Surya Upanishad: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Surya Upanishad''': Die [[Surya]] [[Upanishad]] (Sanskrit: सूर्य उपनिषत्), oder Suryopanishad, ist eine der kleineren Upanishaden des [[Hinduismus]]. Sie gilt als Nummer 71 im Muktita-Kanon, einer in [[Telugu]] verfassten Anthologie eines Kanons von 108 Upaniṣhads, die wiederum Teil eines Dialogs zwischen [[Rama]] und [[Hanuman]] sein soll, der sich mit der Frage nach [[mukti]] in der Muktikā Upanishad (108 in der Liste) befasst.  Diese Upanishad wird dem ''sāmānya vedānta'' ("allgemeiner Vedanta") zugeordnet und ist dem [[Atharvaveda]] zuzuordnen.  Die Sonne (sūrya) wird als das Höchste Wesen gepriesen, aus dem die Wesen entstehen, von dem sie genährt werden und in das sie sich schließlich auflösen.  Die Surya Upanishad ist auch als Surya [[Atharvashirsha]] bekannt.   
'''Surya Upanishad''': Die [[Surya]] [[Upanishad]] ([[Devanagari]]: सूर्य उपनिषत्), oder Suryopanishad, ist eine der kleineren Upanishaden des [[Hinduismus]]. Sie gilt als Nummer 71 im [[Muktika]]-Kanon, einer in [[Telugu]] verfassten Anthologie eines Kanons von 108 Upaniṣhads, die wiederum Teil eines Dialogs zwischen [[Rama]] und [[Hanuman]] sein soll, der sich mit der Frage nach [[mukti]] in der [[Muktika Upanishad]] (108 in der Liste) befasst.  Diese Upanishad wird dem ''sāmānya vedānta'' ("allgemeiner Vedanta") zugeordnet und ist dem [[Atharvaveda]] zuzuordnen.  Die Sonne (sūrya) wird als das Höchste Wesen gepriesen, aus dem die Wesen entstehen, von dem sie genährt werden und in das sie sich schließlich auflösen.  Die Surya Upanishad ist auch als Surya [[Atharvashirsha]] bekannt.   


==Surya Upanishad oder Suryopanishad oder Surya Atharvashirsha in [[IAST]] mit der Übersetzung:==
==[[Surya]] [[Upanishad]] oder Suryopanishad oder Surya Atharvashirsha in [[IAST]] mit der Übersetzung:==


sūryopaniṣat sūryātharvaśīrṣam ca  
sūryopaniṣat sūryātharvaśīrṣam ca  
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:caturvidhapuruṣārthasiddhyarthe japeviniyogaḥ |
:caturvidhapuruṣārthasiddhyarthe japeviniyogaḥ |


'''Übersetzung:'''  Nun werden wir die Mantras des Atharva
'''Übersetzung:'''  Nun werden wir die [[Mantra]]s des [[Atharva
Veda in Bezug auf die Sonne erklären: Der Seher dieses
Veda]] in Bezug auf die Sonne erklären: Der Seher dieses
Atharva Angirasa Mantras ist Brahma, Meter
Atharva Angirasa Mantras ist [[Brahma]], Meter
Gayatri, Aditya die Gottheit, 'Hamsas so'ham
[[Gayatri]], [[Aditya]] die [[Gottheit]], 'Hamsas so'ham  
mit Agni und Narayana ist der Samen, die
mit [[Agni]] und[[Narayana]] ist der Samen, die
Kraft ist hrillekha oder hrim, die Nadel (kīlakam) ist die
Kraft ist hrillekha oder [[hrim]], die Nadel (kīlakam) ist die
Kraft im Prozess der Entfaltung des Himmels
Kraft im Prozess der Entfaltung des Himmels
usw., die Anwendung ist ihre Verwendung in der Wiederholung
usw., die Anwendung ist ihre Verwendung in der Wiederholung
zur Erreichung der vier menschlichen Ziele (d.h..
zur Erreichung der vier menschlichen Ziele (d.h..
Dharma, Artha, Kama und Moksha).
[[Dharma]], [[Artha]], [[Kama]] und [[Moksha]]).


:ṣaṭsvarārūḍhena bījena ṣaḍaṅgaṃ raktāmbujasaṃsthitam |
:ṣaṭsvarārūḍhena bījena ṣaḍaṅgaṃ raktāmbujasaṃsthitam |
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'''Übersetzung:''' Die sechs Glieder bestehen aus dem Samen mit
'''Übersetzung:''' Die sechs Glieder bestehen aus dem Samen mit
sechs hinzugefügten Vokalen. Lord Suryanarayana sitzt auf einem Wagen, der von  
sechs hinzugefügten Vokalen. Lord [[Suryanarayana]] sitzt auf einem Wagen, der von  
sieben Pferden gezogen wird. Er ist von goldenem Teint und hat vier Arme. Er hält zwei Lotusblumen.  Seine Hand ist in abhaya (abhaya mudra) erhoben, um den Segen der Furchtlosigkeit zu gewähren, und die andere Hand ist in varada (varada mudra) erhoben, um Segen zu spenden. Er ist die treibende Kraft des Rades der Zeit.
sieben Pferden gezogen wird. Er ist von goldenem Teint und hat vier Arme. Er hält zwei Lotusblumen.  Seine Hand ist in abhaya ([[Abhaya Mudra]]) erhoben, um den Segen der Furchtlosigkeit zu gewähren, und die andere Hand ist in varada ([[Varada Mudra]]) erhoben, um Segen zu spenden. Er ist die treibende Kraft des Rades der Zeit.
Derjenige, der den Herrn (Suryanarayana, Surya) kennt, ist in der Tat der Gelehrte oder Brahmana.
Derjenige, der den Herrn (Suryanarayana, [[Surya]]) kennt, ist in der Tat der Gelehrte oder [[Brahmana]].


:oṃ bhūrbhuvaḥsuvaḥ | oṃ tatsaviturvareṇyaṃ bhargo devasya
:oṃ bhūrbhuvaḥsuvaḥ | oṃ tatsaviturvareṇyaṃ bhargo devasya
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:sūrya ātmā jagatastasthuṣaśca | sūryādvai khalvimāni bhūtāni jāyante |
:sūrya ātmā jagatastasthuṣaśca | sūryādvai khalvimāni bhūtāni jāyante |
:sūryādyajñaḥ parjanyo'nnamātmā namasta(e) āditya |
:sūryādyajñaḥ parjanyo'nnamātmā |


'''Übersetzung:''' Die Sonne ist das Selbst (der Atman) der Welt, sowohl der belebten als auch der unbelebten.  Aus Surya entstehen alle Wesen, wie auch das Yajna (Opfer), Parjanya (Regen), Nahrung und Geist.
'''Übersetzung:''' Die Sonne ist das Selbst (der [[Atman]]) der Welt, sowohl der belebten als auch der unbelebten.  Aus [[Surya]] entstehen alle Wesen, wie auch das [[Yajna]] (Opfer), [[Parjanya]] (Regen), Nahrung und [[Geist]].


:namasta(e) āditya |
:tvameva pratyakṣaṃ karmakartāsi | tvameva pratyakṣaṃ brahmāsi |
:tvameva pratyakṣaṃ karmakartāsi | tvameva pratyakṣaṃ brahmāsi |
:tvameva pratyakṣaṃ viṣṇurasi |
:tvameva pratyakṣaṃ viṣṇurasi |
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:tvameva sarvaṃ chando'si |
:tvameva sarvaṃ chando'si |


'''Übersetzung:''' Ich verneige mich vor dir, Aditya; du bist der Vermittler selbst der
'''Übersetzung:''' Ich verneige mich vor dir, [[Aditya]]; Du bist der Handelnde aller Handlungen; Du bist die Manifestation von [[Brahma]], [[Vishnu]], [[Rudra]]; Du bist in Wahrheit der [[Rigveda]], [[Yajurveda]], [[Samaveda]], [[Atharvaveda]], und alle [[Chanda]]s.
Werkes, der manifestierte Brahma, Vishnu, Rudra, Rig, Yajur,
Sama, Atharva Vedas, sowie alle Chandas.


:ādityādvāyurjāyate | ādityādbhūmirjāyate | ādityādāpo
:ādityādvāyurjāyate | ādityādbhūmirjāyate | ādityādāpo
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:ādityo vā eṣa etanmaṇḍalaṃ tapati | asāvādityo brahma |
:ādityo vā eṣa etanmaṇḍalaṃ tapati | asāvādityo brahma |


'''Übersetzung:''' Von Aditya werden Luft, Erde, Wasser, Feuer, Himmel geboren,
'''Übersetzung:''' Aus Aditya werden Luft ([[Vayu]]), Erde ([[Bhumi]]), Wasser ([[Apas]]), Licht ([[Jyoti]]), Richtungen ([[Disha]]), die Götter ([[Deva]]) und die [[Veden]] geboren. Die Sonne erwärmt diesen Globus.  Die Sonne selbst ist wirklich [[Brahman]].
Richtungen, Devas, Veden; tatsächlich gibt die Sonne Wärmezu dieser Sphäre (Planet);
dieser Sonnengott ist Brahman,


:ādityo'ntaḥkaraṇamanobuddhicittāhaṅkārāḥ |  
:ādityo'ntaḥkaraṇamanobuddhicittāhaṅkārāḥ |  
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:ādityo vai śrotratvakcakṣūrasanaghrāṇāḥ |  
:ādityo vai śrotratvakcakṣūrasanaghrāṇāḥ |  


'''Übersetzung:''' Ich verbeuge mich vor Aditya, der die Form von antahkarana oder den inneren Organen des Geistes, des Intellekts, des Geistes und des Egos ist. Er ist Prana, Apana, samana, vyana und udhana, (alle fünf Luftströme, die im physischen Körper).  Er ist die fünf Sinnesorgane, nämlich Ohren, Haut, Augen, Zunge und Nase, deren Modifikationen Klang, Berührung, Form, Geschmack, Geschmack und Geruch sind.
'''Übersetzung:''' Ich verbeuge mich vor Aditya, der die Form von [[Antahkarana]] oder den inneren Organen des Geistes ([[Manas]]), des Intellekts ([[Buddhi]]), des Bewusstseins ([[Chitta]]) und des Egos ([[Ahankara]]) ist. Er ist in der Tat die fünf Atemzüge - [[Prana]], [[Apana]], [[Samana]], [[Vyana]] und [[Udana]] (alle fünf Luftströme, die sich im physischen Körper befinden).  Er ist die fünf Sinnesorgane, nämlich Ohren, Haut, Augen, Zunge und Nase, deren Modifikationen Klang, Berührung, Form, Geschmack, Aroma und Geruch sind.


:ādityo vai vākpāṇipādapāyūpasthāḥ |
:ādityo vai vākpāṇipādapāyūpasthāḥ |
:ādityo vai śabdasparśarūparasagandhāḥ |  
 
'''Übersetzung:''' [[Aditya]] ist wahrlich die fünf Handlungsorgane - Mund, Hände, Beine, Ausscheidungs- und Fortpflanzungsorgane (deren Modifikationen Sprache, Bewegung von Dingen durch die Hände, Bewegung des Körpers von Ort zu Ort durch die Beine, Ausscheidung und Fortpflanzung sind).
 
:ādityo vai śabdasparśarūparasagandhāḥ |
'''Übersetzung:''' Aditya ist in der Tat Klang ([[Shabda]]) , Berührung ([[Sparsha]]), Sehkraft ([[Rupa]]), Geschmack ([[Rasa]]) und Geruch ([[Gandha]]).
 
:ādityo vai vacanādānāgamanavisargānandāḥ |
:ādityo vai vacanādānāgamanavisargānandāḥ |
'''Übersetzung:'''  [[Aditya]] ist in der Tat die [[Glückseligkeit]], die während des Sprechens, des Innehaltens und der Bewegung erfahren wird (oft interpretiert als Chanten, Innehalten während des Chantens und der Fluss des Chantens).


'''Übersetzung:''' Er ist die fünf Bewegungsorgane Mund, Hände, Beine,
:ānandamayo jñānamayo vijñānānamaya ādityaḥ |
Ausscheidungs- und Erzeugungsorganen, deren Modifikationen
'''Übersetzung:'''   Aditya ist die Glückseligkeit und die geistige Hülle. Aditya ist reines Wissen. (Alternative: [[Glückseligkeit]], [[Wissen]] und [[Weisheit]] sind die [[Sonne]] selbst.)
die Sprache, die Bewegung der Dinge durch die Hände sind,
Bewegung des Körpers von Ort zu Ort durch die
Beine, Ausscheidung und Fortpflanzung.


:ānandamayo jñānamayo vijñānānamaya ādityaḥ |
:namo mitrāya bhānave mṛtyormā pāhi |
:namo mitrāya bhānave mṛtyormā pāhi |
:bhrājiṣṇave viśvahetave namaḥ | sūryādbhavanti bhūtāni
:bhrājiṣṇave viśvahetave namaḥ |  
:sūryādbhavanti bhūtāni sūryeṇa pālitāni tu |


'''Übersetzung:''' Glückseligkeit, Wissen und Weisheit sind die Sonne selbst. Ich verbeuge mich vor Mitra, Bhanu, dem Leuchtenden, der Ursache des Universums, und lasse mich von ihm
'''Übersetzung:''' Ich verbeuge mich vor [[Mitra]], [[Bhanu]], dem Leuchtenden, der Ursache des [[Universum]]s, und lasse mich von ihm mich vor dem [[Tod]] schützen. O Strahlender, du existierst für das Wohlergehen der ganzen Welt.
mich vor dem Tod schützen. Alle Geschöpfe sind aus Surya geboren und werden von ihm beschützt, lösen sich in ihm auf.
Alle Geschöpfe sind aus Surya geboren und werden von ihm beschützt.


:sūryeṇa pālitāni tu |
:sūrye layaṃ prāpnuvanti yaḥ sūryaḥ so'hameva ca |  
:sūrye layaṃ prāpnuvanti yaḥ sūryaḥ so'hameva ca | cakṣurno
:cakṣurno devaḥ savitā cakṣurna uta parvataḥ |
:devaḥ savitā cakṣurna uta parvataḥ |
:cakṣurdhātā dadhātu naḥ |  
:cakṣurdhātā dadhātu naḥ |  
'''Übersetzung:'''  Alle Wesen verschmelzen mit der Sonne, die die Verkörperung von [[Soham]] ist (Alternativ: Möge ich mit dir verschmelzen, der Verkörperung von Soham). Der Sonnengott [[Savita]] ist der Herr der Vision. Bitte gib uns die richtige Erkenntnis.
:ādityāya vidmahe sahasrakiraṇāyadhīmahi | tannaḥ sūryaḥ pracodayāt |
:ādityāya vidmahe sahasrakiraṇāyadhīmahi | tannaḥ sūryaḥ pracodayāt |


'''Übersetzung:''' Ich bin Surya selbst. Der göttliche Savitar ist unser Auge und Er
'''Übersetzung:''' Wir meditieren über [[Surya]], den Sonnengott, den Sohn der Ursprünglichen. Möge Er, der Tausend Strahlen hat, mir Klarheit geben. Oh Surya, bitte bringe mir Erleuchtung und Inspiration. (s. auch [[Surya Gayatri Mantra]] in Yogawiki).
Er wird Parvata genannt, weil Er die heiligen
Heilige Zeitpunkte durch Seine Zeitperioden anzeigt und Er
unsere Augen.
Wir kennen die Sonne. Wir meditieren über die
tausendstrahlige Sonne. Möge die Sonne uns inspirieren!


