Nabho Mudra

Aus Yogawiki

Nabho Mudra und Nabhomudra (Sanskrit: नभोमुद्रा nabhomudrā f.) wörtlich: die Himmels-Mudra (Nabhas-Mudra); Zungenhaltung, bei der die Zunge nach hinten zum weichen Teil des Gaumens gefaltet wird. Eine andere Variation von Nabho Mudra ist, die Zungenspitze nach oben zum Gaumendach zu bringen. Der oberste Punkt des Gaumens ist der Reflexpunkt des Sahasrara Chakras. Die Zunge nach hinten zu falten wird "hinteres Nabho Mudra" genannt. Die Zungenspitze nach oben zu geben, wird "oberes Nabho Mudra" genannt. Die Zungenspitze nach vorne an den Gaumen in der Nähe der Scheidezähne zu geben, wird "vorderes Nabho Mudra" genannt. Weitere Nabho Mudras findest du weiter unten.

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Nabho Mudra नभोमुद्रा nabho-mudrā Aussprache

Hier kannst du hören, wie das Sanskritwort Nabho Mudra, नभोमुद्रा, nabho-mudrā ausgesprochen wird:

Übungsvideo 1 zu Nabho Mudra

Schaue dir hier das Übungsvideo 1 von Sukadev Bretz an und erfahre Wissenswertes über das Nabho Mudra.

Begleittext zu Übungsvideo 1 zu Nabho Mudra - von Sukadev

Nabho Mudra bedeutet Himmels-Mudra übersetzt, Nabhas ist der Himmel. Nabho Mudra ist aber eine der Zungen-Mudras und besteht daraus, mit der Zunge am Gaumen bestimmte Reflexpunkte zu berühren und dabei bestimmte Effekte zu erzeugen. Es gibt vorderes Nabho Mudra, mittleres Nabho Mudra oder auch oberes Nabho Mudra genannt, hinteres Nabho Mudra. Es gibt dynamisches Nabho Mudra, linkes Nabho Mudra und rechtes Nabho Mudra. In diesem Vortrag möchte ich über alle Nabho Mudras sprechen und dann gibt es noch Einzelvorträge für jedes einzelne der Nabho Mudras (siehe jeweilige Verlinkung).

Vorderes Nabho Mudra: Zunächst vorderes Nabho Mudra, zur Aktivierung von Ajna Chakra. Dazu gibst du die Zungenspitze an den Gaumen, in der Nähe der Schneidezähne. Etwa ein Zentimeter vor Beginn der Schneidezähne ist ein Reflexpunkt. Wenn du dort mit der Zungenspitze sanft dagegen drückst, kannst du das dritte Auge spüren, Punkt zwischen den Augenbrauen bis Mitte der Stirn. Du kannst auch etwas ausprobieren, manchmal dauert es etwas, bis man diesen Reflexpunkt findet. Manchmal ist er ein paar Millimeter weiter vorne oder hinten, mit etwas Übung findest du genau den Reflexpunkt, wenn du dein drittes Auge spüren willst.

Mittleres Nabho Mudra bzw. Oberes Nabho Mudra: Dann gibt es oberes Nabho Mudra, auch mittleres Nabho Mudra genannt. Dazu gibst du die Zungenspitze senkrecht hoch an die Mitte des Gaumendaches. Das aktiviert Sahasrara Chakrainnerhalb der Scheitelgegend. Auch hier gilt es, etwas auszuprobieren: die Zunge mal etwas weiter vorne gegen das Gaumendach zu drücken oder weiter hinten, also um die Mitte herum ein bisschen zu variieren, bis du genau den Punkt findest. Wenn du diesen Punkt triffst, spürst du Sahasrara Chakra. Nicht alle spüren es, manche haben dafür weniger Sensibilität und dafür Sensibilität für anderes. Aber für manche ist das etwas, was sehr gut spürbar ist.

Hinteres Nabho Mudra: Und dann gibt es hinteres Nabho Mudra: du gibst die Zunge weit nach hinten, das wird dann auch als kleines Khechari bezeichnet und aktiviert Vishuddha Chakra.

