Positivität

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Positivität : Was ist Positivität? Woher stammt das Wort? Wozu ist Positivität gut? Was sind ihre Grenzen? Wie kann man sie kultivieren? Was ist das Gegenteil von Positivität? Positivität ist eine Lebenseinstellung, die von Optimismus, Zuversicht und Selbstvertrauen gekennzeichnet ist. Positivität heißt, dass etwas da ist. So wie Negativität ursprünglich hieß, dass etwas nicht da ist. Positivität heißt anerkennen was ist - und hoffen auf das was sein wird. Positivität sagt, dass jeder Mensch es eigentlich gut meint. Positivität sieht einen Sinn im Leben. Positivität erkennt, dass man selbst auch das Göttliche in sich hat.

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Positivität als hilfreiche Tugend

Aus einem Vortrag von Sukadev Bretz

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Was ist Positivität? Zunächst mal ist Positivität das Gegenteil von Negativität. Ursprünglich heißt Positivität das, was da ist, und Negativität ist das, was nicht da ist. So kann man sagen, die Negation ist die Verneinung, und positiv, es ist etwas da. Von der ursprünglichen Bedeutung findest du das auch in der Medizin, z.B. wenn ein Befund positiv ist, das heißt, es gibt einen Befund, und wenn kein Befund da ist, dann sagt man, - Befund negativ. Oft heißt in der Medizin, ein negativer Befund ist gut und ein positiver Befund ist nicht so gut. Also, wenn man z.B. guckt, ist irgendwo in einem Gewebe eine Krebszelle und dann sagt man, positiver Befund, das heißt, die Krebszelle ist da und das ist nicht so gut. Negativer Befund heißt, die Krebszelle ist nicht da.

Man könnte auch sagen, Positivität heißt anerkennen, was ist. Positivität heißt, das zu würdigen, was da ist. Negativität heißt, anzuerkennen, was nicht da ist. Oder Negativität heißt auch, man verneint das, was da ist. Positiv und negativ gibt es ja auch in der Elektrizität, da sind es zwei Pole der Elektrizität, positiver Pol, negativer Pol. Ich werde jetzt nicht in die Physik einsteigen, aber ich will nur sagen, positiv und negativ sind eben nicht nur gut oder schlecht, sondern sie drücken entweder aus, etwas ist da, also positiv oder etwas ist nicht da, also negativ.

Jetzt wenn wir von der Psyche sprechen, dann ist meistens positiv eine gute Stimmung, optimistisch, zuversichtlich, ermutigend, wer irgendwo voller Begeisterung ist, wer sagt, "das schaffen wir schon, das geht schon", der ist positiv. Und die Nörgler und Pessimisten, die sagen, das geht alles nicht gut und das brauchst du erst gar nicht probieren und lasse es sein, die sind die so genannten Negativen. Positive wie auch negative Menschen haben ihren Sinn, Positivität und Negativität hat auch ihren Sinn, auch hier ist es eine Polarität, die wichtig ist.

Man hat sogar gesagt, die erfolgreichsten Menschen im Geschäftsleben sind die so genannten paranoiden Optimisten. Das heißt, Optimisten, die sind so positiv, die halten alles für möglich, so wie Bill Gates hat mal schon als kleiner Unternehmer gesagt: "Informationen an den Fingerspitzen." Seine Mission ist es, dass jeder Mensch mit Computern auf alles Wissen der Welt zugreifen kann. Das war tatsächlich die Vision von Microsoft. Als er das, ich glaube, in den 80er Jahren formuliert hatte, da klang das ziemlich schräg, dass das irgendwann gehen würde, heute ist das Realität. Du liest vermutlich diesen Vortrag über das Internet, also es ist passiert, das war ein großer Optimismus. Aber gleichzeitig war er auch immer wieder paranoid und hat gesagt. "Das kann schiefgehen, das kann schiefgehen, das ist ein Konkurrent." Und man muss auch sagen, er hat entweder Konkurrenten aufgekauft oder zum Teil bewusst ruiniert. Wenn er irgendwo einen Konkurrenten gesehen hat, irgendwo die Befürchtung, der könnte irgendwo Geschäftsfeld weggraben: "Was können wir dort tun?" Das also ist ein paranoider Optimist.