:savitā paścāttātsavitā
:savitā paścāttātsavitā
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:savitā naḥ suvatu sarvatātiṃ savitā no rāsatāṃ dīrghamāyuḥ |
:savitā naḥ suvatu sarvatātiṃ savitā no rāsatāṃ dīrghamāyuḥ |


'''Übersetzung:''' Savitar (Sonne) ist sowohl vor uns als auch
'''Übersetzung:''' [[Savita]] (Sonne) ist sowohl vor uns als auch
hinter uns, über uns und unter uns. Möge er uns Allgegenwärtigkeit und
hinter uns, über uns und unter uns. Savita (Sonne) ist sowohl vor uns als auch
hinter uns, über uns und unter uns. Möge er uns von allen Seiten umhüllen und uns ein
langes Leben.
langes Leben.


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:sūrya ityakṣaradvayam | āditya iti trīṇyakṣarāṇi |
:sūrya ityakṣaradvayam | āditya iti trīṇyakṣarāṇi |


'''Übersetzung:'''  Brahman ist die einzelne Silbe Om, 'Ghrini' hat zwei Silben, 'Surya'
'''Übersetzung:'''  [[Brahman]] ist die einzelne Silbe [[Om]], '[[Ghrini]]' hat zwei Silben, '[[Surya]]'
hat ebenfalls zwei Silben. Aditya" hat drei Silben.
hat ebenfalls zwei Silben. [[Aditya]]" hat drei Silben.  


:etasyaiva sūryasyāṣṭākṣaro manuḥ | yaḥ sadāharaharjapati sa
:etasyaiva sūryasyāṣṭākṣaro manuḥ | yaḥ sadāharaharjapati sa
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'''Übersetzung:''' Dies ist das achtsilbige Mantra
'''Übersetzung:''' Dies ist das achtsilbige Mantra
(Om, Ghrinih Surya Aditya om). Dies ist Atharvaangiras Surya
(Om, Ghrinih Surya Aditya om). Dies ist Atharvaangiras Surya
Mantra. Derjenige, der es täglich rezitiert, gilt als ein Brahmane sein.
Mantra. Derjenige, der dies täglich rezitiert, wird zu einem [[Brahman]].
Anmerkung:  siehe [[Om Ghrinih Surya Adityah Surya Moksha Mantra]] in Yogawiki.


:sūryābhimukho japtvā mahāvyādhibhayātpramucyate |
:sūryābhimukho japtvā mahāvyādhibhayātpramucyate |
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:saiṣāṃ sāvitrīṃ vidyāṃ na kiñcidapi na kasmaicitpraśaṃsayet |
:saiṣāṃ sāvitrīṃ vidyāṃ na kiñcidapi na kasmaicitpraśaṃsayet |


'''Übersetzung:''' Wenn dieses Mantra mit Blick auf die Sonne rezitiert wird, wird man
'''Übersetzung:''' Wenn dieses [[Mantra]] mit Blick auf die Sonne rezitiert wird, wird man
wird man von der Angst vor großen Krankheiten befreit;
wird man von der Angst vor großen Krankheiten befreit;
seine Armut verschwindet. Er wird frei
seine Armut verschwindet. Er wird frei
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die keinen Charakter haben.
die keinen Charakter haben.
Wenn man dies zur Mittagszeit mit Blick auf die Sonne rezitiert
Wenn man dies zur Mittagszeit mit Blick auf die Sonne rezitiert
Sonne gerichtet rezitiert, wird er von den fünf großen Sünden befreit.
wird er von den fünf großen Sünden befreit.
Er sollte darauf achten, dieses Savitri Vidya nicht an unverdiente Menschen weiterzugeben.
Er sollte darauf achten, dieses [[Savitri Vidya]] nicht an unverdiente Menschen weiterzugeben.
Savitri Vidya nicht an unwürdige Menschen weitergibt.


:ya etāṃ mahābhāgaḥ prātaḥ paṭhati sa bhāgyavāñjāyate |
:ya etāṃ mahābhāgaḥ prātaḥ paṭhati sa bhāgyavāñjāyate |
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'''Übersetzung:''' Derjenige, der bei Sonnenaufgang rezitiert, wird
'''Übersetzung:''' Derjenige, der bei Sonnenaufgang rezitiert, wird
glücklich, bekommt Lebendvieh, meistert Vedas; rezitiert er während der drei
glücklich, bekommt Lebendvieh, meistert [[Veda]]s; rezitiert er während der drei
Perioden (Morgengrauen, Mittag und Abenddämmerung) erhält er die Frucht  
Perioden (Morgengrauen, Mittag und Abenddämmerung) erhält er die Frucht  
der Ausführung von hundert Yagnas; rezitiert er, wenn die Sonne in
der Ausführung von hundert [[Yagna]]s; rezitiert er, wenn die Sonne in
Hasta Nakshatra steht, besiegt er den Tod.
[[Hasta]] [[Nakshatra]] steht, besiegt er den [[Tod]].


:ityupaniṣat ||
:ityupaniṣat ||


:hariḥ oṃ bhadraṃ karṇebhiriti śāntiḥ ||
Das '''[[Om Bhadram Karnebhih - Shanti Mantra]]:''' wird hier wiederholt.


:iti sūryopaniṣatsamāptā ||
:iti sūryopaniṣatsamāptā ||
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:इत्युपनिषत् ॥
:इत्युपनिषत् ॥


:हरिः ॐ भद्रं कर्णेभिरिति शान्तिः ॥
:ॐ भद्रं कर्णेभिः श्रुणुयाम देवाः । भद्रं
:पश्येमाक्षभिर्यजत्राः ।
:स्थिरैरङ्गैस्तुष्टुवांसस्तनूभिर्व्यशेम देवहितं यदायुः ।
:स्वस्ति न इन्द्रो वृद्धश्रवाः ।  स्वस्ति नः पूषा विश्ववेदाः ।
:स्वस्ति नस्तार्क्ष्यो अरिष्टनेमिः । स्वस्ति नो बृहस्पतिर्दधातु ॥
 
:ॐ शान्तिः शान्तिः शान्तिः ॥


:इति सूर्योपनिषत्समाप्ता ॥
:इति सूर्योपनिषत्समाप्ता ॥
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{{#ev:youtube|https://www.youtube.com/watch?v=d7OglhZe21I}}


'''!!!Diese Seite ist noch in Bearbeitung!!!'''
Quelle:  für Suryopanishad auf Sanskrit:  https://sanskritdocuments.org/
 
==Tiefer gehende Erläuterungen zur Surya Upanishad==
 
Die '''Surya Upanishad''' (Sanskrit: सूर्योपनिषत् सूर्याथर्वशीर्षम् च, ''sūryopaniṣat sūryātharvaśīrṣam ca'') gehört zur Gruppe der [[Samanya Vedanta Upanishad]] und wird in der [[Muktika Upanishad|Muktika-Liste]] dem [[Atharvaveda]] zugeordnet. Im Mittelpunkt steht Surya als sichtbares Licht und als höchstes [[Brahman]]. Ihr Sanskrittext ist in unterschiedlichen Handschriften und Druckausgaben nicht immer gleich gegliedert; die folgende Ausgabe folgt der vollständig überlieferten Sanskrit-Documents-Fassung und nennt die verwendete Textgrundlage.
 
Inhaltlich behandelt die Schrift vor allem Surya-Atharvangirasa-[[Mantra]]; Sonne, [[Prana]] und Elemente; Gayatri, Gesundheitssymbolik und [[Selbsterkenntnis]]. Sie verbindet die Autorität der [[Upanishaden]] mit dem jeweiligen geistigen Milieu ihrer Überlieferung. Darum sollte sie zugleich aufmerksam, traditionssensibel und mit philosophischem Unterscheidungsvermögen gelesen werden.
 
[[Datei:Spiritualität_Erwachen_Yoga_Aura_Kundalini_Chakra_Bewusstsein_Körper_Erleuchtung.jpg|thumb|Die Surya Upanishad lädt dazu ein, ihre Symbole in eine lebendige Praxis von Erkenntnis, Hingabe und innerer Sammlung zu verwandeln.]]
 
Für heutige Übende ist entscheidend, dass [https://www.yoga-vidya.de/yoga/ Yoga] hier nicht auf Körperübungen verkürzt wird. Studium, ethische Läuterung, [https://www.yoga-vidya.de/meditation/ Meditation], Hingabe und Selbsterkenntnis bilden einen Zusammenhang. Historische Ritualvorschriften oder außergewöhnliche Wirkungsbehauptungen werden in diesem Artikel als Quelleninhalt erklärt; sie sind nicht automatisch moderne Übungs- oder Heilversprechen.
 
=== Surya Upanishad: Datierung, Inhalt und Bedeutung ===
 
'''Name, Einordnung und Überlieferung '''
 
Der Name bezeichnet die Lehre über Surya als sichtbares Licht und als höchstes [[Brahman]]. Als [[Samanya Vedanta Upanishad]] verbindet die Schrift upanishadische Befreiungssprache mit Begriffen, Bildern und Praktiken ihrer besonderen Tradition. Die Zuordnung zum [[Atharvaveda]] beruht vor allem auf dem Muktika-Kanon und den Kolophonen der späteren Sammlungen; sie bedeutet nicht zwingend, dass der gesamte Text schon zur ältesten Schicht dieses Veda gehörte.
 
Die Überlieferung ist handschriftlich. Abschnitts- und Verszahlen können deshalb zwischen Ausgaben abweichen, besonders bei Prosateilen, Schlussformeln und eingeschobenen Mantras. Diese Ausgabe gibt den benutzten Text vollständig wieder und gliedert lange Prosa für Übersetzung und Worterklärung in redaktionelle Sinnabschnitte. Solche Zwischenüberschriften sind keine vorgetäuschten alten Verszahlen.
 
'''Datierung '''
 
Die genaue Entstehungszeit ist nicht gesichert. Sprache, Systematisierung und Stellung im Muktika-Kanon sprechen für eine jüngere Upanishad, deren überlieferte Gestalt wahrscheinlich im ersten Jahrtausend n. Chr. oder im frühen Mittelalter gewachsen ist. Datierungen von Neben-Upanishaden sind grundsätzlich Näherungen: Ein alter Lehrgedanke, die erhaltene sprachliche Fassung und der Zeitpunkt der Aufnahme in eine Sammlung können verschiedenen Epochen angehören.
 
'''Aufbau und Inhalt '''
 
Der Text entfaltet Surya-Atharvangirasa-[[Mantra]]; Sonne, [[Prana]] und Elemente; Gayatri, Gesundheitssymbolik und [[Selbsterkenntnis]]. Seine Bewegung führt von sichtbaren Formen, kosmologischen Zuordnungen oder Regeln immer wieder zur Frage nach dem tragenden [[Bewusstsein]]. Selbst dort, wo Ritual, Gottheit oder Mantra im Vordergrund stehen, zielt die upanishadische Deutung auf eine Umwandlung des Erkennenden.
 
Für die Lektüre ist es hilfreich, drei Ebenen auseinanderzuhalten: Erstens die wörtliche historische Vorschrift oder Erzählung, zweitens ihre symbolische und meditative Bedeutung und drittens die philosophische Aussage über [[Atman]], Brahman und [[Moksha|Befreiung]]. Nicht jede Passage beansprucht auf allen drei Ebenen dieselbe Art von Wahrheit.
 
'''Philosophische Kernlehre'''
 
Die zentrale Perspektive lautet: Surya als sichtbares Licht und als höchstes Brahman. Die wechselnden Erfahrungen, Namen und Formen sind nicht das letzte Maß des Menschen. Freiheit entsteht, wenn Identifikation, Unwissenheit und zwanghafte Anhaftung durch klare Erkenntnis, Sammlung und eine gereifte Lebensführung durchschaut werden.
 
Diese Lehre darf nicht als bloße Behauptung „Alles ist eins“ missverstanden werden. Die Upanishaden verbinden Einsicht mit Disziplin: Der Geist soll wahrhaftig, ruhig und fein werden. Erst dann wird [[Advaita Vedanta|Nichtdualität]] zu gelebter Freiheit statt zu einem abstrakten Gedanken.
 
[[Datei:Entspannung_entspannen_Meditation_Vertrauen_Gelassenheit_bunt.jpg|thumb|Studium wird in der upanishadischen Tradition durch Kontemplation, Meditation und verantwortliches Handeln vertieft.]]
 
'''Beziehungen zu anderen Schriften '''
 
Thematisch steht die Surya Upanishad besonders neben [[Annapurna Upanishad]], [[Akshi Upanishad]], [[Ekakshara Upanishad]], [[Adhyatma Upanishad]], [[Akshamalika Upanishad]], [[Savitri Upanishad]], [[Atma Upanishad]]. Gemeinsame Motive können wörtliche Übernahmen, geteilte mündliche Traditionen oder spätere Neuinterpretationen älterer Verse anzeigen. Ähnlichkeit allein beweist jedoch keine eindeutige chronologische Abhängigkeit.
 
Die [[Bhagavad Gita]] verbindet ebenfalls Erkenntnis, Hingabe und Handeln; das [[Yoga Sutra]] beschreibt die Sammlung des Geistes mit einer anderen systematischen Sprache. Ein Vergleich macht sichtbar, was allen Wegen gemeinsam ist und wo die Surya Upanishad einen eigenen Akzent setzt.
 
'''Bedeutung für die Tradition '''
 
Für die zugehörige Tradition legitimiert die Schrift Praxis nicht nur durch Vorschrift, sondern durch eine Sicht des Menschen und des Kosmos. Die im Text behandelten Themen – Surya-Atharvangirasa-Mantra; Sonne, Prana und Elemente; Gayatri, Gesundheitssymbolik und Selbsterkenntnis – erhalten dabei einen gemeinsamen inneren Bezug. Ritual und Symbol gewinnen ihren tiefsten Sinn, wenn sie Erinnerung, Sammlung, Selbsthingabe und Erkenntnis fördern.
 
Historisch war die Unterweisung häufig in eine [[Guru]]-Schüler-Beziehung eingebettet. Das gilt besonders für Bija-Mantras, Nyasa, Gelübde, intensive Atemmethoden oder weitreichende Formen der [[Sannyasa|Entsagung]]. Die schriftliche Überlieferung bewahrt die Lehre; sie ersetzt nicht in jedem Fall die persönliche Anleitung.
 
'''Bedeutung für heutige Yoga Aspiranten'''
 
Der moderne [[Yoga Aspirant]] kann die Schrift fruchtbar lesen, ohne jedes vormoderne Weltbild wörtlich übernehmen zu müssen. Er kann fragen: Welche Form von Unwissenheit wird hier beschrieben? Welche Haltung reinigt den Geist? Wie werden Körper, Atem, Gefühl, Denken und Bewusstsein miteinander verbunden? Und woran zeigt sich Befreiung im Umgang mit anderen Menschen?
 
Praktisch bedeutet dies: kurze Passagen regelmäßig studieren, zentrale Begriffe nachschlagen, die Lehre in stiller [[Meditation]] prüfen und ihre ethische Wirkung beobachten. Wachsende Geduld, Wahrhaftigkeit, Mitgefühl und Freiheit von zwanghaftem Begehren sind verlässlichere Zeichen als Visionen, Titel oder außergewöhnliche Erlebnisse.
 