Dynamisches Nabho Mudra: Dann gibt es dynamisches Nabho Mudra, wo du die Zunge vor- und zurückgibst, in der Mitte des Gaumendaches. Und das hilft, alle drei Chakras zu aktivieren und vor allen Dingen öffnet es beide Nasenlöcher sowie die Nadis Ida und Pingala. Die Öffnung der Nasenlöcher funktioniert nicht immer bei allen, aber man kann es ausprobieren. Ein paar Mal dynamisches Nabho Mudra unterdrückt übrigens auch einen Niesreflex. Du brauchst nur die Zungenspitze ein paar mal am oberen Gaumendach hin- und hergeben. Auch wenn du in der Meditation tiefer gehen willst, kann dir das dynamische Nabho Mudra helfen.

Linkes Nabho Mudra: Dann gibt es noch linkes Nabho Mudra, dabei gibst du die Zungenspitze links neben das Gaumendach, und während du die Zungenspitze links neben das Gaumendach gibst, öffnet sich das rechte Nasenloch, öffnet sich Pingala Nadi und damit Surya, die Sonnenenergie wird stärker.


Rechtes Nabho Mudra: Natürlich gibt es dann auch noch rechtes Nabho Mudra, du bringst die Zungenspitze an den rechten Teil des Gaumens, entweder beständig an genau einen Punkt. Wenn du den Reflexpunkt findest, dann öffnet das sofort das linke Nasenloch. Oder du gehst mit der Zungenspitze ein paar Mal vor und zurück. Das hilft auch, das linke Nasenloch zu öffnen. Bei manchen Menschen geht das innerhalb von ein paar Sekunden, andere brauchen dort etwas länger. Und manche müssen auf andere Techniken zurückgreifen, um die Nasenlochdominanz zu ändern. Das Ändern von linkem und rechtem Nasenloch und damit von Chandra zu Surya, von Ida zu Pingala, gehört zum Swara Yoga, worüber es auch einen längeren Vortrag gibt.


Vielleicht magst du jetzt zum Abschluss einfach die Zungenspitze an die Mitte des Gaumendachs geben, nach oben lächeln, Sahasrara Chakra spüren und dir vorstellen, dass von oben Lichtenergie fließt. Vielleicht magst du so ein paar Momente in die Stille gehen oder auch länger.

Übungsvideo 2 zu Nabho Mudra

Schaue dir hier das Übungsvideo 2 von Sukadev Bretz an und erfahre weitere interessante Inhalte über das Nabho Mudra.

Begleittext zu Übungsvideo 2 zu Nabho Mudra

Nabho Mudra bedeutet wörtlich "Himmels-Mudra". "Nabhas" heißt Himmel, "Mudra" heißt Symbol, Siegel. Nabho Mudra ist das Symbol des Himmels, Siegel des Himmels, Zeichen des Himmels. Mudra ist natürlich eine Energietechnik, wie du vermutlich inzwischen weißt. Es gibt verschiedene Mudras. Es gibt die großen Mudras, die aus verschiedenen Körperteilen bestehen, und es gibt die kleinen Mudras. Und unter anderem gibt es die Finger-Mudras, damit bist du vielleicht vertraut, aber es gibt eben auch die Zungen-Mudras.

Und eine der Zungen-Mudras ist es, die Zungenspitze senkrecht nach oben zu geben. Du gibst die Zungenspitze ganz nach oben, Richtung Himmel also, nach oben. Wenn du die Zungenspitze am Gaumendach nach oben gibst, aktiviert es das Sahasrara Chakra. Nabho Mudra ist eine sehr effektive Weise, das Sahasrara Chakra zu spüren, das Scheitel-Chakra, das Licht, den Raum nach oben.

Du kannst auch die Zunge an den Gaumen in der Nähe der Schneidezähne geben. Das ist auch eine Nabho Mudra Variation, das nennt sich "vorderes Nabho Mudra". Das klassische Nabho Mudra ist Zungenspitze nach oben. Hast du die Zungenspitze in der Nähe der Schneidezähne, meistens in etwa einen Zentimeter hinter den Scheidezähnen am Gaumen. Dort hast du dann den Reflexpunkt des Ajna Chakras. Da kannst du auch ein bisschen trainieren oder üben, die Zunge ein bisschen weiter vor oder zurück zu geben. Mit etwas Übung findest du genau den Punkt, wo du mit der Zunge mit einem mittleren Druck draufdrücken musst, und schon spürst du das Ajna Chakra, den Punkt zwischen den Augenbrauen, Mitte der Stirn. Das ist das vordere Nabho Mudra.