Positivität hat ihren Sinn, Negativität hat auch ihren Sinn, manche Menschen haben beides in sich, sie sind sehr positiv, zuversichtlich und denken, "das könnte alles sein, das will ich alles machen" und gleichzeitig sind sie negativ und überlegen: "Was könnte alles schiefgehen?" Man kann auch sagen, man muss auch nicht alles in sich selbst drin haben, aber wenn du zu übergroßer Positivität neigst, dann ist es gut, wenn in deiner Umgebung jemand ist, der ein bisschen negativer denkt, dass du auch vorbereit bist auf anderes. Alles hat zwei Seiten und es ist oft gut, beide Seiten zu würdigen.

Oder wenn man irgendetwas Neues angeht, dann ist auch gut, die Chancen zu sehen, aber es ist auch gut, die Risiken zu sehen. Nur wenn du die Risiken mit einbeziehst, dann kannst du nachher, wenn Dinge schiefgehen, auch darauf reagieren. Und dann kannst du positiv und optimistisch sein, es trotzdem zu erreichen. Natürlich, insgesamt ist es klug, zu versuchen, seinen Geist positiver zu machen. Swami Sivananda, der Meister, in dessen Tradition ich bin, hat ja auch ein Buch geschrieben über Gedankenkraft und positives Denken, im Englischen heißt es "Thought Power", aber dort gibt es einige Kapitel über positives Denken. Und das größte positive Denken ist, zu wissen, hinter allem gibt es eine höhere Wirklichkeit, tief im Inneren ist jeder Mensch göttlich, tief im Inneren meint es jeder Mensch gut.

Auch wenn Menschen sich manchmal eigenartig verhalten, auch wenn sie manchmal sehr unethisch sind, wenn sie großen Schmerz und Leid über andere bringen, vielleicht auch über sich, trotzdem, ganz im Inneren gibt es einen göttlichen Kern im Menschen. Und aus allem kann ich lernen, aus dem Guten, wie auch aus dem weniger Guten. Das ist letztlich eine Positivität, die so weit geht, dass sie alles Negative mit einbezieht. Und dann gibt es eine andere Form von Negativität, die auch positiv ist, wenn man irgendwo erkennt, letztlich ist die ganze Welt ein Traum, sie existiert nicht wirklich, nur dieses Göttliche, das ist wirklich, alles andere, es kommt und es geht, es ist in der Zeit, vergänglich. Daher, wir sollten ihm nicht zu viel Wichtigkeit zuweisen. Wir machen unseren Part im Leben, wir erledigen unsere Aufgaben, wir tun das, was nötig ist, wir vertrauen auf eine höhere Wirklichkeit, wir bitten Gott um Hilfe, Inspiration und Führung und erkennen, alles andere ist relativ.

Positivität und andere Tugenden

In diesem Yoga Wiki werden über 1000 Tugenden und geistigen Eigenschaften beschrieben. Hier einige Erläuterungen, wie man die Eigenschaft der Positivität in Beziehung zu anderen Tugenden und geistigen Eigenschaften sowie in Bezug auf Laster sehen kann:

Ähnliche Eigenschaften wie Positivität

Ähnliche Eigenschaften wie Positivität, also Synonyme zu Positivität sind z.B. Zuversicht, Optimismus, Zuversichtlichkeit.

Ausgleichende Eigenschaften

Jede Eigenschaft, jede Tugend, die übertrieben wird, wird zu einer Untugend, zu einem Laster, einer nicht hilfreichen Eigenschaft. Positivität übertrieben kann ausarten z.B. in Leichtsinn, Sorglosigkeit, Unvorsichtigkeit, Leichtfertigkeit. Daher braucht Positivität als Gegenpol die Kultivierung von Vorsicht, Bedachtsamkeit, Umsicht.