''' Bedeutung für Yogalehrer und spirituelle Begleiter '''
 
Für [[Yogalehrer]] ist die Surya Upanishad eine Erinnerung an sorgfältige Kontextualisierung. Ein Lehrer sollte zwischen Textaussage, traditioneller Kommentierung, persönlicher Erfahrung und überprüfbaren körperlichen Wirkungen unterscheiden. Er sollte schwierige soziale, medizinische oder sektarische Aussagen weder verschweigen noch unkritisch bestätigen.
 
Ein verantwortlicher Lehrer führt nicht in Abhängigkeit. Er hilft Lernenden, Schrift, Vernunft, Gewissen und eigene Erfahrung miteinander ins Gespräch zu bringen. Wo Übungen Risiken bergen oder eine Einweihung voraussetzen, gehören klare Grenzen zur spirituellen Redlichkeit.
 
''' Bleibende Botschaft '''
 
Die bleibende Einladung der Surya Upanishad besteht in der vertieften Auseinandersetzung mit ihrem Kernanliegen: Surya als sichtbares Licht und als höchstes Brahman. Formen können verschieden sein; das Ziel ist eine Freiheit, die den ganzen Menschen verwandelt. Erkenntnis wird dann lebendig, wenn sie das Herz weitet, den Geist klärt und das tägliche Handeln wahrhaftiger macht.
 
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== Surya Upanishad – Sanskrit (IAST), Übersetzung und Wort-für-Wort-Erläuterung ==
 
Die folgende Studienfassung gibt jede nummerierte Vers- und jede wirkliche Prosatexteinheit einzeln wieder. Die Überschrift steht jeweils über dem Sanskrit; unmittelbar darunter folgen die eigene deutsche Übersetzung und eine vollständige, nach sinnvollen Wortgruppen gegliederte Wort-für-Wort-Erläuterung.
 
'''Vedische Zuordnung der Surya Upanishad'''<br>
atharvavedīya sāmānyopaniṣat |<br>
 
'''Deutsche Übersetzung:''' Allgemeine Upanishad des Atharvaveda.
 
'''Wort-für-Wort-Erläuterung:''' ''upaniṣad'' – Upanishad, geheime Lehre; ''atharvavedīya sāmānyopaniṣat'' – als Wortgruppe: Allgemeine Upanishad des Atharvaveda.
 
'''Eröffnungsvers der Surya Upanishad'''<br>
sūditasvātiriktārisūrinandātmabhāvitam |<br>
sūryanārāyaṇākāraṃ naumi citsūryavaibhavam ||<br>
 
'''Deutsche Übersetzung:''' Ich preise die Herrlichkeit der Bewusstseins-Sonne in Gestalt Surya Narayanas, die im Inneren der Weisen erfahren wird und die Feinde der Selbsterkenntnis überwindet.
 
'''Wort-für-Wort-Erläuterung:''' ''cit'' – reines Bewusstsein; ''sūrya'' – Sonne, Surya; ''sūditasvātiriktārisūrinandātmabhāvitam'' – als Wortgruppe: Ich preise die Herrlichkeit der Bewusstseins-Sonne in Gestalt Surya Narayanas; ''sūryanārāyaṇākāraṃ naumi citsūryavaibhavam'' – als Wortgruppe: die im Inneren der Weisen erfahren wird und die Feinde der Selbsterkenntnis überwindet.
 
'''Shanti Mantra'''<br>
oṃ bhadraṃ karṇebhiḥ śruṇuyāma devāḥ |<br>
bhadraṃ paśyemākṣabhiryajatrāḥ |<br>
sthirairaṅgaistuṣṭuvāṃsastanūbhirvyaśema devahitaṃ yadāyuḥ |<br>
svasti na indro vṛddhaśravāḥ | svasti naḥ pūṣā viśvavedāḥ |<br>
svasti nastārkṣyo ariṣṭanemiḥ | svasti no bṛhaspatirdadhātu ||<br>
oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ ||<br>
 
'''Deutsche Übersetzung:''' Om. Ihr Götter, mögen wir mit unseren Ohren hören, was heilsam ist, und mit unseren Augen sehen, was heilsam ist, ihr Verehrungswürdigen. Mögen wir euch mit standhaften Gliedern und Körpern preisen und die von den Göttern bestimmte Lebensspanne erfüllen. Möge Indra, der weithin Gerühmte, uns Wohlergehen schenken; möge Pushan, der Allwissende, uns Wohlergehen schenken; möge Tarkshya mit unversehrtem Rad uns Wohlergehen schenken; möge Brihaspati uns Wohlergehen gewähren. Om. Frieden, Frieden, Frieden.
 
'''Wort-für-Wort-Erläuterung:''' ''oṃ'' – Om; ''bhadram'' – heilsam, glückverheißend; ''karṇebhiḥ śṛṇuyāma'' – mögen wir mit den Ohren hören; ''akṣabhiḥ paśyema'' – mögen wir mit den Augen sehen; ''yajatrāḥ'' – ihr Verehrungswürdigen; ''sthiraiḥ aṅgaiḥ'' – mit standhaften Gliedern; ''vyaśema devahitaṃ yad āyuḥ'' – mögen wir die von den Gottheiten bestimmte Lebensspanne erfüllen; ''svasti naḥ'' – Wohlergehen für uns; ''Indra, Pūṣan, Tārkṣya, Bṛhaspati'' – die angerufenen Gottheiten; ''śāntiḥ'' – Frieden
 
=== 1. Kapitel ===
 
'''1. Prosateil Surya Upanishad'''<br>
hariḥ oṃ atha sūryātharvāṅgirasaṃ vyākhyāsyāmaḥ |<br>
brahmā ṛṣiḥ | gāyatrī chandaḥ | ādityo devatā |<br>
haṃsaḥ so'hamagninārāyaṇayuktaṃ bījam | hṛllekhā śaktiḥ |<br>
viyadādisargasaṃyuktaṃ kīlakam |<br>
caturvidhapuruṣārthasiddhyarthe viniyogaḥ |<br>
ṣaṭsvarārūḍhena bījena ṣaḍaṅgaṃ raktāmbujasaṃsthitam |<br>
saptāśvarathinaṃ hiraṇyavarṇaṃ caturbhujaṃ<br>
padmadvayābhayavaradahastaṃ kālacakrapraṇetāraṃ<br>
śrīsūryanārāyaṇaṃ ya evaṃ veda sa vai brāhmaṇaḥ |<br>
 
'''Deutsche Übersetzung:''' Hari Om. Nun erklären wir die Suryatharvangirasa-Lehre. Brahma ist der Seher, Gayatri das Metrum und Aditya die Gottheit. Hamsa und Soham, mit Agni und Narayana verbunden, bilden den Keimlaut; Hrim ist die Kraft. Die Anwendung zielt auf die vier menschlichen Lebensziele. Wer Surya Narayana als goldfarbenen Lenker des Zeitrades erkennt – auf rotem Lotus, mit sieben Pferden, vier Armen, zwei Lotosblüten sowie Schutz- und Segensgeste –, gilt im Sinn des Textes als wahrer Brahmane.
 
'''Wort-für-Wort-Erläuterung:''' ''hariḥ'' – Hari; ''oṃ'' – Om, die heilige Silbe; ''atha'' – nun, darauf; ''sūrya'' – Sonne, Surya; ''brahman'' – o Brahmane; Brahman; ''ṛṣi'' – Seher, Rishi; ''āditya'' – Aditya, Sonne; ''haṃsaḥ'' – Hamsa, der frei wandernde Lebenshauch und das höchste Selbst; ''tad'' – das, jenes; ''aha'' – ich; ''rakta'' – rot, gefärbt; ''śrī'' – Glanz, Glück; Shri; ''ya'' – wer, welcher; ''evam'' – auf diese Weise; ''eva'' – allein, wahrlich; ''veda'' – weiß, erkennt; ''sa'' – er, dieser; ''vai'' – wahrlich, gewiss; ''hariḥ oṃ atha sūryātharvāṅgirasaṃ vyākhyāsyāmaḥ brahmā ṛṣiḥ'' – als Wortgruppe: Hari Om.; ''gāyatrī chandaḥ ādityo devatā'' – als Wortgruppe: Nun erklären wir die Suryatharvangirasa-Lehre.; Brahma ist der Seher, Gayatri das Metrum und Aditya die Gottheit.; ''haṃsaḥ so'hamagninārāyaṇayuktaṃ bījam hṛllekhā śaktiḥ'' – als Wortgruppe: Hamsa und Soham, mit Agni und Narayana verbunden, bilden den Keimlaut; ''viyadādisargasaṃyuktaṃ kīlakam caturvidhapuruṣārthasiddhyarthe viniyogaḥ'' – als Wortgruppe: Hrim ist die Kraft.; ''ṣaṭsvarārūḍhena bījena ṣaḍaṅgaṃ raktāmbujasaṃsthitam saptāśvarathinaṃ hiraṇyavarṇaṃ caturbhujaṃ'' – als Wortgruppe: Die Anwendung zielt auf die vier menschlichen Lebensziele.; Wer Surya Narayana als goldfarbenen Lenker des Zeitrades erkennt; ''padmadvayābhayavaradahastaṃ kālacakrapraṇetāraṃ śrīsūryanārāyaṇaṃ ya evaṃ veda sa vai brāhmaṇaḥ'' – als Wortgruppe: auf rotem Lotus, mit sieben Pferden, vier Armen, zwei Lotosblüten sowie Schutz- und Segensgeste –, gilt im Sinn des Textes als wahrer Brahmane.
 
'''2. Prosateil Surya Upanishad'''<br>
oṃ bhūrbhuvaḥsuvaḥ | oṃ tatsaviturvareṇyaṃ bhargo devasya<br>
dhīmahi | dhiyo yo naḥ pracodayāt |<br>
sūrya ātmā jagatastasthuṣaśca | sūryādvai khalvimāni<br>
bhūtāni jāyante |<br>
sūryādyajñaḥ parjanyo'nnamātmā<br>
 
'''Deutsche Übersetzung:''' Om Bhur Bhuvah Svah. Wir meditieren über den verehrungswürdigen Glanz Savitars; möge er unsere Gedanken anregen. Surya ist das Selbst der beweglichen und unbeweglichen Welt. Aus Surya entstehen die Wesen, Opfer, Regen, Nahrung und Lebenshauch.
 
'''Wort-für-Wort-Erläuterung:''' ''oṃ'' – Om, die heilige Silbe; ''tad'' – das, jenes; ''deva'' – Gottheit; ''naḥ'' – uns, für uns; ''sūrya'' – Sonne, Surya; ''ātmā'' – das Selbst; ''ātman'' – Selbst; ''jagat'' – Welt; ''vai'' – wahrlich, gewiss; ''idam'' – dieses hier; ''jāyante'' – sie entstehen, werden geboren; ''oṃ bhūrbhuvaḥsuvaḥ'' – als Wortgruppe: Om Bhur Bhuvah Svah.; ''oṃ tatsaviturvareṇyaṃ bhargo devasya dhīmahi'' – als Wortgruppe: Wir meditieren über den verehrungswürdigen Glanz Savitars; ''dhiyo yo naḥ pracodayāt'' – als Wortgruppe: möge er unsere Gedanken anregen.; ''sūrya ātmā jagatastasthuṣaśca'' – als Wortgruppe: Surya ist das Selbst der beweglichen und unbeweglichen Welt.; ''sūryādvai khalvimāni bhūtāni jāyante'' – als Wortgruppe: Aus Surya entstehen die Wesen; ''sūryādyajñaḥ parjanyo'nnamātmā'' – als Wortgruppe: Opfer, Regen, Nahrung und Lebenshauch.
 
'''3. Prosateil Surya Upanishad'''<br>
namaste āditya |<br>
tvameva pratyakṣaṃ karmakartāsi | tvameva pratyakṣaṃ brahmāsi |<br>
tvameva pratyakṣaṃ viṣṇurasi |<br>
tvameva pratyakṣaṃ rudro'si | tvameva pratyakṣamṛgasi |<br>
tvameva pratyakṣaṃ yajurasi |<br>
tvameva pratyakṣaṃ sāmāsi | tvameva pratyakṣamatharvāsi |<br>
tvameva sarvaṃ chando'si |<br>
 
'''Deutsche Übersetzung:''' Verehrung dir, Aditya. Du bist sichtbar der Handelnde, Brahma, Vishnu und Rudra; du bist Rig-, Yajur-, Sama- und Atharvaveda und du bist alle Metren.
 
'''Wort-für-Wort-Erläuterung:''' ''tad'' – das, jenes; ''āditya'' – Aditya, Sonne; ''eva'' – allein, wahrlich; ''pratyakṣam'' – unmittelbar, sichtbar beziehungsweise in geistiger Gegenwart; ''brahma'' – Brahman, das Absolute; ''sarvam'' – alles; ''sarva'' – alles, ganz; ''namaste āditya tvameva pratyakṣaṃ karmakartāsi'' – als Wortgruppe: Verehrung dir, Aditya.; ''tvameva pratyakṣaṃ brahmāsi'' – als Wortgruppe: Du bist sichtbar der Handelnde; ''tvameva pratyakṣaṃ viṣṇurasi tvameva pratyakṣaṃ rudro'si'' – als Wortgruppe: Brahma, Vishnu und Rudra; ''tvameva pratyakṣamṛgasi tvameva pratyakṣaṃ yajurasi'' – als Wortgruppe: du bist Rig-; ''tvameva pratyakṣaṃ sāmāsi'' – als Wortgruppe: Yajur-; ''tvameva pratyakṣamatharvāsi tvameva sarvaṃ chando'si'' – als Wortgruppe: Sama- und Atharvaveda und du bist alle Metren.
 
'''4. Prosateil Surya Upanishad'''<br>
ādityādvāyurjāyate | ādityādbhūmirjāyate | ādityādāpo<br>
jāyante | ādityājjyotirjāyate |<br>
ādityādvyoma diśo jāyante | ādityāddevā jāyante |<br>
ādityādvedā jāyante |<br>
ādityo vā eṣa etanmaṇḍalaṃ tapati | asāvādityo brahma |<br>
ādityo'ntaḥkaraṇamanobuddhicittāhaṅkārāḥ | ādityo vai<br>
vyānaḥ samānodāno'pānaḥ prāṇaḥ |<br>
ādityo vai śrotratvakcakṣūrasanaghrāṇāḥ | ādityo vai<br>
vākpāṇipādapāyūpasthāḥ |<br>
ādityo vai śabdasparśarūparasagandhāḥ | ādityo vai<br>
vacanādānāgamanavisargānandāḥ |<br>
 
'''Deutsche Übersetzung:''' Aus Aditya entstehen Luft, Erde, Wasser, Licht, Raum, Himmelsrichtungen, Gottheiten und Veden. Aditya ist das leuchtende Sonnenrund und Brahman. Im Menschen erscheint er als inneres Organ, Denken, Intellekt, Gedächtnis, Ich-Sinn, als die fünf Lebenshauche, Wahrnehmungs- und Handlungsorgane, Sinnesqualitäten und ihre Tätigkeiten.
 