Dann gibt es aber das "mittlere Nabho Mudra", da gibst du die Zungenspitze nach oben an den Gaumen, und dabei aktivierst du das Sahasrara Chakra. Es gibt auch noch die Möglichkeit, die Zunge nach hinten zu geben. Manchmal wird das als "hinteres Nabho Mudra" bezeichnet, bei Yoga Vidya nennen wir das dann gerne Kechari Mudra. Aber Kechari Mudra ist ein anderes Thema, das kannst du auch auf unseren Seiten suchen.

Nabho Mudra kannst du auch im Alltag üben. Zwischendurch ist es immer wieder gut, sich nach oben zu öffnen. Du kannst das Nabho Mudra mit der Zunge üben, das heißt, die Zungenspitze ans Gaumendach, die Augen schließen und dir vorstellen, du öffnest dich nach oben.

Es gibt auch eine Armgestik, die du auch als Nabho Mudra bezeichnen kannst, Himmels-Mudra. Du gibst die Hände leicht nach oben, den Kopf leicht nach oben und öffnest dich nach oben. Das kann dir manchmal so das Gefühl geben, dass von oben, vom Himmel, Energie, Licht und Kraft in dich hineinströmt. Aber beim klassische Nabho Mudra legst du die Zungenspitze an den Gaumen und öffnest das Bewusstsein zum Himmel hin. Aber jede Form, die du machst, die dir hilft, dich nach oben zum Himmel zu öffnen, ist auch Nabho Mudra – Himmels-Mudra, Symbol, dich für die Himmelskraft zu öffnen.

Übungsanleitung - Mittleres Nabho Mudra mit Kevala Kumbhaka

Sitz mit gekreuzten Beinen. Atme so wenig Luft ein und aus wie möglich (Kevala Kumbhaka). Zungenspitze gegen die Mitte des Gaumens drücken. Konzentration auf das Sahasrara Chakra. Stelle dir vor wie strahlendes Licht von oben über der Schädeldecke in den Kopf hineinströmt oder wie dein Guru im tausendblättrigen Lotus oberhalb der Schädeldecke sitzt.

Energetische Wirkungen

Auszug aus dem Buch "Das Große Yoga Vidya Pranayama Buch" von Sukadev Bretz, Copyright Yoga Vidya Verlag.

Von „nabhas“ = „Himmel“, also wörtlich die „Himmelsmudra“. Ich bezeichne auch bestimmte Armgesten als Himmelsmudra, aber bei diesem Nabho-„Himmels-Mudra“ geht es nur um die Zungenhaltung. Mit den Nabho Mudras berührst du mit der Zunge verschiedene Reflexpunkte am Gaumen, was bestimmte Effekte erzeugt. Nicht jeder kann mit jeder der Techniken etwas anfangen – manche haben einen leichten Zugang über diese Reflexpunkte, andere weniger. Für sie wirken dann andere in diesem Buch vorgestellte Techniken. Probiere es aus!

a) Vordere Nabho Mudra

= Zungenspitze an den Gaumen in der Nähe der Schneidezähne. Etwa 5-10 Millimeter hinter den Schneidezähnen ist ein Reflexpunkt für das Ajna Chakra. Wenn du dort mit der Zunge leicht gegendrückst, spürst du Ajna Chakra, den Punkt zwischen den Augenbrauen bis Mitte der Stirn.

Energetische Wirkung: aktiviert Ajna Chakra. 
b) Mittlere = obere Nabho Mudra

= Zungenspitze an die Mitte des Gaumendachs geben. Das ist der Reflexpunkt für das Sahasrara Chakra.

Energetische Wirkung: aktiviert Sahasrara Chakra. 
c) Hintere Nabho Mudra

= Zunge nach hinten an den weichen Teil des Gaumens geben. Identisch mit der einfachen Form von Kleiner Khechari Mudra (siehe oben).

Energetische Wirkung: aktiviert Vishuddha Chakra.
d) Dynamische Nabho Mudra

= Zungenspitze am Gaumendach vor- und zurückgeben. Energetische Wirkungen: aktiviert alle drei oberen Chakras – also Ajna, Sahasrara und Vishuddha Chakra, öffnet beide Nasendurchgänge gleichmäßig und damit die beiden Energiekanäle Ida und Pingala und unterdrückt den Niesreflex.

Praxistipp: Dynamische Nabho Mudra kannst du üben, um die Nasendurchgänge zu öffnen für deine Pranayama-Sitzung. Zum Beispiel, wenn für Kapalabhati oder Wechselatmung ein Nasenloch verstopft ist oder beide schwer durchlässig sind. Gerade bei Pranayama früh am Morgen kann das oft schnell eine Wirkung haben.

