduktion. Sogar bei der Zahnbehandlung wirkt Musik nachweislich schmerzlindernd.

Wenn bei der Arbeit Musik im Hintergrund läuft, wird der Stress definitiv reduziert. Es hat sich gezeigt, dass Musik die Herzfrequenz senkt und die Körpertemperatur erhöht, was ein Anzeichen für den Beginn der Entspannung ist. Die Entspannung ist noch wirksamer, wenn sie mit Musiktherapie kombiniert wird.

Musiktherapie bei Stress

Um Stress abzubauen, kann man ein 20-minütiges "Klangbad" nehmen. Dazu muss man sich in einer bequemen Position auf die Couch oder den Boden legen, während die gewünschte Musik über ein Soundsystem läuft. Man kann auch Kopfhörer aufsetzen, um sich besser auf die Musik konzentrieren zu können. Der Fokus sollte auf dem Atem liegen und man sollte sich auf die Pausen zwischen den Tönen konzentrieren. Man sollte der Musik erlauben, Körper und Geist zu "umspülen", damit sie vollständige Entspannung bringen kann. Natürliche Klänge wie Meeresrauschen oder das Fallen von Regentropfen zu hören, ist ebenfalls hilfreich, um Stress abzubauen.

Siehe auch

Literatur

  • Swami Sivananda: "Practice of Nature Cure“, Divine Life Society, ISBN 81-7052-229-3.
  • Hazrat Inayat Khan: Musik und kosmische Harmonie aus mystischer Sicht, Weinstadt, 2004.
  • Joachim Ernst Berendt: "Nada Brahma“ in: Die Welt ist Klang, Frankfurt, 1983.
  • Barbra Irmer, Carmen Mager: Nada Yoga - Hinwendung zum inneren Klang
  • Gunda Dietzel: Der individuelle Klang der menschlichen Stimme, Einführung in das Nada Brahma System nach Vemu Mukunda, Kisslegg, 2001.

Weblinks

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