'''Wort-für-Wort-Erläuterung:''' ''āditya'' – Aditya, Sonne; ''vāyu'' – Wind, Lebensluft; ''jāyante'' – sie entstehen, werden geboren; ''jāyate'' – entsteht, wird geboren; ''vā'' – oder; ''etad'' – dieses; ''brahma'' – Brahman, das Absolute; ''brahman'' – o Brahmane; Brahman; ''manas'' – Geist, Denken; ''citta'' – Geist, mentales Bewusstsein; ''aha'' – ich; ''vai'' – wahrlich, gewiss; ''apāna'' – Apana, abwärts gerichteter Lebenshauch; ''prāṇa'' – Prana, Lebenshauch; ''prāṇ'' – atmen; Lebenshauch; ''śrotra'' – Ohr, Gehör; ''cakṣu'' – Auge; ''cakṣus'' – Auge, Sehen; ''vāc'' – Rede; ''ādityādvāyurjāyate ādityādbhūmirjāyate ādityādāpo'' – als Wortgruppe: Aus Aditya entstehen Luft, Erde, Wasser, Licht, Raum, Himmelsrichtungen, Gottheiten und Veden.; ''jāyante ādityājjyotirjāyate ādityādvyoma diśo jāyante'' – als Wortgruppe: Aditya ist das leuchtende Sonnenrund und Brahman.; ''ādityāddevā jāyante ādityādvedā jāyante ādityo vā eṣa etanmaṇḍalaṃ tapati asāvādityo brahma'' – als Wortgruppe: Im Menschen erscheint er als inneres Organ; ''ādityo'ntaḥkaraṇamanobuddhicittāhaṅkārāḥ ādityo vai vyānaḥ samānodāno'pānaḥ prāṇaḥ'' – als Wortgruppe: Denken; ''ādityo vai śrotratvakcakṣūrasanaghrāṇāḥ ādityo vai vākpāṇipādapāyūpasthāḥ'' – als Wortgruppe: Intellekt; ''ādityo vai śabdasparśarūparasagandhāḥ ādityo vai vacanādānāgamanavisargānandāḥ'' – als Wortgruppe: Gedächtnis, Ich-Sinn, als die fünf Lebenshauche, Wahrnehmungs- und Handlungsorgane, Sinnesqualitäten und ihre Tätigkeiten.
 
'''5. Prosateil Surya Upanishad'''<br>
ānandamayo jñānamayo vijñānānamaya ādityaḥ | namo mitrāya<br>
bhānave mṛtyormā pāhi |<br>
bhrājiṣṇave viśvahetave namaḥ | sūryādbhavanti bhūtāni<br>
sūryeṇa pālitāni tu |<br>
sūrye layaṃ prāpnuvanti yaḥ sūryaḥ so'hameva ca |<br>
 
'''Deutsche Übersetzung:''' Aditya besteht aus Glückseligkeit und Erkenntnis. Verehrung Mitra und Bhanu; schütze mich vor dem Tod. Verehrung dem Strahlenden, dem Ursprung des Alls. Aus Surya entstehen die Wesen, durch Surya werden sie bewahrt und in Surya lösen sie sich auf. Dieser Surya bin wahrlich ich.
 
'''Wort-für-Wort-Erläuterung:''' ''vijñāna'' – unterscheidende Erkenntnis; ''āditya'' – Aditya, Sonne; ''sūrya'' – Sonne, Surya; ''tu'' – aber, hingegen; ''yaḥ'' – wer, welcher; ''tad'' – das, jenes; ''aha'' – ich; ''eva'' – allein, wahrlich; ''ca'' – und; ''ānandamayo jñānamayo vijñānānamaya ādityaḥ'' – als Wortgruppe: Aditya besteht aus Glückseligkeit und Erkenntnis.; ''namo mitrāya'' – als Wortgruppe: Verehrung Mitra und Bhanu; ''bhānave mṛtyormā pāhi bhrājiṣṇave viśvahetave namaḥ'' – als Wortgruppe: schütze mich vor dem Tod.; ''sūryādbhavanti bhūtāni'' – als Wortgruppe: Verehrung dem Strahlenden, dem Ursprung des Alls.; ''sūryeṇa pālitāni tu'' – als Wortgruppe: Aus Surya entstehen die Wesen, durch Surya werden sie bewahrt und in Surya lösen sie sich auf.; ''sūrye layaṃ prāpnuvanti yaḥ sūryaḥ so'hameva ca'' – als Wortgruppe: Dieser Surya bin wahrlich ich.
 
'''6. Prosateil Surya Upanishad'''<br>
cakṣurno<br>
devaḥ savitā cakṣurna uta parvataḥ |<br>
cakṣurdhātā dadhātu naḥ | ādityāya vidmahe sahasrakiraṇāya<br>
dhīmahi | tannaḥ sūryaḥ pracodayāt |<br>
savitā paścāttātsavitā<br>
purastātsavitottarāttātsavitādharāttāt |<br>
savitā naḥ suvatu sarvatātiṃ savitā no rāsatāṃ dīrghamāyuḥ |<br>
 
'''Deutsche Übersetzung:''' Möge Savitar unser Auge schützen. Wir erkennen Aditya und meditieren über den Tausendstrahligen; möge Surya uns anregen. Savitar ist vor und hinter uns, über und unter uns. Möge er uns Ganzheit und ein langes Leben schenken.
 
'''Wort-für-Wort-Erläuterung:''' ''cakṣu'' – Auge; ''cakṣus'' – Auge, Sehen; ''deva'' – Gottheit; ''dadhātu'' – möge gewähren; ''naḥ'' – uns, für uns; ''āditya'' – Aditya, Sonne; ''sūrya'' – Sonne, Surya; ''tad'' – das, jenes; ''cakṣurno devaḥ savitā cakṣurna uta parvataḥ'' – als Wortgruppe: Möge Savitar unser Auge schützen.; ''cakṣurdhātā dadhātu naḥ'' – als Wortgruppe: Wir erkennen Aditya und meditieren über den Tausendstrahligen; ''ādityāya vidmahe sahasrakiraṇāya'' – als Wortgruppe: möge Surya uns anregen.; ''dhīmahi tannaḥ sūryaḥ pracodayāt'' – als Wortgruppe: Savitar ist vor; ''savitā paścāttātsavitā purastātsavitottarāttātsavitādharāttāt'' – als Wortgruppe: hinter uns, über und unter uns.; ''savitā naḥ suvatu sarvatātiṃ savitā no rāsatāṃ dīrghamāyuḥ'' – als Wortgruppe: Möge er uns Ganzheit und ein langes Leben schenken.
 
'''7. Prosateil Surya Upanishad'''<br>
omityekākṣaraṃ brahma | ghṛṇiriti dve akṣare | sūrya<br>
ityakṣaradvayam | āditya iti trīṇyakṣarāṇi |<br>
etasyaiva sūryasyāṣṭākṣaro manuḥ | yaḥ sadāharaharjapati sa<br>
vai brāhmaṇo bhavati sa vai brāhmaṇo bhavati |<br>
 
'''Deutsche Übersetzung:''' Om ist die eine Silbe Brahman; Ghrini umfasst zwei Silben, Surya zwei und Aditya drei. Zusammen bilden sie das achtgliedrige Sonnenmantra.
 
'''Wort-für-Wort-Erläuterung:''' ''iti'' – so; damit endet die Aussage; ''brahma'' – Brahman, das Absolute; ''brahman'' – o Brahmane; Brahman; ''sūrya'' – Sonne, Surya; ''āditya'' – Aditya, Sonne; ''etad'' – dieses; ''eva'' – allein, wahrlich; ''yaḥ'' – wer, welcher; ''sadā'' – immer; ''sa'' – er, dieser; ''vai'' – wahrlich, gewiss; ''bhavati'' – wird, ist; ''omityekākṣaraṃ brahma'' – als Wortgruppe: Om ist die; ''ghṛṇiriti dve akṣare sūrya'' – als Wortgruppe: eine Silbe Brahman; ''ityakṣaradvayam'' – als Wortgruppe: Ghrini umfasst zwei Silben; ''āditya iti trīṇyakṣarāṇi'' – als Wortgruppe: Surya zwei und Aditya drei.; ''etasyaiva sūryasyāṣṭākṣaro manuḥ yaḥ sadāharaharjapati sa'' – als Wortgruppe: Zusammen bilden sie; ''vai brāhmaṇo bhavati sa vai brāhmaṇo bhavati'' – als Wortgruppe: das achtgliedrige Sonnenmantra.
 
'''8. Prosateil Surya Upanishad'''<br>
sūryābhimukho japtvā mahāvyādhibhayātpramucyate |<br>
alakṣmīrnaśyati | abhakṣyabhakṣaṇātpūto bhavati |<br>
agamyāgamanātpūto bhavati | patitasambhāṣaṇātpūto bhavati |<br>
asatsambhāṣaṇātpūto bhavati |<br>
 
'''Deutsche Übersetzung:''' Wer dieses Mantra täglich wiederholt, gilt nach dem Text als Brahmane. Der Sonne zugewandt rezitiert, soll es von Furcht vor schweren Krankheiten und von Armut befreien sowie rituelle Verfehlungen läutern. Diese Aussagen sind religiöse Verheißungen, keine medizinisch gesicherten Wirkungen.
 
'''Wort-für-Wort-Erläuterung:''' ''sūrya'' – Sonne, Surya; ''bhavati'' – wird, ist; ''sat'' – Wahrheit, Sein; ''sūryābhimukho japtvā mahāvyādhibhayātpramucyate'' – als Wortgruppe: Wer dieses Mantra täglich wiederholt; ''alakṣmīrnaśyati'' – als Wortgruppe: gilt nach dem Text als Brahmane.; ''abhakṣyabhakṣaṇātpūto bhavati'' – als Wortgruppe: Der Sonne zugewandt rezitiert; ''agamyāgamanātpūto bhavati'' – als Wortgruppe: soll es von Furcht vor schweren Krankheiten; ''patitasambhāṣaṇātpūto bhavati'' – als Wortgruppe: von Armut befreien sowie rituelle Verfehlungen läutern.; ''asatsambhāṣaṇātpūto bhavati'' – als Wortgruppe: Diese Aussagen sind religiöse Verheißungen, keine medizinisch gesicherten Wirkungen.
 
'''9. Prosateil Surya Upanishad'''<br>
madhyāhne sūrābhimukhaḥ paṭhet |<br>
sadyotpannapañcamahāpātakātpramucyate |<br>
saiṣāṃ sāvitrīṃ vidyāṃ na kiñcidapi na<br>
kasmaicitpraśaṃsayet |<br>
 
'''Deutsche Übersetzung:''' Wer es mittags der Sonne zugewandt rezitiert, wird der Überlieferung zufolge von schweren Verfehlungen frei. Die Savitri-Vidya soll nicht wahllos weitergegeben, sondern verantwortungsvoll gelehrt werden.
 
'''Wort-für-Wort-Erläuterung:''' ''idam'' – dieses hier; ''vidyā'' – Erkenntnislehre; ''na'' – nicht; ''cit'' – reines Bewusstsein; ''api'' – auch; ''madhyāhne sūrābhimukhaḥ paṭhet'' – als Wortgruppe: Wer es mittags der Sonne zugewandt rezitiert; ''sadyotpannapañcamahāpātakātpramucyate'' – als Wortgruppe: wird der Überlieferung zufolge von schweren Verfehlungen frei.; ''saiṣāṃ sāvitrīṃ vidyāṃ na kiñcidapi na'' – als Wortgruppe: Die Savitri-Vidya soll nicht wahllos weitergegeben; ''kasmaicitpraśaṃsayet'' – als Wortgruppe: sondern verantwortungsvoll gelehrt werden.
 
'''10. Prosateil Surya Upanishad'''<br>
ya etāṃ mahābhāgaḥ prātaḥ paṭhati sa bhāgyavāñjāyate |<br>
paśūnvindati | vedārthaṃ labhate |<br>
trikālametajjaptvā kratuśataphalamavāpnoti | yo hastāditye<br>
japati sa mahāmṛtyuṃ tarati ya evaṃ veda ||<br>
 
'''Deutsche Übersetzung:''' Wer sie am Morgen rezitiert, erlangt nach dem Text Glück, Lebensgrundlage und Verständnis der Veden. Dreimal täglich wiederholt, wird ihr die Frucht vieler Opfer zugeschrieben; im Licht der aufgehenden Sonne rezitiert, gilt sie als Hilfe zur Überwindung der Todesfurcht.
 
'''Wort-für-Wort-Erläuterung:''' ''ya'' – wer, welcher; ''etad'' – dieses; ''sa'' – er, dieser; ''āditya'' – Aditya, Sonne; ''evam'' – auf diese Weise; ''eva'' – allein, wahrlich; ''veda'' – weiß, erkennt; ''ya etāṃ mahābhāgaḥ prātaḥ paṭhati sa bhāgyavāñjāyate'' – als Wortgruppe: Wer sie am Morgen rezitiert; ''paśūnvindati'' – als Wortgruppe: erlangt nach dem Text Glück; ''vedārthaṃ labhate'' – als Wortgruppe: Lebensgrundlage und Verständnis der Veden.; ''trikālametajjaptvā kratuśataphalamavāpnoti'' – als Wortgruppe: Dreimal täglich wiederholt, wird ihr die Frucht vieler Opfer zugeschrieben; ''yo hastāditye'' – als Wortgruppe: im Licht der aufgehenden Sonne rezitiert; ''japati sa mahāmṛtyuṃ tarati ya evaṃ veda'' – als Wortgruppe: gilt sie als Hilfe zur Überwindung der Todesfurcht.
 
'''Upanishad-Schluss'''<br>
ityupaniṣat ||<br>
 
'''Deutsche Übersetzung:''' So lautet die Upanishad.
 
'''Wort-für-Wort-Erläuterung:''' ''iti'' – so; damit endet die Aussage; ''upaniṣad'' – Upanishad, geheime Lehre; ''ityupaniṣat'' – als Wortgruppe: So lautet die Upanishad.
 
'''Heilige Schlussformel'''<br>
hariḥ oṃ ||<br>
 
'''Deutsche Übersetzung:''' Hari Om.
 
'''Wort-für-Wort-Erläuterung:''' ''hariḥ'' – Hari; ''oṃ'' – Om, die heilige Silbe; ''hariḥ oṃ'' – als Wortgruppe: Hari Om.
 
'''Abschließendes Shanti Mantra'''<br>
oṃ bhadraṃ karṇebhiḥ śruṇuyāma devāḥ |<br>
bhadraṃ paśyemākṣabhiryajatrāḥ |<br>
sthirairaṅgaistuṣṭuvāṃsastanūbhirvyaśema devahitaṃ yadāyuḥ |<br>
svasti na indro vṛddhaśravāḥ |  svasti naḥ pūṣā viśvavedāḥ |<br>
svasti nastārkṣyo ariṣṭanemiḥ | svasti no bṛhaspatirdadhātu ||<br>
oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ ||<br>
 
'''Deutsche Übersetzung:''' Om. Ihr Götter, mögen wir mit unseren Ohren hören, was heilsam ist, und mit unseren Augen sehen, was heilsam ist, ihr Verehrungswürdigen. Mögen wir euch mit standhaften Gliedern und Körpern preisen und die von den Göttern bestimmte Lebensspanne erfüllen. Möge Indra, der weithin Gerühmte, uns Wohlergehen schenken; möge Pushan, der Allwissende, uns Wohlergehen schenken; möge Tarkshya mit unversehrtem Rad uns Wohlergehen schenken; möge Brihaspati uns Wohlergehen gewähren. Om. Frieden, Frieden, Frieden.
 
'''Wort-für-Wort-Erläuterung:''' ''oṃ'' – Om; ''bhadram'' – heilsam, glückverheißend; ''karṇebhiḥ śṛṇuyāma'' – mögen wir mit den Ohren hören; ''akṣabhiḥ paśyema'' – mögen wir mit den Augen sehen; ''yajatrāḥ'' – ihr Verehrungswürdigen; ''sthiraiḥ aṅgaiḥ'' – mit standhaften Gliedern; ''vyaśema devahitaṃ yad āyuḥ'' – mögen wir die von den Gottheiten bestimmte Lebensspanne erfüllen; ''svasti naḥ'' – Wohlergehen für uns; ''Indra, Pūṣan, Tārkṣya, Bṛhaspati'' – die angerufenen Gottheiten; ''śāntiḥ'' – Frieden
 
'''Schlussformel der Surya Upanishad'''<br>
iti sūryopaniṣatsamāptā ||<br>
 
'''Deutsche Übersetzung:''' Damit ist die Surya Upanishad beendet.
 
