Brahma Muhurta

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Brahma Muhurta (Sanskrit: ब्रह्म मुहुर्त "die Stunde Brahmans") Brahma Muhurta ist die Stunde Brahmans, die Zeit zwischen 03:30 Uhr morgens und 06:30 Uhr morgens.

Brahma Muhurta, die Stunde Gottes

Sukadev über Brahma Muhurta

Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Brahma Muhurta

Brahma Muhurta ist die Zeit, die besonders geeignet ist für die Meditation. Ursprünglich ist die Bedeutung von Muhurta ein Dreißigstel eines Tages, eine Muhurta dauert 48 Minuten. In diesem Kontext wurde also die Tageszeit nicht in 24 Stunden eingeteilt, sondern in dreißig Stunden, daher Muhurta.

Brahma Muhurta war ursprünglich dann eine bestimmt Zeit, nämlich die Zeit direkt nach dem Sonnenaufgang oder um den Sonnenaufgang. Wenn man von einem Dreißigstel des Tages spricht, waren es auch nicht unbedingt exakt 48 Minuten, sondern da wurden bestimmte Zeiten gelegt, Sonnenaufgang, Mittagszeit, Sonnenuntergang und Mitternacht und diese Zeiten wurden jeweils aufgeteilt. So war also ursprünglich Brahma Muhurta nicht eine feste Uhrzeit. Es hat sich dann aber unter den Yoga-Meistern etabliert, dass man als Brahma Muhurta die drei Stunden bezeichnet zwischen 03:30 Uhr und 06:30 Uhr morgens.

Diese Zeit gilt als die beste Zeit, um Brahman zu erfahren. Brahma Muhurta ist also die Zeit von Brahma und damit des Schöpfergottes, aber auch von Brahman, des Absoluten. Brahma Muhurta – die Zeit, die am geeignetsten ist, Brahman zu erfahren. Es ist gut, früh morgens aufzustehen. Ich kenne die Theorie von Lärchen und Eulen, das heißt, es gibt Menschen, die können morgens besser meditieren, das sind die Lärchen, die stehen morgens gerne früh auf. Und es gibt die Eulen, die lieber nachts meditieren, die stehen lieber später auf. Die Mehrheit der Menschen ist so eine Mischung, die können sich dazu erziehen, eher morgens oder eher abends zu meditieren.

Aber wenn irgend möglich, ist es gut, die Zeit zwischen 03:30 Uhr und 06:30 Uhr morgens mit einer spirituellen Praxis zu verbringen. Vielleicht ist 03:30 Uhr für die meisten westlichen Aspiranten sehr früh. Ich weiß aber aus eigener Erfahrung, die Zeit ab 03:30 Uhr ist etwas besonders Schönes. Und wenn du es irgendwo hinkriegst, ist es gut, so aufzustehen, dass du spätestens um 05:00 Uhr mit deinen spirituellen Praktiken beginnst. Wenn du um 05:00 Uhr beginnst, vielleicht mit Pranayama, und dann kannst du meditieren, nachher Asanas, dort hast du die geeignetste Zeit, um tiefe Erfahrungen zu machen. Ich staune immer wieder, wieviel Yoga-Übende es gibt, die das zwar alles gehört haben, aber trotzdem erst sehr spät aufwachen.

Swami Sivananda ist da sogar sehr vehement. Er schreibt, man sollte unbedingt die Zeit zwischen 04:00 Uhr und 06:00 Uhr für die Meditation nutzten, das sind die mittleren zwei Stunden von Brahma Muhurta. Du magst sagen, im Westen stehen wir später auf, wir gehen später ins Bett. Das mag vielleicht auch stimmen, weshalb wir ja auch bei Yoga Vidya erst um 07:00 Uhr meditieren, die offizielle Meditation. Im Sivananda Ashram Rishikesh ist sie um 05:00 Uhr. Und das ist letztlich ein Kompromiss, zum einen für die Gäste, die hierher kommen, aber auch für viele Mitarbeiter, die es auch angenehmer finden, um 07:00 Uhr zu meditieren. Wer bei Yoga Vidya zur Yogalehrerausbildung kommt, vier Wochen intensiv, dort legen wir die Meditation auf 06:00 Uhr, dort hast du den letzten Teil von Brahma Muhurta noch dabei.

Zur Zeit der Sommerzeit hast du das selbst um 07:00 Uhr, dann ist es ja eigentlich 06:00 Uhr, bis 06:30 bist du auch noch in Brahma Muhurta, insbesondere wenn du es verlängerst, 03:30 Uhr bis 06:30 Uhr. Manche sagen, 03:30 Uhr bis 06:30 Uhr ist Brahma Muhurta, andere sagen, 03:30 Uhr bis 05:30 Uhr. Aber ich meine, so zwischen 04:30 Uhr und 07:30 Uhr ist eine gute Zeit, die beste ist natürlich zwischen 03:30 Uhr und 06:30 und die zentrale Zeit zwischen 04:00 Uhr und 06:00 Uhr. Probiere es selbst aus, was ist deine Brahma Muhurta. Und schaue, ob du nicht etwas früher einschlafen kannst, um früher aufzuwachen. Manchmal hilft es auch, am Nachmitttag oder in der Mittagspause eine Tiefenentspannung zu machen, die vielleicht dann auch in ein Nickerchen mündet. Dann brauchst du weniger Schlaf nachts, dann kannst du früher aufstehen. Brahma Muhurta – die Stunde Brahmans, die Stunden, die besonders geeignet sind für Meditation, Pranayama, Asanas und Mantra-Rezitation.

