Nammalwar

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Nammalwar (Tamil:நம்மாழ்வார், auch Nammazhwar, Nammaazhvaar, Nammazhvar, Nammaalvaar, Nammalwar) ist der erste große Mystiker und Poet. Er ist der größte unter den Alwars. „Nammalwar“ bedeutet „unser Alwar“. Er ist auch unter den Namen Satakopar und Vakulabharanar bekannt, aber Nammalwar ist der bekannteste.

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Von Swami Sivananda aus dem Buch „Lives of Saints“

Der Überlieferung nach wurde Nammalwar in Thirukkuruhur geboren, dem heutigen „Azhwar Thirunagari“ im Tirunelvelidistrikt am Ufer des Tambraparani. Es war ein Freitag, einem Vollmond-Tag in Vygasi Pramandhi im Jahre 43 nach Anbruch des Kali Zeitalters.

Nammalwar wurde bei seinen Eltern Kariar oder Karimaran und seiner Frau Udaiya Nangaiyar geboren. Kariar war ein Landbesitzer. Seine Vorfahren waren alle hingebungsvolle Verehrer von Gott Hari. Kariar wurde, noch sehr jung, mit Udaiya Nangaiyar verheiratet, die eine Tochter des Vaishnava Sthanik aus dem Dorf Thiruvanparisaran war, welches auf der anderen Seite der Western Ghats lag. Udaiya Nangaiyar war eine keusche Frau.

Nammalwar war unter den Namen Maran und Senamsa bekannt. Seine Eltern Kariar und Udaiya Nangaiyar hatten lange Zeit keine Kinder. Sie übten strenges Tapas um ein Kind zu bekommen. Eines Tages, als sie von einem Besuch aus Thiruvanparisaran zurückkamen und unterwegs im Dorf Thirukkurungudi in einem Vaishnava Tempel anhielten, beteten sie dort zu Gott für einen Sohn. Ihr Gebet wurde erhört. Ihnen wurde ein göttliches Kind geboren. Dieses Kind war Maran oder Nammalwar.

Nammwalwar war ein seltsames Kind. Es öffnete seine Augen nicht. Es weinte nicht und trank keine Muttermilch. Gott Hari und Lakshmi kamen vom Himmel herab und segneten Maran. Am zwölften Tag nach der Geburt brachte die Eltern das Kind zum Vaishnava Tempel am Ufer des Flusses. Sie befestigten die Wiege an einem naheliegenden Tamarindenbaum. Das Kind lebte dort 16 Jahre ohne Nahrung und ohne Wasser. Gott sandte seine Botschafter, die das Kind in die höchsten spirituellen Wahrheiten einwiesen. Das Kind saß da wie hingesetzt. Es stand wie auf seine Beine aufgestellt. Es lag ganz ruhig, so als hätte man es hingelegt.

In einer anderen Version der Geschichte lassen die Eltern das Kind zu Füßen von Gott Hari im Tempel zurück. Das Kind lief schnurstracks zu dem Tamarindenbaum, kletterte in ein großes Loch im Baumstamm, setzte sich in Padmasana, schloss die Augen und fiel in Samadhi.

Madhurakavi war ein Brahmane aus Thirukkoyilur im Chola Gebiet. In seiner Jugend hat er die Veden und die Wissenschaft studiert. Er war unterwegs auf einer Pilgerreise zu den heiligen Stätten Nord-Indiens wie z. B. Ayodhya. Eines Nachts sah er ein seltsames, strahlendes Licht im Süden. Großes Erstaunen ergriff ihn. Das Licht war so hell wie die aufgehende Sonne. Das Licht erschien auch die folgende Nacht. Er sah es an drei aufeinander folgenden Nächten.

Madhurakavi konnte nicht ergründen, was das zu bedeuten hatte. Er stellte sich vor, dass im Süden irgend etwas Großartiges geschehen sei. Er folgte dem Licht und wanderte nach Süden. Endlich gelangte er nach Thirukkuruhur am Ufer des Tambraparani. Das seltsame Licht verschwand. Daraufhin ging Madhurakavi in die Stadt und fragte die Leute, ob etwas besonderes im Ort geschehen sei. Sie erzählten ihm von dem wundersamen Kind, das vor einigen Jahren geboren worden war und nun in einer Wiege im Schatten eines Tamarindenbaumes lag. Madhurakavi ging zu dem Platz am Ufer und sah den stillen Maran. Er war ganz ergriffen von großem Erstaunen und wollte herausfinden, ob Maran bei Bewusstsein war oder nicht. Er hob einen großen Stein auf und warf ihn direkt vor Maran hin. Maran, der 16 Jahre seine Augen geschlossen hatte, öffnete sie nun und sah.