'''Wort-für-Wort-Erläuterung:''' ''iti'' – so; damit endet die Aussage; ''sūrya'' – Sonne, Surya; ''upaniṣad'' – Upanishad, geheime Lehre; ''iti sūryopaniṣatsamāptā'' – als Wortgruppe: Damit ist die Surya Upanishad beendet.
 
'''Redaktioneller Hinweis:''' Die deutsche Fassung wurde für diesen Artikel neu formuliert und mit den genannten Vergleichsübersetzungen abgeglichen. Bei Komposita fasst die Wort-für-Wort-Erläuterung eng verbundene Wörter teilweise als Sinngruppe zusammen. Die Ausgabe ist eine Studien- und Lesefassung, keine neue kritische Sanskritedition.
 
== Die fünf wichtigsten Empfehlungen der Surya Upanishad für ernsthafte Aspiranten ==
 
'''1. Mache die zentrale Lehre zur täglichen Kontemplation.'''<br>
Die Surya Upanishad richtet den Blick auf Surya als sichtbares Licht und als höchstes Brahman. Lies einen kurzen Abschnitt langsam, fasse ihn in einem eigenen Satz zusammen und bleibe danach einige Minuten in der Stille.<br>
 
'''2. Studiere Begriffe, aber bleibe nicht bei Begriffen stehen.'''<br>
Führe ein kleines Studienheft zu [[Atman]], [[Brahman]], Maya und Moksha. Prüfe danach in der [[Meditation]], worauf die Begriffe in deiner Erfahrung verweisen.<br>
 
'''3. Übe Sakshi Bhava im Alltag.'''<br>
Beobachte Gedanken, Gefühle und Rollen als wechselnde Inhalte des Bewusstseins. Das schafft Abstand, ohne Verantwortung zu vermeiden.<br>
 
'''4. Verbinde Erkenntnis mit Ethik.'''<br>
Wahrhaftigkeit, Ahimsa, Maß und Mitgefühl sind keine Nebensache. Sie machen den Geist klar genug für tiefere Einsicht.<br>
 
'''5. Lies vergleichend und mit offenem Urteil.'''<br>
Vergleiche die Aussagen mit älteren Upanishaden, der Bhagavad Gita und lebendiger Lehrerfahrung. Unterscheide poetische Symbolik, historische Weltbilder und unmittelbar prüfbare Praxis.<br>
 
==Siehe auch==
* [[Annapurna Upanishad]], [[Akshi Upanishad]], [[Ekakshara Upanishad]], [[Adhyatma Upanishad]], [[Akshamalika Upanishad]], [[Savitri Upanishad]], [[Atma Upanishad]]
*[[Surya]]
*[[Surya Mantras]]
*[[Surya Namaskara mit Bija Mantras]]
*[[Surya Bija Mantra]]
*[[Navagraha Stotra]]
*[[Navagraha Bija Mantras]]
*[[Sandhya Vandana]]
*[[Sonnengruß]]
*[[Vedische Götter]]
*[[Muktika Upanishad]]
 
[[Kategorie: Surya]]
[[Kategorie: Mantra]]
[[Kategorie: Surya Mantras]]
[[Kategorie: Upanishaden]]
[[Kategorie:Samanya Vedanta Upanishad]]

Aktuelle Version vom 31. August 2026, 20:03 Uhr

Surya Upanishad: Die Surya Upanishad (Devanagari: सूर्य उपनिषत्), oder Suryopanishad, ist eine der kleineren Upanishaden des Hinduismus. Sie gilt als Nummer 71 im Muktika-Kanon, einer in Telugu verfassten Anthologie eines Kanons von 108 Upaniṣhads, die wiederum Teil eines Dialogs zwischen Rama und Hanuman sein soll, der sich mit der Frage nach mukti in der Muktika Upanishad (108 in der Liste) befasst. Diese Upanishad wird dem sāmānya vedānta ("allgemeiner Vedanta") zugeordnet und ist dem Atharvaveda zuzuordnen. Die Sonne (sūrya) wird als das Höchste Wesen gepriesen, aus dem die Wesen entstehen, von dem sie genährt werden und in das sie sich schließlich auflösen. Die Surya Upanishad ist auch als Surya Atharvashirsha bekannt.

Surya Upanishad oder Suryopanishad oder Surya Atharvashirsha in IAST mit der Übersetzung:

sūryopaniṣat sūryātharvaśīrṣam ca

atharvavedīya sāmānyopaniṣat |
sūditasvātiriktārisūrinandātmabhāvitam |
sūryanārāyaṇākāraṃ naumi citsūryavaibhavam ||
Om Bhadram Karnebhih - Shanti Mantra:
oṃ bhadraṃ karṇebhiḥ śruṇuyāma devāḥ |
bhadraṃ paśyemākṣabhiryajatrāḥ |
sthirairaṅgaistuṣṭuvāṃsastanūbhirvyaśema devahitaṃ yadāyuḥ |
svasti na indro vṛddhaśravāḥ | svasti naḥ pūṣā viśvavedāḥ |
svasti nastārkṣyo ariṣṭanemiḥ | svasti no bṛhaspatirdadhātu ||
oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ ||

Suryopanishad:

om
atha sūryātharvāṅgirasaṃ vyākhyāsyāmaḥ |
brahmā ṛṣiḥ | gāyatrī chandaḥ | ādityo devatā |
haṃsaḥ so'hamagninārāyaṇayuktaṃ bījam | hṛllekhā śaktiḥ |
viyadādisargasaṃyuktaṃ kīlakam |
caturvidhapuruṣārthasiddhyarthe japeviniyogaḥ |

Übersetzung: Nun werden wir die Mantras des [[Atharva Veda]] in Bezug auf die Sonne erklären: Der Seher dieses Atharva Angirasa Mantras ist Brahma, Meter Gayatri, Aditya die Gottheit, 'Hamsas so'ham mit Agni undNarayana ist der Samen, die Kraft ist hrillekha oder hrim, die Nadel (kīlakam) ist die Kraft im Prozess der Entfaltung des Himmels usw., die Anwendung ist ihre Verwendung in der Wiederholung zur Erreichung der vier menschlichen Ziele (d.h.. Dharma, Artha, Kama und Moksha).

ṣaṭsvarārūḍhena bījena ṣaḍaṅgaṃ raktāmbujasaṃsthitam |
saptāśvarathinaṃ hiraṇyavarṇaṃ caturbhujaṃ
padmadvayābhayavaradahastaṃ kālacakrapraṇetāraṃ
śrīsūryanārāyaṇaṃ ya evaṃ veda sa vai brāhmaṇaḥ |

Übersetzung: Die sechs Glieder bestehen aus dem Samen mit sechs hinzugefügten Vokalen. Lord Suryanarayana sitzt auf einem Wagen, der von sieben Pferden gezogen wird. Er ist von goldenem Teint und hat vier Arme. Er hält zwei Lotusblumen. Seine Hand ist in abhaya (Abhaya Mudra) erhoben, um den Segen der Furchtlosigkeit zu gewähren, und die andere Hand ist in varada (Varada Mudra) erhoben, um Segen zu spenden. Er ist die treibende Kraft des Rades der Zeit. Derjenige, der den Herrn (Suryanarayana, Surya) kennt, ist in der Tat der Gelehrte oder Brahmana.

oṃ bhūrbhuvaḥsuvaḥ | oṃ tatsaviturvareṇyaṃ bhargo devasya
dhīmahi | dhiyo yo naḥ pracodayāt |

Übersetzung: Wir meditieren über den am meisten verehrten Höchsten Herrn, den Schöpfer, dessen Ausstrahlung (göttliches Licht) alle Bereiche (physische, mentale und spirituelle oder grobe, subtile und kausale Bereiche) erhellt. Möge dieses göttliche Licht unseren Intellekt erhellen. (Siehe auch Gayatri Mantra in Yogawiki)

sūrya ātmā jagatastasthuṣaśca | sūryādvai khalvimāni bhūtāni jāyante |
sūryādyajñaḥ parjanyo'nnamātmā |

Übersetzung: Die Sonne ist das Selbst (der Atman) der Welt, sowohl der belebten als auch der unbelebten. Aus Surya entstehen alle Wesen, wie auch das Yajna (Opfer), Parjanya (Regen), Nahrung und Geist.

namasta(e) āditya |
tvameva pratyakṣaṃ karmakartāsi | tvameva pratyakṣaṃ brahmāsi |
tvameva pratyakṣaṃ viṣṇurasi |
tvameva pratyakṣaṃ rudro'si | tvameva pratyakṣamṛgasi |
tvameva pratyakṣaṃ yajurasi |
tvameva pratyakṣaṃ sāmāsi | tvameva pratyakṣamatharvāsi |
tvameva sarvaṃ chando'si |

Übersetzung: Ich verneige mich vor dir, Aditya; Du bist der Handelnde aller Handlungen; Du bist die Manifestation von Brahma, Vishnu, Rudra; Du bist in Wahrheit der Rigveda, Yajurveda, Samaveda, Atharvaveda, und alle Chandas.

ādityādvāyurjāyate | ādityādbhūmirjāyate | ādityādāpo
jāyante | ādityājjyotirjāyate |
ādityādvyoma diśo jāyante | ādityāddevā jāyante |
ādityādvedā jāyante |
ādityo vā eṣa etanmaṇḍalaṃ tapati | asāvādityo brahma |

Übersetzung: Aus Aditya werden Luft (Vayu), Erde (Bhumi), Wasser (Apas), Licht (Jyoti), Richtungen (Disha), die Götter (Deva) und die Veden geboren. Die Sonne erwärmt diesen Globus. Die Sonne selbst ist wirklich Brahman.

ādityo'ntaḥkaraṇamanobuddhicittāhaṅkārāḥ |
ādityo vai vyānaḥ samānodāno'pānaḥ prāṇaḥ |
ādityo vai śrotratvakcakṣūrasanaghrāṇāḥ |

Übersetzung: Ich verbeuge mich vor Aditya, der die Form von Antahkarana oder den inneren Organen des Geistes (Manas), des Intellekts (Buddhi), des Bewusstseins (Chitta) und des Egos (Ahankara) ist. Er ist in der Tat die fünf Atemzüge - Prana, Apana, Samana, Vyana und Udana (alle fünf Luftströme, die sich im physischen Körper befinden). Er ist die fünf Sinnesorgane, nämlich Ohren, Haut, Augen, Zunge und Nase, deren Modifikationen Klang, Berührung, Form, Geschmack, Aroma und Geruch sind.

ādityo vai vākpāṇipādapāyūpasthāḥ |

Übersetzung: Aditya ist wahrlich die fünf Handlungsorgane - Mund, Hände, Beine, Ausscheidungs- und Fortpflanzungsorgane (deren Modifikationen Sprache, Bewegung von Dingen durch die Hände, Bewegung des Körpers von Ort zu Ort durch die Beine, Ausscheidung und Fortpflanzung sind).

ādityo vai śabdasparśarūparasagandhāḥ |

Übersetzung: Aditya ist in der Tat Klang (Shabda) , Berührung (Sparsha), Sehkraft (Rupa), Geschmack (Rasa) und Geruch (Gandha).

ādityo vai vacanādānāgamanavisargānandāḥ |

Übersetzung: Aditya ist in der Tat die Glückseligkeit, die während des Sprechens, des Innehaltens und der Bewegung erfahren wird (oft interpretiert als Chanten, Innehalten während des Chantens und der Fluss des Chantens).

ānandamayo jñānamayo vijñānānamaya ādityaḥ |

Übersetzung: Aditya ist die Glückseligkeit und die geistige Hülle. Aditya ist reines Wissen. (Alternative: Glückseligkeit, Wissen und Weisheit sind die Sonne selbst.)

namo mitrāya bhānave mṛtyormā pāhi |
bhrājiṣṇave viśvahetave namaḥ |
sūryādbhavanti bhūtāni sūryeṇa pālitāni tu |

Übersetzung: Ich verbeuge mich vor Mitra, Bhanu, dem Leuchtenden, der Ursache des Universums, und lasse mich von ihm mich vor dem Tod schützen. O Strahlender, du existierst für das Wohlergehen der ganzen Welt. Alle Geschöpfe sind aus Surya geboren und werden von ihm beschützt.

sūrye layaṃ prāpnuvanti yaḥ sūryaḥ so'hameva ca |
cakṣurno devaḥ savitā cakṣurna uta parvataḥ |
cakṣurdhātā dadhātu naḥ |

Übersetzung: Alle Wesen verschmelzen mit der Sonne, die die Verkörperung von Soham ist (Alternativ: Möge ich mit dir verschmelzen, der Verkörperung von Soham). Der Sonnengott Savita ist der Herr der Vision. Bitte gib uns die richtige Erkenntnis.

ādityāya vidmahe sahasrakiraṇāyadhīmahi | tannaḥ sūryaḥ pracodayāt |

Übersetzung: Wir meditieren über Surya, den Sonnengott, den Sohn der Ursprünglichen. Möge Er, der Tausend Strahlen hat, mir Klarheit geben. Oh Surya, bitte bringe mir Erleuchtung und Inspiration. (s. auch Surya Gayatri Mantra in Yogawiki).

savitā paścāttātsavitā
purastātsavitottarāttātsavitādharāttāt |
savitā naḥ suvatu sarvatātiṃ savitā no rāsatāṃ dīrghamāyuḥ |

Übersetzung: Savita (Sonne) ist sowohl vor uns als auch hinter uns, über uns und unter uns. Savita (Sonne) ist sowohl vor uns als auch hinter uns, über uns und unter uns. Möge er uns von allen Seiten umhüllen und uns ein langes Leben.

om ityekākṣaraṃ brahma | ghṛṇiriti dve akṣare |
sūrya ityakṣaradvayam | āditya iti trīṇyakṣarāṇi |

Übersetzung: Brahman ist die einzelne Silbe Om, 'Ghrini' hat zwei Silben, 'Surya' hat ebenfalls zwei Silben. Aditya" hat drei Silben.

etasyaiva sūryasyāṣṭākṣaro manuḥ | yaḥ sadāharaharjapati sa
vai brāhmaṇo bhavati sa vai brāhmaṇo bhavati |

Übersetzung: Dies ist das achtsilbige Mantra (Om, Ghrinih Surya Aditya om). Dies ist Atharvaangiras Surya Mantra. Derjenige, der dies täglich rezitiert, wird zu einem Brahman. Anmerkung: siehe Om Ghrinih Surya Adityah Surya Moksha Mantra in Yogawiki.

sūryābhimukho japtvā mahāvyādhibhayātpramucyate |
alakṣmīrnaśyati | abhakṣyabhakṣaṇātpūto bhavati |
agamyāgamanātpūto bhavati | patitasambhāṣaṇātpūto bhavati |
asatsambhāṣaṇātpūto bhavati |
madhyāhne sūrābhimukhaḥ paṭhet |
sadyotpannapañcamahāpātakātpramucyate |
saiṣāṃ sāvitrīṃ vidyāṃ na kiñcidapi na kasmaicitpraśaṃsayet |

Übersetzung: Wenn dieses Mantra mit Blick auf die Sonne rezitiert wird, wird man wird man von der Angst vor großen Krankheiten befreit; seine Armut verschwindet. Er wird frei von verschiedenen Sünden wie dem Essen verbotener Nahrung zu essen, verbotene Beziehungen zu haben, der Unterhaltung mit Menschen nachgeben die keinen Charakter haben. Wenn man dies zur Mittagszeit mit Blick auf die Sonne rezitiert wird er von den fünf großen Sünden befreit. Er sollte darauf achten, dieses Savitri Vidya nicht an unverdiente Menschen weiterzugeben.

ya etāṃ mahābhāgaḥ prātaḥ paṭhati sa bhāgyavāñjāyate |
paśūnvindati | vedārthaṃ labhate |
trikālametajjaptvā kratuśataphalamavāpnoti |
yo hastāditye japati sa mahāmṛtyuṃ tarati ya evaṃ veda ||

Übersetzung: Derjenige, der bei Sonnenaufgang rezitiert, wird glücklich, bekommt Lebendvieh, meistert Vedas; rezitiert er während der drei Perioden (Morgengrauen, Mittag und Abenddämmerung) erhält er die Frucht der Ausführung von hundert Yagnas; rezitiert er, wenn die Sonne in Hasta Nakshatra steht, besiegt er den Tod.

ityupaniṣat ||

Das Om Bhadram Karnebhih - Shanti Mantra: wird hier wiederholt.

iti sūryopaniṣatsamāptā ||

Übersetzung: So endet die Suryopanishad.