Gegenteil von Positivität

Zu jeder Eigenschaft gibt es ein Gegenteil. Hier Möglichkeiten für Gegenteil von Positivität, Antonym zu Positivität :

Positivität im Kontext von Tugendengruppen, Persönlichkeitsfaktoren und Temperamenten

, Idealismus, Inspiration * Im Kontext des Persönlickeitsmodell der Big Five gehört Positivität zum Persönlichkeitsfaktor E1 Extraversion hoch: gesellig, außenorientiert, gesprächig, auch O1 Offenheit hoch: neugierig, erfinderisch, experimentierfreudig

Entwicklung von Positivität

Positivität kann man sehen als Tugend, als eine positive Eigenschaft. Vielleicht willst du ja Positivität in dir stärker werden lassen. Hierzu einige Tipps:

  • Nimm dir vor, eine Woche lang diese Eigenschaft der Positivität zu kultivieren. Du kannst nicht mehrere Tugenden auf einmal entwickeln. Aber es ist möglich, jede Woche eine Tugend, eine Eigenschaft, wachsen zu lassen.
  • Triff den Entschluss: "Während der nächsten Woche will ich die Tugend, die Eigenschaft, Positivität kultivieren, wachsen lassen, stärker werden lassen. Ich freue mich darauf, in einer Woche ein positiv erer Mensch zu sein."
  • Nimm dir vor, jeden Tag mindestens eine Handlung auszuführen, die Positivität ausdrückt. Mache jeden Tag etwas, was du sonst nicht tun würdest, was aber diese Tugend zum Ausdruck bringt
  • Wenn du morgens aufwachst, dann sage eine Affirmation, z.B.: "Ich entwickle Positivität ". Mehr Möglichkeiten zu Affirmationen findest du weiter unten
  • Am Tag wiederhole immer wieder eine solche Affirmation:
  • "Ich bin positiv."

Affirmationen zum Thema Positivität

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Affirmationen für mehr Positivität . Unter dem Stichwort "Affirmation" und "Wunderaffirmationen" erfährst du mehr darüber.

Klassische Autosuggestion für Positivität Hier die klassische Autosuggestion:

  • Ich bin positiv.

Im Yoga verbindet man das gerne mit einem Mantra. Denn ein Mantra lässt die Affirmation stärker werden:

  • Ich bin positiv. Om Om Om.
  • Ich bin ein Positiver, eine Positive.

Entwicklungsbezogene Affirmation für Positivität Manche Menschen fühlen sich als Scheinheiliger oder als Heuchler, wenn sie sagen "Ich bin positiv " - und sie sind es gar nicht. Dann hilft eine entwicklungsbezogene Affirmation:

  • Ich entwickle Positivität.
  • Ich werde positiv.
  • Jeden Tag werde ich positiv er.
  • Durch die Gnade Gottes entwickle ich jeden Tag mehr Positivität .

Dankesaffirmation für Positivität:

  • Ich danke dafür, dass ich jeden Tag positiv er werde.

Wunderaffirmationen Positivität Du kannst es auch mit folgenden Affirmationen probieren, die Sukadev Volker Bretz als Wunderaffirmationen bezeichnet:

  • Bis jetzt bin ich noch nicht sehr positiv. Und das ist auch ganz verständlich, ich habe gute Gründe dafür. Aber schon bald werde ich Positivität entwickeln. Jeden Tag wird diese Tugend in mir stärker werden.
  • Ich freue mich darauf, bald sehr positiv zu sein.
  • Ich bin jemand, der positiv ist.

Gebet für Positivität

Auch ein Gebet ist ein machtvolles Mittel, um eine Tugend zu kultivieren. Hier ein paar Möglichkeiten für Gebete für mehr Positivität:

  • Lieber Gott, bitte gib mir mehr Positivität
  • Oh Gott, ich verehre dich. Ich bitte dich darum, dass ich ein positiv er Mensch werde
  • Liebe Göttliche Mutter, ich danke dir. Ich danke dir dafür, dass ich jeden Tag die Tugend Positivität mehr und mehr zum Ausdruck bringe

Was müsste ich tun, um Positivität zu entwickeln?

Du kannst dich auch fragen:

  • Was müsste ich tun, um Positivität zu entwickeln?
  • Wie könnte ich positiv werden?
  • Lieber Gott, bitte zeige mir den Weg zu mehr Positivität.
  • Angenommen, ich will positiv sein, wie würde ich das tun?
  • Angenommen, ich wäre positiv, wie würde sich das bemerkbar machen?
  • Angenommen, ein Wunder würde geschehen, und ich hätte morgen Positivität kultiviert, was hätte sich geändert? Wie würde ich fühlen? Wie würde ich denken? Wie würde ich handeln? Als positiv er Mensch, wie würde ich reagieren, mit anderen kommunizieren?

Siehe auch

Eigenschaften im Alphabet vor Positivität

Eigenschaften im Alphabet nach Positivität

Literatur

Weblinks

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