Aufnahmebereitschaft

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Aufnahmebereitschaft ist die Fähigkeit, Neues aufzunehmen, Neues zu verstehen, sich auf Neues einzulassen. Aufnahmebereitschaft zu haben, bedeutet jung zu bleiben.

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Es ist gut, seine Neugier zu bewahren, sich zu öffnen, neue Erfahrungen, neues Wissen, neue Erkenntnisse zu suchen. Auch im Zusammensein mit einem Menschen ist Aufnahmebereitschaft für eine neue Sichtweise der Welt immer wieder hilfreich.

Aufnahmebereitschaft - eine Tugend. Was ist Aufnahmebereitschaft ? Woher stammt das Wort? Wozu ist Aufnahmebereitschaft gut? Was sind Synonyme, was das Gegenteil von Aufnahmebereitschaft ? Umfangreicher Artikel mit Vortragsvideo und Tipps.

Aufnahmebereitschaft als hilfreiche Tugend

Aus einem Vortrag von Sukadev Bretz

Eine Geschichte über Aufnahmebereitschaft. Swami Sivananda erzählt in seinem Buch "Inspirierende Geschichten" folgende Geschichte über Aufnahmebereitschaft: Es war einmal ein Kaufmann und dieser Kaufmann, der kannte einen Wander-Yogi und wollte von ihm eine Einweihung haben.

Der Yogi sprach mit ihm und sagte ihm, "später". Ein paar Monate später kam der Yogi wieder in den Ort, der Kaufmann ging wieder zum Yogi und sagte: "Bitte, gib mir doch eine Unterweisung." Der Yogi sagte: "Noch nicht, kultiviere weiter deine Aufnahmebereitschaft."

Der Kaufmann traf ein paar Monate später wieder den Yogi und sagte: "Oh bitte, gib mir doch jetzt die Einweihung." Und der Yogi sagte nochmals: "Kultiviere deine Aufnahmebereitschaft, noch bist du nicht bereit." Ein paar Monate später, der Kaufmann drängte wieder und der Yogi lächelte ihn verschmitzt an und sagte: "Ok, morgen früh." Und am nächsten Morgen kam dann der Kaufmann, brachte die drei klassischen Gaben mit, wenn man eine Einweihung bekommt, also Blumen und Obst und eine Geldspende.

Und unser Yogi, der hatte dort ein Gefäß mitgebracht, so eine Schüssel und in diese Schüssel hatte er Exkremente rein getan und legte sie dorthin, der Kaufmann war schon etwas befremdet. Und dann wollte der Kaufmann seine Gaben bringen und der Yogi sagte: "Leg sie in diese Schüssel hinein." Der Kaufmann schaute unseren Yogi befremdet an und sagte: "Aber Meister, das kann ich doch nicht tun. Lasse mich erstmal die Schüssel säubern, dann tue ich sie gerne rein."

Dann sagte der Meister: "Warum? Du kannst es doch einfach reintun." Da sagte der Schüler: "Nein, nein, ich muss die erst reinigen, erst dann kann ich die schönen Gaben reintun." Dann lächelte der Meister und sagte: "Siehst du, du bist noch nicht aufnahmebereit, du hast noch alle möglichen Dinge in deinem Geist drin. Du musst erst an deiner Aufnahmebereitschaft arbeiten, du musst erst an Mitgefühl und Liebe und Geduld arbeiten, dann werde ich dir die Einweihung geben können.

Jetzt hatte der Kaufmann die Lektion verstanden, die nächsten Monate arbeitete er besonders intensiv daran, geduldig zu sein, ehrlich zu sein, gute Werke zu tun, er meditierte auf seine eigene Weise und betete um mehr Aufnahmebereitschaft, dann konnte der Yogi ihn einweihen und unser Kaufmann erreichte höhere Bewusstseinsebenen.

In diesem Sinne, wenn du von spirituellen Lehren profitieren willst, wenn du auch von spirituellen Praktiken wirklich profitieren willst oder auch z.B. von einem spirituellen Retreat, einem Intensiv-Seminar oder der Gegenwart eines Meisters besonders profitieren willst, dann kultiviere Aufnahmebereitschaft.

Aufnahmebereitschaft in Beziehung zu anderen Eigenschaften

In diesem Yoga Wiki werden über 1000 Tugenden und Persönlichkeitsmerkmale beschrieben. Hier einige Erläuterungen, wie man die Eigenschaft der Aufnahmebereitschaft in Beziehung zu anderen Fähigkeiten und Verhaltensweisen sowie in Bezug auf Laster sehen kann:

Ähnliche Eigenschaften wie Aufnahmebereitschaft

Ähnliche Eigenschaften wie Aufnahmebereitschaft, also Synonyme zu Aufnahmebereitschaft sind z.B. Hilfsbereitschaft, Aufnahmefähigkeit, Entgegenkommen, Bereitwilligkeit, Offenheit.

Ausgleichende Eigenschaften

Jede Eigenschaft, jede Tugend, die übertrieben wird, wird zu einer Untugend, zu einem Laster, einer nicht hilfreichen Eigenschaft. Aufnahmebereitschaft übertrieben kann ausarten z.B. in egoistische Aufnahmebereitschaft, Aufnahmebereitschaft mit Hintergedanken. Daher braucht Aufnahmebereitschaft als Gegenpol die Kultivierung von Neutralität, Unvoreingenommenheit, wertfrei, gütig.