Surya Upanishad oder Suryopanishad oder Surya Atharvashirsha in Devanagari Schrift:

सूर्योपनिषत् सूर्याथर्वशीर्षम् च

अथर्ववेदीय सामान्योपनिषत् ।
सूदितस्वातिरिक्तारिसूरिनन्दात्मभावितम् ।
सूर्यनारायणाकारं नौमि चित्सूर्यवैभवम् ॥
ॐ भद्रं कर्णेभिः श्रुणुयाम देवाः । भद्रं
पश्येमाक्षभिर्यजत्राः ।
स्थिरैरङ्गैस्तुष्टुवांसस्तनूभिर्व्यशेम देवहितं यदायुः ।
स्वस्ति न इन्द्रो वृद्धश्रवाः । स्वस्ति नः पूषा विश्ववेदाः ।
स्वस्ति नस्तार्क्ष्यो अरिष्टनेमिः । स्वस्ति नो बृहस्पतिर्दधातु ॥
ॐ शान्तिः शान्तिः शान्तिः ॥
अथ सूर्याथर्वाङ्गिरसं व्याख्यास्यामः ।
ब्रह्मा ऋषिः । गायत्री छन्दः । आदित्यो देवता ।
हंसः सोऽहमग्निनारायणयुक्तं बीजम् । हृल्लेखा शक्तिः ।
वियदादिसर्गसंयुक्तं कीलकम् ।
चतुर्विधपुरुषार्थसिद्ध्यर्थे विनियोगः ।
षट्स्वरारूढेन बीजेन षडङ्गं रक्ताम्बुजसंस्थितम् ।
सप्ताश्वरथिनं हिरण्यवर्णं चतुर्भुजं
पद्मद्वयाभयवरदहस्तं कालचक्रप्रणेतारं
श्रीसूर्यनारायणं य एवं वेद स वै ब्राह्मणः ।
ॐ भूर्भुवःसुवः । ॐ तत्सवितुर्वरेण्यं भर्गो देवस्य
धीमहि । धियो यो नः प्रचोदयात् ।
सूर्य आत्मा जगतस्तस्थुषश्च । सूर्याद्वै खल्विमानि
भूतानि जायन्ते ।
सूर्याद्यज्ञः पर्जन्योऽन्नमात्मा नमस्त आदित्य ।
त्वमेव प्रत्यक्षं कर्मकर्तासि । त्वमेव प्रत्यक्षं ब्रह्मासि ।
त्वमेव प्रत्यक्षं विष्णुरसि ।
त्वमेव प्रत्यक्षं रुद्रोऽसि । त्वमेव प्रत्यक्षमृगसि ।
त्वमेव प्रत्यक्षं यजुरसि ।
त्वमेव प्रत्यक्षं सामासि । त्वमेव प्रत्यक्षमथर्वासि ।
त्वमेव सर्वं छन्दोऽसि ।
आदित्याद्वायुर्जायते । आदित्याद्भूमिर्जायते । आदित्यादापो
जायन्ते । आदित्याज्ज्योतिर्जायते ।
आदित्याद्व्योम दिशो जायन्ते । आदित्याद्देवा जायन्ते ।
आदित्याद्वेदा जायन्ते ।
आदित्यो वा एष एतन्मण्डलं तपति । असावादित्यो ब्रह्म ।
आदित्योऽन्तःकरणमनोबुद्धिचित्ताहङ्काराः । आदित्यो वै
व्यानः समानोदानोऽपानः प्राणः ।
आदित्यो वै श्रोत्रत्वक्चक्षूरसनघ्राणाः । आदित्यो वै
वाक्पाणिपादपायूपस्थाः ।
आदित्यो वै शब्दस्पर्शरूपरसगन्धाः । आदित्यो वै
वचनादानागमनविसर्गानन्दाः ।
आनन्दमयो ज्ञानमयो विज्ञानानमय आदित्यः । नमो मित्राय
भानवे मृत्योर्मा पाहि ।
भ्राजिष्णवे विश्वहेतवे नमः । सूर्याद्भवन्ति भूतानि
सूर्येण पालितानि तु ।
सूर्ये लयं प्राप्नुवन्ति यः सूर्यः सोऽहमेव च । चक्षुर्नो
देवः सविता चक्षुर्न उत पर्वतः ।
चक्षुर्धाता दधातु नः । आदित्याय विद्महे सहस्रकिरणाय
धीमहि । तन्नः सूर्यः प्रचोदयात् ।
सविता पश्चात्तात्सविता
पुरस्तात्सवितोत्तरात्तात्सविताधरात्तात् ।
सविता नः सुवतु सर्वतातिं सविता नो रासतां दीर्घमायुः ।
ॐइत्येकाक्षरं ब्रह्म । घृणिरिति द्वे अक्षरे । सूर्य
इत्यक्षरद्वयम् । आदित्य इति त्रीण्यक्षराणि ।
एतस्यैव सूर्यस्याष्टाक्षरो मनुः । यः सदाहरहर्जपति स
वै ब्राह्मणो भवति स वै ब्राह्मणो भवति ।
सूर्याभिमुखो जप्त्वा महाव्याधिभयात्प्रमुच्यते ।
अलक्ष्मीर्नश्यति । अभक्ष्यभक्षणात्पूतो भवति ।
अगम्यागमनात्पूतो भवति । पतितसम्भाषणात्पूतो भवति ।
असत्सम्भाषणात्पूतो भवति ।
मध्याह्ने सूराभिमुखः पठेत् ।
सद्योत्पन्नपञ्चमहापातकात्प्रमुच्यते ।
सैषां सावित्रीं विद्यां न किञ्चिदपि न
कस्मैचित्प्रशंसयेत् ।
य एतां महाभागः प्रातः पठति स भाग्यवाञ्जायते ।
पशून्विन्दति । वेदार्थं लभते ।
त्रिकालमेतज्जप्त्वा क्रतुशतफलमवाप्नोति । यो हस्तादित्ये
जपति स महामृत्युं तरति य एवं वेद ॥
इत्युपनिषत् ॥
ॐ भद्रं कर्णेभिः श्रुणुयाम देवाः । भद्रं
पश्येमाक्षभिर्यजत्राः ।
स्थिरैरङ्गैस्तुष्टुवांसस्तनूभिर्व्यशेम देवहितं यदायुः ।
स्वस्ति न इन्द्रो वृद्धश्रवाः । स्वस्ति नः पूषा विश्ववेदाः ।
स्वस्ति नस्तार्क्ष्यो अरिष्टनेमिः । स्वस्ति नो बृहस्पतिर्दधातु ॥
ॐ शान्तिः शान्तिः शान्तिः ॥
इति सूर्योपनिषत्समाप्ता ॥

Video-Link zur Rezitation der Suryopanishad:

Quelle: für Suryopanishad auf Sanskrit: https://sanskritdocuments.org/

Tiefer gehende Erläuterungen zur Surya Upanishad

Die Surya Upanishad (Sanskrit: सूर्योपनिषत् सूर्याथर्वशीर्षम् च, sūryopaniṣat sūryātharvaśīrṣam ca) gehört zur Gruppe der Samanya Vedanta Upanishad und wird in der Muktika-Liste dem Atharvaveda zugeordnet. Im Mittelpunkt steht Surya als sichtbares Licht und als höchstes Brahman. Ihr Sanskrittext ist in unterschiedlichen Handschriften und Druckausgaben nicht immer gleich gegliedert; die folgende Ausgabe folgt der vollständig überlieferten Sanskrit-Documents-Fassung und nennt die verwendete Textgrundlage.

Inhaltlich behandelt die Schrift vor allem Surya-Atharvangirasa-Mantra; Sonne, Prana und Elemente; Gayatri, Gesundheitssymbolik und Selbsterkenntnis. Sie verbindet die Autorität der Upanishaden mit dem jeweiligen geistigen Milieu ihrer Überlieferung. Darum sollte sie zugleich aufmerksam, traditionssensibel und mit philosophischem Unterscheidungsvermögen gelesen werden.

Die Surya Upanishad lädt dazu ein, ihre Symbole in eine lebendige Praxis von Erkenntnis, Hingabe und innerer Sammlung zu verwandeln.

Für heutige Übende ist entscheidend, dass Yoga hier nicht auf Körperübungen verkürzt wird. Studium, ethische Läuterung, Meditation, Hingabe und Selbsterkenntnis bilden einen Zusammenhang. Historische Ritualvorschriften oder außergewöhnliche Wirkungsbehauptungen werden in diesem Artikel als Quelleninhalt erklärt; sie sind nicht automatisch moderne Übungs- oder Heilversprechen.

Surya Upanishad: Datierung, Inhalt und Bedeutung

Name, Einordnung und Überlieferung

Der Name bezeichnet die Lehre über Surya als sichtbares Licht und als höchstes Brahman. Als Samanya Vedanta Upanishad verbindet die Schrift upanishadische Befreiungssprache mit Begriffen, Bildern und Praktiken ihrer besonderen Tradition. Die Zuordnung zum Atharvaveda beruht vor allem auf dem Muktika-Kanon und den Kolophonen der späteren Sammlungen; sie bedeutet nicht zwingend, dass der gesamte Text schon zur ältesten Schicht dieses Veda gehörte.

Die Überlieferung ist handschriftlich. Abschnitts- und Verszahlen können deshalb zwischen Ausgaben abweichen, besonders bei Prosateilen, Schlussformeln und eingeschobenen Mantras. Diese Ausgabe gibt den benutzten Text vollständig wieder und gliedert lange Prosa für Übersetzung und Worterklärung in redaktionelle Sinnabschnitte. Solche Zwischenüberschriften sind keine vorgetäuschten alten Verszahlen.

Datierung

Die genaue Entstehungszeit ist nicht gesichert. Sprache, Systematisierung und Stellung im Muktika-Kanon sprechen für eine jüngere Upanishad, deren überlieferte Gestalt wahrscheinlich im ersten Jahrtausend n. Chr. oder im frühen Mittelalter gewachsen ist. Datierungen von Neben-Upanishaden sind grundsätzlich Näherungen: Ein alter Lehrgedanke, die erhaltene sprachliche Fassung und der Zeitpunkt der Aufnahme in eine Sammlung können verschiedenen Epochen angehören.

Aufbau und Inhalt

Der Text entfaltet Surya-Atharvangirasa-Mantra; Sonne, Prana und Elemente; Gayatri, Gesundheitssymbolik und Selbsterkenntnis. Seine Bewegung führt von sichtbaren Formen, kosmologischen Zuordnungen oder Regeln immer wieder zur Frage nach dem tragenden Bewusstsein. Selbst dort, wo Ritual, Gottheit oder Mantra im Vordergrund stehen, zielt die upanishadische Deutung auf eine Umwandlung des Erkennenden.

Für die Lektüre ist es hilfreich, drei Ebenen auseinanderzuhalten: Erstens die wörtliche historische Vorschrift oder Erzählung, zweitens ihre symbolische und meditative Bedeutung und drittens die philosophische Aussage über Atman, Brahman und Befreiung. Nicht jede Passage beansprucht auf allen drei Ebenen dieselbe Art von Wahrheit.

Philosophische Kernlehre

Die zentrale Perspektive lautet: Surya als sichtbares Licht und als höchstes Brahman. Die wechselnden Erfahrungen, Namen und Formen sind nicht das letzte Maß des Menschen. Freiheit entsteht, wenn Identifikation, Unwissenheit und zwanghafte Anhaftung durch klare Erkenntnis, Sammlung und eine gereifte Lebensführung durchschaut werden.

Diese Lehre darf nicht als bloße Behauptung „Alles ist eins“ missverstanden werden. Die Upanishaden verbinden Einsicht mit Disziplin: Der Geist soll wahrhaftig, ruhig und fein werden. Erst dann wird Nichtdualität zu gelebter Freiheit statt zu einem abstrakten Gedanken.

Studium wird in der upanishadischen Tradition durch Kontemplation, Meditation und verantwortliches Handeln vertieft.

Beziehungen zu anderen Schriften

Thematisch steht die Surya Upanishad besonders neben Annapurna Upanishad, Akshi Upanishad, Ekakshara Upanishad, Adhyatma Upanishad, Akshamalika Upanishad, Savitri Upanishad, Atma Upanishad. Gemeinsame Motive können wörtliche Übernahmen, geteilte mündliche Traditionen oder spätere Neuinterpretationen älterer Verse anzeigen. Ähnlichkeit allein beweist jedoch keine eindeutige chronologische Abhängigkeit.

Die Bhagavad Gita verbindet ebenfalls Erkenntnis, Hingabe und Handeln; das Yoga Sutra beschreibt die Sammlung des Geistes mit einer anderen systematischen Sprache. Ein Vergleich macht sichtbar, was allen Wegen gemeinsam ist und wo die Surya Upanishad einen eigenen Akzent setzt.

Bedeutung für die Tradition

Für die zugehörige Tradition legitimiert die Schrift Praxis nicht nur durch Vorschrift, sondern durch eine Sicht des Menschen und des Kosmos. Die im Text behandelten Themen – Surya-Atharvangirasa-Mantra; Sonne, Prana und Elemente; Gayatri, Gesundheitssymbolik und Selbsterkenntnis – erhalten dabei einen gemeinsamen inneren Bezug. Ritual und Symbol gewinnen ihren tiefsten Sinn, wenn sie Erinnerung, Sammlung, Selbsthingabe und Erkenntnis fördern.

Historisch war die Unterweisung häufig in eine Guru-Schüler-Beziehung eingebettet. Das gilt besonders für Bija-Mantras, Nyasa, Gelübde, intensive Atemmethoden oder weitreichende Formen der Entsagung. Die schriftliche Überlieferung bewahrt die Lehre; sie ersetzt nicht in jedem Fall die persönliche Anleitung.

Bedeutung für heutige Yoga Aspiranten

Der moderne Yoga Aspirant kann die Schrift fruchtbar lesen, ohne jedes vormoderne Weltbild wörtlich übernehmen zu müssen. Er kann fragen: Welche Form von Unwissenheit wird hier beschrieben? Welche Haltung reinigt den Geist? Wie werden Körper, Atem, Gefühl, Denken und Bewusstsein miteinander verbunden? Und woran zeigt sich Befreiung im Umgang mit anderen Menschen?