Tipp für den Alltag: Ein paar Mal dynamische Nabho Mudra, um den Niesreflex aufzulösen. Zum Beispiel, wenn du vor einem Publikum oder einer Kamera sprichst und merkst, dass ein Niesreiz kommt oder wenn du tiefer in die Meditation gehen willst und dich nicht ablenken lassen willst von einem Niesreiz.

e) Seitliche Nabho Mudra
= Zungenspitze links oder rechts am Gaumen vor- und zurückbewegen. 

Öffnet jeweils das gegenüberliegende Nasenloch, also wenn du links entlangfährst, öffnet sich rechts mehr und damit aktivierst du Pingala Nadi, die Sonnenergie. Wenn du rechts entlangfährst, öffnet sich links mehr und damit aktivierst du Ida Nadi, die Mondenergie. Erläuterungen im Rahmen von Swara Yoga (siehe Teil 1).

f) Jihva Bandha

= Zungen-/Kehlverschluss Jihva = Zunge (nicht zu verwechseln mit dem Sanskritwort Jiva = individuelle Seele). Bandha = Verschluss. Nach dem Einatmen gibt man die Zungenoberseite an den Gaumen, saugt die Zungenwurzel etwas zurück und zieht die Kehle leicht zusammen. So wird kein Atem mehr durchgelassen und es kann keine Luft entweichen, ehe du den Verschluss nicht löst.

Energetische Wirkungen: Prana wird gesammelt. Atem und Prana können nicht austreten. Damit wird auch der Geist gesammelt und ruhig. Udana Vayu, einer der fünf Prana-Ströme, wird harmonisiert, beruhigt, sublimiert und dann gestärkt. Richtet die Energie des Vishuddha Chakra nach oben aus und aktiviert gleichzeitig Ajna und Sahasrara Chakra.

Praxistipps:

  • Jihva Bandha kannst du integrieren beim Atemanhalten bei Kapalabhati, in der Wechselatmung und allen anderen Pranayamas, wo du die Luft anhalten willst.
  • Wenn du merkst, dass Jihva Bandha eine gute Wirkung auf dich hat, dann integriere es ruhig, wann immer du die Luft anhältst.
  • Wenn du feststellst, dass es keine besondere Wirkung für dich hat, kannst du es ein paar Tage lang probieren und beobachten, ob die Wirkung intensiver wird. Wenn du merkst, dass es auch dann nicht die große Wirkung für dich hat, lasse es weg und übe andere Energietechniken.

Das Schöne am Pranayama ist ja, dass es eine solche Fülle von feinen subtilen Techniken gibt, dass man gar nicht alle in seiner Praxis immer anwenden kann. Ich stelle sie hier in diesem Buch alle vor, du kannst sie ausprobieren und dann integriere das, was dir gut tut. Jihva Bandha übt man besonders während des Luftanhaltens als Teil von Jalandhara Bandha (s. unter Hals-Kopf-Mudras), zum Beispiel bei Kapalabhati und Wechselatmung. Das kannst du gerade ausprobieren und üben. Ausführlich übst du das in der Praxisanleitung dieser Woche.


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Khechari Mudra und Nabho Mudra

Bei Khechari Mudra wird die Zunge nach hinten gefaltet Richtung weichen Teil des Gaumens. Die einfache Khechari Mudra, auch "kleines Khechari Mudra" genannt, ist identisch mit der hinteren Nabho Mudra. Hinteres Nabho Mudra bzw. kleines Khechari Mudra wirkt beruhigend und harmonisiert das Vishuddha Chakra. Das obere Nabho Mudra erhebt den Geist und aktiviert das Sahasrara Chakra. Das vordere Nabho Mudra, also Drücken der Zungenspitze gegen den Gaumen in der Nähe der Schneidezähne, aktiviert das Ajna Chakra bzw. Trikuti, den Punkt zwischen den Augenbrauen.


Weitere Zungen-Mudras in der Übersicht

Es gibt verschiedene Zungen Mudras:

Weiterführende Informationen findest unter den Hauptstichwörtern der einzelnen Hauptvarianten Kleines Khechari Mudra, Jihva Bandha sowie hier unter dem Abschnitt Videovortrag.

Siehe auch

Seminare

Energiearbeit

Hier erscheint demnächst wieder eine Seminarempfehlung: url=interessengebiet/energiearbeit/?type=2365 max=2

Kundalini Yoga

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Weblinks

Literatur