Gegenteil von Aufnahmebereitschaft

Zu jeder Eigenschaft gibt es ein Gegenteil. Hier Möglichkeiten für Gegenteil von Aufnahmebereitschaft, Antonyme zu Aufnahmebereitschaft:

Aufnahmebereitschaft im Kontext von Tugendengruppen, Persönlichkeitsfaktoren und Temperamenten

Entwicklung von Aufnahmebereitschaft

Aufnahmebereitschaft kann man sehen als Tugend, als eine positive Eigenschaft. Vielleicht willst du ja Aufnahmebereitschaft in dir stärker werden lassen. Hierzu einige Tipps:

  • Nimm dir vor, eine Woche lang diese Eigenschaft der Aufnahmebereitschaft zu kultivieren. Vielleicht kannst du nicht alle guten Eigenschaften auf einmal kultivieren. Aber es ist möglich, innerhalb einer Woche oder innerhalb eines Monats eine Tugend, eine Eigenschaft, stark werden zu lassen.
  • Triff den Entschluss: "Während der nächsten Woche will ich die Tugend, die Eigenschaft, Aufnahmebereitschaft kultivieren, wachsen lassen, stärker werden lassen. Ich freue mich darauf, in einer Woche ein aufnahmebereiterer Mensch zu sein."
  • Nimm dir vor, jeden Tag mindestens eine Handlung auszuführen, die Aufnahmebereitschaft ausdrückt. Mache jeden Tag etwas, was du sonst nicht tun würdest, was aber diese Tugend zum Ausdruck bringt
  • Wenn du morgens aufwachst, dann sage eine Affirmation, z.B.: "Ich entwickle Aufnahmebereitschaft".
  • Am Tag wiederhole immer wieder eine Autosuggestion, Affirmation wie z.B.: Ich bin aufnahmebereit".

Affirmationen zum Thema Aufnahmebereitschaft

Hier einige Affirmationen für mehr Aufnahmebereitschaft. Unter dem Stichwort "Affirmation" und "Wunderaffirmationen" erfährst du mehr zu Funktion und Wirkungsweise von Affirmationen.

Klassische Autosuggestion für Aufnahmebereitschaft

Hier die klassische Autosuggestion:

  • Ich bin aufnahmebereit.

Im Yoga verbindet man das gerne mit einem Mantra. Denn ein Mantra lässt die Affirmation stärker werden:

  • Ich bin aufnahmebereit. Om Om Om.
  • Ich bin ein Aufnahmebereiter, eine Aufnahmebereite OM.

Entwicklungsbezogene Affirmation für Aufnahmebereitschaft

Manche Menschen fühlen sich als Scheinheiliger oder als Heuchler, wenn sie sagen "Ich bin aufnahmebereit " - und sie sind es gar nicht. Dann hilft eine entwicklungsbezogene Affirmation:

  • Ich entwickle Aufnahmebereitschaft.
  • Ich werde aufnahmebereit.
  • Jeden Tag werde ich aufnahmebereiter.
  • Durch die Gnade Gottes entwickle ich jeden Tag mehr Aufnahmebereitschaft.

Dankesaffirmation für Aufnahmebereitschaft

  • Ich danke dafür, dass ich jeden Tag aufnahmebereiter werde.

Wunderaffirmationen Aufnahmebereitschaft

Du kannst es auch mit folgenden Affirmationen probieren:

  • Bis jetzt bin ich noch nicht sehr aufnahmebereit. Und das ist auch ganz verständlich, ich habe gute Gründe dafür. Aber schon bald werde ich Aufnahmebereitschaft entwickeln. Jeden Tag wird diese Tugend in mir stärker werden.
  • Ich freue mich darauf, bald sehr aufnahmebereit zu sein.
  • Ich bin jemand, der aufnahmebereit ist.

Gebet für Aufnahmebereitschaft

Auch ein Gebet ist ein machtvolles Mittel, um eine Tugend zu kultivieren. Hier ein paar Möglichkeiten für Gebete für mehr Aufnahmebereitschaft:

  • Lieber Gott, bitte gib mir mehr Aufnahmebereitschaft.
  • Oh Gott, ich verehre dich. Ich bitte dich darum, dass ich ein aufnahmebereiter Mensch werde.
  • Liebe Göttliche Mutter, ich danke dir. Ich danke dir dafür, dass ich jeden Tag die Tugend Aufnahmebereitschaft mehr und mehr zum Ausdruck bringe.

Was müsste ich tun, um Aufnahmebereitschaft zu entwickeln?

Du kannst dich auch fragen:

  • Was müsste ich tun, um Aufnahmebereitschaft zu entwickeln?
  • Wie könnte ich aufnahmebereit werden?
  • Lieber Gott, bitte zeige mir den Weg zu mehr Aufnahmebereitschaft.
  • Angenommen, ich will aufnahmebereit sein, wie würde ich das tun?
  • Angenommen, ich wäre aufnahmebereit, wie würde sich das bemerkbar machen?
  • Angenommen, ein Wunder würde geschehen, und ich hätte morgen Aufnahmebereitschaft kultiviert, was hätte sich geändert? Wie würde ich fühlen? Wie würde ich denken? Wie würde ich handeln? Als aufnahmebereiter Mensch, wie würde ich reagieren, mit anderen kommunizieren?

Siehe auch

Eigenschaften im Alphabet vor Aufnahmebereitschaft

Eigenschaften im Alphabet nach Aufnahmebereitschaft

Literatur

Weblinks

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