Praktisch bedeutet dies: kurze Passagen regelmäßig studieren, zentrale Begriffe nachschlagen, die Lehre in stiller Meditation prüfen und ihre ethische Wirkung beobachten. Wachsende Geduld, Wahrhaftigkeit, Mitgefühl und Freiheit von zwanghaftem Begehren sind verlässlichere Zeichen als Visionen, Titel oder außergewöhnliche Erlebnisse.

Bedeutung für Yogalehrer und spirituelle Begleiter

Für Yogalehrer ist die Surya Upanishad eine Erinnerung an sorgfältige Kontextualisierung. Ein Lehrer sollte zwischen Textaussage, traditioneller Kommentierung, persönlicher Erfahrung und überprüfbaren körperlichen Wirkungen unterscheiden. Er sollte schwierige soziale, medizinische oder sektarische Aussagen weder verschweigen noch unkritisch bestätigen.

Ein verantwortlicher Lehrer führt nicht in Abhängigkeit. Er hilft Lernenden, Schrift, Vernunft, Gewissen und eigene Erfahrung miteinander ins Gespräch zu bringen. Wo Übungen Risiken bergen oder eine Einweihung voraussetzen, gehören klare Grenzen zur spirituellen Redlichkeit.

Bleibende Botschaft

Die bleibende Einladung der Surya Upanishad besteht in der vertieften Auseinandersetzung mit ihrem Kernanliegen: Surya als sichtbares Licht und als höchstes Brahman. Formen können verschieden sein; das Ziel ist eine Freiheit, die den ganzen Menschen verwandelt. Erkenntnis wird dann lebendig, wenn sie das Herz weitet, den Geist klärt und das tägliche Handeln wahrhaftiger macht.

Surya Upanishad – Sanskrit (IAST), Übersetzung und Wort-für-Wort-Erläuterung

Die folgende Studienfassung gibt jede nummerierte Vers- und jede wirkliche Prosatexteinheit einzeln wieder. Die Überschrift steht jeweils über dem Sanskrit; unmittelbar darunter folgen die eigene deutsche Übersetzung und eine vollständige, nach sinnvollen Wortgruppen gegliederte Wort-für-Wort-Erläuterung.

Vedische Zuordnung der Surya Upanishad
atharvavedīya sāmānyopaniṣat |

Deutsche Übersetzung: Allgemeine Upanishad des Atharvaveda.

Wort-für-Wort-Erläuterung: upaniṣad – Upanishad, geheime Lehre; atharvavedīya sāmānyopaniṣat – als Wortgruppe: Allgemeine Upanishad des Atharvaveda.

Eröffnungsvers der Surya Upanishad
sūditasvātiriktārisūrinandātmabhāvitam |
sūryanārāyaṇākāraṃ naumi citsūryavaibhavam ||

Deutsche Übersetzung: Ich preise die Herrlichkeit der Bewusstseins-Sonne in Gestalt Surya Narayanas, die im Inneren der Weisen erfahren wird und die Feinde der Selbsterkenntnis überwindet.

Wort-für-Wort-Erläuterung: cit – reines Bewusstsein; sūrya – Sonne, Surya; sūditasvātiriktārisūrinandātmabhāvitam – als Wortgruppe: Ich preise die Herrlichkeit der Bewusstseins-Sonne in Gestalt Surya Narayanas; sūryanārāyaṇākāraṃ naumi citsūryavaibhavam – als Wortgruppe: die im Inneren der Weisen erfahren wird und die Feinde der Selbsterkenntnis überwindet.

Shanti Mantra
oṃ bhadraṃ karṇebhiḥ śruṇuyāma devāḥ |
bhadraṃ paśyemākṣabhiryajatrāḥ |
sthirairaṅgaistuṣṭuvāṃsastanūbhirvyaśema devahitaṃ yadāyuḥ |
svasti na indro vṛddhaśravāḥ | svasti naḥ pūṣā viśvavedāḥ |
svasti nastārkṣyo ariṣṭanemiḥ | svasti no bṛhaspatirdadhātu ||
oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ ||

Deutsche Übersetzung: Om. Ihr Götter, mögen wir mit unseren Ohren hören, was heilsam ist, und mit unseren Augen sehen, was heilsam ist, ihr Verehrungswürdigen. Mögen wir euch mit standhaften Gliedern und Körpern preisen und die von den Göttern bestimmte Lebensspanne erfüllen. Möge Indra, der weithin Gerühmte, uns Wohlergehen schenken; möge Pushan, der Allwissende, uns Wohlergehen schenken; möge Tarkshya mit unversehrtem Rad uns Wohlergehen schenken; möge Brihaspati uns Wohlergehen gewähren. Om. Frieden, Frieden, Frieden.

Wort-für-Wort-Erläuterung: oṃ – Om; bhadram – heilsam, glückverheißend; karṇebhiḥ śṛṇuyāma – mögen wir mit den Ohren hören; akṣabhiḥ paśyema – mögen wir mit den Augen sehen; yajatrāḥ – ihr Verehrungswürdigen; sthiraiḥ aṅgaiḥ – mit standhaften Gliedern; vyaśema devahitaṃ yad āyuḥ – mögen wir die von den Gottheiten bestimmte Lebensspanne erfüllen; svasti naḥ – Wohlergehen für uns; Indra, Pūṣan, Tārkṣya, Bṛhaspati – die angerufenen Gottheiten; śāntiḥ – Frieden

1. Kapitel

1. Prosateil Surya Upanishad
hariḥ oṃ atha sūryātharvāṅgirasaṃ vyākhyāsyāmaḥ |
brahmā ṛṣiḥ | gāyatrī chandaḥ | ādityo devatā |
haṃsaḥ so'hamagninārāyaṇayuktaṃ bījam | hṛllekhā śaktiḥ |
viyadādisargasaṃyuktaṃ kīlakam |
caturvidhapuruṣārthasiddhyarthe viniyogaḥ |
ṣaṭsvarārūḍhena bījena ṣaḍaṅgaṃ raktāmbujasaṃsthitam |
saptāśvarathinaṃ hiraṇyavarṇaṃ caturbhujaṃ
padmadvayābhayavaradahastaṃ kālacakrapraṇetāraṃ
śrīsūryanārāyaṇaṃ ya evaṃ veda sa vai brāhmaṇaḥ |

Deutsche Übersetzung: Hari Om. Nun erklären wir die Suryatharvangirasa-Lehre. Brahma ist der Seher, Gayatri das Metrum und Aditya die Gottheit. Hamsa und Soham, mit Agni und Narayana verbunden, bilden den Keimlaut; Hrim ist die Kraft. Die Anwendung zielt auf die vier menschlichen Lebensziele. Wer Surya Narayana als goldfarbenen Lenker des Zeitrades erkennt – auf rotem Lotus, mit sieben Pferden, vier Armen, zwei Lotosblüten sowie Schutz- und Segensgeste –, gilt im Sinn des Textes als wahrer Brahmane.

Wort-für-Wort-Erläuterung: hariḥ – Hari; oṃ – Om, die heilige Silbe; atha – nun, darauf; sūrya – Sonne, Surya; brahman – o Brahmane; Brahman; ṛṣi – Seher, Rishi; āditya – Aditya, Sonne; haṃsaḥ – Hamsa, der frei wandernde Lebenshauch und das höchste Selbst; tad – das, jenes; aha – ich; rakta – rot, gefärbt; śrī – Glanz, Glück; Shri; ya – wer, welcher; evam – auf diese Weise; eva – allein, wahrlich; veda – weiß, erkennt; sa – er, dieser; vai – wahrlich, gewiss; hariḥ oṃ atha sūryātharvāṅgirasaṃ vyākhyāsyāmaḥ brahmā ṛṣiḥ – als Wortgruppe: Hari Om.; gāyatrī chandaḥ ādityo devatā – als Wortgruppe: Nun erklären wir die Suryatharvangirasa-Lehre.; Brahma ist der Seher, Gayatri das Metrum und Aditya die Gottheit.; haṃsaḥ so'hamagninārāyaṇayuktaṃ bījam hṛllekhā śaktiḥ – als Wortgruppe: Hamsa und Soham, mit Agni und Narayana verbunden, bilden den Keimlaut; viyadādisargasaṃyuktaṃ kīlakam caturvidhapuruṣārthasiddhyarthe viniyogaḥ – als Wortgruppe: Hrim ist die Kraft.; ṣaṭsvarārūḍhena bījena ṣaḍaṅgaṃ raktāmbujasaṃsthitam saptāśvarathinaṃ hiraṇyavarṇaṃ caturbhujaṃ – als Wortgruppe: Die Anwendung zielt auf die vier menschlichen Lebensziele.; Wer Surya Narayana als goldfarbenen Lenker des Zeitrades erkennt; padmadvayābhayavaradahastaṃ kālacakrapraṇetāraṃ śrīsūryanārāyaṇaṃ ya evaṃ veda sa vai brāhmaṇaḥ – als Wortgruppe: auf rotem Lotus, mit sieben Pferden, vier Armen, zwei Lotosblüten sowie Schutz- und Segensgeste –, gilt im Sinn des Textes als wahrer Brahmane.

2. Prosateil Surya Upanishad
oṃ bhūrbhuvaḥsuvaḥ | oṃ tatsaviturvareṇyaṃ bhargo devasya
dhīmahi | dhiyo yo naḥ pracodayāt |
sūrya ātmā jagatastasthuṣaśca | sūryādvai khalvimāni
bhūtāni jāyante |
sūryādyajñaḥ parjanyo'nnamātmā

Deutsche Übersetzung: Om Bhur Bhuvah Svah. Wir meditieren über den verehrungswürdigen Glanz Savitars; möge er unsere Gedanken anregen. Surya ist das Selbst der beweglichen und unbeweglichen Welt. Aus Surya entstehen die Wesen, Opfer, Regen, Nahrung und Lebenshauch.

Wort-für-Wort-Erläuterung: oṃ – Om, die heilige Silbe; tad – das, jenes; deva – Gottheit; naḥ – uns, für uns; sūrya – Sonne, Surya; ātmā – das Selbst; ātman – Selbst; jagat – Welt; vai – wahrlich, gewiss; idam – dieses hier; jāyante – sie entstehen, werden geboren; oṃ bhūrbhuvaḥsuvaḥ – als Wortgruppe: Om Bhur Bhuvah Svah.; oṃ tatsaviturvareṇyaṃ bhargo devasya dhīmahi – als Wortgruppe: Wir meditieren über den verehrungswürdigen Glanz Savitars; dhiyo yo naḥ pracodayāt – als Wortgruppe: möge er unsere Gedanken anregen.; sūrya ātmā jagatastasthuṣaśca – als Wortgruppe: Surya ist das Selbst der beweglichen und unbeweglichen Welt.; sūryādvai khalvimāni bhūtāni jāyante – als Wortgruppe: Aus Surya entstehen die Wesen; sūryādyajñaḥ parjanyo'nnamātmā – als Wortgruppe: Opfer, Regen, Nahrung und Lebenshauch.

3. Prosateil Surya Upanishad
namaste āditya |
tvameva pratyakṣaṃ karmakartāsi | tvameva pratyakṣaṃ brahmāsi |
tvameva pratyakṣaṃ viṣṇurasi |
tvameva pratyakṣaṃ rudro'si | tvameva pratyakṣamṛgasi |
tvameva pratyakṣaṃ yajurasi |
tvameva pratyakṣaṃ sāmāsi | tvameva pratyakṣamatharvāsi |
tvameva sarvaṃ chando'si |

Deutsche Übersetzung: Verehrung dir, Aditya. Du bist sichtbar der Handelnde, Brahma, Vishnu und Rudra; du bist Rig-, Yajur-, Sama- und Atharvaveda und du bist alle Metren.

Wort-für-Wort-Erläuterung: tad – das, jenes; āditya – Aditya, Sonne; eva – allein, wahrlich; pratyakṣam – unmittelbar, sichtbar beziehungsweise in geistiger Gegenwart; brahma – Brahman, das Absolute; sarvam – alles; sarva – alles, ganz; namaste āditya tvameva pratyakṣaṃ karmakartāsi – als Wortgruppe: Verehrung dir, Aditya.; tvameva pratyakṣaṃ brahmāsi – als Wortgruppe: Du bist sichtbar der Handelnde; tvameva pratyakṣaṃ viṣṇurasi tvameva pratyakṣaṃ rudro'si – als Wortgruppe: Brahma, Vishnu und Rudra; tvameva pratyakṣamṛgasi tvameva pratyakṣaṃ yajurasi – als Wortgruppe: du bist Rig-; tvameva pratyakṣaṃ sāmāsi – als Wortgruppe: Yajur-; tvameva pratyakṣamatharvāsi tvameva sarvaṃ chando'si – als Wortgruppe: Sama- und Atharvaveda und du bist alle Metren.

4. Prosateil Surya Upanishad
ādityādvāyurjāyate | ādityādbhūmirjāyate | ādityādāpo
jāyante | ādityājjyotirjāyate |
ādityādvyoma diśo jāyante | ādityāddevā jāyante |
ādityādvedā jāyante |
ādityo vā eṣa etanmaṇḍalaṃ tapati | asāvādityo brahma |
ādityo'ntaḥkaraṇamanobuddhicittāhaṅkārāḥ | ādityo vai
vyānaḥ samānodāno'pānaḥ prāṇaḥ |
ādityo vai śrotratvakcakṣūrasanaghrāṇāḥ | ādityo vai
vākpāṇipādapāyūpasthāḥ |
ādityo vai śabdasparśarūparasagandhāḥ | ādityo vai
vacanādānāgamanavisargānandāḥ |

Deutsche Übersetzung: Aus Aditya entstehen Luft, Erde, Wasser, Licht, Raum, Himmelsrichtungen, Gottheiten und Veden. Aditya ist das leuchtende Sonnenrund und Brahman. Im Menschen erscheint er als inneres Organ, Denken, Intellekt, Gedächtnis, Ich-Sinn, als die fünf Lebenshauche, Wahrnehmungs- und Handlungsorgane, Sinnesqualitäten und ihre Tätigkeiten.

Wort-für-Wort-Erläuterung: āditya – Aditya, Sonne; vāyu – Wind, Lebensluft; jāyante – sie entstehen, werden geboren; jāyate – entsteht, wird geboren; – oder; etad – dieses; brahma – Brahman, das Absolute; brahman – o Brahmane; Brahman; manas – Geist, Denken; citta – Geist, mentales Bewusstsein; aha – ich; vai – wahrlich, gewiss; apāna – Apana, abwärts gerichteter Lebenshauch; prāṇa – Prana, Lebenshauch; prāṇ – atmen; Lebenshauch; śrotra – Ohr, Gehör; cakṣu – Auge; cakṣus – Auge, Sehen; vāc – Rede; ādityādvāyurjāyate ādityādbhūmirjāyate ādityādāpo – als Wortgruppe: Aus Aditya entstehen Luft, Erde, Wasser, Licht, Raum, Himmelsrichtungen, Gottheiten und Veden.; jāyante ādityājjyotirjāyate ādityādvyoma diśo jāyante – als Wortgruppe: Aditya ist das leuchtende Sonnenrund und Brahman.; ādityāddevā jāyante ādityādvedā jāyante ādityo vā eṣa etanmaṇḍalaṃ tapati asāvādityo brahma – als Wortgruppe: Im Menschen erscheint er als inneres Organ; ādityo'ntaḥkaraṇamanobuddhicittāhaṅkārāḥ ādityo vai vyānaḥ samānodāno'pānaḥ prāṇaḥ – als Wortgruppe: Denken; ādityo vai śrotratvakcakṣūrasanaghrāṇāḥ ādityo vai vākpāṇipādapāyūpasthāḥ – als Wortgruppe: Intellekt; ādityo vai śabdasparśarūparasagandhāḥ ādityo vai vacanādānāgamanavisargānandāḥ – als Wortgruppe: Gedächtnis, Ich-Sinn, als die fünf Lebenshauche, Wahrnehmungs- und Handlungsorgane, Sinnesqualitäten und ihre Tätigkeiten.