Madhurakavi fragte Maran eine schwer verständliche [Philosophie|[philosophische]] Frage: „Wenn im Inneren eines leblosen Dinges etwas Kleines geboren würde, was würde es essen und wo würde es schlafen?“ Die Bedeutung ist: „Wenn im Inneren von unbeseelter Materie die subtile Seele/Jiva zur Geburt käme, von was würde sie leben und wo würde sie ruhen?“ Maran erwiderte: „Das kleine Ding wird von ihm gespeist und ruht in ihm.“ Die Bedeutung ist: „Die feinstoffliche Seele, eingeschlossen in Materie oder Prakriti, wird von ihr genährt. Prakriti genießt Freude und Schmerz im Körper und ruht in ihm. Oder sie wird Gott genießen und in Gott ruhen.“

Madhurakavi war voller Bewunderung über die tiefgründige und weise Antwort. Er wurde Marans Schüler. Er war entschlossen, an der Seite seines Gurus zu bleiben und zu seinen Füßen Weisheit zu erlernen. Maran sang herzergreifende Hymnen wie Thiruvirutham, Thiruvasiriam, Peria Thiruvantadi und Thiruvaimozhi. Madhurakavi schrieb die Lieder, so wie sie gesungen wurden, sorgfältig nieder auf Palmblätter und veröffentlichte sie nach dem Tode Nammalwars.

Die geläufige Meinung ist, dass Thiruvirutham die Essenz der Rig Veda enthält, Thiruvasiriam enthält die Essenz von Yajur Veda und Peria Thiruvantadi enthält Atharva Veda, Thiruvaimozhi enthält die Essenz von Sama Veda. Dies ist nicht richtig. Es gibt zwischen Nammalwars Arbeiten und den Veden keine Ähnlichkeit. Das einzig gemeinsame in Nammalwars Arbeiten und den Veden ist, dass beide eine Beschreibung Gottes enthalten und die Mittel, um Gottesverwirklichung zu erreichen. Nammalwar war wahrscheinlich unverheiratet. Die Aufzeichnungen sagen nichts darüber aus.

Nammalwar war ein großer Poet. Sein Leben war ein fortlaufender Strom von Meditation und Offenbarung. Seine Gedichte zeugen von seinem Reichtum mystischer Empfindungen und seiner erhabenen spirituellen Vision. Er sang seine Lieder frei improvisiert.

Nammalwar verstarb, als er 35 Jahre alt war. Ein Bildnis von Nammalwar wird heute noch im Tempel von Azhwar Thirunagari verehrt. Seine Verse werden in seinem Tempel rezitiert und auch in anderen Vaishnava Tempeln wie Srinagam. Thirumangai Alwar etablierte den Brauch, Thiruvaimozhi im Tempel von Srinagam in Süd-Indien zu rezitieren.

Nammalwar lebte stets im Gottesbewusstsein. Er hatte das kosmische Bewusstsein. Er erlebte „Sarvam Vishnumayam Jagat. Die ganze Welt ist voller Vishnu.“ Er würde ein Baum, ein Kalb oder eine Säule umarmen und sagen: „Dies ist mein Gott Hari.“ Er würde zum blauen Himmel zeigen und sagen: „Hier ist mein bläulicher Krishna.“ Er vergoss reichlich Tränen. Er sang, weinte und tanzte. Im Staub spielend sagte er: „Dies ist Vamanas Erde.“ Er würde Feuer umarmen und rufen: „Achyuta!“ Er würde den kühlen Wind umarmen und sagen: „Mein Govinda!“ Er sieht die Berge und sagt: „Oh großer Narayana, komm!“ Er würde hinter einer Schlange herlaufen und sagen: „Dies ist Vishnus Bett.“ Wenn er den Laut einer Flöte hörte, würde er denken, dass es Krishna sei. Wenn er Schäferinnen mit Butter sah, sagte er: „Dies ist die Butter, die Krishna aß.“ Wenn er Kühe sah, würde er ihnen nachlaufen und sagen: „Hier ist Gott Krishna.“

Nammalwar singt: „Ich habe weder Blumen gesammelt noch Dich mit Hingabe verehrt. Ich habe meine Sinne nicht bezwungen. Ich habe Dich nicht mit Speise und Wasser verehrt. Ich bin so betrübt und gequält. Empfange mich. Meine Augen quillen über mit Tränen. Wie lange soll ich noch von Dir getrennt sein? Oh Glanz! Oh mein Vater und meine Mutter! Oh Nektar! Oh Du Ende allen Wissens! Lass mich Deine Lotus-Füße umklammern. Komme jetzt zu mir. Überschütte mich mit Deiner Gnade. Befreie mich von Geburt und Tod.“

Siehe auch

Literatur

  • Lives of Saints by the Divine Life Society, Yoga-Vedanta Forest Academy Press, Himalayas, India, 2009