Atma Upanishad

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Die Atma Upanishad ist ein Teil der indischen Heiligen Schriften, die Veda genannt werden. Sie gehört zum Atharvaveda und ist bei Deussen als reine Vedanta Upanishad aufgeführt. Die kurze Atma Upanishad nennt die Bestandteile, Eigenschaften und Funktionen von Körper, individueller Seele und höchstem Selbst.

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Atma Upanishad mit Erläuterungen nach Paul Deussen

Artikel aus „Upanishaden. Die Geheimlehre des Veda“ in der Übersetzung von Paul Deussen, herausgegeben von Peter Michel, Marix Verlag, 2. Auflage, 2007, Wiesbaden, S. 750 - 752.

Einleitung

Die Lehre von den drei Atmans oder Selbsten, dem äußeren Selbst (dem Leib), dem inneren Selbst (der individuellen Seele) und dem höchsten Selbst (dem höchsten Brahman), welche in schöner, poetischer Form in dem Prajapati-Mythos Chand. 8,7-12 (oben S. 194-201) ihren Ausdruck fand, wird hier in trockenster Scholastik durch eine Aufzählung der Bestandteile, Eigenschaften und Funktionen der drei Selbst abgehandelt, wobei vielfache Rückbeziehungen auf die älteren Upanishaden vorkommen.

Die Atma Upanishad

I.

Darauf sprach Angiras: Dreifach ist der Mensch, nämlich äußeres Selbst, inneres Selbst und höchstes Selbst. Dasjenige Selbst, an welchem Haut, Knochen, Fleisch, Mark, Haare, Finger, Daumen, Rückgrat, Nägel, Knöchel, Bauch, Nabel, Scham, Hüften, Schenkel, Wangen, Brauen, Stirn, Arme, Seiten, Haupt, Aderwerk, Augen und Ohren sind, und welches geboren wird und stirbt, das heißt das äußere Selbst.

II.

Nunmehr das innere Selbst: Derjenige, welcher einerseits durch [die Wahrnehmungen von] Erde, Wasser, Feuer, Luft, Äther, sowie durch Wunsch, Haß, Lust, Schmerz, Begierde, Verblendung, Mißverstehen usw., indem er das Merkmal der Erinnerung besitzt[1], andererseits durch Sprechen - mit Hochton, Tiefton, kurz, lang, überlang, stockend, schreiend, herausplatzend, - durch Tanzen, Singen, Spielen, Ohnmächtigwerden, Gähnen usw. zu einem Hörenden, Riechenden, Schmeckenden, Denkenden, Erkennenden und Handelnden wird, und welcher als bewußtes Selbst, als Person (Purusha) zu unterscheiden weiß bei den Tätigkeiten des Hörens - ob es ein Puranam, Nyaya, Mimamsa oder Dharmasastram ist -, des Riechens, des Ansichnehmens,

dieser ist es, welcher das innere Selbst genannt wird.

III.

Nunmehr das höchste Selbst: Derjenige, welcher nach den Bestandteilen [des Wortes Om] zu verehren, indem man ihn unter Atemhemmung, Zurückziehung von den Sinnendingen, Meditation und Yoga-Folgerung als das eigene Selbst überdenkt (-cintakam adverbial), als Kern des Feigenbaumes (Chand. 6,12,1), als des Hirsekornes Kern (Chand. 3,14,3), durch hunderttausendfache Zerlegung der Haaresspitze (Svet. 5,9. Dhyanabindu 6) usw. nicht erfaßt noch aufgefaßt wird, der nicht geboren wird und nicht stirbt (Kath. 2,18), nicht verdorrt (Chand. 6,11,2) und nicht verbrennt (Chand. 6,16,2), nicht zittert (Prasna 5,6. Yogasikha 1), nicht gespalten (Chand. 6,12,1) und nicht zersplissen wird (Bhag. G. 2,23), der guna-loser Zuschauer ist (Svet. 6,11), der reine, gliederlose Atman, der absolute, feine, teillose, fleckenlose (Svet. 6,19), selbstwahnlose (Maitr. 6,30), von Ton, Gefühl, Geschmack, Gestalt und Geruch freie, wandellose (Brahmab. 8), wunschlose, alldurchdringende (Svet. 1,16), er, der undenkbare und unbeschreibliche, der das Unreine, Unheilige reinigt, dem kein Werk anhaftet und keine Nachwirkung der Werke, - das ist das höchste Selbst, der Purusha, - das ist das höchste Selbst, der Purusha!

Fußnoten

  1. Ich folge den Lesarten der Punaer Ausgabe, welche durch eine (in der Bibl. Ind. ausgelassene) Bemerkung des Kommentares unterstützt werden.

Siehe auch

Literatur

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