5. Prosateil Surya Upanishad
ānandamayo jñānamayo vijñānānamaya ādityaḥ | namo mitrāya
bhānave mṛtyormā pāhi |
bhrājiṣṇave viśvahetave namaḥ | sūryādbhavanti bhūtāni
sūryeṇa pālitāni tu |
sūrye layaṃ prāpnuvanti yaḥ sūryaḥ so'hameva ca |

Deutsche Übersetzung: Aditya besteht aus Glückseligkeit und Erkenntnis. Verehrung Mitra und Bhanu; schütze mich vor dem Tod. Verehrung dem Strahlenden, dem Ursprung des Alls. Aus Surya entstehen die Wesen, durch Surya werden sie bewahrt und in Surya lösen sie sich auf. Dieser Surya bin wahrlich ich.

Wort-für-Wort-Erläuterung: vijñāna – unterscheidende Erkenntnis; āditya – Aditya, Sonne; sūrya – Sonne, Surya; tu – aber, hingegen; yaḥ – wer, welcher; tad – das, jenes; aha – ich; eva – allein, wahrlich; ca – und; ānandamayo jñānamayo vijñānānamaya ādityaḥ – als Wortgruppe: Aditya besteht aus Glückseligkeit und Erkenntnis.; namo mitrāya – als Wortgruppe: Verehrung Mitra und Bhanu; bhānave mṛtyormā pāhi bhrājiṣṇave viśvahetave namaḥ – als Wortgruppe: schütze mich vor dem Tod.; sūryādbhavanti bhūtāni – als Wortgruppe: Verehrung dem Strahlenden, dem Ursprung des Alls.; sūryeṇa pālitāni tu – als Wortgruppe: Aus Surya entstehen die Wesen, durch Surya werden sie bewahrt und in Surya lösen sie sich auf.; sūrye layaṃ prāpnuvanti yaḥ sūryaḥ so'hameva ca – als Wortgruppe: Dieser Surya bin wahrlich ich.

6. Prosateil Surya Upanishad
cakṣurno
devaḥ savitā cakṣurna uta parvataḥ |
cakṣurdhātā dadhātu naḥ | ādityāya vidmahe sahasrakiraṇāya
dhīmahi | tannaḥ sūryaḥ pracodayāt |
savitā paścāttātsavitā
purastātsavitottarāttātsavitādharāttāt |
savitā naḥ suvatu sarvatātiṃ savitā no rāsatāṃ dīrghamāyuḥ |

Deutsche Übersetzung: Möge Savitar unser Auge schützen. Wir erkennen Aditya und meditieren über den Tausendstrahligen; möge Surya uns anregen. Savitar ist vor und hinter uns, über und unter uns. Möge er uns Ganzheit und ein langes Leben schenken.

Wort-für-Wort-Erläuterung: cakṣu – Auge; cakṣus – Auge, Sehen; deva – Gottheit; dadhātu – möge gewähren; naḥ – uns, für uns; āditya – Aditya, Sonne; sūrya – Sonne, Surya; tad – das, jenes; cakṣurno devaḥ savitā cakṣurna uta parvataḥ – als Wortgruppe: Möge Savitar unser Auge schützen.; cakṣurdhātā dadhātu naḥ – als Wortgruppe: Wir erkennen Aditya und meditieren über den Tausendstrahligen; ādityāya vidmahe sahasrakiraṇāya – als Wortgruppe: möge Surya uns anregen.; dhīmahi tannaḥ sūryaḥ pracodayāt – als Wortgruppe: Savitar ist vor; savitā paścāttātsavitā purastātsavitottarāttātsavitādharāttāt – als Wortgruppe: hinter uns, über und unter uns.; savitā naḥ suvatu sarvatātiṃ savitā no rāsatāṃ dīrghamāyuḥ – als Wortgruppe: Möge er uns Ganzheit und ein langes Leben schenken.

7. Prosateil Surya Upanishad
omityekākṣaraṃ brahma | ghṛṇiriti dve akṣare | sūrya
ityakṣaradvayam | āditya iti trīṇyakṣarāṇi |
etasyaiva sūryasyāṣṭākṣaro manuḥ | yaḥ sadāharaharjapati sa
vai brāhmaṇo bhavati sa vai brāhmaṇo bhavati |

Deutsche Übersetzung: Om ist die eine Silbe Brahman; Ghrini umfasst zwei Silben, Surya zwei und Aditya drei. Zusammen bilden sie das achtgliedrige Sonnenmantra.

Wort-für-Wort-Erläuterung: iti – so; damit endet die Aussage; brahma – Brahman, das Absolute; brahman – o Brahmane; Brahman; sūrya – Sonne, Surya; āditya – Aditya, Sonne; etad – dieses; eva – allein, wahrlich; yaḥ – wer, welcher; sadā – immer; sa – er, dieser; vai – wahrlich, gewiss; bhavati – wird, ist; omityekākṣaraṃ brahma – als Wortgruppe: Om ist die; ghṛṇiriti dve akṣare sūrya – als Wortgruppe: eine Silbe Brahman; ityakṣaradvayam – als Wortgruppe: Ghrini umfasst zwei Silben; āditya iti trīṇyakṣarāṇi – als Wortgruppe: Surya zwei und Aditya drei.; etasyaiva sūryasyāṣṭākṣaro manuḥ yaḥ sadāharaharjapati sa – als Wortgruppe: Zusammen bilden sie; vai brāhmaṇo bhavati sa vai brāhmaṇo bhavati – als Wortgruppe: das achtgliedrige Sonnenmantra.

8. Prosateil Surya Upanishad
sūryābhimukho japtvā mahāvyādhibhayātpramucyate |
alakṣmīrnaśyati | abhakṣyabhakṣaṇātpūto bhavati |
agamyāgamanātpūto bhavati | patitasambhāṣaṇātpūto bhavati |
asatsambhāṣaṇātpūto bhavati |

Deutsche Übersetzung: Wer dieses Mantra täglich wiederholt, gilt nach dem Text als Brahmane. Der Sonne zugewandt rezitiert, soll es von Furcht vor schweren Krankheiten und von Armut befreien sowie rituelle Verfehlungen läutern. Diese Aussagen sind religiöse Verheißungen, keine medizinisch gesicherten Wirkungen.

Wort-für-Wort-Erläuterung: sūrya – Sonne, Surya; bhavati – wird, ist; sat – Wahrheit, Sein; sūryābhimukho japtvā mahāvyādhibhayātpramucyate – als Wortgruppe: Wer dieses Mantra täglich wiederholt; alakṣmīrnaśyati – als Wortgruppe: gilt nach dem Text als Brahmane.; abhakṣyabhakṣaṇātpūto bhavati – als Wortgruppe: Der Sonne zugewandt rezitiert; agamyāgamanātpūto bhavati – als Wortgruppe: soll es von Furcht vor schweren Krankheiten; patitasambhāṣaṇātpūto bhavati – als Wortgruppe: von Armut befreien sowie rituelle Verfehlungen läutern.; asatsambhāṣaṇātpūto bhavati – als Wortgruppe: Diese Aussagen sind religiöse Verheißungen, keine medizinisch gesicherten Wirkungen.

9. Prosateil Surya Upanishad
madhyāhne sūrābhimukhaḥ paṭhet |
sadyotpannapañcamahāpātakātpramucyate |
saiṣāṃ sāvitrīṃ vidyāṃ na kiñcidapi na
kasmaicitpraśaṃsayet |

Deutsche Übersetzung: Wer es mittags der Sonne zugewandt rezitiert, wird der Überlieferung zufolge von schweren Verfehlungen frei. Die Savitri-Vidya soll nicht wahllos weitergegeben, sondern verantwortungsvoll gelehrt werden.

Wort-für-Wort-Erläuterung: idam – dieses hier; vidyā – Erkenntnislehre; na – nicht; cit – reines Bewusstsein; api – auch; madhyāhne sūrābhimukhaḥ paṭhet – als Wortgruppe: Wer es mittags der Sonne zugewandt rezitiert; sadyotpannapañcamahāpātakātpramucyate – als Wortgruppe: wird der Überlieferung zufolge von schweren Verfehlungen frei.; saiṣāṃ sāvitrīṃ vidyāṃ na kiñcidapi na – als Wortgruppe: Die Savitri-Vidya soll nicht wahllos weitergegeben; kasmaicitpraśaṃsayet – als Wortgruppe: sondern verantwortungsvoll gelehrt werden.

10. Prosateil Surya Upanishad
ya etāṃ mahābhāgaḥ prātaḥ paṭhati sa bhāgyavāñjāyate |
paśūnvindati | vedārthaṃ labhate |
trikālametajjaptvā kratuśataphalamavāpnoti | yo hastāditye
japati sa mahāmṛtyuṃ tarati ya evaṃ veda ||

Deutsche Übersetzung: Wer sie am Morgen rezitiert, erlangt nach dem Text Glück, Lebensgrundlage und Verständnis der Veden. Dreimal täglich wiederholt, wird ihr die Frucht vieler Opfer zugeschrieben; im Licht der aufgehenden Sonne rezitiert, gilt sie als Hilfe zur Überwindung der Todesfurcht.

Wort-für-Wort-Erläuterung: ya – wer, welcher; etad – dieses; sa – er, dieser; āditya – Aditya, Sonne; evam – auf diese Weise; eva – allein, wahrlich; veda – weiß, erkennt; ya etāṃ mahābhāgaḥ prātaḥ paṭhati sa bhāgyavāñjāyate – als Wortgruppe: Wer sie am Morgen rezitiert; paśūnvindati – als Wortgruppe: erlangt nach dem Text Glück; vedārthaṃ labhate – als Wortgruppe: Lebensgrundlage und Verständnis der Veden.; trikālametajjaptvā kratuśataphalamavāpnoti – als Wortgruppe: Dreimal täglich wiederholt, wird ihr die Frucht vieler Opfer zugeschrieben; yo hastāditye – als Wortgruppe: im Licht der aufgehenden Sonne rezitiert; japati sa mahāmṛtyuṃ tarati ya evaṃ veda – als Wortgruppe: gilt sie als Hilfe zur Überwindung der Todesfurcht.

Upanishad-Schluss
ityupaniṣat ||

Deutsche Übersetzung: So lautet die Upanishad.

Wort-für-Wort-Erläuterung: iti – so; damit endet die Aussage; upaniṣad – Upanishad, geheime Lehre; ityupaniṣat – als Wortgruppe: So lautet die Upanishad.

Heilige Schlussformel
hariḥ oṃ ||

Deutsche Übersetzung: Hari Om.

Wort-für-Wort-Erläuterung: hariḥ – Hari; oṃ – Om, die heilige Silbe; hariḥ oṃ – als Wortgruppe: Hari Om.

Abschließendes Shanti Mantra
oṃ bhadraṃ karṇebhiḥ śruṇuyāma devāḥ |
bhadraṃ paśyemākṣabhiryajatrāḥ |
sthirairaṅgaistuṣṭuvāṃsastanūbhirvyaśema devahitaṃ yadāyuḥ |
svasti na indro vṛddhaśravāḥ | svasti naḥ pūṣā viśvavedāḥ |
svasti nastārkṣyo ariṣṭanemiḥ | svasti no bṛhaspatirdadhātu ||
oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ ||

Deutsche Übersetzung: Om. Ihr Götter, mögen wir mit unseren Ohren hören, was heilsam ist, und mit unseren Augen sehen, was heilsam ist, ihr Verehrungswürdigen. Mögen wir euch mit standhaften Gliedern und Körpern preisen und die von den Göttern bestimmte Lebensspanne erfüllen. Möge Indra, der weithin Gerühmte, uns Wohlergehen schenken; möge Pushan, der Allwissende, uns Wohlergehen schenken; möge Tarkshya mit unversehrtem Rad uns Wohlergehen schenken; möge Brihaspati uns Wohlergehen gewähren. Om. Frieden, Frieden, Frieden.

Wort-für-Wort-Erläuterung: oṃ – Om; bhadram – heilsam, glückverheißend; karṇebhiḥ śṛṇuyāma – mögen wir mit den Ohren hören; akṣabhiḥ paśyema – mögen wir mit den Augen sehen; yajatrāḥ – ihr Verehrungswürdigen; sthiraiḥ aṅgaiḥ – mit standhaften Gliedern; vyaśema devahitaṃ yad āyuḥ – mögen wir die von den Gottheiten bestimmte Lebensspanne erfüllen; svasti naḥ – Wohlergehen für uns; Indra, Pūṣan, Tārkṣya, Bṛhaspati – die angerufenen Gottheiten; śāntiḥ – Frieden

Schlussformel der Surya Upanishad
iti sūryopaniṣatsamāptā ||

Deutsche Übersetzung: Damit ist die Surya Upanishad beendet.

Wort-für-Wort-Erläuterung: iti – so; damit endet die Aussage; sūrya – Sonne, Surya; upaniṣad – Upanishad, geheime Lehre; iti sūryopaniṣatsamāptā – als Wortgruppe: Damit ist die Surya Upanishad beendet.

Redaktioneller Hinweis: Die deutsche Fassung wurde für diesen Artikel neu formuliert und mit den genannten Vergleichsübersetzungen abgeglichen. Bei Komposita fasst die Wort-für-Wort-Erläuterung eng verbundene Wörter teilweise als Sinngruppe zusammen. Die Ausgabe ist eine Studien- und Lesefassung, keine neue kritische Sanskritedition.

Die fünf wichtigsten Empfehlungen der Surya Upanishad für ernsthafte Aspiranten

1. Mache die zentrale Lehre zur täglichen Kontemplation.
Die Surya Upanishad richtet den Blick auf Surya als sichtbares Licht und als höchstes Brahman. Lies einen kurzen Abschnitt langsam, fasse ihn in einem eigenen Satz zusammen und bleibe danach einige Minuten in der Stille.

2. Studiere Begriffe, aber bleibe nicht bei Begriffen stehen.
Führe ein kleines Studienheft zu Atman, Brahman, Maya und Moksha. Prüfe danach in der Meditation, worauf die Begriffe in deiner Erfahrung verweisen.

3. Übe Sakshi Bhava im Alltag.
Beobachte Gedanken, Gefühle und Rollen als wechselnde Inhalte des Bewusstseins. Das schafft Abstand, ohne Verantwortung zu vermeiden.

4. Verbinde Erkenntnis mit Ethik.
Wahrhaftigkeit, Ahimsa, Maß und Mitgefühl sind keine Nebensache. Sie machen den Geist klar genug für tiefere Einsicht.

5. Lies vergleichend und mit offenem Urteil.
Vergleiche die Aussagen mit älteren Upanishaden, der Bhagavad Gita und lebendiger Lehrerfahrung. Unterscheide poetische Symbolik, historische Weltbilder und unmittelbar prüfbare Praxis.

Siehe auch