Brahma Muhurta, die beste Zeit zum Meditieren

Meditation hilft der Gesundheit

Swami Sivananda schreibt über Brahma Muhurta als die beste Zeit zum Meditieren:

Der Schüler sollte unter allen Umständen zur Stunde Brahmas (Brahma Muhurta) aufstehen, der morgendlichen Stunde zwischen 3.30 Uhr und 5.30 Uhr, die für die Meditation besonders günstig ist. Das Bewusstsein ist während Brahma Muhurta durch guten Schlaf erfrischt, ruhig und heiter. Es herrscht Reinheit im Denken (Sattva) wie in der Atmosphäre.

Das Bewusstsein gleicht einem unbeschriebenen Blatt Papier und ist zu dieser Stunde Brahma Muhurta verhältnismäßig frei von Eindrücken und Auswirkungen weltlicher Handlungen (Samskara). Die Kräfte von Anziehung und Abstoßung (Raga Dvesha) sind in das Bewusstsein noch nicht tief eingedrungen. Es läßt sich noch in der gewünschten Art formen und mit göttlichen Gedanken füllen. Hinzu kommt, daß zu dieser Stunde alle Yogis, Paramahamsas, Sannyasins und Rishis des Himalaya ihre Meditation beginnen und ihre Schwingungen durch die ganze Welt senden. Ihre geistigen Ströme werden zu Brahma Muhurta von unermeßlichem Segen sein und dazu beitragen, daß die Meditation ohne Mühe von allein eintritt. Es wäre ein furchtbarer geistiger Verlust, diese Zeit von Brahma Muhurta nicht zu göttlicher Kontemplation zu nutzen, sondern zu schlafen.

Im Winter ist es nicht notwendig, ein kaltes Bad zu nehmen. Es genügt die Vorstellung. Suggeriere dir und fühle wirklich: In diesem Augenblick nehme ich ein kaltes Bad im großen Strom des Prayag oder im heiligen Fluss von Benares. Denke an den reinen Atman und wiederhole die Formel: »Ich bin ewig reine Seele.« Dies ist das wirksamste Bad der Weisheit, im Ganges der reinen Erkenntnis Unana Ganja. Diese höchste Reinigung hebt alle Sünden auf.

Wenn man an das frühe Aufstehen zu Brahma Muhurta nicht gewohnt ist, kann man einen Wecker benutzen. Hat man sich einmal an die Stunde gewöhnt, wird es nicht mehr schwierig sein, aufzuwachen. Das Unterbewußte wird dem Schüler willig und gehorsam dienen und ihn zur rechten Zeit wecken. Wasche schnell Gesicht, Hände und Füße. Gieß kaltes Wasser über Gesicht und Scheitel des Kopfes. Das wird Gehirn und Augen kühlen. Bei chronischer Verstopfung trinke ein volles Glas kalten oder lauwarmen Wassers (Usha Pana). Bei nicht heilbarer, alter Verstopfung meditiere gleich nach dem Aufstehen. Hast du dann eine Tasse heißes Getränk getrunken, kannst du den Forderungen der Natur nachkommen.

Sei schnell, beeile dich, damit du bald in Bereitschaft bist. Die Stunde Brahmas, Brahma Muhurta, geht schnell vorüber. Diese kostbare Zeit muss zur Wiederholung der geheiligten Formel (Japa) und zur Meditation genützt werden. Setz dich in Siddhapadma- oder Sukha-Stellung. Du kannst auch andere Stellungen (Asanas) einnehmen, Atembeherrschung (Pranayama) üben und die Gita oder andere religiöse Bücher lesen.

Auch die Zeit der abendlichen Dämmerung (Sandhya) ist günstig für die Meditation. Da während der Stunde Brahmas, zu Brahma Muhurta, und bei Sonnenuntergang der Zentralkanal (Sushumna Nadi) offen ist und man leicht und mühelos in tiefe Meditation und Samadhi fällt, halten die Rishis, Yogis und die heiligen Schriften so viel von diesen bei den Stunden des Tages.

Sushumna wird wirksam, wenn der Atem gleichmäßig durch beide Nasenlöcher strömt. Versenke dich in diesem Augenblick in Meditation und genieße den inneren Frieden des Atman, der Weltseele. Wiederhole göttliche Verse (Stotras) oder Gesänge zu Ehren deines Gurus oder singe zwölfmal die Silbe Om. Man kann auch fünf Minuten lang fromme Lieder (Kirtana) singen, ehe man mit Japa oder Meditation beginnt, oder fünf Minuten lang eine der Hatha-Yoga-Stellungen einnehmen, wie Shirshasana (die Gleichgewichtsübung auf dem Scheitel des Kopfes) oder Sarvangasana (die Gleichgewichtsübung auf Kopf, Nacken und Schultern), oder zehn Minuten lang Atemübungen (Pranayama) ausführen. Auf diese Weise werden die Gedanken schnell emporgehoben und Trägheit oder Schlaf vertrieben, eine gute Vorbereitung für die Meditation. Siehe, die Stunde Brahmas ist da. Bleib nicht faul im Bett, wirf die Decken zurück. Steh auf! Beginn mit aller Kraft zu meditieren und freue dich der ewigen Glückseligkeit deines inneren Selbst.

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